Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von La Calavera Catrina:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Zuckersüß, stimmungsvoll und berührend

Ein Einhorn namens Oktober feiert Weihnachten von Maria Höck

Der Geschichte um das Einhorn Oktober und das Eichhörnchen folgt man mit Freude und Neugier. Sie versetzt uns in eine weihnachtliche Atmosphäre, in der zwei beste Freunde sich wohlfühlen und etwas für die Waldgemeinschaft tun möchten. Eine zuckersüße Freundschaftsgeschichte voller Gemütlichkeit, Nächstenliebe und Winterinspiration, die neugierig macht:

Wie verbinden die Freunde ihren ersten Winter, nachdem sie sich im ersten Band kennengelernt haben?
Welche Geschenke haben Oktober und das Eichhörnchen für die anderen Tiere?
Und schließlich schenken sie sich etwas füreinander – ganz ohne Überforderung.

Das Buch regt dazu an, Fragen zu stellen, über die Bedeutung von Weihnachten zu sprechen und über die wertschätzende Botschaft abseits von Konsum nachzudenken. Es lädt ein, darüber zu reflektieren, was uns wirklich wichtig ist.

Selbst Dreijährige, die noch nicht lesen können, nehmen aktiv am „Lesen“ teil, wenn sie sich die ganzseitigen Illustrationen anschauen. Diese sind nicht zu detailreich, aber stimmungsvoll winterlich und durch kindliche Vereinfachung sowie große Kulleraugen lebendig. Die Kinder können die klaren Bilder selbst „lesen“, indem sie sie deuten – auch die Mimik lässt sich leicht erkennen.

Ein sehr schönes und stimmungsvolles Bilderbuch für die Adventszeit, das sich zum gemeinsamen Lesen und Vorlesen sehr gut eignet.
Wem der erste Band schon gefallen hat, wird diesen ganz bestimmt auch mögen. Auch ein schönes Weihnachtsgeschenk, das Kinder immer wieder zur Hand nehmen werden.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von La Calavera Catrina
Zuckersüß, stimmungsvoll und berührend
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Dunkle Seite

Most Hated Girl von Kirsty Lockwood

Am Anfang war alles unbeschwert: Die 19-jährige Odette freut sich, in dem 80-jährigen Amos einen Freund gefunden zu haben, der ihr hilft. Er nimmt sie bei sich auf, unterstützt sie finanziell und startet sogar mit ihr einen Social-Media-Kanal. „Ohne Zweifel hatte sich ihr Leben seit ihrer Begegnung mit Amos erheblich verbessert.

“ Doch das ist eine Rückblende – denn der Ausgang ist düster: Amos ist tot, und Odette steht unter Mordverdacht. Sie schweigt zu den Vorwürfen und sagt kein Wort. Die Ermittler stehen vor einem schwierigen Fall.

Was ist wirklich passiert?
Ist Odette das Monster, für das sie gehalten wird?
Was ist in dem Live-Video zu sehen, über das alle bereits ein Urteil gefällt haben?
Wird Odette kooperieren und die Wahrheit erzählen?

Ein spannender, düsterer Thriller, der mit jeder Seite unter die Haut geht. Amos wirkt höflich, aufmerksam und charmant – doch die bedrohlich feinen Nuancen machen nervenaufreibend deutlich, wie die Fassade bröckelt. Man bangt mit Odette, obwohl man genauso ahnungslos ist wie sie: Wer ist der Mann, mit dem sie sich angefreundet hat? Gleichzeitig wachsen die Zweifel, dass sie getan hat, was man ihr vorwirft – und trotzdem existiert dieses Video, das ihre Tat beweisen soll, während über 500 Menschen Zeugen waren.

Wie sich das wohl auflösen wird? Das Ende hält dann natürlich eine Überraschung bereit und hat mir gut gefallen.

Fazit: Packende Unterhaltung, die mitreißt und zudem zum Nachdenken anregt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von La Calavera Catrina
Dunkle Seite
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Zwischen Rätsel und Romantik

Die Hexen vom Honeysuckle House von Liz Parker

„Die Hexen von Honeysuckle House“ erzählt eine generationsübergreifende Familiengeschichte von Hexen, die in dem magischen Honeysuckle House leben oder gelebt haben. Dem Fluch zufolge stirbt alle dreizehn Jahre im Oktober jemand, der den Caldwell-Hexen wichtig ist. Florence Caldwell hat einen verzauberten Buchladen und hat dank ihrer niedlichen Nichte Clara nun auch einen schwarzen Kater namens Ink.

Während Florence sich wegen dem Fluch von dem Haus und der Magie fernhält, betreibt ihre jüngere Schwester Evie dort eine Pension und organisiert ein Herbstfest in der Kleinstadt Burdock Creek, um sich nicht von dem Fluch unterkriegen zu lassen. Doch besorgniserregende Geschehnisse im Haus erschüttern auch Evies Zuversicht.

Der Roman umfasst in der Gegenwart vier Tage, in denen die Caldwells mit ihren Verbündeten versuchen, den Fluch zu brechen, damit diesmal niemand zu Tode kommt. Sie versuchen, die Puzzlestücke und die rätselhaften Todesfälle zusammenzusetzen. Dafür nutzen sie alte Tagebücher, Zeitungsartikel und befragen die Tarotkarten. Dabei geht es auch darum, dass die Schwestern wieder zusammenrücken und es geht natürlich um (queere) Liebe. Durch mehrere Handlungsstränge und Erzählperspektiven erhält man Einblicke in verschiedene Zeiten und alle Caldwell-Hexen – sogar das verzauberte Haus selbst. Das sorgt für Abwechslung und ist durch betitelte Kapitel gut ersichtlich, in welcher Zeit und bei wem man sich gerade befindet.

Liz Parker schreibt flüssig und erzeugt eine magische, aber auch geheimnisvolle Atmosphäre, geprägt von emotionaler Schwesternliebe, aber auch von Verrat und Trauma in der Familie. Gespickt mit ein bisschen Romantik und und bisschen cozy Herbstvibes, entsteht eine ungewöhnliche Mischung, die mir insgesamt aber oft zu schwer für eine cozy Mystery war – auch wenn es viele Hoffnungsschimmer gibt: Evies Tochter Clara etwa, stets hilfsbereit und lebensfroh, oder die beiden sich entwickelnden Romanzen. Die Spannung kommt vor allem durch den immer näher rückenden Fluchtag, an dem jemand zu Tode kommen könnte, den sie lieben.

Die Auflösung ist zwar nicht vorhersehbar, aber auch nicht völlig überraschend. Insgesamt fand ich die Mischung gewöhnungsbedürftig, manchmal etwas verwirrend, überfrachtet und konstruiert. Einiges hat mir hingegen gut gefallen, wie das lebendige Haus oder das Befragen der Karten. Magie ist zwar vorhanden, aber eher ein Werkzeug – keine Superkraft, mit der die Schwestern alle ihre Probleme lösen können. So, als könnte jeder sie mit einfachen Mitteln wie Tarotkarten oder Kerzen praktizieren.

Ingesamt hinterlässt der Roman einen durchschnittlichen Eindruck bei mir.
Im Gegenteil zur schicken Ausstattung. Ein goldener Buchumschlag, geschützt von einem herbstlich-mystisch gestalteten Schutzumschlag, ein schöner Farbschnitt, ein Lesebändchen und eine beiliegende Tarotkarte setzen besondere Akzente. Die illustrierten Bienen, die sich immer mal wieder im Buch befinden, werden nur am Rand erwähnt, produzieren aber im Garten der Familie das Wachs für die Kerzenmagie.

Fazit: Kein seichte Erzählung mit viel Magie, sondern ein ungewöhnlicher Familienroman für alle, die Lust auf Hexerei haben, aber nicht auf Dramen, Spannung, Rätsel, ein bisschen Crime und große Gefühle verzichten möchten – und dazu eine abwechslungsreiche Erzählweise schätzen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von La Calavera Catrina
Zwischen Rätsel und Romantik
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Eine unglaubliche Liebesgeschichte

Noch einmal, für immer von Mitch Albom

Hauptfigur und Zeitreisender ist Alfie. Er wird von einem Detektiv festgenommen und verhört, nachdem er eine hohe Geldsumme im Casino gewonnen hat. Es gibt Hinweise auf Betrug, doch Alfie beteuert, das Geld ehrlich gewonnen zu haben. Die Antworten, die Detektiv LaPorta von ihm verlangt, stünden in einem Notizbuch – aus dem Alfie ihm schließlich vorliest.

Das Notizbuch enthält seine unglaubliche Geschichte, die er an seinen Boss geschrieben hat. So erfahren wir nicht nur, wie es zu Alfies Festnahme kommen konnte, sondern auch von der besonderen Gabe, die er besitzt, und seiner großen Liebe. Alfie kann nämlich in die Vergangenheit reisen und Momente noch einmal erleben. Allerdings funktioniert das nur einmal – danach lässt sich nichts mehr ändern.

„Beim ersten Versuch kann ich Superman sein. Beim zweiten muss ich Clark Kent bleiben.“

Man erfährt, wie Alfie als Kind von seiner Gabe erfahren hat und wie er ab diesem Zeitpunkt den Lauf der Dinge immer wieder abgewandelt hat. Es ist eine an vielen Stellen berührende Geschichte, in der Alfie sein Leben für die verrücktesten, schönsten – aber auch banalsten Dinge nutzt und man sich unweigerlich die Frage stellt, was man selbst getan hätte. Natürlich hat das Zurückspringen in der Zeit auch Konsequenzen. Die Andeutungen auf den weiteren Verlauf machen die Geschichte fesselnd, denn Alfie verrät nie zu viel und verweist stets auf das Notizbuch. Das führt dazu, dass nicht nur LaPorta zunehmend neugieriger wird – obwohl er kein Wort davon glaubt.

«Wenn Sie die Wahrheit wissen wollen, müssen Sie die Tatsachen akzeptieren, die Sie für unmöglich halten dürften.»

Man selbst wird mitgerissen und fragt sich, wer Alfies Boss eigentlich ist, für den die Notizen nach seinem Tod bestimmt waren, warum Alfie plötzlich Glücksspiele spielt und wie es mit Giana weitergeht – wenn doch irgendwie alles schiefgelaufen sein muss.

Es gibt einiges, was mir an dieser Liebesgeschichte gefallen hat: die Sammlung der Mutter mit einem Dutzend Eigenschaften, die sie an ihrem Sohn liebt, die Elefantin, mit der zwei Kinder Freundschaft schließen, wenn Alfie seine Gabe für etwas Gutes eingesetzt hat, oder das rührende Ende, das alles zusammenführt.

Zugegeben, man darf es nicht zu genau nehmen, wenn Alfie mitten in verschiedenen, ineinander verflochtenen Lebensläufen der Logik ein Schnippchen schlägt. Doch die Idee unterhält so gut, dass man an diesem Buch hängt wie an einer guten Fernsehserie. Denn am Ende ist alles genau so, wie es sein sollte.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von La Calavera Catrina
Eine unglaubliche Liebesgeschichte
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Hummelig verbindend

Hummelhirn von Judith Holofernes

In „Hummelhirn“ beschreibt Judith Holofernes ihre Kindheit als die eines „sonderbaren“ Kindes – eine Träumerin, die voller Ideen und Fantasie steckte, sich noch vor den „gackerigsten Teenagermomenten“ für Jungs interessierte, in Büchern und Musik versank und davon träumte, eine Band zu gründen.

Dabei war sie stets nett und angepasst, vor allem als späterer, bescheidener Rockstar, denn wer nett ist, den mögen andere. Denn so vergesslich, schnell abgelenkt und unscheinbar ist die Angst vor Ablehnung ein ständiger Begleiter. Während ihre Mutter Cornelia ihr viele Freiheiten lässt, ihr immer ein offenes Ohr schenkt und Akzeptanz vermittelt, erfährt sie im starrem Schulsystem Unverständnis, harsche Maßreglung und schreckliche Langeweile.

«Wenn ich zu Hause war, konnte ich mich wunderbar amüsieren. Mir war nie langweilig in meinem eigenen Kopf. Draußen in der Welt allerdings, zur Teilhabe gezwungen, langweilte ich mich oft so sehr, dass ich glaubte, sterben zu müssen.»

Mit viel Feingefühl und einer leichten Prise Tragik erzählt sie von dieser Zeit. Immer wieder springt sie dabei kurz zwischen den Anfängen der Bandgeschichte – dem Sage Club 2001 – und der Gegenwart als Mutter und Selbstständige hin und her – der Fokus liegt aber auf der Kindheit. Sie erklärt, wie ihr „Hummelhirn“, also dieses sprunghafte, eigenwillige Denken, sie bis heute begleitet und geprägt hat. Ein Reflexion, bei der man die Zusammenhänge erst rückblickend erkennt und die nachvollziehbar aufgeschlüsselt wurden.

Der Schreibstil ist ganz typisch Judith Holofernes: lebendig, wortgewandt und voller Humor – mal auch mit Reim und Rhythmus. Sie nutzt anschauliche Adjektive und eine bildhafte Sprache, die beim Lesen bunt und innerlich reich wirkt. Manchmal ist es ein bisschen viel, aber vor allem fühlt es sich echt und authentisch an.

Es ist, als würde der „Wir sind Helden“-Soundtrack im Hintergrund laufen, während man erfährt, was sie zu den Songtexten inspiriert hat. Dabei greift sie auf Tagebucheinträge, detailreiche Erinnerungen und Dialoge zurück – immer angetrieben von der Neugier, was als Nächstes kommt.

Ihre Erzählung erinnert an die eigene Kindheit oder an Eigenschaften, die man selbst an sich entdeckt: an erfundene Geheimsprachen, an Stapel von Büchern aus der Bibliothek, die man nach Hause trug, oder daran, wie man „Auf der Flucht“ mit Harrison Ford nachspielte. Das ist nicht nur unterhaltsam – an manchen Stellen musste ich sogar lachen (die beiden fiesen Beos) –, sondern es schafft auch eine Verbindung. Genau das hat mir an dem Buch besonders gefallen.

Es ist eine warmherzige Reflexion darüber, wie schön es ist, anders zu sein, und wie viel Charme in den Dingen liegt, die nicht perfekt sind.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von La Calavera Catrina
Hummelig verbindend
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Zusammenhalt und Menschlichkeit

Pina fällt aus von Vera Zischke

«Es ist eine große Aufgabe, die Welt für jemanden passend zu machen, die nicht für ihn geschaffen ist.»

Pina betreut als alleinerziehende Mutter ihren 20-jährigen, autistischen Sohn Leo. Doch als sie nach Jahren der Überlastung zusammenbricht und ins Krankenhaus muss, bricht für beide eine Welt zusammen: Leo versteht nicht, warum seine Mutter nicht zurückkommt, und die Nachbarn – jeder mit eigenen Problemen – stehen plötzlich vor einer unerwarteten Aufgabe.

Die 86-jährige Inge, die ihre Wohnung kaum noch verlässt, der einsame Wojtek, der heimlich verliebt ist, und die rebellische Zola, die lieber zockt als zu helfen, werden widerwillig zu Helfern. Anfangs fühlen sich alle überfordert, ja sogar genervt: „Was geht mich das an?“

«Diese soziale Kälte, von der alle reden. Bin das vielleicht auch ich?»

Doch langsam beginnt eine ungewöhnliche Reise – nicht nur für Leo, sondern für jeden Einzelnen. Die Begegnungen zwingen sie, ihre Vorurteile zu hinterfragen, ihre eigene Einsamkeit zu erkennen und schließlich Verantwortung zu übernehmen.

Am Ende steht nicht nur die Frage: Wer kümmert sich um Leo? – sondern auch: Wer kümmert sich um uns?

«Ein Mensch genügt. Ein Mensch, der einem das Gefühl gibt, dass es nicht egal ist, ob man lebt oder nicht. Ein Mensch, der zuhört. Ein Mensch genügt, um die Einsamkeit auszuhalten, um die eigene Existenz nicht für einen einzigen großen Irrtum zu halten.»

Eine gesellschaftskritische und emotionale Geschichte mit dem Fokus auf die Charaktere und ihre Entwicklung, geschrieben in einfacher Sprache, die ich allen empfehlen würde, die sich für soziale Ungleichheit interessieren, aber keine trockene Theorie wollen. Kein spektakuläres Drama, aber eine warmherzige Geschichte über das, was uns im Leben wirklich trägt: Verbindung, Verständnis und die Bereitschaft, füreinander da zu sein.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von La Calavera Catrina
Zusammenhalt und Menschlichkeit
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Überleben in der kalifornischen Wildnis

Wir gegen die Wildnis von Anne Nesbet

In „Wir gegen die Wildnis“ von Anne Nesbet campen die 8-jährige Amy, ihre 11-jährige Schwester Vivian und ihr 12-jähriger Cousin Owen eine Nacht ohne ihre Eltern am Ranger Lake in den Bergen Kaliforniens. Ein Abenteuer, auf das Vivian mit großer Vorfreude hingefiebert hat. Durch ein Erdbeben von ihren Eltern abgeschnitten, sind sie auf sich allein gestellt.

Es beginnt eine beschwerliche Wanderung durch die bergige und unberechenbare Wildnis mit wenigen Vorräten und zunehmender Erschöpfung. Dabei gehen die Kinder nicht nur an ihre Grenzen, sondern öffnen sich einander. Owen teilt ein trauriges Geheimnis mit seinen Cousinen, das ihn sehr bedrückt. Das gegenseitige Vertrauen und die überstandenen Schwierigkeiten, stärken den Zusammenhalt der Drei, während jeder seine Rollen ausfüllt: Amy ist die jüngste, fantasievoll und erlebt eine ganz besondere Begegnung, Owen ist für die Einteilung der Nahrung und das Kochen verantwortlich, während Vivians Lebensfreude sowie Mut alle ansteckt und auf den richtigen Weg bringt. Ihre Eindrücke und Gespräche stehen im Vordergrund, während die Natur mit all ihren Gefahren und Schönheiten als beeindruckende Kulisse dient. Das Erzählen in der außenstehenden Perspektive macht es möglich, in die Gedanken und Gefühle aller Figuren zu schlüpfen und mit ihnen mitzufiebern. Nebenbei erfährt man viel über das Überleben in der Wildnis und bekommt eindrucksvoll vermittelt, welche emotionalen und körperlichen Herausforderungen damit verbunden sind. «Sie waren alle drei so furchtbar hungrig und müde (…). Und trotzdem ging sie vorsichtig den Pfad hinunter, ohne sich allzu sehr zu beklagen.»

Fazit: Ein empfehlenswertes Schmöckerabenteuer über Mut, Freundschaft und die wilde Natur für Kinder ab 9 Jahren, die den Horizont erweitert. Die Geschichte wird immer spannender, aber nicht zu nervenaufreibend erzählt. Sie ist lebendig geschrieben, und durch die authentischen Charaktere kann man einfach abtauchen und Amy, Vivian und Owen durch die Wildnis begleiten.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von La Calavera Catrina
Überleben in der kalifornischen Wildnis
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Zauberhaft skurril und originell

Mehl, Magie und Machenschaften von T. Kingfisher

«In der Bäckerei meiner Tante lag ein totes Mädchen.» Mit diesem Satz beginnt die abenteuerliche Geschichte der vierzehnjährigen Teigzauberin Mona, die als Bäckereilehrmädchen in der Backstube ihrer Tante Tabitha arbeitet. Mona kann nicht nur richtig gute Sauerteigbrote und Muffins backen, panische Angst bringt ihre Magie richtig in Schwung und lässt Lebkuchen tanzen.

Unter Mordverdacht stehend, wird Mona in die Burg der Herzogin gebracht. Später lernt Spindle kennen, einen klugen Junge mit umfangreichen Fähigkeiten. Beide sehen sich mit einer Übermacht konfrontiert, die strategisch Magiker des Zaubervolkes tötet.

«Lasse dich nicht davon zurückhalten, dass dir etwas albern oder unmöglich erscheint. In der Magie ist Kreativität ebenso wichtig wie Wissen.»

«Mehl, Magie und Machenschaften» ist genau das, was der Titel verspricht und vergisst dabei nicht die Erwartungen der jungen Zielgruppe. Autorin T. Kingfisher hat mich noch nie enttäuscht und mit Mona eine Heldin wider Willen geschaffen, die sehr nahbar ist. Zum ersten Mal ist mir eine Buchfigur begegnet, deren Bedürfnisse thematisiert werden – Bedürfnisse, die sonst oft einfach weggelassen werden, als müssten Figuren in Büchern nie auf die Toilette gehen. Mona ist eine junge Heldin, die viel in kurzer Zeit bewältigen muss, und mit der man sich identifizieren kann. Bildhafte Sprache rund ums Backen, gruselige Momente, Humor, Magie und eine spannend-unerwartete Handlung machen diese Geschichte so originell. Den skurrilen Sauerteigansatz Bob fand ich grandios und mir gefiel, wie am Ende alle roten Fäden zusammenliefen.

«Mehl, Magie und Machenschaften» sticht aus dem Jugend-Fantasy-Bereich hervor und macht einfach Spaß. Ganz besonders, wenn man sich von dem ersten Satz angezogen fühlt und Lust auf eine mittelalterliche Kulisse hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von La Calavera Catrina
Zauberhaft skurril und originell
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Freundschaftsgeschichte voller Weisheit und Herz

Der kleine Grimlin und das ganz große Herz - Eine Freundschaftsgeschichte von Barbara Rose

«Der kleine Grimlin und das ganz große Herz» erzählt die warmherzige und fantasievolle Geschichte des schüchternen Wichtels Grimlin, der durch die Unterstützung seiner Freunde über sich hinauswächst, um dem Wichtelzauberer Tjelle zu helfen. Dabei erleben sie ein spannendes Abenteuer und gewinnen wertvolle Aha-Momente, die zentrale Themen wie Vorurteile, Ausgrenzung, Missverständnisse, Hilfsbereitschaft, Freundschaft und Mut kindgerecht aufgreifen und, ohne erhobenen Zeigefinger, zum Nachdenken anregen.

«Oft entspricht die Vorstellung gar nicht der Wirklichkeit! Erst wenn man ein Wesen kennengelernt hat, darf man sich ein Urteil erlauben. Und auch dann gebietet es die Wichtelehre, freundlich und milde zu sein.»

Kindgerechte Weisheiten und eine heimelige Atmosphäre zeichnen dieses Kinderbuch aus, denn das Zuhause von Grimlin und seinen Freunden ist der urigste Ort der Welt – mit Wurzeltee, Mirabelmus und anderen Köstlichkeiten. Die farbprächtigen Illustrationen von Laura Bednarski laden zum Träumen ein und verbreiten eine wohlige Stimmung. Durch das Unwetter, die Ungewissheit über den Verbleib des Wichtelzauberers und die Sorge um gefährliche Wesen wird es richtig spannend – dabei bleibt es durchgehend altersgerecht und eignet sich sogar für ängstliche Kinder. Es gibt ein Wiedersehen mit den liebgewonnen Charakteren aus dem ersten Buch, aber es kommen auch neue Wesen dazu. Ich würde empfehlen, in der Reihenfolge zu lesen, aber es ist auch möglich, mit diesem Buch zu beginnen.

Abgesehen von herausfordernden Namen wie „Wiesenzischler“ lässt es sich leicht vorlesen und hält für Kinder ab 5 Jahren auch die eine oder andere unvorhersehbare Wendung bereit, während sich mit älteren Kindern spannende Gespräche ergeben. Ein interaktiver Bonus im Buch sind ein leckeres Kuchenrezept und eine Bastelanleitung. Außerdem gibt es die spielerische Möglichkeit, nach jedem gelesenen Kapitel hinten im Buch ein Bild auszuschneiden (das auch ausgedruckt werden kann) und vorne in die Karte einzukleben. Eine tolle Idee mit Belohnungseffekt.

Fazit: Diese liebevolle Fortsetzung steht dem ersten Band in nichts nach und überzeugt mit Herz, Klugheit und einer spannenden Geschichte, die ich Groß und Klein uneingeschränkt empfehlen würde.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von La Calavera Catrina
Freundschaftsgeschichte voller Weisheit und Herz
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Heilsam und warmherzig erzählt

Heimkehr nach Morioka von Yuki Ibuki

Heilsam und warmherzig erzählt die Autorin Yuki Ibuki vom Erwachsenwerden der 17-jährigen Mio, die unter den psychischen Folgen von Schikanierung und Ausgrenzung leidet und vor ihrer aussichtslosen Lage nach Morioka zu ihrem Großvater flieht, der ihr die Kunst des Webens beibringt. Sowohl Mios familiäres Konfliktumfeld als auch ihre sanften Fortschritte nehmen viel Raum ein, aber trotz dieser belastenden Themen, finden sich immer wieder schöne Momente und Beschreibungen der Leichtigkeit und achtsamen Entwicklung.

Dieser ruhige Roman hält, was der Klappentext und das Cover versprechen: nachvollziehbare Selbstfindung, faszinierende Einblicke in die japanische Kultur und das Handwerk der Weberei, eine starke Verbindung zur Natur, intensive Auseinandersetzungen mit den Gedanken, Gefühlen und Konflikten der Figuren und eine subtile, zurückhaltende Erzählweise. Bei diesem Buch muss man gar nicht viel über die Handlung wissen, wenn man sich von diesen Punkten bereits angesprochen fühlt. Unterstützt durch die gelungene Übersetzung aus dem Japanischen von Charlotte Scheurer, war es ein beruhigendes und emotionales Leseerlebnis mit Tiefgang, das zum Nachdenken und Verweilen einlädt. Erzählt wird abwechselnd aus den Perspektiven von Mio und ihrem Vater Hiroshi, gewebt in eine dichte Atmosphäre und eine bildhaft ausgeschmückte Kulisse, deren Stille und Schönheit beruhigend wirkt.

Für alle, die japanische Literatur mögen und die, die eine Auszeit aus dem hektischen Alltag brauchen und sich ein Buch mit entschleunigender Kraft wünschen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von La Calavera Catrina
Heilsam und warmherzig erzählt