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Rezensionen von Lilli33:

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Spannend und gruselig

Bloom - Die Apokalypse beginnt in deinem Garten von Kenneth Oppel


Inhalt:
Nach einem heftigen und anhaltenden Regen beginnt auf der ganzen Welt schwarzes Gras zu sprießen, gegen das alle Menschen hochgradig allergisch reagieren. Alle? Nein, die drei Jugendlichen Anaya, Petra und Seth sind immun. Ihnen geht es sogar besser als vorher, denn ihre ursprünglichen Allergien sind plötzlich weg.

Doch die schwarzen Pflanzen drohen den ganzen Planeten kaputt zu machen und alles zu überwuchern. Sie greifen sogar Tiere und Menschen an …

Meine Meinung:
„Bloom. Die Apokalypse beginnt in deinem Garten“ ist der Auftaktband einer Trilogie.

Kenneth Oppels Schreibstil ist klar und schnörkellos, die Sätze relativ einfach und die Handlung ziemlich geradlinig. Für die Zielgruppe (Leser*innen ab ca. 12 Jahren) ist das absolut angemessen.

Nach einer kurzen Einführung der Charaktere zu Beginn des Buchs entwickelt sich dann sehr schnell eine hohe Spannung, wodurch sich die Seiten fast von selbst umblättern. Die Gefahr ist direkt greifbar, es sterben auch Menschen, und die Beschreibungen sind zuweilen sehr drastisch und ein bisschen horrormäßig. Für zartbesaitete Kinder könnte das eventuell zu viel sein und für Albträume sorgen.

Die Entwicklung, die die Protagonisten durchmachen, wird nachvollziehbar dargestellt. Neben der drohenden Apokalypse haben sie es auch mit ganz normalen Teenagerproblemen zu tun.

Ich war voll und ganz begeistert von dieser Lektüre, bis der Ursprung des schwarzen Grases geklärt wurde. Es ist zwar plausibel, aber für meinen Geschmack zu wenig raffiniert.

Das Buch endet mit einem Cliffhanger, der auf den Folgeband überleitet. Allzu fies finde ich ihn aber nicht, da man die Geschichte als relativ abgeschlossen betrachten kann, wenn man die letzte halbe Seite außer Acht lässt.

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Spannend und gruselig
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Ich habe Schorlaus Biss vermisst

Der freie Hund von Wolfgang Schorlau; Claudio Caiolo


Inhalt:
Commissario Antonio Morello wird zu seinem eigenen Schutz aus seiner Heimat Sizilien, wo er sich mit der Mafia angelegt hat, nach Venedig versetzt. Hier ist man von dem Süditaliener nicht allzu begeistert, und auch Morello kann sich mit der angeblich schönsten Stadt der Welt nicht anfreunden.

Als ein Student aus reichem Haus ermordet wird, muss Morello auch gegen den Widerstand aus den eigenen Reihen angehen.

Meine Meinung:
Als Fan von Wolfgang Schorlaus Dengler-Reihe freute ich mich auf das neueste Werk des Autors zusammen mit dem Italiener Claudio Caiolo. Leider konnte es mich nicht so sehr begeistern. Mir fehlte der frühere Biss Schorlaus - die Story wirkt ein bisschen weichgespült. Ein so großes Thema wie die Mafia hätte doch einiges mehr an Details und Tiefgang gebraucht. Auch die Kritik an den großen Kreuzfahrtschiffen und ihrer Bedeutung für Venedig hätte ich mir noch direkter und härter gewünscht.

Die Ermittlungen im Fall des ermordeten Studenten empfand ich als etwas lasch. Da nimmt Morellos Privatleben fast mehr Raum ein. Es mag sein, dass dies der Einführung der Person in diesem Auftaktband der Krimi-Reihe geschuldet ist und in den weiteren Bänden besser wird. Ich hoffe es zumindest.

Der Schreibstil ist recht einfach. Die Sätze sind meist kurz und klar, durchzogen von einigen italienischen - zum Teil nicht übersetzten - Ausdrücken und Flüchen.

Insgesamt wurde ich gut unterhalten und fühlte mich auch direkt nach Venedig versetzt, wo ich allerdings zugegebenermaßen noch nie war. Auch wenn mich „Der freie Hund“ nicht hundertprozentig überzeugen konnte, werde ich einem Nachfolgeband sicher noch mal eine Chance gegen.

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Ich habe Schorlaus Biss vermisst
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Äußerst unterhaltsam, aber auch tiefgründig

Wenn das Schicksal anklopft, mach auf von Roger Marie-Sabine


Inhalt:
Fleur, 76 Jahre alt, ist eine hochgradige Soziophobikerin. Am liebsten würde sie sich nur noch mit ihrem geliebten Mops Mylord in ihrer Wohnung verkriechen.

Die 29-jährige Harmonie leidet am Tourette-Syndrom. Schräge Blicke und Ablehnung seitens ihrer Mitmenschen sind ihr bei allen Unternehmungen sicher.

Wie zwischen diesen beiden so unterschiedlichen Frauen eine grandiose Freundschaft entsteht, die beide ein Stück weit aus ihrer Isolation holt, erzählt dieser Roman.

Meine Meinung:
Marie-Sabine Roger erzählt einfach wunderbar warmherzig, und zwar abwechselnd aus der Sicht von Harmonie und Fleur, was sich auch im Schreibstil bemerkbar macht. In Harmonies Passagen tauchen immer wieder unvermittelt Schimpfwörter und sinnlose Laute auf, oft gibt es eine Aneinanderreihung von Gedankenfetzen ohne Kommata. Dadurch kommt recht deutlich zutage, wie die junge Frau empfindet, wie gehetzt sie sich oft fühlt.

Die Teile aus Fleurs Perspektive sind ihrem Tagebuch entnommen. Naturgemäß drückt sie sich dabei viel gewählter aus als Harmonie, schreibt zuweilen aber etwas abschweifend, wie es eben ihrem Alter entspricht.

Mir hat es sehr viel Spaß gemacht, mit Harmonie und Fleur über Grenzen hinweg zu gehen und sie beim Knüpfen ihrer wunderbaren Freundschaft zu begleiten. Über viele Sätze musste ich einfach schmunzeln, aber nicht weil sie lächerlich sind, sondern weil ich viele von den Eigenheiten, die diesen „Außenseitern“ zugeschrieben werden, auch bei mir erkenne. Dabei leide ich weder an Tourette noch an Soziophobie ;-) Und genau darum geht es hier: Man sollte Menschen nicht in irgendwelche Schubladen einsortieren, sondern sie einfach so akzeptieren, wie sie sind. Das ist für alle bereichernd.

„Die Unterschiede nicht leugnen, was bringt das schon, Karos werden nie wie Streifen aussehen. Man sollte daraus seine Signatur, seine Originalität machen.“ (S. 159)

Fazit:
Ein warmherziger, tiefgründiger und lehrreicher Roman über das Anderssein und die Freundschaft.

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Äußerst unterhaltsam, aber auch tiefgründig
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Guter Anfang, guter Schluss

Gods of Ivy Hall, Band 1: Cursed Kiss von Falk Alana


Inhalt:
Erin studiert am Ivy Hall College, doch sie ist keine normale Studentin. Wie die anderen jungen Frauen in ihrem Verbindungshaus ist sie eine Rachegöttin, die Hades, dem Gott der Unterwelt, einmal pro Woche eine Seele abliefern muss. Doch Erin ist damit nicht wirklich glücklich. Sie tut das nur, um ihre Schwestern zu schützen.

Schwierig wird es, als sie sich in Arden verliebt, denn es ist klar, dass sie ihn nie küssen kann. Durch den Kuss würde sie auch ihm die Seele rauben.

Meine Meinung:
Alana Falk kann schreiben. Das habe ich bei ihren anderen Werken schon gesehen, und auch hier gibt es sprachlich praktisch nichts zu meckern. Der Schreibstil gefällt mir sehr gut. Die Erzählung erfolgt abwechselnd aus den Perspektiven von Erin und Arden - das ist ebenso gut gelungen. Auch die Idee zu dieser Geschichte ist interessant und spannend, doch die Umsetzung konnte mich leider nicht überzeugen.

Nach einem dynamischen und spannenden Anfang, flacht der Roman im Mittelteil schwer ab. Die Handlung dreht sich ständig im Kreis und kommt nicht recht voran. Die Protagonisten denken immer wieder dieselben Gedanken und versinken in Selbstmitleid, anstatt mal eine Entscheidung zu treffen, welche auch immer. Auf Dauer hat mich das ein wenig gelangweilt und genervt. Ich fühlte mich als Leserin nicht wirklich ernst genommen.

Die Liebesgeschichte entwickelt sich dabei wenigstens schön langsam und nachvollziehbar, nimmt aber für meinen Geschmack einen viel zu großen Raum ein. Mir hätte es besser gefallen, wenn die Mythologie mehr thematisiert worden wäre.

Der Schluss konnte mich dann wieder überraschen. Mit einer solchen Wendung habe ich nicht gerechnet. Auch wenn das Buch recht offen endet, ist es kein fieser Cliffhanger. Und alle, die gerne weiterlesen wollen, können sich freuen, denn Band 2 soll schon im August 2020 erscheinen.

Fazit:
Guter Anfang, guter Schluss. Dazwischen viele Längen, ohne dass die Handlung groß vom Fleck kommt. Ganz viel Gefühl, eher wenig Mythologie.

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Guter Anfang, guter Schluss
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Leider nur mittelprächtig

Gods of Ivy Hall, Band 1: Cursed Kiss von Falk Alana


Inhalt:
Allison Carpenter stürzt mit dem Flugzeug in den Rocky Mountains ab. Der Pilot und einzige andere Insasse ist tot. Doch Ally wird verfolgt und muss um ihr Leben fürchten.

Währenddessen erhält Allys Mutter Maggie in Maine die Nachricht, dass ihre Tochter bei dem Flugzeugabsturz ums Leben gekommen ist.

Doch sie hat erhebliche Zweifel daran und beginnt nachzuforschen, wodurch auch sie in tödliche Gefahr gerät.

Meine Meinung:
Die ersten etwa 200 Seiten dümpeln leider nur gemächlich vor sich hin. Sie erinnern eher an eine Familiengeschichte als an einen Thriller. Die Spannung liegt hier nur wenig über dem Nullpunkt.

Zudem fand ich einige unlogische Ereignisse ziemlich ärgerlich. Obwohl Allisons Leiche nicht gefunden wird, wird sie kurz darauf schon für tot erklärt. Hallo??? Jim Quinn, ein mit Maggie befreundeter Polizist, will sie mit aller Macht vom Tod ihrer Tochter überzeugen, obwohl noch gar nicht groß nach einer Leiche gesucht wurde, geschweige denn eine gefunden - außer der des Piloten. Oder: Ally schneidet sich die Haare ab, ganz nah an der Wurzel. Ein paar Seiten später kämmt sie sich die Haare.

Davon abgesehen fand ich die zweite Hälfte des Buches sehr spannend. Auch die Erzählung in zwei Haupterzählsträngen (Ally und Maggie) gefiel mir gut. Ally, die um ihr Leben läuft. Maggie, die herauszufinden versucht, was wirklich geschehen ist. Kurze Einschübe aus Sicht der Bösen runden das Ganze ab.

Fazit:
Man braucht schon viel Geduld, bis die Handlung richtig Fahrt aufnimmt. Außerdem ist Toleranz gefragt, damit man einige unlogische Details ignorieren kann und sich nicht daran stört.

Im Großen und Ganzen ein recht mittelmäßiger Thriller.

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Spannender Thriller zwischen Schweden und Chile

Feuerland von Pascal Engman


Inhalt:
Ein Stockholmer Juweliergeschäft wird überfallen, zwei reiche Männer werden entführt. Kommissarin Vanessa Frank ermittelt inoffiziell, da sie zur Zeit vom Dienst suspendiert ist. Um die Zeit totzuschlagen, hilft sie außerdem in einem Flüchtlingsheim, wo sie die junge Natasja betreut.

Doch eines Tages sind das Mädchen und seine Freundin spurlos verschwunden.

Chile. In der Clinica Bavaria, einer Klinik der Colonia Rhein, werden hauptsächlich Organtransplantationen vorgenommen. Dazu werden Kinder nach Chile verschleppt. Der Deutsche Don Carlos regiert die Colonia Rhein als allmächtiger Tyrann.

Meine Meinung:
Mit „Feuerland“ hat Pascal Engman einen spannenden Auftaktband seiner neuen Thriller-Reihe um die schwedische Kriminalkommissarin Vanessa Frank vorgelegt. Ich habe den Roman sehr gerne gelesen und war von der ersten bis zur letzten Seite gefesselt. Dazwischen liegen viele überraschende Wendungen, aber auch brutale und blutige Szenen. An einigen Stellen können einem schon Zweifel kommen ob der überragenden Fähigkeiten der Protagonisten. Dann wieder wirken sie mit ihren Ecken und Kanten ganz menschlich und authentisch und fordern die Sympathien der Leserschaft ein.

Die verschiedenen Szenenwechsel haben mir gut gefallen, erhöhen sie doch die Spannung noch zusätzlich und animieren stets zum Weiterlesen.

Zuweilen hatte ich leichte Probleme mit den Handlungsweisen der Figuren, die mir nicht immer logisch erschienen. Um nicht zu spoilern, möchte ich hier aber nicht weiter darauf eingehen. Allzu schlimm fand ich es nicht. Das Unlogische beginnt schon mit dem Titel des Buches, das mit Feuerland überhaupt nichts zu tun hat. Es wird lediglich erwähnt, dass der chilenische Handlungsort nördlich von Feuerland liegt.

Fazit:
Trotz kleiner Kritikpunkte eine spannende und unterhaltsame Lektüre, die leider auch aktuelle reale Missstände aufgreift und anprangert.

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Spannender Thriller zwischen Schweden und Chile
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Fesselnder Genre-Mix

Echo des Schweigens von Markus Thiele


Inhalt:
Dem Strafverteidiger Hannes Jansen wird ein brisantes Mandat übertragen. Ein Polizeibeamter ist des Mordes an einem Senegalesen angeklagt, beteuert aber seine Unschuld. Kurz vor Prozessende gelangt Hannes an Informationen, die ihn an der Unschuld seines Mandanten zweifeln lassen.

Die Rechtsmedizinerin Sophie ist auf der Suche nach ihrem Vater, der ihre Mutter noch vor Sophies Geburt verlassen hat.

Sie muss sich dabei auch mit den dunklen Seiten ihrer Familiengeschichte auseinandersetzen.

Meine Meinung:
Markus Thiele ist nicht nur Autor, sondern auch Rechtsanwalt, und das merkt man diesem Roman durchaus an. Die juristischen Details werden hier glaubhaft dargestellt. Aufgrund der Buchbeschreibung hatte ich allerdings erwartet, dass der Fokus viel mehr auf dem Dilemma des Strafverteidigers liegt, der sich zwischen Recht und Gerechtigkeit entscheiden muss. Dies wird zwar schon thematisiert, kam mir aber ein bisschen zu kurz. Dies hätte Thiele gerne noch vertiefen können.

Dagegen hatte ich nicht damit gerechnet, dass Sophies Familiengeschichte eine so große Rolle spielt. Im Nachhinein hat mich das gefreut, denn es ist wirklich gut erzählt und gibt einen guten Einblick ins Dritte Reich, ohne allzu sehr ins Detail zu gehen.

Schließlich gibt es auch noch eine Liebesgeschichte, die zum Glück aber nicht dominiert.

Die Ereignisse in der Vergangenheit und in der Gegenwart werden klasse verknüpft, gibt es doch immer wieder Parallelen zwischen ihnen. Rechtes Gedankengut ist leider noch nicht ausgemerzt.

Markus Thiele versteht mit seinem klaren, ansprechenden Schreibstil zu fesseln. Die Figuren erwachen vor den Augen der Leserschaft zum Leben und wirken sehr authentisch. Ihre Handlungen sind gut nachvollziehbar. Thiele erzählt ruhig und niemals überstürzt.

Bisweilen wird dieses Buch als Thriller klassifiziert - das ist es definitiv nicht. Atemberaubende Spannung gibt es hier nicht, aber eine interessante und fesselnde Story auf jeden Fall.

Fazit:
Eine gelungene Mischung aus Justizdrama, historischem Roman und Liebesgeschichte.

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Fesselnder Genre-Mix
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Der vierte Fall für Sam Berger und Molly Blom

Vier durch vier von Arne Dahl


Inhalt:
Sam Berger schlägt sich mehr schlecht als recht als Privatdetektiv durch. Auch privat ist er am Boden, denn Molly Blom hat sich aus seinem Leben verabschiedet. Dabei ist sie doch mit seinem (?) Kind schwanger.

Als Sam endlich einen interessanten und lukrativen Fall bekommt, kann er nicht ahnen, welche Kreise die Entführung einer russischen Ex-Zwangsprostituierten zieht und in welcher Gefahr Molly Blom dabei ist.

Meine Meinung:
Die ersten drei Bände dieser Reihe habe ich mit Begeisterung gelesen. So freute ich mich nun auf Band 4. Man muss die Vorgänger vielleicht nicht unbedingt kennen, tut sich aber sicher leichter, wenn man diese gelesen hat, weil man dann zumindest die Beziehungen der Hauptfiguren zueinander besser einordnen kann.

Der Einstieg fiel mir trotzdem schwer genug. Anfangs habe ich die Handlung stellenweise als sprunghaft und unzusammenhängend empfunden. Zwischendurch fehlten mir bisweilen kleine Informationen, zum Beispiel, wie Sam zu einer bestimmten Vermutung kommt. Die ist einfach da, ohne dass ich nachvollziehen konnte, wie er darauf kommt. Wie schon in den vorherigen Bänden hilft es auch hier, einfach weiterzulesen und abzuwarten, bis sich die einzelnen Teile zusammenfügen und ein klares Bild ergeben.

Dabei spart Arne Dahl nicht an Überraschungen und unvorhersehbaren Wendungen. Von Anfang an ist die Spannung hoch und gegen Ende wächst sie noch weiter an. Die Verbrechen sind brutal und blutig - für zartbesaitete Leser*innen nicht unbedingt zu empfehlen.

Das Buch endet mit einem schockierenden Cliffhanger. Normalerweise mag ich so etwas ja gar nicht. Hier stört es mich aber nicht, denn es zeigt lediglich, dass die Reihe noch weitergeführt werden kann. Man kann das Ende aber auch so stehen lassen und den Fall als abgeschlossen betrachten.

Man darf gespannt sein, welchen Titel sich der Verlag für einen 5. Band einfallen lässt, nachdem die vier Grundrechenarten nun abgehakt sind. ;-)

Die Berger & Blom-Reihe:
1. Sieben minus eins
2. Sechs mal zwei
3. Fünf plus drei
4. Vier durch vier

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Der vierte Fall für Sam Berger und Molly Blom
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Bewegend und hoffnungsfroh

Das Haus der Frauen von Laëtitia Colombani

Inhalt:
Gegenwart. Die Pariser Anwältin Solène kämpft mit einem Burn-out. Auf Anraten ihres Psychiaters engagiert sie sich ehrenamtlich. Ihr Job ist es, einmal in der Woche im „Haus der Frauen“ eine Sprechstunde abzuhalten und den dort lebenden Frauen beim Ausfüllen von Formularen oder Verfassen von Briefen behilflich zu sein.

Dabei hilft sie nicht nur den anderen Frauen, sondern diese helfen auch ihr, ihr Leben wieder auf die Reihe zu bekommen.

1925. Blanche Peyron ist mit Leib und Seele Offizierin bei der Heilsarmee. Sie hat ihr ganzes Leben dem Helfen verschrieben. In diesem Jahr kämpft sie darum, aus einem riesigen leerstehenden Haus in Paris ein Frauenhaus zu machen.

Meine Meinung:
Das erste Werk der Autorin, „Der Zopf“, habe ich leider nicht gelesen, aber viel Gutes darüber gehört. Als sich mir nun die Gelegenheit bot, „Das Haus der Frauen“ zu lesen, musste ich einfach zuschlagen. Und ich habe es nicht bereut. Es ist auf jeden Fall ein gutes Buch, das es wert ist, gelesen zu werden. Allerdings konnte Laetitia Colombani mich nicht hundertprozentig überzeugen.

Gelungen fand ich die Wechsel zwischen Gegenwart und Vergangenheit, die sich auf gewisse Weise mit demselben Thema beschäftigen, nur eben zu anderen Zeiten. Was sich seit dem Anfang des 20. Jahrhunderts verändert hat in unserer Gesellschaft, ist schon enorm. Trotzdem sind immer wieder hauptsächlich Frauen die Leidtragenden und Unterdrückten.

Colombani erzählt von ganz verschiedenen Frauen, die eine Zuflucht im Haus der Frauen gefunden haben. Ob es nun Flüchtlinge aus Guinea, ehemalige Obdachlose oder von ihren Ehemännern misshandelte Frauen sind, sie alle brauchen einen sicheren Ort, an dem sie zur Ruhe kommen und ihr weiteres Leben in Angriff nehmen können. Dies ist nun der Punkt, der mir nicht so recht behagte: Es ist von so vielen Frauenschicksalen die Rede auf so wenig Seiten. Für mich blieb das Erzählte deshalb leider etwas zu oberflächlich. Nicht einmal den beiden Protagonistinnen Solène und Blanche fühlte ich mich richtig nahe, obwohl sich die Handlung hauptsächlich um sie dreht.

Wie schon erwähnt, ist das Buch gut, aber es hätte noch besser sein können, wenn die Autorin mehr in die Tiefe gegangen wäre, detaillierter und ausgeschmückt erzählt hätte, die Sprache weniger nüchtern wäre und mehr Emotionen hervorrufen würde. Der Schreibstil hat mir nicht ganz zugesagt. Er wirkt recht einfach und schnörkellos. Die Sätze sind oft sehr kurz, eine Zeile lang oder auch nur eine halbe. Aber das ist meine subjektive Empfindung und sollte niemanden davon abhalten, dieses Buch zu lesen. ;-)

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Bewegend und hoffnungsfroh
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Wunderbare Gratwanderung zwischen Weinen und Lachen

Marianengraben von Jasmin Schreiber


Inhalt:
Paula hat der Tod ihres kleinen Bruders Tim vollkommen aus der Bahn geworfen. Bei einer skurrilen Begegnung auf dem Friedhof lernt sie den viel älteren Helmut kennen, der mit dem Tod und seiner Trauer ganz anders umgeht als Paula. Unversehens finden sich die beiden auf einem Roadtrip wieder, der manche Überraschung für Paula bereithält.

Meine Meinung:
Der Marianengraben steht für die tiefe Depression, in der die Protagonistin Paula steckt. Er ist über 11.000 Meter tief. Das erste Kapitel trägt die Überschrift „11000“, jedes weitere eine kleinere Zahl, bis zum Kapitel „0“ - gleichbedeutend mit dem Auftauchen aus der Tiefe und Wiedereintritt ins Leben. Dieses Bild fand ich einfach genial und besonders.

Wir erleben die Geschichte aus Paulas Ich-Perspektive. So kann man sich perfekt in diese tieftraurige junge Frau hineinversetzen und ihre Gefühle nachempfinden. In Zwiegesprächen mit ihrem toten Bruder erinnert Paula sich an viele besondere Szenen in ihrer beider Leben, Szenen, die sie nie wieder mit Tim erleben kann. Trotzdem schafft Jasmin Schreiber es durch einen herrlich leichten Schreibstil, dass man von all diesen traurigen Gedanken nicht heruntergezogen wird.

Auch die Figur des Helmut trägt ihren Teil dazu bei, dass dieser Roman nicht nur traurig, sondern auch witzig ist. Dieser schrullige alte Herr ist schon ein Phänomen. Er hat seine ganz eigenen Ansichten und seinen Pragmatismus, womit Paula sich arrangieren muss. Nach anfänglicher Ablehnung auf beiden Seiten entsteht schließlich eine erstaunlich enge Beziehung zwischen ihnen, von der sowohl Paula als auch Helmut profitieren.

„Marianengraben“ hat mich sehr stark berührt, aber auch gut unterhalten. Ich habe jede einzelne Seite des Romans genossen, schwankte ständig zwischen Weinen und Lachen und war stets gespannt, was weiter passieren würde. Am Ende konnte ich das Buch mit einem zufriedenen Lächeln zuklappen.

ACHTUNG TRIGGERWARNUNG (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):

dizius, sberk

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Wunderbare Gratwanderung zwischen Weinen und Lachen