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Rezensionen von yellowdog:

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Blick hinter die Kulissen

Zonen der Angst von Michael Roth

Zonen der Angst ist ein unglaublich interessantes Politbuch, da Michael Roth so ehrlich, ja fast schonungslos schreibt. Er zeigt das politische Leben als Kampf ohne Gnade. Viele Politikerkollegen kommen dabei nicht gerade gut weg. So ein Buch kann man wohl nur schreiben, wenn man sich aus der Politik verabschiedet hat.

Michael Roth, der sein ganzes politisches Leben geradlinig war und zu seinen Prinzipien und Werten stand, ging aber auch aus einem anderen Grund. Seine mentale Erkrankung, die alle Anzeichen eines Burnout haben, benennt er ehrlich, obwohl er den undefinierten Begriff ablehnt.
Michael Roth spricht auch über fehlende Loyalität, z.B. wegen seinem Einsatz für die Ukraine. Interessant waren auch die Abschnitte über seine Beteiligung bei der Wahl zum SPD-Vorsitz 2019, wo er aber unterlag. Doch seine Beschreibungen über die Abläufe dazu haben große Glaubwürdigkeit.

Michael Roth war ein guter, klarsichtiger Mann in der Politik, der noch lange fehlen wird.

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Blick hinter die Kulissen
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DER Autor des Autofiktionalen

Der Absturz von Édouard Louis

Edouard Louis ist der vielleicht Beste Autor des Autofiktionalen. Oft schon hat er über sich und seine Familie geschrieben. Diesmal geht es um seine Bruder, mit dem ihm ein schwieriges Verhältnis verband und der relativ jung verstarb.
Dieser Bruder hatte mehrere Seiten. Eine war sensibel, eine andere brutal.

Er war dem Alkohol verfallen und trotz großer Gefühle war er brutal gegenüber seinen Freundinnen. Und seine Ansichten waren fragwürdig. Zum Bruder war das Verhältnis auch distanziert. Und es gab eine latente Gefahr der Gewalt.
Edouard Louis Bericht ist auch in einem Konflikt. Zum einen war ihm kein nähere Verhältnis zum Bruder möglich, zum anderen gibt es Zweifel, ob er mit Schuld daran trägt.
Es gibt einen Verlust und in diesem Buch versucht er, zum Teil, Verständnis zum Bruder zu finden.
Mich hat das Buch durchgängig beschäftigt und bewegt.

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DER Autor des Autofiktionalen
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Widerstand

Badjens. Roman von Delphine Minoui

Badjens ist ein Buch, dass von der Kindheit und Jugend eines Mädchens im Iran erzählt und wie sie die vielen Beschränkungen im Land gegen Frauen wahrnimmt.
Badjens ist 2006 geboren. Es wird konsequent aus ihrer Perspektive erzählt.
Es zeigt sich ein Stimmung der Jugend gegen Kopftuch und Einschränkung der Rechte von Frauen, die zu Widerstand führt.

Nach dem Tod von Mahsa Amini 2022 kommt es zu deutlichen Protesten und Badjens schließt sich an.
Delphine Minoui wählt eine moderne Sprache, um ihre Hauptfigur lebendig werden zu lassen und es gelingt ihr.

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Konflikt ohne Ausweg

Israel von Sabine Adler

Sabine Adler, die schon sehr klug über Russland geschrieben hat, weiß auch über Israel Bescheid. Sie hat fundiertes Wissen sowohl über die aktuell Lage als auch über die Geschichte Israels. Sie war vor Ort und hat mit vielen gesprochen.
Entscheidend für die heutige dramatische Lage war der 7. Oktober 2023 mit dem Massaker durch die Hamas.

Dann die radikalen Reaktion Israels. Es stellen sich viele Fragen, wie es weitergehen wird. Adlers Buch führt zu den richtigen Fragen. Erschöpfende Antworten kann es nicht geben.

Sabine Adler schreibt detailreich.
Das ergibt ein nahezu spannendes Sachbuch. Eine lohnende Lektüre.

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Catalina Island

Der Inselcop von L. A. von Michael Connelly

Michael Connelly legt mit Der Inselcop von L. A. Den Anfang einer neuen Reihe vor. Der erste Fall für Detective Stilwell.
Der Originaltitel ist Nightshade. Übersetzt von Sepp Leeb
Michael Connelly schreibt routiniert. Er erfindet das Genre nicht neu, aber für eine spannende neue Krimireihe reicht es.

Hauptfigur Detective Stilwell ist ein geradliniger Typ, der sich nicht schnell einschüchtern lässt.
Interessant ist der Schauplatz: Catalina Island
Für Fans des Genres geeignetes Lesefutter.

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Evelyn und Moira

Die Party von Tessa Hadley

Es ist ein kurzes Buch, eine echte und elegant gemachte Novelle.
Tessa Hadley siedelt die Handlung im Nachkriegs-Bristol der fünfziger Jahre an. Da gibt es noch vom Krieg zerstörte Häuser.
Evelyn und ihre Schwester Mira sind Schwestern und Studentinnen. Sie wollen etwas erleben und gehen zu einer Party in eine verrufenen Gegend und lernen da Männer kennen.

Die Beschreibungen sind stilistisch brillant und treffsicher.
Tessa Hadley schafft es, eine Sprache zu finden, die ganz in diese Zeit passt. Man glaubt beim Lesen, das Buch wäre in dieser Zeit geschrieben.

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Briefe und Freundschaft

Mit Liebe und Safran von Kim Fay

Mit Liebe und Safran ist ein Briefroman, der in den frühen sechziger Jahren handelt.
Die Briefe schreiben sich zwei Frauen:
Mrs.Imogen Frontier, 57, Camano Island und Miss Joan Bergstrom, 27, LA.
Es dauert eine ganze Weile, bis sie sich mal begegnen. Eigentlich bin ich kein besonderer Fan von Romanen, die in Briefform verfasst sind.

Doch hier ziehen die starken Persönlichkeiten der Protagonistinnen es wieder raus. Ihre tiefe Freundschaft hilft ihnen bei Problemen.
Eine große Rolle spielt für sie auch das Essen und das Kochen. Das Thema durchzieht das Buch. Zuletzt muss man noch die Atmosphäre erwähnen, die Kim Fay mit ihren Stil erzeugt.

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Schwestern

Wilder Honig von Caryl Lewis

Ein ruhiger, aber intensiver Roman, angesiedelt in Wales, der die Beziehung von drei Frauen zeigt. Hannah, deren Mann John gerade gestorben ist, ihre Schwester Sadie und die junge Megan. Megan ist die geheime Tochter Johns, von der die Schwestern erst nach seinem Tod erfahren.
Megan sucht sie auf, um sie kennen zu lernen und bleibt eine ganze Weile.

Es geht sehr um die Figurenkonstellation, wie sich diese drei sehr unterschiedlichen Frauen besser kennen- und verstehen lernen. Megan ist natürlich als Fremde in einer besonderen Situation und die Autorin versteht es, diese Lage gut und nachvollziehbar zu schildern.
Die walisische Umgebung sorgt für viel Atmosphäre.
Zwischen den Kapiteln gibt es Briefe von John, bei denen es hauptsächlich um Bienen geht. Er war leidenschaftlicher Imker. Und so prägen die Bienen auch das Leben der Frauen. Es ist ein sensibel geschriebenes Buch.

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Schwestern
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Ein Loch in der Wand

Zur Zeit der Schneefälle von Hanno Millesi

Dieses Buch konnte mich leider nicht so ganz erreichen. Zu sehr bleibt die Idee in Ansätzen stecken und damit belanglos. Zu schematisch und emotionslos wirken die Figuren. Das Buch ist arm an Dialogen und wenn es welche gibt, sind sie sehr verhalten. Vermutlich ist das Absicht des Autors Hanno Millesi.

Es gehört zu seinem Programm, das mich wenig begeistert. So meine Lesermeinung, aber vielleicht verstehe ich Das Buch auch nur nicht.

Zugestehen kann man dem Roman aber eine starke kammerspielsartige Wirkung.

Die Zeit der Schneefälle ist auf der Longlist des Österreichischen Buchpreis, doch ich halte seine Chancen für gering.

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Nach einer wahren Begebenheit

Der große UFA-Bluff von Anton Leiss-Huber

Mit diesem Roman von Anton Leiss-Huber begibt man sich auf eine Zeitreise in eine schreckliche Zeit, aus filmhistorischer Sicht aber auch eine interessante. Es vermischte sich Kunst mit Politik, wurde oft zu Propaganda.
Der Krieg ging 1944/1945 in eine finale Phase. Viele Filmschaffende hatten Angst eingezogen und verheizt zu werden.

Der Roman zeigt die waghalsige Idee einer Gruppe von Filmschaffenden, vorzugeben in Südtirol einen Film zu drehen, um sich entziehen zu können.
Der Autor hat meines Eindruck nach gut recherchiert und schafft einen Ton der Zeit. Das zeigt sich zum Beispiel auch in den Sprechweisen der Figuren. Ein paar prominente wirken auch mit, wie Erich Kästner und Marika Rökk.
Den fiktiven Figuren fehlt es ein wenig an Tiefe, aber der Gesamteindruck stimmt. Die Handlung geht mit Tempo voran und alle hoffen auf das Kriegsende.
Ein interessanter und niveauvoller Roman, den man schnell durchlesen kann.

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Nach einer wahren Begebenheit