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Rezensionen von Lilli33:

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Unterhaltsamer Auftakt einer neuen Krimi-Reihe

Tod am Aphroditefelsen von Yanis Kostas


Inhalt:
Die junge Sofia Perikles kehrt aus London in ihre Heimat Zypern zurück. Hier kommt sie zu einem Job bei der Polizei wie die Jungfrau zum Kind. In dem heruntergekommenen Dorf Kato Koutrafas muss sie sich mit einem versoffenen Chief Inspector, ihren eigenen wirren Gefühlen und einem Todesfall herumschlagen.

Meine Meinung:
Yanis Kostas ist das Pseudonym des Autors Alexander Oetker, das er für diese Krimi-Reihe, die auf Zypern spielt, benutzt. Da sein Vater griechischer Zypriot ist und Oetker die Insel bereist hat, kennt er sich dort aus, was man meiner Meinung nach seiner Erzählung auch anmerkt.

Mich konnte dieser nette Krimi gut unterhalten, schon allein deshalb, weil die Protagonisten alle etwas skurril sind. So wurde ich immer wieder davon überrascht, was ihnen nun wieder einfiel. Dabei bedient der Autor auch sämtliche Klischees und Vorurteile, die man als Deutscher von Zyprioten hat, was aber nicht weiter stört, denn so ganz ernst sollte man diesen Roman wohl sowieso nicht nehmen. Dafür gibt es etliche Szenen, die zum Schmunzeln einladen.

Die Geschichte entwickelt sich langsam. Land und Leute werden den Lesenden nahe gebracht. Hierzu passt auch immer gut die Beschreibung verschiedener Gerichte oder Getränke bzw. Sitten.

Der Kriminalfall wirkt zunächst unspektakulär. Doch nach und nach kommt Spannung in die Handlung, und der Schluss gefiel mir richtig gut.

Fazit:
Für eingefleischte Hardcore-Krimileser ist diese Krimi-Reihe sicher nicht das Nonplusultra. Wer cosy Krimis mag, ist hier aber ganz gut aufgehoben.

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Unterhaltsamer Auftakt einer neuen Krimi-Reihe
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Zu viel gewollt

Die Welt in allen Farben von Yanis Kostas


Inhalt:
Nova ist von Geburt an blind. Durch eine OP kann sie sehen. Doch muss sie es erst mühsam lernen. Und manchmal wäre sie lieber wieder blind.

Kate landet nach einem Streit mit ihrem Mann im Krankenhaus. Hier lernt sie Nova kennen. Die beiden ungleichen Frauen freunden sich an und helfen sich gegenseitig.

Meine Meinung:
Aus persönlichen Gründen interessieren mich Romane, in denen Blinde eine Rolle spielen, sehr. Deshalb habe ich auch zu diesem gegriffen. Was mit Novas Blindheit bzw. dem Prozess des Sehenlernens zu tun hat, hat mir auch recht gut gefallen. Man kann sich hier schön in die Protagonistin hineinversetzen und ihre Empfindungen, ihre Verwirrtheit ob der vielen neuen Eindrücke gut nachvollziehen.

Mehr Schwierigkeiten hatte ich mit Kate. Ihr Verhalten habe ich in den seltensten Momenten verstanden. Es wird auch nicht wirklich erklärt, warum sie so handelt, warum sie sich alles Mögliche gefallen lässt. Denn eigentlich wirkt sie anfangs gar nicht so verhuscht. Mir war es auch etwas zu viel an Problematik, was Joe Heap in diese Geschichte gepackt hat. Die Story artet gegen Ende sogar in einen Thriller aus. Der Autor hätte sich besser auf ein Thema konzentrieren und dies noch intensiver und emotionaler ausarbeiten sollen. Meiner Meinung nach hat er mehr gewollt, als dem Roman guttut.

Auch der Schreibstil war nicht ganz nach meinem Geschmack. Die Sätze sind meist kurz und emotionslos, obwohl die Geschichte eigentlich vor Emotionen nur so überlaufen müsste. Wenn die Protagonistinnen dann noch als „die Dolmetscherin“ oder „die Architektin“ oder gar „die andere Frau“ bezeichnet werden anstatt mit ihrem Namen, dann hält mich das total auf Distanz und verwehrt mir ein tiefes Eintauchen in die Handlung.

Fazit:
Der Roman hat gute Seiten, aber auch noch viel Verbesserungspotenzial.

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Zu viel gewollt
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Ein wunderbares Kleinod

Der Sprung von Simone Lappert


Schon mit ihrem Debütroman „Wurfschatten“ konnte mich die Schweizer Autorin Simone Lappert überzeugen. Mit „Der Sprung“ hat sie sich noch um Etliches gesteigert. Lappert erzählt mit einer unglaublichen Leichtigkeit von einem Viertel in einer Kleinstadt, wo sich die Wege der Bewohner kreuzen, manchmal nicht direkt, sondern über Eck, aber irgendwie hängt doch alles zusammen.

Nach und nach wird ein Netz der Beziehungen aufgebaut. Dabei bringt die Autorin die verschiedensten Themen auf den Punkt und lässt immer wieder auch philosophische Ansätze einfließen. Mit der Zeit entsteht ein vielschichtiges Bild einer Stadtgemeinschaft, wobei aber der einzelne Mensch sichtbar bleibt. Simone Lappert besticht durch eine feinsinnige Beobachtungsgabe, anhand derer sie uns die Protagonisten nahe bringt. Die einzelnen Episoden sind fesselnd und berührend. Sie machen traurig und wütend. Manche Sätze bringen einen aber auch zum Schmunzeln.

Aus der Perspektive von verschiedenen Personen erleben wir drei schicksalsträchtige Tage. Da wäre zum einen der Polizist Felix, der mit seiner schwangeren Freundin eigentlich glücklich sein sollte, es aber nicht kann. Oder Finn, der eigentlich eine Weltreise machen wollte, nun aber wegen Manu, in die er sich verliebt hat, zögert. In Marens Ehe steht es nicht mehr zum Besten, seit ihr Mann auf dem Gesundheitstrip ist. Auch die Geschichte des Obdachlosen Henry ist sehr berührend, ebenso wie die von Winnie, die von ihren Schulkameraden übel gemobbt wird. Diese Figuren und noch einige mehr spielen eine große Rolle in diesem tiefgründigen Roman. Sie alle werden beeinflusst von dieser Frau auf dem Dach, die in den Tod zu stürzen droht, warum auch immer.

Am Ende wissen wir mehr, aber nicht alles. Nur eins ist sicher:
„Nichts war wie vorher. Absolut gar nichts.“ (S. 317)

Fazit:
„Der Sprung“ ist eins meiner Jahres-Highlights. Mit viel Empathie und Gespür für Sprache lässt Simone Lappert die Leser*innen drei schicksalhafte Tage erleben, die so manches Leben umkrempeln.

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Ein wunderbares Kleinod
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Romantisches Parallelwelt-Abenteuer

One True Queen, Band 1: Von Sternen gekrönt (Epische Romantasy von SPIEGEL-Bestsellerautorin Jennifer Benkau) von Jennifer Benkau


Inhalt:
Die siebzehnjährige Mailin lebt mit ihrer Mutter in Irland. Ihre zwei Jahre ältere Schwester Vicky liegt seit sieben Jahren im Wachkoma. Mailin fühlt sich ihr sehr verbunden. Als Mailin nach dem Karatetraining in der Umkleide einfach umkippt, findet sie sich plötzlich in einer anderen Welt wieder.

Lyaskye ist voll von gefährlichen Tieren und Pflanzen und … Menschen. Eher widerwillig rettet ein junger Mann Mailin und hilft ihr weiter zu kommen. Bald muss Mailin erkennen, dass sie nicht zufällig in Lyaskye gelandet ist und dass ihr ein mieses Schicksal bevorsteht. Doch Mailin ist eine Kämpferin …

Meine Meinung:
Jennifer Benkau konnte mich mit dieser Geschichte von der ersten Seite an packen. Durch den geschmeidigen und dynamischen Schreibstil fliegen die Seiten nur so dahin. Und Mailin ist eine toughe Protagonistin, an deren Seite ich gerne durch dieses Abenteuer gewandelt bin. Man muss sie einfach mögen, obwohl sie natürlich auch ihre Ecken und Kanten hat und Fehler macht. Aber niemand ist perfekt, oder?

Die Handlung ist sehr abwechslungsreich. Mal lernt Mailin (und die Leser*innen mit ihr) etwas über Lyaskye, mal wird gekämpft, dann wiederum wird es auch mal magisch oder hoch romantisch. Eine tolle Mischung! Und immer wieder wird man durch Wendungen überrascht, die man nicht vorhersehen konnte.

Dabei machten die Charaktere auf mich einen recht authentischen Eindruck. Man kann ihre Handlungsweisen gut nachvollziehen. Sie machen im Verlauf der Handlung eine schöne Entwicklung durch und wachsen teilweise über sich selbst hinaus.

Der 2. Band „Aus Schatten geschmiedet“ ist für Frühjahr 2020 geplant. Ich freue mich schon jetzt darauf, mit Mailin wieder in Lyaskye gegen das Böse zu kämpfen.

Fazit:
Ein toller All Age Fantasy-Roman um Familie, Freundschaft, Liebe, Intrigen, Vertrauen und Mut.

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Romantisches Parallelwelt-Abenteuer
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Voll unerwarteter Wendungen

Messer von Jennifer Benkau


Inhalt:
Harry Hole arbeitet wieder als Ermittler bei der Osloer Polizei. Privat läuft es nicht gut, und sein Alkoholproblem macht ihm schwer zu schaffen. Da wird Harry auch noch zum Verdächtigen in einem Mordfall. Besonders fatal: Er kann sich an nichts erinnern.

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 12.

Band der Reihe um den brillanten Polizisten Harry Hole. Ich habe von den Vorgängern nicht alle gelesen, finde das aber nicht schlimm. Hin und wieder wird ein vergangener Fall, Aufenthaltsort oder Kollege erwähnt. Das reichte mir dann vollkommen, um das aktuelle Geschehen richtig einordnen zu können.

Jo Nesbø versteht es immer wieder, sich haarsträubende Kriminalfälle auszudenken und den Leser durch immer weitere überraschende Wendungen zu erstaunen. Mehr als einmal war ich mir sicher, nun den richtigen Zusammenhang erkannt zu haben, nur um im nächsten Kapitel wieder eines Besseren belehrt zu werden.

Auch der Schreibstil ist einfach klasse. Das Buch lässt sich flott lesen, ist aber nicht trivial geschrieben. Die Charaktere wirken zumeist sehr authentisch und werden sehr plastisch beschrieben.

Fazit:
Ein aufreibender 12. Band der Reihe, klasse geschrieben, wendungsreich und spannend.

Die Reihe:
1. Der Fledermausmann
2. Kakerlaken
3. Rotkehlchen
4. Die Fährte
5. Das fünfte Zeichen
6. Der Erlöser
7. Schneemann
8. Der Leopard
9. Die Larve
10.Koma
11. Durst
12. Messer

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Spannendes Drachenabenteuer

Silberdrache von Jennifer Benkau

Spannendes Drachenabenteuer

Inhalt:
Die elfjährige Sirin ist mit den Drachengeschichten ihrer Mutter aufgewachsen. An ihnen hält das Mädchen fest, als die Mutter schwer erkrankt und Sirin zu einer Pflegefamilie kommt.

In einer anderen Welt findet der Waisenjunge Joss ein silbernes Drachenei.

Doch hinter dem ist die mächtige Famiie Lennix her, und die scheuen vor nichts zurück, um zu bekommen, was sie wollen …

Meine Meinung:
Angie Sage ist vielen jungen Leser*innen sicher durch ihre Septimus Heap-Reihe sowie TodHunter Moon bekannt. Nun ist es also Zeit für eine neue Reihe mit Drachen. Der Auftakt ist schon mal sehr gut gelungen, aber Achtung! Die Geschichte ist zum Teil sehr grausam und düster. Nicht jedes Kind wird das locker wegstecken können. Ansonsten ist die Geschichte aufgrund von männlichen und weiblichen Protagonisten sehr gut für Jungen und Mädchen ab ca. 11 Jahren geeignet.

Der Schreibstil ist locker und der Zielgruppe entsprechend einfach gehalten; die Kapitel haben mit meist 6 - 10 Seiten eine angemessene Länge. Spannung gibt es von Anfang bis Ende; sie steigert sich noch von Seite zu Seite.

Mit den Protagonisten Sirin und Joss kann man sich sehr gut identifizieren. Die beiden sind sehr sympathisch. Man begleitet sie sehr gerne durch dieses Buch und hofft, dass es am Ende gut für sie ausgeht. Vor allem Joss macht durch seine Freundschaft zu dem Drachen Lysander eine schöne Entwicklung durch. Er wird im Lauf der Zeit immer mutiger und selbstständiger und durchschaut die Bluffs der Bösen.

Die Familie Lennix erscheint auf den ersten Blick sehr grausam und machtbesessen, doch bei näherer Betrachtung findet man auch hier Nuancen. Nicht alle sind böse und dürfen mit den anderen in eine Schublade gesteckt werden. Doch sind gerade die Lennix-Anteile an der Handlung zum Teil sehr brutal und bedrückend. Hier fehlte mir - gerade im Hinblick auf die jungen Lesenden - ein wenig der Ausgleich durch humorvolle Szenen oder Dialoge, die das Ganze wieder etwas aufgelockert hätten.

Fazit:
Eine spannende, aber auch zum Teil grausame Geschichte um Drachen, Freundschaft und Vertrauen für junge Leute ab ca. 11 Jahren.

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Konnte mich erst spät fesseln

Licht und Schatten von Zoran Drvenkar


Inhalt:
Vida wird im Winter 1704 geboren. Sie wächst bei ihrem Vater auf und wird von ihren Tanten unterrichtet, die Vida das Erbe ihrer Mutter vermitteln. Denn Vida ist ein ganz besonderes Mädchen mit einem ganz besonderen Schicksal. Sie ist dazu bestimmt, das Licht in die Welt zurückzubringen und über das Dunkle zu siegen.

Meine Meinung:
Die Idee zu diesem Buch fand ich sehr spannend und auch außergewöhnlich. Ja, ich weiß, es gibt viele Bücher über den Kampf zwischen Licht und Schatten, aber dieses ist doch anders als die anderen. Die fantastischen Elemente haben mich dabei besonders gereizt. Ich finde auch die Botschaft dieser märchenhaften Geschichte ganz toll. Inhaltlich hat mir das alles sehr gut gefallen.

Auch der Schreibstil war für mich sehr angenehm und passend, ein wenig poetisch, manchmal etwas schwermütig, bildhaft und wortgewaltig. Auch eine Prise Humor fehlt nicht - einige Dialoge brachten mich zum Schmunzeln.

Und doch hatte ich meine Probleme mit dem Buch. Nach einem interessanten Anfang zieht sich die erste Hälfte doch ziemlich in die Länge. Viele verschiedene Personen, von denen ich etliche nur als schmückendes Beiwerk und nicht als handlungsrelevant empfand, und häufige Perspektivwechsel erleichtern das Lesen nicht gerade. Vieles wird hier einfach erzählt und ist für den Leser nicht erlebbar. Nachdem dann alle Personen eingeführt und die Hintergründe dieser Welt geklärt sind, wird es spannender. Nun kommt es zu mehr Interaktionen zwischen den Guten und den Bösen. Es gibt brutale Übergriffe und blutige Kämpfe. Beide Seiten warten immer wieder mit neuen Überraschungen auf. Die zweite Hälfte hat mir definitiv besser gefallen und konnte mich wirklich fesseln. Durch die erste musste ich mich mühsam durchbeißen.

Dies ist mein ganz persönlicher Eindruck. Sicherlich wird es auch Leser geben, die von „Licht und Schatten“ absolut begeistert sind. Wer ausschweifende Erzählungen und komplexe Handlungen mag, ist hier nicht ganz verkehrt.

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Gewaltige Südstaaten-Geschichte

Verratenes Land von Zoran Drvenkar


Inhalt:
In der Kleinstadt Bienville, Mississippi, haben die Reichen das Sagen. Der sogenannte Poker Club, ein Zusammenschluss von zwölf mehr oder weniger alten Herren, mischt überall mit, und seine Mitglieder werden von Tag zu Tag reicher.

Als der Archäologe Buck Ferris ermordet wird, sucht der Journalist Marshall McEwan die Schuldigen bei eben diesem Poker Club.

Sich mit diesen mächtigen Männern anzulegen, kann sehr gefährlich werden. Diese Erfahrung muss Marshall bald machen …

Meine Meinung:
Nach einer sehr spannenden Szene gleich zu Beginn musste ich meine Erwartungen erst mal wieder etwas herunterschrauben. Über etwa hundert Seiten ziehen sich recht zäh dahin. Aus der Sicht des Protagonisten Mashall McEwan wird über die Vergangenheit erzählt, was ihn mit der Stadt Bienville verbindet, die Geschichte seiner Familie und seines Freundes Paul und vieles mehr. Das fand ich etwas trocken zu lesen.

Doch dann nimmt die Handlung langsam Fahrt auf. Es werden überraschende Informationen bekannt. Immer wieder wendet sich das Blatt für Marshall, nicht nur in Bezug auf seine intriganten Widersacher, sondern auch im Liebesleben. Es fällt schwer zu entscheiden, wem man trauen kann und wem besser nicht.

Der Aufbau dieser recht komplexen Geschichte hat mir gut gefallen. Nachdem die Anfangsschwierigkeiten überwunden waren, konnte Greg Iles mich fesseln, auch wenn er für meinen Geschmack etwas zu ausschweifend und detailliert erzählt - mit 832 Seiten wird gerade mal ein Zeitraum von wenigen Tagen abgedeckt.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten und konnte auch den bildhaften Schreibstil genießen, der dem Roman noch zusätzlichen Pfiff verleiht.

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Gewaltige Südstaaten-Geschichte
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Herzerwärmend und zuckersüß, aber nicht klebrig

An Nachteule von Sternhai von Holly Goldberg Sloan; Meg Wolitzer

Inhalt:
Die 12-jährigen Mädchen Bett und Avery haben eigentlich nichts gemeinsam. Sie wohnen Tausende Kilometer voneinander entfernt und kennen sich nicht einmal. Das soll sich nach Meinung ihrer Väter aber ändern, denn diese sind seit geraumer Zeit ein Paar und wollen eine Familie werden. Deshalb schicken sie die beiden Mädchen in dasselbe Sommercamp.

Doch Bett und Avery sind wild entschlossen, ihren Vätern einen Strich durch die Rechnung zu machen.

Meine Meinung:
Dieser E-Mail-Roman ist einfach herzallerliebst. Ich musste so oft über die beiden Mädchen lachen, die mir ganz schnell ans Herz gewachsen sind. Die eine lebt in Kalifornien, die andere in New York. Die eine ist eine Draufgängerin, die keine Regel einhält, die andere ist übervorsichtig und ängstlich. Eigentlich kaum vorstellbar, dass diese beiden sich anfreunden könnten. Doch durch ihre E-Mails, in denen sie Pläne schmieden, um sich dem Willen ihrer Väter zu widersetzen, kommen sie sich nach und nach näher. Dabei hat jede ihren ganz eigenen Schreibstil, sodass man immer gleich weiß, wer gerade schreibt, auch wenn man nicht auf den Kopf der E-Mail achtet.

Dass Bett und Avery sich anfreunden würden, ist relativ schnell vorhersehbar, und das ist auch gut so. Aber das Autoren-Duo hat auch einige Überraschungen eingebaut, mit denen wirklich nicht zu rechnen war. Das macht die Geschichte herrlich bunt und erfrischend.

Besonders gut gefiel mir der lockere Umgang mit Homosexualität. Auch die Bedeutung von Familie und Freundschaft wird stark herausgestellt.

Ich fühlte mich von Anfang bis Ende super gut unterhalten und habe mich selten so amüsiert. Dabei ist das Buch nicht nur witzig, sondern auch sehr tiefgründig, aber eben auf eine ganz leichte Art. Das Buch hat nur einen Fehler: Es ist zu kurz. Ich hätte Bett und Avery gerne noch länger begleitet. Aber durch die Kürze und die kurzen E-Mail-Kapitel eignet es sich auch super für etwas lesefaule Kinder.

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Herzerwärmend und zuckersüß, aber nicht klebrig
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Die inneren Dämonen

Geblendet - Thriller (Jenny Aaron 3) von Andreas Pflüger


Inhalt:
Die blinde Elite-Polizistin Jenny Aaron steht am Scheideweg. Soll sie sich einer Therapie unterziehen, um wieder sehen zu können, oder soll sie Seite an Seite mit ihren Kollegen von der Abteilung arbeiten, um korrupte Machenschaften aufzudecken und eine gnadenlose Killerin zur Strecke zu bringen?

Meine Meinung:
Dies ist der 3.

Band der Trilogie um Jenny Aaron und die Abteilung. Man sollte die ersten beiden Bände besser gelesen haben, um der Handlung problemlos folgen zu können. Ansonsten wäre Mut zur Lücke gefragt, aber auch das ist natürlich möglich.

Ich habe die Vorgängerände mit Begeisterung von der ersten bis zur letzten Seite gelesen und hatte deshalb auch hohe Erwartungen an diesen 3. Band, die leider nicht ganz erfüllt wurden. Hier geht es sehr viel um die inneren Dämonen von Aaron, aber auch von Ulf Pavlik und Inan Demirci sowie einer anderen Frau. Es gibt teilweise Rückblicke in die Kindheit und Jugend, die erklären sollen, warum diese Personen heute so ticken, wie sie ticken. Das geschieht ein wenig auf Kosten der Spannung.

Der Schreibstil ist aber wieder ganz super. Ich liebe die Metaphern und die bildgewaltigen Sätze. Die Frotzeleien unter den Kollegen der Abteilung bringen mich immer wieder zum Schmunzeln. Und die sekündliche Beschreibung der Abläufe, die in Actionszenen eingebaut ist, lässt mich ganz tief in die Handlung eintauchen und sie quasi hautnah in Zeitlupe miterleben.

Auch Aarons extreme Fähigkeiten, ihre Blindheit zu kompensieren, werden wieder genau erklärt und dargestellt. Das fasziniert mich immer wieder und bringt mich der Protagonistin sehr nahe.

Auch wenn die Spannung nicht durchgängig auf höchstem Niveau ist, lassen die rasanten Actionszenen diesbezüglich nichts zu wünschen übrig. Auch die ganzen politischen Ränke und Intrigen fand ich sehr fesselnd und weitgehend realistisch dargestellt.

Fazit:
Nicht ganz so rasant wie Band 1 und 2, aber durchaus spannend und fesselnd. Ein runder Abschluss der Trilogie um Jenny Aaron und die Abteilung.

Die Reihe:
1. Endgültig
2. Niemals
3. Geblendet

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Die inneren Dämonen