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Rezensionen von Lilli33:

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Interessanter Kurzroman

Das Leben ist ein wilder Garten von Roland Buti

Interessanter Kurzroman

Inhalt:
Carlo Weiss arbeitet als Gärtner und lässt dadurch für andere Menschen Träume wahr werden. Doch mit seinem eigenen Leben klappt es nicht so ganz. Seine Frau Ana, die er immer noch liebt, hat ihn verlassen. Die gemeinsame Tochter studiert in London und braucht die Eltern nicht mehr.

Als Carlos leicht demente Mutter aus dem Pflegeheim ausbüxt, gerät sein Leben in noch größere Unordnung. Zum Glück ist Agon, Exil-Kroate und Carlos Angestellter, auch ein guter Freund, der sich sensibel um Mensch und Natur kümmert. Doch Agons Vergangenheit holt ihn ein. Und auch Carlo muss sich mit der Vergangenheit befassen, nämlich der seiner Mutter …

Meine Meinung:
Im Großen und Ganzen hat mir dieser kurze Roman mit etwa 160 Seiten gut gefallen, was vor allem an der wundervollen Erzählweise Butis liegt. Seine feinen Beobachtungen bringen die Protagonisten den Lesenden näher, auch wenn ich mir noch viel mehr Tiefe und viel mehr Ausführlichkeit gewünscht hätte. Stimmungen werden perfekt transportiert. Der Schreibstil ist ruhig und unaufgeregt.

Viele Themen werden hier angesprochen, aber eben nur kurz gestreift, an der Oberfläche angekratzt. In die Tiefe müssen die Lesenden selbst dringen, indem sie Gedanken weiterführen oder auch eigene Recherchen anstellen.

Sowohl der französische Titel „Grand National“ als auch der deutsche „Das Leben ist ein wilder Garten“ haben ihre Berechtigung. Das „Grand National“ ist ein Luxushotel, das eine bedeutende Rolle in der Handlung spielt. Andererseits dreht sich in diesem Roman eben auch vieles um das Gärtnern und die Natur und das ungezähmte Leben in all seinen Facetten.

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Interessanter Kurzroman
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Toller Krimi mit kleinen Abstrichen

Schwarzer August von Gil Ribeiro

Toller Krimi mit kleinen Abstrichen

Inhalt:
Der deutsche Austauschkommissar Leander Lost will vorerst nicht mehr nach Hamburg zurück, obwohl das Jahr abgelaufen ist. In Portugal hat er mit Soraia zum ersten Mal Liebesglück gefunden - für den Asperger eine große Sache. Doch schon bald wird die traute Zweisamkeit durch Bombenattentate gestört.

Die Intelligenz und Logik des Deutschen sind gefragt, um weitere Attentate zu verhindern und den Täter zu ergreifen.

Meine Meinung:
Bisher habe ich nur den 1. Band der Reihe gelesen, hatte aber nun keine Schwierigkeiten, mich in diesem 4. Band zurechtzufinden. Natürlich hat sich das Privatleben der Protagonisten inzwischen ein bisschen weiterentwickelt, aber das kann man aus der aktuellen Erzählung herauslesen. Man braucht also keine Vorkenntnisse, kann meines Erachtens die Reihe sogar mit diesem Band beginnen, ohne Verständnisprobleme zu bekommen.

Nach wie vor ist Leander Lost meine Lieblingsfigur. Mit seinen trockenen Aussagen - typisch Asperger eben - hatte er von Anfang an mein Herz erobert. Immer wieder führen seine Probleme mit dem Zwischenmenschlichen dazu, dass ich schmunzeln muss. Andererseits bringt er durch seine logische Kombinationsgabe den Fall immer wieder ein Stück voran.

Auch seine Kolleg*innen Graciana Rosado und Carlos Esteves spielen eine große Rolle, gefolgt von dem eitlen Spanier Miguel Duarte und der burschikosen Kriminaltechnikerin Isadora Jordão. Jeder trägt auf seine Weise zum Gelingen der Arbeit bei. Das hat mir gut gefallen, auch wenn ich das ein oder andere Mal die Augen rollen musste, weil einer sich zu blöd benahm.

Als kleinen Wermutstropfen empfinde ich, dass die Lesenden eigentlich keine Chance haben, den Täter zu erraten. Aus welcher Ecke er kommen könnte, kann man bei intensivem Lesen vermuten, aber eben nicht, wer genau er ist. Dies kommt erst ganz zum Schluss zur Sprache.

Die Beschreibungen von Land und Leuten sind sehr atmosphärisch und laden dazu ein, den Ostteil der Algarve kennenzulernen. Im Gegensatz zur bekannten Bretagne-Reihe aus demselben Verlag verkommen die Krimis von Gil Ribeiro (aka Holger Karsten Schmidt) aber nicht zum Reise- und Restaurantführer, worüber ich sehr froh bin.

Die Reihe:
1. Lost in Fuseta
2. Spur der Schatten
3. Weiße Fracht
4. Schwarzer August

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Ein Musiker? - Ein Mensch!

Der letzte Satz von Robert Seethaler

Ein Musiker? - Ein Mensch!

Inhalt:
Gustav Mahler befindet sich an Bord der Amerika auf der Reise von New York nach Europa. Er ist krank, der Tod nicht mehr fern. An Deck des Schiffes lässt er sein Leben und seine Lieben Revue passieren.

Meine Meinung:
Auf nur etwa 120 Seiten beschreibt Robert Seethaler ein ganzes Leben, ein arbeitsames, ein tragisches, ein einsames Leben, auch wenn Mahler in dieser Erzählung behauptet, keine Einsamkeit zu kennen.

Doch die Musik geht ihm immer über alles, er strebt immer zum Höchsten - da ist es nun mal einsam. Und doch ist es auch ein erfülltes, ein glückliches Leben. Er hat viel geschafft und geschaffen, musste Schicksalsschläge hinnehmen und kann Erfolge vorweisen.

Man muss kein besonderes Faible für klassische Musik oder Musik überhaupt haben, um diese biografische Erzählung genießen zu können. Die Musik an sich spielt bei Robert Seethaler eine erstaunlich geringe Rolle. Der Fokus liegt mehr auf dem Menschen Gustav Mahler in all seinen Facetten.

Trotz der Kürze des Textes lernt man diesen Menschen gut kennen. Der Autor gibt ihm eine ausreichende Tiefe, wofür sicher auch der atmosphärisch dichte Schreibstil verantwortlich ist. Er wirkt zuweilen ein wenig poetisch, aber immer klar verständlich. Philosophische Gedanken über das Leben und den Tod runden das Ganze schön ab.

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Ein Musiker? - Ein Mensch!
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Der 11. Fall für Hunter und Garcia

Bluthölle von Chris Carter

Der 11. Fall für Hunter und Garcia

Inhalt:
Angela schlägt sich als Taschendiebin durch. Eigentlich hat sie genug erbeutet für diesen Tag. Da fällt ihr ein unverschämter Mann auf, dem sie eine Lektion erteilen will. Sie stiehlt seine Tasche - darin ein Tagebuch mit verstörendem Inhalt.

Meine Meinung:
Ich habe alle Bände dieser Reihe gelesen, denke aber, dass man hier nicht unbedingt Vorkenntnisse braucht, sondern genauso gut mit diesem Band einsteigen kann.

Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen, und das Privatleben der Ermittler spielt keine so große Rolle, dass man es von Anfang an verfolgt haben müsste.

Anfangs gefiel mir dieser Thriller nicht so gut wie die Vorgänger, denn es gilt zunächst nur, bereits geschehene Verbrechen aufzuklären. Erst als der Täter mit weiteren Morden droht, kommt die Polizei richtig unter Druck.

Zwei Dinge haben mich gestört. Zum einen benimmt sich Angela wirklich dumm, was gar nicht zu ihr passt, zum anderen hat mir Chris Carter zu viel doziert. Wie aus dem Lehrbuch beschreibt er an manchen Stellen die Polizeiarbeit, zum Beispiel was wann in welcher Reihenfolge zu tun ist, Dinge, die man vielleicht in einem Nebensatz einfließen lassen könnte, hier aber unnötig trocken ausgewalzt werden.

Mit der zweiten Hälfte des Thrillers hat Chris Carter dies allerdings wieder wettgemacht. Hier steigt die Spannung, der Ermittler Hunter kommt an seine Grenzen - physisch und psychisch. Der Täter scheint immer einen Schritt weiterzudenken als die Polizei. Das ergibt ein spannendes Katz- und Maus-Spiel.

Wie bei Chris Carter üblich sind die verschiedenen erwähnten Tötungsarten zum Teil recht ungewöhnlich, äußerst grausam und ekelerregend. Für zart besaitete Leser*innen ist das nichts.

Die Reihe:
1. Der Kruzifix-Killer
2. Der Vollstrecker
3. Der Knochenbrecher
4. Totenkünstler
5. Der Totschläger
6. Die stille Bestie
7. I am Death. Der Totmacher
8. Death Call. Er bringt den Tod
9. Blutrausch. Er muss töten
10. Jagd auf die Bestie
11. Bluthölle

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Der 11. Fall für Hunter und Garcia
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Schnelle Kost

Wings of Silver. Die Rache einer Frau ist schön und brutal von Läckberg Camilla

Schnelle Kost

Inhalt:
Faye hat sich ein neues Leben aufgebaut. Doch als ihr Ex-Mann Jack aus dem Gefängnis entkommt, geht es für sie um alles. Mit drei Freundinnen versucht sie, die Männerwelt in Schach zu halten und sich ihren Erfolg nicht nehmen zu lassen.

Meine Meinung:
Dies ist die Fortsetzung von „Golden Cage“.

Wenn man den Vorgänger gelesen hat, wird man der Handlung hier auf jeden Fall besser folgen und sie eher genießen können.

Ich habe dieses Buch in kürzester Zeit gelesen. Zum einen ist es nicht besonders dick und nicht besonders eng bedruckt, zum anderen schreibt die Autorin recht geschmeidig, sodass sich die Seiten fast von alleine umblättern. Der Schreibstil ist einfach und locker zu lesen, auch wenn das Geschriebene zuweilen harter Tobak ist.

Fayes Verhalten konnte ich in einer bestimmten Sache leider gar nicht nachvollziehen. Das passte einfach überhaupt nicht zu dieser Frau, wie ich sie bis dahin kennengelernt hatte, machte die Geschichte aber natürlich spannender.

Camilla Läckberg legt in „Wings of Silver“ viel Wert auf Romantik und auch detaillierte erotische Szenen. Für meinen Geschmack war das des Guten zu viel.

Insgesamt ist es aber ein solider Spannungsroman, dessen Ende nach einer weiteren Fortsetzung schreit.

Die Reihe:
1. Golden Cage. Trau ihm nicht. Trau niemandem
2. Wings of Silver. Die Rache einer Frau ist schön und brutal

TRIGGERWARNUNG (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):

TLAWEG EHCILSUEAH GNUGITLAWEGREV DIZIUS

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Auch ohne Zack Herry ein toller Krimi

Wings of Silver. Die Rache einer Frau ist schön und brutal von Läckberg Camilla

Auch ohne Zack Herry ein toller Krimi

Inhalt:
Vor drei Jahren flog die 16-jährige Emme mit zwei Freundinnen nach Mallorca. Doch dann verschwindet das Mädchen scheinbar spurlos. Ihr Vater, Tim Blanck, will und kann die Suche nicht aufgeben. Er zieht von Schweden nach Mallorca, wo er als Privatdetektiv arbeitet und nebenbei weiter nach seiner Tochter sucht.

Und endlich findet er im Verlauf eines aktuellen Auftrags auch eine Spur von Emme. Dabei tritt er einigen Leuten böse auf die Füße, was ihn selbst wiederum in große Gefahr bringt.

Meine Meinung:
Ich liebe Mons Kallentofts Reihe um Zack Herry und war gespannt, ob es auch ohne diesen charismatischen Protagonisten geht. - Es geht! Auch „Verschollen in Palma“ konnte mich sehr begeistern, zumindest ab etwa Seite 100. Davor plätschert die Handlung ein wenig vor sich hin, die Personen werden eingeführt und die Vorgeschichte erzählt. Klar, das muss alles sein, aber bei einem Krimi erwarte ich, dass das Verbrechen nicht erst nach einem Viertel des Buches passiert.

Ab diesem Zeitpunkt gibt es dann aber kein Halten mehr. Die Handlung geht rasant voran, die Spannung steigt enorm und bleibt dann auch hoch bis zum Schluss.

Tim war mir ungeheuer sympathisch. Dass seine Methoden manchmal nicht legal sind, kann ich ihm gut nachsehen. Seine Verzweiflung ob der Ungewissheit, was mit seiner geliebten Tochter Emme passiert ist, konnte ich schier mit Händen greifen. Dies schreibe ich dem ungewöhnlichen Schreibstil zu mit kurzen, abgehackten Sätzen und unmittelbaren Perspektiv- und Zeitenwechseln, die die innere Zerrissenheit des Protagonisten untermalen. Man muss sich schon konzentrieren, um am Ball zu bleiben und zu erkennen, wer hier gerade von wann erzählt. Dabei ist der Hauptteil aus Tims Perspektive in der Gegenwart, aber auch seine (Ex-) Frau Rebecka und Emme (in der Vergangenheit) kommen zu Wort.

Kallentoft zeichnet ein Bild von Mallorca, das so ganz anders ist als das in den Urlaubskatalogen. Sein Mallorca ist düster, korrupt und durchzogen von Verbrechen. Aber zum Glück gibt es auch ein paar gute Seelen, die Tim zur Seite stehen.

„Verschollen in Palma“ ist der 1. Band der Reihe mit Tim Blanck. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Bunte Rezeptauswahl, viele zusätzliche Informationen

Kinder backen mit Christina von Christina Bauer

Bunte Rezeptauswahl, viele zusätzliche Informationen

Christina Bauer lebt mit ihrem Mann, ihren beiden Kindern und ihrem Schwiegervater auf dem Bramlhof im Göriachtal im Salzburger Lungau.

Nach „Backen mit Christina“, „Kuchen backen mit Christina“ und „Brot backen mit Christina“ gibt es nun ein neues Backbuch in dieser Reihe: „Kinder backen mit Christina“.

Wer sich nun fragt, wie man sich Kinder backen kann, den muss ich leider enttäuschen. Es sind mitnichten Rezepte enthalten, die das Herstellen von Kindern beschreiben. Nein, die Kinder sollte man schon selber mitbringen - und dann rein ins Backvergnügen.

Dabei ist dieses Buch kein einfaches Backbuch, sondern viel mehr. Neben 30 leckeren Rezepten (nicht nur Gebackenes, sondern auch Erdbeermarmelade, Jogurt, Eis und Popcorn) gibt es auch ganz viele Informationen rund um Lebensmittel und um das Leben auf dem Bauernhof. Und das meist in kindgerechten, einfachen Worten. So wird zum Beispiel erklärt, warum die Kuh Milch gibt und wie sie gemolken wird, wie Heu gemacht wird und welche verschiedenen Mehlsorten es gibt und vieles mehr. Auch die Experimentiertipps finde ich klasse. So kann man sich doch gleich viel besser vorstellen, was beim Backen passiert.

Die Rezeptauswahl ist natürlich auf Kinder zugeschnitten und nach Jahreszeiten geordnet. Ob putzige Laugenigel, saftige Karottenbrötchen, gesundes Vollkornbrot, süße Schokomuffins, leuchtende Sternenkekse, nahrhafte Müsliriegel - es fällt schwer, zu entscheiden, womit man anfangen soll, so lustig und lecker sieht alles aus. Die Rezepte sind alle ziemlich einfach, sodass ältere Kinder (fast) ganz allein in der Küche arbeiten können, aber auch für jüngere viel Mithilfe möglich ist. Alle Schritte werden gut und einfach erklärt. Bisher ist uns alles, was wir nachgebacken haben, ganz unkompliziert gelungen. Und geschmeckt hat es auch.

Das Buch ist mit ansprechenden Fotos bebildert, die den erklärenden Text unterstützen oder einfach Lust auf das leckere Essen oder auf das Leben auf dem Bauernhof machen.

So macht Backen mit Kindern sicher Spaß :-)

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Dupin in Saint-Malo

Bretonische Spezialitäten von Jean-Luc Bannalec

Dupin in Saint-Malo

Inhalt:
In Saint-Malo findet ein Polizeiseminar statt, zu dem Dupin verdonnert wurde. Drei Kommissare und die Präfekten der vier bretonischen Departements sollen die Zusammenarbeit untereinander voranbringen. Dies geschieht ganz unerwartet nicht im Klassenzimmer, sondern auf sehr spektakuläre Weise.

Vor Dupins Augen wird in den Markthallen eine Frau von ihrer eigenen Schwester ermordet. Diese schweigt beharrlich und die drei Kommissare nehmen gemeinsam die Ermittlungen auf. Intensiver kann die polizeiliche Zusammenarbeit nicht sein.

Meine Meinung:
Der Titel „Bretonische Spezialitäten“ weist schon darauf hin, dass diese eine große Rolle spielen. Neben den atmosphärischen Beschreibungen der Landschaft und diverser Speisen, die einem das Wasser im Mund zusammenlaufen lassen, rückt der Kriminalfall zuweilen in den Hintergrund. Dies zeigt sich auch schon bei der Wortwahl: Während ich irgendwann aufgehört habe, „kulinarisch“ oder „lukullisch“ zu zählen, findet sich „kriminell“ oder „Kriminal“ nicht ein einziges Mal.

Trotzdem gefiel mir dieser Band wesentlich besser als der direkte Vorgänger, „Bretonisches Vermächtnis“, der noch mehr Reiseführercharakter hat. Im aktuellen Band fand ich den Kriminalfall doch sehr spannend, auch wenn die Ermittlungen zunächst nicht vom Fleck kommen wollen und es mehr Tote als Lösungsansätze gibt. Die Polizeiarbeit wird detailliert beschrieben (wenn es nicht gerade ums Essen oder um die Landschaft geht) und man fühlt sich beim Lesen, als wäre man mittendrin dabei. Zuletzt werden die verschiedenen Morde doch zu meiner Zufriedenheit aufgeklärt.

Auch wenn ich Nolwenn sehr mag, vielleicht sogar am meisten von allen Figuren dieser Reihe, fand ich es nicht schlimm, dass sie hier nur ganz selten mal telefonisch eingreifen kann und die drei Kommissare aus verschiedenen Departements fast ganz auf sich gestellt sind. Ebenso sind die historischen Einwürfe Riwals, die in manchem Band der Reihe schon überhandgenommen haben, hier zum Glück recht sparsam dosiert. Auch das Privatleben Dupins spielt kaum eine Rolle, befindet Claire sich doch gerade in Boston. Aus diesem Grund dürften sich auch Quereinsteiger in die Reihe gerade bei diesem Band sehr leichttun, da Vorkenntnisse nicht benötigt werden. Und vielleicht bekommen sie ja dann Lust, auch die ersten acht Bände zu lesen? Wundern würde es mich nicht.

Die Reihe:
1. Bretonische Verhältnisse
2. Bretonische Brandung
3. Bretonisches Gold
4. Bretonischer Stolz
5. Bretonische Flut
6. Bretonisches Leuchten
7. Bretonische Geheimnisse
8. Bretonisches Vermächtnis
9. Bretonische Spezialitäten

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Berührend, aber auch ein wenig kitschig

Pandatage Roman. Gebunden. von Gould-Bourn James

Berührend, aber auch ein wenig kitschig

Inhalt:
Vor einem Jahr starb Liz bei einem Unfall. Seitdem hat ihr mittlerweile elfjähriger Sohn Will kein Wort mehr gesprochen. Wills Vater Danny ist in seiner eigenen Trauer gefangen, versucht aber, Will die Mutter zu ersetzen, so gut er kann. Allzu gut ist das leider nicht, muss er doch schließlich auch noch für den Unterhalt sorgen.

Als ihm die Arbeit auf dem Bau dann auch noch gekündigt wird und der Vermieter ihn wegen Mietrückstands bedroht, versucht sich Danny als Straßenkünstler in Form eines tanzenden Pandas. Nur: Danny kann überhaupt nicht tanzen. Das Gute dabei: Will freundet sich mit dem Panda an und schüttet ihm sein Herz aus …

Meine Meinung:
„Pandatage“ ist wohl James Gould-Bourns erster Roman und man darf gespannt sein, was weiter aus seiner Feder kommen wird. Der Anfang ist auf jeden Fall vielversprechend.

Ich habe diese rührende Vater-Sohn-Geschichte sehr gerne gelesen, wobei ich nicht mit allen Figuren gleich warm wurde. Will und sein Freund Mo sind toll, ebenso die Stangentänzerin Krystal und der Straßenkünstler Tim, die Danny zur Seite stehen. Auch sein Freund Ivan konnte mich schnell für sich einnehmen. Nur mit dem Hauptcharakter Danny konnte ich relativ wenig anfangen. Sein Verhalten konnte ich oft überhaupt nicht nachvollziehen. Er wirkt wie ein Mann ohne jegliches Rückgrat, der sich beliebig von allen beschimpfen und herumschubsen lässt. Seine Naivität kennt scheinbar keine Grenzen. Allerdings versucht er wirklich mit allen Mitteln, das Vertrauen seines Sohnes wieder zu gewinnen, was ich ihm hoch anrechne, auch wenn er dabei praktisch alles falsch macht.

Der Schreibstil von James Gould-Bourn gefiel mir sehr gut. Er wirkt einfach und leicht zu lesen, was gut zu den Protagonisten, einem einfachen, naiven Mann und einem elfjährigen Kind, passt.

Die Geschichte ist einerseits rührend, andererseits auch gespickt mit Situationskomik. Diese Mischung ist toll, auch wenn es mir stellenweise etwas zu kitschig war.

Dieser Roman ist auf jeden Fall lesenswert und sorgt für ein paar unterhaltsame und emotionale Lesestunden.

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Ein komplexer Fall für Kommissar Dühnfort

Ich bin dein Tod von Inge Löhnig

Ein komplexer Fall für Kommissar Dühnfort

Inhalt:
Tino Dühnfort hat das K 11 verlassen und ist ins K 16 übergewechselt, die Abteilung für Operative Fallanalyse, wo er als Profiler, nicht mehr als Ermittler arbeitet. In Passau ist ein Doppelmord aufzuklären. Der Täter arbeitete sehr präzise und hinterließ praktisch keine Spuren.

Schon bald gibt es einen weiteren Mord in einer anderen bayerischen Stadt und Dühnfort entwickelt eine Theorie, der sich nicht alle Kolleg*innen anschließen wollen. So muss er nicht nur gegen den Täter, sondern auch gegen die eigenen Reihen ankämpfen, um den Täter zu entlarven und weitere Verbrechen zu verhindern.

Meine Meinung:
Dies ist bereits der 9. Fall für Kriminalhauptkommissar Konstantin Dühnfort. Man kann den Roman aber sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen.

Tino Dühnfort erweist sich wie immer als sympathischer Mensch und engagierter Polizist. Die Eingewöhnung in seinen neuen Arbeitsplatz fällt ihm noch schwer, denn seine Aufgabe ist es, die ermittelnden Kolleg*innen nur zu beraten, wenn die OFA angefordert wird, aber nicht selbst die Initiative zu ergreifen. Damit tut er sich umso schwerer, als nicht alle seinen Ansichten folgen wollen und er fürchten muss, dass der wahre Täter entkommen könnte.

Inge Löhnig versteht es, sehr spannend zu erzählen. Die Handlung wird aus verschiedenen Perspektiven betrachtet. Der größte Teil wird aus Dühnforts Blickwinkel berichtet, aber auch der Täter und ein Opfer kommen zu Wort. So weiß die Leserschaft immer ein bisschen mehr als die Polizei. Der Spannung tut dies aber keinen Abbruch. Im Gegenteil - ich empfand dadurch sogar noch mehr Nervenkitzel, da es auch ein wenig ein Wettlauf zwischen Täter und Polizei war.

Auch wenn der Kriminalroman nicht unbedingt blutrünstig ist, ist er doch nichts für zartbesaitete Menschen, denn es kommen sehr üble Dinge zur Sprache. „Leider“ wirkt das Ganze ziemlich realistisch.

Fazit:
Für Fans der Reihe ist auch dieser Band ein absolutes Muss. Wer Dühnfort noch nicht kennt, kann hier getrost in die Serie einsteigen und wird danach wahrscheinlich auch die ersten Bände lesen wollen. ;-)

Die Kommissar Dühnfort-Reihe:
1. Der Sünde Sold
2. In weißer Stille
3. So unselig schön
4. Schuld währt ewig
5. Verflucht seist du
6. Deiner Seele Grab
7. Nun ruhet sanft
8. Sieh nichts Böses
9. Ich bin dein Tod

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