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Rezensionen von dorli:

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Land im Nebel

Land im Nebel von Nicole Peters

Rheinland, 1796. Henri Benoît de Montfort, ein Offizier der französischen Revolutionsarmee, ist desertiert und als Mönch verkleidet in das Herzogtum Berg geflüchtet. Er findet Unterschlupf im Kloster Bödingen. Schon nach kurzer Zeit verlässt er das Kloster jedoch wieder, kommt allerdings nicht weit, weil er von vorbeipreschenden Reitern in Dornenbüsche geschleudert wird und schwer verletzt liegen bleibt.

Johanna, Tochter des Freiherrn von Hallberg-Broich und Attenbach findet Henri und bringt ihn zurück ins Kloster…

Johanna ist im Gegensatz zu anderen Adligen ohne gesellschaftliche Zwänge aufgewachsen und hat eine umfassende Bildung genossen. Sie interessiert sich für Kräuterheilkunde und liebt vor allen Dingen ihre Unabhängigkeit. Eine Ehe kommt für sie nicht infrage, weil sie ihre Freiheit nicht aufgeben will. Daher stemmt sie sich vehement gegen das Bestreben ihrer Mutter, sie mit dem Sohn des Grafen von Hatzfeld zu verheiraten…

In ihrem historischen Roman „Land im Nebel“ entführt Nicole Peters den Leser in die Zeit des Ersten Koalitionskrieges ins Rheinland und wartet mit einer Mischung aus Historie und Romantik auf.

Nicole Peters beschreibt das Alltagsleben in der Region, sie erzählt von den Sorgen und Nöten der Landebevölkerung, vom Klosterleben, von Weinlese und Gutverwaltung – viele interessante Themen, die gut vermittelt werden. Dennoch hat mir etwas gefehlt. Es passiert zwar ständig etwas, so dass man immer Weiterlesen möchte, aber richtig gepackt hat mich das Geschehen trotzdem nicht. Ich hätte gerne von allem ein bisschen mehr gehabt, mehr Historie, mehr politische Hintergründe, mehr Spannung und auch etwas mehr Romantik.

Die Akteure werden interessant und facettenreich dargestellt, so dass ich mir jeden Einzelnen gut vorstellen konnte. Bruder Ignatius hat mich mit seiner Hilfsbereitschaft und Aufrichtigkeit begeistert. Henris Schuldgefühle seiner Familie gegenüber konnte ich nachvollziehen. Über die Überheblichkeit der von Hatzfelds konnte ich mich prima aufregen. Nur Johanna war mir etwas zu modern gezeichnet, sie und ihr Verhalten habe ich als zu wenig authentisch empfunden.

Gut gefallen hat mir der Schreibstil. Die Geschichte lässt sich angenehm zügig lesen. Besonders gelungen fand ich die zahlreichen französischen Einsprengsel, weil damit Ort und Zeit der Handlung unterstrichen werden.

„Land im Nebel“ hat mir insgesamt gut gefallen, konnte mich aber nicht so fesseln, wie ich es mir erhofft hatte.

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Land im Nebel

Rezensionen von Pink Anemone:

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Trotz kleiner Mankos ein toller Auftakt einer Fantasy-Reihe, in die ich nur allzu gerne abtauchte.

Land im Nebel von Nicole Peters

In Albion zerbricht der jahrhundertealte Frieden, als die Heerscharen des Südens im rauen Reich des Nordens einfallen. Der junge Roper, Sohn des Hauses Silberner Wolf und Thronerbe des Nordens, steht vor seiner ersten Schlacht – und sieht sich schon bald von Feinden umzingelt. Denn nicht nur will die Königin des Südens sein Volk auslöschen, auch mächtige Feinde im Inneren greifen nach dem Thron.

Ropers einzige Chance ist eine Allianz mit der schönen Keturah, Tochter des mächtigen Hauses Vidarr. Doch seine Gegner planen bereits den nächsten Schachzug – mit nur einem Ziel: Das Heulen des Silbernen Wolfes soll für immer verklingen ... (Klappentext)

❆❆❆❆❆

"Die Wälder des Schwarzen Königreiches raschelten nicht im Wind, sie schienen zu frösteln.
Und sie knarrten nicht im Sturm, sie stöhnten."
(S. 548)

Das Gleichgewicht in Albion ist im Begriff zu kippen. Es herrscht Krieg und als Leser steht man hier wahrlich zwischen den Fronten dieser zweier Streitmächte und somit auch zweier Völker.
Zum einen haben wir hier die Armee aus dem Süddal, welche sich aus angelsächsischen und fränkischen Soldaten, sowie Söldnern aus Samnia und Iberia zusammensetzen. Hierbei steht Bellamus im Focus - Liebhaber der Königin des Süddals und eine wichtige Schachfigur dieser, um ihr Reich zu vergrößern. Er ist ein Emporkömmling ohne Titel oder Rang und trotzdem befehligt er einen Teil der Armee. Bellamus ist ein geschickter Taktiker, der seinen Feind genauestens studiert. Auch mit den Anakim hat er sich intensiv beschäftigt. Er kennt ihre Schwächen und Stärken und er hat den Mut diesem primitiven Volk, bestehend aus Barbaren, entgegenzutreten.

"Jeden Tag verloren sie mindestens ein Dutzend Soldaten auf der Suche nach Proviant an Rudel von erschreckend wilden Wölfen oder gigantischen Bären.
Diese Bestien benahmen sich nicht wie die wilden Tiere südlich des Abus.
Es war Bellamus nicht klar, was seine Männer falsch machten oder warum sie den Zorn dieser Raubtiere erregten,
die andererseits die Anakim so friedlich zu dulden schienen."
(S. 208)

Und somit wären wir bei den Nordländern, den Anakim, deren unwirtliches und karges Land im Begriff ist an die Südländer zu fallen. Die Bewohner des Schwarzen Königreiches unterscheiden sich vor allem durch deren Größe von den kleinen Menschen im Süddal. Sie sind wahre Riesen, beherrschen keine Schrift, dafür eine Sprache, welche wie Donnergrollen klingt und sie weisen eine weitere körperliche Besonderheit auf - unter ihrer Haut befindet sich eine sogenannte Knochenrüstung, ein innerer Panzer sozusagen und dadurch sind sie nahezu unverwundbar.
In diesem Handlungsstrang begleiten wir Roper. Nach einer fürchterlichen Schlacht bei der sein Vater, der Schwarze Lord, fiel, sitzt nun er auf dem Thron und ist Lord des Schwarzen Königreiches. Er ist gerade mal 19 Jahre alt, unerfahren und überfordert, doch er hat keine Zeit sich mit der Situation langsam auseinanderzusetzen, denn es wird bereits nach seinem Leben getrachtet. Der Feind ist jedoch nicht nur die Armee aus dem Süden, welche wie Heuschrecken über das Schwarze Königreich herfallen...der wahre Feind sitzt neben ihm im Ratssaal und diesen gilt es zuerst auszuschalten.
Roper mag jung sein und in der Schlacht ungeübt, doch was ihm an Erfahrung fehlt, macht er mit seinem Köpfchen und seinem Mut wett. Er ist Bellamus also nicht unähnlich und beide sind durchaus sympathisch. Es ist daher schwierig sich hierfür für eine Seite zu entscheiden....lassen wir die Schwerter sprechen.

"Er hatte noch nie ernsthaft darüber nachgedacht, warum er eigentlich regieren wollte.
Blickte er zurück, dann vermutete er, dass es daran lag,
dass er sein ganzes Leben darauf vorbereitet worden war
und dass die Alternative der Tod war."
(S. 356)

Hierbei handelt es sich um einen Fantasy mit historischen Zügen. Vieles erinnert an die Schlachten zwischen Schotten und Engländern und auch das Reich Albion sieht auf der Karte Großbritannien nicht unähnlich.

Der flüssige und leichte Schreibstil, sowie der packende Plot, ließen mich schnell durch die knapp 600 Seiten huschen.
Die Atmosphäre wurde von dem jungen Autor gut eingefangen und somit konnten mich vor allem die Schlachtszenen und die Beschreibungen des Settings vom Schwarzen Königreich begeistern.
Auch die Art die verschiedenen Settings kennenzulernen war fantastisch. Hier werden das Reich oder gewisse Orte nicht einfach nur beschrieben, man lernt diese durch Charaktere kennen, wie z.B. einen berittenen Boten der durch das Hindrunn reitet. So verfährt der Autor auch bei den verschiedenen Figuren. Weiters erhält man Einblick in beide Seiten und dies ohne, dass die Spannung dadurch verloren geht.

"Denn jetzt zeigten sie ihre wahre Stärke: die in ihren großen Eschenbögen lag.
Sie machten sie bereit, nockten ihre Pfeile auf die Sehnen und feuerten auf die Schwarzfelsen.
Die gefiederten Pfeile zischten durch die Luft.
Es war ein Geräusch, als flöge ein ganzer Himmel voller Sperlinge auf die Legionäre zu."
(S. 35)

Doch es gibt auch etwas zu bemängeln.
So gut gezeichnet die Charaktere auch sind, fehlt ihnen doch die Tiefe und gerade die beiden Protagonisten, Roper und Bellamus, konnten mich nicht gänzlich überzeugen. Beide sind ZU perfekt. Sie scheinen keinerlei Schwächen zu haben und wenn, dann wissen sie davon und diese werden zu ihren Stärken umgewandelt - ergo, doch keine Schwächen.
Vor allem Roper schien mir zu perfekt und allwissend. Der junge Bursch von gerade mal 19 Jahren, hat eine einzige Schlacht miterlebt und diese endete in einer Katastrophe, in der nächsten Schlacht agiert er, als wäre er ein erfahrener Feldherr und scheint mehr Ahnung von Kriegsführung zu haben, als Kommandanten, welche schon fünfzig Schlachten hinter sich haben. Und natürlich gehen diese Taktiken auch immer auf.
Des Weiteren ist so manche Dialogführung zwischen Kommandanten, egal ob Süddal oder Schwarzes Königreich betreffend, kaum auszuhalten. Jeder scheint hier jeden Zucker in den Arsch zu blasen, indem sie sich gegenseitig versichern wie toll und besonders der Andere ist. Dies lässt mich dann doch gezwungenermaßen an Klein-Mädchen-Dialoge denken -> "Du bist toll" - "Nein, Du bist toll." - "Aber du bist viel toller!". Ich mag das nun etwas überspitzt darstellen, aber ich konnte mich dieses Gedanken nicht ganz verwehren. Zum Glück kommen solche Dialoge nur äußerst selten vor, haben sich jedoch in mein Hirn eingebrannt.

Zugegeben das Rad wird hier auch nicht neu erfunden - alles schon mal gelesen oder gesehen und doch war die Story durchwegs unterhaltsam, spannend und weist nur wenige Längen auf. Wenn Längen auftreten, dann durch den etwas zu melodramatischen inneren Monolog, den Roper immer wieder führt.
Ansonsten erwarten einem Intrigen, das Spiel um Macht, Schlachtengetümmel und auch die Pest erlebt man hautnah und authentisch mit. Dies alles in einem tollen atmosphärischen Setting.

Diese Ausgabe beinhaltet eine Karte von Albion und im Anhang einen Glossar der Häuser und Hauptcharaktere des Schwarzen Königreiches.

Fazit:
Trotz der oben angeführten Mankos, fühlte ich mich herrlich unterhalten. Ich liebe das Setting des Schwarzen Königreiches mit seiner rauen Landschaft, seinen ebenso rauen Bewohnern. Ich tauchte nur allzu gerne in die Story ab und in die Wälder mit heulenden Wölfen ein und stürzte mich, wie die Anakim, begeistert in die Schlacht.
Es ist also durchaus ein toller Auftakt einer Fantasy-Reihe aus der ich nur ungern in die Realität wieder auftauchte, wenn auch mit kleinen Schwächen. Ich für meinen Teil, bin auf jeden Fall auf die Fortsetzung gespannt.

© Pink Anemone

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Land im Nebel

Rezensionen von begine:

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Erschreckendes Erlebnis

Land im Nebel von Nicole Peters

Der Roman „Das falsche Kind“ von Susi Fox ist ein besonders gelungenes Buch.

Nach mehreren Fehlgeburten wird Sashas Wunschkind als Frühgeburt mit einer Notoperation geboren. Eigentlich war der Meinung das es eine Tochter wird, dann ist es ein Sohn. Sasha ist überzeugt, das ihr Kind vertauscht wurde.

Dadurch kommt sie erst einmal un die Psychologie. Sie steigert sich richtig in diesen Wahn hinein.
Sie verdächtigt jeden und ich war auch immer unsicher, was da wirklich los ist. Ich verdächtigte sogar ihren Mann Mark.
Marks Beiträge zeigten auch ein Trauma an.
Mir tat der kleine Junge leid, so ein Frühchen braucht Liebe. Da war ich von Sasha manchmal enttäuscht. So ein Erlebnis geht an die Substanz.

Susi Fox lässt diesen Thriller lebendig werden. In dieser Geschichte lebe ich mittendrin, ich hoffe und trauere mit Sasha. Ich war total gefesselt. Ein schöner Unterhaltungsroman

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Land im Nebel

Rezensionen von heinoko:

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Intelligenter und spannender Krimi

Zerrissene Wahrheit von Heike Rommel


Nun bin ich zum zweiten Mal Heike Rommel nach Bielefeld gefolgt und war wiederum sehr angetan vom Buch, wenngleich ich dieses Mal ein paar kleinere Kritikpunkte anmerken muss.
Margret Lückner, sachlich-kühle Bibliothekarin, kommt zu Tode, weil die Bremsen ihres Autos versagen. Schnell wird festgestellt, dass es sich um Mord handelt.

Kommissar Domeyer und seine Kollegen stochern im Ungewissen. Zwar vererbt Margret Lückner ein beträchtliches Vermögen, zwar gibt es einen untreuen Ehemann und eine Tochter, die durch ihren Freund auf die schiefe Bahn geraten ist und für seine Drogenschulden büßen muss, aber diese möglichen Spuren führen nicht weiter. Dass Margret unmittelbar vor ihrem Tod einen Brief an Karen, eine frühere Freundin, auf den Weg gebracht hatte, wissen die Ermittler nicht. Dass dieser Brief sein Ziel zwar nicht erreicht hat, Karen sich jedoch trotz ihres schlechten Gesundheitszustandes auf die Suche nach der geheimnisvollen Botschaft macht, birgt ungeahnte Gefahren…
Wie beim Band „Zwischen Schatten und Licht“ begeisterte mich auch dieses Mal wieder die Schreibweise der Autorin. Ihr gelingt es durch außerordentlich lebendige und nachvollziehbare Darstellungen, die Akteure geschickt in ihrem jeweiligen Umfeld und in ihren individuellen Persönlichkeiten dem Leser vertraut zu machen. Mir gefallen die realitätsnahen Dialoge, mir gefällt die gelegentlich eingestreute Prise Humor, mir gefallen die bildhaften, stimmungsvollen Beschreibungen und mir gefällt vor allen Dingen die über allem liegende intelligente Sichtweise der Autorin auf Menschen und Dinge. Ich mag es, wenn ich in einem Buch, auch in einem Krimi, Neues kennenlernen kann, wie in diesem Fall z. B. die Gemälde von Dubuffet. Und mir gefällt, wie Heike Rommel den Leser verwirren und in die Irre führen kann. Auch wenn es sich um einen „Regionalkrimi“ handelt, ermüden allerdings die vielen Straßennamen, mit denen ein Nicht-Bielefelder nichts anfangen kann. Und es ermüden so einige Wiederholungen. Es gibt einfach zu oft Schweißflecken auf den Oberhemden, und es wird zu oft Kaffee gekocht. Trotzdem volle Leseempfehlung für diesen intelligenten, spannenden Krimi.

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Intelligenter und spannender Krimi

Rezensionen von Gaby 2707:

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Wie man eine Mutter allein gelassen hat

Marion, für immer 13 von Nora Fraisse

Es ist mir noch nie so schwer gefallen zu einem Buch mit einer realen Erfahrungsgeschichte eine Rezension zu schreiben, wie diesmal.

Marion Fraisse ist gerade mal 13 Jahre alt, als sie nach den verschiedensten Mobbingattaken einiger ihrer Mitschüler keinen anderen Ausweg sieht und sich in ihrem Kinderzimmer das Leben nimmt.

Für eine Mutter, in diesem Fall Nora Fraisse, ist das das Schlimmste, was passieren kann. Doch diese starke, von Schuldgefühlen, Trauer und Wut gebeutelte Frau will unbedingt wissen, warum ihre kleine Tochter diesen letzten grausamen Schritt gewählt hat.

Nora Fraisse schildert eindringlich, was sie bei der Suche nach der Wahrheit alles erlebt hat. Wie sie gerade von Marions Schule, vor allem dem Direktor, immer wieder Ablehnung und Ignoranz erfahren hat. Die den "Fall" als familienintern abtun. Nach dem Motto: Was nicht sein darf, ist auch nicht. Aber auch bei den Behörden stößt sie immer wieder auf Ablehnung. Hilfe kann sie anfangs von keiner Seite erwarten.

In diesem Buch bekomme ich keine interessante Familiengeschichte geliefert, sondern einen Tatsachenbericht über die Gründe des Tod eines kleinen Mädchens und der verzweifelten Suche einer Mutter nach Gerechtigkeit und Wahrheit.
Noras und Marions Geschichte hat mich von Anfang an gefesselt und tief berührt. Ich habe beim Lesen immer wieder den Kopf geschüttelt, weil ich bis jetzt nicht begreifen kann, wie man eine trauernde Mutter, die doch nur verstehen will, so allein und sich selbst überlassen kann.

Was mich anfangs etwas gestört hat, sind die vielen Wiederholungen. Aber ich denke, Nora Fraisse brauchte diese immerwiederkehrenden Erinnerungen, die sie hier niederschreibt, um mit ihrem Leid und ihrer Trauer besser fertig werden zu können. Schlimm finde ich auch, dass sie über der Suche nach der Wahrheit ihre beiden anderen Kinder fast vergessen hat. Dass sie das aber zugibt, hat mich wiederrum sehr berührt.

Ich hoffe sehr, dass viele Jugendliche und Eltern dieses emotionale, erschütternde, aus dem Leben erzählende Buch lesen und sie dadurch sensibilisiert und aufgerüttelt werden, damit Mobbing schon in seinen Anfängen erkannt und abgewendet werden kann. Man darf seine Augen und sein Herz nicht davor verschließen.

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Wie man eine Mutter allein gelassen hat

Rezensionen von DieLeserin:

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Klassischer Polizeiroman, der Rassismus in geballter Form zeigt. Schwarz oder weiß?

Darktown von Mullen Thomas

Es ist eine Welt der Weißen, ein System der Weißen, eine Stadt, die von weißen Männern dominiert wird.

Atlanta, 1948. Um die Stimmen der "Schwarzen" zu bekommen, verspricht Bürgermeisterkandidat Hartsfield der Bevölkerung eine "schwarze Polizeieinheit". So kommt Atlanta zur ersten "Negro-Einheit", zu der auch Lucius Boggs, der Sohn des Predigers gehört.

Doch in einem Land, in der Rassismus allgegenwärtig ist, darf man sich nicht vorstellen, dass damit Rassismus abgeschafft wird. Denn selbst schwarze Polizisten werden von ihren weißen Kollegen tagtäglich rassistisch behandelt.

Die "Negro-Streifenpolizisten" werden natürlich separat in einem Keller untergebracht, mit einer eigens für Schwarze bereitgestellten Bibel vereidigt, sie dürfen nur den Dienstboten- oder Hintereingang benutzen, und selbstverständlich dürfen sie keine weißen Bürger verhaften.
Auf den Straßen selbst geht es weiterhin verdammt gewalttätig zu: Nach wie vor verprügeln weiße Polizisten schwarze Bürger wegen Nichtigkeiten, zwingen ihnen bei Verhören gewalttätig Geständnisse ab, erpressen und verjagen sie, und manchmal hat man als Leser das Gefühl, dass einige der Farbigen längst resigniert haben. Das ist erschreckend, weil es verständlich ist, warum sie um jeden Preis nicht auffallen wollen.

Boggs und sein impulsiver Partner Smith kommen zu einem Unfall. Ein betrunkener Weißer hat einen Laternenpfahl gerammt. Da sie den Fahrer nicht verhaften dürfen, rufen sie eine weiße Streife hinzu.
Ausgerechnet der durch und durch gewaltbereite, rassistische Dunlow ist ihm Dienst und kommt mit seinem neuen Partner, einem Frischling, Rakestraw hinzu. Er lässt den Fahrer straffrei laufen und kümmert sich auch nicht um die junge, schwarze Frau, die scheinbar verprügelt auf dem Beifahrersitz sitzt.
Als die Leiche der jungen Frau auftaucht, bemerkt Boggs, dass sein Bericht gefälscht wurde. Und niemanden interessiert eine tote Schwarze.

Im klassischen Stil entwickelt sich nun die Geschichte weiter. Boggs will den Fall lösen, den Mörder finden, bringt sich dadurch selbst in Gefahr und muss Gesetze übertreten. An seiner Seite kämpft Smith, der sich nicht immer unter Kontrolle hat und auf dessen Hilfe Boggs im weiteren Verlauf angewiesen ist. Auch die Annäherung zwischen einem schwarzen und weißen Polizisten ist vorhersehbar. Die Grenzen überschneiden sich.
Das ist ein klassischer Polizeiroman, der sich deswegen manchmal leider etwas verstaubt anfühlt, auch wenn es zum Setting der 40er Jahre passt.
Nichtsdestotrotz hat Mullen hier einen Roman abgeliefert, der durch das Thema für Schrecken und Bedrängnisgefühle beim Lesen sorgt. Auch wenn die Geschichte einen Zeitabschnitt aus der Vergangenheit zeigt, ist sie (leider) nach wie vor aktuell. Denn die Meldungen in den Medien sind auch heute noch voll von Polizeigewalt gegen die farbige Bevölkerung. Schon das macht den Roman zu einem wichtigen Buch, dem man viele Leser wünscht.
Mullen hat hier wirklich Rassismus in geballter Form geliefert, der wohl jeden Leser zum Nachdenken anregen wird. Dieser Roman ist Rassismus pur und steckt in jedem Detail (die Blicke der Farbigen auf Weiße, die auf Brusthöhe enden, denn alles andere wird als unsittlich eingestuft, z. B.). Diese erschreckende weiße Macht, die in diesem Buch auf jeder einzelnen Seite - von Anfang bis zum Ende - gezeigt wird, liest sich erschreckend, real, und wie ein Mahnmal.

Ein Lesetipp für Leser, die klassische Polizeiromane mögen und an alle, die sich mit Rassismus auseinandersetzen möchten.

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Klassischer Polizeiroman, der Rassismus in geballter Form zeigt. Schwarz oder weiß?

Rezensionen von Vicky:

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Wenn du glücklich mit ihm bist, behalte ihn

Like Nobody Else von Kim Nina Ocker

Ich finde das Cover toll, es ist zwar einfach gestaltet aber definitiv alles andere als dezent oder zurückhaltend denn es ist auf jeden Fall eine absoluter Augenfang. Außerdem passt es perfekt zur restliche Reihe.

‘Like Nobody Else‘ ist der dritte Band der Upper-East-Side-Reihe der Autorin Kim Nina Ocker.

Der Roman umfasst achtundzwanzig Kapitel und schließt mit einem Epilog ab. Die Abschnitte sind abwechselnd aus Sicht von June und Sam geschrieben, diese Aufteilung finde ich gut gestaltet und sehr abwechslungsreich denn so bekommt man einen Einblick in das Gefühlsleben und die Gedanken von beiden Figuren und versteht somit beide viel besser.

Unter 'Zu diesem Buch' kann man sich bereits einen kurzen Vorgeschmack auf die zwanzigjährige June Bishop, die einen Autounfall hatte und nun laut ihren überfürsorglichen Eltern einen Alltagshelfer bzw. Collegebegleiter benötigt – und den gutaussehenden Sam, holen.

Auch wenn der Job erstmal im Vordergrund steht bleiben die privaten Probleme und Erlebnisse der beiden definitiv nicht auf der Strecke. Außerdem fand ich es sehr, sehr schön altbekannte Figuren aus den beiden anderen Bänden wieder zu treffen. Leider war mir June stellenweise zu negativ eingestellt, zwar ändert sich das im Lauf der Geschichte (und diesen Prozess zu sehen fand ich gut) allerdings war es mir an manchen Stellen doch etwas zu überspitzt weshalb ich auch einen Stern abziehe. Sorry, aber da fand ich die Hauptfiguren der anderen Bände um einen Tick besser und in sich harmonischer dargestellt.

Leider ist dieser Band bereits der letzte der Reihe und kennzeichnet somit das Ende der Upper-East-Side-Clique, das finde ich sehr schade denn ich hätte gerne noch mehr und öfters von diesen hier doch sehr lieb gewonnen Figuren gelesen. Aber was solls, schließlich muss alles ja mal enden. Ich werde die Autorin auf jeden Fall im Auge behalten und hoffe auf neue spannenden Romane und Reihen!

Fazit: Eine tolle Liebesgeschichte mit viel Gefühl und etwas Witz versüßt :-) Dieser Teil kann zwar unabhängig vom vorherigen gelesen werden aber sollte man die ganze Reihe lesen wollen empfehle ich, dies definitiv in der richtigen Reihenfolge zu machen!

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Wenn du glücklich mit ihm bist, behalte ihn

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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EIn intelligenter Krimi

Lenz von Michael Theurillat

Dieser 6. Fall aus der Reihe rund um den Zürcher Kommissar Eschenbach ist für mich der erste.

Der Krimi beginnt schon recht ungewöhnlich mit einer scheinbar zusammenhanglosen Versteigerung.
Danach begeben wir uns in die „Niederungen“ der Zürcher Kriminalpolizei. Kommissar Eschenbach kehrt nach einer mehrmonatigen Auszeit in Amerika nach Zürich zurück und muss feststellen, dass einige Änderungen in der Dienststelle vorgenommen wurden.

Zwar übernimmt er wieder die Leitung seiner Truppe, doch ist ihm die Yvi Köhler als seine Stellvertreterin zur Seite gestellt. Es hat den Anschein, dass die toughe Köhler ein eigenes Süppchen kochen will.

Noch an seinem ersten Arbeitstag wird Eschenbach zur Leiche eines alten Mannes gerufen. Natürlicher Tod oder hat hier wer nachgeholfen?

Als sich herausstellt, dass Eschenbachs alter Freund Ewald Lenz dringend tatverdächtig ist, weiß Eschenbach nicht, wer Freund oder Feind ist. Er sieht sich einem Lügengeflecht gegenüber, in dem eine Menge vertuscht werden soll – auf Anweisung von ganz oben.

Meine Meinung:

Ein wunderbarer Polit-Krimi, der durch außergewöhnliche Charaktere besticht. Da ist einmal Ewald Lenz, ein pensionierter Archivar mit einem IQ von über 150 und einem phänomenalen Gedächtnis, sein Studienfreund Walter Habicht, ein brillanter Wissenschaftler, der mit einer Körpergröße von 1,47 m, nicht jene Anerkennung erhält, die ihm zustünde und letztlich Isabelle, die eine ebenso geniale wie undurchschaubare Rolle in diesem Drama spielt.

Die Perspektive wechselt zwischen Eschenbach und Lenz, was eine besondere Spannung hervorruft.

Michael Theurillat verquickt in beeindruckender Weise aktuelle politische Ereignisse wie den Syrien-Konflikt und den Anteil der UNO und der USA an dieser Tragödie, in diesem Krimi. Im Anhang nennt der Autor die entsprechenden Quellen.
Der Schreibstil ist ansprechend. Deshalb wird dies nicht mein letzter Krimi von Michael Theurillat.

Fazit:

Ein intelligenter und top-aktueller Krimi, dem ich gerne 5 Sterne gebe.

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EIn intelligenter Krimi

Rezensionen von simone.h1:

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Schuldfrage

Marion, für immer 13 von Nora Fraisse

Marion ist 13 Jahre alt, als sie beschließt ihrem Leben ein Ende zu setzen. Als ihre Mutter das Mädchen erhängt in ihrem Zimmer vorfindet bricht die Welt der ganzen Familie zusammen. Sie möchte Antworten, warum Marion diesen Schritt gewählt hat, stößt aber im ganzen Umfeld auf Unverständnis und eine nicht zu erklärende Härte.

Vorweg möchte ich anmerken, dass mir die Bewertung des Buches wirklich schwer gefallen ist und diese nichts mit dem Mitgefühl zu tun hat, dass ich natürlich für diese Familie empfinde. Dieser tragische Schicksalsschlag und die Geschehnisse, die zu diesem geführt haben, sind unsagbar traurig und schlimm, jedoch muss ich das Buch als Ganzes bewerten.

Ich finde es sehr mutig von der Mutter, ihre eigene Tragödie in einem Buch zu verarbeiten, um anderen Menschen zu helfen, diese wach zu rütteln und die Welt dadurch vielleicht ein bisschen besser zu machen. Es gehört viel dazu, wenn man der breiten Öffentlichkeit einen solchen Einblick in sein Leben gewährt und dafür möchte ich meinen tiefsten Respekt aussprechen. Ich war beeindruckt wie stark diese Frau in dieser Situation war und finde sehr viel vom Gelesenen wahr und überlegt. Leider kommt es bei der sehr persönlichen Schilderung immer wieder zu Wiederholungen und schweifen die Ausführungen immer wieder in dieselbe Richtung ab. Gerade mit den letzten 40 Seiten habe ich mir persönlich etwas schwer getan, da es sich hierbei leider um einen Monolog handelt, der sich lediglich mit der Schuldfrage an Marions Tod befasst. Diese Teile waren für mich als Leser einfach ein wenig zäh und voller Wiederholungen, wobei ich natürlich verstehe, was die Autorin damit bezwecken will.

Ich denke es ist schwer einen persönlichen Schicksalsschlag in einem Buch so zu verarbeiten, dass er für den Leser durchweg "gut" zu lesen bzw. nachvollziehbar ist, da man als Betroffener natürlich andere Aspekte als wichtig erachtet bzw. seinen eigenen Standpunkt in jedem Satz verdeutlichen will.

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Schuldfrage

Rezensionen von Gaby 2707:

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Die Geschichte einer Wanderfotografin

Marion, für immer 13 von Nora Fraisse

Als Minna Rewentlov, genannt Mimi, von ihrem Freund Heinrich Grohe einen Heiratsantrag bekommt und er ihr in den schönsten Farben das Leben einer Pfarrersfrau auf dem Land schmackhaft machen will, bleibt ihr erstmal die Sprache weg. Jedoch anstatt zu heiraten, fährt sie, die von ihrem Onkel Josef die Liebe zur Fotografie angenommen hat, wie er selbst auch, als Wanderfotografin durch die Lande und erarbeitet sich durch die unkonventionelle Art ihrer Bilder bald einen sehr guten Ruf.

Als Onkel Josef, der sich in Laichingen auf der Schwäbischen Alb niedergelassen hat, sehr krank wird, ihre Mutter aber keine Anstalten macht, ihren Bruder zu pflegen, übernimmt sie dies selbst. Sie eröffnet das Fotostudio ihres Onkel wieder und will solange bleiben, bis ihre Mutter Muße findet, sich um ihren Bruder zu kümmern...

Mit ihrem angenehm leicht zu lesenden Schreibstil hat mich Petra Durst-Benning direkt hineingezogen in den kleinen Ort Laichingen und in das karge Leben auf der Alb, wo die Leinweber zuhause sind. Hier lerne ich ausser Mimi, die eine für diese Zeit schon sehr starke und eigenständige Frau ist, auch einige Mitglieder der Leinweberfamilien und deren Arbeitgeber kennen. Die Armut, das Leid, das Ausgebeutet werden und das karge Leben, das dort herrscht, haben mich doch demütig werden lassen, da ich heute in einer so ganz anderen Zeit leben darf.

Mimi ist mir von Anfang an mit ihrer mitfühlenden Art Anderen gegenüber, ihrer leidenschaftlichen Art gegenüber ihrer Arbeit mit den Bildern, die sie macht und ihrer Unangepasstheit sehr sympathisch. Da kann auch ein Webereibesitzer daher kommen und sie gibt ihm Kontra. Überhaupt kann ich in dieser Geschichte meine Sympathien schnell vergeben. Aber es gibt auch ein paar Menschen, die sich sehr schwer tun, mich von ihnen zu überzeugen.

Mit ihrer einfühlsamen, sehr bildlichen und manchmal humorigen Art zu erzählen führt mich Petra Durst-Benning durch den kleinen Ort, so daß ich meine mich hier schon auszukennen. Die Postkarten, die Mimi in Auftrag gibt habe ich direkt vor Augen Und auch als die Jungs in ihren Konfirmandenanzügen im Atelier sitzen um zu ihrem großen Tag fotografiert zu werden, habe ich sie direkt im Kopf. Und ich meine ihre Gedanken lesen zu können, wenn sie sich mit Landkarten oder der Malerei beschäftigen.

Die immer wieder einfließenden historischen Informationen sind so gekonnt in die Geschichte hineingewebt, dass es sogar Spaß macht noch etwas zu lernen und Neues zu erfahren. Ich kann nur ahnen, wieviel Recherche hinter dem Buch stecken mag.

Ich habe es sehr genossen, einen ersten Einblick in das Leben von Mimi Rewentlov und den Laichingern zu bekommen. Und ich feue mich schon sehr auf die Fortsetzung dieser interessanten Familiengeschichte, die für mich einige Fragen offen gelassen hat.

5 von 5 Sternen

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Schuldfrage