Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Humorvoller Provinzkrimi aus Franken
Bülent Rambichler und die fliegende Sau von Anja Bogner
„Bülent Rambichler und die fliegende Sau“ ist ein äußerst humorvoller Krimi von der Autorin Anja Bogner mit einer Menge fränkischem Lokalkolorit.
Bülent Rambichler - ein Kriminalbeamter aus Nürnberg und Sohn eines Türken und der Fränkin - verschlägt es gemeinsam mit seiner Kollegin Astrid zum Ermitteln in seinen Heimatort Strunzheim.
Nachdem dort die Fleischfachverkäuferin Kerstin tot aufgefunden wurde, ist es vorbei mit der Ruhe in dem idyllischen Dorf.
Der lockere, humorvolle und lebendige Schreibstil von Anja Bogener ist äußerst unterhaltsam. Durch fränkische Redewendungen und einer Menge Wortwitz nimmt sie einen direkt mit in das fränkische Dorf. In dem Glossar „Fränkisch für den Hausgebrauch“ im hinteren Teil des Buches findet man eine Erklärung der wichtigsten Wörter. Auf sehr unterhaltsame Weise werden hier eine Menge Klischees bedient, aber gleichzeitig werden auch gesellschaftskritisch Vorurteile aufgezeigt.
Weder Bülent noch Astrid sind typische Polizisten. Bülent ermittelt am liebsten vom Schreibtisch aus und Astrid ist leicht esoterisch angehaucht.
Auch die Beschreibung der übrigen Charaktere ist einfach einmalig. Jeder für sich ist ein Original und somit ergibt sich eine total skurrile Dorfgemeinschaft in der es eine Menge Geheimnisse gibt und jeder irgendetwas auf dem Kerbholz hat.
Die Gestaltung der Innencover fand ich ebenfalls sehr gelungen und hilfreich. So findet man zu Beginn ein „Who is who in Strunzheim“ und am Ende eine Skizze des Dorfes.
Obwohl mich das Buch zum Ende überrascht hat, stehen der Fall und die Spannung bei diesem Krimi nicht im Vordergrund. Es hat einfach durch seinen Sprachwitz und die liebenswerten abgedrehten Charaktere großen Unterhaltungswert.
Ein wirklich toller Serienauftakt mit viel Potential für Bülent und Astrid. Ich freue mich schon jetzt auf weitere Fälle.
Ein Buch das nachklingt
Bülent Rambichler und die fliegende Sau von Anja Bogner
„Beim Ruf der Eule“ ist der Debütroman der Autorin Emma Claire Sweeney zu dem sie von ihrer autistischen und an Zerebralparese erkrankten Schwester inspiriert wurde.
Die 80-jährige Maeve Maloney führt die kleine Pension Sea View Lodge in Morecambe in der sie Menschen mit geistigen Behinderungen aufnimmt und auch ein zu Hause bietet.
Als eines Tages ein alter Bekannter - Vicent Roper - vor der Tür steht, wird sie von ihrer Vergangenheit eingeholt.
Vor vielen Jahren hatte sie ihn weggeschickt und die Erinnerungen schmerzen sie heute noch ebenso wie damals, so dass sie ihn am liebsten direkt wieder wegschicken möchte. Kaum jemand außer ihm weiß, dass sie eine Zwillingsschwester hatte, deren Verlust sie bis heute nicht verarbeitet hat.
Neben Maeve erfährt man noch eine Menge über Len und Steph, zwei jungen Menschen mit Down-Syndrom, die Maeve in der Pension zur Hand gehen und die trotz aller Schwierigkeiten langsam in ihr eignes Leben starten wollen.
Der Schreibstil von Emma Claire Sweeney ist sehr ungewöhnlich und dadurch nicht einfach zu lesen. Sie springt ohne Übergang zwischen der Gegenwart und der Vergangenheit hin und her, so dass man gut aufpassen muss, ob man gerade von den aktuellen Ereignissen liest oder Maeve ihren Gedanken an Edie und deren Leben nachhängt. Dadurch zwingt sie einen zum langsamen Lesen, was ich zu der Geschichte und der Thematik durchaus passend fand.
Zwischendurch gibt es immer wieder Arztberichte über Edie aus denen deutlich hervorgeht wie schwer es die Familie Maloney gehabt hat und mit wieviel Liebe sie sich um ihre kranke und lebensfrohe Tochter gekümmert haben.
Neben dem Leben von Maeve und Edie beschreibt die Autorin sehr einfühlsam das Leben und die Probleme und Träume von Len und Steph. Die beiden sind mir mit ihrer Lebensfreude und ihren Plänen wirklich ans Herz gewachsen.
Maeves Verhalten konnte ich oft nur schwer verstehen. Auch wenn sie es in jungen Jahren nicht immer leicht gehabt hat, waren ihre Handlungen zum Teil schwer nachvollziehbar und ihre so lang anhaltenden Schuldgefühle taten beim Lesen regelrecht weh.
Nachdem ich das erste Drittel des Buches gelesen und mich an den Schreibstil gewöhnt habe, hat es mich wirklich gepackt. Es ist keine Geschichte zum schnellen Lesen, sondern eine die langsam gelesen werden möchte und die – zumindest bei mir – lange nachklingen wird.
Humorvoll & ehrlich
Ohne meinen Mann wär ich glücklich verheiratet von Monika Bittl
In ihrem neuen Buch „Ohne meinen Mann wäre ich glücklich verheiratet!“ nimmt die Autorin Monika Bittl das Alltagsleben zu zweit und die Tücken, die eine Partnerschaft mit sich bringt, auseinander.
Der lockere, leichte und amüsante Schreibstil der Autorin sorgt dafür, dass man beim Lesen unwillkürlich grinsen muss.
Dabei gibt es unzählige Alltagssituationen, die man kennt – so wie beschrieben oder in einer ähnlichen Form – ganz egal ob es um den Einkauf, die Kommunikation oder die Familie geht.
Durch die abwechslungsreichen Texte – als Test, Anleitung, Dialog oder kurze Alltagsszenen – bin ich ruckzuck durch die Seiten geflogen und habe mehrfach laut gelacht.
Von außen betrachtet, kann man gar nicht anders als darüber zu lachen. Die Art und Weise, wie sie die unterschiedliche Sichtweise von Männer und Frauen aufzeigt ist einfach herrlich ehrlich.
Ganz egal wer dieses Buch liest, wenn man sich ein wenig in die Sichtweise des anderen hineinversetzt und etwas von Monica Bittls Humor mitnimmt, kann das bestimmt die ein oder andere Situation entspannen.
Insgesamt ist das Buch einfach ein äußerst unterhaltsamer und humorvoller Ratgeber, in dem man nicht jedes Wort auf die Goldwaage legen sollte aber der einfach wunderbar unterhält.
Spannend und meisterhaft erzählt
Ein unvergänglicher Sommer von Isabel Allende
„Ein unvergänglicher Sommer“ ist ein spannender Roman der chilenisch-US-amerikanischen Schriftstellerin Isabell Allende von drei Menschen die nichts gemeinsam haben und zufällig zusammentreffen.
Durch einen Schneesturm kommt es in Brooklyn zu einem Auffahrunfall. Richard - ein ansonsten sehr kontrollierter Professor - hat Alkohol getrunken und Tabletten genommen und schlittert in einem unachtsamen Moment mit seinem Wagen in ein anderes Auto.
Aus diesem steigt eine junge Frau, die lediglich panisch auf den sich nicht mehr schließenden Kofferraumdeckel einschlägt und anschließend wortlos verschwindet. Richard gelingt es gerade noch ihr seine Visitenkarte in das Auto zu werfen. Diese nutzt die Autofahrerin und taucht mitten in der Nacht bei Richard auf. Wieder bleibt sie stumm und Richard vermutet, dass sie ihn nicht verstehe. Seine chilenische Untermieterin Lucia kann helfen und es kommt raus, dass sich in dem Kofferraum des Wagens eine Leiche befindet. Da sie sich illegal in den USA befindet und das Auto ungefragt von ihrem Arbeitgeber ausgeliehen hat, kann sie nicht zur Polizei. Für Lucia ist sofort klar, die Leiche muss verschwinden.
Da in den Kapitelüberschriften jeweils der bzw. die Protagonisten um den/die es geht und der Ort der Handlung genannt wird, findet man sich einfach in der Handlung zurecht. Der Schreibstil der Autorin ist – wie auch in ihren vorherigen Büchern – angenehm und mühelos zu lesen. Mir gefällt ihre bildhafte und lebendige Sprache. Dabei versteht sie es ausgezeichnet Spannung und Humor miteinander zu vereinen.
Ihre Charaktere beschreibt sie authentisch und nachvollziehbar und die Entwicklung und Balance der Beziehung zwischen den drei vollkommen unterschiedlichen Charakteren ist ausgesprochen interessant.
Sehr einfühlsam schreibt Isabell Allende über die Probleme der Migration aus Mittelamerika in die USA. Die Lebensumstände den Herkunftsländern sind untragbar und den Menschen bleibt nichts anderes als die Flucht. Die Handlung ist spannend und die Erzählweise mitreißend.
Ich habe das Buch gerne gelesen und freue mich schon jetzt auf weitere Werke von Isabell Allende.
Vorab:
Grausam und spannend – ein gelungenes Debüt
Der Alphabetmörder von Lars Schütz
„Der Alphabetmörder“ ist das gelungene Thriller Debüt und ein toller Serienauftakt von dem Autor Lars Schütz.
Profiler Jan Grall übernimmt gemeinsam mit seiner Kollegin Rabea Wyler einen neuen Fall in dem es um eine äußerst mysteriöse Mordserie im Westerwald geht. Die Opfer wurden von ihrem Mörder in alphabetischer Reihenfolge mit einem Buchstaben tätowiert.
Alles deutet daraufhin, dass es sich um einen Serienmörder handelt, der mit seinen grauenhaften Taten weitermachen wird. Es beginnt ein Wettlauf gegen die Zeit in der auch Jan ins Visier des Täters gerät und die Recherchen in seine Vergangenheit führen….
Der Schreibstil von Lars Schütz lässt sich flüssig lesen, ist temporeich und spannend und fesselt dabei von der ersten Seite an. Die kurzen mit Perspektivwechseln verbundenen Kapitel lassen einen das Buch nur ungern aus der Hand legen. Stets möchte man wissen, wie es an der anderen Stelle weitergehen wird und rätselt automatisch mit.
Die Charaktere werden gut beschrieben und man erfährt auch einiges über ihre Vergangenheit. Besonders Jan Grall ist ein ausgesprochen sympathischer Protagonist, der eine belastende Vergangenheit mit sich herumträgt. Über Rabea hat man in diesem Band noch nicht so viel erfahren und ich hoffe, dass sich dies mit dem nächsten Band ändert.
Mich hat dieser Debütthriller positiv überrascht und ich freue mich schon jetzt auf weitere Fälle mit Jan Grall.
Emotional, fesselnd, bedrückend
Die Schulter des Riesen von Raffael Rauhenberg
„Die Schulter des Riesen“ ist ein sozialkritischer, absolut lesenswerter Roman von Raffael Rauhenberg, den man nicht so schnell wieder vergisst und das einem das wahre Leben direkt vor Augen führt.
Protagonist des Buches ist Gregor, ein Mann, der die schönen Dinge des Lebens mag, leicht überheblich denen gegenüber ist, die es im Leben nicht ganz so weit gebracht haben und mit einem Hang zur Unbeherrschtheit, der ihm zum Verhängnis wird.
Als er eine junge verwahrloste Frau in seiner Wohnung bei seinen beiden Kindern antrifft, reagiert er aggressiv und löst damit eine Kettenreaktion aus, die er nicht mehr stoppen kann….
Ich hatte keine Vorstellung, was mit dem Roman von Raffael Rauhenberg auf mich zukommt und wurde von diesem intensiven Leseerlebnis schlichtweg überwältigt.
Die Handlung beginnt dramatisch, an einer Schlucht, die sich Gregor hinabstürzen will. Lediglich die Atmosphäre, das Flair der Natur bringt ihn dazu innezuhalten und so erfährt man über Rückblicke Details aus den letzten Monaten.
Gregor hat auch Seiten, die ihn weniger sympathisch machen und trotzdem wünscht man ihm nichts mehr, als dass es ihm gelingen wird aus der Abwärtsspirale herauszukommen. Es ist einfach erschreckend zu lesen, wie schnell die Gesellschaft sich abwendet.
Der Schreibstil des Autors ist angenehm, leicht zu lesen und gleichzeitig poetisch. Seine Sprache ist voller Bilder und Metapher. Viele seiner Sätze beinhalten weit mehr als die geschriebenen Worte und ich musste sie einfach ein wenig auf mich wirken lassen.
Eindringlich wird die soziale Kälte der Gesellschaft geschildert und die detaillierten Beschreibungen der Natur bieten einen starken Kontrast.
Mich hat das Buch wirklich gefesselt. Nicht nur inhaltlich bietet es Stoff zum Nachdenken und zeigt Seiten der Gesellschaft, die wohl jeder kennt, aber keiner wahrhaben möchte, sondern ist sprachlich ebenfalls ein wahres Meisterwerk. Schonungslos, direkt und offen wird unserer Gesellschaft der Spiegel vorgehalten. Dieser gesellschaftskritische Roman wird mich noch einige Zeit gedanklich beschäftigen.
Beste Unterhaltung - spannend und überraschend
Die Schulter des Riesen von Raffael Rauhenberg
„A Stranger in the House“ ist nach „The Couple Next Door“ der zweite Thriller der Autorin Shari Lapena und ebenso spannend und überraschend wie ihr Debüt.
Tom und Karen Krupp sind glücklich verheiratet und leben in einem schönen großen Haus. Tom ist erfolgreicher Buchhalter und es geht ihnen gut.
Direkt gegenüber wohnt Brigid, deren Ehemann fast nie zu Hause ist und die sich mit Karen angefreundet hat.
Als Tom eines Abends von der Arbeit nach Hause kommt, findet er das Haus verlassen vor. Ganz untypisch für Karen scheint diese überstürzt hinausgeeilt zu sein. Die Tür ist unverschlossen, ihre Tasche hat sie vergessen und in der Küche hat sie das angefangene Abendessen einfach stehen lassen. Beunruhigt telefoniert Tom ihre Freunde und Bekannten ab, aber niemand weiß etwas. Schließlich erfährt Tom durch die Polizei, dass Karen einen Unfall hatte und im Krankenhaus liegt, da sie durch ihren rasanten Fahrstil in einem Stadtteil, den sie normalerweise niemals betreten würde einen Unfall gebaut hat. Durch eine Amnesie weiß Karen nicht mehr wohin sie wollte, was passiert ist und was sie vorhatte. Kurze Zeit später wird in einem Restaurant in der Nähe des Unfallortes eine Leiche entdeckt und die Polizei glaubt, dass es einen Zusammenhang zwischen dem Toten und Karen gibt….
Der Schreibstil der Autorin ist klar, knapp, schlicht, einfach und lässt sich flüssig lesen. Ohne Ausschweifende, unnötige Erklärungen oder nähere Details kommt sie schnell zum Punkt. Dadurch erreicht sie in ihrer Erzählung ein unglaublich hohes Tempo, alles geht Schlag auf Schlag und man fliegt nur so durch die Seiten, weil man unbedingt wissen möchte, wie es weiter geht.
Ihre Charaktere beschreibt sie authentisch, so dass sie einem teils sympathisch und teils weniger sympathisch erscheinen. Man leidet mit ihnen und hofft, dass sich alles aufklärt.
Immer wieder gibt es überraschende Wendungen, die nicht vorherzusehen waren. Die aufgebaute Spannung wird durchgängig gehalten und ich fand es im Nachhinein überraschend mit wie wenig Charakteren und Schauplätzen dieses Buch ausgekommen ist ohne das man jemals das Gefühl hatt, dass etwas fehlt.
Ich habe mich großartig unterhalten gefühlt und freue mich schon jetzt auf weitere Bücher der Autorin.
Spannender Thriller in arktischer Atmosphäre
Das Eis von Laline Paull
In ihrem zweiten Thriller „Das Eis“ thematisiert die Autorin Lilane Paul ein wieder aktuelles und brisantes Thema. Dabei gelingt es ihr ausgesprochen gut auf ein wichtiges Thema aufmerksam zu machen und gleichzeitig spannungsvoll zu unterhalten.
Vor drei Jahren verschwand bei einem Unfall der Polarforscher Tom Harding bei einer gemeinsamen Expedition mit seinem besten Freund Sean Cawson.
Als nun ein Kreuzfahrtschiff seine vorgeschriebene Route verlässt, um den Passagieren die versprochenen Eisbären zu präsentieren, bekamen diese neben den Eisbären aus dem kalbenden Gletscher eine Leiche zu sehen – Tom Harding. Es wird eine gerichtliche Untersuchung anberaumt, die klären soll, ob es wirklich ein Unfall war.
In dem Roman wird im Wechsel von der Gerichtsverhandlung in der Gegenwart, Augenzeugenberichten und aus Rückblenden in Seans Leben erzählt. Dadurch wird durchgehend Spannung erzeugt, die an das Buch fesselt und zum Weiterlesen anhält. Während der Gerichtsverhandlungen erfährt man eine Menge Zwischenmenschliches, was aus meiner Sicht nicht unbedingt notwendig für die Handlung war.
Die beiden Protagonisten Sean Cawson und Tom Harding werden lebendig und authentisch dargestellt, ihre Leidenschaft für die Arktis wird mitreißend und überzeugend beschrieben. Besonders Sean ist ein interessanter Charakter, der mal Idealist und mal Intrigant ist. Besonders gut haben mir die Beschreibungen der Orte in der Arktis gefallen, ich hatte sie beim Lesen wirklich tolle Naturbilder vor Augen.
Abgesehen von der spannenden und atmosphärischen Unterhaltung hat Laline Paul interessante und wichtige Themen angesprochen. Der Klimawandel, das Schmelzen der Polarkappen und der immer kleiner werdende Lebensraum der Eisbären werden deutlich. Dabei ist es erschreckend wie rücksichtslos die Menschen mit ihrer Umwelt umgehen und wie gleichgültig sie die Folgen in Kauf nehmen.
Insgesamt hat mir das Buch sehr gut gefallen, ein spannender Ökothriller in arktischer Atmosphäre, der ein aktuelles Thema aufgegriffen und mich gut unterhalten hat. Von mir gibt es eine Leseempfehlung für Fans von Thrillern und Menschen, die an Bücher mit aktuellen Bezügen interessiert sind.
Veränderung des Blickwinkels
Befreie dich selbst! von Matthias A. Exl
In seinem Buch „Befreie dich selbst“ schildert der Autor Matthias A. Exl in einfachen verständlichen Worten und Beispielen wie gefangen wir in unseren Gedanken sind und uns Ziele setzen, die wir aufgrund gesellschaftlicher Normen für erstrebenswert halten.
Einleitend beginnt der Autor mit seiner persönlichen Geschichte, durch die ich sehr gespannt auf seine Lösungsansätze geworden bin.
In seinen Worten wie er die Probleme der heutigen Zeit beschreibt, wird sich wohl jeder in irgendeiner Form wiederfinden können. Viel wichtiger ist aber, dass er Wege aufzeigt, die zu Lösungen führen. Unsere Realität ist die Summe aus unseren Erfahrungen, Ängsten und Zweifeln und der erste Schritt liegt darin, dies zu erkennen und dafür seinen Blick zu verändern.
Die Hauptthemen des Buches sind „Die Transformation – der Weg zur Befreiung“ und „Weitere Hilfe für konkrete Situationen“. Aus beiden Bereichen konnte ich eine Menge interessante und praxisnahe Tipps herausziehen. Die Beispiele hierzu waren informativ und unterhaltsam zugleich, so dass ich das Buch sehr gerne gelesen habe.
Wer seinem Leben eine neue Richtung geben möchte und für Veränderungen offen ist, sollte dieses Buch lesen. Mich hat es zum Nachdenken gebracht, was mir wirklich wichtig ist und was ich wirklich brauche, um glücklich zu sein und ich werde diesen Leitfaden bestimmt noch des Öfteren zur Hand nehmen.
Begehren, Leidenschaft und Liebe
Befreie dich selbst! von Matthias A. Exl
„Alles begehren“ ist der gelungene Debütroman von Ruth Jones.
Callum ist glücklich verheiratet und hat zwei Kinder. Seine Frau Belinda ist wieder schwanger als er in der Bar seines Bruders auf die 21-jährige Studentin Kate trifft. Beide fühlen sich zueinander hingezogen und es beginnt ein stürmisches Verhältnis, das sie nicht verheimlichen können.
Letztendlich entscheidet sich Callum für seine Familie.
17 Jahre später begegnen sich Callum und Kate erneut. Die Anziehungskraft zwischen ihnen hat nicht nachgelassen. Die Konsequenzen sind erschreckend und zerstörerisch.
Ruth Jones Schreibstil ist leicht und flüssig zu hören/lesen und dabei gleichzeitig sehr sachlich, sie erzählt und wertet nicht. Dabei gelingt es ihr aber trotzdem sehr gut intensiv die Gefühle der Protagonisten zu beschreiben, so dass man tief in die Gefühlswelt von Callum und Kate eintauchen kann. Das Handeln beider ist extrem egoistisch und unfair gegenüber ihren Partnern. Bei Callum spürt man seine innere Zerrissenheit und sein schlechtes Gewissen gegenüber Belinda. Kate scheint eher ein wenig skrupellos. Durch ihre Fehler wirken sie gleichzeitig sehr menschlich. Beide haben eigentlich ein gutes Leben und können nicht anders als dieses durch ihre Begierde zu zerstören und die Menschen, die sie lieben zu verletzen. Auch die jeweiligen Partner und ihre Sicht werden detailliert dargestellt.
Der Roman ist eine Geschichte aus dem Leben, in dem zwei Personen, die – von außen betrachtet – ein tolles Leben haben und dieses durch ihr innerstes Verlangen getrieben, zerstören.
Ich habe den Roman als Hörbuch gehört und fand die Vertonung gut gelungen. Julia Nachtmann hat eine angenehme Sprechstimme, der man wunderbar zuhören kann. Sie intoniert die Geschichte toll, gibt jedem Charakter seinen eigenen Klang, so dass man direkt weiß um wen es sich handelt. Lediglich die Kinderstimmen waren mir zum Teil ein wenig zu kieksig.
Mich hat dieser kurzweilige und emotionale Roman über Vertrauen, Liebe, Betrug und Begehren berührt und nachdenklich gemacht. Auch das Ende, welches kein klassisches Happy End ist, fand ich überzeugend und gelungen. Von daher kann ich das Buch nur empfehlen.








