Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Mystisch, packend, lesenswert
Mit „Melmoth“ konnte mich die Autorin Sarah Perry wieder einmal überraschen. Schon bei „Die Schlange von Essex“ konnte sie mich fesseln und hat mich mit einem komplett anderen Buch als ich ursprünglich erwartet hatte, gefesselt und großartig unterhalten. Das Gleiche ist ihr mit „Melmoth“ wieder gelungen.
Die 42-jährige Helen Franklin lebt in Prag in einem kargen Zimmer und gesteht sich nur das Nötigste zu. Als einer ihrer wenigen Bekannten -Karel Pražan - ihr ein Manuskript, in dem es um Melmoth – einer mystischen schwarzen Frau, die dazu verdammt ist über die Erde zu wandern – gibt, verändert sich ihr Leben. Helen fühlt sich verfolgt von ihren eigenen Schuldgefühlen und von Melmoth.
Der Schreibstil von Sarah Perry ist einzigartig, keineswegs einfach zu lesen, teilweise fast kryptisch und trotzdem so poetisch und wortgewaltig, dass sie mich damit gefesselt und fasziniert hat.
Obwohl man sich schon zu Beginn fragt, was sich Helen zu Schulden kommen lassen und warum sie sich selbst eine Strafe auferlegt hat, muss man lange warten, um Näheres zu erfahren. Stattdessen erfährt man durch das Manuskript über Augenzeugenberichte und Tagebuchauszüge bruchstückhaft immer mehr über Melmoth. Durch diese Sprünge und Brüche in der Handlung muss man sich konzentrieren. Die Ereignisse aus dem Zweiten Weltkrieg und dem 19. Jahrhundert ebenso grausam wie erschreckend und es bleibt lange unklar, worauf die Autorin abzielt. Mit Melmoth bringt sie eine mystische Atmosphäre in die Handlung, die für Gänsehaut sorgt und eine düstere Stimmung verbreitet.
Trotz der kleinen Kritikpunkte war das für mich ganz großartiger Lesestoff, absolut kein Mainstream sowohl inhaltlich als auch stilistisch. Sarah Perry hat ihre Botschaft durch Melmoth ein wenig kryptisch verpackt, so dass ich fürchte, dass es schwierig wird eine große Leserschaft dafür zu begeistern.
Mich hat das Buch gefesselt und ich bin gespannt auf weitere Werke der Autorin.
Sprachgewaltig und spannend
Hotel Cartagena - Kriminalroman (Chastity-Riley-Serie 9) von Simone Buchholz
Der Krimi „Hotel Cartagena“ von der in Hamburg lebenden Autorin Simone Buchholz ist der neunte Band der Krimireihe mit der Staatsanwältin Chastity Riley. Das Buch ist ein in sich abgeschlossener Fall und lässt sich auch ohne Vorkenntnisse aus den vorherigen Büchern problemlos lesen.
Staatsanwältin Chastity Riley und ihre Kollegen treffen ich zu einer Geburtstagsfeier in einer Hotelbar am Hamburger Hafen.
Eigentlich soll es ein schöner Abend werden, auch wenn Chastity Riley den Ort mehr als ziemlich unpassend empfindet. Doch plötzlich betreten mehrere schwerbewaffnete Männer die Bar und bringen die Anwesenden in ihre Gewalt.
Parallel zu diesen Ereignissen wird die Geschichte eines jungen Mannes – Henning - erzählt, der Jahrzehnte zuvor von Hamburg nach Kolumbien – in die Hafenstaft Cartagena - gegangen war.
Auch dieser Roman konnte bei mir wieder durch den ungewöhnlichen Schreibstil der Autorin punkten. Durch kurze Sätze und ihre manchmal ein wenig schnoddrige Ausdrucksweise bringt sie die Ereignisse direkt auf den Punkt und coole Sprüche sowie ein wenig derber Humor machen das Lesen abwechslungsreich.
Der Schauplatz des Krimis – Hamburg – wird atmosphärisch gut dargestellt und lässt einen direkt mit in die Hafenstadt abzutauchen. Durch unerwartete Wendungen und Rückblenden in die Vergangenheit wird Spannung aufgebaut und ich habe das Buch nur ungern aus der Hand gelegt, da ich immer wissen wollte, wie es weitergeht. Es dauert einfach eine ganze Weile bis die Erzählstränge zueinander finden und die Verflechtungen klar werden.
Neben der Protagonistin Riley gibt es eine Menge unterschiedlicher Charaktere, die dem Krimi eine ganz besondere Art von Leben gebe, da sie ungewöhnlich sind aber trotzdem authentisch wirken. Chastity ist alles andere als typisch für eine Staatsanwältin und an ihre Art muss man sich gewöhnen, aber für mich macht gerade diese den Charme des Buches aus.
Ein weiterer gelungener Fall der Staatsanwältin Chastity Riley, der auch Krimifreunde ohne Vorkenntnisse der Reihe, fesseln wird.
Zauberhaft & berührend
Der magische Blumenladen, Band 10 - Ein Brief voller Geheimnisse von Gina Mayer
„Der magische Blumenladen - Ein Brief voller Geheimnisse" von der Autorin Gina Mayer ist bereits der zehnte Band der Reihe um Violet und den Blumenladen ihrer Tante Abigail. Die Bücher können problemlos unabhängig voneinander gelesen werden, da die Charaktere kurz vorgestellt und das Geheimnis des Blumenladens erläutert werden.
Violets Mutter ist bei einem Verkehrsunfall ums Leben gekommen und deswegen wächst sie bei ihrer Tante und ihrem Onkel auf. Dort findet sie unerwartet einen Brief, den ihr Vater an ihre Mutter geschrieben hat. Bisher hatte sie keinen Hinweis auf ihren Vater. Aber nun hat sie seinen Namen, möchte ihn nur zu gerne kennenlernen und begibt sich auf die Suche nach dem Schreiber des Briefes, um zu erfahren, warum er nie Kontakt zu ihr aufgenommen hat.
Auch diese Geschichte ist wieder wundervoll erzählt. Es ist spannend, lustig und berührend zugleich. Dabei trifft die Autorin genau den richtigen Ton der Zielgruppe für junge Mädchen ab 8 Jahren. Meine Töchter lieben diese Reihe und warten gespannt mit Freude und Neugier jeden neuen Band.
In diesem Band gibt es auch wieder viele tolle liebevoll gestaltete Illustrationen von Joëlle Tourlonias, auf denen sich viel das Gelesene wiederfindet und die schönen Gesprächsstoff bieten, wenn man das Buch gemeinsam liest. Die Schriftgröße ist nicht zu winzig und somit perfekt für jüngere Leser geeignet.
"Der magische Blumenladen - Ein Brief voller Geheimnisse" von Gina Mayer ist toller Lesestoff für fantasievolle Mädchen, die spannende Geschichten mögen. Aber auch ich hatte meinen Spaß mit in diesem Band und der etwas weniger magischen aber dafür sehr berührenden Geschichte und den wundervollen Illustrationen.
Van Veeteren kommt nicht zur Ruhe
Der Verein der Linkshänder von Gina Mayer
„Der Verein der Linkshänder“ ist der 11. Band mit Kommissar Van Veeteren und der 6. Band mit Inspektor Barbarotti des schwedischen Autors Hakan Nesser.
Kommissar Van Veeteren ist inzwischen 75 Jahre und im Ruhestand, aber als ein ehemaliger Kollege auftaucht und ihm von einem alten Fall - in dem Van Veeteren mit seinen Kollegen aus heutiger Sicht offensichtlich erfolglos ermittelt hat - berichtet, nimmt er den Fall wieder auf.
Damals kamen vier Menschen aus dem Verein der Linkshänder ums Leben. Da der fünfte nicht gefunden wurde, war es scheinbar offensichtlich, dass es sich bei ihm um den Mörder handeln muss. Aber nun wurde er gefunden, tot und zur selben Zeit ermordet wie die anderen vier.
Schon auf den ersten Seiten wird Spannung aufgebaut. Das Buch beginnt in der Vergangenheit um 1957 und wechselt im ersten Teil immer wieder zwischen verschiedenen Zeitebenen um 1990 und 2012. Da die Kapitelüberschriften jeweils das Jahr und den Ort der Ereignisse ankündigen, ist dies problemlos. Die kurzen Kapitel, die zeitlichen Wechsel und die verschiedenen Orte sorgen für Spannung und erzeugen schnell einen Sog, der es schwer macht, das Buch aus der Hand zu legen.
Neben Van Veeteren, dessen Arbeitsweise wie gewohnt mehr durch seinen Instinkt als durch Moral geprägt ist, ermittelt auch Inspektor Barbarotti. Beide werden authentisch und mit kleinen menschlichen Schwächen dargestellt. Auch die übrigen Charaktere wirken glaubwürdig. Die Handlung ist interessant und als Leser kann man miträtseln, wer der Mörder ist. Verdächtige gibt es genug und durch zahlreiche Wendungen und Erkenntnisse wird die Spannung bis zum Ende gehalten.
Der Schreibstil ist - wie von Hakan Nessar gewohnt - flüssig, ein wenig tiefgründig und fesselnd.
Mir hat auch dieser Krimi des Autors wieder sehr gut gefallen und ich kann ihn – genau wie die vorherigen Romane – nur empfehlen.
Die Krimis können unabhängig voneinander gelesen werden. Aber zum besseren Verständnis der Charaktere empfehle ich trotzdem bei Band 1 anzufangen.
Cool, spannend und einfach irre komisch
Der Verein der Linkshänder von Gina Mayer
"Jack, der Monsterschreck und die Zombie -Apokalypse" des Autors Max Brallier ist der erste Comic-Roman zur gleichnamigen Netflix-Serie, der von dem Comic-Künstler Douglas Holgate illustriert wurde.
Der 13-jährige Jack ist ein ganz normaler Teenager, der gerne Videospiele zockt. Dank dieser ist er bestens vorbereitet, als seine Stadt von Zombies überrollt wird.
Gemeinsam mit seinen Freunden kämpft er gegen die Zombie-Invasion. In ihrem Baumhaus schmieden sie die verrücktesten Pläne. Außerdem möchte Jack noch seine große Liebe auf sich aufmerksam machen.
Das Verhältnis des Textes zu den Illustrationen ist gut gewählt. Für einen reinen Comic-Leser wäre es vermutlich zu viel Text, aber hier gibt es viele Comicelemente und dennoch auch eine Menge Text und nicht nur Sprechblasen.
Der Schreibstil ist einfach, umgangssprachlich und für die Zielgruppe der ab 10-jährigen altersentsprechend. Die detaillierten Zeichnungen machen Spaß und bringen einen ebenso wie Jack – aus dessen Perspektive die Ereignisse beschrieben sind – immer wieder zum Lachen. Der Einfallsreichtum des Protagonisten und seiner Freunde ist einfach phänomenal.
Mit viel Action und Humor bietet das Buch beste Unterhaltung und macht in jedem Fall neugierig auf weitere Erlebnisse von Jack.
Meine Kinder haben sich sehr darüber gefreut, dass es zu diesem Buch auch ein Quiz bei Antolin gibt, das sie mit großem Spaß im Anschluß bearbeitet haben.
Wir können das Buch kleinen Lesern, die Spannung, Humor und Action mögen nur empfehlen.
Super cooler Lesestoff !
Superflashboy und das Geheimnis von Shao-Shao von Salah Naoura
„Superflashboy und das Geheimnis von Shao-Shao“ ist der zweite Band der Superflashboy-Reihe des Autors Salah Naoura, der auch problemlos ohne Vorkenntnisse des ersten Buches zu lesen ist. Trotzdem würde ich zum besseren Verständnis der Charaktere empfehlen diesen zuerst zu lesen.
Auch in diesem Band entführt uns der Autor wieder in die super coole Heldenstadt Hero City.
Mehmet der beste Freund von Torben-Hendrik ist - ebenso wie viele andere Kinder – in Hero City verschwunden. Gemeinsam mit Flashboy und Flowerboy begibt sich Torben auf die Suche, da er und Mehmet sich versprochen haben in jeder Situation füreinander da zu sein. Gemeinsam finden sie heraus, dass sich die Kinder im Kloster Shao-Shao aufhalten.
Es gibt wieder viele grandiose Einfälle, wie den Robo-Kop, den man in Hero City anfertigen lassen kann und ersatzweise zum Zahnarzt oder zum ungeliebten Geburtstag seiner Tante schicken kann oder auch einfach zu seinen Eltern, um in Ruhe nach seinem Freund zu suchen.
Das farbefrohe Cover macht bereits deutlich, dass es sich um eine rasante und fantasievolle Story handelt. Im Buch findet man zahlreiche detaillierte und zu den Situationen passende Illustrationen von Kai Schüttler, die uns beim Lesen großen Spaß gemacht haben.
Der Schreibstil ist lebendig, amüsant und actionreich. Wir haben beim Lesen mit Torben gelacht und gebangt, dass alles gut geht. Am Ende hat Torben jedenfalls wieder großartige Heldenarbeit geleistet.
Diese turbulente und spannende Story wird für Leser ab acht Jahren empfohlen, hat mir aber beim Vorlesen auch großen Spaß gemacht. Wir freuen uns jedenfalls schon auf weitere Bände mit Torben und seinen Superheldenfreunden.
Familiengeschichte mit speziellen Charakteren
Otto von Dana von Suffrin
„Otto“ ist das Debüt der Autorin Dana von Sufferin.
Otto ist ein jüdischer pensionierter Ingenieur, der im rumänischen Siebenbürgen aufgewachsen ist und von dort zuerst nach Israel und dann nach München gezogen ist. Er war zwei Mal verheiratet und aus seiner zweiten Ehe mit Ursula stammen die beiden Töchter Timna und Babi.
Als er plötzlich zum Pflegefall wird, erwartet er von seinen beiden erwachsenen Töchtern, dass sie stets zur Stelle sind, wenn er sie braucht. Die gleiche Erwartungshaltung stellt er auch an seine Pflegerin aus Ungarn.
In vielen aneinandergereihten Anekdoten erfährt man nach und nach immer mehr Details aus Ottos Leben und dem seiner Familie. Berichtet wird aus der Perspektive von Timna.
Otto ist kein einfacher Charakter und seine despotische und schrullige Art, ebenso die Gemeinheiten, die er sich gegenüber seinen Töchtern erlaubt, machen ihm nicht gerade zum Sympathieträger. Er hat mich regelrecht entsetzt, worüber ich dann gleichzeitig schmunzeln musste.
Der Schreibstil der Autorin ist schon sehr besonders und ein wenig gewöhnungsbedürftig aber mir gefiel ihre minimalistische Sprache und ihr stellenweise bitterböser Humor, der immer wieder durchblitzt. Ottos Alterungsprozess und selbst die skurrilsten Situationen werden trotz der Absurdität, die darin steckt, authentisch dargestellt. Diesen Balanceakt zu halten ist der Dana von Suffrin wirklich gut gelungen.
Ich war während des Lesens hin- und hergerissen.
Die Erzählweise, der Humor und der Sarkasmus gefielen mir gut. Die Ereignisse waren traurig, komisch, absurd, schräg… von allem etwas, was dem Roman eine tolle Vielfalt gibt. Aber mir fehlten zum Teil die Zusammenhänge zwischen den Situationen, alles war so aneinandergereiht und ich hätte mir mehr Verbindung gewünscht.
Dennoch hat mich der Roman gut unterhalten. Ich habe ihn gerne gelesen und bin schon sehr gespannt auf weitere Werke der Autorin.
Zurück ins Leben
Laufen von Isabel Bogdan
„Laufen“ ist nach „Der Pfau“ das zweite Buch, das ich von Isabel Bogdan gelesen habe. Das Kontrastprogramm hätte kaum größer sein können. Während mich die Autorin mit ihrem ersten Buch durch feine Ironie und ihre wundervollen Charaktere begeistert hat, war dieses Buch intensiv, tiefsinnig, einfühlsam und ging mir unter die Haut.
Geschrieben ist das Buch aus der Ich-Perspektive der Protagonistin. Sie ist um die 40 Jahre und beginnt nach Jahren wieder mit dem Laufen. Sie läuft nicht, weil sie abnehmen und fitter werden möchte, sondern weil sie ihren Gedanken und dem Leben davonlaufen will.
„ Laufen ist super, so schön stumpf, man muss gar nicht denken, ich kann sowieso nur über das Laufen nachdenken und über meinen Körper und gar nicht über den ganzen anderen Mist, weil das alles viel zu anstrengend ist, ich laufe mir die Grübelei weg, andere Leute laufen angeblich, weil sie dabei gut nachdenken können, ich kann an gar nichts anderes denken als an meinen Körper, ob er funktioniert, wie er funktioniert, wie das Laufen sich anfühlt, ob ich noch kann, und wenn ja, wie weit, und ob mir gerade etwas wehtut, oder was am meisten wehtut, ……“
Sie versucht den Gedanken über den Verlust ihres Partners zu entkommen, leidet unter den Erinnerungen und kämpft sich langsam zurück ins Leben.
Immer wieder nimmt die Protagonistin den Leser beim Laufen mit und lässt diesen an ihren Gedanken teilhaben. Dabei erhält man Einblicke in das, was sie sieht, was sich um sie herum ereignet und auch in ihr Leben. Ihre Gedanken verlieren sich immer wieder in Erinnerungen. Nebenbei erfährt man noch einiges aus ihrem Umfeld, da ist ihre Freundin Rike, ihre Psychologin und ihre Familie, die sie unterstützen.
Die Autorin passt ihren Schreibstil gekonnt an die jeweilige Situation an, mal sind es kurze gehetzte Sätze beim Laufen und dann wieder lange intensive und eindringliche Satzkonstruktionen, die man auf sich wirken lassen muss. Das ist nicht immer einfach zu lesen und erfordert ein wenig Konzentration, aber ich denke, dass genau das beabsichtigt ist. Die Gedanken und Gefühle der Protagonistin sind nachvollziehbar und ihr Verlust und der Schmerz gehen unter die Haut.
Ich habe diesen Roman als sehr intensiv und emotional empfunden. Es wird eine Frau beschrieben, die leidet und sich zurück ins Leben kämpft. Insgesamt ist es ein ungewöhnlicher aber sehr lesenswerter Roman, der mir gut gefallen hat und mich nachdenklich zurücklässt.
Spanend & abwechslungsreich
Tödlicher Schnitt von Oliver Schütte
„Tödlicher Schnitt“ ist der erste Band des Autors Oliver Schütte mit dem Ermittlerduo Eva Lenz und Nic Cassidy.
Der US-Schauspieler Brian Williams befindet sich zum Dreh der Serie „Cold War“ mit seiner Frau Rachel in Berlin. Dort wird er erschossen in seinem Swimmingpool aufgefunden und die Szenerie gleicht der einer Szene des Films „Sunset Boulevard“.
Kommissarin Eva Lenz soll ermitteln und bekommt Detective Nic Cassidy, der extra für diesen Fall aus Kalifornien eingeflogen wird, zur Seite gestellt.
Nic Cassidy und Eva Lenz sind zwei sehr unterschiedliche Charaktere, die mir beide sympathisch waren und die gut zusammenarbeiten.
Beide haben ihr Probleme in persönlichen Bereichen, diese werden aber nie zu sehr in den Vordergrund gerückt, sondern werden wie auch die Unterschiede zwischen den USA und Deutschland – über die Nic immer mal wieder stolpert – gut in die Geschichte eingebunden. Die Charaktere wirken authentisch und der Spannungsbogen wird bis zur letzten Seite gehalten. Obwohl ich mich nicht sonderlich gut in Berlin auskenne, gefielen mir die anschaulichen Beschreibungen der Örtlichkeiten und ich konnte mir alles gut vorstellen, so dass ein entsprechendes Lokalkolorit aufkam.
Die Seitenanzahl ist gering, die Kapitel kurz, die Themendichte groß und so erhält man einen spannenden und abwechslungsreichen Krimi, der mich durchgehend gefesselt hat.
Mich hat der erste Fall des Ermittlerduos ausgesprochen gut unterhalten und ich hoffe auf weitere Zusammenarbeit zwischen Nic Cassidy und Eva Lenz.
Vielschichtig und absolut lesenswert
Der Sprung von Simone Lappert
Der Sprung“ ist nach „Wurfschatten“ der zweite Roman der Autorin Simone Lappert. Für mich war dieses Buch ein echtes Highlight, das mich emotional mitgenommen hat.
Die Gärtnerin Manu steht am Rande eines Daches. Die Polizei und die Feuerwehr gehen davon aus, dass sie springen will und treffen Vorbereitungen für eine Rettung.
Vor dem Haus versammeln sich Schaulustige, die das ganze Spektakel beobachten und deren Leben durch die Ereignisse beeinflusst wird.
Der Schreibstil der Autorin ist einfach, angenehm zu lesen und tiefgründig. Nacheinander lernt man die verschiedenen Charaktere kennen, die alle irgendwie in die Ereignisse verknüpft und mit Manu verbunden sind. Dabei erfährt man nach und nach welchen Einfluss Manus Handlung auf sie hat und welche Erinnerungen und Gefühle bei ihnen dadurch hervorgerufen werden. Die verschiedenen Einzelschicksale sind jedes für sich etwas Besonderes und gleichzeitig ein Querschnitt durch die Bevölkerung. Jede Person wird facettenreich beschrieben. Ihre Gefühle sind nachvollziehbar und authentisch. Das interessante an dem Buch ist, dass nicht Manu, die Person, die auf dem Dach steht und springen will, im Vordergrund steht, sondern die Menschen um sie herum, die von außen betrachtet eigentlich erst in zweiter Linie von ihrem Sprung betroffen sind.
Der Roman ist einfach genial beschrieben. Simone Lappert trifft genau den richtigen Ton - gefühlvoll und tiefgründig – so dass man auch nach Abschluss des Buches gedanklich hängen bleibt. Obwohl nicht alle Handlungsstränge abgeschlossen werden, ist das Buch in sich stimmig und rund. Vielleicht auch gerade deshalb, da das Leben weitergeht und es nicht immer einen Abschluss geben kann.
Für mich ist das Buch ein echtes Lesehighlight, das ich nur empfehlen kann.









