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Rezensionen von yellowdog:

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schonungslos

Ein Historiker in Gaza von Jean-Pierre Filiu

Dieses Buch zeigt etwas, was lange nicht möglich war. Einen unabhängigen Blick in den Gaza und den Zuständen da.
Historiker Jean-Pierre Filiu war für etwas über einen Monat im Gaza. Er gelangte durch Ärzte ohne Grenzen dahin.
Das Buch ist keine unreflektierte Anklageschrift gegen Israel, aber neutral ist es auch nicht, denn der Autor sieht die Verheerungen und schlimmen Zustände deutlich.

Und er stellt vieles auch in Zusammenhänge mit der Vergangenheit.
Er benennt auch klar die grausamen Taten der Hamas gegen die palästinische Bevölkerung.
Obwohl man sich bewusst ist, dass der Gazakrieg eine Katastrophe ist, sind viele Details doch erschreckend. Es ist ein schonungsloses Buch

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schonungslos
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Der Nebel der Erinnerung steigt auf

Spät am Tag von Kristin Vego

Mit Kristin Vego und ihren ersten Roman kommt ein neues Literaturtalent aus Norwegen in deutscher Übersetzung. Sie schreibt mit eienr Ruhe, die sich auf den Leser überträgt und geht in die emotionalen Tiefen bei der beschreibung einer Liebe.
Johanne, die Icherzählerin schreibt über ihre Zeit mit Mikael und seiner kleinen Tochter Maren sowie Mikaels Exfrau Sofia, die noch sehr präsent und besitzergreifend ist.

Diese Beziehung wird sehr ruhig, aber genau erzählt, und auch wie sich die bestimmte Konstellation auswirkt. Johanne spürt den Veränderungen nach und im zweiten Teil des Buches werden sie über einen Verlauf von mehreren Jahren gezeigt. Die Zeit wirkt fließend.

Spät am Tag ist ein gelungener Debütroman, der mir sehr gut gefallen hat.
Von Kristin Vego soll es auch noch ein bisher unübersetztes Erzählungsband geben. Da kann man nur auf baldige Übersetzung in Deutsch hoffen.

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Der Nebel der Erinnerung steigt auf
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Der Weg des Herbert Reul

Sicherheit von Herbert Reul; Doris Mendlewitsch

Es ist ein kurzes, aber sehr konzentriertes Buch, indem NRW-Innensicherheitsminister Herbert Reul seinen konsequenten Weg beschreibt. Man merkt auf jeder Seite, dass er voll und ganz zu seinem harten Weg steht. Für den Leser ist das manchmal auch irritierend, obwohl niemand die Wichtigkeit und Bedeutung des Themas in Frage stellt.

Der Text ist nicht literarisch verpackt, Reul steht mehr für direkte Worte und das Buch ist für ihn Mittel zum Zweck.

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Der Weg des Herbert Reul
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Start der Oxford-Reihe

Down Cemetery Road von Mick Herron

Mick Herron ist durch Slow Horses, Romane wie TV-Serie, zum Literaturstar des Genres Spionage&Thriller geworden. Daher ist jetzt auch sein erster Roman neu veröffentlicht: Down Cemetery Road
Zwar hat Mich Herron von Anfang an stilistisch einiges zu bieten, aber an sein Slough House kommt das nicht ganz ran.

Doch für den Roman sprechen seine Charaktere. Sarah ist eine gefühlvolle Figur, Michael ist auch emotional, aber oft unberechenbar. Die Privatdetektivin Zoe Boehm spielt lange Zeit nicht mit, erst am Ende nimmt sie eine wichtige Rolle ein. Überhaupt ist das Finale des Romans ganz stark.
Ob die kühle Zoe Boehm als tragende Figur für eine ganze Reihe reicht, ist noch schwer zu sagen, aber Down Cemetery Road ist 4 von 4 Sternen wert.

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Start der Oxford-Reihe
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Hicks

Schattennummer von Thomas Pynchon

Der neue Roman des ewigen Literaturnobelpreisanwärters Thomas Pynchon führt uns in die dreißiger Jahre der USA, die Zeit der Prohibition und der privatdetektive. Einer dieser Schnüffler ist Hicks, ein harter Typ und irgendwie angelehnt an Raymond Chandlers Marlow-Figur, allerdings weniger idealistisch.

Hicks McTaggart ist ein harter Typ.
Die Dialoge sind geradezu brillant und haben viel Wortwitz. Dass das auch in Deutsch so gut funktioniert, lässt mich vermuten, dass die deutsche Übersetzung von Nikolas Stingl und Dirk van Gunsteren sehr gelungen ist.
Zu den besten Stellen gehören die mit Hicks und seiner Fruendin April. Wie schon der NDR erwähnte wirken sie in nihren Wortgefechten ein wenig wie Humprey Bogart und Lauren Bacall.
Ein weiteres Markenzeichen von Thomas Pynchon ist seine Genauigkeit und Detailverssessenheit in den Beschreibungen. Hier ist das auch zu finden, aber doch sehr gelassen und unverkrampft eingesetzt.

Der Plot wird schnell recht wild. Was da alles hineinspielt, wenn z.B. Hicks sogar nach Europa kommt. Da kann ich teilweise nicht mehr so ganz folgen. Aber amüsant ist das ganze.

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Hicks
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Vielschichtiger Roman mit Tiefgang

Adama - Thriller (Maror-Trilogie 2) von Lavie Tidhar

Der Roman beginnt zwar ganz kurz in Miami, 2009, aber dann wird die Geschichte Israels erzählt.
Im zweiten Kapitel ist man 1989 in einem Kibbuz.
Das Buch wird interessanterweise überwiegend rückwärts erzählt. So erschließen sich manche Zusammenhänge erst, nachdem man mehr über die Vergangenheit erfährt.

In der Mitte wird aber auch mal zeitlich vor oder zurück gesprungen.

Zum angänglichen Plot: Ein Mann in einem Kibbuz wurde tot aufgefunden. Es sieht aus wie Selbstmord, aber Lior, ein guter Freund glaubt nicht daran und forscht nach. Es beginnt verhalten, aber man spürt sofort die Angespanntheit der Situation und dann dauert es auch nicht lange, bis es reichlich Action gibt . Man ist sofort gefesselt.
Cohen, die wichtigste Figur aus dem Vorgängerroman Maror taucht auch ganz kurz auf. Mit den Kapiteln wechseln auch die Figuren, manche tauchen immer wieder auf. Dadurch wird es noch vielschichtiger.
Die wichtigste Protagonistin ist sicherlich Ruth, die auch dne größten zeitlich Ablauf dabei ist.
Obwohl der Roman große Komplexität aufweist, lässt er sich zugänglich lesen. Es ist mehr als ein Thriller, wie es auf dem Cover steht. Gesellschaftsrelevantes wird herausgearbeitet. Doch Lavie Tidhars tougher Stil stammt aus der Thriller-Tradition.

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Vielschichtiger Roman mit Tiefgang
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literarisches Roadmovie

Rift von Marina Schwabe

Dieser Debütroman ist ein literarisches Roadmovie durch die USA.
Ein Geschwisterpaar aus Deutschland machen hier ihre letzte gemeinsame Reise, denn Janko ist schwer krank und wird sterben.
Auch dieses Motiv der Reise mit einem Sterbenden ist ein wichtiges in der Literatur.
Von New York über viele Staaten bis nach Kalifonieren geht es.

Marina Schwabe schafft es, die Emotionen des Lesers zu erreichen, da stets aus Zusannas Perspektive berichtet wird und diese ist besorgt wie reflektierend.

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Die Königin des japanischen Wohlfühlroman

Matcha Tee am Montag von Michiko Aoyama

Aus der momentanen Flut der Wohlfühlbücher aus Japan ragt Michiko Aoyama als der Star heraus. „Frau Komachi empfiehlt ein Buch“ war ein großer Erfolg, der die Welle trägt.
Matcha Tee am Montag wurde übersetzt von Sabine Mangold und ist wiederum episodenhaft aufgebaut. Die Figuren wechseln rasch mit den Kapiteln.

Trotz des Wohlfühlanspruchs haben eigentlich fast alle Figuren auch so ihre Probleme, große wie kleine.
So anspruchslos ist es also nicht.
Leider fehlt es den Figuren ein wenig an Tiefe, weil sie alle nur so kurz auftauchen. Dadurch ähneln sich die Figuren zu sehr. Das gilt natürlich nicht, wenn es sich z.B. um Großmutter und Enkelin handelt. Einmal ist sogar eine Katze die Erzählerin.
Viele der Geschichten sind angenehm zu hören.
Das ist auch dem bewährten Sprecherteam Jana Kozewa und Tim Gössler zu verdanken.

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Der siebenjährige Krieg

Sieben Jahre von Tanja Kinkel

Tanja Kinkel, die zu den wichtigsten Autorinnen der Gegenwart gehört, hat ein umfangreichen und ambitionierten Roman über den siebenjährigen Krieg Mitte des 18.jahrhunderts vorgelegt.
Friedrich der Große und sein Bruder Heinrich stehen im Mittelpunkt. Es wird ihr ambivalentes Verhältnis zueinander gezeigt.

Es ist das erste Mal, daß ich es bei einem Tanja Kinkel Roman schwer mit den Figuren hatte. Vielleicht, weil es Königliche sind. Es bleibt eine Distanz und ich las den Roman weitgehend mit Gleichmut. Und dafür war er eigentlich zu lang. Davon abgesehen gab es durchaus erzählerisch brillant gemachte Passagen.

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Der siebenjährige Krieg
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Der 10.Teil

Dunkle Mächte von Petra Ivanov

Dunkle Mächte ist schon der zehnte Teil in der ambitionierten Serie um Staatsanwältin Regina Flint und Kriminalpolizist Bruno Cavalli.
Daher ist es nicht ganz einfach einzusteigen, da man viel von der Vorgeschichte nicht kennt.
Cavalli taucht kaum auf, da er Undercover ermittelt, aber Regina Flint ist eine starke Figur, wenn auch relativ passiv.

Dennoch schwächt Cavallis Abwesenheit den Roman. Das spürt man auch daran, wie später, als er Szenen hat, die Spannung stark ansteigt.
Der Plot ist geradlinig und konzentriert aufgebaut. Die Zürcher Autorin Petra Ivanov hat da eine gute Krimireihe.

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Der 10.Teil