Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
Atmosphärisch wie gewohnt
Nebelopfer von Romy Fölck
Atmosphärisch wie gewohnt
Inhalt:
Nicht nur ein erhängter Zeuge in einem längst vergangenen Prozess macht Kommissarin Frida Paulsen von der Kripo Itzehoe zu schaffen, sondern auch der neue Kollege Leonard Bootz. Auch privat läuft es nicht rund, in der Beziehung zu Torben kriselt es …
Meine Meinung:
Dies ist bereits der 5.
Band der Reihe um die Itzehoer Kriminalkommissare Frida Paulsen und Bjarne Haverkorn. Der Kriminalfall ist in sich abgeschlossen. Insofern könnte man das Buch auch gut ohne Vorkenntnisse lesen. Aber das Privatleben, die Entwicklung der Figuren spielt doch eine enorme Rolle, sodass es schöner ist, diese von Anfang an zu verfolgen. Ich freue mich immer wieder, lieb gewonnene Charaktere wieder zu treffen und sie wieder ein Stück ihres Wegs begleiten zu dürfen.
Aber ehrlich gesagt, war es mir in diesem Band für einen Krimi auch ein wenig zu viel des Privaten bzw. der Liebesgeschichten, die sich an allen Ecken anbahnen oder Probleme machen. Hier wäre weniger mehr gewesen.
Der Kriminalfall an sich ist jedoch sehr spannend aufgebaut und entwickelt sich nachvollziehbar. Die Hintergründe lassen sich nicht zu schnell durchschauen, sodass man schnell weiterlesen will, um dem Täter auf die Spur zu kommen.
Mit ihrem flotten, lockeren Schreibstil konnte Romy Fölck mich wieder kopfkinomäßig in die Elbmarsch versetzen, die sehr atmosphärisch beschrieben wird - für mich immer ein bisschen wir Urlaub.
Die Reihe:
1. Totenweg
2. Bluthaus
3. Sterbekammer
4. Mordsand
5. Nebelopfer
Spannend und bedrückend
Violas Versteck von Marc Raabe
Spannend und bedrückend
Inhalt:
23 Jahre nach dem Verschwinden seiner kleinen Schwester Viola sucht Tom Babylon noch immer nach ihr. Dass sie tot ist, kann er einfach nicht glauben. Er setzt alles aufs Spiel: seinen Job, seine Ehe, sein Leben.
Als er mit einer Kopfverletzung in einem Londoner Krankenhaus aufwacht, klafft ein Loch in seinen Erinnerungen.
Wie kommt er nach London? Warum ist er verletzt? Mit Hilfe der Ärztin Dr. Jillian Harris versucht Tom, Licht in das Dunkel zu bringen.
Seine Kollegin und Freundin Dr. Sita Johanns ermittelt inzwischen in einer psychiatrischen Klinik an der österreichischen Grenze, wo sie selbst in größte Gefahr gerät.
Meine Meinung:
Dies ist der vierte Band der Reihe um den Berliner LKA-Ermittler Tom Babylon. Während man die ersten drei Bände auch gut für sich allein lesen kann, sollte man hier besser Vorkenntnisse haben, wenn sie auch nicht zwingend notwendig sind. Das Verständnis erleichtern sie aber enorm. Wie der Titel schon sagt, dreht es sich hier um Viola, deren Geschichte in den Vorgängerbänden eher die Rahmenhandlung bildete.
Ich fand auch diesen vierten Band - wie schon die ersten drei - super spannend, zum Teil atemberaubend. Ich habe mit Tom gelitten, der sein Gedächtnis verloren hat, und mit Sita, der ganz übel mitgespielt wird. Zusammen mit den beiden können die Lesenden nach und nach das Geschehene aufdecken und dem Showdown entgegenfiebern. Ich konnte das Buch fast nicht zur Seite legen und habe die gut 600 Seiten innerhalb von zwei Tagen verschlungen.
Ein kleines Manko sind die Zeitsprünge, die etwas verwirrend sind, wenn man nicht genau liest und mitdenkt. Da befindet man sich „Sechs Wochen später“, „28 Tage vorher“, „11 Tage später“ usw. Es ist ein wildes Hin- und Herspringen in der Zeit, aber trotzdem logisch.
Die Reihe:
1. Schlüssel 17
2. Zimmer 19
3. Die Hornisse
4. Violas Versteck
Wieder ein spannender Fall für Patsy Logan
Boom Town Blues von Ellen Dunne
Wieder ein spannender Fall für Patsy Logan
Inhalt:
Eigentlich wollte sich Patsy Logan von der Kripo München eine berufliche und eheliche Auszeit nehmen und ihre Cousine in Dublin besuchen. Doch als in der österreichischen Botschaft in Dublin eine junge Deutsche ermordet wird, soll Patsy die irischen Kollegen unterstützen, zusammen mit dem Österreicher Sam Feuerstein.
Klar, dass Patsy sich nicht unbedingt an die ihr ans Herz gelegten Auflagen hält …
Meine Meinung:
Ellen Dunne war vor einigen Jahren für mich DIE Neuentdeckung unter den Autoren. Seither fiebere ich jedem ihrer Bücher entgegen. „Boom Town Blues“ ist nun schon der dritte Band in der Reihe um die deutsch-irische Kriminalkommissarin Patsy Logan, kann aber problemlos ohne Vorkenntnisse gelesen werden. Der Fall ist in sich abgeschlossen, wichtige Details zum Privatleben werden hier noch einmal kurz angerissen.
Ellen Dunne begeistert mich immer wieder mit ihrem mitreißenden und fesselnden Schreibstil. Dazu kommt eine interessante und in der Regel gesellschaftskritische Handlung. Hierbei kann ich immer noch etwas dazulernen, was ich klasse finde.
Die Protagonistin Patsy Logan ist mir mittlerweile schon sehr ans Herz gewachsen. Zwar ist mir ihr zuweilen stark negatives Denken manchmal etwas zu viel (Ehekrise, unerfüllter Kinderwunsch, Selbstmord des Vaters), dafür kann sie mich aber mit ihren selbstironischen Einlagen auch wieder zum Schmunzeln bringen.
Die Geschichte wird aus verschiedenen Perspektiven erzählt, dabei gibt es auch immer wieder Rückblenden in vergangene Jahre. Die Kapitel sind entsprechend gekennzeichnet, sodass man immer genau weiß, wo man sich gerade befindet.
Spannung ist durchweg vorhanden. Es gibt etliche (falsche) Spuren, und die Auflösung konnte mich überraschen. Als Leser*in kann man allerdings nicht selbst drauf kommen, was ich schade finde - vielleicht habe ich den entsprechenden Hinweis aber auch überlesen.
Alles in Allem ein sehr lesenswerter Kriminalroman, der mich wieder mal dem nächsten Band der Reihe um Patsy Logan entgegen fiebern lässt.
Die Patsy-Logan-Reihe:
1. Harte Landung
2. Schwarze Seele
3. Boom Town Blues
Vielfältige Tipps für Urlaub bzw. Ausflüge mit Hund
Lieblingsplätze mit Hund - Nordseeküste Niedersachsen von Stefanie Heins
Vielfältige Tipps für Urlaub bzw. Ausflüge mit Hund
Stefanie Heins hat in diesem Reiseführer für Mensch und Hund 79 Plätze (Sehenswürdigkeiten, Parks, Hundespielplätze, Restaurants, Ferienwohnungen usw.) ausgewählt, die sie für besuchenswert hält. Jedem dieser Plätze ist ein kurzer Artikel gewidmet, in dem man nähere Informationen bekommt, was das Besondere ist, oder auch mal historische Details.
Meist wird auch erwähnt, ob zum Beispiel Leinenpflicht für Hunde besteht oder ob Kotbeutel vorhanden sind. Am Ende jeder Beschreibung findet man ein Foto, das nicht immer wirklich aussagekräftig ist und irgendwo aufgenommen sein könnte, aber im Großen und Ganzen fand ich den Aufbau der einzelnen Kapitel für einen ersten Überblick ganz nützlich.
Leider werden auch einige Ausflugsziele beschrieben, die nicht für Hunde geeignet sind, weil der Weg über pfotenuntaugliche Gitter führt oder Hunde einfach nicht rein dürfen. Bei dem Titel „Lieblingsplätze mit Hund“ hätte ich dies nicht erwartet. Diese Plätze muss ich leider von vornherein für mich ausschließen, denn wenn ich schon mit meinem tierischen Freund in Urlaub fahre, dann will ich ihn nicht in der dortigen Tierpension abgeben.
Die beschriebenen Lieblingsplätze erstrecken sich über ein breites Gebiet, von Cuxhaven im Osten bis Borkum im Westen, von Wangerooge im Norden bis Papenburg im Süden. Etliche Orte liegen dabei leider zig Kilometer vom Meer weg.
Hinten im Buch gibt es dann noch Listen nach Themen geordnet, was ich sehr praktisch finde:
- Hundefreundliche Unterkünfte
- Hundefreundliche Gastronomie
- Geschäfte für Hundenahrung und -ausstattung
- Freilaufflächen
- Tierarztpraxen und Tierphysiotherapeuten
- Hundepensionen
- Hundesalons
Andere Leser mögen eine andere Erwartung an dieses Buch haben und mehr Nutzen daraus ziehen können. Daher eine eingeschränkte Leseempfehlung von mir.
Sehr amüsant, aber mit ernstem Hintergrund
Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße von Maxim Leo
Inhalt:
September 2019: Michael Hartung, ein unscheinbarer, glückloser Besitzer einer mehr schlecht als recht gehenden Videothek in Berlin, ergreift seine Chance, als sie ihm geboten wird. Der westdeutsche Journalist Alexander Landmann hat seinen Namen ausgegraben, als er auf der Suche nach einer genialen Story zum 30-jährigen Jubiläum des Mauerfalls war.
Vor 36 Jahren verhalf Hartung, der damals bei der Reichsbahn arbeitete, 127 Menschen zur Flucht nach West-Berlin. Allerdings tat er dies unwillentlich und unbewusst. Doch Landmann baut ihn zum Helden auf, und Hartung spielt mit, wird dabei aber immer mehr zum Spielball von Medien und Politik. Und als er sich schließlich verliebt, will er am liebsten allen die Wahrheit sagen, doch das ist gar nicht so einfach …
Meine Meinung:
Nach dem Genuss dieses Buches ist Maxim Leo ein Name, den ich mir definitiv merken werde. Ich kannte den Autor bisher nicht, aber mit „Der Held vom Bahnhof Friedrichstraße“ konnte er mich absolut begeistern.
Mit ein wenig Satire, ein wenig Ironie und ein wenig Ernsthaftigkeit nimmt Leo so manches Vorurteil von Ost nach West und umgekehrt sowie etliche Klischees auf die Schippe. Presseleute, Politiker und Historiker bekommen ihr Fett weg. Dies ist sehr amüsant zu lesen, lässt aber auch den nötigen Ernst nicht vermissen. Es ist einfach eine absolut gelungene Mischung.
Dazu trägt auch viel der sympathische Held Hartung bei, an dessen Seite man beim Lesen diese kuriose Story erlebt. Man kann sich dabei sehr leicht in diesen anfangs etwas trantütig wirkenden, später immer sympathischeren Helden hineinversetzen und seine Gründe für manche abstruse Handlung nachvollziehen. Sein Charakter ist sehr tiefgründig angelegt und wird liebevoll beschrieben. Auch die anderen Figuren sind gut ausgearbeitet.
Der Schreibstil ist locker, aber nicht zu einfach und lässt sich mit großem Vergnügen lesen.
Fazit:
Tolle Story + toller Schreibstil = Leseempfehlung!
Ein zutiefst leidender und verstörter Vater
Der fürsorgliche Mr. Cave von Matt Haig
Ein zutiefst leidender und verstörter Vater
Der Antiquitätenhändler Terence Cave muss mitansehen, wie sein vierzehnjähriger Sohn Reuben bei einer Mutprobe ums Leben kommt. Leider ist dies nicht der erste Fall eines gewaltsamen Todes in seiner Familie: Seine Mutter hat Suizid begangen, seine Frau wurde bei einem Raubüberfall getötet.
Nun bleibt Terence nur noch Reubens Zwillingsschwester Bryony, die er um jeden Preis beschützen will und die er mit seinen extrem einengenden Regeln immer weiter von sich stößt.
Meine Meinung:
Der Roman ist aus der Perspektive von Terence geschrieben, der sich an seine Tochter Bryony wendet, um ihr seine Sicht der Dinge darzustellen - nachdem die Tragödie ihren Lauf genommen hat.
Fast berichtartig schreibt er über das Geschehen, Über das, was er gesehen und sich zusammengereimt hat, über das, was er glauben wollte, über das, was er hoffte. Über seinen unbändigen Wunsch, seine geliebte Tochter zu beschützen. Und über seine Schuld.
Der Schreibstil wirkt dabei relativ sachlich und etwas distanziert und es gelingt kaum, sich mit dem Protagonisten zu identifizieren. Und das ist gut so, denn mit einem dermaßen verstörten und traumatisierten Menschen will sich bestimmt niemand identifizieren. Trotzdem fällt es sehr leicht, seine Gedankengänge und seine Handlungsweisen nachzuvollziehen, mögen sie auch noch so abstrus und offensichtlich falsch erscheinen. Gerade Eltern können sicher Terence’ Bemühungen, seine Tochter vor allem Übel zu beschützen, verstehen, wenn auch hoffentlich niemand so extrem reagiert wie diese Romanfigur.
Mich konnte Matt Haig von der ersten Seite an absolut packen. Die Handlung entwickelt sich total spannend und liest sich, je weiter sie fortschreitet, immer mehr wie ein Krimi. Der versprochene Pageturner steckt tatsächlich zwischen diesen Buchdeckeln.
Dieser Roman hat mich zutiefst berührt und schockiert. Er ist bedrückend, hat aber auch seine hellen Momente (vor allem in Form von Bryonys Grußmutter, die das krasse Gegenteil von Terence ist). Für mich definitiv einer der besten Romane des Autors und ich frage mich, warum er erst jetzt auf Deutsch erscheint, wo Haig ihn doch schon 2008 schrieb. Naja, besser spät als nie!
Tolle Fortsetzung
Falkenreiter - Das Kind des Magiers von Angie Sage
Tolle Fortsetzung
Inhalt:
Hagos ist ein Gefangener des Königs, Alex wird gejagt und versucht trotzdem, wieder Ordnung in das ganze Magierchaos zu bringen. Mit Hlfe des verlorenen Taus können die bösen magischen Kreaturen unschädlich gemacht werden. Doch da ist immer noch die Prophezeiung, die besagt, dass König Belamus vom Kind eines Magiers getötet werden wird …
Meine Meinung:
Wie schon der 1.
Teil dieser Dilogie bietet auch der 2. Band ein spannendes und fantasievolles Abenteuer für altere Kinder. Immer wieder stecken die Protagonist*innen in der Klemme und können sich nur durch Mut und gegenseitige Hilfe daraus befreien. Dass mancher eher unfreiwillig hilft, bringt noch zusätzlich ein wenig Witz in die Geschichte.
Das Buch ist sehr kurzweilig zu lesen und es macht einfach Spaß, an der Seite von so sympathischen Protas durch die Handlung geführt zu werden. Natürlich gibt es auch ein paar weniger sympathische, doch die sind wie das Salz in der Suppe und machen die Story nur umso interessanter.
Die Dilogie:
1. Flucht aus Luma
2. Das Kind des Magiers
Empfehlenswert für Introvertierte und ihre Mitmenschen
Quiet Girl (deutsche Hardcover-Ausgabe) von Debbie Tung
Empfehlenswert für Introvertierte und ihre Mitmenschen
In diesem Comic-Buch beschreibt Debbie Tung anscheinend sich selbst. Sie ist introvertiert, am liebsten für sich allein, umgeben von ihren Büchern. Lediglich ihren Freund bzw. später Ehemann empfindet sie als angenehme Gesellschaft. Der weiß Debbie aber auch zu nehmen und lässt ihr die Ruhe, die sie braucht.
In kurzen mehr oder weniger alltäglichen Episoden - Studienalltag, Partys, Hochzeit, Arbeit - gibt die Autorin uns Einblick in das Innere eines introvertierten Menschen, beschreibt Gefühle und Gedanken, Hoffnungen, Unsicherheiten, Wünsche und vieles mehr, die ein introvertierter Mensch nur schwer anderen vermitteln kann, weil er einfach den Mund nicht aufbekommt.
Das wirkt in den Schwarz-weiß-Zeichnungen sehr authentisch. Bestimmt werden sich viele introvertierte Lesende darin wiederfinden, und ihnen wird klarwerden, dass sie nicht allein sind, dass es anderen Menschen genauso geht, dass auch andere sich schwertun in Gegenwart fremder Menschen - dass sie also ganz normal sind.
Nicht-introvertierte Menschen können durch dieses Buch ihr introvertiertes Gegenüber möglicherweise besser kennenlernen. Es hilft ihnen zu verstehen, warum jemand sich so zurückhaltend oder gar abweisend verhält. Insofern ist das Buch für beide Seiten lesens- bzw. anschauenswert. Die Zeichnungen fand ich auch recht gelungen, zwar einfach, aber doch ausdrucksstark.
Ich hatte mehr erwartet
Heartstopper Volume 1 (deutsche Hardcover-Ausgabe) von Alice Oseman
Ich hatte mehr erwartet
Inhalt:
Als Charlie in eine neue Lerngruppe kommt, ist er praktisch sofort hin und weg von Nick. Dass Charlie schwul ist, ist kein Geheimnis, aber Nick ist als Star der Rugbymannschaft der Schule doch bestimmt so was von hetero, oder nicht? Die beiden Jungs freunden sich zumindest mal an, verbringen Zeit miteinander und kommen sich dabei immer näher …
Meine Meinung:
„Heartstopper“ hat seinen Anfang als Web-Comic genommen, bevor die Geschichte von Charlie und Nick in Buchform veröffentlicht wurde.
Durch diesen „Aufstieg“ waren meine Erwartungen wohl dann zu hoch geschraubt, aber auch durch die Ankündigung des Verlags als „Die schönste Liebesgeschichte des Jahres“.
Es ist eine schöne Liebesgeschichte, das auf jeden Fall, aber DIE schönste? Dafür ist sie dann doch zu gewöhnlich, auch wenn es hier um zwei Jungs geht und nicht um ein Hetero-Paar. Alice Oseman bedient sich etlicher Klischees, sodass ich nicht das Gefühl hatte, etwas Neues zu lesen. Lediglich die Comic-Form (schwarz-weiß) war für mich in diesem Zusammenhang neu, konnte mich aber auch nicht hundertprozentig überzeugen. Hier traute die Autorin anscheinend ihren eigenen Fähigkeiten nicht, denn öfter gibt es überflüssige schriftliche Hinweise auf das, was auf den Bildern zu sehen ist.
Die Gefühle zwischen den beiden entwickeln sich schön langsam. Auch Probleme wie Mobbing und Unsicherheit werden angesprochen. Das hat mir sehr gut gefallen. Leider bricht die Handlung dann an der spannendsten Stelle abrupt ab und vertröstet auf den nächsten Band der Reihe, der im Herbst 2022 auf Deutsch erscheinen soll.
Fazit:
„Heartstopper Volume 1“ ist der Auftaktband einer netten Liebesgeschichte zwischen zwei Jungs in Comic-Form. Das Buch ist nicht schlecht, aber auch nicht überragend. Für Jugendliche, die nicht gerne lesen, sich aber trotzdem mit dem Thema befassen möchten, könnte die Comic-Form ganz ansprechend sein.
Spannend und fesselnd, aber ...
Perfect Day von Romy Hausmann
Spannend und fesselnd, aber …
Inhalt:
Als ihr fürsorglicher Vater, der Philosophie-Professor Walter Lesniak, verhaftet wird, fällt die 24-jährige Ann aus allen Wolken. Er soll über viele Jahre zehn Mädchen zwischen sechs und zehn Jahren entführt und getötet haben. Ann setzt alles daran, die Indizien zu entkräften, denn sie glaubt fest an die Unschuld ihres Vaters, der zu den Vorwürfen beharrlich schweigt.
Meine Meinung:
Romy Hausmann kann wirklich gut erzählen. Das hat sie schon mit ihren bisher veröffentlichten Thrillern „Liebes Kind“ und „Marta schläft“ bewiesen, wobei Ersterer ein echter Knaller war. Damit hängt die Latte sehr hoch und wird vom aktuellen Roman der Autorin leider nicht ganz erreicht, was aber nicht allzu schlimm ist. Das Buch ist trotzdem spannend und fesselnd erzählt, birgt viel Stoff zum Nachdenken und Grübeln und so manche Überraschung. Mehr als ein Mal hat die Autorin mich auf eine falsche Fährte gelockt.
Gut gelungen sind die Perspektivwechsel zwischen „Ann“ und „Wir“; vor allem Letztere haben mir Gänsehaut beschert, geben sie doch Einblicke in die Abgründe der menschlichen Seele.
Ann ist eine sehr interessante und authentische Figur. Ihre Gefühle und Gedankengänge konnte ich immer gut nachvollziehen, selbst wenn sie mal etwas irre erschienen. In ihrer Situation wunderte mich das überhaupt nicht. Bei manch anderer Figur hat Romy Hausmann es meiner Meinung nach etwas übertrieben. Aber im Endeffekt war die Story stimmig, was für mich die Hauptsache ist.











