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Rezensionen von Bellis-Perennis:

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Eine großartige Biografie

Margaret Stonborough-Wittgenstein von Margret Greiner

Autorin Margret Greiner beschenkt ihre Leser mit dieser Biografie über Margaret Stonborough-Wittgenstein, die sich spannend und lebendig wie ein Roman liest.

Wer ist sie nun, diese Frau, die den selben Vornamen wie die Autorin trägt?

Margaret (1882 – 1958) ist das siebente Kind der reichen Unternehmerfamilie Wittgenstein in Wien geboren.

Karl Wittgenstein hat sein Vermögen mit Stahl- und Eisenfabriken gemacht. Er führt seine Familie wie die Unternehmen: Streng und autoritär. Darunter leiden die Ehefrau Leopoldine geborene Kallmus und vor allem die fünf Söhne. Sie sollen in die technischen Fußstapfen des Vaters treten und an technische Studien betreiben. Daran zerbrechen drei, die später Selbstmord begehen werden.
Die Töchter dürfen sich den schönen Künsten widmen und Hermine, die älteste, wird von Karl als Kunstkennerin und Beraterin hochgeschätzt.

Margarete, genannt Gretl, entwickelt recht bald einen eigenständigen oft sturen Charakter. Sie ist wissbegierig und eine begnadete Mathematikerin. Rein intellektuell käme für sie ein technisches Studium in Frage. Allein zu dieser Zeit sind Frauen am k.& k. Polytechnikum, wie die Technische Hochschule heißt, nicht zugelassen. So widmet sie sich den Künstlern der Secession wie Josef Hoffmann und Gustav Klimt.
Gretl lernt den Amerikanischen Fabrikanten Jerome Stonborough kennen, der ihre kluge Konversation sehr schätzt und ihrem Wissen auf Augenhöhe begegnet. Man heiratet 1905 und bekommt zwei Söhne Thomas und John. Die ersten Risse in der Ehe zeigen sich bald. Jerome erscheint als unsteter Mensch, weswegen die Familie mehrfach umsiedeln muss. Margaret schafft es immer wieder ihren Söhnen ein gemütliches Zuhause zu bieten. Sie geht in ihren Einrichtungs- und Gestaltungsplänen so richtig auf. Häuser und Wohnungen werden mit viel Liebe zum Detail und stilsicher kostbar eingerichtet.

Zweimal muss Margaret, die durch ihre Heirat mit Jerome amerikanische Staatsbürgerin geworden ist, ins Exil: Einmal während des Ersten Weltkriegs geht sie in die Schweiz, weil sie als Amerikanerin als Staatsfeindin gilt. Das andere Mal 1940 emigriert sie nach Amerika. Die Nürnberger Rassengesetze
machen aus der österreichischen Familie, sogenannte „Geltungsjuden“. Obwohl sie sich ihrer jüdischen Wurzeln gar nicht bewusst ist, zählen für die Nazis allein die jüdische Herkunft der Großväter.

Während der beiden Weltkriege entfaltet sich Gretls Organisationstalent. So lässt sie, angesichts der Berichte über hungernde Kinder in Wien, trotz aller behördlicher Schikanen Kondensmilch im Wert von 100.000 Schweizer Franken nach Wien bringen.
Die Nazizeit bringt sie an ihre emotionalen und körperlichen Grenzen. Sie verbringt wie ihre Schwester Hermine ein paar Tage in „Schutzhaft“, bevor sie es unter hohem finanziellen Einsatz schafft, zumindest einen ihrer jüdischen Großväter zu einem „Arier“ zu machen.

Vor ihrer eigenen Auswanderung gelingt es ihr, gemeinsam mit Marie Bonaparte, Sigmund Freud und seiner Tochter die Ausreise aus Österreich zu ermöglichen.

Bereits 1946 ist es ihr gelungen, ihre Villa in Gmunden und das Stadtpalais in der Kundmanngasse, das sie gemeinsam mit Bruder Ludwig gebaut hat, restituiert zu bekommen.
1950 kehrt sie endgültig nach Österreich zurück.
Im Alter wird sie ihrem Vater immer ähnlicher. Sie schreibt mahnende Briefe an die längst erwachsenen Söhne und versucht die Menschen ihrer Umgebung nach ihrer eigenen Vorstellung zu formen.

Meine Meinung:

Margret Greiner hat ein lebendiges Bild dieser starken Persönlichkeit, der eigenes (Liebes)Glück nicht so recht vergönnt war, dargestellt. Wir erleben die Höhen und Tiefen ihres Lebens mit. Die Selbstmorde dreier Brüder, die Kriegsverletzung von Bruder Paul, der als einarmiger Pianist in die Geschichte eingeht und die depressiven Phasen ihres wohl berühmtesten Bruders, dem Philosophen Ludwig, sowie der Selbstmord ihres Mannes Jerome hinterlassen Spuren in Margrets Persönlichkeit. In späten Jahren wird sie über das Scheitern ihrer Ehe reflektieren und dabei zum Schluss kommen, dass ihr nicht so sehr verhasst war als laue Temperaturen. (S.220).

Zu Beginn bekommen wir Einblick in das Wiener Gesellschaftsleben um 1900. Wir dürfen dabei sein, als Gustav Klimt jenes Porträt von Gretl anfertigt, welches das Buchcover ziert. Die Begegnung der beiden finde ich äußerst gelungen. Gustav Klimt, immer als wortkarg und maulfaul beschrieben, lässt sich während der Sitzungen auf ein knisterndes Ping-Pong-Spiel der Worte mit Gretl ein. Für gewöhnlich sagt man dem Maler ja auch ein Verhältnis mit seinen Modellen nach …

Der Schreibstil der Autorin gefällt mir ausnehmend gut. Ich durfte ihn schon bei „Auf Freiheit zugeschnitten“, der Biografie über Emilie Flöge kennenlernen. Den wunderbaren Text ergänzen Zitate von Geschwistern und Zeitgenossen sowie Ausschnitte aus den vielen Briefen, die von Gretl noch erhalten sind. Herrlich ist auch Gretls Mix aus Wienerisch und Englisch, den sie spricht und schreibt. Eine Reihe von Fotos ergänzt diese penibel recherchierte Biografie.

Schmunzeln musste ich bei der Episode auf den ersten Seiten, bei der ihr Enkel Pierre das Porträt von Klimt als nicht besonders gelungen findet. „Du kannst das Bild natürlich auch verkaufen. Aber viel bringen wird es wohl nicht.“ (S.12) Diese Begegnung wird am Ende des Buches noch einmal aufgegriffen. „Hätt‘ ich mich vor siebzig Jahren nicht so despektierlich über Klimts Bild geäußert, hätte meine Großmutter mir ihr Porträt vermacht“ (Pierre Stonborough, S. 295).

Die Ausfertigung des Buchs ist wieder hochwertig. In violettem Leinen gebunden, der Schutzumschlag mit dem Gretls Porträt von Klimt und der erhabenen Jugendstillettern des Titels machen das Buch zu einem repräsentativen Geschenk für alle jene, die gerne außergewöhnliche Menschen kennenlernen wollen.

Fazit:

Eine großartig gestaltete Biografie, der ich gerne 5 Sterne und eine absolute Leseempfehlung gebe.

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Eine großartige Biografie

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Eine interessante Biografie

Die Zarenmörderin - Das Leben der russischen Terroristin Sofja Perowskaja von Liliana Kern

Zunächst einmal zum historischen Hintergrund:

Seit 1855 herrscht Alexander II. (1818-1881) über Russland. Er gilt als Reformer. Seine Reformen umfassen u.a. die Modernisierung der Justiz, die Lockerung der Zensur, Einführung einer allgemeinen Wehrpflicht und teilweise Autonomie an den Universitäten.

Seine wichtigste Reform ist jedoch die Aufhebung der Leibeigenschaft für die Bauern 1861 und die Verteilung von landwirtschaftlichen Flächen an die Bauern. Die Zins- und Fronwirtschaft bleibt allerdings bestehen. Es gelingt nicht, die Landwirtschaft zu modernisieren. Allerdings erntet er dadurch erbitterten Widerstand der Großgrundbesitzer.

Vielen Theoretikern gehen die Reformen nicht weit genug. Deshalb erfolgt eine Radikalisierung der Opposition gegen das zaristische, imperiale Regime. Doch die Gegner sind sich nicht einig. Es gibt die Nihilisten und andere Gruppierungen. Besonders die Organisation „narodnja wolja“ (= Volkswille) ist zur Gewalt bereit. Ab 1878 werden Attentatspläne ausgearbeitet.

Zum Buch:

Sofja Perowskaja wird als Tochter einer reichen und einflussreichen Adelsfamilie in St. Petersburg geboren. Bereits als Kind spielt sie lieber mit Waffen als mit Puppen und lehnt die althergebrachte weibliche Rolle ab. Sofja ist überdurchschnittlich intelligent und will studieren. Vermutlich hat ihr despotischer Vater, der sowohl seine Ehefrau als auch seine Kinder misshandelt, einen großen Anteil daran, dass sie als 16-jährige ihr Elternhaus verlässt. In St. Petersburg lernt sie sie andere radikal eingestellte Jugendliche kennen. Zuerst schließt sie sich den Nihilisten an und identifiziert sich mit deren Ideen. Als die Nihilisten zerschlagen werden, findet sie Unterschlupf bei der radikalen Gruppe Volkswille. Zu Beginn ziehen die Mitglieder auch wirklich zu Bauern aufs Land, um ihren Willen zu erkunden bzw. zahlreiche Anhänger zu rekrutieren. Doch die meisten Bauern wollen weder schreiben noch lesen lernen und sind mit ihrem aktuellen Schicksal zwar nicht zufrieden, aber beschäftigt. Immer wieder dringt durch, dass man den Zaren als beinahe gottgleichen Imperator verehrt. Den radikalen Ideen der Gruppe können sich die Bauern nicht anschließen.

Es scheint, als arbeite die Organisation auf eigene Faust. Die Unterstützung von Millionen Bauern und Arbeitern bleibt aus.
Die Gruppe gerät in den Fokus der Geheimpolizei und immer wieder gelingt es Sofja noch rechtzeitig unterzutauchen.
In den Jahren 1879 und 1880 beteiligte sich Sofija Perowskaja aktiv an zwei Attentaten auf den Zaren, die jedoch misslingen. Nach und nach werden bedeutende Mitglieder des Volkswillen verhaftet, da die Gruppe unter ständiger Beobachtung steht.

Am 13. März 1881 gelingt es der Terrorgruppe, unter ihrer Leitung, den Zaren durch eine Bomben-Explosion zu töten.

Sofja Perowskaja, damals 27 Jahre alt, und die sechs anderen Attentäter werden verhaftet, vor Gericht gestellt und hingerichtet.

Meine Meinung:

Ich finde das Buch sehr interessant, vor allem aus Sicht der Gegner des Zaren. Bislang kannte ich zwar Alexander II. und seine Gemahlin Marija Alexandrowna, die gebürtige Prinzessin Marie von Hessen-Darmstadt (Die Hessin auf dem Zarenthron), sowie seine morganatische Ehefrau Jekaterina Dolgorukaja. („Katja, die ungekrönte Kaiserin“ aus dem Jahr 1959. In diesem kitschigen Film mit Curd Jürgens und Romy Schneider wird das Attentat dargestellt.).

Liliana Kern bringt uns den Lebensweg der Aristokratentochter, die sich so radikalisiert behutsam näher. Obwohl Sofja zu Beginn ihrer Agitationen gegen das Regime Terror ablehnt, findet sie sich mitten in der Spirale der Gewalt wieder. Als sie den „point of no return“ erreicht, gibt es keinen Weg zurück mehr. Selbst charismatisch, erliegt sie dem Einfluss von Scheljabow und wird der Kopf der Attentäter.

Einen interessanten Erklärungsversuch ihrer Motivation stellt die Autorin auf S. 232 auf: Der Mord am Zaren sei gleichzeitig der Mord an ihrem Vater und auch der Mord am Geliebten Scheljabow. Zar und Vater haben ihre Ehefrauen gedemütigt und betrogen, genauso wie Scheljabow seine zahlreichen Geliebten.
Der Mord am Zaren sei im Namen aller gedemütigten Frauen Russlands geschehen. Ein Zeichen, sich die Unterdrückung durch die Männer nicht mehr länger gefallen zu lassen.


Der Schreibstil ist sehr sachlich, beinahe schon trocken und sehr informativ. Eine interessante Biografie für die die Autorin in zahlreichen Archiven gestöbert hat (stöbern hat lassen).

Eine Frage hat sich für mich gestellt, die nicht beantwortet werden konnte: Wann ist Tyrannenmord gerechtfertigt?

Fazit:

Das Buch ist eine gute Ergänzung zur russischen Geschichte. Gerne gebe ich 4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Eine interessante Biografie

Rezensionen von Bellis-Perennis:

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... und es gibt sie doch!

Gravitationswellen von Hartmut Grote

Dr. Hartmut Grote, Physiker an der Uni in Cardiff, erklärt dem interessierten Laien ein Phänomen, an dem sich tausende von Wissenschaftlern beinahe die Zähne ausgebissen haben: Die Gravitationswellen.

In sieben Kapiteln versucht Dr. Grote die Schwierigkeiten der Kapazunder von Newton bis Einstein eine, mittels mathematischen Berechnungen gefundene Theorie, zu beweisen, darzustellen.

Selbst Albert Einstein war sich nicht sicher, ob die Gravitationswellen wirklich existieren. Deshalb sind die beiden ersten Kapitel ein wenig launig “Es gibt sie, es gibt sie nicht, ..” genannt.

Knapp 100 Jahre nachdem Albert Einstein seine Allgemeine Relativitätstheorie an der Preußischen Akademie der Wissenschaften vorgestellt, hat war es dann soweit:


Am 14. September 2015 ist der Nachweis gelungen: Es gibt sie!

Mittels Interferometer konnte Einsteins Theorie endlich bewiesen werden!

In den Kapitel 3-6 werden die Versuchsanordnungen, die notwendigen technischen Apparaturen der mehr als 50-jährigen Forschung erklärt und beschrieben.

Das letzte Kapitel gibt uns einen Ausblick auf zukünftige Rolle der Erkenntnis: Internationale Gremien wollen mit Hilfe der Gravitationswellen den Weltraum weiter erforschen.

Meine Meinung:

Professor Grote bemüht sich die technischen Apparaturen, die Messanordnungen und die Interpretation der Messergebnisse so zu erklären, dass sie auch von Nicht-Physikern verstanden werden.

Bei einigen Lesern wird sich vielleicht die Frage aufdrängen “Wozu brauchen wir das? Ist es gerechtfertigt aberwitzige Summen an Forschungsgeldern dafür auszugeben? Gibt es nicht andere Problem auf der Welt, die einer dringenden Lösung bedürfen, als den Nachweis zu erbringen, ob Einstein mit seiner Theorie recht hatte, oder nicht?

An dieser Stelle sei Goethes Faust (Faust I/Kap. 4) zitiert:

„Daß ich erkenne, was die Welt
Im Innersten zusammenhält,"

Fazit:

Ein spannendes Buch, das die Entschlüsselung eines der größten Rätsel der Physik kompakt darstellt. Gerne gebe ich 5 Sterne.

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... und es gibt sie doch!

Rezensionen von Nepomurks:

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Gutes Übungsprogramm!

Gravitationswellen von Hartmut Grote

In „Powertraining mit Tigerfeeling“ von Benita Cantieni geht es vorwiegend um das Bewusstmachen der eigenen Körper-Haltung, die Übernahme bestimmter Haltungsgrundlagen in den Alltag und das Training und die Stärkung z.B. durch sogenannte Mikrobewegungen in diversen Übungen, die in die Tiefe gehen.

Geeignet sind die Übungen meiner Einschätzung nach wohl grundsätzlich für Jedermann, auch wenn einige Inhalte ein wenig Einarbeitung bedürfen. Das Arbeits-Prinzip von Benita Cantieni ist größtenteils auf einfache Übungsabfolgen ausgerichtet, bei denen es mehrheitlich um An- und Entspannung von Körperteilen, Atmung und Erspüren von Abläufen im Körper geht, wie z.B. auch beim Yoga (die Übungen ähneln sich hier zum Teil) und Beckenbodentraining (bzw. Stärkung der Tiefenmuskulatur). Viele Bilder und Anleitungen begleiten dabei durch die einzelnen Einheiten und beschreiben ziemlich genau und detailliert (auch in Einzelbildfolge), worauf zu achten ist. Zudem gibt es eingangs im Buch ein ausführliches Kapitel über die wichtigsten Funktionen von Gliedmaßen und anatomischen Strukturen des menschlichen Körpers. Ich fand die Beschreibungen und Hinweise auf mögliche Fehlhaltungen, Probleme oder Schwachstellen dabei extrem hilfreich und interessant. Letztlich gefiel mir manches Mal nur die Sprache nicht so ganz, was schon mit dem Titel „Tigerfeeling“ anfängt und sich ein wenig durch das Buch zieht. Den fachlichen wie praktischen Inhalten schadet es allerdings nicht, liest sich nur nicht immer so toll. Das Buch ist ansonsten meines Erachtens recht umfangreich und ausgewogen was Information und praktischen Teil angeht. Geliefert wird das Buch außerdem zusammen mit relativ ausführlichen MP3-CD. Insgesamt konnte ich mit den Übungen, Einheiten und den Grundsätzen der Autorin viel anfangen und es war für mich nicht schwierig die Vorgaben umzusetzen. Man bewegt sich definitiv nach der Lektüre ein wenig bewusster und aufrechter und entwickelt ein Bewusstsein für die tieferliegenden Muskeln (z.B. Beckenboden).
Meiner Meinung nach ist es ein sehr brauchbares Buch, wenn man einfache Fehlhaltungen korrigieren möchte, simple aber durchdachte Übungen zur Stärkung verschiedener Körperbereiche sucht oder sich auch einfach nur sportlich in dieser Richtung betätigen möchte. Ich würde das Buch jedenfalls weiterempfehlen, von daher Daumen hoch und 5 Sterne.

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... und es gibt sie doch!

Rezensionen von HEYN Leserunde, Harald Schellander :

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Starke Hülle, dünne Fülle

Alles über Heather von Hartmut Grote

Das Buch liegt dank dickem Kartoneinband gut in der Hand. Doch das erweist sich als Verpackungstrick: Die Qualität der Fülle hält jener der Hülle nicht stand. Für mich ist „Alles über Heather“ eine aufgemotzte, typisch US-amerikanische Familiengeschichte, die erst gegen Ende etwas an Spannung gewinnt.

Der Drehbuchautor und Regisseur Matthew Weiner verzichtet in seinem ersten Roman auf Dialoge und sprachliche Finessen. Da sind seine Vorlagen für TV-Serien wie Mad Men und The Sopranos jedenfalls besser gelungen.

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Starke Hülle, dünne Fülle

Rezensionen von Maria D?rfler:

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Kurz, gut, "emotionslos"

Alles über Heather von Hartmut Grote

Obwohl es um große, ja tödliche Emotionen geht, wirkt der Text seltsam emotionslos auf mich. Sowohl die übergroße Liebe der Eltern zu ihrer besonders bezaubernden Tochter als auch das Begehren und die Leidenschaft der Protagonisten bleiben seltsam distanziert in der Erzählung. Vielleicht ist das der Kunstgriff? Gibt es in dieser Konstellation nur diesen Ausweg: Heather oder Bobby?
Berührend trotzdem das Gleiten und Fliegen des bevorzugten Mädchens im Leben und die Chancenlosigkeit, das Ausgestoßen Sein, die Grausamkeit der Fantasien und manchmal unrealistischen Traumfetzen des benachteiligten jungen Mannes.

Für mich ist es schon ein sehr besonderes Buch.
Maria Dörfler

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Kurz, gut, "emotionslos"

Rezensionen von CanYouSeeMe:

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Die amerikanische Prinzessin

Die amerikanische Prinzessin von Hartmut Grote

‚Die Amerikanische Prinzessin‘ von Annejet van der Zijl ist eine biografische Erzählung über das Leben der Allene Tew. Allene war mir bis dato kein Begriff, ihren Namen habe ich vorab in keinem Zusammenhang gehört. Daher war dieses Buch für mich gleichzeitig die Entdeckung einer komplett neuen Person.

Mit dem Schreibstil bin ich zuerst nicht wirklich klargekommen, ich habe einige Anläufe gebraucht, um mich diesem Buch zu nähern und auch am Ball zu bleiben. Die Erzählung basiert auf der Wiedergabe vieler Quellen, was sich auch beim Lesen bemerkbar macht. Da dieses Buch jedoch eine Biografie darstellt, ist dies zu erwarten und für meinen Geschmack wenig störend. Sehr schön fand ich die beigefügten Bildseiten, die den Text passend illustrierten und das Ganze für mich greifbarer gemacht haben.
Die Kapitel geben einzelne Lebensabschnitte wieder, die zu einem großen Teil von diversen Schicksals- und Rückschlägen geprägt sind. Bereits in den ersten Kapiteln wird klar, dass Allene Tew eine sehr starke Frau ist, die sich von keiner Widrigkeit aus der Bahn werfen lässt. Eine Eigenschaft, der ich viel Respekt entgegenbringe. Pro- und Epilog bilden eine Einheit, so dass die Erzählung recht rund ist. Neben den persönlichen Wendungen spielen auch die beiden Weltkriege eine zentrale Rolle. Ich fand es äußerst interessant, wie die Auswirkungen derer beschrieben wurden – für ich auch mal in einem neuen Licht.
Insgesamt war ich nach der Beendigung des Buches jedoch ein wenig ernüchtert. Die Geschehnisse waren gut wiedergegeben, ich habe die Handlung als sehr lehrreich empfunden. Mein Interesse an Allene Tew ist jedoch nicht gewachsen und ich habe mich mehrmals gefragt, warum sie die Hauptfigur dieses Buches geworden ist. Sie ist unzweifelhaft eine bemerkenswert starke Frau, die einen Lebenslauf mit vielen Höhen und Tiefen aufweisen kann – doch damit ist sie glaube ich nicht die Einzige ihrer Generation. Ich habe das Buch gern gelesen, wirklich fesseln konnte es mich jedoch nicht…

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Die amerikanische Prinzessin

Rezensionen von Krimine:

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Ein unterhaltsamer Psychothriller, der vor allem von seiner beklemmenden Atmosphäre lebt

Was in heller Nacht geschah von Karen Winter

Die deutsche Bestsellerautorin Judith Wagner kehrt nach erfolgreicher Veröffentlichung ihres neuesten Romans auf die norwegischen Lofoten zurück. Dorthin, wo die Handlung ihres Wirtschaftskrimis spielt. Denn obwohl ihr Buchprojekt längstbeendet ist, lässt sie dessen Handlung einfach nicht los. Doch kaum ist die Autorin auf der kargen Inselgruppe angekommen, vermischen sich Fiktion und Realität.

Und plötzlich findet sich Judith in erschreckend realen Szenen ihres Krimis wieder und begegnet sogar der Hauptfigur. Nur, dass der Mann, dessen Erscheinen ihr Angst einjagt nicht Einar Thorsen heißt, sondern Rune Kristensen und enorm wütend über Judiths Veröffentlichung ist.

"Was in heller Nacht geschah" ist nach "Wenn du mich tötest" der zweite Psychothriller, den die deutsche Autorin Karen Winter veröffentlicht hat. Mit einer undurchsichtigen Handlung und mystischen Elementen gelingt es ihr eine unterschwellige Spannung aufzubauen, die von unerklärbaren Ereignissen und starken Gefühlen getragen ist. So steht ihre Hauptfigur Judith Wagner vor einem Grabstein, den es gar nicht geben kann, rettet ein Kind, das bereits in ihrem Roman in Gefahr geraten ist oder trifft auf Menschen, die sie selbst erfunden hat. Ein beängstigendes und wirres Geschehen, das zum einen aus der Sicht von Judith selbst geschildert wird, zum anderen kommen neben Rune Kristensen, auch sein Onkel Knut und die auf den Lofoten untergetauchte Künstlerin Greta zu Wort.

Authentisch geschilderte Figuren und die lange Zeit nicht zu erklärende Erlebnisse der deutschen Autorin ziehen den Leser in seinen Bann, der gleichzeitig auch durch eine unheimlich wirkende Atmosphäre und die zu ihm passenden karg geschilderten Landschaftsbeschreibungen gefesselt wird. Schnell kommt bei ihm ein Gefühl der Beklemmung auf, die er Seite für Seite spürt. Und trotzdem er bis fast zum Schluss nicht weiß, ob Judith die seltsamen Dinge wirklich erlebt oder ob sie nur Visionen ihres kranken Hirnes sind, lassen sie ihn erst ruhen, wenn es eine plausible Erklärung dafür gibt. Allerdings sind einige der geschilderten Vorkommnisse zu weit hergeholt und die Handlung an sich hätte um einiges rasanter vonstattengehen können. Aber gut unterhalten hat die Geschichte der verzweifelten Autorin allemal.

Fazit:
Ein unterhaltsamer Psychothriller, der vor allem von seiner beklemmenden Atmosphäre lebt und von Figuren, die angenehm vielschichtig und authentisch in Erscheinung treten.

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Ein unterhaltsamer Psychothriller, der vor allem von seiner beklemmenden Atmosphäre lebt

Rezensionen von heinoko:

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Erschauernd spannend

Was in heller Nacht geschah von Karen Winter


Dass sich hinter dem wenig aussagekräftigen Cover ein rundum gelungenes Autorendebut verbirgt, war für mich eine positive Überraschung.
Eleonor Costello, eine Wissenschaftlerin, wird erhängt in ihrem Schlafzimmer aufgefunden. Detective Frankie Sheehan von der Dubliner Polizei, selbst noch schwer unter den Folgen ihres letzten Falles körperlich und seelisch leidend, spürt intuitiv, dass sehr viel mehr hinter diesem vermeintlichen Selbstmord steckt.

Kurz darauf wird eine zweite tote Frau gefunden, grausam zu Tode gefoltert. Und spätestens jetzt beginnt eine Tätersuche, die tief hinabführt in eine Welt des Quälens, in eine Spirale der Gewalt als Lustgewinn.
Olivia Kiernan schreibt im Präsens. Zudem hat sie Frankie Sheehan als Ich-Erzählerin gewählt. Allein schon diese Stilform macht das Geschehen hautnah erlebbar. Wir tauchen tief ein in das erlittene Trauma von Frankie, in die Panikattacken und in ihren Kampf, sich selbst immer wieder neu zu überwinden. Feinste Beobachtungen, detaillierte Nuancen des inneren Erlebens machen die Handlung zu einem atmosphärisch und psychologisch dichten Thriller. Dazu kommen noch Dialoge mit teils beißendem Humor und insgesamt der in der Bildwahl mitunter fast expressionistisch anmutende Schreibstil. Und ein Plot, in dem vergangenes und neues Grauen sich wie zwei Schlangen lautlos und unaufhaltsam aufeinander zubewegen. All dies ergibt einen großartigen Thriller, erschauernd spannend.

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Ein unterhaltsamer Psychothriller, der vor allem von seiner beklemmenden Atmosphäre lebt

Rezensionen von HEYN Leserunde Erika Liebminger:

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Dramatisch!

Alles über Heather von Karen Winter

Eine Geschichte um die besonders hübsche und liebenswerte Heather, ihre überspannten Eltern Karen und Mark aus New Yorks Oberschicht, und Bobby, den psychisch labilen und gewalttätigen Sohn einer drogenabhängigen Mutter. Zu sehr mit ihrer Tochter beschäftigt, merkt Karen nicht, dass ihre heile Welt am Zerbrechen ist.

Das Drama beginnt als Heather fünfzehn ist und der Ex Häftling Bobby sich für sie interessiert. Er ist berauscht von ihrer Schönheit und von ihrem Duft und in seiner krankhaften Fantasie träumt er davon, sie zu besitzen und anschliessend zu töten. Mark will Heather beschützen und in seiner panischen Angst um das Leben seiner Tochter, lockt er Bobby in sein Apartement und stösst ihn aus dem Fenster des neunten Stockwerks. Fast ein Psychothriller, trocken und kurz erzählt, bis zum dramatischen Ende.

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Dramatisch!