Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yellowdog:
Geschichte schreiben
Lady Churchill von Benedict Marie
Lady Churchill von Marie Benedict ist nach Frau Einstein der zweite Band der Reihe Starke Frauen im Schatten der Weltgeschichte. Er ist vollkommen eigenständig.
Indem die amerikanische Schriftstellerin Marie Benedict über Clementine, die spätere Lady Churchill schreibt wirft sie einen anderen Blickwinkel auf Winston Churchill.
Einer von außen, aber sehr privat und zugeneigt.
1908 heiratet Clementine Winston Churchill in London.
Clementine ist eine intelligente Frau. Man kann ihren Gedanken folgen, die sich auch welt- und gesellschaftspolitische Themen widmen. Sie ist auch engagiert, z.B. für das Frauenwahlrecht und natürlich bei Churchills Wahlkämpfen. Clementine ist eine mutige, entschlossene Frau. Möglicherweise ist ihre Rolle hier in den Entscheidungen Churchills aber doch leicht überzogen.
Die Handlung ist nicht ohne Pathos und über Jahrzehnte angelegt, die auch die zwei Weltkriege umfassen.
Es ist also teilweise auch ein patriotisches Zeitporträt Englands, dass die Autorin sprachlich sanft, aber ansprechend malt.
Langzeitbelichtung
Michael Wesely von Michael Wesely
Das Projekt Neue Nationalgalerie Berlin in Langzeitbelichtung von Fotograf Michael Wesley ist schon faszinierend. Zum einen, weil es über einen langen Zeitraum von mehreren Jahren angelegt war und zum anderen, weil Michael Wesel aus einem Umbau einen künstlerischen Aspekt abgewinnt.
Bei den einleitendem Text „Spuren der Verwandlung“ von Joachim Jäger zum Werk des Künstlers leuchtet mir der Vergleich zur Musik von John Cage ein.
Erwähnenswert ist auch der abschließende Text „Der Fotograf ist abwesend“ von Thomas Weski.
Die Texte im Buch sind zweisprachig gehalten (Deutsch/Englisch)
Von Pferden und Hunden
Alles, was passieren wird von Katharina Hacker
Katharina Hacker, die 2006 den Deutschen Buchpreis gewann, hat jetzt ein hervorragendes Jugendbuch geschrieben. „Alles, was passieren wird“, erschienen bei Fischer Sauerländer. Es zeigt ein Mädchen in Nöten, deren Mutter gestorben ist und deren Vater ihr keinen Halt geben kann. Sie sind finanziell schlecht gestellt und müssen in eine billigere Wohnung umziehen.
Man kann Iris Gefühlswelt kennen lernen und ihre Probleme.
Iris Liebe gilt den Tieren, besonders der Schimmelstute Bellina und den Hunden Werwolf und Waswolf. So gibt es einige Passagen auf einem Pferdegestüt, in das Iris sich flüchtet. Hier kümmert sie sich intensiv um die Stute und das hilft auch ihr.
Der Beginn der Kirschblütenzeit
Das Geschenk eines Regentages von Makoto Shinkai; Naruki Nagakawa
Das Geschenk eines Regentages ist ein schönes Buch für Katzenliebhaber und es handelt in Japan.
Die Protagonistin Miyu findet einen ausgesetzten Kater in einer Schachtel während eines Regentages und nimmt ihn bei sich auf. Chibo, der Kater ist ebenso wie die menschliche Hauptfigur Erzähler der Geschichte.
Die Zuneigung zwischen Mensch und Tier ist deswegen besonders greifbar.
Weitere Katzen und Menschen aus der Nachbarschaft werden eingeführt, wie in einem Reigen.
Das Buch ist sehr angenehm geschrieben und gut lesbar. Für uns Leser ist dieser Roman von Makoto Shinkai und Naruki Nagakawa das Geschenk!
Coming-of-Age einer amerikanischen Muslima
Wie du mich siehst von Tahereh Mafi
Wie du mich siehst ist ein US-amerikanischen Jugendbuch mit Coming-of-Age-Elementen und der Besonderheit, dass eine junge Muslima an einer amerikanischen Schule im Mittelpunkt steht. Shirin ist eine großartig gemachte und starke Figur, die mit ihren Gedanken und Emotionen den Roman ganz und gar trägt.
Dabei bleibt sie doch realistisch.
Aufgrund vieler negativer Erfahrungen am mehreren Schulen hat sie viel Wut in sich und bleibt lieber für sich. Sie trägt Kopftuch, das macht sie zur Exotin, dabei ist sie sonst eine typische amerikanische Jugendliche, die sich für Mode und Breakdance interessiert. Als sie und die Basketball-Nachwuchshoffung Ocaen sich ineinander verlieben, eskaliert die öffentliche Stimmung an der Schule gegen das Paar.
Die in den USA geborene Schriftstellerin Tahereh Mafi hat iranische Wurzeln und kann wirklich schreiben und die verschiedenen situativen Stadien in Shirins Leben nachvollziehbar darstellen.
eigenwilliger Roman
Ein finsterheller Tag von David Almond
Davie ist ein Junge, dessen Vater vor kurzen gestorben ist. An einem heißen Sommermorgen macht er sich auf die Wanderung durch die Umgebung. Dabei sieht er einen toten Jungen und glaubt den Mörder zu kennen.
Es gibt auf Davies Wanderschaft einige surreale Momente.
Der Zauber dieses Young Adult-Romans aus England liegt in Davies Wahrnehmung, sein spezifischer Blickwinkel.
Es ist ein eigenwilliges Buch. Sicher nicht für jeden etwas, da die Sprache hier mehr die Hauptrolle spielt als die Handlung.
Spaziergang einer Künstlerin durch London
Blütenschatten von Annalena McAfee
Blütenschatten ist interessanterweise im Künstlermilieu in London angesiedelt und hat mit der sechzigjährigen Malerin Eve Laing eine leicht exzentrische Protagonistin. Ihre Gemälde sind außergewöhnlich und sie ist erfolgreich.
Ich finde das Buch reichlich britisch, in dem Sinne, dass die Protagonisten zurückhaltend und verschlossen sind.
Daher hatte ich lange auch Schwierigkeiten, zur Hauptfigur Eve richtig Zugang zu finden.
Zentral in der Handlung ist Eves Weg durch viele Orte in London, immer wieder unterbrochen von Erinnerungen..
Die Liebe zum Detail bei Eves Beobachtungen hat mir gefallen. Manche ihrer Überlegungen sind überwiegend negativ geprägt, besonders ihre Eifersucht auf den Erfolg einer anderen Künstlerin.
Am Ende hat man durch die Beschreibungen der außergewöhnlichen Gemälde und Konzeptkunst einen faszinierenden Einblick in die Welt der Kunst getan.
Das im Roman erwähnte Klavierstück In a Landscape von John Cage versinnbildlicht sehr schön, die schwebende Ruhe von Annalena MvAfees Stil. Es sind Wellen von besinnlichen Sätzen, die aufbranden und sich wieder zurückziehen.
Culinary Arts
Soul Food von Elizabeth Acevedo
Elizabeth Acevedos erster Roman Poet X war sehr stark, daher habe ich mich auf dieses neue Buch gefreut und wurde nicht enttäuscht.
Emoni ist eine Schülerin im letzten Jahr in Philadelphia.
Sie ist bereits eine Mutter und kümmert sich mit Hilfe ihrer Großmutter, bei der sie lebt, um Babygirl.
Emonis Leidenschaft ist das Kochen, dabei ist sie talentiert und kreativ.
Das Wahlfach Culinary-Arts-Kurs ist eine Chance für sie, bei dem auch eine Reise nach Spanien dazugehört.
Man erfährt in diesem sehr lesenswerten Buch viel vom Alltag, den Schwierigkeiten und Hoffnungen einer Schülerin und jungen Mutter in den USA mit Wurzeln aus Puerto Rico.
Liebenswerter Roman
Möwensommer von Lotte Römer
Der Roman Möwensommer ist natürlich ein wenig weichgespült, aber ich denke, die Leser wissen genau, worauf sie sich einlassen und wollen genau dieses entspannende Lesemoment. Schon das schön gemalte Cover deutet Stand- und Sommer-Feeling an.
Lina lebt auf Norderney, mag das Inselleben und arbeitet als Floristin.
Ihr Beruf ist auch ihre Leidenschaft. Dennoch ist sie leicht wehmütig. Sie sehnt sich nach Liebe und einer festen Beziehung, ist jedoch zu zurückhaltend veranlagt. Ihr guter Freund Mattis ist mehr Kumpel als Lover, obwohl sie Gefühle für ihn hat.
Das könnte sich ändern, als mit Bent ein neuer Mann auf die Insel zieht, der Interesse an Lina zeigt.
Ich mag an dem Roman, dass er Humor hat, aber nicht albern wird. Amüsante Szenen werden nicht übertrieben geschildert, auf Knalleffekte wird weitgehend verzichtet.
Lotte Römer weiß, wie sie eine Handlung geschickt gestaltet und als Leser folgt man der emotionalen, sympathischen Lina gerne.
Viel Wortwitz
Irgendwo ist immer irgendwer verliebt von Jenn McKinlay
Der Anfang des Romans mit dem Dialog zwischen der Protagonistin Chelsea und ihrem Vater ist witzig. Sie ist schockiert, dass ihr Vater wieder heiraten will.
Doch schließlich erkennt sie, dass sie auch mal wieder etwas für sich tun muss und nicht nur Arbeiten. Sie nimmt sich eine berufliche Auszeit und verreist.
Auch später gibt es viel Wortwitz, Das konzentriert sich zunehmend auf die Dialoge zwischen ihr und ihrem Kollegen/Konkurrenten. Mit der Zeit haben mich die gegenseitigen Frotzeleien aber etwas genervt. Neben den Spitzen Bemerkungen, die sie austauschen, gibt es aber auch eine gewisse Anziehungskraft.
Das Buch driftet zu sehr in Richtung Frauenunterhaltung mit Chicklitanleihen. Dafür bin ich nicht so ganz das richtige Zielpublikum. Dennoch erkenne, dass der Roman „Irgendwo ist immer irgendwer verliebt“ für sein Genre einige Qualitäten hat.











