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Rezensionen von yellowdog:

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zu distanziert

Das Wasserkomplott von Jürgen-Thomas Ernst

Von Jürgen-Thomas Ernst habe ich schon 2 großartige Romane gelesen. Das Wasserkomplott fällt im Vergleich etwas ab. Die Figuren haben mich wenig beeindruckt und das Thema der sozialen Gefahren beim Umweltschutz zündet nicht so recht.
Für mich scheitert der Roman aber vor allen an der angeblich führenden Persönlichkeit Max Bonnerman, der wenig Charisma ausstrahlt.

Das Liebespaar Amanda und Fynn sind zu harmlos um der dem finsteren Bonnerman etwas entgegenzuhalten. Die Abläufe, wie die Menge beeinflusst und gelenkt wird und die globalen Auswirkungen,sind aber glaubhaft geschildert. Ein wenig optimistisches, daher realistisches Buch.

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zu distanziert
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Für Fans niveauvoller Jugendromane ein Muss!

Zwischen uns tausend Bilder von Alaei Neda

Es handelt sich bei „Zwischen uns Tausend Bilder“ um einen sensibel gestalteten Jugendroman aus Norwegen. Sannas Mutter ist gestorben. Das hat ihr Vater sehr mitgenommen, er wird psychisch damit nicht fertig und versinkt immer mehr in einen katatonischen Zustand. Sanna versucht ganz alleine sich um das Haus und ihren Vater zu sorgen, aber es ist schwer und auch in der Schule läuft es nicht gut.

Ihre beste Freundin Mie hat sich von ihr abgewandt. Ein neuer Schüler taucht auf, mit dem sie sich anfreundet, aber das lässt ein anderes Mädchen eifersüchtig werden.
Währenddessen wird ihr Isolation immer schlimmer.
Es ist schmerzhaft zu lesen, wie eine 14jährige so in Nöten ist.
Das konsequent immer aus Sannas Perspektive erzählt wird, lässt den Leser ihre Emotionen hautnah spüren.
Wer einen niveauvollen Jugendroman lesen möchte, ist bei Neda Alaeis Debüt absolut richtig.

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Für Fans niveauvoller Jugendromane ein Muss!
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Dramödie

Die Erfindung der Sprache von Anja Baumheier

Bestsellerautorin Anja Baumheier zeigt in ihrem Roman ein norddeutsches Porträt. Dabei denke ich, dass die ostfriesische Insel Platteoog fiktiv ist.
Hierher reist Adam Riese zurück, da seine Mutter Oda erkrankt ist. Adam ist auf der Insel aufgewachsen, lebte dann als Sprachwissenschaftler in Berlin.

Als er noch Kind war, verschwand rätselhafterweise sein Vater Hubert.

Adam ist ein ungewöhnlicher Typ, möglicherweise hat er Asberger. Jedenfalls sind seine Gedankengänge sehr eigenwillig.

Adam macht sich auf die Suche nach Huberts Verbleib.
Der Plot ist recht originell, man muss der Autorin lassen, dass sie ein Feuerwerk an Einfällen und Verweisen einsetzt. Doch streckenweise erzeugt der Roman eine seltsam Stimmung und dann hat mich das Buch ratlos gelassen. Leider halte ich die Figuren zu sehr für konstruiert und überzeugend, in manchen Fällen erinnern sie an Comicfiguren, die übliche Klischees erfüllen. Das kann ich schwer akzeptieren, deswegen habe ich das Buch nicht gemocht.
Aber als Familiengeschichte mit Elementen der Dramödie funktioniert es.

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Dramödie
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Ein Plädoyer für das positive

Rosarotes Glück von Susan Sideropoulos

Susan Sideropoulos ist eine Schauspielerin und Moderatorin. Ich kannte sie bisher nicht. In diesem Buch erzählt sie erstaunlich freimütig und ehrlich von sich und ihrem Leben und Karriere, dabei sind ihre Emotionen im Vordergrund. Es gibt eine große Lebenskrise in ihrem Leben. Niedergeschlagenheit und Traurigkeit begleiten sie.

Das Wirken in der Unterhaltungsbranche ist bestimmt nicht immer einfach.
Das Gefühl machtlos zu sein führt zur Mutlosigkeit. Fehlgeburten belasteten sie, aber dann wird sie doch Mutter. Eine große Stütze in ihrem Leben ist die starke Beziehung zu ihrem Mann.
Dann gibt es auch noch ein paar kurze Blicke in ihre Kindheit. Eine glückliche, aber ein schwerer Schlag ist der relativ frühe Tod der geliebten Mutter. Die Familie bedeutet Susan viel.

Es sind also überwiegend biographische Elemente, die das Buch bestimmen. Einen puren Lebenshilfe-Ratgeber sollte man nicht erwarten, obwohl es zwischendurch immer mal Ansätze dazu gibt. Dann gibt es für meinen Ratschlag sogar etwas zu viele Ratschläge.

„Rosarotes Glück - Setz doch mal die rosarote Brille auf“ ist ein provokanter Buchtitel, den ich anfangs skeptisch sah, doch nach Ende der Lektüre sehe ich das anders.
Ob man die rosarote Brille auf- oder absetzen soll, ist auch immer eine Frage der Situation. Die Autorin arbeitet den Konflikt zwischen Beurteilen und Verurteilen gut heraus. Auf jeden Fall sollte man die dunklen Wolken über den Kopf vertreiben.

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Ein Plädoyer für das positive
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ein intensives Buch

Genug von Louise Juhl Dalsgaard

Ein kurzer, intensiver Roman über eine junge Frau, die seit Jahren schwer an Anorexie leidet und behandelt wird.
Die Kapitel sind sehr kurz und wechseln sich ab zwischen Berichten über den Gesundheitszustand der Patientin und Aufzeichnungen der Protagonistin über verschiedene Stationen ihres Lebens und ihrer Erkrankung.

Die Berichte der Ärzte und Sozialberater zeigen deutlich, wie ernst ihr Zustand ist. Ihre eigenen Abschnitte zeigen, wie die Krankheit psychologisch begründet ist.
Dabei werden keine Schuldigen gesucht. Es geht mehr darum, wie die Betroffene empfindet, zum Beispiel die Dominanz des selbstbewussten Vaters. Die Familie wird übrigens sympathisch dargestellt, der fürsorgliche Bruder, die liebevollen Großeltern.

Die dänische Autorin Louise Juhl Dalsgaards hat ein realistisches Buch über den Zustand einer Frau mit Anorexie geschrieben. Das gab es zwar in der Literatur schon öfter, gerade in der Jugendliteratur, aber hier wird nichts verklärt.

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ein intensives Buch
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geschickt gemachter Roman

Die dritte Frau von Fleischhauer Wolfram

Was ich an diesem Roman auf Anhieb mag, sind der angenehme Stil und das leichte Spiel mit autofiktionalen Elementen. Dazu gehört dass der sensible Protagonist auch Schriftsteller ist und ein vergleichbares Buch wie Wolfram Fleischhauer geschrieben hat, dass sich auf ein Gemälde der Renaissancezeit bezieht.

Außer dem Kunstbezug haben mich auch die Beschreibungen der Abläufe im Literaturbetrieb sehr interessiert. Außerdem ist es spannend, wie der Erzähler immer mehr auf der Spur der historischen Ereignisse des 16.Jahrhunderts kommt. Da sind vielleicht sogar die Medici beteiligt. Und es geht um die Ermordung von Heinrich den vierten.
Als Leser ist man bald genauso gepackt wie der Schriftsteller, auch wenn nicht wirklich große Spannungselemente entstehen. Die Dramatik ist mehr eine innere in den Gefühlen des Erzzählers.
Wichtig ist die Begegnung mit Camille, die schließlich sehr intensiv wird.
Die Dialoge sind geschickt gemacht, weil sie oft von den Gedanken des Protagonisten begleitet werden.
Der Roman ist kein Reißer, aber sehr interessant.

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geschickt gemachter Roman
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Umfassendes Werk

Weber's Gasgrillbibel von Manuel Weyer


Ebers Gasgrillbibel ist, wie zu erwarten war, ein umfassendes Buch.
Ich bin nicht ganz der große Griller, viele Tipps gehen an mir vorbei und ich nehme es auch nicht so genau. Die Techniken erreichen mich als Amateur ohne Ambitionen nicht alle, streckenweise fühle ich mich überfordert. Aber eins wird klar: aufpassen muss man beim Grillen.

Ständig.
Was mich am Buch wirklich angelockt hatte, waren die Rezepte. Und es sind sehr viele!
In Kapitel 2 Rind und Kapitel 4 Geflügel sprechen mich einige an. Auch Gemüse auf dem Grill ist nicht schlecht,
Ich liebe Beef Burger. Quinoa Avocado Burger meide ich lieber.
Beim Grillen fasziniert mich das rauchige, also das Aroma am Fleisch, nicht in der Luft.
Im Abschnitt Rauch unter dem Deckel gibt es ein paar gute Tipps dazu.
Es gibt viele Fotos und Autor Manuel Weyer legt sich ziemlich ins Zeug, obwohl die persönliche Note nicht so offensichtlich ist. Fast fühlt man sich als Leser erschlagen und vermutlich ist es ein Buch, das sich bei Selten-Griller wie mir erst langfristig auszahlt.

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kompakt

Nur die Wahrheit rettet von Doris Reisinger; Christoph Röhl

Das Thema wird von Anfang an vorgegeben. Die Autoren Doris Reisinger und Christoph Röhl halten Ratzinger mit verantwortlich für ein System, das Missbrauch nicht verhinderte.
Kardinal Ratzinger und auch später als Papst Bendedikt hatte Verantwortung, der er ungenügend nachgekommen war. Er war ein konservativer und hat die Missbrauchsfälle dem ganzen Großen letztlich vermutlich untergeordnet.

Die katholische Kirche über allem. Es sollte alles intern bleiben. Fehlende Transparenz ermöglichte Vertuschung. Dabei hätte Ratzinger mehr tun können.

Doris Reisinger war selbst betroffene, Christoph Röhl ist der Regisseur des Films Verteidiger des Glaubens über Papst Benedikt.

Das Buch ist kompakt und eigentlich ganz gut zu lesen, obwohl das Thema so düster ist. Wer Papst Benedikt verehrt hat, wird nicht erfreut sein, da der Papst kommt nicht gut dabei weg. Es gibt jedoch auch Verteidiger Ratzingers, die dieses Buch ablehnen.
Ob und wie weit die Vorwürfe gerechtfertigt sind, kann ich als Leser nicht beurteilen, aber einige Zusammenhänge scheinen sehr schlüssig zu sein. Und ich nehme den Autoren den aufklärerischen Anspruch ab.

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Husserls Vermächtnis

Der Pater und der Philosoph von Toon Horsten

Wer sich nicht mit Philosophie auskennt, wird dennoch die Namen Nietzsche oder Heidegger kennen. Wer sich auch nur ein wenig mit Philosophie befasst hat, dem wird auch der Name Edmund Husserl ein Begriff sein. Er war ein Philosoph, geboren 1859, gestorben 1938, der viele andere beeinflusste, z.B. auch Martin Heidegger.

Dass das Hauptwerk des jüdischen Philosophen in Nazideutschland nicht vernichtet wurde, ist der Verdienst des flämischen Pater Van Breda und davon erzählt dieses Buch.

Streckenweise war es mir zu wenig Husserl, aber das änderte sich dann wieder als es um die Analyse der Beziehung zwischen Husserl und Martin Heidegger ging.
Schließlich entsteht das Husserl-Archiv unter der Leitung von Van Breda.

Toon Horsten hat die Leistung Van Bredas recherchiert und in diesem Buch auf spannende Art vermittelt.

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Die Zeit im Wald

Ein Stadtmensch im Wald von H.D. Walden

W.H.Walden ist das Pseudonym eines bekannten deutschen Schriftstellers. Wer das ist wird ganz am Ende des Buches verraten.
Das autobiografische Buch ist sehr zeitgenössisch, denn der Protagonist und Icherzähler entflieht der Corona-Gefahr indem er eine einsame Hütte im Wald aufsucht und da einige Wochen verbringt.

Alleine mit den Tieren. Nur an einem Wochenende besucht ihn mal seine Freundin, aber insgeheim ist er froh, dann wieder alleine zu sein. Zu seinen engsten Vertrauten werden die Tiere, insbesondere ein Waschbär, den er füttert und ein großer Igel. Dann gibt es noch einen räudigen Fuchs, die Vögel der Umgebung und Rehe.

Es ist eine leicht kuriose Art des Nature Writing, da der Stadtmensch so naiv und unvertraut mit dem Leben im Wald ist. So hat er viel zu lernen und wir Leser begleiten ihn dabei. Die Zuneigung für die Umgebung und die Tiere ist leicht zu teilen.

Die Kunst des Buches ist es, die Gefühlslage des Erzählers nachvollziehbar zu machen und dass man seine Erfahrungen so hautnah teilen kann. Daher halte ich das Buch für sehr gelungen und es hat viel Spaß gemacht, es zu lesen.

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Die Zeit im Wald