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Rezensionen von Lilli33:

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Undurchsichtige Morde

Eisige Dornen von Jonas Moström


Inhalt:
Der Fußballspieler Henrik Borg wird tot aufgefunden. Er liegt friedlich im Bett, mit einer blau gefärbten Rose auf der Brust. Schnell steht fest, dass er ermordet wurde. Und schon gibt es ein zweites Opfer: Der Pilot Mikael Tornerud wird in derselben Pose gefunden wie Borg. Deutet die Rose auf den MC-Klub Deadly Roses hin? Die Sonderemittlungsgruppe um Ingemar Granstam, Johan Axberg und die Psychiaterin Nathalie Svensson tappt lange Zeit im Dunkeln …

Meine Meinung:
Ein Personenverzeichnis am Anfang des Romans erleichtert vor allem Neueinsteigern die Orientierung.

Die Anzahl der Agierenden ist nämlich nicht unbeträchtlich. Viele sind allerdings aus den Vorgängerbänden bekannt. Vorkenntnisse sind aber nicht vonnöten; der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen.

Erzählt wird aus vielen verschiedenen Perspektiven, vor allem der Ermittler, aber auch des Täters. Oft enden die Kapitel mit einem Cliffhanger, der einerseits natürlich Spannung aufbaut, mir andererseits aber auch manchmal zu viel war, weil ich nun endlich vorankommen und dem Täter auf die Spur kommen wollte. So fühlte ich mich immer wieder ausgebremst.

Die Polizei tappt lange Zeit im Dunkeln und die Ermittlungen ziehen sich. Vordergründig gibt es kein Motiv für die Morde und auch keine Verbindung zwischen den Opfern, bei denen es nicht bei zweien bleibt. Die Tatorte sind über das ganze Land verteilt, was die Ermittlungen zusätzlich erschwert, mir aber auch ein wenig den Überblick schwer machte. Für mich hätte sich der Autor nicht so verzetteln müssen ;-)

Im Endeffekt ist es aber eine spannende Handlung, die mit ein wenig Privatleben der Ermittler garniert ist und am Ende logisch aufgeklärt wird.

Die Nathalie Svensson-Reihe:
1. So tödlich nah
2. Dominotod
3. Mitternachtsmädchen
4. Eisige Dornen

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Undurchsichtige Morde
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Ein neuer Fall für Jean Michael Cardell

1794 von Natt och Dag Niklas


Inhalt:
Cardell wird von einer Frau beauftragt, den Mörder ihrer Tochter zu suchen. Für das Verbrechen sitzt der Ehemann in der Irrenanstalt, doch die Frau ist von seiner Unschuld überzeugt.

Meine Meinung:
„1794“ ist die Fortsetzung von „1793“, aber leider nicht ganz so gut gelungen.

Wie der Vorgänger ist das Buch in 4 Teile untergliedert, wovon der erste sich ziemlich uninteressant in die Länge zieht. Jean Michael Cardell tritt erst ab dem 2. Teil auf den Plan, und ab da nimmt die Geschichte dann auch Fahrt auf und wird spannend. Der 1. Teil ist zwar notwendig als Vorgeschichte, hätte aber erheblich gekürzt werden können.

Die brutalen und dreckigen Zustände in Stockholm werden wieder deutlich dargestellt. Das Böse lauert überall, wobei sich einer ganz besonders hervortut. Zart besaitet sollte man wahrlich nicht sein. Die Beschreibungen der Gräueltaten sind drastisch und detailliert.

Neben dem Verbrechen und den zugehörigen Ermittlungen werden auch viele private Umstände und Probleme der Protagonisten angesprochen, die in meinen Augen die Handlung noch abrunden.

Erzählt wird aus verschiedenen Perspektiven. Die Wechsel erzeugen zusätzliche Spannung und bieten den Lesenden ein umfassendes Bild des Geschehens.

Fazit:
Nach einem eher zähen Beginn nimmt die Handlung schließlich Fahrt auf und entwickelt sich dann interessant und spannend. Etwas schwächer als der Vorgänger-Band.

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Ein neuer Fall für Jean Michael Cardell
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Ausgefeilter Auftakt

Falling Skye (Bd. 1) von Frisch Lina


Inhalt:
Nach einer Katastrophe wandeln sich die USA in naher Zukunft in die Gläsernen Nationen. Jugendliche werden in bestimmten Zentren getestet und entweder den Rationalen oder den Emotionalen zugeordnet - mit entsprechenden Zukunftsaussichten. Skyes Vater steht als Parlamentarier voll hinter dieser sogenannten Kristallisierung, und auch Skye ist überzeugt, dass es für die Gesellschaft und die einzelnen Menschen gut ist.

Als sie zu ihrer eigenen Testung fährt, ist sie der festen Meinung, mit einem eintätowierten R zurückzukommen. Doch schnell muss Skye erkennen, dass in den Testzentren die Dinge nicht so laufen wie gedacht …

Meine Meinung:
Lina Frisch, eine junge Psychologie-Studentin, ist mit diesem Dystopie-Auftakt ein großer Wurf gelungen. Die Welt, die sie entwickelt, ist von unserer realen nicht allzu weit entfernt, entsprechende Tendenzen sind auch bei uns leider immer mehr feststellbar. Insofern beinhaltet dieses Buch auch eine politische Botschaft, die den ein oder anderen vielleicht aufrütteln kann.

Obwohl die Handlung nicht allzu rasant voranschreitet, ist jede Seite fesselnd erzählt. Die Autorin führt die Lesenden behutsam an den Plot und an die Protagonisten heran. Verständnisprobleme gibt es an keiner Stelle. Die Charaktere sind vielschichtig und tiefgründig angelegt. Skye erweist sich von Anfang als recht sympathisch und charakterstark.

Der Hauptteil wird aus Skyes Ich-Perspektive erzählt. So ist man ganz nah an dieser Figur dran und kann sich super in ihre Gedanken und Gefühle hineinversetzen. Ihre Entwicklung im Verlauf des Romans erscheint absolut plausibel und gut nachvollziehbar.

Dazwischen gibt es immer wieder Einschübe aus einer zweiten Perspektive, auch diese in der Ich-Form, was mich anfangs etwas verwirrt hat. Aber ich gewöhnte mich dann doch schnell daran.

Das Besondere an diesem Jugendbuch sind die vielen psychologischen Aspekte. Skye muss eine große Anzahl an Entscheidungen treffen, zu ihrem eigenen Wohl, dem ihrer Freunde oder der ganzen Gesellschaft. Dabei weiß sie nie, auf wen sie sich verlassen kann, wem sie noch trauen kann. Das gibt dem Ganzen unheimlich viel Spannung. Aber auch die Handlung an sich ist alles andere als langweilig. Hier gibt es etliche Geheimnisse zu enthüllen und überraschende Wendungen zu verarbeiten.

Am Ende sind wir an einem Zwischenabschnitt angekommen, die Geschichte ist aber noch lange nicht zu Ende. Daher kann ich es kaum erwarten, bis ich weiterlesen darf, muss mich aber wohl noch bis Herbst 2020 gedulden.

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Ausgefeilter Auftakt
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Solider und spannender Kriminalroman

Wisting und der fensterlose Raum von Jørn Lier Horst


Inhalt:
In der Hütte eines kürzlich verstorbenen Politikers wurde eine riesige Menge Geld gefunden. William Wisting soll verdeckt ermitteln, woher das Geld stammt. Wisting holt seine Tochter Line mit an Bord, nicht ahnend, dass er sie damit in große Gefahr bringt. Bald schon ergeben sich mögliche Verknüpfungen mit zwei ungeklärten Altfällen.

Meine Meinung:
Der erste Band dieser Reihe, „Wisting und der Tag der Vermissten“, war mein erstes Buch von Jørn Lier Horst und konnte mich restlos begeistern. Deshalb habe ich dem Erscheinen des 2. Bandes entgegen gefiebert. Hier bekam ich nun einen soliden und spannenden Kriminalroman, der aber leider nicht an die Größe seines Vorgängers heranreicht. Nichtsdestotrotz habe ich die Lektüre sehr genossen.

Wie meistens bei solchen Reihen kann man die einzelnen Bände ganz gut unabhängig voneinander lesen. Mehr Spaß macht es aber, die privaten und beruflichen Entwicklungen von Anfang an zu verfolgen.

Jørn Lier Horst schreibt recht unaufgeregt und ziemlich detailliert. Das ergibt einen authentischen Eindruck. Mir gefiel die langsame, aber stetige Entwicklung der Ermittlungsarbeit. Positiv empfand ich auch die verschiedenen Perspektiven, aus denen erzählt wird. So werden die einzelnen Puzzleteilchen von verschiedenen Seiten zusammengetragen, bis sich schließlich am Ende ein umfassendes Bild der Ereignisse ergibt. Die Auflösung wirkt dabei sehr schlüssig.

Ich werde diese Reihe um Kommissar William Wisting auf jeden Fall weiterverfolgen.

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Solider und spannender Kriminalroman
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Wunderschön

Sweet Sorrow von Jørn Lier Horst

Inhalt:
Nach seinem Schulabschluss hängt der sechzehnjährige Charlie Lewis ziemlich in der Luft. Die Prüfungen hat er vermasselt, seine Mutter ist mit Charlies Schwester ausgezogen - er selbst muss beim depressiven und alkoholkranken Vater wohnen bleiben. Die Zukunftsperspektive ist eher trostlos.

Da stolpert Charlie quasi mitten in die Proben zu einem Theaterstück, ausgerechnet Shakespeares „Romeo und Julia“. Und die Julia alias Fran Fisher hat es ihm sofort angetan. Ehe er sich’s versieht, hat er selbst auch eine Rolle in dem Stück, obwohl ihm das Schauspielern gar nicht liegt.

Charlie erlebt einen Sommer der extremen Gefühle. Zwischen Sorgen um seinen Vater und seine eigene Zukunft und seinen jugendlich-stürmischen Gefühlen für die charismatische Fran reift der Junge zum Mann …

Meine Meinung:
Ein ganz wunderbares Buch! Für mich war es das bisher beste Buch des Autors. Ich ließ mich gern von ihm verzaubern und ganz tief in diese wahnsinnig tiefgründige und authentische Liebesgeschichte hineinziehen. Es ist aber nicht nur eine Liebesgeschichte, sondern viel mehr: ein Familiendrama, eine Geschichte über das Erwachsenwerden, eine Geschichte über Freundschaft, Verlust und Vertrauen. Ich habe jede Seite davon genossen und war an manchen Stellen sogar zu Tränen gerührt, obwohl es gar nicht so furchtbar traurig ist.

David Nicholls beobachtet ganz genau und erzählt sehr detailliert. Dadurch kann man sich gut in die Protagonisten einfühlen. Wie Charlie seine erste große Liebe erlebt, kam mir total realistisch vor - vieles war bei mir damals ganz ähnlich. Ich fand es toll, wie viel Zeit Nicholls den Figuren lässt, um sich zu finden. Hier wird nichts übereilt, ein Schritt folgt auf den anderen, begleitet von Selbstzweifeln und Sehnsüchten. Charlie tut sich schwer, sich Fran zu offenbaren, hat er doch das Gefühl, dass sie in einer ganz anderen Liga spielt. So dauert es viele lustige und traurige, stürmische und ruhige, peinliche und rührende Szenen, bis aus Charlie und Fran ein Paar wird.

Und nebenbei geht das Leben weiter. Charlies nicht mehr intakte Familie macht ihm schwer zu schaffen, auch Geldsorgen erleichtern den Alltag nicht gerade. Doch durch Fran und seine anderen neuen Freunde von der Theatertruppe kann Charlie sich weiterentwickeln und lernen, mit seiner misslichen Situation besser umzugehen.

Mich hat dieser Roman rundum begeistert und ich bin ganz traurig, dass er schon zu Ende ist. Ich bin aber sicher, dass er noch lange nachhallen und mich beschäftigen wird.

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Wunderschön
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Extraordinär

Vicious - Das Böse in uns von V. E. Schwab


Inhalt:
Die Freunde Victor Vale und Eli Ever studieren Medizin. Für ihre Abschlussarbeit wagen sie ein riskantes Experiment. Eine willentlich herbeigeführte Nahtoderfahrung soll ihnen zu Superkräften verhelfen, sogenannte Extraordinäre aus ihnen machen. Das Experiment glückt, doch das ist nicht wirklich gut.

Denn jetzt kommt das Böse zum Vorschein …

Meine Meinung:
Etwas Derartiges habe ich noch nicht gelesen - das empfinde ich schon mal als positiv. Das Thema ist einfach noch nicht ausgelutscht wie so viele andere. Victoria Schwab schreibt auch sehr gut, flott und dynamisch mit einer kleinen Prise Humor. Da macht das Lesen richtig Spaß.

Die Geschichte ist auch recht spannend, wobei die Spannung gegen Ende immer mehr zunimmt. Hier wird Kapitel für Kapitel die verbleibende Zeit bis zum Show down heruntergezählt, was für zusätzliches Herzrasen sorgt.

Anfangs wird in verschiedenen Zeitebenen erzählt, einmal die Ereignisse vor etwa zehn Jahren, als alles begann, zum anderen die Geschehnisse in der Gegenwart, wo Victor und Eli einander jagen. Was dazu geführt hat, erfährt man nur häppchenweise durch die Einschübe aus der Vergangenheit. Einige Kapitel erzählen auch aus der Zeit dazwischen. Die verschiedenen Zeitebenen lassen sich dabei gut auseinanderhalten und verwirren nicht, denn sie sind sehr sinnvoll angeordnet.

Der Roman regt zum Nachdenken über Gut und Böse an, denn wer hier gut und wer böse ist, lässt sich kaum durchschauen. Jeder trägt beides in sich, wobei mal diese Seite, mal jene überwiegt. Oft kommt es auch auf den Blickwinkel an. Richtig sympathisch ist dabei kaum einer der Protagonisten, was mich aber nicht gestört hat. Allerdings hätte ich mir noch ein wenig mehr Tiefe für die Figuren gewünscht. Und auch bezüglich der paranormalen Kräfte waren mir die Erklärungen ein bisschen zu oberflächlich.

Fazit:
Ein düsterer Genre-Mix von Fantasy, Horror und Thriller. Es gibt zwar Härteres, aber trotzdem ist das Buch nur für nicht allzu zart besaitete Leser*innen zu empfehlen.

Die Reihe:
1. Vicious. Das Böse in uns
2. Vengeful. Die Rache ist mein (ET voraussichtlich im April 2020)

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Extraordinär
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Turbulentes Abenteuer

Die Fowl-Zwillinge und der geheimnisvolle Jäger von Eoin Colfer


Inhalt:
Die Zwillinge Myles und Beckett Fowl, Artemis Fowls elfjährige Brüder, könnten unterschiedlicher nicht sein. Während Myles mehr nach Artemis geraten ist, ebenso intelligent und genial wie dieser, wirkt Beckett mehr wie ein normaler Junge, der Tiere und körperliche Betätigung jeder Art liebt, sich aus Wissen aber nicht viel macht.

Diese beiden geraten nun eines schönen Tages zwischen alle Fronten. Der alternde Lord Teddy, eine gnadenlose Nonne sowie die junge Welfe Lazuli kreuzen ihren Weg und sorgen für turbulente Abenteuer.

Meine Meinung:
Dieses Buch ist der Auftaktband des 2. Fowl-Zyklus. Im 1. Zyklus spielte Artemis Fowl die Hauptrolle, hier sind es nun seine jüngeren Brüder Myles und Beckett. Ich kenne zwar die Artemis Fowl-Bücher, möchte aber behaupten, dass dies keine zwingende Voraussetzung ist. Zwar ist die Geschichte in derselben Welt angesiedelt, aber mit anderen Figuren. Was man wissen muss, wird hier gesagt.

Anfangs fiel es mir schwer, mich auf Myles und Beckett einzulassen - ich vermisste Artemis, und die beiden waren mir auch noch etwas zu kindlich. Doch schon bald erkannte ich das Potential, das in der Zwillingsbesetzung steckt, denn Beckett ist mitnichten das lästige Anhängsel des Superhirns Myles, wie man zu Anfang vermuten könnte. Auch wenn sein IQ um einiges niedriger sein dürfte, so hat er doch auch seine Qualitäten, die im Zweifelsfall Leben retten können, wo schlaue Pläne versagen. Das Zusammenspiel der beiden ist insofern einfach genial.

Der Schreibstil ist wie von den Artemis Fowl-Büchern her bekannt, knackig, frisch und humorvoll. Es gibt viele spannende, aber auch rührende Szenen, viele Dialoge sind total witzig. Wer Artemis Fowl mochte, wird sehr wahrscheinlich auch die neue Reihe lieben. Ich bin auf jeden Fall schon gespannt, wie sich das Verhältnis zwischen den Zwillingen und der Unterwelt weiterentwickelt.

Fazit:
Eine gelungene Mischung aus Fantasy, Abenteuer, Science-Fiction und Humor.

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Turbulentes Abenteuer
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Solider Thriller, aber auch nicht besser als viele andere

Draußen von Eoin Colfer


Inhalt:
Die siebzehnjährige Cayenne und ihr fünfzehnjähriger Bruder Joshua leben außerhalb der Gesellschaft. Stephan, ihr Beschützer und Ersatzvater, zwingt sie dazu, weil sie in Gefahr sind. Für Joshua ist das ein einziges Abenteuer. Er stellt sich mit Leib und Seele dem harten Überlebenstraining, das Stephan den beiden in den Wäldern Brandenburgs angedeihen lässt.

Doch Cayenne bekommt immer mehr Zweifel, ob an dieser Geschichte von der Gefahr überhaupt etwas dran ist. Denn Stephan macht ein großes Geheimnis darum.

Meine Meinung:
Den meisten Lesern wird das Autorenduo Klüpfel/Kobr von den Kluftinger-Krimis her bekannt sein. Damit haben sie einen Riesenerfolg - zu Recht. Einen wie den Kluftinger gibt es nicht noch einmal. Und das ist für mich die Krux bei diesem Versuch, einmal etwas anderes zu schreiben: Thriller gibt es wie Sand am Meer, und hier reiht sich nun auch „Draußen“ ein, ein solider Thriller, der sich aber nicht groß von anderen soliden Thrillern unterscheidet. Gute Unterhaltung, an die ich aber sicher schon in wenigen Wochen keinen Gedanken mehr verschwenden werde.

Interessant ist das Setting in der Prepper-Szene mit einem Touch von Endzeit-Atmosphäre, denn das wurde noch nicht so oft in Romanen verarbeitet.

Erzählt wird in drei Handlungssträngen, von denen zwei in der Gegenwart spielen. Da wäre zum einen die Handlung um Cayenne, Joshua und Stephan, zum anderen geht es um politische Ränke, in deren Mittelpunkt Jürgen Wagner steht, ein recht gewissenlos erscheinender Mann, der Erfolg gewohnt ist und das gerne auf Kosten anderer. Der dritte Erzählstrang besteht aus Tagebucheinträgen eines Fremdenlegionärs.

Auch wenn Stephan gegenüber den Kindern nichts Genaues über sein Motiv herauslässt, kann man sich als Leser schon bald einiges zusammenreimen und bestimmte Zusammenhänge erahnen, wenn auch bei Weitem nicht alles. Am Ende laufen natürlich alle Fäden zusammen und die ganze Geschichte kommt ans Licht. Was in der Vergangenheit geschehen ist, wirkt auf mich ein wenig an den Haaren herbeigezogen, wenn auch nicht ganz unrealistisch. Und auch im weiteren Verlauf konnte ich nicht alle vor allem von Stephans Verhaltensweisen nachvollziehen. Seine ewige Geheimniskrämerei ging mir schon ein bisschen auf die Nerven, sodass ich fast gesagt hätte: „Dann behalt’s doch für dich, ich will’s jetzt gar nicht mehr wissen.“ Aber natürlich habe ich trotzdem weitergelesen, es war ja auch spannend und gut geschrieben.

Von mir gibt es 3,5 Sterne, die ich wohlwollend aufrunde.

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Solider Thriller, aber auch nicht besser als viele andere
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Äußerst spannender Thriller

Der Kastanienmann von Eoin Colfer


Inhalt:
Mark Hess ist nach fünf Jahren bei Europol ausgebrannt und wird gegen seinen Willen in seine Heimat Kopenhagen zur Mordkommission versetzt. Hier erwartet ihn an der Seite von Naia Thulin eine bizarre Serie von Morden, die anscheinend mit einem älteren Fall zusammenhängen. Die Ermittlungen werden dadurch erschwert, dass die beiden Polizisten sich erst mal zusammenraufen müssen und auch der Chef nicht wirklich mitzieht, während der Täter ihnen stets mindestens einen Schritt voraus ist.

Meine Meinung:
Søren Sveistrup hat sich als Drehbuchautor einen Namen gemacht. Auch sein Thriller-Debüt kann sich durchaus sehen lassen. Trotz seines Umfangs von über 600 Seiten war mir keine Seite zu viel. Es hätten auch gerne noch mehr sein können.

Sprachlich ist der Roman sehr gut zu lesen, und die Handlung ist reichlich komplex, aber nicht zu kompliziert. Der Autor lockt den Leser trotz einer überschaubaren Zahl von Verdächtigen immer wieder auf falsche Fährten, sodass die Auflösung schließlich einigermaßen überraschend kommt. Doch bis dahin erwarten einen viele Stunden Spannung.

Für zartbesaitete Leser ist das Buch eher nicht geeignet, da es auch sehr brutale Folterszenen und andere Grausamkeiten enthält. Diese stehen jedoch nicht unbedingt im Vordergrund. Sveistrup versteht es, die Spannung subtiler zu erzeugen.

Einen Punktabzug gibt es von mir, da mir einige Kleinigkeiten nicht logisch erscheinen. Die Ermittler werden dabei etwas zu dumm dargestellt, obwohl sie sonst eher überdurchschnittlich intelligent wirken. Ich kann hier leider nicht näher darauf eingehen ohne zu spoilern.

Trotzdem gibt es von mir eine absolute Leseempfehlung für alle Thriller-Fans.

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Äußerst spannender Thriller
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Ein alter Fall in neuen Händen

Der Kastanienmann von Eoin Colfer


Inhalt:
Vor fast sechs Jahren wurde Oliver Cordes, Sprössling einer reichen Familie, ermordet. Sein Halbbruder Gustaf hat dafür fünf Jahre im Gefängnis verbracht und ist seit kurzer Zeit wieder auf freiem Fuß. Zwar hatte er damals gestanden, doch später sein Geständnis widerrufen. Sein Bewährungshelfer bittet nun den Heidelberger Kripo-Chef Alexander Gerlach, den Fall neu aufzurollen.

Doch der ist nicht von Gustafs Unschuld überzeugt. Erst als Gustaf Cordes spurlos verschwindet und es Spuren eines neuerlichen Verbrechens gibt, greift er ein …

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 16. Band der Reihe um den empathischen Kommissar Gerlach. Der Fall ist in sich abgeschlossen und somit dieser Band auch gut als Stand alone lesbar. Natürlich ist das Lesevergnügen noch größer, wenn man die Nebenhandlung mit beruflichen und privaten Entwicklungen von Anfang an verfolgt hat. Für das Verständnis ist es aber nicht notwendig.

Wer sich in der Heidelberger Gegend auskennt, wird viele bekannte Orte wiederfinden. Die Handlung beschränkt sich fast vollkommen auf den Rhein-Neckar-Kreis, hauptsächlich Heidelberg, aber auch andere Städte und Dörfer. Da ich vor Zeiten in Heidelberg gelebt habe, fühle ich mich in diesen Krimis natürlich wie zu Hause. Ich denke aber, es wird mit dem Lokalkolorit nicht so übertrieben, dass es für andere Leser öde ist.

Die Handlung entwickelt sich langsam und mit vielen Ecken. Immer wieder kommen neue Aspekte und damit Überraschungen hinzu. Die Befragung der Familienmitglieder und der Freunde und Bekannten gestaltet sich schwierig und zäh. Lügen, widersprüchliche Aussagen oder Aussageverweigerung machen Gerlach die Arbeit schwer. Darunter litt für mich ein wenig die Spannung, zumal der alte Fall sowieso schon kalt ist und es auf einen Tag mehr oder weniger nicht ankommt.

Schon früh hatte ich eine bestimmte Person im Verdacht. Am Ende konnte Wolfgang Burger mich mit seiner Auflösung aber komplett überraschen und überzeugen. Nun warte ich gespannt darauf, was der Autor sich im nächsten Band einfallen lässt, um mich wieder nach Heidelberg zu locken.

Die Reihe:
1. Heidelberger Requiem
2. Heidelberger Lügen
3. Heidelberger Wut
4. Schwarzes Fieber
5. Echo einer Nacht
6. Eiskaltes Schweigen
7. Der fünfte Mörder
8. Die falsche Frau
9. Das vergessene Mädchen
10. Die dunkle Villa
11. Tödliche Geliebte
12. Drei Tage im Mai
13. Schlaf, Engelchen, schlaf
14. Die linke Hand des Bösen
15. Wen der Tod betrügt
16. Wenn Rache nicht genügt

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