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Rezensionen von Tara:

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Auf der Suche nach sich selbst

Das Buch „Mein ist die Liebe“ der Autorin Christa Eckert ist kein Buch, das man zur Unterhaltung liest und anschließend zur Seite liegt. Hierbei handelt es sich um Lesestoff, der zum Nachdenken anregt und der einen auch nach der Lektüre noch weiter beschäftigen wird.

Die Protagonistin Carla ist Schriftstellerin und will einen Roman schreiben, in dem es um Liebe und Online-Dating gehen soll.

Deswegen meldet sie sich unter dem Namen ihrer Romanfigur Jolyn auf einer Partnersuche-Plattform an. Dort lernt sie nicht nur diverse Männer kennen, sondern vor allem erst einmal sich selbst.

Carla ist eine sehr eigenwillige und ungewöhnliche Protagonistin, deren Handeln und Denken ich nicht immer ganz nachvollziehen konnte. Trotzdem hat mich ihre Entwicklung, die sie im Verlauf der Handlung durchmacht, fasziniert. Sie lernt verschiedenste Männer kenne, von denen mir allerdings keiner sonderlich sympathisch war. Letztendlich hat sie ihren Weg auf ihre ganz eigene Art und Weise gefunden, so wie jeder für sich seinen Weg entdecken muss.

Der Schreibstil der Autorin ist ein wenig gewöhnungsbedürftig, was die Gefühlswelt der Protagonistin unterstreicht und dem Roman Intensivität verleiht. Ich habe einige Seiten benötigt um mich einzulesen, aber es hat sich gelohnt. Für mich war das Buch ein intensives Leseerlebnis, kein Wohlfühlroman, sondern einer, den das Leben schreibt und der Stoff zum Nachdenken gibt.

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Vom Ghosting zum Stalking

Die Obsession - Wenn eine Begegnung zum Verhängnis wird von Nuray Çeşme

„Die Obsession - Wenn eine Begegnung zum Verhängnis wird“ ist nach „Der Wille versetzt Berge“ das zweite Buch der in Hamburg lebenden Autorin Nuray Çeşme.
Über eine Dating-Plattform lernt die 36-jährige Italienerin Amelia den Frauenheld Marlon kennen. Dieser zeigt sich zunächst von seiner besten Seite.

Aber nachdem er Amelia ins Bett bekommen hat, ist sein Ziel erreicht und er verschwindet, macht sich unerreichbar. Amelia ist am Boden zerstört, kann Marlon einfach nicht vergessen und beginnt Marlon zu stalken.
Die Handlung wird im Wechsel aus der Perspektive von Amelia, Marlon und Lukas – Marlons besten Freund – beschrieben. Dieser Wechsel sorgt für Spannung und verschafft dem Leser einen interessanten Einblick in die Gedankenwelt der verschiedenen Persönlichkeiten, der für mich gerne noch ein wenig tiefgreifender hätte sein dürfen. Neben der Gegenwartshandlung erfährt man auch einiges aus der Vergangenheit und der Familiengeschichte Charaktere, wodurch das Verhalten dieser geprägt ist und nachvollziehbar wird. Die Emotionen und auch das krankhafte Verhalten von Amelia werden authentisch beschrieben.
Der Schreibstil der Autorin ist einfach und angenehm zu lesen. Lediglich ein paar Wortwiederholungen habe ich als ein wenig unnötig empfunden.
Mit den Themen Online-Dating, Gosthing und Stalking hat die Autorin aktuelle Themen aufgegriffen und diese in einer Handlung gelungen zusammengebracht. Trotz der bereits genannten Unstimmigkeiten hat mich das Buch gefesselt, da es flüssig geschrieben ist, Spannung aufbaut und die Protagonisten interessant sind.

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Vom Ghosting zum Stalking
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Historischer Krimi

Die Obsession - Wenn eine Begegnung zum Verhängnis wird von Nuray Çeşme

„Die Frau aus Oslo“ ist ein historischer Krimi des norwegischen Schriftstellers Kjell Ola Dahl, der als bester Krimi Norwegens 2015 ausgezeichnet wurde.
Die Jüdin Ester kämpft im norwegischen Widerstand. Als sie verraten wird, gelingt es ihr nach Schweden zu fliehen, während ihre Familie deportiert und ermordet wird.

Zur gleichen Zeit wird ihre Freundin Ase, die mit dem Widerstandskämpfer Gerhard Falkum eine gemeinsame Tochter – Turid – hat, auf brutale Weise ermordet. Gerhard wird des Mordes an Ase verdächtigt, flieht ebenfalls nach Schweden, später in die Vereinigten Staaten. Der Fall wird nicht näher verfolgt. 1967 kehrt Gerhard unter dem Vorwand seine Tochter Turid kennenlernen zu wollen zurück.
Der Krimi hat Handlungsstränge in drei verschiedenen Zeitebenen – 1942, 1967 und 2015 – und der Hauptteil der Ereignisse findet in den Jahren 1942 und 1967 statt. Durch den Wechsel zwischen den Zeitsträngen und aufgrund der zahlreichen Charaktere benötigt man beim Lesen ein wenig Konzentration. Bereits zu Beginn werden zahlreiche Fragen aufgeworfen, wodurch eine gewisse Spannung erzeugt wird.
Die Stimmung zur Zeit des Zweiten Weltkrieges ist sehr bedrückend und die Angst der Menschen ist spürbar. Keiner weiß wem er trauen kann und es hat mich immer wieder fassungslos gemacht wozu Menschen fähig sind. Aber auch 25 Jahre später schleichen die Protagonisten umeinander herum, keiner traut dem andern und es bleibt die Frage, was damals wirklich passiert ist. Dem Autor ist es sehr gut gelungen, die Angst und das vorherrschende Misstrauen zu transportieren.
Der Schreibstil ist flüssig, gut verständlich und angenehm zu lesen. Lediglich mit den vielen Straßennamen und Wegbeschreibungen in Norwegen konnte ich - wegen mangelnder Ortskenntnisse - nichts anfangen.
Insgesamt liest sich das Buch spannend und ich habe durchweg über die Zusammenhänge gerätselt. Das Ende gibt Antworten auf die wichtigsten Fragen und war für mich rund und stimmig. Allerdings musste ich mit ein wenig Abstand feststellen, dass einige Fragen aufgeworfen werden, deren Antwort der Fantasie des Lesers überlassen bleibt. Trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und mich gut unterhalten gefühlt.

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Zwischen Fantasie, Realität und Magie

Die Obsession - Wenn eine Begegnung zum Verhängnis wird von Nuray Çeşme

„Der Geist von Cavinello d'Alba“ ist ein wundervolles Märchen für Erwachsene von der Autorin Caroline Sesta, das zum Träumen einlädt.

Cornelia lebt im Ruhrgebiet und bekommt von ihrem Freund Frank einen Heiratsantrag. Deswegen benötigt sie ihre Abstammungsurkunde. Dadurch erfährt sie, dass ihre Eltern gar nicht ihre Eltern sind und ihre Wurzeln im Piemont liegen, wo sie mit dem Namen Donatella di Cavinello d'Alba auf die Welt kam und dass sie die letzte Nachfahrin eines alten piemontesischen Adelsgeschlechts ist.

Damit kommen ganz neue Aufgaben auf sie zu, da das Kastell ihrer Familie zu verfallen droht. Sie reist nach Italien, begegnet dem Geist eines Adligen und verliebt sich in diesen.

Das Buch wird mit einer Erklärung über den Begriff „Il Castello“ eingeleitet und im Anschluss folgt eine kurze Auflistung und Beschreibung der wichtigsten Charaktere. Mit diesem Einstieg ist man bestens auf die kommenden Ereignisse zwischen Deutschland und Italien und Fiktion und Realität vorbereitet.
Der Schreibstil der Autorin ist ungewöhnlich, passt aber gut zu den Ereignissen des Romans und fesselt. Ihre Liebe zu Italien wird mehr als deutlich und sie versteht es durch ihre bildhafte Sprache wundervolle Bilder in den Köpfen ihrer Leser zu malen.

Die Mischung aus Fantasie, Realität und Magie lädt zum Träumen ein und hat mich gut unterhalten. Allerdings hätte ich mir an einigen Stellen ein paar Details mehr gewünscht. Dennoch ist es eine wundervolle Liebesgeschichte, ein modernes Märchen, das mir einen schönen Lesenachmittag verschafft hat.

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Kritisch - spannend - amüsant

Adieu, o Seele! Ein Fall für D.I. Horse von Raffael Rauhenberg

Wer nach guter Unterhaltung sucht und einfach einmal etwas ganz Anderes lesen möchte, dem kann ich „Adieu, o Seele! Ein Fall für D.I. Horse“ von dem Autor Raffael Rauhenberg nur empfehlen.

Nachdem im Garten von Inspector Horse eine Leiche gefunden wurde und Sergeant Sheep für einen kurzen Moment gedacht hat, dass er der Mörder sein könnte, wird schnell klar, dass dieser sowohl aus den Reihen der Veganer als auch aus der Fleischindustrie kommen könnte.

Da ist D.I. Horse mit seiner messerscharfen Kombinationsgabe gefragt.

Zugegebenermaßen sind Inspector Shylock Horse und Sergeant Jon Sheep ein wenig gewöhnungsbedürftig, aber gleichzeitig auch ein Duo, das einfach Spaß macht.

Erzählt wird aus der Perspektive von Sergeant Jon Sheep, der oft ein wenig trampelig daherkommt, ständig hungrig ist und teilweise sehr verworrene Gedanken hegt, die wenig mit der Realität zu tun haben. Mich hat er dadurch wunderbar amüsiert.
D.I. Horse ist hingegen sehr kompetent, seine Fähigkeiten zu kombinieren sind herausragend und seine Nachsicht mit Sheep macht ihn ausgesprochen sympathisch.

Der Schreibstil des Autors ist angenehm, leicht zu lesen und eigentlich fliegt man nur so durch die Seiten. Aber hinter dieser amüsanten und teils skurrilen Lektüre steckt viel mehr als nur leichte Unterhaltung. Es wird mit Klischees gespielt und auf die Missstände in der Fleischindustrie wird ebenso hingewiesen wie auf die mit Pestiziden belasteten Felder. Die durch diese Themen verübte Kritik an der Gesellschaft ist dezent, wird aber mehr als deutlich und sorgt für einiges an Denkanstößen.

Mich hat der Fall von Inspector Horse und Sergeant Sheep ausgesprochen gut unterhalten, da er spannend, amüsant und gesellschaftskritisch ist.
Mit „Adieu, o Seele! Ein Fall für D.I. Horse“ hat der Autor Lesestoff geschaffen, der unterhält, auf Missstände hinweist und mich dadurch gedanklich auch nach dem Lesen immer wieder beschäftigt hat.

Ich hoffe auf weitere Fälle mit diesen Protagonisten, da sie den berühmten Charakteren von Arthur Conan Doyle in nichts nachstehen.

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Erschütternd & erschreckend

Die Nickel Boys von Colson Whitehead

In seinem Roman „Die Nickel Boys“ berichtet der Pulitzer-Preisträger Colson Whitehead über die Besserungsanstalt Nickel Academy in Florida zu Beginn der 1960er-Jahre.

Der schwarze 16-jährige Elwood sieht seiner Zukunft positiv entgegen. Er ist gewissenhaft und sein Traum hat sich erfüllt.

Er hat einen Platz am College bekommen. Aber da er beim Trampen in ein gestohlenes Auto gestiegen ist, landet er ohne Verfahren und ohne Hilfe direkt in der Nickel Academy. Dort herrscht ein mehr als rauer Ton. Aber Elwood will sich nicht unterkriegen lassen, glaubt an seine Ideale, versucht sich Ungerechtigkeiten entgegenzustellen, hat aber keine Chance.

In einer sehr deutlichen, bildhaften Sprache berichtet der Autor über die Zustände der Besserungsanstalt. Es ist erschreckend, wenn man bedenkt, dass es sich nicht um Fiktionen des Autors handelt, sondern um amerikanische Vergangenheit, die noch gar nicht so lange zurückliegt. Die Sachlichkeit, wie Colson Whitehead ohne anzuklagen erzählt, ist so eindringlich, dass ich das Buch immer wieder ungläubig zur Seite gelegt habe.

Diskriminierung, Rassismus, Hass, Unterdrückung, Willkür und Gewalt unter dem Deckmantel des Staates rufen verstörende Bilder hervor. Man mag es kaum glauben, was Menschen anderen Menschen antun. Die Jugendlichen werden auf das Übelste gedemütigt, misshandelt und sogar umgebracht. Die Zwei-Klassengesellschaft ohne Aussicht auf entkommen wird mehr als deutlich.

Dieses Buch ist kein Roman, den man zur Unterhaltung liest. Er ist ein Stück Geschichte, das erschüttert und erschreckt, aber unbedingt gelesen werden sollte.

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Wundervolle Tierbilder mit hilfreichen Anregungen zu Gesprächen

Die Nickel Boys von Colson Whitehead

Der Aufsteller „Wo tanzt der Bär“ von Anja Stroot beinhaltet 25 wundervolle Tierfotos auf deren Rückseite sich umfangreiche Gesprächs- und Aktivierungstipps befinden.

Der Aufsteller hat eine dicke, stabile Ringbindung, die das Umblättern einfach macht. Die einzelnen Fotos sind klar und farbenfroh.

Allein das Anschauen löst unweigerlich Emotionen aus, da man diese entweder aus der Natur, dem Zoo oder als Haustier kennt.

Die Gesprächsideen sind vielfältig und abwechslungsreich. Die Vorschläge wie man zum jeweiligen Thema aktiv werden kann sind alltagsnah, praktibakel und lassen sich ohne große Vorbereitsungszeit umsetzen. Auch mit den zusätzlichen Ideen, was man mitbringen und einfließen lassen kann, lässt es sich hervorragend arbeiten und man kann die wenige Zeit, die einem leider oft nur zur Verfügung steht effektiv und ohne große Planung nutzen.

Durch die verschiedenen Tipps werden die Sinne und Erinnerungen aktiviert und einzelne Übungen und kleine Spielchen schulen das Gedächtnis.

Ich war überrascht wieviel Gesprächsstoff durch ein Bild entstehen kann und wie einfach es darüber sein kann einen Zugang zu einem Menschen zu finden.

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Frisch und emotional

Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt von Carol Weston

"Wie man bei Regen einen Berg in Flip-Flops erklimmt" ist ein berührendes Jugendbuch der Autorin Carol Weston, in dem der Leser die 14-jährige Sofia über ein Jahr durch ihre Höhen und Tiefen begleitet.
Durch ein Hirnaneurysma hat Sofia ihre Mutter Maria verloren, die an der Schule auf die sie geht, unterrichtet hat.

Obwohl sie sich mit ihrem Vater gut versteht, kommen keine tieferen Gespräche zwischen ihnen zustande, beide trauern auf ihre Weise und vermissen Maria. Zum Glück gibt es den Online-Ratgeber "Frag Kate" und Sofia beginnt ihre Sorgen und Fragen an Kate zu senden. Als ob Sofias Leben nicht schon schwierig genug wäre, verleibt sich ihr Vater auch noch in eine neue Frau…

Sehr einfühlsam und authentisch beschreibt Carol Weston die Gefühlswelt von Sofia. Obwohl es ihr zwischendurch schon wieder gelingt ein wenig glücklich zu sein, ist die Trauer um ihre verlorenen Mutter stets präsent.
Sofia ist eine sehr sympathische Protagonistin, verletzlich und ein wenig durcheinander, aber immer authentisch. Auch die übrigen Charaktere wie ihre Freundin Kiki, ihr Vater, Kate und ihre Tochter Alexa, die später auch noch eine Rolle in Sofias Leben spielt, werden liebevoll, aber auch mit kleinen Fehlern dargestellt. Während Sofia eher zurückhaltend ist, ist Kiki genau das Gegenteil von ihr – forsch und neugierig, aber stets rücksichtsvoll gegenüber Sophia. Mit Alexa kommt noch einmal mehr Leben in die Handlung, da sie alles andere als zurückhaltend ist, sagt was ihr in den Sinn kommt und keine Rücksicht auf die Gefühle anderer nimmt.
In Sofias Leben gibt es eine Menge Veränderungen und diese ohne Mutter zu bewältigen ist gar nicht mal so einfach. Immer wieder spürt man wie sehr Sophia sie vermisst.
Der Schreibstil ist flüssig und angenehm. Monat für Monat begleitet man Sofia durch das Jahr in dem sie viele Erfahrungen sammelt und eine enorme Entwicklung durchmacht. Ihre Gefühle sind nachvollziehbar und man leidet mit ihr. Aber es gibt auch viele lustige Momente und ich habe beim Lesen immer wieder vor mich hingegrinst.
Ich habe das Buch genauso gerne gelesen wie meine beiden Töchter und kann diesen Jugendroman auch älteren Lesern nur empfehlen.

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Frisch und emotional
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Unterhaltsamer Wohlfühlroman

Der Wind nimmt uns mit von Katharina Herzog

„Der Wind nimmt uns mit“ ist der dritte Band aus der Reihe „Farben des Sommers“ der Autorin Katharina Herzog. Die Bücher können vollkommen unabhängig voneinander gelesen werden.
Die 32-jährige Maya ist Reisebloggerin und ihr Ziel ist es 52 Länder in 52 Wochen zu bereisen. In Taiwan lernt sie Tobi kennen und wird nach einem One-Night-Stand mit ihm schwanger.

Maya will das Kind nicht bekommen und möchte Tobi davon in Kenntnis setzen. Dieser ist gerade auf La Gomera. Die Insel ist so ziemlich der einzige Ort, den Maya nicht bereisen möchte, da dort ihre Adoptivmutter Karoline lebt und sie nur durch einen Zufall erfahren hat, dass diese nicht ihre leibliche Mutter ist.
Der Schreibstil der Autorin ist sehr angenehm und lässt sich flüssig und schnell lesen. Die Perspektive wechselt zwischen Maya und Karoline. Karolines Kapitel sind zum Teil Rückblenden, in denen man nach und nach erfährt, warum sie Maya die Wahrheit so lange vorenthalten hat.
Ich war bisher noch nicht auf La Gomera, aber die bildhaften Beschreibungen von Katharina Herzog haben mir große Lust auf eine Reise dorthin gemacht. Die Insel und die Bewohner werden so authentisch und lebendig beschrieben, dass ich während des Lesens schon fast das Gefühl hatte vor Ort zu sein und das Künstlerdorf El Guro nun unbedingt einmal erleben möchte. Ebenso beeindruckend wie die Landschafbeschreibungen der Insel fand ich das Lichterfest in Taiwan und die Darstellung des Meeres beim Tauchen.
Maya wirkt für ihre 32 Jahre ein wenig unreif und zu Beginn macht es den Eindruck als ob ihr die Follower ihres Blogs und jedes Like wichtiger sind als reale soziale Kontakte. Die übrigen Charaktere wirken zum Teil ein wenig skurril, aber durchaus liebenswert und authentisch.
Trotz kleiner inhaltlicher Ungereimtheiten hat mir der Roman gut gefallen und ich habe mich hervorragend unterhalten gefühlt. Es ist ein schöner Wohlfühlroman, der wunderbar auf den Sommer und Sommerurlaub einstimmt.

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19 zauberhafte Briefe

Der Wind nimmt uns mit von Katharina Herzog

„Dein Herz vergisst nicht“ ist ein sehr emotionaler und märchenhafter Roman der australischen Autorin Jodi Perry.

Jemma und Braxton verbindet eine ungewöhnlich tiefe und innige Liebe. Sie kennen sich seit ihrer Kindheit, seit einem 19. Januar und haben 19 Jahre später geheiratet. 19 Tage nach ihrer Hochzeit kommt es zu einem schrecklichen Autounfall und Jemma fällt ins Koma.

Als sie aus diesem erwacht, kann sie sich an nichts erinnern – nicht an Braxton, nicht an ihre Gefühle füreinander, nicht an ihr gemeinsames Haus, nicht an ihre Eltern – ihre Vergangenheit ist komplett gelöscht. Braxton ist verzweifelt und versucht alles um Jemma wieder für sich zu gewinnen.

Der Schreibstil von Jodi Perry ist einfach wundervoll, so leicht und flüssig, dass ich nur so durch die Seiten geflogen bin. Sie versteht es durch Worte zu berühren und die Atmosphäre der jeweiligen Situation zu vermitteln.

Die Liebe zwischen Braxton und Jemma wird von Anfang an so gefühlvoll beschrieben, dass man direkt merkt, dass sie etwas ganz Besonderes ist. Aber nicht nur ihre Liebe ist außergewöhnlich, auch die von Jemmas Großeltern und ihren Eltern Christine und Stephen ist bzw. war ungewöhnlich tief. Allerdings haben sich Christine und Stephen inzwischen getrennt und es fällt Christine selbst im Krankenhaus direkt nach Jemmas Unfall schwer sich Stephen gegenüber normal zu verhalten.
Die Abschnitte sind im Wechsel aus Jemmas und Braxtons Perspektive geschrieben, aber das Hauptaugenmerk liegt auf den Briefen, die Braxton Jemma - in der Hoffnung ihrer Erinnerungen wiederzubeleben - schreibt. Diese 19 Briefe sind einfach nur zauberhaft. Braxton versteht es genau die richtigen Worte zu treffen und hat mich mit seinen Erinnerungen immer wieder zu Tränen gerührt.

Obwohl mich die Geschichte und die Liebe der beiden total verzaubert hat und die Charaktere authentisch und lebendig wirken, wäre es schön gewesen noch ein wenig mehr zu erfahren. Mir fehlten nähere Informationen zu Jemmas Amnesie und auch weitere Menschen außer ihrer besten Freundin Rachel und Braxtons Freund und Geschäftspartner Lukas tauchen kaum auf.

Der 19. Brief und die immer wiederkehrende Zahl 19 hatte fast etwas Märchenhaftes, genau wie ich vieles in der Liebe zwischen Jemma und Braxton als ziemlich märchenhaft empfunden habe. Aber mir gefiel dieses Märchen, Lesestoff zum Träumen, der allerdings viele Aspekte einfach ausgeblendet hat, wodurch es zu einer sehr leichten Lektüre wird, die mir vermutlich nicht sehr lange im Gedächtnis bleiben wird – schöne Unterhaltung für den Augenblick.

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