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Rezensionen von Lilli33:

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Zack Herrys persönlichster Fall

In den Klauen des Falken

Inhalt:
Zack Herry kommt gerade dazu, als ein junges Mädchen in der Stockholmer U-Bahn wahllos Leute attackiert. Sie trägt außerdem einen Sprengstoffgürtel. Zack bleibt gar nichts anderes übrig, als das Mädchen zu erschießen. Doch die Bilder gehen ihm nicht mehr aus dem Kopf.

Da wird ein Polizeikollege brutal gefoltert und ermordet.

Er war dabei, den größten Drogenboss Schwedens zu überführen. Sein Informant besteht darauf, dass Zack Herry den Kontakt nun übernimmt. Zack taucht immer mehr in den verbrecherischen Sumpf ein und muss schließlich sogar seinen Kindheitsfreund Abdula um Hilfe bitten.

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 5. Band um den Ausnahmepolizisten Zack Herry. Man kann ihn problemlos ohne Vorkenntnisse lesen. Wer allerdings vorhat, den Vorgängerband, „Der Schrei des Engels“, noch zu lesen, sollte dies davor tun, um hier nicht gespoilert zu werden, denn eine bestimmte Schlüsselszene wird hier kurz erwähnt.

Natürlich ist es immer am besten, eine Reihe von Anfang an zu verfolgen, um auch die privaten und beruflichen Entwicklungen der Protagonisten zu kennen, aber das Wichtigste wird hier noch einmal erwähnt, und der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen.

Bisheriger Co-Autor war Markus Lutteman, nun ist Anna Karolina mit an Bord. Ehrlich gesagt, ist mir dabei kein Unterschied aufgefallen. Die Story ist spannend wie gewohnt, der Handlungsfaden wird rasant abgespult, und die Sprache ist kurz und bündig, bringt das Wesentliche auf den Punkt.

Zusammen mit dem Helden Zack Herry bekommt man als Leser*in kaum mal eine Erholungspause. Das Buch lässt sich schwer aus der Hand legen, denn je weiter man im Lesen voranschreitet, umso dringender will man endlich wissen, wie alles zusammenhängt, wer hinter den ganzen seltsamen Vorkommnissen und hinter den brutalen Folterungen steckt und warum.

Ich mochte gerade Zack Herry in diesem Band sehr. Er hat sich endlich aus dem Sumpf gezogen, ist seiner Drogensucht entkommen und wieder glücklich liiert, als das Unheil mit aller Macht über ihm hereinbricht.

Mir gefiel nur seine Darstellung als Super-Superheld nicht. Dieser Mann schafft Unmögliches.

(ACHTUNG: KLEINE SPOILER)
Er rast mit dem Motorrad einhändig über eine Schlaglochpiste, während er mit der anderen das Handy bedient oder springt 30m in die Tiefe, nachdem wir gerade gelesen haben, dass das kein Mensch überleben kann: Zack hat natürlich keinen Kratzer.
(SPOILER ENDE)

Dabei komme ich mir dann leicht veräppelt vor. ;-)

Ansonsten:
Wieder eine absolute Leseempfehlung von mir, am besten für die ganze Reihe.

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Zack Herrys persönlichster Fall
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Intelligent konzipiertes Katz-und-Maus-Spiel

Wisting und der Tag der Vermissten

Inhalt:
Ein alter Fall ist das ganz persönliche Anliegen des norwegischen Kriminalkommissars William Wisting aus Larvik. Am 10. Oktober vor 24 Jahren verschwand Katharina Haugen spurlos. Seither trifft Wisting sich jedes Jahr am Jahrestag mit Katharinas Mann Martin, mit dem er sich ein wenig angefreundet hat.

Doch dieses Jahr ist Martin nicht zu Hause.

Zudem wurden in einem weiteren Cold Case Spuren gefunden, die zu Martin Haugen führen. Ist dieser Mann ein ganz anderer, als er zu sein scheint?

Meine Meinung:
Ich habe diesen 448 Seiten starken Kriminalroman innerhalb von 24 Stunden verschlungen, das sagt wohl einiges. Nun frage ich mich natürlich, warum ich von Jørn Lier Horst zuvor noch nie etwas gehört habe, denn dieser Autor schreibt einfach klasse. So musste ich jetzt feststellen, dass es sogar bereits eine Reihe um den Kommissar William Wisting gibt, die leider in Deutschland nicht allzu bekannt ist.

„Wisting und der Tag der Vermissten“ ist nun der 1. Band einer neuen Reihe, in der es um Cold Cases geht. Oftmals finde ich solche Krimis nicht allzu spannend, schließlich liegt der Fall viele Jahre zurück und auf einen Tag mehr oder weniger kommt es nun auch nicht an. Jørn Lier Horst erzählt aber genau einen solchen Fall wahnsinnig fesselnd. Man spürt die Spannung praktisch unterschwellig in jedem Satz, sieht die Gefahr förmlich auf einen zurollen.

Dabei kommt Jørn Lier Horst fast ganz ohne Blut und Gewalt aus. Als ehemaliger Kriminalkommissar erzählt er lieber authentisch von der polizeilichen Ermittlungsarbeit, lässt seine Protagonisten raffiniert interagieren und setzt die Lösung des Falles wie ein Puzzle Stückchen für Stückchen zusammen.

Verschiedene Handlungsfäden werden hier genial miteinander verknüpft. Verdachtsmomente kommen auf und werden wieder verworfen. Die genauen Zusammenhänge waren für mich bis zum Schluss nicht vorhersehbar, erwiesen sich aber als äußerst logisch. Im Rückblick erkenne ich die kleinen Details, die wie beiläufig eingestreut wurden und anhand derer man auch als Leser auf die Lösung hätte kommen können. Genau so liebe ich Krimis!

Am Ende des Buches sind die ersten zwei Kapitel des 2. Bandes der Reihe abgedruckt. „Wisting und der fensterlose Raum“ soll im Januar 2020 erscheinen. Ich kann es kaum erwarten.

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Intelligent konzipiertes Katz-und-Maus-Spiel
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Sehr anstrengend

Der Untergang der Könige von Jenn Lyons


„Der Untergang der Könige“ ist der 1. Band eines mehrbändigen Fantasy-Epos. Das Buch ist nicht nur aufgrund seines Gewichts und seiner Dicke anstrengend zu lesen, sondern vor allem wegen seines Inhalts.

Die ersten ca. 750 Seiten werden aus zwei wechselnden Perspektiven erzählt. Der junge Kihrin sitzt im Kerker und wird von der Gestaltwandlerin Klaue bewacht.

Sie zwingt ihn seltsamerweise dazu, ihr seine Geschichte zu erzählen, obwohl sie sie bereits kennt, da sie seine Gedanken lesen kann. Kihrin beginnt mit seiner Erzählung an dem Punkt, wo er versklavt wurde. Das ist Klaue nicht genug, und so erzählt sie selbst aus der Zeit davor. Abwechselnd werden die Handlungsstränge weitergesponnen, bis beide in der Gegenwart angekommen sind. Beide Geschichten werden später von Thurvishar D’Lorus transkribiert und mit einer Vielzahl von Fußnoten versehen. Das mag ich persönlich gar nicht, weil es den Lesefluss doch erheblich stört.

Der Sinn dieser Zweiteilung der Geschichte hat sich mir leider nicht erschlossen. Eine einzige chronologische Erzählung hätte ich hier besser gefunden.

Die phantastische Welt, die Jenn Lyons sich ausgedacht hat, bietet nichts wirklich Neues. Es gibt Dämonen und Drachen, Adlige und Sklaven, Zauberer und Götter und so etwas wie Elfen, nur heißen sie hier anders. Das Setting mutet eher mittelalterlich an - man fährt in Kutschen oder reitet auf Pferden -, dazu passt die manchmal etwas zu lockere, neuzeitliche Sprache nicht. Auch der Anflug von Humor, der sich zuweilen irgendwo versteckt, erschien mir unpassend. Denn witzig ist die Geschichte überhaupt nicht. Sie ist geheimnisvoll und grausam, durchzogen von Intrigen. Und ziemlich kompliziert.

Stellenweise hatte ich den Eindruck, jeder liegt mit jedem im Clinch und nichts ist, wie es scheint. Dies mag auch daran liegen, dass man nie genau wissen konnte, wer sich hinter einer Figur gerade verbirgt, denn viele können ihre Gestalt verändern bzw. ihre Seelen schlüpfen in den Körper eines anderen. Weiter behaupten manche, irgendjemand sei ihr Sohn, obwohl es nicht stimmt, oder ein Vater verleugnet sein Kind. Man bekommt es so mit einer riesigen Anzahl von Namen zu tun, die zu weit weniger Charakteren gehören und die man zuweilen schwer auseinanderhalten kann. Erschwerend kommt hinzu, dass viele davon praktisch keine Rolle spielen, weil sie längst tot sind. Andererseits kann man bei den Toten nie wissen, ob sie wirklich tot sind. Man muss hier echt mit allem rechnen.

Im Anhang befindet sich ein Stammbaum der verschiedenen Adelshäuser, aus dem man die Verflechtungen der einzelnen Personen ersehen kann. Dieser ist mit Vorsicht zu genießen, da viele Verbindungen, die hier aufgezeigt sind, erst im Lauf der Geschichte ans Tageslicht kommen und man gespoilert wird, wenn man zu früh auf den Stammbaum schaut.

Das ebenfalls hinten angehängte Glossar mit verschiedenen Begriffen und Personen kann dagegen relativ problemlos während der Lektüre herangezogen werden. Die Aussprachehinweise fand ich eher verzichtbar, denn die Regeln, die Jenn Lyons sich ausgedacht hat, sind so kompliziert, dass man besser einfach liest, wie es einem in den Sinn kommt.

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Sehr anstrengend
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Klasse!

Der Fund von Aichner Bernhard

Inhalt:
Rita Dalek ist 53 Jahre alt und arbeitet in einem Supermarkt. Das Leben hat ihr übel mitgespielt. Als sie in einer Bananenkiste einen außerordentlichen Fund macht, beschließt sie, dass sich von nun alles ändern wird. In welche Gefahr sie sich und ihre Nächsten bringt, ist ihr dabei nicht bewusst …

Meine Meinung:
Man muss ihn mögen, Aichners knappen, prägnanten Schreibstil, sonst wird man die Lektüre nicht richtig genießen können.

Und ich mag ihn sehr! Dass er lang rumschwafelt, kann man diesem Autor wirklich nicht vorwerfen. Sehr viele Kapitel bestehen nur aus Dialogen zwischen einem Polizisten und verschiedenen involvierten Personen - ohne einleitende oder ausschmückende Worte. Aber auch die normalen Erzählabschnitte - Rückblicke aus Ritas Sicht - sind eher einfach und schmucklos gehalten, die Sätze kurz und treffend. Und doch wird alles gesagt, was man wissen muss. Bernhard Aichner versteht es, auf diese Art sehr spannend zu erzählen. Praktisch in jedem Satz fühlt man die Gefahr, die auf Rita zurollt, später ihre Ängste, ihr Getriebensein, aber auch die Zuneigung zu ihrer Freundin Gerda.

Die Handlung entwickelt sich schnell und fesselnd. Mit häufigen Wendungen wird der Leser immer wieder überrascht. Trotz der knappen Worte erhalten die Figuren eine ausreichende Tiefe. Die Story ist haarsträubend, aber nicht unrealistisch. Und die Protagonistin Rita ist eine ganz wunderbare warmherzige Frau, der man ein bisschen Glück gönnen würde.

Fazit:
Wer bereits Aichner-Fan ist, darf diesen Thriller auf keinen Fall verpassen. Alle anderen können damit zum Fan werden, wenn sie bereit sind, sich auf den außergewöhnlichen Schreibstil des Autors einzulassen.

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Klasse!
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Ein verzwickter alter Fall

Der Fund von Aichner Bernhard


Inhalt:
Van Veeteren geht auf seinen 75. Geburtstag zu, er fühlt sich alt. Da tut sich ein alter Fall neu auf, und Van Veeteren macht sich zusammen mit seiner Frau Ulrike Fremdli daran, die verknoteten Fäden zu entwirren.

Kurz danach wird in Schweden die Leiche eines Mannes gefunden. Hier ermittelt Inspektor Barbarotti.

Bald erkennt man eine Verbindung zwischen den beiden Fällen.

Meine Meinung:
Nessers neuestes Werk ist Teil seiner beiden Krimi-Reihen: Band 11 der Van Veeteren-Serie und Band 6 der Barbarotti-Reihe, denn beide Ermittler arbeiten hier zumindest teilweise in einem Fall zusammen. Für mich war es das erste Buch aus diesen Reihen; ich hatte aber nicht das Gefühl, dass mir Vorkenntnisse fehlten. Man kann es also ganz gut als Stand alone lesen.

Håkan Nesser versteht es, unaufgeregt und mit einem leichten, unterschwelligen Anflug von Humor zu erzählen. Auch wenn der Kriminalfall nicht besonders spektakulär und hochspannend daher kommt, ist das Buch doch literarisch ein Genuss.

Es gibt im Großen und Ganzen drei Erzählzeiten, zwischen denen hin- und hergesprungen wird. Da ist zum einen die Gründungszeit des Vereins der Linkshänder in den 1960er Jahren, dann ein Verbrechen im Jahr 1991 und schließlich die Ermittlungen in der Gegenwart 2012,

Der Fall entpuppt sich als sehr verzwickt, nachdem der vermeintliche Mörder von einst selbst als Opfer aufgefunden wurde. Mittlerweile ist sehr viel Zeit vergangen und die Spurenlage entsprechend dünn. So ziehen sich die Ermittlungen etwas hin. Als Leser ist man den Ermittlern dabei ein bisschen voraus, da man durch die Rückblicke mehr Informationen bekommt. So hatte ich dann leider auch schon recht früh einen Hauptverdächtigen, mit dem ich dann auch richtiglag.

Insgesamt konnte mich Nesser gut unterhalten, der Roman ist logisch und interessant aufgebaut und auch sprachlich ein Lesevergnügen.

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Klasse!
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Der bisher beste Band der Reihe

Der Fund von Aichner Bernhard


Inhalt:
Nick Wahler tritt seinen Job als neuer Chef der Mordkommission in Itzehoe an. Gleich zu Beginn seiner Tätigkeit bekommt er es mit zwei verzwickten Fällen zu tun. An einer Tankstelle wurde nachts der Tankwart ermordet, und der alte Josef Hader ist in seiner Mühle zu Tode gekommen. Bald ergibt sich zudem eine Verbindung zu einem Cold case.

Der Fall der vor etwa zehn Jahren verschwundenen Anneke Jung wurde nie aufgeklärt. Frida Paulsen, Bjarne Haverkorn und ihre Kollegen haben alle Hände voll zu tun.

Meine Meinung:
Schon die ersten beiden Bände dieser Reihe haben mir gut gefallen, aber dieser übertrifft sie noch. Romy Fölck erzählt eine spannende Geschichte mit überwiegend sympathischen Figuren (zumindest auf Seiten der Polizei), wobei sie auch das Privatleben stark miteinbezieht. Hier ist es natürlich schön, wenn man die Protagonisten aus den Vorgängerbänden schon kennt, es ist aber nicht unbedingt notwendig. Den Hauptteil der Handlung nehmen die Kriminalfälle ein, die auch in diesem Band abgeschlossen werden.

Besonders schockierend empfand ich die Einschübe, die die Gedanken einer entführten Frau enthalten. Ohne wirklich groß ins Detail zu gehen, schafft die Autorin es hier, das Grauen für den Leser erlebbar zu machen. Das ist show, don*t tell auf hohem Niveau.

Ansonsten begleitet man als Leser die Ermittler bei ihrer mühseligen Arbeit, die insgesamt recht authentisch erscheint. Sie ist ausgezeichnet durch falsche Fährten, Rückschläge und bürokratische Hürden. Es gibt aber auch etliche sehr spannende Szenen, bei denen man das Buch unmöglich aus der Hand legen kann. Überhaupt versteht die Autorin es, durch geschickt platzierte Cliffhanger, den Leser bei der Stange zu halten.

Die Beschreibungen der Marschlandschaft sind wieder sehr gelungen. Auch ich als Süddeutsche kann mir diese Gegend dadurch sehr gut vorstellen.

Fazit:
Für Krimiliebhaber sehr zu empfehlen. Ein rundum gelungenes Leseerlebnis!

Die Reihe:
1. Totenweg
2. Bluthaus
3. Sterbekammer

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Drama in drei Akten

Drei von Dror Mishani


Inhalt:
Orna sehnt sich nach der Scheidung wieder nach etwas Wärme und lernt über ein Dating-Portal Gil kennen. Emilia ist als lettische Pflegekraft nach Israel gekommen. Als ihr Pflegling stirbt, hängt sie in der Luft. Sie sucht ein Zuhause und wendet sich auf dem Weg dorthin Gott zu. Auch Ella ist auf der Suche nach einem Mann …

Meine Meinung:
Der Roman lässt sich nur schwer in eine Genreschublade pressen.

Das ist gerade das Besondere daran. Er ist aus drei Teilen aufgebaut, jeweils aus der Sicht einer der drei Frauen. Diesen kommt man dadurch recht nahe. Man erlebt ihre Gedanken und Gefühle hautnah und kann ihre Handlungsweisen gut verstehen. Sie wirken unspektakulär und authentisch. Der Mann blieb mir dagegen seltsam fremd, obwohl er eine große Rolle spielt und ich gerne mehr über ihn erfahren hätte.

Die Geschichte ist auf jeden Fall gut komponiert, wenngleich ich den Hype, den der Verlag darum macht, nicht ganz nachvollziehen kann. So absolut außergewöhnlich ist das Buch nun auch wieder nicht. Der Schreibstil ist gut und einfach lesbar, aber keineswegs trivial. Gerade im ersten Teil war ich noch nicht allzu sehr gefesselt, die Handlung fließt hier sachte vor sich hin. Doch immer mehr baut sich eine unterschwellige Spannung auf, die dafür sorgt, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen will.

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Drama in drei Akten
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Ein spritziges Märchenabenteuer

Drei von Dror Mishani


Inhalt:
Flora ist 16, als sie erfährt, dass sie eine Nachfahrin von Dornröschen ist und in ihr selbst Magie schlummert. Mit anderen Märchenfiguren, z.B. dem Schneewittchen Neva oder dem Rapunzel Val soll sie für eine seltsame Agentur arbeiten, die die Welt vor schwarzer Magie schützt. Dann werden auch noch alte Damen vom sogenannten Rosenkavalier entführt und nebenbei spielt Floras Herz verrückt, wenn sie in Hektors Nähe kommt.

Meine Meinung:
Von der ersten Seite an konnte Claudia Siegmann mich mit ihrer märchenhaften Geschichte packen. Als Leser ist man zunächst genauso ahnungslos wie die Protagonistin Flora, die einen mysteriösen Brief erhalten hat, der sie zu einer alten Mühle bestellt, um dort sogenannte Pflichtjahre abzuleisten. Erst nach und nach erfährt man, wer die verschiedenen Charaktere sind und was hinter der Agentur steckt. Und ich kann sagen, vieles scheint auf den ersten Blick ganz anders, als es wirklich ist. So konnte mich die Autorin immer wieder überraschen.

Flora war mir von Beginn an unheimlich sympathisch. Sie ist sehr warmherzig und hat das Herz am rechten Fleck. Dabei lässt sie sich aber nicht die Butter vom Brot nehmen, sondern versteht sich in gewissem Rahmen auch durchzusetzen.

Der Schreibstil ist locker und dynamisch. Manche Szenen sind zum Schmunzeln, andere zum Gruseln. Man fliegt geradezu durch das Buch und mag es zwischendurch kaum aus der Hand legen. Denn es ist auch total spannend. Mal ist es gefährlich, mal romantisch. Dann wiederum lernt man Märchenfiguren von einer ganz neuen Seite kennen. Eins steht fest: Langweilig wird es hier nie. Und deshalb warte ich schon gespannt auf den 2. Band, der glücklicherweise nur etwa ein halbes Jahr auf sich warten lässt.

Die Trilogie:
1. Das letzte Dornröschen
2. Die Rache der Fee (Frühjahr 2020)
3. Der Kuss der Wahrheit (Herbst 2020)

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Ein Hauch von Ostalgie

Wie Frau Krause die DDR erfand von Kathrin Aehnlich


Inhalt:
Isabella Krause verdient sich mit der Schauspielerei mehr schlecht als recht ihre Brötchen. Bei einem Casting wird man auf sie aufmerksam, aber ganz anders als beabsichtigt. Isabella erhält den Auftrag, für die Fernsehserie „Wild Ost“ Menschen zu finden, die vor der Kamera von ihrem Leben in der DDR erzählen.

Isabella muss sich dabei mit ihrer eigenen Vergangenheit auseinandersetzen. Ein Problem ergibt sich dadurch, dass ihr Auftraggeber genaue Vorstellungen vom Leben in der DDR hat, die leider mit dem der Protagonisten gar nicht übereinstimmen wollen. Hier ist Isabellas Kreativität gefragt …

Meine Meinung:
Mit leichter Hand, locker und humorvoll stellt Kathrin Aehnlich uns die DDR vor. Sie erzählt von Menschen, die feierten und lachten und stolz auf ihre Arbeit waren. Von Menschen, die sich über ein Paket aus dem Westen freuten, aber auch von Menschen, die mit ihrem Leben einfach zufrieden waren. Die Autorin greift sämtliche Vorurteile auf, die der Westen vom Osten hat und der Osten vom Westen.

Ob man nun im Osten oder im Westen aufgewachsen ist, ich denke, dieses Buch wird alle Leser ein wenig berühren und Verständnis für den jeweils anderen Landesteil fördern. Im Großen und Ganzen zeigt es, dass die Menschen hüben wie drüben gar nicht so verschieden sind.

Ich habe das Buch sehr gern gelesen und mich gut unterhalten gefühlt. Der letzte Pepp hat mir allerdings gefehlt. Nichtsdestotrotz gibt es von mir eine klare Leseempfehlung.

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Interessante Einblicke, locker aufbereitet

Tagebuch eines Buchhändlers von Shaun Bythell


Shaun Bythell ist der Besitzer des größten Buchladens in Schottland, wo er an die 100.000 Gebrauchtbücher führt. In seinem (fiktiven?) Tagebuch erzählt er von seinen alltäglichen Sorgen, Ärger mit Angestellten und Kunden, aber auch von den schönen Seiten seines Berufs.

Tag für Tag (außer Sonntag) begleiten wir den antiquarischen Buchhändler Shaun Bythell ein ganzes Jahr lang und erleben dabei Höhen und Tiefen dieses Berufs.

Die Eintragungen für jeden Tag beginnen mit der Anzahl der Online-Bestellungen und der dafür gefundenen Bücher. Oft bleiben die Bücher unauffindbar, da sie falsch einsortiert wurden - die Angestellte Nicky hat dafür immer eine ausgefallene Begründung parat - oder vielleicht gestohlen wurden.

Nach einigen herausragenden Ereignissen des jeweiligen Tages, ein besonderes Kundengespräch, Ankauf einer Büchersammlung, Schwierigkeiten mit dem Online-Bestell-System oder Ähnliches, endet der Tageseintrag mit den Tageseinnahmen und der Anzahl der Kunden, was in der Regel leider recht deprimierend ist.

Jedem Monat ist ein Zitat aus George Orwells „Erinnerungen an eine Buchhandlung“ aus dem Jahr 1936 vorangestellt, das von Bythell kurz kommentiert wird, indem er es mit seiner gegenwärtigen Situation vergleicht.

Bei allen Schwierigkeiten mit dem Konkurrenten Amazon und geizigen Kunden lässt Shaun Bythell aber auch immer wieder eine Begeisterung für den Beruf des Buchhändlers und für Bücher an sich durchblicken. Dies alles ist sehr interessant und gibt Einblicke in die Branche. Dabei lässt sich das Buch aber sehr locker lesen. Shaun Bythell schreibt oft sehr sarkastisch, manchmal geradezu böse, aber man muss auch immer wieder schmunzeln.

Ein bisschen öde fand ich die ständigen Wiederholungen. Andererseits macht gerade dies die Tagebucheinträge auch authentisch.

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