Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Rebecca1493:
Absolutes Lesehighlight
True North - Schon immer nur wir von Sarina Bowen
Bereits das Cover zum ersten Teil der Reihe True North rund um Bundesstaat Vermont konnte mich überzeugen, aber auch dieses Mal war ich wieder hin und weg. Es passt einfach so gut zur Geschichte. Der Weg, der zum Baum im oberen Bereich des Bildes führt, symbolisiert die Strecke, die Jude im Verlauf des Buches zurücklegt, um sein Ziel "clean" zu bleiben zu erreichen und wieder ein halbwegs geordnetes Leben führen zu können.
Und die Hintergrund Farbe Grün steht für die Hoffnung, die Sophie auf ihn setzt. Vielleicht gehen da die Pferde etwas mit mir durch, aber ich wollte euch trotzdem an meinem Gedankengang teilhaben lassen!
Wer "True North - Wo immer du bist" im Vorfeld gelesen hat, weiß, dass diese Geschichte eher mit witzig-spritzigen Wortwitzen daherkam und nicht besonders viel traurige oder nachdenklich machende Elemente enthalten hat. Umso überraschter war ich, dass Sarina Bowen auch ganz andere Töne anschlagen kann und mich in einen Strudel aus purer Spannung mit einem Schuss Romantik und Witz hineinziehen konnte. Wie man aus dieser Beschreibung schließen kann, war es mir praktisch nach der ersten Seite nicht mehr möglich das Buch für kurze Zeit aus der Hand zu legen. Man brennt förmlich darauf zu erfahren, was an diesem Abend vor dreieinhalb Jahren passiert ist und ob Jude und Sophie sich wieder zusammenraufen können.
Der Schreibstil war wie gewöhnt sehr gut zu lesen. Durch die wechselnden Perspektiven wurde es mir als Leserin sehr leicht gemacht einen Draht zu den beiden Protagonisten Jude und Sophie aufzubauen, die wie man schnell merkt, keinerlei Gefühle füreinander eingebüßt haben, trotz der langen Trennung und den schlimmen Ereignissen. Klasse fand ich besonders die vor den jeweiligen Kapiteln stehende Einschätzung Judes Verlangens nach Drogen und die Hintergrundmusik, die Sophies innerer DJ abspielt.
Natürlich habe ich auch schon im Vorfeld Bücher gelesen, in denen es um Drogen ging, aber irgendwie wurde dieses Thema noch nie so gut umgesetzt wie in dieser Geschichte. Durch Judes authentische Beschreibungen wie er Tag für Tag seine Sucht erlebt hat, konnte ich das Craving, das sich wie ein "Kratzen, als ob ein Zettel am Kragen des Pullovers scheuert" fast selbst körperlich spüren. Und obwohl man weiß, dass er durch seine Unbedachtheit viele schlimme Dinge getan hat, die andere Menschen verletzt haben muss, fühlt man mit ihm mit und hofft, dass er seinem Verlangen auch weiterhin standhalten kann. Seine Aufrichtigkeit und sein Wille durchzuhalten haben mir wirklich sehr imponiert, ebenso wie seine bedingungslose Liebe zu Sophie. Aber auch Sophie konnte mich vom Fleck weg überzeugen. Sie ist eine starke Persönlichkeit, die sich nicht unterkriegen lässt, auch wenn ihre Familie ihr das Leben wirklich schwer macht.
Nach dieser mitreißenden Geschichte warte ich natürlich sehnsüchtig auf den dritten Teil der Reihe mit Lark und Zach und bin gespannt, ob mich Sarina Bowen noch einmal so umhauen kann.
Fazit: Alles andere als eine seichte Liebesgeschichte, die muss man gelesen haben!
Rezensionen von yellowdog:
Überaus gelungen
Sieh mich an von Krügel Mareike
In dieser überaus gelungenen Familiengeschichte stehen die Gedanken der Mutter, die Icherzählerin ist, im Mittelpunkt. Ihr Mann ist aus beruflichen Gründen unter der Woche entfernt in Berlin und kommt immer nur zum Wochenende. Klar, dass das die Beziehung belastet.
Sie arbeitet als Musikerzieherin im Kindergarten und hat zwei Kinder.
Die ca. 11jährige Tochter Helli, die ADHS hat und entsprechend schwierig sein kann und der 17jährige Alex, der ruhig und ausgeglichen wirkt.
Dann gab es mit Berenike offenbar noch ein drittes Kind, das aber nicht anwesend ist. Das ist ein Geheimnis des Romans.
Mir gefällt wie realistisch und lebhaft die Figuren wirken.
Durch die Erzählart kommt man der Hauptfigur ziemlich nahe. Sie ist eigentlich eine normale Mutter mit den typischen Problemen und einem Hang zur Übertreibung, obwohl Hellis ständiges ?überdreht sein? natürlich wirklich Probleme macht.
Zur Zeit steht die Protagonistin neben sich, da sie denkt, dass sie erkranken wird und hat ihre Eigenarten, zum Beispiel denkt sie viel über die Vergangenheit nach und führt diverse Listen, um sich über ihr Leben klar zu werden.
Dann taucht mit Kilian ein Jugendfreund auf.
Aber es widerstrebt mir, mehr über die Handlung zu verraten. Wobei es eigentlich nicht viel Handlung in dem kurzen Roman gibt. Trotzdem wird es nie langweilig. Das Buch strahlt eine eigenständige Atmosphäre aus. Ich halte Mareike Krügel für eine außerordentlich begabte Autorin, bei der es mich nicht wundern wird, wenn sie in Zukunft auf Listen zu deutschen Literaturpreisen auftauchen wird. Vielleicht ja schon mit diesem Buch!
Rezensionen von Finariel:
Kurzweilig aber wenig Neues
Apple intern von Daniela Kickl
In ?Apple Intern? schreibt die Wienerin Daniela Kickl über ihre Erfahrungen in der Apple Europa Zentrale in Irland. Sie ist Teil des telefonischen Supportteams und berichtet im Wesentlichen von ihren Erlebnissen ? von Euphorie bis hin zu Resignation und Trauer. Sie gibt den Lesern einen Einblick in die interne Arbeitsweise des Technologieriesen, gibt Auskunft über interne Systeme und offenbart persönliche Schicksale neben ihrem eigenen.
Wirklich viel Neues oder Überraschendes gibt es dabei nicht, letzten Endes handelt und agiert Apple unter der großen Schicht von Euphorie und Image eben auch wie jeder große Konzern. Gewürzt mit ein paar philosophischen Vergleichen zur großen Vision des mittlerweile verstorbenen Firmengründers und ein wenig österreichischem Humor liest sich das Buch aber sehr schnell und ist durchwegs unterhaltsam. Kleine Fehler, einerseits bei der Schreibweise von Fremdwörtern, andererseits auch innerhalb der Logik / Darstellung von Personen gibt es zwar, diese sind aber kaum störend.
Rezensionen von yellowdog:
Tod eines Golfers
Abgeschlagen von Katrin Schön
Abgeschlagen von Katrin Schön ist ein Roman des Genres Cozy crime, was mometan anscheinend angesagt ist. Nicht zu viel Spannung, obwohl es immerhin einen Mord an einen Golfer gibt, dazu ein wenig Humor, der sich vor allen durch Wortwitz und der Protagonistin Lizzie Sommer ergibt. es bahnt sich bei ihr eine Beziehung zu dem Kriminalkommissar Sebastian an.
Ganz niedlich! Der Mord trennt sie aber erst einmal.
Eigentlich ist Lizzie momentan die Wirtin des Grünen Kränzchens. Aber mehr fesselt sie der Mord und die Lösung.
Amüsant sind die Passagen mit Lizzie und ihren Eltern. Ihre Mutter spricht einen hessischen Dialekt, ihr Vater etwas starrsinnig. Das erinnert an Dora Heldt und ihre Papa-Romane.
Allzu tiefsinnig ist das nicht, gehört aber zum Cozy.
Der Fall selbst interessierte mich kaum, mehr sind es Lizzies Eskapaden, die den Roman am Leben halten.
Harmlos, aber manchmal kann auch der anspruchsvolle Leser das gebrauchen.
So zwingend fand ich den Roman nicht, aber im Zweifelsfall würde ich schon einen weiteren Teil lesen.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Petra Hesse:
Eigentum Mensch - eine Empörung
Underground Railroad von Colson Whitehead
In meinem Bewusstsein ist Sklaverei ein abgeschlossenes Kapitel, ein historischer Wissensbestand. Genauer: sie war es bis zur Lektüre dieses Buches. Whiteheards Erzählen vom Schicksal der Sklavin Cora, die von einer Baumwoll-Plantage in Georgia flieht, macht (mit- und nach-)fühlbar, was es heißt, Eigentum eines anderen zu sein.
Dabei sind Auspeitschung, Vergewaltigung oder steckbrieflich legitimiertes Einfangen nur (historische?) Formen einer Verfügung über menschliches Leben, die durchaus auch andere Formen annehmen kann: Wird ein Mensch einem - meist ökonomischen - Zweck untergeordnet, so geht er mit den Menschenrechten all seiner Menschlichkeit verlustig, und es gibt keine übergeordnete Instanz des Rechts mehr. Auch vom schwierigen Prozess der Wiedergewinnung einer menschlichen Identität, von Würde, Vertrauen und Liebe, erzählt dieses Buch. Den Bezug zu unserer Gegenwart müssen wir selbst herstellen, aber das fällt in einer Zeit der immer ausschließlicheren Orientierung an wirtschaftlichen Parametern nicht schwer. Ein Roman, der auch für unsere Gegenwart nachdenklich stimmt, aber mit seiner realisierten Metapher des "Untergrunds" zugleich Hoffnung gibt.
Rezensionen von Josetta:
Aufwühlend
Als die Träume in den Himmel stiegen von Laura McVeigh
Wir begleiten Samar und ihre Familie auf einer Reise mit der transsibirischen Eisenbahn. Eine Reise in eine ungewisse Zukunft, einem möglichen Neuanfang. Während der Zug durch die unendlichen Weiten Russlands gleitet, erfahren wir rückblickend die aufwühlende Geschichte einer Familie, deren Alltag vom Schrecken des Krieges in Afghanistan geprägt wurde.
Samar ist das vierte von 6 Kindern. Ihre früheste Kindheit verbringt das Mädchen in der Hauptstadt Kabul. Als die Stadt immer mehr in die Hände der Taliban fällt, sucht die Großfamilie Zuflucht bei Samars Großeltern in den Gebirgshöhen des Hindukuschs. Dort scheint die Welt noch friedlich zu sein. Doch auch an diesem Platz vergiftet das talibanische Gedankengut schleichend die Menschen und das Leben wird geprägt von Verboten und den irren Taten religiöser Fanatiker. Wieder muss die Familie fliehen, wieder stehen sie vor dem Nichts?
Wieviel Leid kann ein Mensch erdulden? Wieviel Angst, Entbehrungen und Hoffnungslosigkeit ertragen? Samars Geschichte zeigt es uns. Und doch, zwischen all den Trümmern, gibt es die Träume, die endlich wieder etwas Glück verheißen und die Samar so oft den Weg zurück ins Leben zeigten.
Einige Male konnte ich meine Tränen nicht zurückhalten. Die Geschichte geht unter die Haut.
Mein Eindruck: Das Buch wurde in 6 Teile gegliedert. Die ersten drei davon verwirrten mich teilweise. Ich staunte über vergangene Entwicklungen und wie sie zur Flucht mit dem Zug passten. Aber die Geschichte klärt sich auf, wird rund und die Puzzleteile fügen sich zusammen. Nicht jeder Leser wird damit zurechtkommen, mich jedoch faszinierte dieses Buch und ich gebe eine absolute Leseempfehlung. Selbst das wunderschöne Cover, welches mir anfangs unpassend erschien, fügte sich als Puzzleteil in die Geschichte ein. Das Ende von Samars Geschichte bleibt offen. Schade. Diese Geschichte hätte ein Happy End verdient.
Laura McVeigh brachte mir die Bevölkerung und das harte Leben in Afghanistan authentisch rüber. Die Wichtigkeit der Familie, die Ehre, das Leben. Aber auch die schier aussichtslosen Fluchten der Zivilbevölkerung, die Schrecken in den Flüchtlingslagern, den Horror des Krieges. Ihr ist ein großartiger Roman gelungen. Vielen Dank, dass ich Samar und ihre Familie auf einer Strecke ihres Lebens begleiten durfte.
Rezensionen von yellowdog:
Afternoon Tea at Renfield Hall
Darcy - Der Glückskater und der Geist von Renfield Hall von Gesine Schulz
Dieser Kurzroman wurde mir empfohlen, und ich habe ihn dann wirklich gerne gelesen.
Der herumwandernde Kater Darcy sorgt durch seine Begegnungen mit Menschen dafür, dass man einen Einblick in ihre Probleme und Sorgen bekommt. Das gilt auch für die eigentlich noch relativ junge Witwe Freda, die Darcy bei sich aufnimmt.
Sie nennt ihn Beresford.
Freda hat einen alten Landsitz Renfield Hall, der hohe Kosten verursacht, aber keine finanziellen Mitteln. Die inzwischen erwachsenen Kinder ihres verstorbenen Mannes haben auch wenig Möglichkeiten sie zu unterstützen und eine Halbtagsstelle findet sie auch nicht so leicht. Letzte Hoffnung, den Landsitz zu erhalten, ist ein Bed & Breakfast zu eröffnen. Dank Darcys Einsatz kommt eine alte Frau namens Sally zum Landsitz, die möglicherweise Teil eines alten Familiengeheimnisses ist.
Darcys und Fredas Abschnitte wechseln sich ab, dabei wird Darcy zum Glück nicht über Maß vermenschlicht. mir gefallen Passagen, die das Geschehen sozusagen aus beiden Perspektiven schildern.
Die Passagen mit Freda Putzfrau Tracy sind auch ganz witzig. Sie ist eine Person mit Herz.
Gesine Schulz schreibt einen Stil, den man vielleicht als Cozy bezeichnen kann. Das bedeutet ein entspanntes Lesen ohne zu große Spannungsmomente, dennoch ist der Roman ganz interessant.
Eine weitere Qualität des Buches ist, dass es so englisch wirkt und dadurch entsprechende Atmosphäre aufbaut. Ich glaube, ich werde demnächst noch einmal einen Teil der Reihe lesen. Es interessiert mich auch, ob es einmal einen Abschluß gibt, in dem Darcy heimkehren wird.
Rezensionen von CanYouSeeMe:
Fangirl
Fangirl von Rainbow Rowell
?Fangirl? ist mein erstes Buch der Autorin, von der ich bisher ausschließlich gutes gehört hatte und daher durchaus hohe Erwartungen an das Buch hatte. Diese wurden teilweise erfüllt, zu anderen Teilen habe ich im Vorfeld einfach zu viel erwartet ? der Hype um die Bücher der Autorin ist auch enorm groß.
Der Schreibstil ist sehr angenehm, er liest sich zügig und ist sehr bildhaft. Die Sprache passt allgemein sehr gut ins Setting, nichts wirkt gekünstelt oder unpassend.
Die Charaktere haben mir gut gefallen, sie wirken allesamt authentisch und lebensnah. Die Beschreibungen waren ausreichend, um mir ein gutes Bild von allen machen zu können, wobei die Nebencharaktere etwas blasser und verschwommener waren. Cath als Protagonistin habe ich sofort in mein Herz geschlossen, ihre verkorkste Art ist erfrischend und meiner Meinung nach enorm liebenswert.
Die Handlung an sich ist nicht ungewöhnlich für dieses Genre und hat mich daher nicht überraschen können. Dennoch hat sie mir gut gefallen ? den Charakteren wegen. Der Spannungsbogen war teilweise eher flach, dann wieder angenehm. Nicht so gut gefallen haben mir die Einschübe der Fanfiction, einfach, weil ich mit Simon und Baz nicht so viel anfangen kann. Die Idee an sich ist jedoch gut und passt zur Story ? Simon Snow ist ja ein wichtiger Teil in Caths Leben.
Insgesamt ist ?Fangirl? meiner Meinung nach ein schönes Jugendbuch für gemütliche Lesestunden, dem aber irgendwie der Wow-Effekt fehlt.
Rezensionen von Mel.E:
Leider bleibt vieles ungeklärt und überzeugt daher nicht komplett
Als die Träume in den Himmel stiegen von Laura McVeigh
"Als die Träume in den Himmel stiegen" erzählt von Flucht, Angst und einer ungewöhnlichen Reise in die Freiheit. Es ist eine Flucht vor dem Krieg, der in Afghanistan Einkehr hielt und vielen Menschen das Leben kosten wird. Die Taliban wird immer nur kurz in einigen Nebensätzen eingefügt, dennoch ist der Fanatismus dieser Gruppierung sehr deutlich und beängstigend.
Gerade für uns Frauen denen jegliches recht auf Bildung genommen wird ist dieser Fanatismus schmerzhaft und auch gefährlich, da ihneneine eigene Meinung nicht zugestanden wird.
Samar die Protagonistin des Romans ist diejenige, die die komplette Story lang glänzen kann, wobei ich mir leider auch eingestehen muss, dass meine Erwartungshaltung, die der Klappentext weckte nicht erfüllt sehe. Am Ende bleibt vieles offen und ich fühlte mich nicht genügend informiert über die eine oder andere Begebenheit, die grob angeschnitten, aber nicht erklärt wurde. Samar erscheint zu Anfang an anders, als dann im weiteren Verlauf der Story, bleibt aber präsent, ebenso wie der Schrecken des Krieges. Es stimmt recht nachdenklich, gerade was die Zustände der Flüchtlingslager betrifft. Hunger, Kälte und der Kampf ums Überleben wird oft deutlich. Letztendlich ist sich jeder selbst der Nächste, was nicht utopisch erscheint, sondern jede Menge Wahrheiten beinhaltet. Mich hat es schockiert, obwohl ich natürlich darum weiß, dennoch empfand ich es als unmenschlich.
Das Cover ist durch seine sanften Töne und den leichten Sonnenstrahlen sehr ansprechend und vielleicht auch mutmachend, dennoch ist die Story hart und wenig freundlich. Ein Mädchen, welches vor den Bergen spielt und sich in der untergehenden Sonne scheinbar wohlfühlt, wird uns im Roman wenig begegnen, dafür ist die Story zu grausam. Sie beginnt im Zug und endet im Zug, zwischendrin wird das Leben in Kabul und an anderen Orten beschrieben, während um die Familie herum Krieg herrscht und sie zur Flucht gezwungen werden.
Ein Roman mit vielen lauten und leisen Untertönen, welches nachdenklich stimmt, aber eben nicht alles aufdeckt, sondern nur in den Raum stellt, ohne beantwortet zu werden. Dies führt dazu, dass ich leider nicht gänzlich begeistert bin wie ich es erhofft hatte, sondern eine leichte Unzufriedenheit beim Beenden des Romans entstanden ist. Ich kann daher nur eine eingeschränkte Leseempfehlung vergeben, da ich natürlich die große Not erkannte, aber letztendlich eine doch andere Geschichte erwartet hatte und mich dadurch nicht komplett auf Samar und ihre Familie einlassen konnte. Schade!
»Es gibt Reisen, die wir niemals unternehmen wollten. Und dennoch treten wir sie an, weil es der einzige Weg ist, um zu überleben. Dies ist meine Reise.«
Rezensionen von Gaby 2707:
Eine erfrischende Sommerlektüre
Bea macht blau von Tessa Hennig
Tochter Caroline hat ihr Abi in der Tasche und will in Passau studieren. Ehemann Matthias vergnügt sich seit einiger Zeit mit einer Anderen. Da hat Bea Völker die Nase voll und beschließt eine Auszeit zu nehmen. Ihr Ziel: das kleine Gästehaus von Maria in San Sebastian, wo sie mit ihren Eltern so oft Urlaub gemacht hat.
Außerdem lebt ihre Schwester Karin als Aussteigerin in der Nähe.
Im Baskenland hat sich allerdings so viel verändert und Bea steht vor einer gewaltigen Entscheidung?
Mit ihrem leichten, flüssigen Schreibstil hat mich Tessa Henning sehr bald vollkommen in die Geschichte hineingezogen. Ich versuche zusammen mit Bea ihr Leben wieder auf die Reihe zu kriegen, buddle in der Erde eines Kräutergartens, lasse mich im Guggenheim Museum in Bilbao von einem tollen Mann in die Welt der modernen Kunst entführen, lerne einige sehr schöne Ecken des Baskenlandes kennen und sitze mucksmäuschenstill beim Notar in der Ecke und verfolge die spannenden Geschehnissen und Wortwechsel.
Interessante Personen, allen voran Bea, die eine tolle Wandlung durchläuft; aber auch Alba und Angel, machen die Geschichte lebendig, lebensecht und farbenfroh. Ich bekomme Appetit auf die leckeren Tapas, die Angel zaubert und die eine außergewöhnliche Wirkung zeigen. Einige Wendungen lassen keine Langeweile aufkommen und der erstaunliche Schluss lässt für mich keine Fragen offen.
Was mir sehr gut gefällt: es ist nicht immer alles eitel Sonnenschein, sondern auch ernste Töne werden hier und da angeschlagen. So wie das Leben halt ist.
Eine leichte, erfrischende Sommerlektüre, die meine Lust, das Baskenland mal zu besuchen angefacht hat und die mir einige wunderbare Lesestunden beschert hat.










