Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Vicky:
Für die neue Ordnung
Das Erbe der Macht - Band 14: Chronikblut von Andreas Suchanek
‘Chronikblut‘ ist der vierzehnte Band der 'Erbe der Macht'-Reihe und somit der zweite Band der zweiten Staffel. Das Cover ist toll, es ist zwar sehr düster und dunkel aber gleichzeitig auch geheimnisvoll und gerade deswegen fällt es auf. Außerdem passt es wieder wunderbar zum Genre Fantasy sowie zu den anderen Covers der Reihe.
Dieser Band umfasst einen kurzen Rückblick, einen Prolog, fünfundzwanzig Kapitel, einen Epilog sowie eine Vorschau, Seriennews und ein Glossar. Die kurze Zusammenfassung unter 'Was bisher geschah' fand ich äußerst hilfreich um nochmals kurz das wichtiges in Erinnerung zu rufen und so sofort und leichter in den neuen Band einsteigen zu können. Außerdem finde ich es toll dass jedes Kapitel einen Titel hat, so wird immer wieder meine Kopfkino angeregt und ich überlege mir bereits immer zu Beginn eines jeden Kapitels was passieren wird.
Fazit: ‘Chronikblut‘ von Andreas Suchanek zeichnet sich wie immer durch einen angenehmen Schreibstil aus, Die Geschichte liest sich flüssig wodurch man sehr schnell und leicht vorankommt. Die Mischung aus Fantasy und Humor gefällt mir sehr gut und passt ausgezeichnet zur Geschichte und den Figuren. Ich liebe diese Reihe!
Ich werde die Serie 'Das Erbe der Macht‘ sowie mögliche Spin-Offs definitiv im Auge behalten und weiter ‚verschlingen‘ :-) Denn die Vorschau sowie die Seriennews machen definitiv Lust sofort weiterzulesen!
Meine Empfehlung bekommt dieser Teil auf jeden Fall - allerdings lege ich jedem ans Herz die Bände der ersten Staffel und das Spin-off 'Die Chronik der Archivarin: Der verschollene Mentiglobus' sowie den ersten Teil der zweiten Staffel in der richtigen Reihenfolge und zwar vorher zu lesen, da sie aufeinander aufbauen und man diesen Band sonst nicht versteht.
Rezensionen von StefanieFreigericht:
50 % psychologischer Roman, 50 % zwischen Krimi und Thriller
Der Abgrund in dir von Lehane Dennis
– das muss hier unbedingt vorab gesagt werden, zur Erwartungshaltung. Dazu das ganze noch in durchaus anspruchsvoller Sprache, mit sehr intensiven Bildern.
„Ein Mann ist das, was er dir über sich erzählt, und das meiste davon sind Lügen.“ S. 8 so hatte Rachels Mutter zu ihr gesagt und zu Rachels Vater „Wenn du durch diese Tür gehst, werde ich dich aus meinem Leben löschen.
“ S. 14 Sie hatte Wort gehalten, und mit diesem Ballast, mit dieser Bitterkeit war Rachel vaterlos aufgewachsen, in einer wohlsituierten, gebildeten Welt von Collegedozenten wie ihrer Mutter an der Ostküste der USA. Als sie nach dem Tod der Mutter endlich Antworten zu ihrem Vater will, lernt sie den Privatdetektiv Brian Delacroix kennen. Auch während ihrer Ehe mit dem TV-Kollegen Sebastian begegnet man sich gelegentlich, zufällig. Dann kommt Rachels Auftritt vor den Kameras ihres Senders, der in einer Panikattacke endet und damit auch Rachels Karriere und Ehe beendet. Und wieder begegnet sie Brian. Das Leben hat für Rachel wieder einen Sinn, auch wenn ihre Ängste sie meist ans Haus fesseln. Doch dann bemerkt sie erste Brüche im Leben Brians, meint, ihn zu sehen, wo er gar nicht sein dürfte.
Wow, das war gerade echt so ein Zwitter zwischen Literatur und Krimi/Thriller, Lehane kann Bilder entwerfen, genial: „Das unvermittelte, unsichere Lächeln eines Mannes, der darauf getrimmt worden war, um Erlaubnis zu fragen, ehe er seiner Freude Ausdruck verlieh.“ S. 56 oder zu Rachel: „Für dich ist nicht die Liebe das Wichtigste, sondern Sicherheit.“ S. 41 oder „Irgendwas passiert immer, wenn man jemandem in die Augen sieht: Man gibt Macht ab, man nimmt sie oder teilt sie. Sie kamen zu dem wechselseitigen Entschluss, ihre Macht zu teilen.“ S. 275
Die erste Hälfte liest sich mehr als Roman, mit einer gewissen Vorahnung zwar dank des Prologs und noch mehr dank des Klappentextes, aber sie schreitet gemächlich voran, Autor Lehane baut seine Charaktere sorgfältig auf: sonst wäre der rasante zweite Teil schlicht nicht möglich.Und rasant wird es, und wie. Ich bin begeistert, besonders vom „Showdown“ und dem Ende (ja, das hat hier zwei Stufen).
Mankos? S. 43 „Er war ungefähr zweiundsechzig Jahre alt…“ was für ein Quatsch, das sollte dann „er war ungefähr Anfang Sechzig“ heißen.
Wie viele Autos fahren nach einem doppelten Überschlag noch weiter? Wofür war der doppelte Überschlag überhaupt nötig, hätte „das Auto prallte hart gegen die Kante und alles flog herum“ nicht gereicht? Also, reine Erbsenzählerei, nix Wildes (ich wundere mich da eher über das US-Lektorat).
Top. 5 Sterne.
Rezensionen von Petra Sch.:
tolles Ermittlerduo und schockierende Auflösung
Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder von Henrik Siebold
Kurz zum Inhalt:
Inspektor Kenjiro Takeda, Kommissar aus Tokio, der seit einem halben Jahr bei der Hamburger Polizei arbeitet, hat gemeinsam mit seiner Kollegin Claudia Harms einen schwierigen Fall aufzuklären, bei er eine Frau auf einem Hamburger Bahnhof vor die S-Bahn gestoßen wurde. Der 17jährige Schüler Simon Kallweit ist geständig, auch auf den Handyvideos seiner Mitschüler sieht man ihn hinter der Frau - und er grinst dabei.
Doch sein Vater ist ein bekannter Politiker, und plötzlich widerruft Simon sein Geständnis. Auch auf den Beweisvideos ist nirgends eindeutig Simons Schuld zu erkennen. Will jemand dem Politiker schaden?
Doch es passieren immer wieder Morde in Simons Umfeld. Ist er etwa doch der Täter, ein Otaku-Mörder, der ganz in der Welt von brutalen Mangas aufgegangen ist? Oder ist es, weil er von einigen seiner Mitschüler brutalst gemobbt wurde, um auch einmal Täter und nicht immer nur Opfer zu sein?
Doch mit der Zeit und langen Ermittlungen decken Takeda und Claudia Harms die schreckliche Wahrheit auf...
Meine Meinung:
"Inspektor Takeda und der lächelnde Mörder" ist der dritte Band um den sympathischen Japaner Kenjiro Takeda. Die Geschichte ist jedoch in sich geschlossen und kann eigenständig gelesen werden. Wichtige Details, wie zB warum Takeda nach Hamburg kam, sind geschickt in die Geschichte verflochten.
Inspektor Takeda war mir sofort sympathisch, und seine Kollegin Claudia Harms ist eine starke intelligente Frau. Sie ergänzen sich toll und mit viel Grübeleien und harter Ermittlungsarbeit kommen sie auf die Ursachen und den wahren Täter.
Sehr gut hat mir gefallen, wie viel ich in diesem Buch über die japanische Kultur, vor allem über die Jugendkultur bzgl. Mangas, Anime und Cosplay gelernt habe. Die originalen japanischen Ausdrücke werden erwähnt, es ist aber immer gleich die deutsche Übersetzung dabei und stört den Lesefluss in keinster Weise.
Es ist witzig zu lesen, wie die deutsche und japanische Kultur aufeinandertreffen. Takeda, eher als steif zu bezeichnen, versteht oft den deutschen Schmäh und die Lockerheit nicht.
Das Buch kritisiert nicht nur Mobbing unter Jugendlichen, sondern auch ganz vehement die Anonymität und Grausamkeit des Internets; und wie sehr Jugendliche, vor allem stille und schüchterne, in Abhängigkeit geraten können - von Manga-Geschichten, in deren Welt sie aufgehen, oder Personen im Internet, die ihnen die lang ersehnte Aufmerksamkeit und Bestätigung geben, und wie gefährlich das ist.
Ich war schockiert über die Auflösung - die jedoch genau so in dieser Form tatsächlich passieren kann. Ich werde meiner Tochter auf jeden Fall den Internetzugang so lange wie möglich beschränken und kontrollieren und bin immer noch geschockt.
Das Cover spricht mich jetzt nicht ganz so an; es zeigt eine beleuchtete Brücke bei Nacht. Es passt jedoch in die Reihe, bei der auf jedem Cover eine andere Hamburger Brücke zu sehen ist.
Fazit:
Außergewöhnlicher Plot, schockierende Auflösung und ein sympathischer Japaner - ich wurde sehr gut unterhalten und werde mir sicher auch noch die anderen Bände ansehen.
Rezensionen von BarbaraM:
Ein absolut lesenswerter Leseadventskalender!
Ein Löwe unterm Tannenbaum von Kramer Irmgard
Wer nach einer Alternative zu dem gigantischen Angebot an Schoko- und Plastikmüll-Adventskalendern sucht, der wird hier seine helle Freude haben!
„Ein Löwe unterm Tannenbaum“ von Irmgard Kramer ist 2018 im Loewe-Verlag erschienen und umfasst als Leseadventskalender natürlich 24 Kapitel auf 144 Seiten.
Wieder einmal ist der kleine Löwe in seiner Kiste im Spielwarengeschäft am 1. Dezember aufgewacht und auch dieses Mal ist es seine Aufgabe, bis zum 24. Dezember jemanden zu finden, der ihn wirklich lieb hat. Nur dann wird es passieren, dass er für immer lebendig bleibt. Ritchie, ein etwas motziger, in die Jahre gekommener Rockmusikstar, kauft den Löwen und es wird für den kleinen Löwen alles andere als leicht Ritchies Herz für sich zu gewinnen. Doch lest einfach selbst und erfahrt, welche Überraschung dann auch noch am Ende wartet!
Der Schreibstil von Annette Lange ist kindgerecht, einfach und flüssig zu lesen. Jedes Kapitel umfasst ungefähr sechs bis sieben Seiten. Die schönen detailgetreuen und farblich einheitlichen Bilder von Carola Sturm untermalen und ergänzen die Geschichte um den Löwen ganz wunderbar.
Von meinen Kindern und mir gibt es eine absolute Lese- und Kaufempfehlung. Das Buch ist zum Vorlesen sicherlich für Kinder ab 5 Jahren geeignet und zum Selberlesen ab 7 oder 8 Jahren.
Es eignet sich in meinen Augen auch ganz prima als Vorleseadventskalender in einer 2. Grundschulklasse oder überhaupt als Alternative zu den süßen Kalendern in jedem Haushalt mit altersentsprechenden Kindern. Ein wirklich schöner und lesenswerter Leseadventskalender!
Rezensionen von Vicky:
Er ist der Grund ...
Ein Löwe unterm Tannenbaum von Kramer Irmgard
Das Cover ist der Hammer, es ist farblich sehr schön und einladend gestaltet. Es passt sehr gut in die Reihe und gefällt mir sogar um einiges besser als das vorherige!
'Breaking You. Jenny & Dean' ist der zweite Teil der Reihe 'A Biker Romance' der Autorin Sarah Glicker. Man muss den ersten Band nicht kennen, ich würde es aber dennoch empfehlen da man sonst die Anspielungen auf die (Haupt)Figuren aus dem früheren Band nicht versteht und das womöglich das Lesevergnügen trübt.
Unter 'Das Buch' kann man sich bereits ein kurzen aber recht guten Vorgeschmack auf den Roman über Dean, Jenny und deren Vergangenheit holen und bekommt die schmackhafte Erwartung: Bad Boy Biker meets College Love – welche definitiv erfüllt wird. Der Roman umfasst siebzehn Kapitel. Der Schreibstil gefällt mir, wie bereits im ersten Band auch, wieder sehr gut. Die Geschichte ist durch diesen angenehmen Schreibstil flüssig und schnell zu lesen wodurch man sehr gut vorankommt und die Seiten nur so dahinfliegen lässt. Ich habe das Buch dadurch in nur wenigen Stunden ausgelesen denn ich konnte es nur schwer aus der Hand geben! Es ist schön zu sehen wie sich die Figuren im Verlauf der Geschichte und wachsen. Sehr schön fand ich es ‘altbekannte‘ Gesichter wiederzusehen, ich hatte ja bereits so einige Figuren im ersten Band in mein Herz geschlossen und freute mich dadurch umso mehr auch hier wieder von ihnen lesen zu dürfen.
Die Leseprobe am Ende des Buches zu ‘Melody & Scott - L.A. Love Story‘ hat mir gut gefallen und mich sofort dazu verleitet mir das Buch zu kaufen.
Fazit: Eine sehr gelungene Fortsetzung der 'A Biker Romance'-Reihe, ich freue mich bereits auf den nächsten Band über Lukas – in dem wir hoffentlich sein, hier bereits angedeutetes, 'Geheimnis' herausfinden dürfen!
Rezensionen von nil_liest:
Witzig, tolle Winterlektüre! Nicht nur für Mädchen
Ziemlich beste Schwestern - Mit Karacho in den Winter (Ziemlich beste Schwestern 3) Hardback. von Welk Sarah
Was machen zwei ziemlich beste Schwester im Winter? Quatsch natürlich! Im dritten Band des Duos um Mimi und Floh „Mit Karacho in den Winter“ von Sarah Welk und der Illustratorin Sharon Harmer geht es wieder hoch her! Wir haben Tränen gelacht und uns mit den beiden gefreut und auch manchmal den Kopf eingezogen, wenn es Ärger gab.
Wunderbar wie die beiden Schwestern das gebaute Schneedorf in den Gefrierschrank räumen und alles andere weichen muss oder wie ausversehen das Katzenfutter in Papas Schlittschuh landet und er es leider leider erst beim Einsteigen in den Schuh merkt. Ops. Aber dann können sie auch Stolz auf sich sein als sie einer Kuh beim kalben helfen.
Für die Lektüre des 3. Bandes ist es nicht erforderlich die ersten beiden Bände zu kennen, aber die Wahrscheinlichkeit ist hoch, dass diese dann auch gewünscht werden! (Band 1: Quatsch mit Soße und Band 2: So ein Affentheater).
Geeignet für Erstleserinnen und auch für Erstleser trotz sehr mädchenhafter Aufmachung geeignet. Jungs spricht der Inhalt genauso an! Mein Sohn fand es auch mega witzig und mag die beiden sehr! Mimi und Flo sind, wie Mädchen im echten Leben, nicht zimperlich und es kracht auch mal zwischen ihnen gewaltig. Lebensfroh und kreativ gehen die beiden ihren selbstgewählten Aktivitäten nach.
Auch geeignet zum Vorlesen ab 5 Jahren. Bilder gibt es, aber nicht zu viele, das Buch ist eher textlastig, aber trotzdem wenig Text pro Seite für die Leseanfänger.
Fazit: Ziemlich beste Schwestern haben auch im Winter gnadenlos viel Spaß. Ein Buch zum Einkuscheln und Lesen im kalten Winter!
Rezensionen von nil_liest:
Lecker, lecker!
Ofirs Küche von Ofir Raul Graizer
Frena, Shug, Sheikh Mahshi und Maklouba – schon mal gehört? Nee? Eine Idee was das sein soll? Orte? Bauten? Berühmtheiten? Nein! Es sind leckere Gericht aus der israelisch-palästinesischen Küche. Vor Ofirs Küche kann ich diese Gerichte auch nicht! Und mittlerweile frag ich mich warum – so ignorant kann man doch gar nicht sein.
Jedenfalls hat Ofir Raul Graizer, der eigentlich nicht nur Koch sondern auch Filmregisseur ist, hier ein Kochbuch mit 80 Gerichten zusammengestellt.
Bisher haben wir das leckere Shashuka nachgekocht und einige andere und waren beglückt vom leckeren Essen. Ich bin insgesamt von dem atmosphärisch tollen Buch begeistert Die Fotos passen klasse, die Texte sind wunderbar und bringen Leben in die Gerichte. Die Einführung und die Texte zwischen den Rezepten machen es sehr persönlich und fast zu einem netten Lesebuch.
Aber bei den Gerichten tat ich mich zunächst trotz Glossar am Ende wo das ‚Kochen mit Gewürzen‘ und ‚Kochen mit Kräutern‘ erklärt wird schwer. Warum brauch der Zitrusfrüchtekuchen Canola-Öl? Ja, es ghet auch Sonnenblumenöl! Und wo bekomme ich Matzenmehl her? Alles lösbar und kein großes Problem, aber man sollte sich Bewusst sein, dass man nicht mal kurz liest und im Supermarkt um die Ecke alle Zutaten einsammelt. Und Zeit zum Kochen sollte man auch haben, einige Gerichte haben es zeitlich in sich. Aber wenn man sich „eingearbeitet hat“, wird man reich beschenkt mit neuen Geschmackserlebnissen. Dieses Dressing mit Datelsirup – to die for! Allerdings teilt meine Tochter seine Liebe zur Aubergine nicht….;0)
Alles in allem eine schöne Abwechslung in der Küche und wirklich mal was Neues dabei!
Rezensionen von C. P.:
Ausgefallener, sehr unterhaltsamer Liebesroman
Ofirs Küche von Ofir Raul Graizer
Rosie und Alex kennen sich seit ihrer Schulzeit und wurden damals beste Freunde. Selbst der Umzug von Alex‘ Familie konnte nichts daran ändern. Tief in ihrem Herzen wissen beide, dass sie füreinander da sein wollen, dass sie sich lieben. Doch schlägt das Leben für beide andere Wege ein, als sie sich als Jugendliche erträumten…
Ich liebe die Geschichten von Cecelia Ahern, ihnen wohnt stets etwas Besonderes inne.
Bei „Für immer vielleicht“ besteht der Zauber darin, dass das ganze Buch aus Nachrichten besteht: Zettelchen in der Schule, Briefe, Postkarten, Mails und Chatnachrichten. Dabei kommen neben Josie und Alex u. a. auch Familienmitglieder, Lehrer, Partner und Freunde zu Wort und erzählen so auf teils recht persönliche Weise die Leben von Josie und Alex, wie sie auseinander zu driften scheinen, versuchen, ihre eigenen Wege zu gehen und doch den anderen stets im Herzen tragen, bis… ja, werden sie sich am Ende doch noch in den Armen halten? Das werd ich hier nicht verraten.
Mir hat es Spaß gemacht zu hören, wie Geheimnisse und Gedanken ausgetauscht werden, Wünsche unerfüllt bleiben oder in Erfüllung gehen, Missverständnisse und Eifersucht entstehen. Dabei begleitet man die Protagonisten über einen langen Zeitraum und erlebt ihre Entwicklung von Kindesbeinen an. Die verschiedenen Charaktere werden im Hörspiel von unterschiedlichen Personen und sehr lebendig gesprochen, dadurch macht das Hörspiel richtig Spaß.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Diktatur bis ins Schlafzimmer
Mag’s im Himmel sein, mag’s beim Teufel sein von Evelyn Steinthaler
Sie waren berühmt, sie waren Stars, ihre Filme waren Kassenschlager, aber auch über ihr Privatleben wollte man alles wissen. "Wer mit wem" war natürlich auch am Beginn des 20. Jahrhunderts schon ein Thema- interessant für die Fans, aber möglicherweise gefährlich mit der Machtübernahme der Nazis.
Die sogenannten Nürnberger Gesetze zur "Reinhaltung des deutschen Blutes" galten auch für die Stars aus Theater und Film, besondere Publikumslieblinge konnten aber unter Umständen besondere Ausnahmeregelungen bekommen.
In ihrem neuen Buch greift Evelyn Steinthaler vier Paare heraus, bei denen ein Partner- in drei Fälle ist es die Partnerin- gefährdet, weil nicht "rein arisch" war. Welchen Schikanen waren sie ausgesetzt, wie sind sie mit dem ständigen Druck des Regimes umgegangen?
Wer sich für das Thema interessiert, hat die Lebenslinien von Stars wie Hans Albers. Heinz Rühmann, aber auch von Zarah Leander, Magda Schneider oder auch der Familie Hörbiger/Wessely wahrscheinlich verfolgt, aber immer noch ergeben sich neue Aspekte oder genauere Informationen.
Evelyn Steinthaler schreibt über Hans Albers und Heinz Rühmann, sie haben sich irgendwie arrangiert, sie sind bis heute bekannt und ihre Filme werden immer noch gespielt. Nahezu vergessen ist hingegen Joachim Gottschalk, der mit seiner jüdischen Frau Meta Wolff und dem gemeinsamen Sohn Selbstmord begangen hat. Nicht mehr nach Deutschland zurückgekehrt sind Lotte Lenya und Kurt Weill nach ihrer Emigration, sie haben auch aus dem Exil in den USA gegen die Naziherrschaft protestiert.
Diktaturen üben Druck aus auf alle, die nicht der Linie entsprechen. Man kann sich aber nicht immer darauf verlassen manches Gesetz lässt sich umgehen, manche Freiheit ist möglich- und gerade diese Unwägbarkeit ist verlockend und gefährlich zugleich. Wer Goebbels missfiel, hatte vielleicht gerade in Hitler einen besonderen Fan…
Wer hat Stellung bezogen, wer hat sich dem Regime verweigert, wieviel Anbiederung war nötig, damit man überleben konnte? Die Fragen, die Evelyn Steinthaler stellt, sind nicht leicht zu beantworten. War Hans Albers "mutiger", weil er sich Repräsentationsterminen entzogen hat, oder hat der große Blonde mit dem Auftritt "hoppla, jetzt komm ich" schon allein durch sein imponierendes Wesen mehr Respekt genossen? Hat sich Heinz Rühmann zu sehr angebiedert, zu sehr den kleinen Mann verkörpert, der er auch im Film oft war?
Ein Star ist jemand, der nach oben kommen, Erfolg haben will, und dafür auch den nötigen Ehrgeiz und Egoismus mitbringen muss, sonst bleibt man Durchschnitt.
Aber ist die Konzentration auf den Beruf, auf die eigene Kunst, nicht auch schon eine politische Haltung in politisch schwierigen Zeiten?
Fragen in Evelyn Steinthalers neuem Buch über Stars und die Liebe unter dem Hakenkreuz, durchaus mit Bezügen zur aktuellen Situation in Europa.
Evelyn Steinthaler, 1971 in Klagenfurt geboren, engagiert sich unter anderem in politischer Bildung, sie gestaltet zum Beispiel Bezirksführungen in Wien zum Thema Widerstand.
Für das Buch "Frauen 1938" hat sie den Bruno-Kreisky-Anerkennungspreis für das Politische Buch erhalten, 2015 ist der Band "Wien 1945" im Milena-Verlag erschienen.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Renate Pfeiffer:
Reisen mit allen Sinnen
Der Geschmack Europas von Lojze Wieser
Europa als großes Thema – das ist ein Vorhaben, das Lojze Wieser schon länger verfolgt: zum Beispiel als Verleger mit der erfolgreichen Reihe "Europa erlesen" und mit seinem Lexikon WEEO- Wieser Enzyklopädie des europäischen Ostens, ebenfalls erschienen im Wieser Verlag
Und seit einiger Zeit ist Lojze Wieser in Europa jetzt kulinarisch unterwegs, auf der Suche nach dem "Geschmack Europas" .
Zur gleichnamigen Fernsehserie gibt es als Nachlese auch ein Buch, jetzt schon den zweiten Band. Diesmal geht es von Istrien über Epirus und Flandern nach Böhmen, Dänemark und Sizilien bis in die Südoststeiermark.
Ein Journal mit Rezepten, heißt es im Untertitel, und es ist ein ziemlich umfangreicher kulinarischer Reisebericht geworden, der auch in abgelegene Regionen und sehr gerne in mehrsprachige Gebiete führt. Es ist ein Europa der Vielfalt in jeder Hinsicht. Lojze Wieser ist unterwegs um Landschaften zu erforschen, Leute kennenzulernen und ihre Geschichten zu hören. Und natürlich wird dabei auch gemeinsam gekocht, gegessen, getrunken und philosophiert. Küchenphilosophie hat ja immer etwas Bodenständiges und spiegelt auch den kritischen Blick der "kleinen Leute" auf das Geschehen im großen Europa.
So hat "Der Geschmack Europas" im weiteren Sinn auch eine politische Komponente, es ist ein Buch, aus dem man viel über die Geschichte der einzelnen Regionen erfahren kann, und natürlich ist es kulinarisch und vor allem literarisch bemerkenswert, denn Lojze Wieser ist ja nicht nur Koch und Feinschmecker, sondern auch Geschichtenerzähler, ein Mann des Wortes.
Rezepte zum Nachkochen sind immer wieder dazwischengestreut, dann bleibt man wieder bei einer interessanten Episode aus dem Reisetagebuch hängen, findet ein bemerkenswertes Zitat oder Sprichwort, und ein ganz besonderer Genuss sind auch die zahlreichen Fotos. "Der Geschmack Europas" ist ein Buch, das man immer wieder zur Hand nehmen kann, als Nachlese zu Reisen, bei denen offensichtlich das gesamte Fernsehteam mit Freude dabei war.









