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Rezensionen von DieLeserin:

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Ein Psychothriller für Gewinner! Unterhaltsam, spannend, gut recherchiert!

Es geht ab auf den Kiez. Doch nur kurz, weil Kilian Kaiser die beiden erfolgreichsten Hamburger Ermittler, Alexander Dornfeld und Daniel Schwarzer, in einer Bar auf St. Pauli aufstöbert. Als Kaiser sie bittet, den Selbstmord seiner Freundin Emilia zu untersuchen, klingt zuerst alles nach Hirngespinsten eines Trauernden.

Doch schon bald stellt sich heraus: Dahinter verbirgt sich ein gefährliches Spiel, das sich im Internet rasant ausbreitet. Immer mehr Selbstmordvideos tauchen unter den Hashtags #thisisforthewinners und #EinSpielfürGewinner auf. Als sich dann auch ein Elfjähriger das Leben nimmt, ist allen klar: Der Spielemacher muss gefunden werden.

Der Thriller entwickelt sich nicht nur zu einem Pageturner, sondern auch zu einer interessanten Entdeckungstour für Leser, die mehr zwischen den Zeilen und in Themen suchen als pure Unterhaltung. Das fängt schon mit der Namensgebung an: "Ein Spiel für Gewinner". Wer gewinnt, wenn man eigentlich durch den eigenen Tod alles verliert? Ansichtssache? Selbst der Name des Spielemachers lässt vieles vermuten, denn auch dieser existierte in der realen Welt und weist Parallelen zum fiktiven Bösewicht auf.
Es sind die kleinen Details, die einen Mehrwert beim Lesen erzeugen: Kleine Winks zur realen Welt, wie zu einer Internet-Challenge namens "Blue Whale Game", das 2016 als Hoax seinen Anfang nahm. Oder auch die Frage, wen man jagt, wenn es eigentlich laut Gesetz keinen Straftäter gibt?
Das macht den Thriller sehr interessant zu lesen. Die beiden Autorinnen haben wirklich sehr gute Recherchearbeit geleistet und dies unterhaltsam in eine spannende Geschichte verpackt.

Auch die Figuren sind teils schillernd, auf alle Fälle aber auf ihre Art außergewöhnlich. Kaiser, der vom Junkie zum Racheengel wird, Alex, der Ermittler, der alleinerziehend ist, dessen Trennungsgrund von seiner Frau aber wiederum ungewöhnlich ist. Lila oder grün gefärbte Haare bei Figuren, die selbst durch dieses ungewöhnliche äußere Erscheinungsbild nichts von ihrer Glaubwürdigkeit einbüßen, im Gegenteil, sie erhalten Kontur.
Und so geht es von Anfang bis zum Ende. Eine Entdeckungstour auf die spannende, unterhaltsame Art für den Leser. Zumindest der Leser ist auf alle Fälle ein Gewinner dieses psychologischen Spiels. Lesetipp!

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Rezensionen von Anja:

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nette Geschichte ohne Highlights

The One Best Man von Piper Rayne

Nach ihrer Scheidung zieht Victoria mit ihrer siebenjährigen Tochter Jade zurück in ihrer Heimatstadt, um ihre kranke Mutter zu unterstützen. Dort trifft sie auf einen alten Bekannten – den Trauzeugen ihres Ex-Mannes. Eigentlich hat Victoria fürs erste von Männern genug, aber Reed lässt nicht locker…

Ich habe das Buch relativ zügig durchgelesen.

Der Schreibstil ist flüssig und abgesehen von ein paar schrägen Dialogen oder nicht ganz nachvollziehbaren Gedankensprüngen der Ich-Erzählerin Victoria liest sich der Text aufgrund der einfachen, bildhaften Sprache sehr leicht.
Dennoch hat mich das Buch nicht richtig begeistern können.
Die Geschichte ist nett, aber mir fehlte etwas. Es gibt kleinere Konflikte und Problemchen, kleinere Rückschläge und Streits. Aber insgesamt läuft alles von Anfang bis Ende sehr glatt und harmonisch. Richtige Konflikte fehlen – obwohl sie sich anzudeuten scheinen, bleiben sie dann aus. Das ist zwar auch eine Form der überraschenden Wendung, aber dadurch kommt keinerlei Spannung auf. Die Geschichte plätschert einfach fröhlich vor sich hin.

Was mir sehr gut gefallen hat, ist das innige Verhältnis von Victoria und ihrer Tochter Jade. Und auch Reed hat einen tollen Umgang mit seinen Schützling Henry. Die Kinder und die Beziehung zu ihnen spielen eine zentrale Rolle in der Geschichte und sorgen dadurch für berührende Momente. Auch darüber bietet die Handlung viel Gefühl und ein wenig Erotik. Aber auch viel sich ständig wiederholender Alltag und Grübelei von Protagonistin Victoria.

Vielleicht können die zwei weiteren Bände über Victorias Arbeitskolleginnen ja mit mehr Drama und Überraschungen punkten.

Fazit

Das Buch ist nicht direkt langweilig, konnte mich aber auch nicht so recht mitreißen. Die Konflikte, die sich anzudeuten scheinen, verlaufen im Sande. Alles ist insgesamt sehr harmonisch und läuft ohne große Schwierigkeiten oder Überraschungen. Das innige Verhältnis zu den Kindern ist allerdings sehr berührend beschrieben.

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nette Geschichte ohne Highlights

Rezensionen von BarbaraM:

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Rasant, geheimnisvoll und wunderschön!

Das Buch der seltsamen Wünsche 2. Der 13. Wunsch von Angie Westhoff

Finn und seine Freunde beschließen, ein Wünsche-Buch zu schreiben. Jedoch handelt es sich nicht einfach um materielle Wünsche, sondern es geht darum, dass die Freunde zusammen ganz unterschiedliche Wunscherlebnisse erleben und dadurch auch erfüllen. Aber mehr wird zu den Wünschen nicht verraten! Jedenfalls haben Finn und seine Freunde das Buch eben gerade fertig gestellt, und da wird es ihnen schon von einer anderen Bande geklaut.

Werden nun die Wünsche erfüllt? Oder nicht?! Und was ist denn nun eigentlich der 13. Wunsch? Selber lesen! Unbedingt!

Mit ihrem zweiten Band „Der 13. Wunsch“ aus der Reihe „Das Buch der seltsamen Wünsche“ ist Angie Westhoff ein wunderbares geheimnisvolles und lesenswertes Abenteuer gelungen, das im Oetinger Verlag erschienen ist und 265 Seiten umfasst.
Der Schreibstil der Autorin ist so toll: flüssig, rasant, abwechslungsreich und absolut kindgerecht. Meine beiden Kinder und ich konnten uns richtig gut in die Handlung und die einzelnen Personen hineinversetzen.
Die Handlung ist in sich stimmig, lädt zum Mitfreuen und -fiebern ein und Themen wie Freundschaft, Zusammenhalt, Akzeptanz und Respekt werden gekonnt - ohne den Zeigefinger zu erheben - angegangen.
Wir haben die einzelnen sehr facettenreichen Charaktere sofort ins Herz geschlossen und würden uns über weitere Bände riesig freuen.

Fazit: Wir sprechen eine absolute Kaufempfehlung aus für Jungen und Mädchen ab 10 Jahren, die ein spannendes, actionreiches und lustiges Freundschaftsabenteuer erleben wollen.
Lesespaß ist hier 100%ig garantiert.

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Rasant, geheimnisvoll und wunderschön!

Rezensionen von PFIFF:

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Familiengeheimnisse rund um ein altes Tagebuch

Das Buch der seltsamen Wünsche 2. Der 13. Wunsch von Angie Westhoff


Nach dem Tod der Großmutter findet ihr Enkelsohn unter ihren persönlichen Dingen ein Tagebuch, voll mit Zeichnungen und Widmungen von Künstlern rund ums Bauhaus. Es dürfte der Urgroßmutter gehört haben, von der angenommen wurde, dass sie auf der "Gustloff" nach Amerika auswandern wollte und ertrunken ist.

Der junge Mann reist nach New York, um das Tagebuch versteigern zu lassen und trifft auf eine Alte Dame, die es unbedingt haben wollte. Sie lädt den jungen Mann ein und erzählt ihm ihre Geschichte, die sich in vielen Einzelheiten mit der Geschichte der Großmutter deckt, aber entscheidende Fakten bringen überraschende Wendungen ans Licht.
Saller hat seine eigene Familiengeschichte geschickt in diesem Roman eingewoben und bestrickt mit Wortwitz und spannender Erzählweise.

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Rasant, geheimnisvoll und wunderschön!

Rezensionen von PFIFF:

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Fatale Leidenschaft zu Bordeaux-Weinen

Bordeaux von Paul Torday

Wilberforce war nach dem frühen Tod seiner Eltern in einem Waisenhaus aufgewachsen, dann adoptiert worden. Er ist ehrgeizig, studiert und gründet eine Softwarefirma, die er in kürzester Zeit zu einem millionenschweren Unternehmen macht. Durch Zufall lernt er den kranken Besitzer des Gurs Caerlyon Hall kennen.

Dieser weiht in ein in den Genuß der Weine des Bordeaux und erreicht, dass Wilberforce das Gut nach seinem Tod übernimmt.
Das erste Kapitel spielt 2006, das zweite 2004, das fritte 2003 und das letzte 2002.
Torday nimmt also den Schluß vorweg und erklärt in den folgenden Kapiteln, wie es dazu kam.
Amüsant, lehrreich und unterhaltsam, vor allem für Liebhaber guter französischer Weine, gewürzt mit viel britischem schwarzem Humor.

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Fatale Leidenschaft zu Bordeaux-Weinen

Rezensionen von PFIFF:

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Sittengemälde von Wien um 1912

Wenn es Frühling wird in Wien von Petra Hartlieb

Marie kommt von einem oberösterreichischen Bauernhof. Ihr Vater war brutal, die Mutter schwach, eine Menge Geschwister. Marie hat in Wien eine Stelle als Kindermädchen bei der Familie Schnitzler gefunden. Köchin Anna und Zimmermädchen Sophie arbeiten im gleichen Haushalt. Als Sophie in Schwierigkeiten gerät und fast stirbt, übernimmt Marie auch ihre Aufgaben.

Sie lernt den jungen Angestellten einer Buchhandlung kennen und verliebt sich. Oskar ist ein Waisenkind und wurde von seinem Arbeitgeber mit 15 Jahren aus dem Waisenhaus geholt.
Er ist ehrgeizig und fleißig. Als er die Erbin einer renomierten Buchhandlung heiraten soll, entsteht kurz Verwirrung.
Marie und Oskar sind ehrlich und anständig. Sie werden ihren Weg gehen.
Ein Sittengemälde 1912 in Wien mit historischen Personen und autobiographischen Zügen der Autorin. Nett zu lesen.

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Sittengemälde von Wien um 1912

Rezensionen von begine:

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Gestohlene Identität

Wenn es Frühling wird in Wien von Petra Hartlieb

Die Journalistin und Autoren Dorothee Schmitz-Köster beschreibt in ihren Büchern die Schicksale von Kindern die durch den Krieg und die NS-Zeit benachteiligt wurden. Da gibt es die Kinder vom Lebensborn, deren Leben viele Fragen aufstellt.
Mit ihrem neuen Buch „Raubkind“ erfahre ich von einem neuen Greuel.

Ich weiß das während des Krieges polnische junge Frauen nach Deutschland deportiert wurden, um dort zu arbeiten. Aber das blonde Kinder, die keinen Vater hatten den Müttern einfach gestohlen wurden, war mir neu.

Klaus B. erfährt mit Mitte 70 das er Pole ist und sein ganzer Lebenslauf falsch ist. Nicht mal das Geburtsdatum stimmte, er wurde plötzlich ein Jahr älter.
Nach der Entführung kam er in ein Heim, in dem er deutsch lernen und polnisch vergessen musste. Dann kam er zu deutschen Pflegeeltern.
Es ist spannend zu lesen, wie die Journalistin nach seiner Herkunft forscht. Sie findet seine Geschwister, seine Schwestern sind toll. Klaus B. Ist herzkrank und traut sich nicht mehr nach Polen. Die Empfindungen dieser Raubkinder, von denen es viele gab, sind gut recherchiert.
Das Buch ist wirklich interessant zu lesen. Eine informative Reise in die Vergangenheit, die nicht vergessen werden sollte. Dafür gibt es von mir eine klare Empfehlung.

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Sittengemälde von Wien um 1912

Rezensionen von ikatzhorse2005:

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Rau, düster, schön,... Historie in Perfektion!

Wenn es Frühling wird in Wien von Petra Hartlieb

Die Melodie der Schatten von Maria W. Peter, erschienen 2018 Bastei Lübbe Verlag
Schottland 1837: Nach dem Überfall auf die Kutsche von Fiona Hamington, deren Tante und Begleiter in den schottischen Highlands, flüchtet die junge Lady durch eine dunkle, mystische, ihr unbekannte Gegend. Schutz und Obdach findet sie in einem geheimnisvollen, abgelegenen Herrenhaus.

Thirstane Manor, so düster und voller Schatten, wie dessen Laird und die spärliche Gefolgschaft. Nach der Erschöpfung folgt die Neugier und Fiona begibt sich auf eine rätselhafte Suche hinter den düsteren Mauern. Während ihres Aufenthalts versucht sie hinter das Geheimnis des zurückweisenden Lairds und Baronets Aidan Thirstane zu kommen und ist dabei ihrer eigenen Vergangenheit auf der Spur. Unheimliche Träume und seltsame Geräusche gepaart mit wiederkehreneden Melodien drängen sich in Fionas Kopf. Spielt ihr der Verstand einen Streich? Oder offenbart sich ein böser Fluch, der schwer auf den dicken Wänden des Hauses und deren Bewohnern zu liegen scheint? Bald offenbart sich Fiona neben der Schwere des Anwesens die geballte Schönheit der Highlands. Mit Herz und Verstand setzt sie alles daran den Glaube an ihre Stärken nicht zu verlieren und stellt damit die Weichen für ihre Zukunft.
Maria W. Peter schreibt in ihrem neuen Roman über den Verlust, die Schuld und die Tragweite des Handelns in einer dunklen Epoche Schottlands. Eingewoben in eine brillante Geschichte, gelingt es der Autorin historische Einzelheiten, eingebettet in den höfischen Alltag spannend und lebensnah zu erzählen. Standesunterschiede sind anhand der Sprache und des Auftretens gut verständlich dargelegt. Die Entwicklung Lady Fionas innerhalb der Erzählung ist atemberaubend. Die Fortschritte bezüglich ihres charakterstarken, mutigen Auftretens und der Entfaltung ihrere Persönlichkeit, losgelöst von vorherrschenden Zwängen, lässt sich sehr gut nachvollziehen. Durch einen klaren, bildhaften Erzählstil ruft die Autorin erschütternde Einzelschicksale und unsagbare Verbrechen an der gälisch sprechenden Bevölkerung ins Gedächtnis. Das Resultat und die Auswirkungen profitgieriger Herrscher und besser gestellten Obrigkeiten haben nicht nur die Hauptprotagonisten, sondern die Bewohner eines ganzen Landstriches nachhaltig beeinflusst. Schwere Themen schneidet Maria W. Peter in einem faszinierend leichten, gut zu lesenden und extrem fesselnden Schreibstil auf 672 Seiten an. Zeitnah und lebendig lässt sie schottisch-gälische Ausdrücke und Redewendungen in den Text einfliesen. Diese werden im Anhang erklärt. Zum allgemeinen Verständnis gestallten sich eine Karte aus Schottland des Jahres 1837, das Nachwort mit interessanten historischen Hintergründen und Erläuterungen der Protagonisten, ein Glossar, Stöbertipps, eine Auflistung der handelnden Personen, sowie reale historische Persönlichkeiten. Das Resultat ist eine Vielfalt in einem rundum gelungenem, sehr gut recherchierten Roman. Ich habe neben der unterhaltsamen Lektüre einige, lehrreiche Hintergrundinformationen erhalten. Der Sogwirkung des einfühlsamen Schottland-Romans mit dem beschreibendem Cover bin ich regelrecht verfallen. Ich hoffe, Fiona und Aidan spielen sich mit dem Charme ihrer tiefen Verbindung in viele sensible Herzen, die sich u.a. auch für die reale Geschichte des rauen Hochlandes interessieren. Dieser Roman führt in eine Welt von Gestern und zeigt eine versunkene Vergangenheit. Historie mit Suchtfaktor und ein idealer Lesestoff für Vielleser.

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Sittengemälde von Wien um 1912

Rezensionen von ikatzhorse2005:

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Mutig, bewegend, zu Tränen gerührt

Gefährten für immer von Anne C. Voorhoeve

Gefährten für immer von Anne C. Voorhoeve, erschienen 2018 im Fischer Verlag – Sauerländer
Hannover 1943: Lotte, ein vierzehnjähriges Mädchen erlebt den Krieg hautnah in der Stadt, in der sie ihrem blinden Vater beisteht und die täglichen Dingen des vom Krieg gezeichneten Alltags erledigt. Mitte des Jahres 1943 schickt Lottes Vater sie entgegen der typischen Reiserichtung nach Ostpreußen auf das Gut einer Freundin ihrer verstorbenen Mutter.

Das Trakehnergestüt Waldeck ist wie gemacht für idyllische Ferien inmitten einer grandiosen Natur. Bei langen Ausitten findet Lotte Freiheit und Freude über ihr neues zu Hause. Auf Lilies Rücken und mit ihrem Begleiter Harro auf Widukind an ihrer Seite, scheint der Krieg weit weg und die traumatischen Erlebnisse der Luftangriffe beginnen zu verblassen. Doch der Schein trügt. Die Ereignisse überschlagen sich. Die Vorstellung eines Sieges der deutschen Truppen und die Versprechungen des Führers verblassen angesichts der immer näher rückenden Front. Es ist Zeit zu handeln, im Sinne des Überlebens für Mensch und Tier. Daher muss Lotte nach zwei fast unbeschwerten Sommern, erneut alles hinter sich lassen. Vor ihr liegt ein schwerer Weg, den sie auf der Suche nach einer neuen Heimat mutig beschreitet. Eine Fluchtgeschichte voller Entbeerungen und Hoffnung in Zeiten erschaudernder Schicksale.
Die Autorin Anne C. Voorhoeve steht für außerordentlich gut recherchierte Literatur. Auch hier vermag sie in einem fesselnden Schreibstil die Erlebnisse und Begebenheiten der Geschichte eindringlich zu erzählen. Durchweg real, tapfer, unbeschwert sowie düster und bewegend erzählt die Autorin diese sagenhafte Geschichte gegen das Vergessen. Das Schicksal ihrer Protagonisten steht stellvertretend für das dunkelste Kapitel unserer Vergangenheit. Allesamt wachsen sie dem Leser ans Herz und es fällt unheimlich schwer ihren fremdbestimmten Weg zu akzeptieren. Eine Zukunft, die es an dem Ort, den sie so lieben, der ihnen so vertraut ist – ihre Heimat - nicht mehr geben wird. Die Erkenntnis über den kommenden Verlust, gepaart mit dem vorausschauenden Denken der Menschen Ostpreußens, verdankt die älteste Pferderasse Deutschlands, die Trakehner ihre Rettung. Benannt nach dem Gestüt in Ostpreußen nahe der Ortschaft Trakehnen galt es die seit dem 13. Jahrhundert gezüchteten eleganten, ausdauernden Pferde vor dem nahenden Russen in Sicherheit zu bringen. Im eisigen Winter 1944/1945 begibt sich eine Gräfin, in Anlehnung an die wahrhaftige Marion Gräfin Donhöff mit ihrem Pferd Alarich und der Hauptprotagonisten Lotte auf die Flucht nach Westen. Lange Trecks von abertausenden Flüchtlingen kreuzen ihren Weg durch Eis und Schnee. Eine Reise von Entbeehrungen, Vertreibung, Hoffnung, Verlust, Ankommen und Zugehörigkeit beginnt.
Dieses wunderbare Zeitzeugnis, geschildert aus Sicht der jungen Lotte, hat mich nachdenklich gestimmt und zutiefst berührt. Es ist nicht nur ein Pferderoman, sondern ein wichtiger Teil unserer Geschichte, meiner Geschichte. Für mich ist die erzählte Vergangenheit um Lotte das Buchhighlight 2018, meine Buchentdeckung überhaupt.

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Mutig, bewegend, zu Tränen gerührt

Rezensionen von ikatzhorse2005:

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Mutig, bewegend, zu Tränen gerührt

Gefährten für immer von Anne Voorhoeve

Gefährten für immer von Anne C. Voorhoeve, erschienen 2018 im Fischer Verlag – Sauerländer
Hannover 1943: Lotte, ein vierzehnjähriges Mädchen erlebt den Krieg hautnah in der Stadt, in der sie ihrem blinden Vater beisteht und die täglichen Dingen des vom Krieg gezeichneten Alltags erledigt. Mitte des Jahres 1943 schickt Lottes Vater sie entgegen der typischen Reiserichtung nach Ostpreußen auf das Gut einer Freundin ihrer verstorbenen Mutter.

Das Trakehnergestüt Waldeck ist wie gemacht für idyllische Ferien inmitten einer grandiosen Natur. Bei langen Ausitten findet Lotte Freiheit und Freude über ihr neues zu Hause. Auf Lilies Rücken und mit ihrem Begleiter Harro auf Widukind an ihrer Seite, scheint der Krieg weit weg und die traumatischen Erlebnisse der Luftangriffe beginnen zu verblassen. Doch der Schein trügt. Die Ereignisse überschlagen sich. Die Vorstellung eines Sieges der deutschen Truppen und die Versprechungen des Führers verblassen angesichts der immer näher rückenden Front. Es ist Zeit zu handeln, im Sinne des Überlebens für Mensch und Tier. Daher muss Lotte nach zwei fast unbeschwerten Sommern, erneut alles hinter sich lassen. Vor ihr liegt ein schwerer Weg, den sie auf der Suche nach einer neuen Heimat mutig beschreitet. Eine Fluchtgeschichte voller Entbeerungen und Hoffnung in Zeiten erschaudernder Schicksale.
Die Autorin Anne C. Voorhoeve steht für außerordentlich gut recherchierte Literatur. Auch hier vermag sie in einem fesselnden Schreibstil die Erlebnisse und Begebenheiten der Geschichte eindringlich zu erzählen. Durchweg real, tapfer, unbeschwert sowie düster und bewegend erzählt die Autorin diese sagenhafte Geschichte gegen das Vergessen. Das Schicksal ihrer Protagonisten steht stellvertretend für das dunkelste Kapitel unserer Vergangenheit. Allesamt wachsen sie dem Leser ans Herz und es fällt unheimlich schwer ihren fremdbestimmten Weg zu akzeptieren. Eine Zukunft, die es an dem Ort, den sie so lieben, der ihnen so vertraut ist – ihre Heimat - nicht mehr geben wird. Die Erkenntnis über den kommenden Verlust, gepaart mit dem vorausschauenden Denken der Menschen Ostpreußens, verdankt die älteste Pferderasse Deutschlands, die Trakehner ihre Rettung. Benannt nach dem Gestüt in Ostpreußen nahe der Ortschaft Trakehnen galt es die seit dem 13. Jahrhundert gezüchteten eleganten, ausdauernden Pferde vor dem nahenden Russen in Sicherheit zu bringen. Im eisigen Winter 1944/1945 begibt sich eine Gräfin, in Anlehnung an die wahrhaftige Marion Gräfin Donhöff mit ihrem Pferd Alarich und der Hauptprotagonisten Lotte auf die Flucht nach Westen. Lange Trecks von abertausenden Flüchtlingen kreuzen ihren Weg durch Eis und Schnee. Eine Reise von Entbeehrungen, Vertreibung, Hoffnung, Verlust, Ankommen und Zugehörigkeit beginnt.
Dieses wunderbare Zeitzeugnis, geschildert aus Sicht der jungen Lotte, hat mich nachdenklich gestimmt und zutiefst berührt. Es ist nicht nur ein Pferderoman, sondern ein wichtiger Teil unserer Geschichte, meiner Geschichte. Für mich ist die erzählte Vergangenheit um Lotte das Buchhighlight 2018, meine Buchentdeckung überhaupt.

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Mutig, bewegend, zu Tränen gerührt