Kunden em pfehlungen
Rezensionen von yesterday:
Topaktuell aber etwas sprunghaft
Im vierten Fall mit Detective Max Wolfe in London greift Tony Parsons wieder ein sehr aktuelles Thema auf. Von Frankreich aus werden Flüchtlinge über den Seeweg nach Großbritannien geschleust. Wolfe und seine Kollegen werden mehrmals mit den schrecklichen Auswirkungen dieses Geschäftes konfrontiert, stehen aber der schieren Größe des Netzwerks machtlos gegenüber.
Etwas machtlos fühlt sich auch der Leser, der bei vielen sinnlosen Toten und sprunghaften Handlungen und Entscheidungen der Protagonisten manchmal etwas fassungslos zurückgelassen wird und sich fragt wie realistisch manche Szenen sind. Im Gesamtkontext des Buches mag das eine oder andere verständlicher werden und in Summe ist die Handlung auch stimmig, aber Einzelheiten zwischendrin scheinen nicht so durchdacht zu sein und wirken als würden ein paar Seiten mit genaueren Erklärungen fehlen. Möglicherweise wurde von Verlag noch etwas herausgestrichen.
Ansonsten ist dieses Buch für denjenigen, der mindestens eines der vorangegangenen kennt (Dein finsteres Herz, Mit Zorn sie zu strafen, Wer Furcht sät) ein schönes Wiedersehen mit Wolfe, seiner Tochter Scout und all den verschiedenen Freunden, Kollegen und anderen Bezugspersonen. Leider kommt für mich der typische “Parsons-Stil” hier etwas zu kurz, der bei den früheren Geschichten, insbesondere den ersten beiden, ausgeprägter war. Das ist schade, da die Krimis somit immer mehr “gleichgeschliffen” im Vergleich zum Mainstream wirken.
Rezensionen von sechmet:
Zauberhaftes Buch mit Musik
Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie von Joyce Rachel
In einer kleinen Seitenstraße findet man einen ganz besonderen Plattenladen. Nämlich den von Mister Frank. Hier treffen nicht nur Kunden, sondern auch Nachbarn und die anderen Ladenbesitzer. Sie alle treffen sich in diesem kleinen, urigen Laden, weil Frank eine ganz besondere Gabe besitzt: Er spürt, welche Musik die Menschen brauchen.
Aber diese kleine Gemeinschaft ist bedroht, denn ein Laden nach dem anderen muss schließen. Eines Tages taucht eine junge Frau in Grün vor dem Plattenladen auf. Wie sehr Frank sich auch bemüht, er kann in ihr einfach keine Musik hören…
Rachel Joyce hat mich mit diesem Buch bereits auf der ersten Seite verzaubert. Ich war diesem Buch sofort verfallen. Dieses Buch ist nicht nur über Musik, es ist Musik. Eine Geschichte, mit einer eigenen Playlist. Die Hauptfigur, Frank, empfiehlt jedem die passende Musik. Viele Erläuterungen zu der entsprechenden Musik machen einen neugierig. Neugierig zu erfahren, ob man es auch hört. Und so fing ich an, mir das eine oder andere Musikstück von der Playlist anzuhören.
Alle Figuren in diesem Buch sind fantastisch. Jeden einzelnen Charakter kann man sich sehr gut bildlich vorstellen. Denn jeder von ihnen ist einzigartig. Und vor allem ist jede Figur auf ihre Art sehr liebenswürdig. So, wie sie alle im Laufe des Buches beschrieben werden, sind sie so real. Es ist, als wenn diese Straße mit diesen Leuten gleich nebenan sein muss. Es ist nicht nur die Musik, die einen verzaubert, sondern auch jeder einzelne Charakter trägt dazu bei. Eine wirklich tolle Story.
Meiner Meinung nach ist „Mister Franks fabelhaftes Talent für Harmonie“ das bisher beste Buch von Rachel Joyce. Ich habe mich schon auf den ersten Seiten in dieses Buch verliebt. Es ist ein Buch zum Wohlfühlen. Dieses Buch habe ich sehr genossen. Deshalb kann ich dieses Buch jedem wärmstens empfehlen. Ein wirklich tolles Buch über Musik, Liebe und die Ereignisse, die einen Menschen von Kindheit an prägen.
Rezensionen von Vicky:
Verliebtheit sind Synapsendefekte
The Millionaire's Game: Zwillinge küssen besser von Sara Belin
'The Millionaire's Game' hat ein tolles Cover und das obwohl ich normalerweise echte Menschen auf Buchcovers nicht so gerne bzw. überhaupt nicht mag. Beim Lesen hatte ich immer das Bild der Zwillinge von dort im Kopf *hach*.
Unter 'Das Buch' gleich am Anfang kann man eine kurze Information zum Inhalt finden.
Es wird hier tituliert dass es sich um 'Eine etwas andere Millionärsgeschichte.' handelt, dies hat mein Interesse geweckt und im Nachhinein muss ich sagen dass meine Erwartungen erfüllt wurden. Der Roman gliedert sich in neun Kapitel und einen Epilog. Die Kapitel sind also jeweils sehr lange, mir persönlich hätten kürzere besser gefallen aber durch die Leichtigkeit des Schreibstils fiel es gar nicht so sehr auf.
Etwas skeptisch war ich allerdings da die Autorin unter einem Pseudonym schreibt. Aber Sara Belin konnte bereits nach wenigen Seiten meine Bedenken zerstreuen! Sie hat einen angenehmen und flüssigen Schreibstil, die Seiten fliegen nur so dahin und ehe man sich's versieht hat man bereits einige Kapitel gelesen. Die Charaktere, vor allem unser lieber Millionär legt im Verlauf der Geschichte eine Wandlung hin die man als Leserin gebannt mitverfolgen darf. Einziger Wehmutstropfen war als ich die Letze Seite erreicht hatte bzw. der mir etwas zu seichte Anfang, allerdings war dieser wohl nötig um die Entwicklung im Laufe des Buches aufzeigen zu können - dennoch ziehe ich für den Anfang einen Stern ab. Ebenso für zwischendurch, denn einige Stellen waren mir zu billig und fand ich unnötig.
Fazit: Da kann ich nur die Worte aus dem Buch wiederholen - ein unterhaltsames, herzerwärmendes und humorvolles Buch zum Abschalten, aber auch zum Nachdenken. Dieses Aussage kann ich absolut bestätigen! Sara Belin hat einen netten Roman für ein kurzweiliges Lesevergnügen geschaffen.
Rezensionen von manu63:
Zahltag
Ein MORDs-Team - Band 19: Der Preis der Macht von Andreas Suchanek
Der neunzehnte Band der Ein Mords-Team Reihe des Autors Andreas Suchanek trägt den Titel Der Preis der Macht und für einige Protagonisten ist Zahltag. Endlich erfahre ich wer den Schuss, mit dem Band achtzehn endete, getroffen hat. Der Wahltag bricht an und es kommt zu Begegnungen die nicht alle überleben.
Dem Autor gelingt es auch in diesem Band die Spannungsbögen gut zu halten und den Leser von einer Szene zur nächsten zu tragen. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und gut lesbar und dank dem Rückblick am Anfang des Bandes komme ich wieder gut in die Geschichte hinein. Die Beziehungen der Charaktere untereinander vertiefen sich zum Teil und die Entwicklung einiger Protagonisten gefällt mir gut. Insgesamt wieder lesenswert und spannend.
Rezensionen von Peter Burk:
Schicksalsberg im Winter
Nanga im Winter von Andreas Suchanek
Kaum einen anderen Namen verbindet man mehr mit Winterbegehungen in den höchsten Regionen dieser Welt. Die Rede ist von Simone Moro, dem italienischen Ausnahmebergsteiger aus Bergamo. In seinem siebten Buch dreht sich alles um Simones Versuche, seinen Schicksalsberg, den 8125 m hohen Nanga Parbat in Pakistan als erster im Winter zu besteigen.
Schon nach den ersten, der 86 (kurzen) Kapiteln wird dem Leser klar: hier berichtet einer, der genau weiß was er will, der seine Unternehmungen bis ins Detail plant und der nicht aufgibt, bevor er am Ziel ist. Auf dem Weg dorthin gibt es zuweilen zwischenmenschliche Reibereien, die Simone auch offen kommentiert. Bei der dritten, letztendlich erfolgreichen Winterbegehung kommt es zu Streitigkeiten mit Daniele Nardi – der verlässt die Expedition und Simone hält an seinem Traum fest.
Wetterguru Karl Gabl gibt Ende Februar 2016 grünes Licht aus Innsbruck und so ist es am 26. Februar so weit: am Nachmittag stehen Simone und seine Weggefährten auf dem Gipfel; nur Tamara Lugner entscheidet sich kurz vorher umzukehren, um nicht für immer am Berg zu bleiben. Alle erreichen wieder gesund das Basislager und setzen damit einen Meilenstein in der Geschichte des winterlichen Höhenbergsteigens.
Das Buch von Simon Moro ist kurzweilig und liest sich flüssig. Allerdings geht es nicht sonderlich in die Tiefe, wie der Autor selbst zugibt. Bei der Schilderung von persönlichen Erlebnissen und Empfindungen bleibt er an der Oberfläche. Aber vielleicht ist das ja genau sein Erfolgsrezept; die Dinge nicht zu nah an sich herankommen zu lassen und einen kühlen Kopf zu bewahren.
Rezensionen von HEYN Leserunde, Miriam Brandl:
Spannende und informative Unterhaltung
Die Fallstricke des Teufels von Heike Stöhr
„Die Fallstricke des Teufels“ ist der bemerkenswerte Debütroman von Heike Stöhr. Sie zeigt dem Leser die Stadt Pirna im Jahre 1541.
Sophia, die Tochter des Weinhändlers Weyner, ist die sympathische Hauptperson dieses Romans. Im Kontor ihres Vaters findet sie ein rätselhaftes, in Geheimschrift verfasstes Buch.
Vorbild dafür war das Voynich-Manuskript, das bis heute nicht entschlüsselt werden konnte. Dieses Buch wird sie über Jahre begleiten und immer wieder Gegenstand ihres Interesses sein. Sie will es unbedingt enträtseln, weil sie sich ein Rezept gegen die Pest erhofft. Genau dieses Buch ist allerdings auch für den Stadtschreiber Wolf Schumann, Sophias bösartigen Gegenspieler, von Interesse – er setzt Himmel und Hölle in Bewegung um es in die Hände zu bekommen.
In dieser Zeit passieren mehrere mysteriöse Todesfälle, die von offizieller Seite als Selbstmorde eingestuft werden. Sophia, ihre außergewöhnlichen Hausgenossen und der besonnene und intelligente Bader glauben nicht an so eine zufällige Anhäufung von Selbstmorden und recherchieren auf eigene Faust.Ihre Persönlichkeiten und Schicksale werden anschaulich und lebensnah geschildert. Der Leser nimmt Anteil, lebt und fiebert mit!
Neben diesem Kriminalroman wird natürlich auch eine dramatische Liebesgeschichte erzählt. Aber wirklich erstaunlich sind die zahlreichen historisch belegten Details, die den Roman zu einem besonderen Lesegenuss machen! Ein Glossar, eine schöne Stadtkarte vervollständigen das Buch und Heike Stöhr, selber Historikerin und Germanistin, widmet noch zum Abschluss ein Kapitel der Geschichte hinter der Geschichte, wo noch einmal historische Details angeführt werden.
Dieser erste Teil einer Trilogie ist ein gelungener Mix aus genau recherchierten historischen Fakten und toll erzählter Fiktion – Geschichte mit Geschichten eben!
Fazit:
Mich hat das Buch völlig überzeugt: es bietet großartige, überaus informative und spannende Unterhaltung!
Jeder der historische Romane mag, sollte „Die Fallstricke des Teufels“ unbedingt lesen und ich freue mich schon auf den zweiten Teil – „Die Handschrift des Teufels“
Rezensionen von cosmea:
Der amerikanische Traum
Die Fallstricke des Teufels von Heike Stöhr
In dem Roman “Ein mögliches Leben“ von Hannes Köhler geht es um deutsche Soldaten in amerikanischer Kriegsgefangenschaft, ein Thema, über das ich bisher sehr wenig wusste.
Der fast 90jährige Franz Schneider erzählt seinem Enkel Martin, dass er die Orte in Texas und Utah, an denen er gefangen gehalten wurde, gern noch einmal sehen würde.
Martin ist einverstanden. Sie begeben sich auf eine Reise in die Vergangenheit und entwickeln dabei ein neues Verständnis für einander und eine nie dagewesene Nähe. Martins Leben befindet sich gerade im Umbruch, und ihm tut ein bisschen Abstand und Zeit zum Nachdenken ebenfalls gut. Der Großvater erzählt viel vom Krieg und der Zeit danach. Vom eigenen Vater von klein auf indoktriniert ist er als Anhänger Hitlers in den Krieg gezogen. Die Realität des Krieges hat ihn aber bald bekehrt. Im Lager findet er Freunde, vor allem den Deutschamerikaner Paul, der dem einfachen Bergmann die englische Sprache und Bücher näher bringt, aber er hat es auch mit gefährlichen Unbelehrbaren zu tun, die noch immer an den Endsieg glauben und auch im Lager vor Mord nicht zurückschrecken, um angebliche Verräter zu bestrafen. Das alles wird nicht in einer zusammenfassenden Erzählung dargeboten, sondern in lebendigen Szenen, die die Geschehnisse vor 70 Jahren sehr präsent werden lassen. Die Geschichte wird auf zwei Zeitebenen erzählt, springt ständig zwischen Vergangenheit und Gegenwart hin und her. Martin und seine Mutter Barbara erfahren nun endlich, welchen Einfluss die Erlebnisse des Großvaters auf die Familie hatten und wie sie sogar bis in die Gegenwart fortwirken. Endlich versteht die Mutter, was zu der enormen Distanz und Kälte geführt hat, die das Leben der Familie bestimmt hat. Franz Schneider hatte nach Kriegsende die Wahl zwischen der Auswanderung in die USA und einem Leben in Deutschland. Er hat sich für die endgültige Rückkehr nach Deutschland entschieden, weil er seine Frau Johanna kennengelernt hatte und Tochter Barbara geboren wurde und seine Frau sich weigerte zu emigrieren. So beschreibt der Roman nicht nur die Verhältnisse in den amerikanischen Lagern bis zum Kriegsende, sondern auch, was es für Franz Schneider bedeutete, sich gegen ein Leben in der Weite und Freiheit der USA und möglicherweise sogar gegen die Liebe seines Lebens zu entscheiden, gegen den möglichen, aber nie verwirklichten Traum. Durch die Gespräche mit Tochter und Enkel nach der Rückkehr gibt es endlich eine späte Chance für eine Annäherung.
Mir hat der Roman gut gefallen. Die Geschichte liest sich spannend. Charakterisierung und sprachliche Gestaltung überzeugen. Ein sehr interessantes Buch.
Rezensionen von andree.feyertag@hotmail.com:
Unnachahmlich unterhaltsam
Die zwölf Leben des Samuel Hawley von Tinti Hannah
Sehr zu meinem Vergnügen übertrifft die Handlung bei weitem die durch das Cover hervorgerufene Erwartung. Hannah Tinti schafft eine vergnügliche spannende Geschichte zwischen Verbrechen, Liebe, Leben und Tod. Man möchte nicht aufhören zu lesen.
im Shop ansehen weitere Rezensionen von andree.feyertag@hotmail.comRezensionen von begine:
Fesselnd
Die zwölf Leben des Samuel Hawley von Tinti Hannah
Beate Maly kenne ich als Autorin historischer Romane. Ich bin schon von einigen gefesselt und in die Historie entführt worden. Die Zeichkünstlerin von Wien führt uns in das Jahr 1421 in den jüdischen Teil. Das jüdische Leben ist seit Alters her, nicht leicht. Sie werden immer wieder als Christusmörder beschimpft und wurden oft überfallen und ermordet.
Die junge Sarah hat ein großes Talent, sie zeichnet sehr gut, aber sie ist nicht nur Jüdin, sondern auch noch eine Frau.
Der Steinmetz Mathias Rockh arbeitet an einem Taufbecken im Stephansdom. Die beiden sind die Hauptakteure und müssen einiges überstehen.
Der Herzog und sein Kanzler brauchen Geld für den Dom. Da gibt es ja das Geld der Juden, das wird wieder furchtbar. Die Politik hat die Autorin gut eingebrachr, zwar zeitlich etwas verschoben, aber ähnlich. Die Oberen kennen auch keine Dankbarkeit. Diese vielen Intrigen, na ja aber die gibt es ja immer wieder.
Die Personen sind farbig und lebendig beschrieben. Das Nachwort der Autorin erklärt noch einiges. Der Roman ist überaus spannend, unterhaltsam und empfehlenswert.
Rezensionen von cosmea:
Abgesang auf das verlorene Ideal der Männlichkeit
Die Herzen der Männer von Nickolas Butler
Mit “Die Herzen der Männer“ (“The Hearts of Men“ ) legt Nickolas Butler seinen zweiten Roman nach dem erfolgreichen Debüt “Shotgun Lovesongs“ vor, das große Erwartungen beim Leser weckt. Auf drei Zeitebenen – 1962 – 1996 und - leicht in die Zukunft verlegt - 2019/2022 – stellt der Autor drei Generationen von Jugendlichen vor, die den Sommer im Pfadfinderlager Camp Chippewa im nördlichen Wisconsin verbringen wollen.
Im ersten Teil begegnen wir dem 13jährigen Nelson Doughty. Er hat weder zu Hause noch im Lager Freunde und macht sich auch dadurch unbeliebt, dass er wie besessen Verdienstabzeichen für Wohlverhalten und erfolgreich absolvierte Kurse sammelt. Jonathan Quick, ein etwas älterer attraktiver und beliebter Junge, ist der einzige, der gelegentlich Partei für ihn ergreift, aber dann auch in eine besonders ekelhafte Demütigung des Außenseiters verwickelt ist. Sie bleiben einander dennoch ein Leben lang verbunden. Nelson findet einen Beschützer und Förderer in Wilbur Whiteside, einem Veteran des Ersten Weltkriegs und derzeitigem Lagerleiter, der sich um ihn kümmert, nachdem Nelsons gewalttätiger Vater die Familie verlassen hat. Im zweiten Teil bringt Jonathan Quick seinen frisch verliebten 16jährigen Sohn Trevor ins Sommerlager. Am Vorabend der Ankunft treffen sie nicht nur Nelson in einem Restaurant, sondern der Vater stellt dem Sohn auch seine Geliebte vor und kündigt ihm die Scheidung von Trevors Mutter an. Darüber hinaus versucht er, dem Sohn jegliche Illusionen bezüglich der Beständigkeit von Liebe zu nehmen. Im dritten Teil begleitet die verwitwete und zweimal geschiedene Rachel, Ex-Schwiegertochter von Jonathan Quick, ihren unwilligen 16jährigen Sohn Thomas ins Zeltlager, wo inzwischen Vietnamveteran Nelson Lagerführer ist. Die Tatsache, dass Rachel die einzige weibliche Begleitperson ist, schafft Probleme. In einer dramatischen Zuspitzung der Ereignisse erhält das alte Pfadfindermotto „Allzeit bereit“ eine ganz neue Bedeutung.
Das letzte Drittel liest sich nicht nur spannender als der Rest. Es zeigt auch, dass die für uns heutzutage schwer verdauliche Pfadfinderideologie mit dem patriotischen Drumherum inklusive Uniformen, Weckruf und Fahnenappell völlig überholt ist und es nahezu niemand mehr gibt, für den der alte Moralkodex in irgendeiner Weise Richtschnur für das eigene Handeln ist. Die Jugendlichen reisen mit Smartphone und Tablet an und interessieren sich nicht im Geringsten für die Natur, die ihnen eigentlich im Camp nahegebracht werden soll. Wer braucht einen Orientierungslauf, wenn er ein Handy in der Tasche hat? Fast alles am Sommerlager wirkt hoffnungslos antiquiert. Die alten Pfadfindertugenden wie Mut, Tapferkeit und Loyalität, die sich so gut als Vorbereitung auf eine militärische Laufbahn zu eignen schienen, sind weitgehend in Vergessenheit geraten. Dennoch macht Butler an Nelson, seinem sympathischen Protagonisten deutlich, dass wir uns trotz all unserer Fehler und Schwächen auch in schwierigen Situationen richtig entscheiden müssen: für das Gute, nicht für das Böse. Wir sollen Engel sein, nicht Teufel.
Nicht nur in Bezug auf das Pfadfinderleben ist Butlers Roman autobiografisch. Der Autor spricht hier aus Erfahrung, hat es selbst bis zum Rang des Adlers gebracht. Das zweite wichtige Thema ist die Beziehung von Vätern zu ihren Söhnen. Die Szene im Restaurant, wo der Vater dem Sohn das Zerbrechen der Familie ankündigt, hat Butler selbst erlebt. Im Roman macht er deutlich: den entscheidenden Halt finden Kinder bei ihren Müttern.
Butlers neuer Roman ist für mich zwar kein Meisterwerk, aber dennoch durchaus empfehlenswert.








