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Rezensionen von yellowdog:

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Heleens Monolog

Die Beichte einer Nacht von Marianne Philips

Die Beichte einer Nacht ist ein Buch aus den Niederlanden, dass schon älter ist.
Der Roman ist als Monolog gestaltet. Die in einer Nervenanstalt sitzende Patientin Heleen spricht zur Nachtschwester aber eigentlich mehr zu sich selbst. Sie ist aufgewühlt und erzählt ihre ganze Lebensgeschichte schon ab Kindheit.

Das war eine schwierige Kindheit und Jugend in einer kinderreichen Familie. Auch als sie von zu Hause wegging war es nicht einfach, aber sie kann sich durchsetzen und steigt beruflich auf. Als sie heiratet nimmt sie nach dem Tod ihrer Mutter ihre kleine Schwester zu sich.

Durch die Form entsteht ein eigenständiger Ton und man ist als Leser dicht an der Figur. Das ist aif die Dauer aber auch nicht einfach.

Man spürt eigentlich kaum, dass das Buch schon von 1930 stammt.
Den Roman gibt es auch als Hörbuch, gelesen von Anna-Lena Zühlke. Das ist eine gute Alternative, da die Erzählstimme durch eine Sprecherin hervorragend übertragen werden kann.

Marianne Philips war mir bisher unbekannt, aber sie ist eine Entdeckung wert.

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Heleens Monolog
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Krimi in Kalifornien der fünfziger Jahre

In Aufruhr von Inga Vesper

nga Vesper hat mit „In Aufruhr“ einen intelligenten, lesenswerten Roman geschrieben.

Es gibt einen Krimiplot, aber der dient in erster Linie dazu ein Gesellschafts- und Zeitporträt Kaliforniens, USA in den fünfziger Jahren zu zeigen.

Die Ehefrau und junge Mutter Joyce ist verschwunden, nur ein großer Blutfleck im Haus ist verblieben.

Ihre schwarze Putzfrau Ruby findet ihn und wird zu Anfang erst einmal verhaftet, doch der ermittelnde Police-Detective Mick setzt sich für sie ein.

Die Perspektiven wechseln in den Kapitel zwischen den Protagoniste Joyce, Ruby und Mick, der den Fall untersucht.

Das ist eine gute Konstellation und funktioniert erzählerisch ausgezeichnet.
Dadurch werden auch die unterschiedlichen Lebensumstände und -bedingungen deutlich gezeigt.

Mick und Ruby tasten sich an die Hintergründe des Falls heran, aber richtig dramatisch wird es nicht. Die Handlung ist nicht unbedingt reißerisch spannungsorientiert angeleg. Das sollte sich der Leser bewusst sein. Sehr wohl gibt es aber Rätsel und dunkle Geheimnisse von Relevanz.

Mich hat das Buch sehr angesprochen.

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Krimi in Kalifornien der fünfziger Jahre
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Familientreffen in Norwegen

Erwachsene Menschen von Marie Aubert

Der Roman ist aus dem Norwegischen übersetzt und strahlt schon vom Cover eine gewisse Ruhe aus. Doch bald merkt man, dass es gewisse Spannungen im Hintergrund gibt.

Die 40jährige Ida reist zu einem Familientreffen an und dort treten unterschiedliche Empfindlichkeiten zu Tage. Insbesondere mit ihrer Schwester Marthe kommt es zum Konflikt.

Marthe und ihr Mann Kristoffer bekommen ein Kind und die alleinstehende Ida fühlt sich zurückgesetzt. So war es auch in ihrer gemeinsamen Kindheit und Jugend schon manchmal gewesen. Ida beschließt, Marthes Glück empfindlich zu stören.

Marie Auberts Stil und der Persönlichkeit ihrer zwiespältige Protagonistin Ida sprechen mich sofrot an. Auch die Art, wie sie die Figuren anlegt. Es wird genau gezeigt, wie Empfindungen und Wahrnehmungen entstehen.

Der Roman hat Witz und eine leicht ironische Schärfe, die ich schätze.

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Familientreffen in Norwegen
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Moonlight Bay Romanze

Erwachsene Menschen von Marie Aubert

Der Plot hat eine gewisse Komik, obwohl er natürlich auch einem Genre-Schema folgt. Leider etwas zu starr.
Es gibt viel Kleinstadtcharme.Es gibt ein paar Beschreibungen der kanadischen Landschaft, aber das hätte für meinen Geschmack noch detaillierter sein können.

Eve Abbott erbt das Inn ihrer Tante Lucille und möchte es eigentlich schnell verkaufen, aber irgendwie erwarten alle Einwohner von Moonflower Bay, dass sie das Mermaid Inn wieder eröffnet.

Dann gibt es noch die Vergangenheit mit ihrem Jugendfreund Sawyer Collins, der jetzt Polizeichef ist. Vor 10 Jahren haben sie sich getrennt. Die Gefühle der beiden zueinander sind noch lebendig.
Tatsächlich reagieren sie so, als wäre alles erst kurz her. Dabei sollte man denken, dass sich in 10 Jahren viel verändert. In dem Punkt ist der Roman vielleicht nicht sehr realistisch.

Sie beginnen langsam wieder Freunde und vielleicht mehr zu werden. Zusammen mit Sawyers jüngerer Schwester Clare, die er praktisch alleine groß gezoen hat, werden sie fast eine kleine Familie. Doch da ist auch noch Eves geplante Abreise nach Toronto.
Jenny Holiday zeigt sowohl Eves als auch Sawyers Gefühlswelt.
Fazit: Es ist ein konventioneller, perfekt gestalteter Roman für Freunde des Genres.

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Überfrachteter Kurzroman

Jagdtrophäen und Liebe, damit begann es von Uwe Schramm

Der Kurzroman verspricht vom Cover- und Klappentext so einiges, ist aber leider thematisch überfrachtet. Erschwerend kommt hinzu, dass die einzlenen Themen nicht wirklich literarisch verarbeitet sondern mehr als Bericht hintereinander aufgereiht werden.
Meine Hoffnung, dass die afrikanische Natur- und Tierwelt auch eine Rolle spielen würde, wie es in Uwe Schramms früheren Buch Sana der Fall war, hat sich leider nicht erfüllt.

Mit den Dialogen gibt es auch Probleme. Wie die Figuren miteinander sprechen ist nicht eealistisch. Es kommt mir so vor, als könnte sich der Autor nicht in die Gefühlswelt seiner Figuren einfühlen.

Der Autor sollte sich überlegen, ob er nicht eine erweiterte Fassung herausbringen kann, um der Themenflut gerecht zu werden.

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Harlem Renaissance

Die Hochzeit von Dorothy West

In letzter Zeit werden häufig ältere Romane neuentdeckt. Manche sind echte Perlen, andere eher überflüssig. Die Hochzeit von der Bostoner Autorin Dorothy West ist irgendwo dazwischen. Zu den Figuren blieb leider eine Distanz.
Thematisch ist der Roman relevant und auch mit einigen guten Passagen versehen, doch kommt es mir literarisch sehr zurückhaltend vor und konnte mich nicht begeistern.

Es ist nicht unbedingt James Baldwin-Niveau.
Zu loben sind aber die Detalilliertheit und die präzisen Beschreibungen.

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Hunde-Episoden

Meine Jahre mit den Hunden von Susanna Maria Rossmann

Der Untertitel „Aus dem Leben einer Hundesitterin“ verrät schon, dass das Buch aus eigenen Erfahru.ngen schöpft. Es sind einige kurze Episoden, in der die Autorin Susanna Maria Rossmann immer wieder verschiedene Hunde in Pflege nimmt. Zum Teil dann, wenn die Besitzer in Urlaub fliegen und den Hund nicht mitnehmen können, manchmal auch aus anderen Gründen.

Die einzelnen Geschichten zeigen verschiedene Erlebnisse dar, denn kein Hund ist wie der andere.
Da gibt es den furchtlosen Rottweiler oder einen schon alten, kranken Hund.
Es gibt kleine und große, einmal auch eine gestörte Hündin, aber überwiegend sympathische Hunde.

Auf eine relevante Rahmenhandlung wird verzichtet, so sind die Hunde immer im Mittelpunkt. Es gibt detaillierte Berichte über die Umstände und Eigenheiten der Hunde.
Potentielle Leser dieses Buches sollten also auch wirklich an Hunden interessiert sein.

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Beklemmendes Psychodrama

Girl A von Abigail Dean

Der Roman wird aus Perspektive einer Überlebenden erzählt. Alexandra, genannt Lex, ist dem Elternhaus entkommen, in dem die Kinder in grausamer Gefangenschaft gehalten wurde. Einige Kinder wurde sogar angekettet. Gewalt und Hunger und Dreck ist ihr Alltag.

Erzählt wird ihr Schicksal aus Sicht von Lex, aber jedes Kapitel stellt eines der Kinder in den Vordergrund.

Erzählt wird aus der Distanz von ca. 15 Jahren, mit der erwachsenen Lex.

Abigail Dean hat den Sxchwerpunkt auf die psychologischen Momente gelegt. Lex ist nur nach außen hin gelassen, die damaligen Situation wurde nach dem Tod der Mutter im Gefängnis wieder neu in ihrem Gedächtnis geweckt. Im Verlaufe der Handlung wird immer mehr von den teilweise schockierenden Geschehnissen enthüllt und es folgt auch noch eine Überraschung.

Für mich ist das Buch ein Psychodrama, das sich auch gut zur Verfilmung eignet.

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Beklemmendes Psychodrama
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Ernste Handlung

Liebe auch an Regentagen von Robyn Carr

Robyn Carr wurde zuletzt durch ihre Virgin River-Reihe, die auch verfilmt wurde, in Deutschland sehr bekannt. Liebe auch an Regentagen ist kein Teil dieser Reihe und hat einen ganz anderen Erzählton, aber es gibt durchaus ein paar Gemeinsamkeiten, zum Beispiel das Thema Gewalt in der Ehe.
Lauren verlässt ihren aggressiven Ehemann, der kurze zeit später sogar gewalttätig gegen sie wird.

Ich bin erleichtert, dass dieser Vorfall in diesem Roman nicht leichtfertig eingesetzt wird sondern realistisch in all der Konsequent behandelt werden.
Einen Freund findet Lauren in Beau, der selbst in einer schweren Trennung und Scheidung steht. Mit ihm erlebt sie eine positivere Beziehung.
Die Liebesgeschichte fand ich aber schwach, weil sie so im Schatten der Trennungsthematik steht. Auch einige der Nebenfiguren sind zu schematisch, wenn nicht sogar oberflächlich gehalten. Gut gemacht sind aber die Passagen mit Lauren und ihren Töchtern, die von der Trennung natürlich auch betroffen sind.
Den deutschen Titel halte ich für irreführend. Manche Leser werden daher vielleicht etwas bekommen, was sie nicht erwartet hatten. Der Originaltitel The View from Alameda Island ist da neutraler.

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Kurzprosa

Fern von hier von Adelheid Duvanel

Sämtliche Erzählungen. Das bedeutet fast 800 Seiten, die man selbstverständlich nicht von vorne bis hinten komplett durchliest sondern erst einmal eine Auswahl trifft. Es ist ein Buch für nicht nur ein paar Stunden, durch das man eine originelle Schweizer Autorin kennen lernt. Adelheid Duvanel lebte von 1936 bis 1996.

Das Buch enthält außerdem ein Essays zur Poetik Adelheid Duvanels.

Die Erzählungen sind überaus eigen und originell.
Es sind alles kurze Erzählungen, oft nur eine oder einige Seiten lang. Ist doch einmal eine länger, wie z.B. die letzte Story „Jan“ ist diese in sich noch mehrfach unterteilt.

Schon mit der ersten Geschichte „Der Dichter“ wird eine bildhafte Sprache deutlich. Da spaziert der Protagonist mit seiner Hündin, die auf genau die gleiche weise hinkt wie er, durch die Vorstadt.
Häslein in der Grube zeigt ein 15jährigs Mädchen, das Häslein genannt wird, und so hoppelt sie durch die Straßen.
Ein krankes Mädchen wird Meerschweinchen genannt und trägt tatsächlich gewisse Züge dieses Tieres, wie eine hochgezogene Lippe und Schnüffeln.
Besonders gelungen halte ich die Geschichten, die von Kindern oder jungen Frauen erzählt, die sozial im Abseits stehen (Catalina, Taddea, Sabel, Das Kind, Katja, und andere).

Immer ist der Schmerz der ausgegrenzten Figuren erkennbar und als Leser kann man sich dem nicht entziehen.

Man muss dem Verlag dankbar für diese Leistung mit diesem Buch sein. Es ermöglicht eine große Entdeckung und die Begegnung mit einer außergewöhnlichen Autorin.

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Kurzprosa