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Rezensionen von yellowdog:

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Der siebenjährige Krieg

Sieben Jahre von Tanja Kinkel

Tanja Kinkel, die zu den wichtigsten Autorinnen der Gegenwart gehört, hat ein umfangreichen und ambitionierten Roman über den siebenjährigen Krieg Mitte des 18.jahrhunderts vorgelegt.
Friedrich der Große und sein Bruder Heinrich stehen im Mittelpunkt. Es wird ihr ambivalentes Verhältnis zueinander gezeigt.

Es ist das erste Mal, daß ich es bei einem Tanja Kinkel Roman schwer mit den Figuren hatte. Vielleicht, weil es Königliche sind. Es bleibt eine Distanz und ich las den Roman weitgehend mit Gleichmut. Und dafür war er eigentlich zu lang. Davon abgesehen gab es durchaus erzählerisch brillant gemachte Passagen.

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Der siebenjährige Krieg
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Der 10.Teil

Dunkle Mächte von Petra Ivanov

Dunkle Mächte ist schon der zehnte Teil in der ambitionierten Serie um Staatsanwältin Regina Flint und Kriminalpolizist Bruno Cavalli.
Daher ist es nicht ganz einfach einzusteigen, da man viel von der Vorgeschichte nicht kennt.
Cavalli taucht kaum auf, da er Undercover ermittelt, aber Regina Flint ist eine starke Figur, wenn auch relativ passiv.

Dennoch schwächt Cavallis Abwesenheit den Roman. Das spürt man auch daran, wie später, als er Szenen hat, die Spannung stark ansteigt.
Der Plot ist geradlinig und konzentriert aufgebaut. Die Zürcher Autorin Petra Ivanov hat da eine gute Krimireihe.

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Der 10.Teil
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Die Brüder

Bärenzähne von Callan Wink

Bärenzähne ist ein Drama um zwei Brüder in schwieriger Situation, angesiedelt in Montana. Die durch die Yellowstone-Serie bekannte Umgebung prägt diesen Roman. Und auch die Menschen scheinen von der Umgebung bestimmt.
Callan Wink stammt aus dieser Gegend und so gelingen ihm einige bemerkenswerte Beschreibungen.

Thad und Hazen sind zwei junge Männer, deren Vater nach Krankheit starb und ihnen viel Schulden hinterlassen hatte. Die Probleme mit fehlender Krankenversicherung sind bekannterweise ein Problem in den USA.
Aus Not beschließen sie zu wildern und Bären zu schießen. Eine riskante Sache. Dabei wirkt der „Schotte“, eine anrüchige, kriminelle Gestalt im Hintergrund,
Thad hat stets das Kommando über seine 1 Jahr jüngeren, etwas naiven Bruder Hazen. Hinzu kommt schließlich noch die Mutter der beiden, die für kurze Zeit zurückkehrt, nachdem sie die Familie vor Jahren verlassen hatte.
Die Beziehung der Brüder ist interessant gestaltet. Eine unerwartete Wendung gibt es, als sich spät im Buch der Weg der Brüder trennt.
Das Buch ist reich an Sprache und Handlung, dabei gut lesbar. Ich bin sicher, dass Buch wird seine Leser finden.

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Die Brüder
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Krypto

Bis zum Mond von Jang Ryujin

Ein Debütroman aus Korea, aber viel über das Land erfährt man nicht, Die Handlung hätte auch überall anders verortet werden können.
Die Figuren haben wenig Profil, daher habe ich auch kaum Zugang zu ihnen gefunden.
Aber ich denke, der Autorin ging es um etwas anderes. Sie zeigt Frauen in mittelmäßigen Jobs in einem Süsswarenunternehmen, die schließlich Auftrieb bekommen, als sie in Bitcoins investieren.

Für mich war es zu speziell, aber für Leute aus der IT und wer sich für Kryptowährung interessiert, wird hier einiges finden.

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Generation Z in Italien

Verehrung von Alice Urciuolo

Verehrung ist ein Stück zeitgenössische italienische Literatur. Das Zeitgemäße spiegelt sich auch darin wider, dass der Roman als Netflixserie verfilmt wurde.
Das Buch zeigt anhand einer Handvoll Jugendlicher das Lebensgefühl einer Generation. Diana, Vera, Vanessa, Giorgio und noch ein paar andere leben in einer Kleinstadt.

Sie alle werden betrachtet. Unsichtbar schwingt aber immer eine Figur mit, die fehlt: Elena, die vor einem Jahr von ihrem Freund getötet wurde.
Die Möglichkeiten sind begrenzt. Ganz im Mittelpunkt für alle stehen die Beziehungen. Alice Urciuolo schreibt realistisch und ihre Figuren wirken echt.

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Can Dündar,  Journalist mit Mut

Ich traf meinen Mörder von Can Dündar

Der türkische Journalist Can Dündar, der mutig über die Verbrechen der Autokratie des Landes berichtete, ist weiterhin dran und hat ein neues Buch:
Ich traf meinen Mörder
Untertitel: Ein Journalist und die dunklen Seiten der Macht
 
Da berichtet er von einem Mann, der mit einem Attentat auf ihn beauftragt war und sich ihm jetzt, wo er in Argentinien im Gefängnis sitzt, an ihn wendet.

Da er befürchtet in die Türkei ausgeliefert zu werden, ist er bereit, Dündar alle Hintergründe zu berichten. Und da gibt es noch mehr, zum Beispiel illegale Waffenlieferungen an Islamisten.   
 
Auch der Anschlag auf Dündar 2016 wird thematisiert.

Man merkt schnell, dass dieses Buch wichtig ist, denn viele Journalisten wurden schon eingeschüchtert und mundtot gemacht. Da sind die, die weiterhin offen berichten, umso wichtiger.
 
Das Buch ist kurz, aber kompakt und direkt.

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Trotz Setting kein richtiger Western

Abel von Alessandro Baricco

Alessandro Baricco hat immer interessante Plots, er hat aber einen hohen Stil, an den man sich jedes mal neu gewähnen muss.
Ein Westernsetting ist ungewöhnlich, bietet aber auch Atmosphäre und Möglichkeiten für den Protagonisten zu agieren.
Als Leser schwanke ich stark zwischen Irritation und Bewunderung.

Leicht enttäuschend, dass aus der Beziehung zwischen Abel und Hallelujah Wood nicht mehr gemacht wird.
Für mich sind am Ende knapp 7 von 10 Punkten vertretbar.

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Erzählungsband

Auf ganz dünnem Eis von Peter Stamm

Der Schweizer Schriftsteller Peter Stramm ist einer der ganz wenigen Autoren von Bedeutung, der neben Romanen auch immer wieder Erzählungsbände schreibt. Auf ganz dünnem Eis versammelt 9 Kurzgeschichten. Es sind gediegene, kleine Erzählungen ohne allzu viel Handlung und auf der Oberfläche gesehen eher kühl.

Aber man spürt schnell, dass unter dieser Oberfläche mehr liegt.
Wie bei vielen Erzählungsbänden kann man mit manchen Geschichten mehr anfange als mit anderen.Meine Favoriten sind die Titelgeschichten Auf dünnem Eis I und Auf dünnem Eis II.
Eine Geschichte zeigt Passagen aus America got talent, mit den Auftritten von Susan Boyle und Paul Potts. Sehr gut beobachtet.
Mit der dystopischen Erzählung Wintern schließt das Buch nahezu majestätisch. Absolut bemerkenswert.
Die meisten Erzählungen sind sehr ruhig, aber alle haben präzise Beschreibungen. Das Markenzeichen für Peter Stamm.

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David Maratse

Sieben Gräber für den Winter von Christoffer Petersen

Sieben Gräber für den Winter ist einerseits ein geradliniger Krimi, andererseits aber auch ein Buch, das viel über Grönland zeigt. Die Umgebung, die Kultur, die Sprache. Christoffer Petersen thematisiert viel von Grönland, auch über Probleme und die Politik.
Er zeigt auch die Unterschiede zwischen einer Gro0stadt wie Nuuk und einem Dorf wie Inussuk.

Beides sind Schauplätze der Handlung.

Eine weitere große Stärke des Romans ist seine Hauptfigur, David Maratse. Er wurde in Nuuk bei einem Einsatz schwer verletzt und frühpensioniert. Aber so ganz ist er noch nicht bereit, loszulassen und da noch weitere Romane mit ihm folgen, wird sich das wohl auch nicht so schnell ändern. Trotz Schmerzen bleibt Maratse aktiv und auch widerspenstig. Er forscht inoffiziell in einem Fall über den Tod einer jungen Frau, die er durch Zufall im Meer gefunden hatte. Wir Leser wissen, dass sie ermordet wurde, denn die brutale Tat wurde in einem Kapitel gezeigt. Und auch Maratse ahnt es.
Ich denke, Christoffer Petersen hat seinen Grönlandkrimi gut gestaltet und man darf gespannt sein, ob das hohe Niveau in den folgenden Teilen gehalten wird.

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David Maratse
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Marietta

Herbstgeschichte von Sten Nadolny

Ein neues Buch des inzwischen 83jährigen Schriftstellers Sten Nadolny ist ein Ereignis. Die Erzählweise ist überwiegend zurückerinnernd.
Ausgangspunkt ist die Begegnung zweier Männer (ein Schauspieler und ein Schriftsteller) mit einer jungen Studentin, die in Schwierigkeiten ist.
Daraus entwickelt sich die Handlung über eine längere Zeit und mit Zeitsprüngen.

Der Erzählton ist ruhig und abgeklärt. Ehrlich gesagt, wirkt es auch ein wenig altmodisch, aber für Sten Nadolny-Leser wird das sehr in Ordnung sein.
Das Geschick und die Raffinesse des Autors sorgen für eine außergewöhnliche Handlung.
Diese junge Frau, um die es geht, Marietta, ist rätselhaft und wird es lange bleiben. Das trägt den Roman.

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Marietta