Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lilli33:
Eine starke Frau!
In der Hölle tanzen von Edith Eva Eger
Eine starke Frau!
Inhalt:
Als Sechzehnjährige wird Edith Eger aus ihrer ungarischen Heimatstadt nach Auschwitz verschleppt. Gemeinsam mit ihrer Schwester Magda überlebt sie die Hölle - ihre Mutter stirbt in der Gaskammer. Noch Jahrzehnte später holt die Vergangenheit sie immer wieder ein, doch Edith Eger lässt sich nicht unterkriegen.
Sie erkennt, dass es an ihr selbst liegt, ob sie endlich frei sein kann. Genau das vermittelt sie auch ihren Patient*innen in ihrer psychotherapeutischen Praxis.
Meine Meinung:
Die Lebensgeschichte von Edith Eva Eger ist sehr bewegend. Was sie erleben musste, erschüttert einen, obwohl es zum Glück hier gar nicht in aller Ausführlichkeit dargestellt wird. Aber die Erzählung ist sehr persönlich mit vielen Gedanken und Gefühlen, Hoffnungen und Ängsten.
Edith Eva Eger erzählt von ihrer Kindheit, ihrem Traum, als Balletttänzerin bzw. Kunstturnerin Karriere zu machen und wie der KZ-Arzt Mengele der jungen Tänzerin das Leben ließ. Sie erzählt von Grausamkeiten der Aufseher, aber auch vom Zusammenhalt der Häftlinge, von vielen Situationen, in denen sie nur durch pures Glück überlebte, von anderen, in denen ihre eigene Entscheidung dazu beitrug. Sie erzählt, wie die Vergangenheit ihr späteres Leben belastet und wie sie sich von dieser Last befreit.
Sie lernt viel über die menschliche Psyche, und mit ihrem Wissen hilft sie schließlich anderen Menschen als Psychotherapeutin. In Beispielen aus der Praxis zeigt sie, wie wir selbst uns oft im Wege stehen und wie wir uns aus diversen Zwängen befreien können. Ich konnte hier auch einige Anregungen für mich mitnehmen.
Maria Hartmann macht ihren Job als Sprecherin toll. Sie liest sehr gut betont und für meinen Geschmack mit genau der richtigen Portion Emotion. So kann man gut mitfühlen, ohne zu tief betroffen zu sein.
Ein großartiger Blick auf das Alter
Herrenabend von Groen Hendrik
Ein großartiger Blick auf das Alter
Inhalt:
Hendrik Groen ist inzwischen stolze 90 Jahre alt und erfreut sich des Lebens, auch wenn vieles nicht mehr so ist, wie er es sich wünscht. Immer öfter passieren ihm Fehler, und er muss sich eingestehen, dass er unter einer Demenz leidet. Dies wird im Verlauf der etwa neun Monate, die dieses Tagebuch umfasst, immer deutlicher.
Meine Meinung:
Dies ist das 3. und letzte Tagebuch des Hendrik Groen. Natürlich kann man es auch lesen, ohne die ersten beiden zu kennen, doch vieles wird man vielleicht nicht so leicht verstehen, wenn man die beteiligten Personen nicht von früher kennt. Zudem sind auch die Vorgängerbände absolut lesenswert, also sollte man nach Möglichkeit doch lieber bei Band 1 beginnen.
Was die Tagebücher des Hendrik Groen ausmacht, ist, dass sie wunderbar zeigen, dass es möglich ist, in Würde zu altern. Hendrik Groen hat das große Glück, so lange wie möglich selbstständig leben zu dürfen. Das Pflegepersonal, Freunde, aber auch sein Hund Fräulein Jansen sowie die kleine Frida unterstützen ihn dabei.
Es tut weh, zusehen zu müssen, wie der distinguierte alte Herr immer mehr abbaut, aber es erweckt auch Hoffnung und macht Mut, dass er dabei seinen Humor nicht ganz verliert. Die Einblicke in das Leben eines Alzheimer-Patienten aus Sicht des Erkrankten wirken sehr authentisch und beschönigen nichts, auch wenn so manche Szene mit einem Augenzwinkern erzählt wird.
Die Tagebücher des Hendrik Groen:
1. Eierlikörtage
2. Tanztee
3. Herrenabend
Fesselnder Genre-Mix
Der Tod und das dunkle Meer von Stuart Turton
Fesselnder Genre-Mix
Inhalt:
1634. Die Saardam ist mit wertvollen Gütern beladen auf dem Weg von Batavia nach Amsterdam. Der Generalgouverneur Jan Haan erwartet in der holländischen Heimat mit Ruhm und Ehre überhäuft zu werden. Mit an Bord sind seine Frau Sara Wessel und ihre Tochter Lia sowie deren Freundin Ceesjie.
Samuel Pipps, ein berühmter Meisterdetektiv, ist ebenfalls auf dem Schiff, allerdings eingekerkert, denn ihm wird ein schweres Verbrechen vorgeworfen. Das Schiff scheint verflucht, und Samuels Freund Arent tut sich mit Sara Wessel zusammen, um die mysteriösen Vorkommnisse an Bord aufzuklären.
Meine Meinung:
Stuart Turton konnte mich mit seinem lebendigen Schreibstil von der ersten Seite an packen. Vor meinem inneren Auge sprang sofort das Kopfkino an und die Saardam erschien durch bildgewaltige Beschreibungen auf der Leinwand. Auf ihr tummelten sich allerlei zwielichtige Gestalten, machtgierige Adlige, habgierige Emporkömmlinge, eiskalte Musketiere sowie Matrosen, denen kein Verbrechen fremd ist. Daneben gibt es nur sehr wenige rechtschaffene Charaktere, die es hier mit einer Übermacht an Bösem aufnehmen müssen, denen man aber gerne durch die Geschichte folgt.
Vom Verlag als Kriminalroman ausgewiesen, steckt so viel mehr in dieser Story: Historisches, Mystisches, Romantisches und Phantastisches, wobei der Autor nach seinen eigenen Worten historische Fakten durchaus einmal zugunsten der Handlung gebeugt hat. Man darf hier also nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen. Der Zeitgeist wurde trotzdem gut eingefangen. Man würde sich beim Lesen am liebsten die Nase zuhalten, um den beschriebenen Gestank auf dem Schiff besser zu ertragen. Die Willkür der Mächtigen, die geringe Wertschätzung eines Lebens sowie der Aberglaube, die in jener Zeit herrschten, kommen deutlich zum Ausdruck. So darf man sich nicht wundern, dass wir es hier mit einer Unmenge von Getöteten zu tun bekommen, und man darf dabei keineswegs zimperlich sein.
Mir gefielen vor allem die Ermittlungen, die eines Sherlock Holmes würdig sind. Kleinste Hinweise werden wie ein Puzzle nach und nach zur Lösung des Falles zusammengefügt. Dabei ist lange Zeit nicht klar, ob hier wirklich der Teufel seine Hand im Spiel hat oder ob am Ende vielleicht alles natürlich erklärt werden kann. Ich war für beide Ausgänge offen und fand daher die Auflösung absolut befriedigend.
Einige Szenen hätte man noch etwas straffen können, aber im Großen und Ganzen hat mich „Der Tod und das dunkle Meer“ sehr gefesselt.
Von Schuld und Verlust
Der Mauersegler von Jasmin Schreiber
Von Schuld und Verlust
Inhalt:
Prometheus ist verzweifelt. Sein bester Freund Jakob ist tot, und er, der Arzt, hatte ihn nicht retten können. Er plagt sich mit Selbstvorwürfen und flieht nach Dänemark, wo er am Strand von zwei alten Frauen eingesammelt wird, die ihn bei sich aufnehmen, ohne Fragen zu stellen …
Meine Meinung:
Schon Jasmin Schreibers Debütroman „Marianengraben“ hat mich stark berührt und begeistert.
Und „Der Mauersegler“ steht dem in nichts nach. Auch in ihrem neuen Roman spielt wieder der Tod eines geliebten Menschen eine zentrale Rolle. Die Autorin versteht es, bewegend und einfühlsam darüber zu schreiben, ohne jemals ins Sentimentale oder Kitschige abzudriften. Die inneren Seelenqualen des Protagonisten werden so eindringlich beschrieben, dass man einfach mitleiden muss.
Besonders gut gefällt mir, dass immer wieder die Biologin durchbricht, die Jasmin Schreiber ist. Die Story ist gespickt mit vielen Beschreibungen aus der Natur, mit interessanten Details, die man nicht im Schulunterricht lernt und die einen begreifen lassen, dass der Mensch nur ein kleines Rädchen im großen Gefüge ist.
Schreiber erzählt in einer wunderschönen, sanften Sprache mit vielen bildhaften Vergleichen. In Erinnerungen wird Prometheus’ Freund Jakob für die Leserschaft lebendig. Szenen aus der Kindheit, aus der Jugendzeit und aus dem Erwachsenenalter zeigen einen liebenswerten Menschen und treuen Freund. Prometheus’ große Trauer und Schuldgefühle werden dadurch greifbar und verständlich.
Für mich ist Jasmin Schreiber ein Name, den man sich auf jeden Fall merken muss. Was sie schreibt, hat Hand und Fuß und dringt ganz tief ins Herz.
Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
SBERK, DIZIUS, DOTSDNIK
Nur eine wenig fesselnde Kurzgeschichte
Sweet Goodbye von Camilla Läckberg
Nur eine wenig fesselnde Kurzgeschichte
Inhalt:
Liv, Martina, Anton und Max sind seit frühester Kindheit befreundet, ebenso wie ihre Eltern. Silvester verbringen die jungen Leute zusammen, während ihre Eltern im Nachbarhaus feiern. Der Alkohol fließt in Strömen und bringt immer mehr bis dahin wohlgehütete Geheimnisse ans Tageslicht …
Meine Meinung:
Ich mag Camilla Läckbergs Schreibstil sehr gerne.
Sie versteht es, mein Kopfkino anzukurbeln und mich mitten in den Plot hineinzuziehen. Gewöhnlich sind ihre Geschichten auch sehr spannend. Von „Sweet Goodbye“ kann ich das für mich leider nicht behaupten. Die Erzählung plätschert recht lustlos und ohne große Höhepunkte vor sich hin. Das Ende ist schon bald vorhersehbar und konnte mich daher wenig beeindrucken.
Ein paar (besser gesagt, viele) Seiten mehr hätten diesem Roman, den ich eher als Kurzgeschichte empfand, gutgetan. Ich vermisse hier eine angemessene Ausarbeitung und Entwicklung der Figuren. Diese wirken durchweg unsympathisch und ich hatte wenig Lust, mit ihnen zu leiden und zu bangen.
Schade, aber dieses ist das erste Buch von Camilla Läckberg, das mich wirklich enttäuscht hat.
Eine schillernde queere Geschichte
In all seinen Farben von George Lester
Eine schillernde queere Geschichte
Inhalt:
Robin Cooper steht kurz vor dem Schulabschluss, als sein Lebenstraum in sich zusammenfällt, weil er eine Absage von der Schauspielschule bekommt. Auch mit seinem Freund Connor läuft es nicht so, wie Robin sich das wünscht, denn Connor will sich nicht outen und die Beziehung muss geheim bleiben.
Mehr durch Zufall findet Robin Zugang zur Welt der Drag Queens, für die er schließlich eine große Leidenschaft entwickelt.
Meine Meinung:
Dieses Jugendbuch beginnt sehr stark. Man lernt Robin und seine Freund*innen kennen. Sowohl in der Schule als auch im Tanzstudio und von seiner quirligen Mutter erhält er viel Rückhalt. Ausgerechnet sein Freund Cooper steht nicht offen zu ihm, was die Beziehung sehr belastet. Dies alles wird absolut nachvollziehbar dargestellt. Dabei sind mir die beteiligten Personen sehr schnell ans Herz gewachsen. Es sind einfach tolle Figuren, die das Herz am rechten Fleck haben. Leider konnte ich gegen Ende nicht immer verstehen, warum wer auf wen sauer war. Meiner Meinung nach war das in einigen Fällen grundlos bzw. nicht mit der bisherigen Beschreibung der jeweiligen Person in Einklang.
Die Story ist nicht unbedingt neu, aber gut erzählt. Eine kleine Liebesgeschichte mit Dreieck, Freundschaft, Familie, große Gefühle, Mobbing, Outing und vieles mehr sind die Themen, die hier zur Sprache kommen. Und natürlich die Drag Queens, die einen großen Raum einnehmen. George Lester verschafft uns hier einen Blick hinter die Bühne, was ich sehr interessant fand.
Insgesamt ein tolles und lesenswertes Jugendbuch.
Nicht ganz so berauschend wie Band 1
Bloom - Sie schlüpfen auch in deiner Stadt von Kenneth Oppel
Nicht ganz so berauschend wie Band 1
Inhalt:
Nachdem dank Seth, Petra und Ayana das schwarze Gras und andere Gefahren besiegt sind, will die Erde gerade wieder aufatmen, als ein neues Unheil über sie kommt: Fürchterliche Kreaturen schlüpfen aus Eiern und machen alles zunichte, was ihnen in die Quere kommt.
Die drei Jugendlichen werden festgenommen, um an ihnen Experimente durchzuführen, die die Menschheit retten sollen.
Meine Meinung:
Band 1 konnte mich von der ersten Seite an packen. Es war total spannend und mysteriös, bis man erfuhr, was es mit den gefährlichen neuen Pflanzen auf der Erde auf sich hat. In Band 2 weiß man nun ja über die Hintergründe schon grob Bescheid, sodass dieser Aspekt nicht mehr zum Tragen kommt. Dass es hier um Tiere und nicht um Pflanzen geht, macht die Geschichte nun auch nicht wirklich neuer.
Aber natürlich ist der Schreibstil wieder sehr anschaulich und die Geschichte spannend erzählt. Etliche Charaktere bergen ein Geheimnis, das es zu erraten gilt. Wer ist gut, wer ist böse - das wissen die Protagonist*innen nicht und so bewegen sie sich in ihren Handlungen immer in einem unsicheren Raum, was die Handlung interessant macht.
Nach und nach erfährt man einiges über die Widersacher, die die Plagen auf die Erde geschickt haben. Hier gefiel mir besonders Ayanas Interaktionen, die sehr tolerant und menschlich wirken.
Insgesamt hat mir auch Band 2 dieser Reihe gut gefallen, konnte mich allerdings nicht so sehr begeistern wie Band 1. Das Buch kam mir eher vor wie ein typischer Reihen-Mittelband. Nachdem es mit einem bösen Cliffhanger abschließt, bin ich nun natürlich gierig auf den nächsten Band und hoffe, dass wir nicht allzu lange darauf warten müssen.
Eine herrlich erfrischende und herzerwärmende Story
Gänseblümchen von Elias Finley
Eine herrlich erfrischende und herzerwärmende Story
Inhalt:
Seit ewigen Zeiten ist Rick in seine Mitschülerin Auri verliebt, wagt aber nicht, es ihr zu gestehen. Nur mit seinem Lieblingsmenschen Vhyn kann er darüber reden. Als Bo neu an die Schule kommt und dieser sich scheinbar an Auri ranmacht, versucht Rick zu retten, was zu retten ist und lernt dabei eine ganze Menge Neues über sich selbst.
Meine Meinung:
Noch nie habe ich ein Buch mit einer solchen Vielfalt an unterschiedlichen queeren Charakteren gelesen. Man könnte denken, dass dies zu viel des Guten ist, aber nein! Es zeigt einfach nur, wie unterschiedlich Menschen sein können oder sein müssen, um glücklich zu sein.
Es geht zum Beispiel um transidente, nichtbinäre, bi-, pan- und homosexuelle Menschen, um Toleranz und Akzeptanz, um Outing, um Verletzungen und um Verzeihen, um Liebe und Freundschaft. Eine herrlich lebendige Geschichte, so bunt wie das tolle Cover.
Der achtzehnjährige Rick führt uns als Ich-Erzähler durch die Handlung. Ich bin ihm dabei sehr gerne gefolgt, denn er ist ein wirklich hundertprozentig sympathischer Typ, mit dem man gerne befreundet sein möchte. Anfangs noch etwas zurückhaltend und unsicher, entwickelt er sich von Seite zu Seite immer weiter und wird innerlich immer stärker.
Im Gegensatz zu vielen anderen Romanen, die schwierige Themen bearbeiten, werden hier auch viele Lösungsansätze für verschiedene Probleme aufgezeigt. Das hat mir besonders gut gefallen, denn so kann man neben guter Unterhaltung auch noch einen wirklichen Nutzen daraus ziehen.
In die Länge gezogen, kitschig, aber auch sooo schön
Crave von Tracy Wolff
In die Länge gezogen, kitschig, aber auch sooo schön
Inhalt:
Nach dem Unfalltod ihrer Eltern muss die sechzehnjährige Grace zu ihrem Onkel nach Alaska ziehen. Dieser leitet dort ein Internat. Nicht nur die klimatische Kälte macht dem Mädchen aus Kalifornien zu schaffen, sondern vor allem die abweisende Kälte der anderen Schüler*innen.
Warum versucht Bad Boy Jaxon, Grace wieder zu vertreiben? Und warum fühlt Grace sich ausgerechnet zu diesem Jungen dermaßen hingezogen?
Meine Meinung:
Während der ersten Hälfte des Buches hatte ich so meine Schwierigkeiten damit. Es wird zwar alles toll beschrieben und in Gefühle verpackt, aber die Handlung geht einfach nicht so richtig voran. Schnell ist klar, dass in diesem Internat etwas nicht stimmt, aber es wird nur um den heißen Brei herumgeredet, ohne zu sagen, was Sache ist. Da muss Grace erst ein paar Mal in Lebensgefahr kommen, bevor sie erfährt, worin die Gefahr für sie besteht. Hier hätte ich Onkel Finn und auch Grace’ Cousine Macy wirklich schütteln können, weil sie Grace nicht eingeweiht haben.
Aber gut, später erfährt man (und Grace) ja dann, was es mit allem auf sich hat. Ab da konnte die Geschichte mich wirklich begeistern. Ich empfand sie als sehr spannend und auch sehr emotional. Die süße Liebesgeschichte konnte mein Herz erobern, auch wenn ich manchmal nicht so richtig nachvollziehen konnte, was Grace an diesem Kerl findet. Aber auch das wird schließlich geklärt.
Grace hat mir als Protagonistin sehr gut gefallen. Sie ist unheimlich nett und sieht in allen Menschen nur das Gute. Manchmal erscheint sie als etwas naiv, aber sie ist ja auch erst sechzehn. Da darf man schon noch ein bisschen naiv sein und Fehler machen. ;-)
Die Story wird aus Grace’ Perspektive in der Ich-Form erzählt, sodass man vor allem ihre Gedanken und Gefühle hautnah mitbekommt.
Am Ende gibt es noch drei Bonuskapitel, die ausgewählte Szenen aus Jaxons Sicht beleuchten. Darauf hätte ich gut verzichten können, denn diese Jaxon-Kapitel bieten praktisch nichts Neues.
Durchgehend spannend
Eskalation von Nora Benrath
Durchgehend spannend
Inhalt:
Als Dina Martin spätabends auf dem Heimweg in ihrem Auto ans Handy geht, ahnt sie nicht, dass der unbekannte Anrufer sie in einen wahren Alptraum stürzen wird. Er zwingt sie, nach seinen Anweisungen zu fahren, sonst …
Der Täter schreckt vor nichts zurück. Bald findet die Polizei mehrere Opfer.
Ist die vermisste Dina Martin noch am Leben, oder wird auch ihre Leiche bald verstümmelt irgendwo auftauchen?
Meine Meinung:
Es gelingt Nora Benrath (Pseudonym einer deutschen Journalistin), von Anfang bis Ende eine hohe Spannung zu halten. Die Lesenden werden mitten ins Geschehen geworfen, mitten in eine undurchsichtige, beängstigende Situation. So gelingt es einem kaum, das Buch aus der Hand zu legen. Die vielen kurzen Kapitel animieren außerdem zum stetigen Weiterlesen.
Wechselnde Perspektiven - Opfer, Täter, Polizei, Familie, Freunde, Reporter - sorgen für einen umfassenden Überblick und etliche Verdächtige. Allerdings hatte ich bei einigen von ihnen den Eindruck, dass sie künstlich zu Verdächtigen hochstilisiert wurden. Ich fiel auf die falschen Fährten nicht wirklich herein. Allerdings hatte ich auch keinen blassen Schimmer, wer für die abscheulichen Taten verantwortlich ist. Insofern war die Story nicht vorhersehbar und die Auflösung konnte mich überraschen. Leider hat man als Leser*in keine Chance, selbst den Täter zu erraten, weil es keine entsprechenden Hinweise gibt - oder habe ich sie tatsächlich überlesen?
Wie dem auch sei: Die Geschichte ist durchweg spannend, undurchsichtig und überraschend. Sie lässt sich flott lesen und sorgt für einige Gänsehautmomente.
Triggerwarnung (bei Bedarf bitte rückwärts lesen):
HCUARBSSIMSEDNIK











