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Rezensionen von yellowdog:

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Chih von den Singenden Hügeln

The Empress of Salt and Fortune (Die Chroniken von Chih) von Nghi Vo

Die preisgekrönte Novelle ist im alten China angesiedelt und zeichnet sich durch Sprachwitz und einer ausgeklügelten Erzählweise aus. Es wird der Geschichte einer Kaiserin nachgespürt. Dabei sind die Figuen originell angelegt. Der Kleriker Chih und sein frecher sprechender Wiedehopf Fast Brillant treffen auf eine alte Frau namens Kaninchen, die die Dienerin der Kaiserin war und deren Geschichte wiedergibt.

Die Novelle ist raffiniert gemacht und weitere Teile werden erscheinen, denn es wurde eine Reihe daraus gemacht.

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Chih von den Singenden Hügeln
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Die Parabel von Al Pacino

Der letzte Sommer der Tauben von Abbas Khider

Einige Bücher habe ich schon von Abbas Khider gelesen und Der letzte Sommer der Tauben gehört zu seinen besten.
Wichtig ist die Wahl der Hauptfigur. Der 14jährige Noah ist kein Kind mehr, auch noch nicht erwachsen, dabei aber ein guter Beobachter.

Noah hat ein besonders gutes Verhältnis zu seinem Onkel Ali, ein humorvoller Mann, der die Freiheit liebt.

Beide teilen sie auch die Liebe zu den Tauben, die sie züchten.

Jetzt aber ändert sich alles im Land, als ein Kalifat errichtet wird und alles, was bisher gut und erfreulich war, wird jetzt verboten.
Noahs Vater, der Kleidungsgeschäft hat, darf keine modischen Sachen mehr verkaufen. Das Café vom Onkel muss schließen. Alkohol, Tanz und Kartenspiele sind verboten. Frauen dürfen nicht mehr arbeiten und müssen sich verhüllen.

Onkel Ali wird schließlich als Oppositioneller verdächtigt und muss verschwinden. Auch Noah gerät in Gefahr.

Der Roman schildert viele düster Begebenheiten, ist aber aufgrund des lebendigen Tonfalls von Abbas Khider nicht hoffnungslos.

Ein großartiger Roman!

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Die Parabel von Al Pacino
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Bo und Sixten

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén

Wenn die Kraniche nach Süden ziehen ist ein sensibel erzählter Roman über das Altern und das Abschiednehmen.
Der 89jährige Bo lebt in Schweden zusammen mit seinem Hund Sixten, den er sehr liebt. Doch sein Sohn Hans will den Hund weggeben, da er glaubt, der körperlich eingeschränkte Bo könnte sich nicht mehr um ihn kümmern.

Bo ist damit keineswegs einverstanden. Obwohl Bo und Hans im Clinch liegen, spürt man die Zuneigung der beiden. Es ist kein klischeehafter Roman, die Beziehung zwischen Vater und Sohn ist komplex.
Die Autorin Lisa Ridzén gestaltet ihren Roman geschickt. Öfter gehen Bos Gedanken zurück in die Vergangenheit, als er selbst ein Junge war.
Zwischen den Kapiteln gibt es kurze Aufzeichnungen des Pflegepersonals, die täglich zu Bo kommen. Damit wird allmählich auch dokumentiert, wie Bo schwächer wird.
Es ist ein Buch, dass man mit Anteilnahme liest.

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Bo und Sixten
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Die Oma und der Syrer

Walküre von Daniel Zipfel

Und wieder ein Buch aus dem traditionsreichen Leykam-Verlag, das sehr empfehlenswert ist. Ein Roman mit interessante, relevanten Themen.
Unser zögerlicher Protagonist Benjamin ist Rechtsberater für Flüchtlinge, kein leichter Job, vor allen psychisch sind die vielen Schicksale belastend.
Er ist gerade dabei, seine leicht demente, aber willensstarke Oma aus Deutschland nach Wien zu holen.

Die alte Dame hat eine fragwürdige politische Vergangenheit. Sie ist die titelgebende Walküre.
Auch beruflich hat er einen schwierigen Fall. Einem Syrer, der für den Verein auch dolmetscht, werden Kriegsverbrechen in Syrien vorgeworfen. Für Benjamin ist das nicht einfach. Die Vorwürfe könnten haltlos sein, aber den Aufenthaltsstatus gefährden. Außerdem versteht sich der Syrier, ein älterer Herr, sehr gut mit seiner Oma.
Man ist dicht am Icherzähler und kann seine Gefühlslage gut verstehen.
Benjamin Zipfel schafft es, die harten Themen mit Leichtigkeit gut zu transportieren, ohne etwas zu verharmlosen.

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Die Oma und der Syrer
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Die Prosa der Ursula März

Mein gelber Pullover von Ursula März

Ursula März, die bedeutende Literaturkritikerin, hat mit Kurzprosa und ihrem Roman Tante Martl den Weg zur Schriftstellerin geschafft. Doch dann musste man lange warte, bis jetzt Mein gelber Pullover da ist.
Das Buch erzählt vom Aufwachsen eines Mädchens in den sechziger Jahren. Da wird das Lebensgefühl authentisch dargestellt, so jedenfalls mein Gefühl und vermutlich ist da viel auch autobiografisch.

Ich finde es sehr glaubhaft.
Es wird episodenhaft erzählt und nicht chronologisch. Geht es in vielen Kapiteln um das Mädchen, ihrer Eltern und der wilden Nachbarsfreundin, wechselt es dann schnell zu der jungen Frau und dann zur Frau mit Tochter.
Ursula März hat einen passenden Ton für ihr Buch gefunden.
Für mich sehr überzeugend gemacht!

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Die Prosa der Ursula März
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Die aktuelle Sicherheitslage

Wer verteidigt Europa? von Jana Puglierin

Jana Puglierin ist eine anerkannte Sicherheitsexpertin, die es schafft in ihrem Buch Wer verteidigt Europa die aktuelle Situation bezüglich der Gefahr, die von Russland ausgeht, zu analysieren und Zusammenhänge herzustellen.

Es liest Janna Ambrosy und ihre Stimme ist gut geeignet für dieses Buch.

Das ermöglicht ein entspanntes Hören.

Jana Puglierin ist Mitglied des Think Tanks European Council on Foreign Relations. Sie ist in der Lage exakt zu formulieren.
Sie spricht über die Kriegsgefahr Russlands, Zusammenhänge zu China und USA sowie der Lage Europas. Die Rolle Deutschlands ist das abschließende Thema.

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Nantucket

Eine Geschichte der Sehnsucht von Ben Shattuck

Wer Ben Shattucks Erfolgsbuch Die Geschichte des Klangs kennt, wird sich auch in diesem Buch gleich zu Hause fühlen, denn es kommt aus der gleichen Ursprungsquelle und hat eine vergleichbare Struktur. Zwei Kapitel, die wie eigenständige Erzählungen wirken und doch durch ein Element und dem Schauplatz miteinander verbunden sind.

Eins der Kapitel ist in der Vergangenheit und eins in der Gegenwart angesiedelt. Shattuck schreibt sorgfältig und erzeugt eine leicht melancholische Atmosphäre.
Mir persönlich hatte Die Geschichte des Klangs noch besser gefallen, aber auch das neue Buch ist sehr lesenswert.

Das Buch ist so kurz, dass man als Leser das Gefühl hat, nicht „satt“ gworden zu sein, aber dafür taugt dieses Buch mehr als einmal gelesen zu werden.

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Die Rolle der Journalistin

Erzählen, was ist von Katrin Eigendorf

Katrin Eigendorf zählt zu den Journalistinnen, deren berichte ich aufgrund der Glaubwürdigkeit und Konsequenz besonders schätze.
Nach einem kurzen Einblick in ihren beruflichen Werdegang, z.B. ihre Zeit in den 1990ziger Jahren in Russland, führt sie uns an die Brennpunkte, von denen aus sie berichtet: Afghanistan, Israel, Ukraine.

Sie zeigt auch Entwicklungen, da sie öfter dort war und in größeren Zeitabständen berichtete.

Interessant sind auch die Passagen, in denen die Autorin die Rolle des Journalismus diskutiert. Kann man immer Distanz halten, neutral sein? Katrin Eigendorf kann nicht vorgeben, unbeteiligt zu sein. Sie will ihre Haltung zu Unrecht nicht verleugnen. Aber sie strebt nach Allgemeingültigen. Sie schlüpft nicht in die Rolle einer Aktivistin.
Katrin Eigendorfs Haltung imponiert mir. Da sie nicht gleichgültig bleibt, berühren einen die Berichte, z.B. die Situation der Frauen in Afghanistan, die alle ihre Rechte verloren haben, umso mehr.

Katrin Eigendorf nutzt die Möglichkeiten der Textform, die ein Buch gegenüber einem journalistischen Film besitzt und erweitert somit ein weiteres Mal ihr Werk.

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Die Rolle der Journalistin
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Marie ist tot

Gromzell von Dirk Bernemann

Einen Heimatroman lese ich sehr selten. Dieser hier ist ein sehr düsterer.
Gromzell ist ein Ort, in dem 1086 Menschen leben. Maria, die mit 108 älteste, ist gerade gestorben. Das bringt das Dorf aus der Ruhe und bewirkt eine Reihe von Eskalationen. Der Tod scheint allgegenwärtig.
Es ist ein kurzer, dichter Roman.

Dirk Bernemann setzt auf symbolträchtige Elemente, z.B. der große schwarze Vogel. Vielleicht braucht es einen Gewaltausbruch, damit das Dorf wieder zur Ruhe kommt.
Dirk Bernemann enttäuscht seine Leser nicht.

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Marie ist tot
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Auf dem Schwebebalken

Die Routinen von Son Lewandowski

Die Routinen ist ein Roman, der in mehreren Ebenen handelt.
Es spielt nicht nur 2023 sondern auch in Passagen in der Vergangenheit, die bis in die sechziger und siebziger Jahre zurückgeht.
Im Mittelpunkt die erfahrene Turnerin Amik, die sich bis zu ihren Anfängen zurückerinnert und oft aus einem Kollektiv heraus erzählt.

Ihre junge Kollegin ist Izzy. Ihr harter Trainer ist Wolf.
Die Passagen der Vergangenheit mit den Wettkämpfen haben dokumentarischen Charakter.

Man taucht in diesem Buch tief ein in die Welt des Turnens als Leistungsport.
Es zeigt die jungen Turnerinen in verschiedenen Phasen. Es wird gezeigt, wie das spielerische Moment des Turnens durch die routinemäßgen Wiederholungen zu sportlicher Leistung wird.
Thema ist auch der Drill, die harten Methoden, dem Verlust von Kindheit und sogar Missbrauch.

Es ist ein Buch, dass den Leser packt.
Nur dadurch, dass die Autorin ihre spezielle Form des Erzählens gefunden hat, lässt sich der Stoff in seiner ganzen Komplexität darstellen.

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Auf dem Schwebebalken