Kunden em pfehlungen
Rezensionen von peedee:
Sehr gut erklärt
Was ist Künstliche Intelligenz? von Angelika Zahn
Künstliche Intelligenz? Was soll das sein? Ist das ein Roboter, der mich bedienen kann? Oder meine Gedanken lesen kann? Die Künstliche Intelligenz, kurz KI genannt, ist im Alltag weitverbreitet: zum Beispiel im Smartphone, im Computer, im Sprachassistenten oder dem Navigationssystem im Auto. Die KI lernt immer wieder dazu und wird dadurch besser.
Spannend – und auch ein wenig unheimlich! Für Kinder ab 8 Jahren (und wissbegierige Erwachsene); illustriert von Lena Hesse.
Erster Eindruck: Ein durchgehend farbig illustriertes Sachbuch für Kinder (und Erwachsene!); gefällt mir sehr gut.
Die heutigen Kinder wachsen mit Künstlicher Intelligenz auf – es ist für sie „normal“, ein Smartphone zu haben, das unzählige Möglichkeiten bietet oder ein Wearable, das die Schritte zählt und gleichzeitig noch sagt, wie hoch der Puls ist oder was am besten gegessen werden sollte. Dem Sprachassistenten kann zugerufen werden, dass er bitte das Lieblingslied abspielen soll. Oder das Navigationssystem im Auto kann den Weg zum Reiseziel zeigen, obwohl man dort noch nie vorher war.
Die KI ist ein Teilgebiet der Informatik; sie ist nicht erst seit diesem Jahr ein Thema, denn Smartphones, Sprachassistenten oder Navis gibt es schon etliche Jahre, aber vor allem durch ChatGPT ist der Begriff doch viel mehr ins Rampenlicht gerückt. Warum heisst es „Intelligenz“? Weil die Technologie immer wieder dazulernt. Es gibt übrigens schwache Intelligenz, starke Intelligenz und Superintelligenz. Es heisst, dass bisher nur schwache Intelligenz vorhanden ist – der Rest kommt bisher nur in Science-Fiction-Filmen vor.
Das Buch ist für Kinder ab 8 Jahren ausgeschrieben; ich würde es ungefähr ab 10 Jahren empfehlen. Es werden viele Dinge anschaulich erklärt (z.B. was ein Algorithmus ist oder was genau passiert, wenn ich mich mit einem Chatbot „unterhalte“). Von mir gibt es eine uneingeschränkte Leseempfehlung – 5 Sterne.
Verpasste Chancen?
Das Dolce Vita Dilemma von Stefanie Santer
Die 16-jährige Lou flieht vor ihren Gefühlen von London nach Italien – ein Sommer in Portobianco, wo sie als Kind viel Zeit verbracht hatte, soll ihr Klarheit geben, wie es für sie weitergehen soll. Ihr Vater hat ihr einen Job in einem schicken Hotel vermittelt. Kaum angekommen, zofft sie sich bereits mit dem mürrischen Levi, dem ältesten Sohn der Hoteliers.
Dessen Freund Teo, ein Surferboy und Herzensbrecher, ist da ganz anders…
Erster Eindruck: Das Cover ist von der Farbe her auffällig; die gewählten Elemente stehen für Sommer, Freizeit, Spass.
Die Geschichte wird abwechslungsweise aus der Sicht von Lou und Levi erzählt. Dadurch weiss die Leserin mehr als die einzelnen Protagonisten. Lou heisst eigentlich Luca, was aber für die meisten ein männlicher Vorname ist. Levi ist die Abkürzung für Levante und Teo steht kurz für Mateo. Okay, jeder benutzt einen verkürzten Namen.
Lou datet nicht. Überhaupt nicht. Dating bringt nur Ärger. Gefühle verursachen Ärger. Jawohl! In Italien wird sie durch ihren Job wohl genügend abgelenkt werden, um nicht dauernd an zu Hause (oder an Rune) zu denken. Aber dann trifft sie auf Levi und ärgert sich. Über ihn. Über sich. Aber wieso eigentlich?
Levi hasst Touristen, was suboptimal ist, da er nämlich selbst im Hotel arbeitet und dieses ja gerade von den Touristen lebt. Und er hasst es, dass seine Mutter Luca eingestellt hat und ihn wahrscheinlich wieder zigfach loben wird, wie toll er alles macht. Und er – Levi – eben nicht. Dabei gibt er sich so grosse Mühe und übernimmt Verantwortung. Eine grosse Überraschung, dass Luca ein Mädchen ist!
Teo, der Surferboy, scheint immer gut gelaunt, sorglos und in den Tag hineinlebend. Ganz anders als Levi. Oder Lou. Doch es steckt mehr in Teo, als auf den ersten Blick zu sehen ist.
Gefühle bringen einen durcheinander. Im besten und im schlechtesten Fall. Was tun? Wie soll entschieden werden? Gewinnt das Herz oder der Verstand? Was tun, wenn eine Chance vorübergeht? Die nächste packen? Die Geschichte hat mir ausgezeichnet gefallen; sie ist ernsthafter, als ich vorher gedacht hatte. Lou, Levi und Teo waren mir sehr sympathisch. Das Buch ist ab 14 Jahren ausgeschrieben, aber ich würde es eher ab 16 Jahren empfehlen. Von mir gibt es 5 Sterne.
Verzwickte Geschichte
Der Hahn von Thomas Hesse; Renate Wirth
Kommissare Karin Krafft und Gero von Aha, Band 11: Am gleichen Tag verunglücken die Eheleute Pahlen in zwei verschiedenen Sachverhalten. Er fährt mit seinem Auto in einen Baum, sie stürzt zu Hause von der Leiter. Eine mehr als unwahrscheinliche Duplizität der Ereignisse. Das K1 Wesel unter der Leitung der Chefin Karin Krafft ermittelt.
Sie kommen Steuerbetrügern auf die Spur. Doch das Kommissariat steht vor einer Zerreissprobe: Gero von Aha begibt sich auf Abwege, und sein Kollege Nikolas Burmeester hat ihn dabei erwischt…
Erster Eindruck: Ein stolzer Hahn auf schwarzem Cover-Hintergrund – gefällt mir.
Dies ist Band 11 der Reihe, für mich aber die erste Begegnung mit den Kommissaren (und dem Autorenteam). Es ist (auch für mich) sehr ungewöhnlich, mit Band 11 zu starten, aber da ich dieses Buch geschenkt bekam, springe ich einfach mal in die Reihe hinein und schaue, was mich erwartet.
Wenn die Eheleute im gleichen Auto gesessen hätten und beide beim Unfall ums Leben gekommen wären, hätte man von einem tragischen Unglück gesprochen, das über die allseits bekannten Pahlens, die eine Möbelhauskette besitzen und viel Gutes tun, hereingebrochen ist. Aber dass nun beide in zwei unterschiedlichen Unfällen am gleichen Tag verwickelt sind – einer davon mit tödlichem Ausgang –, ist mehr als merkwürdig und wirft viele Fragen auf, die das Team von Karin Krafft bearbeiten muss. Hinzu kommt eine aufgeregte Besucherin im Kommissariat, Cara Beerenboom, die um ihr Leben fürchtet, aber nicht sagt, weshalb. Ist hier wirklich Gefahr in Verzug?
„Wer an Zufälle glaubt, denkt an der Realität vorbei.“
Die Kollegen sind eine illustre Truppe, bei der wohl jeder genügend „Material“ für etliche Seiten Krimi mitbringt. Gero von Aha ist ein ziemlich kapriziöser Typ mit einer grossen Liebe zu gutem Kaffee (nun gut, die habe ich auch), aber ansonsten hat er mich mit seiner Art genervt und er hat wirklich nur ganz wenige Punkte bei mir sammeln können. Er kam mir sprichwörtlich wie der stolze Hahn auf dem Cover vor, aber dieser steht gar nicht für von Aha. Amüsiert hat mich jedoch Nikolas Burmeester, ein sympathischer Mann mit einem mehr als fragwürdigen Kleidungsstil – nennen wir es doch, wie es ist: Er ist ein Paradiesvogel. Seiner Verlobten gefällt dies jedoch gar nicht und er will sich ihr zuliebe kleidungstechnisch verbessern.
Das Buch hat sich flüssig lesen lassen; mir hat der Krimi sehr gut gefallen und ich vergebe gerne 4 Sterne.
Wie aus einem fremden Land eine neue Heimat wird
Abroad in Japan von Chris Broad
Einmal Grossbritannien – Japan. Und zurück? Wer weiss. Chris Broad hat als Hilfslehrer für Englisch einen Job in Nordjapan angenommen. Ohne nennenswerte Japanisch-Kenntnisse. Und auch ohne Erfahrung im Unterrichten. Ob das gut kommt? Chris Broad erzählt mit viel Witz von seinen mittlerweile über 10 Jahren in Japan und seinem Youtube-Channel „Abroad in Japan“: Schule, Alltag, Wohnen, Essen, Kultur, Geschichte…
Erster Eindruck: Ein wirklich sehr gut passendes Cover für ein Japan-Buch.
Mir gefällt zudem das Wortspiel des Buchtitels in Zusammenhang mit dem Namen des Autors.
Einleitend muss ich gestehen, dass mir der Name Chris Broad und sein Youtube-Channel nicht bekannt waren. Auch wenn er sage und schreibe über 3 Mio. Abonnenten und 500 Mio. Aufrufe hat. Wow! Selbstverständlich habe ich nun jedoch einige seiner Videos angeschaut.
Japan ist in letzter Zeit vermehrt ein Trend-Reiseziel geworden. Bei mir steht dieses Ziel nur lesetechnisch auf der Bucket list. Es gab so viele interessante Themen und Fakten, wie z.B.
- Im Grossraum Tokio leben rund 37 Mio. Einwohner – das sind mehr als die Hälfte der britischen Bevölkerung in einer einzigen Stadt!
- In der Stadt, in der Chris zu unterrichten begann, leben rund 100‘000 Menschen, darunter sind weniger als 10 Westler! Da sticht man leuchtend aus der Masse heraus.
- Wichtig ist, dass man die Japaner niemals vor den Kopf stösst. Das allzu direkte Verhalten, dass wir Europäer doch gelegentlich an den Tag legen, ist dort also nicht angebracht.
- Um die Sprache zu lernen, muss man 2‘000 Kanji-Zeichen lernen, 3 Schriftsysteme und 3‘000 Alltagsvokabeln. Oha!
- Mobbing ist ein unwahrscheinlich grosses Thema in Japan. Bedauerlicherweise sind 66% von 9‘000 befragten Kinder Opfer von Mobbing geworden. Aber noch tragischer ist, dass fast 47% zugaben, sie wären sowohl Opfer als auch Täter!
- Eine akzeptabel grosse Wohnung zu einem vernünftigen Preis als Ausländer mieten zu können, gestaltet sich immens schwierig.
„Es ist besser, viele Dinge unausgesprochen zu lassen.“ (Japanisches Sprichwort)
Als ich dieses Buch zu lesen begann, habe ich mich nur gefragt, ob ich Chris mutig oder naiv nennen sollte. Und ich denke, wohl beides. Es braucht Mut für ein solches Abenteuer und es braucht ebenso eine Portion Naivität, denn wenn man alles bis ins Letzte vorab analysieren will, wird man gewisse Dinge nicht (mehr) umsetzen können. Überrascht hat mich im Nachwort des Buches, dass Chris sich selbst als ängstlich einschätzt. Und dass er nach seinem Entscheid, nach Japan zu gehen, regelmässig von Panikattacken heimgesucht wurde. Das kam für mich überhaupt nicht so rüber.
Mich hat das Buch sehr unterhalten und ich bedanke mich für die Einblicke ins japanische Leben. 5 Sterne.
Amüsant und teilweise auch nachdenklich machend
Älter werden ist wie jung sein, nur krasser von Susanne Fröhlich; Constanze Kleis
Die Autorinnen und Freundinnen, beide in ihren Sechzigern, zeigen auf, welche Erwartungen wir an das Alter haben und welche ungebetenen Gäste bei zunehmendem Alter dauerhaft bei uns einziehen: körperliche Beschwerden, ungewollter „Faltenwurf“, Schlupflider oder einfach allgemein die böse Schwerkraft.
Dabei werden aber auch alte und neue Liebe thematisiert, Freundschaft, Finanzen, Einsamkeit und Regelung von letzten Dingen. Sie sagen: „Der Notausgang aus dem Alters-Grau: Humor, Zuversicht und Mut.“ Los geht’s…
Erster Eindruck: Das Cover, das wie eine Torte mit Zuckerglasur gestaltet ist, gefällt mir gut. Aber noch mehr gefällt mir der Buchtitel – herrlich!
Ich „kenne“ die beiden Autorinnen aus den Medien, will heissen, dass ich sie selbstverständlich nicht wirklich kenne. Von Frau Fröhlich habe ich bereits „Treuepunkte“ sowie „Und ewig grüsst das Moppel-Ich“ gelesen; beide Bücher haben mich gut unterhalten. Von Frau Kleis habe ich bisher noch kein Buch gelesen.
Mir hat der oftmals bissige Humor sehr gefallen („kaum mehr Rückgrat als eine Biskuitrolle“). Viele Dinge haben mich absolut amüsiert, da ich ähnliche Situationen schon in meinem Umfeld erlebt habe. Andere Dinge hingegen haben mich – nicht verheiratet, keine Kinder – weniger angesprochen. Ich fand es sehr gut, dass auch unangenehme Themen wie Regelung von letzten Dingen oder Geld vorkamen.
Longevity, die Langlebigkeit, ist ein aktuelles Top-Thema (man beachte die Flut an Informationen zu diesem Stichwort): Eigentlich möchte jeder alt werden, aber nicht alt sein. Es wird dabei ein Tech-Trillionär erwähnt, der den Tod für „optional“ hält und sein striktes System „Don’t die“ (das Ziel ist klar!) verfolgt. Dazu gehören u.a. täglich die Einnahme von 111 Nahrungsergänzungsmitteln, Arztbesuche, viel Sport, die letzte Mahlzeit um 11 Uhr. Dieser Plan ist für mich verstörend. Aber jeder, wie er mag.
Wichtige Punkte für mich: Die Komfortzone verlassen und immer wieder mal was neues wagen (das ist eine ständige Baustelle von mir, denn die Komfortzone ist halt schon sehr gemütlich…). Und auch mal wieder Anfänger sein. Und aktiv der Einsamkeit gegenübertreten. Und alles mit Humor. Und, und, und… 3 Sterne.
Intensiv
Am Wendepunkt von Danielle Steel
Vier Traumatologen aus Krankenhäusern rund um San Francisco sind eingeladen, an einem aussergewöhnlichen Projekt teilzunehmen: Sie werden in Paris an einer einmonatigen Schulung für Massenunfälle wie Grossbrände, Flugzeugabstürze oder auch Attentate teilnehmen. Dies wird ihnen für ihre Arbeit wertvolle Kenntnisse vermitteln; aus privater Sicht ist die Reise nach Paris eine Herausforderung.
Als ein grosses Unglück passiert, müssen die vier handeln – nicht nur ihr eigenes Leben verändert sich dadurch für immer…
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir sehr gut, ebenso der Buchtitel.
Eine interessante Ausgangslage: Vier Top-Spezialisten aus San Francisco werden in Paris an dieser einmonatigen Schulung teilnehmen. Nach Ablauf dieses Monats folgt eine zweiwöchige Pause und dann kommen im Gegenzug vier französische Kollegen in die USA, um dort zu erleben, wie deren Arbeit vonstattengeht.
Von amerikanischer Seite gibt es Bill, den geschiedenen Vater, dessen Töchter in Grossbritannien leben; Stephanie, deren Ehemann Freelancer-Journalist ist und auf die kleinen Jungs aufpasst; Wendy, die einen Mittwochsfreund hat – ein verheirateter Mann; Tom, der immer auf der Jagd nach neuen Eroberungen ist. Zu den französischen Kollegen gehören Valérie, Marie-Laure, Gabriel, Paul. Die intensive Zusammenarbeit der acht Kollegen schweisst sie zusammen; sie kommen sich auch persönlich näher. Es war sehr interessant, in die Leben der einzelnen Protagonisten zu blicken: Vom Alter her sind sie zwischen 33 und 43 Jahren, ihre private Situation ist sehr unterschiedlich. Wieso wollten sie Ärzte werden? Und wieso wählten sie genau diese Fachrichtung?
Das Buch war aus beruflicher Sicht herausfordernd, denn die Autorin hat es (leider) geschafft, die Szenarien so gut zu beschreiben, dass schlimme Bilder vor dem inneren Auge entstanden. Das in der Original-Inhaltsbeschreibung erwähnte „grosse Unglück“ ist eine Tragödie sondergleichen. Natürlich ist dieses Buch Fiktion, doch leider zeigt sich in den letzten Jahren immer wieder, zu welchen schrecklichen Dingen Menschen fähig sind. Auch auf privater Ebene gab es etliche Turbulenzen – oder wie der Buchtitel sagt „Wendepunkte“. Diese haben gezeigt, wie manchmal ein einziger Moment alles verändern kann. 5 Sterne.
La Le Lu…
Der kleine Bubu. Mittagsschlaf ganz schnell und fix? Der Bubu, der kennt alle Tricks! von Lisa-Marie Dickreiter; Winfried Oelsner
Die Bubus sind die Helden des Mittagsschlafs. Der grosse Bubu ist für die Erwachsenen, also die grossen Leute, die sehr gerne Mittagsschlaf machen. Der kleine Bubu ist für die Kinder, die es aber gar nicht leiden können, ein Schläfchen zu halten, wenn es draussen noch hell ist. Der kleine Bubu hat aber seine Tricks, um die Kinder zum Schlafen zu bringen.
Wenn er dann wieder zu Hause ist, muss auch er ins Bett… Ein Bilderbuch für Kinder ab 3 Jahren. Illustrationen von Christiane Hansen.
Was ist ein Bubu? Nun ja, das ist für mich gar nicht so einfach zu sagen. Ist es ein Bär? Nein, da passen die Ohren nicht! Ist es ein Luchs? Aber das Gesicht ist wie von einem Menschen. Hm… ich sollte mich wohl besser nicht damit aufhalten, was genau ein Bubu ist. Der Fantasie besser ihren Lauf lassen!
Das Bilderbuch mit seinen 32 Seiten ist im Nu zu Ende, doch das ist für die Kleinen ab 3 Jahren auch gerade richtig. Die Reime sind für meinen Geschmack zuweilen etwas holprig. Und ich weiss nicht, ob Reime für die Zielgruppe einfach zu verstehen sind. Nun denn, die Geschichte von den Erwachsenen, die gerne Mittagsschlaf halten (ich gehöre auch dazu!) und den Kindern, die gar nicht Fan davon sind, fand ich gelungen.
Die durchgehend farbigen Illustrationen sind sehr detailreich und so ist es für den/die Vorlesende/n und das Kind eine wahre Freude, sich die vielen Kleinigkeiten anzusehen. Auch ohne Text laden die Zeichnungen zu eigenen Erzählungen ein. Auf einer Doppelseite sieht man z.B. den kleinen Bubu in der Haustüre stehen und das eine Kleinkind, das er dort zum Schlafen bringen soll, schreit wie am Spiess. Sogar der auf dem Teppich liegende Hund oder die Plüschtiere auf der Treppe halten sich Augen und Ohren zu! Der Papa versucht in aller Ruhe, den Kleinen vom Mittagsschlaf zu überzeugen – leider zwecklos. Aber der kleine Bubu ist ja schon da.
Von mir gibt es 4 Sterne.
Unheimlicher Cold Case
Eisenblume von Frida Skybäck
Fredrika Storm, Band 2: In der verfallenen psychiatrischen Klinik Lund werden in einer Wand menschliche Überreste gefunden. Es könnte sein, dass dieser Fund in Zusammenhang mit dem Cold Case von 1987 steht, bei dem zwei Patienten spurlos verschwanden. Was ist damals geschehen? Wurde nun eine der beiden Vermissten gefunden? Die Polizisten Fredrika Storm und Henry Calment nehmen die Ermittlungen auf.
Merkwürdig ist, dass es so wenig Unterlagen zu dem alten Fall gibt; es gibt auch keine Patientenlisten. Es kommt zu einem weiteren Todesfall…
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir sehr gut – passt gut zur Reihe.
Dies ist Band 2 der Reihe, für mich aber die erste Begegnung mit der Autorin und dem Ermittlerteam.
Fredrika und Henry sind ein Team, aber die Zusammenarbeit ist nicht immer ganz einfach: Fredrika ist sehr verschlossen und widersetzt sich gerne mal den Anordnungen, Henry hingegen ist sehr mitteilsam und sieht auch Sinn in den Regelungen. Fredrika ist noch nicht so lange im Team Lund – sie muss sich vielleicht noch ein wenig an alles gewöhnen. Ich mag es, wenn es nicht „nur“ um die Polizeiarbeit geht, sondern ich auch etwas Persönliches über die Ermittler erfahre. Beide haben im Privatleben ihre „Baustellen“, die im Buch auch jeweils am Rande mitgeführt werden.
Ich stelle es mir enorm schwierig vor, einen fast vierzigjährigen Cold Case wieder aufzunehmen und – die Öffentlichkeit stets im Nacken – lieber heute als morgen Ergebnisse zu liefern. Etliche der damals involvierten Personen sind mittlerweile verstorben oder unauffindbar. Wie verlässlich sind zudem Zeugenaussagen zu etwas, das vor so vielen Jahren passierte?
Die Einblicke in den damaligen Betrieb der psychiatrischen Klinik haben Erschreckendes aufgezeigt: Es gab übergriffiges Personal, für manche der Angestellten waren die Kranken einfach nur minderwertig! Grauenhaft, dass Menschen ihr Handeln durch die „Minderwertigkeit“ der Patienten rechtfertigten!
Die Stimmung auf dem Psychiatriegelände war unheimlich, auch die Bilder, die vor dem inneren Auge entstanden, wie sehr einige Patienten dort leiden mussten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und war sehr spannend – von mir gibt es hierfür 5 Sterne. ich bin schon sehr darauf gespannt, wie mir Band 1 gefallen wird (das Buch wartet schon auf meinem Reader).
Mit mehr Achtsamkeit durch den Alltag
Kintsugi von Frida Skybäck
Kintsugi – eine alte japanische Reparaturmethode. Wenn beispielsweise ein Porzellanteller zerbricht, wird dieser wieder zusammengeklebt, die Bruchstellen werden dabei mit Gold veredelt. Es wird nicht versucht, die Bruchstellen unsichtbar zu machen, sondern sie werden hervorgehoben, so dass der Teller fortan schöner als die Ursprungsversion ist.
Die „Scherben“ im eigenen Leben sollen auf gleiche Art zusammengefügt werden.
Erster Eindruck: Ein edles Cover – gefällt mir sehr gut.
Nach dem Lesen des Titels und der Inhaltsbeschreibung hatte ich eine ganz andere Vorstellung von diesem Buch (den Untertitel habe ich nämlich geflissentlich überlesen). Ich dachte, es ginge in erster Linie wirklich um die Reparaturtechnik Kintsugi, stattdessen gab es 99 Lebensweisheiten mit sehr schönen asiatischen Bildmotiven. Hier ein paar Beispiele:
- Nummer 4 „Resilienzfaktor Achtsamkeit“: Die Aufmerksamkeit ist auf den gegenwärtigen Moment zu richten, ohne zu urteilen.
- Nummer 12 „Mit Achtsamkeit zur Akzeptanz“: Ändere, was zu ändern ist, akzeptiere, was nicht zu ändern ist (entspricht im Grunde dem christlichen Gelassenheitsgebet).
- Nummer 29 „Es ist wie es ist!“ Ich muss mir immer wieder sagen, dass die Realität – so wie sie eben ist – zu akzeptieren ist, denn damit setze ich innere Kräfte frei.
- Die Nummern 41, 59, 60, 64, 94 beziehen sich auf Kintsugi, so z.B. Nummer 59 „Zerbrochen und doch ganz“, wo gefragt wird, was in mir zuerst zerbrechen muss, damit mein Gold glänzen kann.
Da ich gerne Sinnsprüche mag, die mich zum Nachdenken animieren, hat mir das Buch gut gefallen. Wer ein Sachbuch zu Kintsugi sucht, wäre mit dem vorliegenden Buch falsch beraten. Für die anderen: ein schönes Geschenkbüchlein mit wenig Text – 3 Sterne.
Sehr viele Emotionen
Eine Begegnung voller Hoffnung von Danielle Steel
Bei einem Kleinflugzeugabsturz sind Ophélie Mackenzies Mann und Sohn vor neun Monaten umgekommen. Das Leben von Ophélie und ihrer elfjährigen Tochter Pip ist seither zum Stillstand gekommen – die Trauer ist lähmend. Als Pip mit ihrem Hund am Strand spazieren geht, lernt sie den Künstler Matt Bowles kennen, der dort malt.
Sie setzt sich zu ihm und zeichnet mit. Ophélie ist von dieser Bekanntschaft gar nicht begeistert und will sie unterbinden. Doch dann merkt sie, dass dieser verständnisvolle und sensible Mann ebenfalls mit Schicksalsschlägen zu kämpfen hat. Der Beginn einer neuen Freundschaft… oder sogar mehr?
Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir sehr gut, ebenso der Buchtitel.
Die Originalausgabe ist 2003 unter dem Titel „Safe Harbour“ erschienen; dies ist die Neuauflage auf Deutsch von 2025.
Ophélie hat nur noch ihre Tochter – ihre Eltern sind schon lange verstorben, sie hat keine Geschwister. Sie weiss, dass sie in Bezug auf Pip – eigentlich Philippa, aber das mag die Tochter nicht so gerne – überängstlich reagiert. Doch wer kann ihr das verübeln? Zum Glück hat sie noch Andrea, ihre beste Freundin seit 18 Jahren. Diese hat mit 44 Jahren beschlossen, nicht weiter auf den passenden Partner zu warten, um eine Familie zu gründen. Durch eine Samenspende hat sie Baby William bekommen. Als Ophélie Andrea von dem Künstler erzählt, reagiert diese ganz anders als erwartet: Sie meint, dass Ophélie ihn daten soll. Aber das ist das Letzte, wonach Ophélie der Sinn steht. Matt hat sich sehr über Pips Kontaktaufnahme gefreut. Sie erinnert ihn an seine Tochter in diesem Alter. Doch dies muss er verdrängen, zu schmerzvoll sind die Erinnerungen. Pip vertraut sich ihm nach einiger Zeit an und erzählt von ihrer Familie und ihrem Verlust. Und auch, dass sie sich Sorgen um ihre Mutter macht. Durch Pip freunden sich Matt und Ophélie an.
Es tat mir so leid, die beiden Parteien zu sehen, die schmerzhafte Verluste erlitten haben und nun versuchen, ihr neues Leben zu gestalten. Dies war wieder einmal so ein Buch, wo ich am liebsten ganz viel erzählen möchte, aber es nicht darf, da ich nicht unnötig spoilern will. Daher ist es mir schwergefallen, die richtigen Worte für diese Rezension zu finden. So viele Dinge sind auf den 400 Seiten passiert… schluck… ich hatte mehrfach einen Kloss im Hals und wässrige Augen… Ein wunderbares Buch für alle, die keine Angst vor Emotionen haben und die die Hoffnung auf zweite, dritte und vierte Chancen nicht aufgeben wollen. Von mir gibt es wohlverdiente 5 Sterne.











