Kunden em pfehlungen
Rezensionen von niknak:
Weihnachten bei Vampiren
Untot lebt sichs auch ganz gut! von Mary Janice Davidson
Inhalt:
(Klappentext)
Selbst die Untoten feiern Weihnachten, und Betsy kann endlich wieder ihrer Lieblingsbeschäftigung frönen: Einkaufen! Da erhält sie eine Warnung von Detektiv Nick Berry, dass ein Serienmörder in der Gegend sein Unwesen treibt. Betsy entspricht genau seinem Typ. Doch was kann ein Serienmörder einer Untoten schon anhaben?
Mein Kommentar:
Nachdem ich bereits vom dritten Teil dieser Reihe nicht mehr so ganz überzeugt war, konnte mich auch dieser nicht mehr überzeugen.
Die Reihe nimmt, meiner Meinung nach, von Band zu Band ab und wird immer schlechter.
Der Schreibstil ist nicht mehr so witzig und spritzig wie zu Beginn. Vielleicht hat man sich auch einfach bereits zu sehr daran gewöhnt.
Das Hochzeitsthema von Betsy und Sinclair wird, für mich persönlich, viel zu sehr in die Länge gezogen. Im Allgemeinen finde ich, dass es in der Beziehung der beiden viel zu viele unnötigen Tiefs gibt.
Im Buch kommen die Protagonisten auf einmal drauf, dass Laura nicht immer die nette, kleine, unschuldige Katholikin ist, die sie immer spielt. Surprise, surprise! Sie ist immerhin auch die Tochter des Teufels.
Ich habe das Gefühl, dass die Autorin die Serie noch lange nicht zu Ende haben wollte und deshalb den gesamten Plot unnötig in die Länge zieht. Dieses Buch ist vorallem ziemlich kurz und dementsprechend auch sehr schnell gelesen.
Mein Fazit:
Mich konnte dieser Band gar nicht überzeugen. Deswegen werde ich auch die weiteren Teile nicht mehr lesen. Eventuell werde ich der Reihe, zu einem späteren Zeitpunkt, noch einmal eine Chance geben. Bin jedoch noch ein wenig unentschlossen.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von StefanieFreigericht:
Hesekiel 18,20
Untot lebt sichs auch ganz gut! von Mary Janice Davidson
P.S. Das findet der interessierte Leser entschlüsselt in der Bibel ;-)
"Fassungslos sah Keunert, wie der Polizeipfarrer in die Tiefe stürzte, wie er mit den Armen ruderte und, nach einem viel zu langen Fall, aufrecht und mit den Füßen voran die dunkle Oberfläche des Flusses zum Platzen brachte.
Keunert keuchte. "So ein Arschloch!"
Dann sprang er hinterher."
Eigentlich haben Polizeipfarrer Martin Bauer und Polizeimeister Walter Keunert einiges gemeinsam - beide sind verheiratet, haben ein 15-jähriges Kind. Doch gegen den Polizisten wird ermittelt wegen Bestechlichkeit; er will von der Rheinbrücke aus Selbstmord begehen. Und deshalb provoziert ihn Pfarrer Bauer, wird selbst zum Hilfsbedürftigen für Keunert und dessen langjährige Polizei-Instinkte - er springt von der Brücke, um sich retten zu lassen von ihm. Bald danach wird dessen Leiche gefunden. Und Bauer fühlt sich schuldig - schuldig, weil er Keunert für zu wütend und zu ängstlich für einen weiteren Selbstmordversuch hielt, und in der Schuld stehend gegenüber dessen Sohn in all dessen Verzweiflung.
Mir gefiel das Ermittlerduo des Buches aus Polizeipfarrer, im Einsatz für Täter, Opfer, Ermittler, und Polizistin Verena Dorn. Das ist zum einen schlicht mal eine andere Idee und birgt zum anderen verschiedene realistische Chancen für die Handlung: der Polizeipfarrer hat zwar gewisse Möglichkeiten innerhalb des "Systems", unterliegt aber weniger den Beschränkungen des Polizeiapparates. Außerdem nutzen die beiden Autoren sehr geschickt die Zwickmühlen, in denen sich der Pfarrer flugs befindet. Nur ein Beispiel: beichtet ihm einer der Täter die Tatumstände, bindet ihn das Beichtgeheimnis (ja, nicht nur bei Katholiken), kann er dadurch aber in einem speziellen Fall die Hinterbliebenen nicht umfassend unterstützen. Themen wie Schuld und Verantwortung werden im Buch ein einer angenehm weiten Perspektive im Vergleich zum Genre diskutiert, teils umrahmt von einigen weiteren theologischen Gedankenfäden und Bibelzitaten zum Thema. Ich denke jedoch, auch nicht-Christen dürften sich von den ethischen Erörterungen nicht überflutet fühlen. Den Kontext empfand ich also als durchaus komplex, hingegen bleibt die Sprache eher einfach. Nicht unüblich für einen Krimi, jedoch fand ich gerade zu Beginn einige Sätze etwas "über" vor Betroffenheit: "Die Küchenuhr aus verblichenem grünen Plastik zählte die Sekunden. Das tat sie schon, solange er denken konnte."
"In den Augen des Jungen sah Bauer alles zerbrechen, was von seiner Kindheit noch übrig war."
"Sie suchte die längst verlorene Nähe zu ihrem Sohn und opferte dafür den Vater."
Hier hätte schlicht die jeweils erste Hälfte gereicht - und Vertrauen in die Fähigkeit des Lesers, den Rest des Bildes herzustellen. Ähnliches tun Sätze wie "Kapselkaffee mied er nicht erst seit Ninas Appellen gegen diese Umweltsauerei." - ja, stimmt schon - aber nicht, wenn man gleichzeitig fröhlich mit dem Auto auch gelegentlich rein als Spritztour fährt. Etwas weniger wäre also mehr gewesen - doch die Basis passt für solide 4 von 5 Sternen.
Rezensionen von rainbowly:
Sehr fesselnder Thriller
Untot lebt sichs auch ganz gut! von Mary Janice Davidson
Fakten
Autor: B.C.Schiller
Verlag: Penguin
Erscheinungsdatum: 10.07.2017
Genre: Thriller
Seiten: 400
Inhalt
Schon vier Frauenleichen wurden in Booten auf der Spree gefunden. Verdächtigt wird Falk Sandman, doch nachweisen kann man ihm rein gar nichts. Um dem Spuk ein Ende zu bereiten wird die Undercover Ermittlerin Targa Hendricks auf Sandman angesetzt.
Sie soll ihm ganz nahe kommen, ihm seine tiefsten Geheimnisse entlocken und ihn des Mordes überführen. Doch kann sie dieser Belastung standhalten?
Gestaltung
Ich finde das Cover sehr ansprechend. Das rot sticht einem sofort ins Auge und die Frau passt perfekt zu Targa, wie sie im Buch beschrieben wird.
Sprache
Es werden verschiedene Perspektiven gewählt. Aus Targas Sicht, aus Falks Sicht und dann gibt es noch einen separaten Erzählstrang aus Erik Holms bzw. Carlos Schmidt Sicht, der erst zum Ende hin mit dem Hauptstrang zusammengeführt wird. Hier habe ich mich wirklich lange gefragt, was dieser Erzählstrang soll, aber die Auflösung fand ich dann wirklich gelungen.
Charaktere
Targa Hendricks ist eine sehr erfolgreiche Undercover Ermittlerin. Sie ist die Spezialistin, wenn es darum geht Serienkiller zu überführen. Sie handelt rational und völlig emotionslos und genau das macht sie so gut. Falk Sandman ist intelligent und völlig unberechenbar und wirklich extrem krank.
Ich finde die Charaktere, auch einige der Nebenrollen, sehr gut ausgearbeitet. Jeder hat seine Vergangenheit, die auch in die Geschichte mit eingebunden, aber nicht zu ausführlich erzählt wird. Jeder hat ganz eigene und oftmals sehr spezielle Charakterzüge, die jeden Charakter anders wirken lassen.
Fazit
Normalerweise mag ich es ja nicht, wenn man von Anfang an weiß wer der Verbrecher ist, da ich einfach gerne mit rätsle wer zu den Bösen und wer zu den Guten gehört. Hier war der Reiz aber ein ganz anderer! Man konnte in die Tiefen der kranken Gedankenwelt des Serienkillers eintauchen (nicht dass ich das in Wirklichkeit wollen würde :D) und mitfiebern ob Targa dem Charme des Killers erliegen wird oder ihren Auftrag erfüllen kann. Und das mit zu verfolgen war einfach sehr spannend! Deshalb konnte ich das Buch kaum aus der Hand legen! Und auch eine Fortsetzung würde ich gerne lesen.
Rezensionen von heinoko:
Dem Leser sein Spaß
Untot lebt sichs auch ganz gut! von Mary Janice Davidson
Der Titel sagt alles. Mit den grammatikalischen Regeln der deutschen Sprache hat es das Buch nicht. Wie auch. Es spielt in der Steiermark. Und da gibt es nun mal doppelte Verneinungen, sogar vierfache Verneinungen. ?? denn was hier getratscht wird, da kann niemand vor niemandem kein Geheimnis nicht bewahren.
? Und Schlimmeres gibt es da noch. Sogar einen, der mit 104 Jahren aufm Berg tot herumliegt, nicht an Altersschwäche gestorben. Wie kommt nun der zauselige Berliner Kommissar ins Spiel? Und überhaupt: eine Fülle von Dorfgeheimnissen tut sich auf, je weiter man von Hof zu Hof schaut oder in der Wirtschaft zuhört so wie Lissy, die Wirtin. Und je mehr Einheimische man kennenlernt, desto verwirrter wird man, bis man niemand nicht als Mörder ausschließen kann?
Dieser Krimi ist kein Krimi im herkömmlichen Sinn. Dazu nimmt er den Toten zu wenig ernst und die Lebenden zu wichtig. Das perfekt dargestellte österreichische Lokalkolorit, durchsetzt mit dörflich schrägen Protagonisten und einem leicht verpeilten Berliner Kommissar auf Kurzurlaub garantiert Lesespass pur für alle Leser, die den ?Krimi? genauso wenig ernst nehmen wie der Autor selbst. Für mich jedenfalls bot das Buch viele herzhafte Lacher und durchgehend gute Unterhaltung!
Rezensionen von cosmea:
Facetten der Liebe
Liebe wird überschätzt von Parrella Valeria
Die Italienerin Valeria Parrella war mir als preisgekrönte Autorin von Romanen und Erzählungen sowie einem Drehbuch bisher unbekannt. Umso mehr habe ich Gefallen an den acht Erzählungen in ?Liebe wird überschätzt? gefunden. Sie beschreibt unterschiedliche Ausprägungen von Liebe und ihre Begleiterscheinungen wie Untreue und Verlust.
Am besten haben mir die Titelgeschichte und ?Die Ausgesetzten? gefallen. In ?Liebe wird überschätzt? zerstört die Todesnachricht vom Geliebten der Mutter die Lebenslüge und macht der Geheimniskrämerei und Heuchelei ein Ende. Die Tochter, die immer von dem Verhältnis der Mutter zu einem anderen Mann gewusst hat, rechnet mit den Eltern wegen ihrer Unaufrichtigkeit gnadenlos ab. In ?Die Ausgesetzten? verlässt eine Nonne das Kloster, um die Mutter eines verlassenen Säuglings zu werden, der im Kloster vor ihren Augen unter Mithilfe eines befreundeten Arztes zur Welt kommt. Genauso eindrucksvoll ist die grenzenlose Liebe von Eltern zu ihrem behinderten Sohn oder die einfühlsame Beschreibung der unvorstellbaren Dauer des Urteils ?lebenslänglich? für den Gefangenen.
Mir haben diese Geschichten sehr gut gefallen und meine Überzeugung bestätigt, dass es ganz hervorragende Autoren in der italienischen Gegenwartsliteratur gibt. Den Namen Valeria Parrella muss man sich jedenfalls merken.
Rezensionen von cosmea:
Auf der Suche nach der eigenen Identität
Swing Time von Smith Zadie
In ihrem neuen Roman ?Swing Time? beschreibt Zadie Smith die wechselvolle Freundschaft zweier Mädchen aus gemischtrassigen Beziehungen in London. Sie stammen aus dem gleichen unterprivilegierten Milieu und wohnen in Sozialwohnungen in benachbarten Wohnblocks. Tracey und die namenlose Erzählerin begegnen einander als Kinder und freunden sich sofort an.
Beide nehmen am Tanzunterricht in der Gemeinde teil, aber nur Tracey zeigt großes Talent und trainiert von da an intensiv für eine Karriere als Tänzerin. Die Ich-Erzählerin hat Plattfüße und liebt Musik und Gesang sowieso mehr als den Tanz. Sie besuchen schon bald verschiedene Schulen und verlieren sich immer wieder für viele Jahre aus den Augen. Während Tracey tatsächlich eine kurze Karriere als Tänzerin hat, arbeitet die Erzählerin nach dem Studium der Medienwissenschaft und mehreren Aushilfsjobs als Assistentin für den erfolgreichen Popstar Aimee. Da Aimee einen Teil ihres ungeheuren Reichtums zum Aufbau einer Mädchenschule in einem westafrikanischen Land einsetzen will, hält sich die Protagonistin immer wieder in Afrika auf. Die Arbeit für Aimee dauert viele Jahre und lässt ihr keinen Raum, ein eigenes Leben zu führen. Ohnehin wird die Erzählerin als von Natur aus antriebsschwach und orientierungslos gezeichnet. Sie war schon der intriganten, oft grausamen Tracey nie gewachsen. Meist steht sie als Beobachterin am Rand, bleibt passiv. Deshalb ist es auch möglich, dass Aimee sie genauso vereinnahmt, wie es schon die dominante Tracey und die ehrgeizige Mutter der Erzählerin getan haben.
Der Roman hat eine komplizierte Erzähl- und Zeitstruktur. Ein Prolog nimmt einen Endpunkt vorweg. Dann wird in zwei Erzählsträngen kapitelweise wechselnd einerseits in langen Rückblenden über Kindheit, Jugend und mittlere Jahre der Freundinnen, andererseits über die Arbeit für Aimee berichtet. Der ständige Wechsel der Zeitebene, die Personenvielfalt und die ungeheure Detailfülle zwingen den Leser zu aufmerksamem Lesen. Der Roman beschreibt nicht nur die mehrfach unterbrochene Freundschaft der beiden Frauen, sondern behandelt auch eine Vielzahl anderer Themen: Mütter und Töchter, Väter und Töchter, Rasse und Hautfarbe, Herkunft und Identität, die Geschichte der Sklaverei, die hochentwickelten Industrieländer und die Länder der Dritten Welt usw. Beide Mädchen haben auf Grund ihrer haselnussbraunen Hautfarbe schon in der Schule Schwierigkeiten, von denen weiße Mädchen nicht betroffen sind. Das setzt sich fort. Tracey bleibt nicht nur wegen ihres Drogenkonsums und zügellosen Lebens die ganz große Karriere verwehrt, sondern auch weil sie nicht den passenden sozialen und ökonomischen Hintergrund hat. Die Erzählerin dagegen stellt sich immer wieder die Frage nach ihrer Identität, sehnt sich nach Zugehörigkeit. In Afrika erhofft sie sich, bei ihren afrikanischen Schwestern dunkler Hautfarbe eine Heimat gefunden zu haben, muss aber feststellen, dass es keine homogene Masse afrikanischer Frauen gibt, sondern zahllose Stämme mit vielen verschiedenen Sprachen. Ihre bitterste Erkenntnis ist dabei, dass afrikanische Frauen sie als Weiße sehen, als etwas unbedarfte Repräsentantin der 1. Welt. Sie hat einen langen Weg zu gehen, bis sie ihren Platz im Leben findet.
Mir hat der nicht eben mühelos zu lesende Roman gut gefallen, wobei ich die Kapitel über die Freundinnen interessanter fand als die in Afrika spielenden Episoden. Es sieht für mich so aus, als ob Zadie Smith mit ihrem Buch einem Trend folgt: Romane über keinesfalls konfliktfreie Mädchen- und Frauenfreundschaften. Vor einigen Monaten habe ich Emma Clines hervorragenden Debütroman ?The Girls? gelesen, jetzt ist Elena Ferrante mit ihrer Tetralogie in aller Munde, und es gibt zahlreiche andere. Zadie Smith hat jedoch eine Geschichte geschrieben, die mit keiner anderen vergleichbar ist. Ein sehr empfehlenswerter Roman.
Rezensionen von LadyIceTea:
Wenn die Schmetterlinge fliegen...
Wenn gestern unser morgen wäre von Kristina Moninger
Sara lebt in ihrem strikt durchorganisierten Leben. Alles verläuft nach Plan und Sara erfüllt alle Erwartungen, die an sie gestellt werden. Sie hat einen gut bezahlten Job, einen Anwalt-Freund, gut betuchte Eltern in der High Society und würde niemals über die Stränge schlagen. Bis sie eines Tages Matt trifft.
Matt bringt ihre Schmetterlinge zum Fliegen und Matt lässt sie alle ihre bisherigen Linien vergessen. Doch kaum lässt sie sich mit Matt ein, geht alles in ihrem Leben schief. Bis sie einen Unfall hat und zehn Tage zuvor aufwacht und nichts von dem Chaos passiert ist. Die perfekte Chance alles anders zu machen. Oder?
?Wenn gestern unser morgen wäre? ist ein schöner Roman über Liebe, Leben und Leidenschaft. Es werden Fragen aufgeworfen über das, was uns im Leben wirklich glücklich macht, wann wir Liebe und wann Sicherheit brauchen, wann ein Leben zu schützen ist und wann wir uns trauen sollten zu leben.
Mir hat es gut gefallen wie die Autorin mit diesen Themen umgegangen ist. Von normalen Beziehungsdramen bis hin zum schwierigen Thema Abtreibung formuliert die Autorin passend und auf eine gute Art ihre Gedanken und eine tolle Geschichte.
Grade das Thema Abtreibung eines Kindes mit Down-Syndrom wird nicht oft in Romanen angesprochen. Doch hier werden gut alle Seiten der Geschichte beleuchtet und dem Leser wird keine Meinung aufgedrückt.
Die Hauptfigur Sara hat mir zu Beginn nicht so gut gefallen. Sie war zu spießig, zu sehr in ihren festgefahrenen Bahnen eingespannt und irgendwie oft zickig. Aber dadurch war eine größere Entwicklung von Sara zu erleben. Sie ist mir zum Schluss wirklich sympathisch geworden.
Die restlichen Charaktere sind alle wirklich eigenständig. Das ist mir immer besonders wichtig. Ich kann es nicht leiden, wenn sich Nebenfiguren zu sehr ähneln. Zum Glück war das hier nicht der Fall. Alle Figuren hatten ihren eigenen Wesenszug.
Dazu hat die Autorin einen guten Schreibstil. Man bleibt nirgendwo hängen oder stolpert über merkwürdige Formulierungen. Zwischendurch gibt es immer wieder was zu schmunzeln oder angenehm tiefgründige Gedanken.
Einen einzigen Kritikpunkt habe ich aber trotzdem. Die erste Hälfte des Buchs hat sich für mich leider etwas hingezogen. Da war das Buch ziemlich langatmig und der Funke wollte nicht ganz überspringen. Zum Glück hat die zweite Hälfte das Buch gerettet.
?Wenn gestern unser morgen wäre? ist eine gute Empfehlung für laue Sommerabende.
Rezensionen von rewa:
Das Leben und die Liebe
Briefe an die grüne Fee von Salih Jamal
Der namenlose ICH- Erzähler sitzt hoch über den Dächern der Stadt, bereit zum Sprung, eine traurige Gestalt, die aber noch nicht wirklich bereit ist zu sterben.
In zwei zusammenlaufenden Handlungssträngen, darf sich nun der Leser auf eine humorvolle, tragische, emotionale und zum Nachdenken anregende Reise in die Welt der menschlichen Gedanken und Gefühle begeben.
Schonungslos werden die Stationen seines Lebens von Kindheit an beschrieben. Ein tragischer Held, immer auf der Suche nach Glück, Freiheit und Liebe. Egal welche Muse ihn gerade küsst, Alkohol, Zigaretten, Drogen und harter Sex sind dabei treue Begleiter. Dass die Welt Lebenskünstler nicht so leben lässt, wie er es gerne hätte, erkennt er immer wieder daran, dass das Leben aus Zwängen, Verpflichtungen, Verantwortung und Arbeit besteht. Ein Freigeist also, der immer wieder auf die Nase fällt um gleich darauf wieder aufzustehen. So schafft er es immer sich irgendwie aus dem Lebenssumpf heraus zu ziehen. Es ist ein ständiges Geben und Nehmen, wo er aber lieber der Nehmer ist. Er versteht es Menschen mit seiner Sprache und seinem Wesen zu manipulieren, aber irgendwann steht der Teufel vor der Tür und fordert für das ständige Glück seinen Tribut.
Ich möchte das Buch und meine Eindrücke dazu mit einem Zirkus vergleichen. Der Autor Salih Jamal ist ein Jongleur der mit Worten spielt, manchmal hart und vulgär, dann wieder sanft und geschmeidig. Er wirbelt Gedanken, Emotionen und Handlungen durch die Luft und fängt sie aber wieder geschickt auf. Manchmal philosophisch und dann wieder banal.
Er ist ein Clown, der den Leser unterhält mit teils zynischen, aber auch tragischen Geschichten. Einfach Situationen, die man manchmal auch schon selbst erlebt hat, wo man lachen aber auch weinen kann.
Salih Jamal ist ein Messerwerfer, der zielgenau ins Schwarze trifft. Er beobachtet die Menschen und spürt ihre Stärken und Schwächen auf. Die Sehnsucht nach Liebe und Geborgenheit wechselt genauso ab wie Verzweiflung und Alltäglichkeit.
Der Autor ist ein Magier, der den Leser mit seinen Geschichten verzaubert. Er lässt Bilder entstehen, die zum Träumen anregen. Bilder von schönen Momenten, die vielleicht vergessen sind und nur darauf warten an die Oberfläche kommen zu dürfen. Wünsche und Sehnsüchte der Menschen die nur auf ihre Erfüllung warten.
Und letztendlich ist Salih Jamal der Zirkusdirektor der es seinem Publikum ermöglicht hat für ein paar Stunden abzutauchen in eine Welt der Spannung, des Humors und einer Reise ins eigene Ich. Wer ist nicht auf der Suche nach dem Glück? Wo und wie man es letztendlich findet steht in den Sternen.
Rezensionen von yellowdog:
ausgewogen
Briefe an die grüne Fee von Salih Jamal
Tiefe Schuld ist ein Krimi, konventionell geschrieben, aber mit interessanten Themen.
Es wird offenbar realistisch die Arbeit auf einem Polizeirevier gezeigt, dazu gehören neben dem Leiter der Mordkommission diverse Kriminalkommissare. Insbesondere werden die Beziehung zwischen den Beamten vertieft.
Dazu gehört aber auch Tonis Gefühl, von den Kollegen geschnitten zu werden, da sie ihren gewalttätigen Freund Mike angezeigt hat, der selbst Polizist ist. Das verunsichert sie, lässt aber auch Wut entstehen.
Toni leidet noch sehr unter der gescheiterten Beziehung und den Misshandlungen, die sie erleiden musste. Aber sie will kein Opfer sein.
Sie ist deutlich als die Figur angelegt, mit der der Leser emotionell mitfühlt.
Wegen ihren Erfahrungen ist sie innerlich stark an dem aktuellen Mordfall beteiligt. Eine Frau wurde ermordet, die deutliche Spuren von Missahndlungen am Körper trägt. Zuerst ist da der Ehemann der Ermordeten verdächtig, aber als Leser ahnt man, dass es nicht so einfach ist. Manuela Obermeier lenkt ihre Leser geschickt durch die Handlung. Private Probleme der Hauptfigur halten sich die Waage mit den Schwierigkeiten der Ermittlung. Das ist ausgewogen gestaltet.
Die Nebenfiguren sind interessant, zum Beispiel Sören, Hans, Contutto oder der Rechtsmediziner Dr. Mulder
An einigen Stellen im Buch tat es mir Leid, dass ich den erste Teil um Toni Stieglitz nicht gelesen habe, da die Vorgeschichte doch ziemlich wichtig ist.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein spannender und sehr interessanter Fall
Todeshaff von Katharina Peters
Nach ?Todesstrand? ist dies der zweite Auftrag, bei dem ich mit der verdeckten Ermittlerin Emma Klar auf Spuren- und Tätersuche gehen darf. Ich finde, dieses Buch kann man auch ohne den ersten Fall zu kennen lesen. Es macht aber Sinn, wenn man gerade Emma Klar, die immer noch mit den Schatten ihrer Vergangenheit zu kämpfen hat, besser kennen- und verstehen lernen will.
In diesem Fall wird sie auf den gerade aus der Haft entlassenen Christoph Klausen angesetzt. Er steht in Verbindung mit 2 ehemaligen Lehrern des Jugendhofs Sternau, die beide tot im Salzhaff gefunden wurden.
Ich mag die Figur der Emma Klar sehr, da sie mit ihren unkonventionellen Ermittlungen manchmal auch an die Grenze zur Legalität stößt. Mit ihrem manchmal etwas leichtsinnigen Handeln bringt sie sich immer wieder selbst in Gefahr ? so auch hier.
Aber auch die anderen Personen in dieser Geschichte sind so interessant und vielschichtig ausgearbeitet, dass es richtig Spaß gemacht hat , sie mir vorzustellen.
Der Fall führt zurück in die Vorgänge in der ehemaligen DDR und ich war schockiert zu lesen, wie man damals in diesen Jugendhöfen mit jungen Menschen, die nicht so ganz angepasst waren, umgegangen ist. Dass sich da Hass und Rachsucht irgendwann ihren Weg bahnen war schon fast abzusehen.
Die Spannung ist konstant hoch und ich bin gerade bei den Mutmaßungen zur Spurenfindung zwischen Emma und Florian direkt mittendrin. Man liest aber auch hier wieder, dass die Ermittlungen oft eine richtige Siyphusarbeit bedeuten. Und es hat mir wieder viel Lesespaß gebracht, mit zu rätseln und mit zu fiebern.
Ein interessanter spannender Fall hat mir spannende Lesestunden beschert. Und bei den leisen unterschwelligen Andeutungen freue ich mich schon auf den nächsten Auftrag für Emma Klar.







