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Kunden em pfehlungen

Rezensionen von La Calavera Catrina:

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Ein Ort für Briefe und Geschichten

Der Briefladen, in dem die Zeit stillstand von Baek Seungyeon

Im «Letter Shop» wird nicht nur Briefpapier und später Notizbücher verkauft. Dort ist ein Treffpunkt für Freunde des Briefeschreibens und seit Hyoyeong dort arbeitet, spürt sie die tröstliche Wirkung und offenherzige Zugewandheit. Die Handlung und die Einzelschicksale der Kunden und Kundinnen ist nicht das eigentliche Vergnügen, sondern ganz titeltreu der Briefladen, in dem die Zeit stillzustehen schein.

Man liest dieses Buch nicht, um zu erfahren, wie es weitergeht, sondern um die ruhige Atmosphäre zu genießen. «Eine frische Note von Eukalyptus, gepaart mit dem intensiven, erdigen Aroma von Tusche, verlieh dem Letter Shop seine ruhige, behagliche Atmosphäre.» Anonyme Brieffreundschaften und die daraus entstehenden zwischenmenschlichen Begegnungen mit zurückhaltenden und liebenswerten Figuren zu erleben, macht diesen Roman aus. «Dank dieser Briefe habe ich gelernt, auf Papier etwas ehrlicher zu sein.» Abwechslung bieten die geschriebenen Briefe und Arbeitsprotokolle. Es ist eine Würdigung der Langsamkeit und eine Wertschätzung für das Handgeschriebene.

Hyoyeong ist dabei der zentrale Anker dieses Romans. Sie erhält Briefe von ihrer Schwester Hyomin, die sie nicht beantwortet. Es ist sicher eine Mission des Romans, die Kultur des Briefeschreibers zu fördern. Zudem passt die Botschaft zum Weihnachtsfest, das im Roman vor der Tür steht. Bei mir hat der einfache Schreibstil in Kombination mit der überschaubaren Handlung dafür gesorgt, dass ich mich nicht darauf einlassen konnte und immer wieder abgeschweift bin. Zwar habe ich es durchgelesen, doch manchmal war der Wunsch groß, abzubrechen, obwohl ich es so gern mögen wollte und die Atmosphäre genossen habe. Vielleicht eine gute Wahl, wenn man eine unaufgeregte und leichte Lektüre sucht. Es soll im Herbst 2026 eine Fortsetzung erscheinen.

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Ein Ort für Briefe und Geschichten
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Das Leben im Rückblick betrachten

Zeit für meine Träume von Tessa Randau

Ich mochte «Zeit für meine Träume», weil auf sympathische Weise Generationen aufeinander treffen, die beweisen, dass man keine Familie sein muss, um eine werden zu können und von ihren Erfahrungen profitieren. Daraus entsteht etwas Schönes.
Ein dünnes Büchlein mit Weisheiten des Lebens. Tessa Randau überzeugt durch ihre Fähigkeit zur achtsamen Wahrnehmung und den intensiven Dialogen.

Als die namenlose Protagonistin sich mit Anita auf einen Spaziergang trifft, sprechen sie über Rollenvorstellungen, unrealistische Erwartungen und Alternativen in der Mutterschaft. Die 38-Jährige hat einen großen Kinderwunsch und gewinnt durch Anita einen anderen Blickwinkel hinzu, der auf Erfahrungen und Erkenntnissen beruht. «Aber was ich daraus gelernt habe, ist, dass keine Frau wissen kann, was für ein Typ Mutter sie sein wird, egal, wie sehr sie sich ein Kind wünscht.» Es ist einfühlsam geschrieben und berührt, lückenhaft und etwas distanziert zwar, aber weder flüchtig noch zu flach. Alles steuert auf ein heilsames Ende zu, und die Geschichte ist unbeschwert, positiv und schenkt Hoffnung. Es geht um Freundschaft, Perspektivwechsel, Zusammenhalt, Achtsamkeit und Selbstreflexion.

«Ich finde ja, das Leben wird von Jahr zu Jahr besser.»

Die schöne Ausstattung mit dem freundlich sonnigen Cover macht durch Verzierungen, Illustrationen in einem minimalistischen Stil und kurze Abschnitte einen hochwertigen und durchdachten Eindruck, zum Runterkommen. Eignet sich gut als Mitbringsel für einen Hoffnungsschimmer bei Herzschmerz.

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Die Legende der Vier Wünsche

Der Sommer, in dem mir meine Wünsche weggeschnappt wurden von Lynn Painter

Emma kennt von ihrer Oma die Legende über das Portal, das vier Wünsche erfüllt – jede Woche einen. In diesem Jahr bietet sich die letzte Möglichkeit. Emma hat mit ihren Freunden das Portal gefunden und ihre Wünsche abgeschickt, aber leider geht nicht alles glatt und ihr großer Bruder, der auch auf sein angeborenes Wunschrecht besteht, ist dabei nicht unschuldig.

Jemand anderem passiert genau das, was Emma sich gewünscht hat und diese Person ist gar nicht glücklich darüber.

Emmas Wünsche nach mehr Selbstbewusstsein, Attraktivität, Anerkennung und ein bisschen Glück für ihrer Mutter sind ihrem Alter entsprechend nachvollziehbar. Sie möchte wie alle anderen auch gut in ihrer Schule integriert sein und mithalten. Außerdem hat sie alles dafür getan, um bei der Schülerratsvertretung mitwirken zu können. Was dann passiert, ist bitter für Emma, aber sie gibt nicht auf, wächst über sich hinaus und stellt sich einem abgedrehten Abenteuer. Durch die Ich-Perspektive ist man ganz nah an ihrer ins Chaos gestürzten Gefühls- und Gedankenwelt. Es gibt viele Dialoge und der Wortwechsel ist oft witzig und sprüht vor warmherziger Lebensfreude und positiver Energie. Es ist diese aufregende Seite des Erwachsenenwerdens, die ansteckend wirkt und authentisch gezeigt wird, sodass man sich darin wieder findet. Manches bleibt enttäuschend flach, obwohl man tiefere Botschaften hätte mitgeben können (Streit, Versöhnung etc.), aber das schadet der Handlung nicht. Die skurrile Entwicklung, in der auch Hamburger, eine Mütze und Fische eine Rolle spielen, und die Prise Magie garantieren spaßige Unterhaltung für Kinder ab 10 Jahren und helfen garantiert bei Langeweile.

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Die Legende der Vier Wünsche
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Der Pfad in die Natur

Katzenpfade von Sara Lundberg

Sara Lundberg ist eine schwedische Künstlerin und Illustratorin, deren Werk ‚Katzenpfade‘ vor allem durch seine atmosphärische Qualität besticht. Ihre Bilder laden dazu ein, sich vorzustellen, wie Mensch und Katze miteinander einen äußeren Konflikt ausleben, weil die Katze einmal bestimmen möchte, wo der Spaziergang hinführen soll.

Die Katze folgt ihrem Instinkt. Die Szenen wirken wie Ausschnitte aus einem größeren Erzählfluss. Im ersten Teil bleibt die Figur, die aus der Ich-Perspektive erzählt und nicht näher bestimmt wird, in ihrer Verzweiflung stehen, während die Jahreszeiten an ihr vorbei zu ziehen scheinen, bis Schnee fällt und sie beschließt, heimzukehren und die Konsequenzen zu tragen. Die Hintergründe und Details transportieren Gefühle, Stimmungen und Handlungen, ohne das viel Text nötig ist. Alles wirkt vertraut und gleichzeitig ungewöhnlich. Die Aquarelle wirken weich und verleihen den Bildern eine lebendige Textur. Die nachdenkliche Atmosphäre lässt Raum für Interpretation und Emotion. Man spürt eine tiefe Wertschätzung für die Natur. Es geht um Toleranz und Verständnis füreinander und die Chance auf neue Perspektiven. Im zweiten Teil erleben Mensch und Katze nämlich ein Abenteuer, das auch innere Konflikte sichtbar macht, zu einer ganz besonderen Belohnung führt und den symbolischen Konflikt zwischen Freiheit und Kontrolle sichtbar macht. Letztlich hat es sich gelohnt, der Katze auf ihrer abenteuerlichen Erkundung zu folgen, was sich auch in der Kunst der Figur zeigt. Ich habe zwei Illustrationen, die ich besonders mag: Die ausklappbare Seite steht für mich für eine erweiterte Perspektive und ist definitiv ein Highlight. Aber auch die Katze mitten in den Pusteblumen gefällt mir sehr.

‚Katzenpfade‘ sticht aus der Masse heraus und richtet sich an alle, die atmosphärische, beruhigende Bilderbücher im expressionistischen Aquarellstil mögen und viel Raum für Interpretation und Kreativität schätzen. Die Altersempfehlung liegt bei 5 Jahre, aber ich würde es tatsächlich vom Kind abhängig machen und begleitendes Lesen empfehlen.

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Der Pfad in die Natur
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Das lebensverändernde Studium der Schmetterlinge

Das Jahr der Schmetterlinge von Lea Korsgaard

In ihrem Buch «Das Jahr der Schmetterlinge» schreibt die dänische Journalistin, Autorin und Chefredakteurin Lea Korsgaard über ihren Vorsatz, in einem festgelegten Zeitraum die 64 heimischen Schmetterlingsarten zu finden und etwas über ihre Lebensräume und Geschichte zu lernen. Strukturiert ist das Buch von Januar bis August und es geht nicht nur um Schmetterlinge.

Es fließen auch andere Erfahrungen, Beobachtungen, Recherchen und aktuelle Bezüge ein, die sich für mich so anfühlten, als würde Lea Korsgaard weit abschweifen und sich von der mir erhofften Leichtigkeit entfernen. Das Buch ist also komplexer und anspruchsvoller als erwartet, weil Lea Korsgaard sich philosophisch und reflektiert zeigt – was mich, einmal darauf eingestellt, zunehmend angesprochen hat. „Er (mein Großvater) begriff, dass wir die Erkenntnis über die tiefsten Zusammenhänge unseres Daseins nicht in erster Linie aus Büchern, Worten und Ideen gewinnen, sondern aus allem Lebendigem.“
Es gibt eine besondere Verbindung ihrer Mutter zu Schmetterlingen. Es ist eine berührende Geschichte, die ins Frühjahr 1975 zurückgeht und einen Wendepunkt darstellte. Der Kleine Fuchs als Zeichen der Hoffnung. Das gehört zu den schönen Details des Buches, die ich besonders mochte. Außerdem fand ich die Begeisterung ansteckend, wenn Lea Korsgaard ihre Exkursionen plant und dann tatsächlich eine Schmetterlingsart sieht. Ihr Antrieb ist Wissensdurst, Neugier und sich mit der Natur zu verbinden. Es ist ein geistiges Sammeln, das sich auch in ihren schönen Illustrationen widerspiegelt, die im Buch zu finden sind. „Er erzählte mir, dass er bereits als junger Mann in den Siebzigerjahren mit dem Sammeln von Schmetterlingen aufgehört hätte. Er hätte festgestellt, dass es ihm größere Freude bereitete, die Tiere lebend und in ihrer natürlichen Umgebung zu beobachten, als sie tot in einer Schachtel liegen zu sehen.“
Ein persönlich erzähltes Sachbuch für Naturinteressierte – nicht nur über das Studium der Insekten, sondern auch über das Leben als ein Wunder.

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Das lebensverändernde Studium der Schmetterlinge
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Mein erstes Mal mit dem Känguru

Die Känguru-Rebellion (Die Känguru-Werke 5) von Marc-Uwe Kling

Ich kannte das anarchistische Känguru und sein Mitbewohner bisher nur vom Hörensagen. Wenn man politische Satire mag, sind die Känguru-Chroniken offenbar Pflichtprogramm, leider kannte ich sie bisher nicht. Marc-Uwe Klings «Die Känguru-Rebellion» ist eine unverhoffte Fortsetzung in großer Rebellier-Mission und die offizielle Rückkehr des Känguru.

Das Hörbuch spielt, da gesprochen vom Autor, seine facettenreichen Stärken aus und macht doppelt Spaß, aber die absurden und tiefgründigen Dialoge in den kurzweiligen Geschichten sind so gut, dass es sich auch lohnt, das Buch zu lesen, weil man immer ein Päuschen für rebellische Haltung gegenüber politischen Missständen findet. Es wird gesödert, mit dem Skandale-sammel-Spahn und der KI abgerechnet und Mangojoghurt weggeputzt. Die satirischen Spitzen sind brandaktuell und werden dringend gebraucht, genauso wie die Freundschaft zwischen Marc-Uwe und dem Känguru. Komplexe Themen werden zugänglich gemacht und so fühlt man sich nicht nur informiert, sondern auch gesellschaftskritisch unterhalten, während man «von der Schwerkraft in Kombination mit der weltpolitischen Lage niedergedrückt» wird und einem das Lachen im Hals stecken bleibt.

«Ab und zu erlaube ich mir fünf Sekunden Verzweiflung. Dann geht der Kampf weiter.»

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Mein erstes Mal mit dem Känguru
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Was bleibt, wenn das Leben vergeht?

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén

«Ich denke darüber nach, warum die Dinge so gekommen sind»

Bo schwelgt in Erinnerungen, seit seine demente Frau im Pflegeheim lebt, nachdem sie ihn nicht mehr erkannt hat. Durch seine aufgeschriebenen Schilderungen an seine Frau erfährt man, wie schwer das Älterwerden mit den körperlichen Einschränkungen gegen Ende des achten Lebensjahrzehnts sein kann.

Bo kann keine Schraubgläser mehr öffnen, vergisst Dinge und kann durch sein schlechtes Gleichgewicht nicht täglich mit Sixten Gassi gehen. Er ist auf Hilfe angewiesen und deshalb kommt regelmäßig der Pflegedienst. Bo liebt seinen Hund sehr und ist wütend auf seinen Sohn Hans, der ihm Sixten wegnehmen will, da er den Bedürfnissen des Hundes nicht mehr gerecht werden kann. Bo hatte ein erfüllendes Familienleben, in dem häufig Hans zu den schönsten Erinnerungen gehört. Die Beziehung zu seinem Sohn, dem gegenüber er oft laut geworden ist und mit dem er eigentlich gern anderes umgegangen wäre, ist ihm wichtig und er möchte die Fehler seines tyrannischen Vaters nicht wiederholen.

Dazwischen gibt es kurze Notizen vom Pflegeperson, die als Information für die Pflegekräfte hinterlassen werden, wobei hier besonders Ingrid sich hervorhebt, da sie sich auch um Sixten kümmert und versteht, was der Verlust des Hundes für Bo bedeutet. Der Schreibstil ist unaufgeregt und lässt einen zur Ruhe kommen.

Es ist ein Roman über das Älterwerden – den körperlichen Verfall und die Entmündigung, die Bedeutung von Liebe und Verlust sowie die Frage, was bleibt, wenn das Leben vergeht. «Alle denken, sie könnten über mein Leben bestimmen – nur ich selbst darf es nicht.»
Berührend und tiefgründig weckt diese Geschichte Mitgefühl für Menschen im Alter und für diejenigen, die mit Verlust und Veränderung kämpfen. Der Roman zeigt, wie zerbrechlich das Leben ist und wie wichtig es ist, mit Würde und Respekt behandelt zu werden. Welche Spuren hinterlässt man und wie findet man Frieden? Dieses Buch ist wie stille Begleiter, der hilft, das Unvermeidliche anzunehmen und das Menschliche darin zu sehen. «Es ist verflucht noch eins nicht leicht, ein Mensch zu sein.»

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Cozy Fantasy-Highlight mit Tiefe und Herz

The Faraway Inn von Sarah Beth Durst

Die etwa 17-jährige Calisa flieht mit gebrochenem Herzen aus Brooklyn nach Vermont zu ihrer Großtante, um möglichst weit von ihrem Ex-Freund entfernt zu sein. Mitten in der abgelegenen Wildnis steht ein in die Jahre gekommenes Gasthaus: das Faraway Inn. Alles ist ganz anders als erwartet. Unkraut, Straub, nötigte Reparaturen, wo man hinsieht.

Tante Zee ist mürrisch und abweisend, nur wenige seltsame Gäste besuchen das Inn und zwei strenge Regeln gelten: keine Fragen stellen und nicht ohne Erlaubnis Türen öffnen. Zum Glück ist da noch der gleichaltrige aufgeschlossene Jack, der Calisa zuhört, ihr hilft und eine ansteckende Freundlichkeit ausstrahlt. Trotzdem, kein herzlicher Empfang, aber eine stets warme und einladenden Atmosphäre, magische Geheimnisse und cozy Vibes, die ahnen lassen, was diesen Ort einmal so besonders gemacht hat. Die Geschichte richtete sich an eine jüngere Leserschaft, denen die Autorin Sarah Beth Durst einen Zufluchtsort schenken wollte, aber auch Erwachsene sind herzlich willkommen und werden sich angesprochen fühlen.

Calisa macht eine inspirierende Entwicklung durch und demonstriert Reife und Selbstbewusstsein. Tatkräftig ergreift sie Eigeninitiative, gibt nicht auf und beweist großen Mut. Ihr entgeht natürlich nicht, dass man versucht, etwas vor ihr zu verbergen und die seltsamen Begebenheiten kann sie sich auch irgendwann nicht mehr logisch erklären. Die Dialoge zwischen Calisa und Jack fühlen sich leicht und unbeschwert an, der Humor ist erfrischend und die Sympathie der beiden Hauptfiguren ist spürbar. Ihre zarte, romantische Zuneigung wirkt natürlich und unschuldig und beruht auf kleinen Gesten, Vertrauen sowie Unterstützung. Die magischen Elemente eröffnen eine faszinierende Welt voller Wunder und Möglichkeiten, sorgen für Witz, Charme und magische Gefühle. Da möchte ich gar nicht verraten, welche Highlights euch erwarten.

Die erste Hälfte ist richtig entschleunigend und es macht Spaß, gemeinsam mit Calisa die Geheimnisse zu enthüllen, Vertrauen aufzubauen und mehr zu erfahren. Sarah Beth Durst lässt eine raffinierte Spannung entstehen, die die behagliche magische Stimmung nicht beeinträchtigt. Selbst mit zunehmender Seitenanzahl wird es abwechslungsreicher, packend und herzerwärmend emotional, aber immer wieder kommt die cozy Stimmung durch und ich habe mich durchgehend mit den Figuren wohlgefühlt. Das macht die Botschaft, fernab von Magie und Abenteuern, zugänglich und ermutigt dazu, Mut zu fassen, innere Klarheit zu finden und Verantwortung zu übernehmen. Das Ende vermittelt ein Gefühl von Hoffnung und Zufriedenheit, und die Entwicklung der Handlung und all ihrer Charaktere wirkt dadurch sehr stimmig und rundum gelungen.

Wer es cozy, spannend und herzerwärmend mag, wird das Setting, die Vibes und die Charaktere lieben. Es wird alles harmonisch miteinander vereint. «The Faraway Inn - Wo Magie zu Hause ist» ist ein Ort zum Verweilen, Flüchten und Genießen für alle, die eine magische Wohlfühlgeschichte brauchen. Die liebevolle Aufmachung und der einzigartige Farbschitt machen diesen Schmöker zu einem Lieblingsbuch und tollen Geschenk. Uneingeschränkte Leseempfehlung für dieses Schmuckstück.

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Cozy Fantasy-Highlight mit Tiefe und Herz
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Episches Finale einer fantastischen Trilogie

Sepia 3: Sepia und der Fluch des Tintendrachen von Theresa Bell

Der Abschluss der Buchreihe «Sepia und der Fluch des Tintendrachen» sieht nicht nur umwerfend aus, sondern hat auch inhaltlich alles, was ein Finale braucht: Freunde, die zusammenhalten, um Flohall vor dem Untergang zu retten, und ein gefährliches Abenteuer in einer anderen Welt, was Spannung, Grusel und Abwechslung verspricht.

Die Handlung knüpft nahtlos an den zweiten Band an. Flohall ist kaum noch wiederzuerkennen. Seit sechs Wochen liegt die Stadt in einem ewig grauen Nebel aus Kälte und Feuchtigkeit, der beängstigend lebendig Stille, Angst und Trostlosigkeit für die Bewohner bedeutet. Wie können Sepia und ihre Freunde Flohall nur von diesem Fluch befreien, der den Untergang der Stadt bedeutet?

Die Zeit läuft ihnen davon, denn der Nebel breitet sich immer weiter aus. Man spürt die Verzweiflung und den Zeitdruck. Die Lehrmeister verfolgen einen Plan mit Tintenmagie, aber Sepia, Niki und Sanzio haben eine andere Idee, die sie zu einem Rätsel führt, das mit Sanzios Familie verknüpft ist und sie in eine andere Welt führt, wenn sie die Rätsel lösen. Entschlossen kämpfen die Drei um ihr Überleben und die Zukunft Flohalls. Dabei treffen sie bekannte und neue Verbündete und Gegenspieler. Besonders Tintillus sticht hier hervor, der mit seinen humorvollen Spitzen wie ein Verschnaufer in der bedrohlichen Stimmung wirkt.

Wer befürchtet, es könnte zu düster und gruselig werden, kann beruhigt sein. Es gibt auch Lichtblicke und atmosphärische Wohlfühlmomente mit Zimtmilch und Kirschtee, die ein Gefühl der Hoffnung schenken, sowie Zeit in Flohall – einer Stadt am Meer, die sich ein Stück nach Zuhause anfühlt. Mit zunehmender Seitenzahl wird es jedoch immer aufregender, spannend und die dichte Atmosphäre ist erfüllt mit zunehmender Eile, Beklemmung und mutiger Zielstrebigkeit. Wer die Rätsel und Andeutungen in den anderen Büchern mochte, kann sich auf noch mehr davon freuen – inklusive einer clever ausgeklügelten Auflösung mit Überraschungseffekt.

«Sepia und der Fluch des Tintendrachen» hat mich von der ersten Seite an sofort wieder in seinen Bann gezogen. Das Finale setzt nochmal einen oben drauf, ist voller gut dosierter Ideen, Fantasie, Freundschaft, bewegender Momente und fesselnder Spannung, weshalb man gar nicht aufhören kann, zu lesen. In vielen Details spiegelt sich das übergreifende Thema des Schreibens, Tinte und Buchdruck wider, das sich durch alle Bücher zieht. Mir hat das sehr gefallen, und ich kann die gesamte Reihe mit diesem würdigen Abschluss von Herzen empfehlen – optisch und inhaltlich magisch großartig und für kleine und auch große Fantasyfans geeignet.

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Episches Finale einer fantastischen Trilogie
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Unerklärlich, düster, verwirrend

Die Geister von La Spezia von Oliver Plaschka

Anfang des 19. Jahrhunderts in Italien trauert eine Frau um ihren Mann, dem Dichter Percy Bysshe Shelley, der im Golf von La Spezia verunglückt sein soll. Die visionäre Spezialagentin Pat Colombari soll klären, ob es sich tatsächlich um einen Unfall handelt und nutzt dafür die Kunst der Erinnerungsreisen.

Was erstmal seltsam klingt, ist eine technologische Möglichkeit in das Bewusstsein historischer Persönlichkeiten einzudringen. Das ermöglicht eine eindringliche Reise in die Vergangenheit, in der Mary Shelley, die Schöpferin von Victor Frankenstein, auf die Suche nach den Geistern ihrer Vergangenheit geht. Im Umfeld ihres Mannes spielt auch der rebellische Lord Byron, als bedeutender englischen Lyriker (und sein unheimlicher Keller), eine Rolle. Kann Mary mit Pat die Umstände des Schiffsunglücks aufklären?

Der Autor Oliver Plaschka vermischt wahre Begebenheit, historische Persönlichkeiten und Orte mit einer eindringlichen Fantasievorstellung, die mit unheimlicher Atmosphäre präsentiert wird. Geschrieben ist das Buch sehr bildhaft, weshalb man auf seine Kosten kommt, wenn man es liebt, sich zu gruseln. In vielen Aspekten außergewöhnlich, aber auch unnötig kompliziert und ich habe mich mit der Sprunghaftigkeit schwer getan. Grund könnten die häufigen Wechsel zwischen den Handlungsebenen gewesen sein, da keine klare Abgrenzung erfolgt. Stellenweise war es mir auch zu langatmig, weil kein klarer Handlungsbogen erkennbar war, auch wenn es stets ungewöhnlich und frisch bleibt. Das hat bei mir für einen Dämpfer gesorgt, obwohl ich die Mischung aus Mystery und historischem Kontext mochte. Trotzdem würde ich von dem Buch nicht abraten, besonders, wenn man neugierig auf das Erinnerungsreisen ist und etwas Außergewöhnliches sucht.

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Unerklärlich, düster, verwirrend