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Rezensionen von yellowdog:

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Opulent und eindringlich

Lichtspiel von Daniel Kehlmann

Lichtspiel ist ein Buch über den Filmregisseur G.W.Pabst. Es ist aber nicht nur eine Biografie, sondern vielmehr über den Weg in Verstrickung und innerlicher Korruption.
Es ist ein hochkomplexes, opulentes Werk. Daniel Kehlmann hat sich wirklich mit dem deutschen Film der dreißiger und vierziger Jahre beschäftigt und es gelingt ihm, diese Zeit zu verdeutlichen.

Mich hat der deutsche Film auch immer sehr interessiert und kenne daher Bücher über Fritz Kortner, Heinz Rühmann, über Veit Harlan, Emil Jannungs und mit Klaus Manns Mephisto gibt es schon einen großen Roman über Verführung in dieser Zeit.
Daniel Kehlmann fügt sich gut in diesen Reigen guter Bücher ein.
Es gibt eine folgelogischen Aufteilung in die Abschnitte Draußen, Drinnen und Danach.

Man spürt die Bedrängnis, in der sich G.W.Pabst nach seiner teilweise nur unfreiwilligen Rückkehr nach Österreich befindet. Dazu dient Daniel Kehlmanns Technik, aus den Gedanken der Hauptfigur zu erzählen. Teilweise wird auch aus anderen Perspektiven erzählt. Das formt ein komplettes Bild. Ich denke, dass kann nicht jeder so schreiben.
Eindringlich werden die Szenen, in denen sich Pabst ganz im Schaffen seiner Filme verliert. Manche Passagen werden nicht so schnell vergessen sein.

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Opulent und eindringlich
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wiederveröffentlicht

Spuren von Louise Erdrich

Erfreulich, dass jetzt wieder ältere Bücher von Louise Erdrich neu aufgelegt werden. Ich fand die Autorin schon immer gut, aber ihre neueren Bücher wie Der Nachwächter und Jahr der Wunder haben mich geradezu begeistert.

Auch dieser frühe Roman, Spuren, ist großartig.
Zentrale Figur ist Fleur, die keine eigene Erzählstimme im Buch hat, aber von 2 verschiedenen Figuren intensiv betrachtet wird,
Die Handlung zieht sich von 1912 bis 1924.

Das Buch hat ein Thema von Relevanz, ist geschickt aus verschiedenen Perspektiven erzählt und hat einen edel wirkenden Erzählton. Das hat mich beeindruckt.

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wiederveröffentlicht
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Familienroman

Stille Nacht im Schnee von Alexander Oetker

Alexander Oetker schreibt auf routinierte Art eine Familiengeschichte.
Bei den Großeltern treffen sich Söhne, Tochter, Schwiegertochter, Enkel und Enkelin.
Das Sujet gab es schon öfter, und Oetker gelingt eine Variante, indem er eine alpine Almhütte als Treffpunkt wählt.
Es gibt Anspannungen zwischen den Familienmitgliedern.

Amüsant sind die Passagen mit dem frechen Enkel Mats.
Ein Geheimnis durchzieht das Buch. Was wollen Elizabeth und Pascal ihrer Familie mitteilen?
Es ist ein leichter Roman ohne großen Tiefgang und mit eher flache Figuren. Vieles ist absehbar, die Reaktionen der Figuren erwartbar.
Das ist in Ordnung, da es sich um einen weihnachtlichen Unterhaltungsroman handelt. Da sind emotionale Auseinandersetzungen wie in Der Gott des Gemetzels nicht angebracht.
Fazit: Ein schlichter Roman, der gut unterhält. Da kann man zufrieden sein.

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Familienroman
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geheimnisvoll

Abgrund von Stefán Máni

Greife ich sonst eher zu Kriminalromanen und Thrillern aus der USA, mache ich für Stefan Mani gerne eine Ausnahme.
Mich überzeugt, wie er in Abgrund das geheimnisvolle und mystische betont. Außerdem ist Island ein reizvoller Schauplatz.
Die Handlung wechselt anfangs zwischen den Zeitebenen 1997 und 2007.

Mit Sölvi Helgason hat Stefan Mani eine spannende Hauptfigur erschaffen.
Nach einem Überfall auf ihn, glaubt er sein Schicksal verknüpft mit dem einer verschwundenen Frau.
Inhaltlich möchte ich sonst nicht mehr verraten als es der Klappentext schon sagt.
Es ist ein gut unterhaltender, lesenswerter Roman.

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Die Welt sortiert sich neu

Krisenzeit von Daniela Schwarzer

Konzentriert und dicht gestaltet Daniela schwarzer ihr Buch über die momentane Krisenzeit.
Man kennt sie durch ihre Auftritte in Polit-Talkshows imn Fernsehen nals expertin. Es gelingt ihr Zusammenhänge klar und präzise herzustellen.
Im Kontext zum Ukrainekrieg schreibt sie über die Rollen diverser Länder in dieser Krise, wie USA, China, Deutschland.

Ihre Schlußfolgerungen sind einleuchtend.
Das überzeugt schon sehr.

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10 Stories

Send Nudes von Saba Sams

In diesem Kurzgeschichtenband gibt es eine neue literarische Hoffnung zu entdecken.
Es sind eigenwillige Geschichten jeweils über junge Frauen und ihren Erfahrungen.
Schon der Opener zeigt eine sechszehnjährige und ihre erste Liebe, die dann aber doch eher der Hund ihres Freundes ist. Die Story ist mein absoluter Favorit im ganzen Buch!

Eine andere Story handelt von der schwierigen Freundschaft zweier Studentinnen.

Die Titelstory dreht sich um eine Frau mit Gewichtsproblemen und wie sie es schafft ihren Body zu akzeptieren.
In der letzten Geschichte befinden wir uns im Lockdown und die Protagonistin und ihre Mutter sind in einem Zustand der Unsicherheit.
Auch die weiteren Geschichten sind lesenswert, wenn mich auch nicht jede gepackt hat.

Oft ist es ein leiser, abgründiger Humor, der die Geschichten prägt.

Ich neige dazu, eine junge Autorin jetzt nicht gleich überzubewerten, aber das sind schon überwiegend gut gemachte Texte.

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Die Zeit der Achtziger

California Girl von Tamar Halpern

California Girl zeigt das Lebensgefühl eines Mädchens, dass in den frühen Achtziger Jahren in Kalifornien aufwächst. Die Eltern sind geschieden. Sie lebt bei ihrer Mutter in LA, manchmal ist sie auch bei ihrem Vater in Berkely. Sie gibt sich meist tough und meistens lässt sie es sich nehmen, sich auszutoben.

Die Musik, TV-Shows und anderer kulturelle Dinge werden viel erwähnt. Da das en wichtiger Teil des Lebens für das Mädchen ist, finde ich das okay, insbesondere wenn man den späteren beruflichen Werdegang der Autorin Tamar Halpern ansieht. Die Romanheldin und die Autorin haben sicher etwas miteinander zu tun, ohne dass ich damit sagen will, dass es autobiografisches erzählen wäre.
Zum Ende hin gibt es noch einen langen Abschnitt mit Fußnoten der Autorin, von dem ich glaube, dass der Roman das nicht gebraucht hätte.

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Ein Epos

Europa. Ein Gesang von Paolo Rumiz

Der Triester Journalist und Reiseschriftsteller Paolo Rumiz hat ein ungewöhnliches Stück Prosa vorgelegt.
Eine Frau aus Syrien auf der Flucht, wird von ein paar Männern mit an Bord eines Schiffes aufgenommen.
Form und Sprache dominieren das Buch, das als Epos konzipiert ist.
So sprechen die Männer streckenweise wie ein Kollektiv.

Der Autor hat keine Furcht davor, in seinem Text ein hohes Maß an Pathos einzusetzen.
Als Leser muss man mit der überreichen Ausschmückung der Sätze mitgehen. Entweder man genießt das oder das Buch ist für einen verloren.

Europa ist ein Buch, geschrieben wie aus der Zeit gefallen, das sprachlich zu faszinieren vermag.

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Ein aufregendes Leben

Der Romantiker von William Boyd

Das Buch trägt den auffälligen Titel Der Romantiker: Das wahre Leben des Cashel Greville.
Anhand des langen Leben seiner 1799 geborenen Hauptfigur Cashel
zeigt William Boyd das 19.Jahrhundert in verschiedenen Facetten.
William Boyd ist ein Schriftsteller, der meine Sympathien hat, da er schon sehr gute Bücher geschrieben hat, Sehr positiv erinnere ich mich an seinen große Erfolg Ruhelos.

Auch Der Romantiker ist ein guter Roman, jedoch ist die Romankonstruktion ziemlich vorhersehbar.
Auch ist das Buch ein wenig zu lang für meine Geschmack.
Für das Buch sprechen der erzählerische Wortwitz und ein Detailreichtum bei gleichzeitig beibehaltener Leichtigkeit.

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Kein Bedauern im Tattoo-Studio

No Regrets von Dietlind Falk

No Regrets ist der zweite Roman der Schriftstellerin und Übersetzerin Dietlind Falk und er ist ungewöhnlicherweise in einem Tattoo-Studio angesiedelt.
Die Welt der Tattooshops ist eine ganz eigene und das No Regrets ist nicht unbedingt das modernste oder hipste. Betrieben wird es von Hänk und Muddy.

Sie betreiben ihr Studio schon lange und das ehrlich und mit Leidenschaft. Es sind zwei eigenwillige, schräge Typen, aber die Autorin hat sie so liebevoll angelegt, dass man sie einfach mögen muss.
Frischen Wind bringt die 29jährige Luz, die als Tätowiererin beim No Regrets anfängt. Schon bald verstehen die drei sich gut. Die Dialoge haben viel Witz und der Roman liest sich entspannt.

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Kein Bedauern im Tattoo-Studio