Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Hat mich enttäuscht
Angst und Macht von Rainer Mausfeld
Von diesem Buch habe ich mir etwas mehr erwartet als Zitate aus einem anderen Buch des Autors („Warum schweigen die Lämmer?“). Ich dachte, hier Denkanstöße zum Erkennen von Manipulation oder Mechanismen der bzw. Rüstzeug gegen solche Beeinflussungen Macht zu erhalten.
Leider musste ich einige eher unpräzise Begriffe lesen.
Zum Beispiel wird häufig der Begriff „Neoliberalismus“ strapaziert, ohne dass der Autor dies für diesen Kontext erklärt.
Meint er, wie Noam Chomsky, dass Neoliberalismus „die Herrschaft großer Konzerne ist“ zu denen die USA, heute mehr denn je, durch Importzölle einen gewichten Beitrag leistet. Oder geht seine Interpretation in Richtung „Neomarxismus“?
„Demokratie und Kapitalismus sind, wie mehrfach sorgfältig aufgezeigt wurde, nicht miteinander vereinbar. Damit ist es aus grundsätzlichen Gründen auch unmöglich, in einer „kapitalistischen Demokratie“ die drei demokratischen Versprechen,- nämlich gesellschaftliche Selbstbestimmung, friedliche Lösung innerer und äußerer Konflikte und Freiheit von gesellschaftlicher Angst - einzulösen.“
Ist der Umkehrschluss aus diesem Zitat, dass eine kommunistische Demokratie, oder gar eine Diktatur erstrebenswert wäre? Sind die Menschen in der Türkei, in China oder in Nordkorea „selbst bestimmt“? Leben sie ohne gesellschaftlicher Angst? Lösen die beiden Staaten ihre inneren Konflikte friedlich? Dasselbe könnte man von einigen Staaten in Südamerika in Afrika oder auch in Osteuropa sagen.
Spielen die Staatsmänner dieser Länder nicht ebenfalls mit der Angst der Bevölkerung, um ihre Macht aus zu üben oder zu erhalten? Was nicht passt, wird passend gemacht. Regimekritiker werden im besten Fall mundtot gemacht, im schlechtesten Fall ermordet. Ob diese Gesellschaftsform so erstrebenswert erscheint?
Fazit:
Ich habe hier etwas anderes erwartet und kann dem Buch nicht allzu viel abgewinnen.
Rezensionen von yellowdog:
Lyrische Prosa
Auf Erden sind wir kurz grandios von Ocean Vuong
Auf Erden sind wir kurz grandios von Ocean Vuong besticht durch den gewählten Erzählstil, mit dem der Autor die passende Art zu erzählen gefunden hat. Es ist in einen Brief an die Mutter gefasst, die aber nicht lesen kann und daher ist der Brief wohl mehr ein inneres Zwiegespräch, dass der 30jährige Erzähler führt und so seine Erinnerungen an Kindheit und Jugend reflektiert.
Er, liebevoll von der Familie Little Dog genannt, ist als Kind aus Vietnam in die USA gekommen. Die Anpassung war nicht einfach für die Familie, sowohl sprachlich als auch kulturell sind gewaltige Unterschiede.
Little Dog erzählt in einer schonungslosen Art und benennt Gewalt und Verluste deutlich.
Bemerkenswert ist, wie der Text sowohl analytisch wie auch sehr emotional erzählt wird. Es gibt Bezugnahme auf philosophische Texte von z.B. Roland Barthes, Bei Dao und andere, aber da Ocean Vuong auch Dichter ist, wird die Prosa streckenweise sehr lyrisch. Das gefällt mir außerordentlich und ist auch nicht so häufig zu finden.
Rezensionen von Gaby 2707:
Nichts ist wie es zunächst scheint
STILL ALIVE - Sie weiß, wo sie dich findet von Claire Douglas
Elizabeth „Libby“ Hall und ihr Mann Jamie haben eine schwierige Zeit hinter sich. Da kommt der Flyer, der im Briefkasten steckt, als die Grundschullehrerin nachhause kommt, gerade recht. Da bietet ein Mann sein Anwesen „The Hideaway“ in Cornwall zum Tausch gegen ihre kleine schlichte Wohnung an.
Da es ihnen Beiden bestimmt gut tun würde, mal aus Bath rauszukommen, nimmt Libby das Angebot an. An Cornwalls Küste angekommen gibt es plötzlich merkwürdige Dinge und Ereignisse, die die Beiden nicht einzuschätzen wissen. Passiert das alles wegen Jamie? Oder ist es eher Libbys Vergangenheit, die sie nun doch eingeholt hat?
Schon nach dem sehr kurzen Prolog weiß ich, dass hier nicht alles so sein kann, wie es mir vorgegaukelt wird. Aber ich komme auch nicht dahinter, wie das Alles wohl zusammenhängen mag. Das steigert die Spannung, die im ersten Teil noch recht flach ist, dann aber richtig Fahrt aufnimmt.
Libby mochte ich einerseits von Anfang an recht gern. Andererseits ist sie aber, wie ich finde, recht anstrengend und vor allem auch ängstlich, was ich aber im Lauf der Geschichte verstehen konnte. Da bewundere ich Jamie immer wieder, mit welch stoischer Ruhe und Gelassenheit er ihre Verdächtigungen oder Mutmaßungen über sich ergehen lässt. Mit seiner Lebensfreude und Begeisterungsfähigkeit zieht er seine Libs oder Libby, wie er Elisabeth nennt, immer wieder aus ihren düsteren Gedanken heraus.
Mir gefällt der Schreib- und Erzählstil von Claire Douglas sehr gut. Sie versteht es gekonnt, den Leser so in die Geschichte und das Leben von Libby und Jamie hinein zu ziehen, dass ich z.B. das Buch kaum mal weglegen konnte. Ausserdem kommt es meinem Lesegeschmack sehr entgegen, dass es hier fast keine blutige oder grausame Szenen gibt, bei denen ich mein Kopfkino ausschalten musste.
Sowohl die Örtlichkeiten als auch die Personen finde ich sehr ausgiebig und gut vorstellbar beschrieben. So konnte ich es gut verstehen, dass Libby an dem luxuriösen Haus von Philip und Tara Heywood großen Gefalen gefunden hat.
Eine absolut spannende Geschichte mit unerwarteten Wendungen. Ich bin begeistert!
Rezensionen von Petra Sch.:
Ein Roadtrip der anderen Art zu einer Hippie Kommune auf Sardinien...
Von wegen Dolce Vita! von Tessa Hennig
Kurz zum Inhalt:
Angelika, die sich seit dem Sommer '69 nur mehr Angie nennt, will für einen Journalisten-Auftrag mit ihrem alten Porsche nach Sardinien fahren, um dort ihre Freundin Marlis, die auf der traumhaft schönen Insel als Künstlerin lebt, und alle anderen von ihrer damaligen Kommune zu "50 Jahre Woodstock" zu treffen.
Ganz anders ist ihre Tochter Janis; diese ist spießig und will Sicherheit im Leben. Die beiden haben auch bereits seit 15 Jahren keinen Kontakt mehr - seit Janis' Tochter Leonie auf der Welt ist.
Als Angie jedoch mit ihrem Porsche aufbrechen will, steht plötzlich Leonie vor ihrer Tür und zwingt sie, sie mitzunehmen, da sie nicht mit ihrer Mutter Janis und deren Freund Sven mit dem Wohnmobil nach Schweden fahren will.
Als Janis das erfährt, ist sie ganz und gar nicht begeistert und überredet Sven, mit dem Wohnmobil anstatt nach Schweden nach Sardinien zu fahren und Leonie zu suchen...
Meine Meinung:
Der Schreibstil von Tessa Hennig ist wunderbar zu lesen, man fliegt nur so durch die Seiten und hat fast immer ein Lächeln auf den Lippen. Bei den wenigen Momenten, wo dies nicht so ist, hat man Grund zum Nachdenken...
Die Charaktere sind authentisch dargestellt; jede der Frauen hat ihre Ecken und Kanten und sie wirken so noch lebendiger.
Ganz toll waren die wundervollen Beschreibungen der schönen Sardischen Landschaft - man bekommt sofort Lust, dort den Urlaub zu verbringen! Oder sich eines der 1€-Häuser zu kaufen ;)
Die Beschreibung der Hippies und der Kommune im Valle della Luna waren extrem witzig zu lesen - ich hatte alles ganz genau vor Augen.
Das Buch ist aber nicht nur Urlaubsfeeling pur, sondern verarbeitet auch ein erstes Thema - Mutterliebe und wie Kinder ihre Mütter sehen. Dass man immer nur das Beste für sein Kind will, es so erzieht, und das Kind aber vielleicht ganz andere Bedürfnisse hat. Das wichtige Fazit draus: IMMER miteinander reden und ehrlich sein!!! Hier hätte so viel Leid von Angie und Janis und in Folge für Leonie verhindert werden können... seufz.
Leonie ist übrigens ein ganz tolles, starkes Mädchen! Das sich für ihre Prinzipien einsetzt und sie ist es auch, die Mutter und Großmutter wieder zusammenführt.
Zum Glück gibt es dann aber ein ganz tolles Happy End!!
Das Buch hat wieder ein typisch humorvolles Tessa Hennig Cover. Ein älteres Paar im Urlaub - er mit Socken in den Sandalen *lach*
Fazit:
Urlaubsfeeling auf Sardinien mit viel Lokalkolorit und viel Humor; aber auch ein ernstes Thema regt zum Nachdenken an.
Rezensionen von thora01:
Spannender 3. Band mit besonderen Protagonisten
The way to find trust: Lara & Ben von Carolin Emrich
Inhalt/Klappentext:
»Du bist meine beste Freundin. Du kannst mit allem zu mir kommen. Das weißt du doch. Was hat sich verändert?«
›Du! Du hast dich verändert. Und unsere Freundschaft gleich mit.‹
Seit sich Ben und Lara in der Wohngemeinschaft der Lebenshilfe e. V. kennengelernt haben, sind sie beste Freunde.
Das ändert sich auch nicht, als Lara in Alina und Mareike ältere Freundinnen findet, die sie mit auf Partys nehmen und ihr zeigen, dass es mehr gibt als Schule.
Währenddessen hat Ben mit den Dämonen seiner Vergangenheit zu kämpfen. Als Lara ihm beisteht und auf einmal mehr zwischen ihnen ist als Freundschaft, beginnt ein riskantes Versteckspiel. Denn Beziehungen unter den Mitbewohnern sind verboten.
(Quelle: Sternensand Verlag)
Meine Meinung:
Dieser Band der Reihe hat mich nicht sofort überzeugen können. Ganz besonders das Verhalten von Lara hat mir im ersten Drittel ein wenig aufgestoßen. Danach bin ich immer mehr in die Geschichte hineingestolpert und am Schluss hat sie mich doch noch überzeugen können. Der Schreibstil und der Aufbau gefallen mir sehr gut. Ich mag es sehr wenn ich die Geschehnisse aus verschiedenen Ansichten mitbekomme. Diese Story hat einen brisanten Hintergrund und die Autorin hat diesen perfekt in Szene gesetzt. Die Protagonisten sind sympathisch und haben ihr ganz spezielles Pakerl zu tragen. Ich muss zugeben von Lara bin ich ein wenig enttäuscht. Sie war für mich das nette Mädchen, das sie in den vorhergehenden Bänden verkörpert hat. Dieser Eindruck hat sie gekonnt im ersten Dritte widerlegt. Zum Glück hat sie sie dann doch noch berappelt und ich konnte mich wieder mit ihr identifizieren. Ben war für mich in diesem Buch mein Herzblatt. Er ist sehr sympathisch und lässt sich von den Schatten seiner Vergangenheit sehr beeinflussen. Ich habe mich ihm sehr nahe gefühlt und wurde von der Autorin sehr positiv überrascht wie er sich gemausert hat. Lara und Ben zusammen sind sehr speziell. Ganz besonders haben mir die letzten paar Kapitel sehr gefallen. Sie zeigen sehr schön wie sich die Beiden entwickelt haben. Der Abschluss war nicht was ich erwartet habe. Es sind sehr viele Fragen offen geblieben.
Mein Fazit:
Toller Young Adult. Mit einer sehr spannenden und brisanten Thematik. Nachdem ich in die Geschichte hineingekommen bin habe ich es einfach nicht mehr aus der Hand legen können.
Rezensionen von Petra:
Rom mal anders
Viva la vita - Es lebe das Leben von Kathrin Corda
Klappentext
Tanja steht vor dem abfallenden Putz ihrer angeblichen Top-Wohnung in der römischen Altstadt, Giulia vor dem lästigen Bauloch vor ihrem Café, das sie seit Monaten Geld und Nerven kostet, und Roberta vor den Scherben ihrer Familie. Auch in Sachen Männer ist das Leben der drei Frauen eine Baustelle.
Tanjas Liebhaber erweist sich als Reinfall, Giulia glaubt, keinen Platz für einen Mann in ihrem Leben zu haben, und Roberta fragt sich, wie aus ihrem einst so sicheren Hafen der Ehe ein erbitterter Streit um die gemeinsame Tochter werden konnte.
Ausgerechnet die verwaiste Baustelle bringt die drei Frauen zusammen. In einer spontanen Nacht-und-Nebel-Aktion schütten sie die Grube ganz einfach zu – und werden prompt erwischt. Dicker Ärger mit der Justiz droht, doch gleichzeitig entwickelt sich eine echte Freundschaft, in der die drei Frauen sich gegenseitig helfen, ihr ganz persönliches Glück in der ewigen Stadt zu finden. »Wenn das Leben dir Steine vor die Füße wirft, bau was draus!«
Meinung
Ein herrliches Buch, ich habe gelacht, mit gelitten und Verständnis gehabt. Ein Buch aus dem Leben von Frauen, Männer kommen streckenweise nicht so gut weg, aber es gibt einige die die Ehre der anderen retten.
Der Schreibstil war locker und leicht zu lesen, die Gefühle und Empfindungen waren gut nach zu vollziehen, als Leserin war ich mittendrin im Geschehen, zu einigem hätte ich nicht den Mut gehabt aber ich habe es bei den Frauen bewundert.
Rezensionen von cr:
guter Inhalt/Idee - aber ...
Viva la vita - Es lebe das Leben von Kathrin Corda
Das Buch startet mit den Augenblicken nach der Geburt: Lauren hat Zwillinge bekommen und damit beginnt auch der Alptraum. Seltsame Dinge geschehen in der Nacht - eine Frau schlägt ihr einen Deal vor: Tausch eines Kindes.
Der Alptraum erreicht den Höhepunkt, als die Kinder entführt werden.
Was ist passiert? Was geht hier vor?
Thematisch hat das Buch die perfekte Geschichte für einen Mysterythriller. Eine tolle Idee, die bereits in der Inhaltsangabe neugierig auf das Buch macht.
Leider ist in meinen Augen der Schreibstil absolut missglückt - das Buch liest sich einfach nicht flüssig und es ist sehr mühsam sich durch die Absätze zu quälen. Auch der Spannungsaufbau ist dadurch etwas beeinträchtigt.
Obwohl ich die Geschichte/Idee gut finde, musste ich mich oft etwas überwinden weiterzulesen.
Teilweise sind die Szenen extrem in die Länge gezogen - wie zum Beispiel der Aufenthalt in der Klinik.
Schade - von mir gibt es keine Empfehlung.
Rezensionen von Minangel:
geheimnisvolles Schottland
Viva la vita - Es lebe das Leben von Kathrin Corda
Inhalt: Schottland, 1837: Die junge Fiona Hemington ist auf dem Weg zu ihrer Tante in den Highlands, als ihre Kutsche in einen Hinterhalt gerät. Halbtot vor Angst und Erschöpfung schlägt sie sich bis zu einem abgelegenen Herrenhaus durch. Doch der Besitzer ist Fiona ebenso unheimlich wie das alte Gemäuer.
Nachts quälen sie dunkle Traumbilder und seltsame Geräusche: Schritte, Stimmen, eine wiederkehrende Melodie. Liegt tatsächlich ein Fluch auf dem Haus, seit die gälischen Pächter gewaltsam vertrieben wurden? Oder ist Fiona dabei, den Verstand zu verlieren? (übernommen)
Meine Meinung: Ins düstere Schottland des Jahres 1837 genauer in die Highlands werden wir von der Autorin Maria W. Peter entführt. Anfangs gibt es viel Spannung und Gruselmomente, richtige Schauerliteratur und da gilt es durchzuhalten: denn wo Schatten ist, gibt es auch Licht (hoffentlich).
Der Spannungsbogen spannt sich historisch fundiert über mehrere Jahrzehnte und verbindet durch Schicksal, Unrecht und Leid mehrere Familiengeschichten, bis in die Erzählzeit mit vielen Emotionen, Schuldgefühlen, Rache, Gier und Geheimnissen.
Dabei gelingt es der Autorin, dass wir uns dann doch trotz Gruseln, Mythen und unheimlichen Begebenheiten mit dem alten dunklen Herrenhaus in den mystischen Highlands wohl zu fühlen beginnen: die Landschaft konnte ich bildlich sehen, fühlen und riechen.
Beide Hauptprotagonisten erleben viele Höhen und Tiefen und es ist beeindruckend, Fiona bei ihrer Entwicklung zur mutigen Frau zu begleiten. Immer tiefer dringen wir in die Leben, Seelen und Melodien von Aidan und Fiona und mit jeder neuen Note erschließt sich das große Ganze, das wie ein Samen in der dunklen Highlanderde schlummert und zum Wachsen beginnt.
Fazit: eine tolle düstere Leseatmosphäre mit lichtvollen Momenten macht diesen historisch sehr gut recherchierten Schottland-Roman zum Lesehighlight: von mir gibt’s 5 Schottenmuster-Sterne.
Rezensionen von Minangel:
persönliche Briefe Jugendlicher im 2. Weltkrieg
Wo die Freiheit wächst von Frank Maria Reifenberg
Inhalt: Köln, 1942. Lene Meister ist 16 Jahre alt und voller Lebensfreude. Doch es ist Krieg. Ihre Heimatstadt wird regelmäßig von Bombenangriffen erschüttert. Lene versucht tapfer, die Familie zusammenzuhalten. Da lernt sie Erich kennen und verliebt sich. Bald entdeckt Lene, dass Erich ein gefährliches Spiel spielt.
Er gehört zu den Jugendlichen, die nicht in Reih und Glied marschieren wollen: zu den Edelweißpiraten. Sie beschmieren die Wände mit Anti-Nazi-Parolen und teilen regimekritische Flugblätter aus. Und das ist der Gestapo ein Dorn im Auge.
Meine Meinung:
Der Briefwechsel erfolgt zwischen der 16jährigen Lene, ihrem Bruder Franz, welcher in Russland kämpft, ihrer Freundin Rosi, welche nicht mehr in Köln ist und Lenes Liebe Erich, welcher bei den Edelweißpiraten aktiv ist. Ein Jahr begleiten wir sie durch die wohl schlimmste Zeit des 2. Weltkrieges, wo die deutschen Städte massiv bombardiert werden, immer mehr Juden „verschwinden“ und das NS-Regime nochmals hart durchgreift in der Bevölkerung, um an der Macht zu bleiben. Vom Widerstand der Edelweißpiraten wusste ich noch sehr wenig und der Roman war da eine gute Möglichkeit, darüber mehr zu erfahren und die Kriegs-Jugend zu Wort kommen zu lassen.
Manches Mal viel es mir etwas schwer, „dran“ zu bleiben, da sich einzelne Erlebnisse wiederholen in den Briefen bzw. mir Nebensächlichkeiten zu intensiv ausgeführt wurden. Ich denke mir, das ist vielleicht auch für Jugendliche schwierig, intensiv dran zu bleiben. Gerne hätte ich auch noch mehr von den Aktivitäten der Edelweißpiraten erfahren.
Sehr nah, erschütternd, ehrlich berichtet der Autor Frank Maria Reifenberg über diese Zeit. Ich habe diesen Wechsel der ersten Verliebtheit bis zu den traumatischen Erlebnissen der Verluste, des ständig in Angst leben, bis hin zur Hoffnungslosigkeit und immer wieder Hoffnung suchen und finden sehr intensiv gespürt.
Der Schluss ist mir zu abrupt: ich habe die Protagonisten vor allem Lene und Esel gern gewonnen, durch unser intensives gemeinsames Jahr, dass ich gerne wissen möchte, was aus ihnen wird, sollte vielleicht auch der schlimmste Fall eintreten...
Fazit: Lesenswert, es gibt zwar schon viel Literatur zum 2. Weltkrieg, aber aus der Sicht der Jugendlichen vor dem Hintergrund der Edelweißpiraten in Briefform ist dieses Buch eine geschichtlich emotionale sensibilisierende Bereicherung. Ich möchte 4 hoffnungsvolle Sterne vergeben, dass so eine Zeit nie mehr kommt!
Rezensionen von Tyrolia-Testleser:
Gabriel, 9 Jahre aus Innsbruck,
Wo die Freiheit wächst von Frank Maria Reifenberg
Die Familie Willoughby hat vier Kinder und zwei Elternteile. Die Kinder suchen einen Weg, die Kinder loszuwerden, und umgekehrt ebenso. Die Kinder heißen Jane, Barnaby A und Barnaby B (Zwillinge) und Tim. Tim ist der älteste und kann über die jüngeren bestimmen. Die Zwillinge haben von der Mutter einen einzigen selbstgestrickten Pullover bekommen und müssen diesen abwechselnd anziehen.
Die Eltern machen allein eine große Reise, besorgen für die Kinder ein Kindermädchen, das sie nicht kennen und stellen das Haus der Familie zum Verkauf.
Mir gefällt das Buch, weil es sehr lustig ist und immer spannend bleibt. Am besten hat mir gefallen, dass die Kinder ein Baby finden und es Barbara nennen, weil Tim sagt, sie seien die barbarische Famiiie Willoughby. Mit der Zeit hat am Abend meine ganze Familie mitgelesen, und alle haben mitgelacht. Das Buch ist deutlich verrückter als andere Bücher, die ich bisher gelesen habe.








