Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Die Zeit der Achtziger
California Girl von Tamar Halpern
California Girl zeigt das Lebensgefühl eines Mädchens, dass in den frühen Achtziger Jahren in Kalifornien aufwächst. Die Eltern sind geschieden. Sie lebt bei ihrer Mutter in LA, manchmal ist sie auch bei ihrem Vater in Berkely. Sie gibt sich meist tough und meistens lässt sie es sich nehmen, sich auszutoben.
Die Musik, TV-Shows und anderer kulturelle Dinge werden viel erwähnt. Da das en wichtiger Teil des Lebens für das Mädchen ist, finde ich das okay, insbesondere wenn man den späteren beruflichen Werdegang der Autorin Tamar Halpern ansieht. Die Romanheldin und die Autorin haben sicher etwas miteinander zu tun, ohne dass ich damit sagen will, dass es autobiografisches erzählen wäre.
Zum Ende hin gibt es noch einen langen Abschnitt mit Fußnoten der Autorin, von dem ich glaube, dass der Roman das nicht gebraucht hätte.
Ein Epos
Europa. Ein Gesang von Paolo Rumiz
Der Triester Journalist und Reiseschriftsteller Paolo Rumiz hat ein ungewöhnliches Stück Prosa vorgelegt.
Eine Frau aus Syrien auf der Flucht, wird von ein paar Männern mit an Bord eines Schiffes aufgenommen.
Form und Sprache dominieren das Buch, das als Epos konzipiert ist.
So sprechen die Männer streckenweise wie ein Kollektiv.
Der Autor hat keine Furcht davor, in seinem Text ein hohes Maß an Pathos einzusetzen.
Als Leser muss man mit der überreichen Ausschmückung der Sätze mitgehen. Entweder man genießt das oder das Buch ist für einen verloren.
Europa ist ein Buch, geschrieben wie aus der Zeit gefallen, das sprachlich zu faszinieren vermag.
Ein aufregendes Leben
Der Romantiker von William Boyd
Das Buch trägt den auffälligen Titel Der Romantiker: Das wahre Leben des Cashel Greville.
Anhand des langen Leben seiner 1799 geborenen Hauptfigur Cashel
zeigt William Boyd das 19.Jahrhundert in verschiedenen Facetten.
William Boyd ist ein Schriftsteller, der meine Sympathien hat, da er schon sehr gute Bücher geschrieben hat, Sehr positiv erinnere ich mich an seinen große Erfolg Ruhelos.
Auch Der Romantiker ist ein guter Roman, jedoch ist die Romankonstruktion ziemlich vorhersehbar.
Auch ist das Buch ein wenig zu lang für meine Geschmack.
Für das Buch sprechen der erzählerische Wortwitz und ein Detailreichtum bei gleichzeitig beibehaltener Leichtigkeit.
Kein Bedauern im Tattoo-Studio
No Regrets von Dietlind Falk
No Regrets ist der zweite Roman der Schriftstellerin und Übersetzerin Dietlind Falk und er ist ungewöhnlicherweise in einem Tattoo-Studio angesiedelt.
Die Welt der Tattooshops ist eine ganz eigene und das No Regrets ist nicht unbedingt das modernste oder hipste. Betrieben wird es von Hänk und Muddy.
Sie betreiben ihr Studio schon lange und das ehrlich und mit Leidenschaft. Es sind zwei eigenwillige, schräge Typen, aber die Autorin hat sie so liebevoll angelegt, dass man sie einfach mögen muss.
Frischen Wind bringt die 29jährige Luz, die als Tätowiererin beim No Regrets anfängt. Schon bald verstehen die drei sich gut. Die Dialoge haben viel Witz und der Roman liest sich entspannt.
ungewöhnlich
Der Fluch des Hasen von Bora Chung
10 Kurzgeschichten der koreanischen Schriftstellerin Bora Chung.
Es sind groteske Geschichten, doch die Autorin ist imemr auf der Suche nach Verhaltensweisen von Menschen in Extremsituationen.
Sie nutzt dabei Elemente aus den Genres Fanatsy und Horror und erschafft bemerkenswerte Bilder.
Das Buch wurde aus dem Koreanischen von Ki-Hyang Lee übersetzt und ist beim großartigen CulturBooks-Verlag erschienen.
Ein sanfter Ton
The Magic Border von Arlo Parks
Das Buch bietet Gedichte, Songlyrics und Fotografien.
Es ist zweisprachig, was ich sehr begrüße.
Oft sind die im englisch verfassten Originaltexte poetischer und weicher as deutschen Übersetzungen, die aber beim Verständis helfen können.
Ein Beispiel, wo es sprachlich schwierig bei der Übersetzung wird:
I octupus myself for teh sake of preserving magic
ich oktopiere mich, um die Magie zu bewahren.
Ich finde, in Deutsch hört sich das komisch an.
Bei manchen der anderen Sätze habe ich auch leichte Zweifel, oft sind es auch nur einzelne Worte, über die man sich wundert.
Die Fotografien stammen von Daniyel Lowden. Teilweise fällt es mir schwer, die Fotos in Kontext zu den Texten zu setzen, es gibt auch kein Bildverzeichnis.
Es lohnt sich auch, zwischen den Texten mal in Arlo Parks wunderbares Albim My Soft Machine hineinzuhören, denn einige der im Buch enthaltenen Songtexte sind dann hier in ihrer Ausführung zu hören.
Moderner Klassiker
Die November-Schwestern von Josephine Johnson
Die Novemberschwestern, ein moderner Klassiker der US-amerikanischen Literatur, der 1934 den Pulitzerpreis gewann.
Es geht um 3 Schwestern: Margaret, Kerrin und Merle, die in der schweren Zeit der Wirtschaftskrise aufwachsen.
Josphin W. Johnson war mir bisher kein Begriff. Daher bin ich dankbar, dass das Buch jetzt neu herausgebracht wurde.
https://www.lesejury.de/josephine-w-johnson/buecher/die-november-schwestern/9783351039769?st=1&tab=reviews&s=2#reviews
Man merkt schon, dass es sich um einen älteren Text handelt, aber er hat eine Eleganz und Geschmeidigkeit im Stil.
Daher ist das Buch auch heute noch lesenswert.
Veränderungen
Hinter der Hecke die Welt von Gianna Molinari
Es ist ein Buch über Veränderungen, dem möglichen Untergang, dem Verschwinden.
Zentral wird die Geschichte eines Dorfes erzählt, indem eine große, wachsende Hecke steht.
Über diese Hecke gehen verschiedene Mythen, die im Buch aufgeführt werden.
Das Dorf setzt auf den Tourismus, um zu überleben.
Es gibt außer der Hecke auch weitere Merkwürdigkeiten, zum Beispiel, dass die Kinder des Dorfes aufgehört haben zu wachsen.
Zu diesen Kindern gehört Pina, die eine Zuneigung zur Hecke hat.
Dora, die Forscherin in der Antarktis, ist die abwesende Mutter von Pina. Sie sieht die Auswirkungen der klimatischen Veränderungen.
Die Schweizer Schriftstellerin Gianna Molinari hat einen eigentümlichen Stil, der streckenweise eine ganz eigene Poetik enthält. Einige Passagen sind sprachlich bemerkenswert.
Was das Buch jetzt weniger stark bietet sind ein direkter Spannungsfaden oder hohe Identifikation mit den Figuren. Aber Leser, die anspruchsvolle Literatur suchen, und zu denen zähle ich mich, sind hier richtig.
Dennoch würde ich den Roman als deutlich schwächer als das erste Buch der Autorin einstufen.
Meine Wertung: 6 von 10 Punkte.
kraftvolle Prosa
Zeit der Fehler von Mohamed Choukri
Erfreulich, dass die autobiografischen Bücher des marokkanischen Schriftstellers Mohamed Choukri wieder erscheinen.
In Zeit der Fehler ist Choukri 20 Jahre alt und geht zur Schule.
Unfassbar, der vielleicht größte marokkanische Schriftsteller seiner Zeit war bis dahin Analphabet
Man spürt den detaillierten Blick des Autors.
Choukris Bücher zeigen das Leben ungeschminkt, drastisch, kompromisslos.
Wahrscheinlich sind sie deswegen so kraftvoll und der Text ist immer noch zeitlos.
Dem Roman folgt noch ein ebenfalls bemerkenswerter Text von dem Übersetzer Georg Brunold: Porträt einer Stadt: Tanger 1987/1988.
wenzel und Killer
Drifter von Ulrike Sterblich
Drifter ist der zweite Roman der Berliner Autorin Ulrike Sterblich.
Im Mittelpunkt Wenzel und Marco Killmann, genannt Killer. Sie kennen sich schon lange und sind Freunde.
Es ist anfangs nicht ganz einfach, sich auf das Buch einzulassen. Mein Hauptproblem war, dass die Protagonisten zunächst wie Jugendliche wirkten.
Mit der zweite konnte ich mehr mit ihnen anfangen. Ich mocht an Wenzel, der auch der Erzähler ist, z.B. dass er ein Leser ist.
Das führt zu einem weiteren zentralen Punkt: ein Schriftsteller namnes K:B Drifter, dessen Identität unbekannt ist. Seine Bücher sind exzentrischer Art.
Es ist ein rätselhaftes Buch, spielerisch und ideenlastig. Leser, die schräge Stories mögen, kommen vielleicht auf ihre Kosten.
Das Ganze ist schon ganz gut gemachtr, aber es fehlt ein roter Faden. Davon abgesehen hat der Schreibstil einen gewissen Drive.











