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Rezensionen von begine:

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Tragikomiscj

Die Autorin Catharina Junk hat mit „Bis zum Himmel und zurück“ einen wunderbaren tragikomischen Roman geschrieben. Manchmal traurig und dann wieder lustig. Die Handlung findet in Hamburg und in Bremen statt.
Die Drehbuchautorin Katja lebt praktisch in ihren Geschichten ihre Kindheit nach und kann nebenbei in viele Leben schlüpfen.

Aus ihrer Kindheit hat sie ein Trauma behalten, sie gibt sich selbst die Schuld am Tod ihrer kleinen Schwester. Dadurch fällt ihre Familie auseinander.
Wenn sie aus ihre Zeit mit ihrer Schwester erzählt, das ist so real. Da war die Welt noch in Ordnung. Nach dem Unfall bleibt Katja mit ihrer Mutter, die ihre Trauer im Alkohol ertränkt, allein. Keine leichte Zeit für die damals 12jährige Katja.
Jetzt erfährt sie vom Schlaganfall des Vaters, der im Koma liegt. Katja lernt seine neue Familie kennen.
Die Autorin beschreibt die Fragen, Überlegungen und Antworten wunderbar einfühlsam. Sie hat einen prima Schreibstil, der mir sehr zusagt.
Die Gestaltung dieses Romans ist nahezu perfekt.
Ich möchte gerne mehr von Catharina Junk lesen.

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Rezensionen von Gaby 2707:

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Gelungener Start für stella & Co.

Cäcilie von Breidenbach, eine gute Bekannte von Maria Schmidt, die als Hohepristerin Madame Phytia aus ihrer Glaskugel liest, ist urplötzlich verstorben. Dabei hatte ihr gerade erst ihr Hausarzt attestiert, dass sie kerngesund ist. Sie wollte ja mit ihrer Nichte auf Weltkreuzfahrt gehen. Stella Albrecht, die als Astrologin ihr Geld verdient, hegt den Verdacht, dass es sich hier vielleicht um Mord handeln könnte.

Davon will Kommissar Arno Tillikowski allerdings nichts hören. Für ihn zählen nur Fakten und Beweise und keine Sternenkonstellationen.

Stella Albrecht, die neue Hauptprotagonistin bei Lotte Minck, durfte ich ja schon bei einem kurzen Auftritt von Loretta Luchs in ihrer letzten Geschichte kennenlernen. Da war mir die junge Frau schon sehr sympathisch. Und natürlich Oma Maria, die ich auch schon kennenlernen durfte. Sie ist mir wahrscheinlich durch ihre Originalität genau so ans Herz gewachsen wie Stella. Die Dritte im Haus mit riesigem Park und Garten ist Felicitas, Konrektorin einer Gesamtschule, der krasse Gegensatz zu ihrer Mutter Maria und ihrer Tochter Stella. Auch die anderen Mitwirkenden im Umfeld von Stella, sei es ihr guter Freund und Journalist Ben Glaeser, Kommissar Arno Tillikowski oder Otto, ein Freund von Maria – alles mir sehr sympathische Menschen.
Den Gegenpart stellen die Erben der alten Matriarchin Cäcilie von Breidenstein. Serena liebt das Glücksspiel, verliert nur meist oft. Sie ist wie eine Gans, die sich gut rupfen lässt. Ihren Bruder Florian zieht es mehr zu spektakulären Börsengeschäften, von denen er aber keine Ahnung zu haben scheint und zu teuren käuflichen Damen. Undine von Breidenbach verfügtüber eine ganze Palette von Masken, die sie versteht, sehr schnell zu wechseln. Und dann wäre da noch Holger van Aalen, der Guru der Astrologen-Szene, selbstverliebt, arrogant aber sehr geschäftstüchtig. Diese Menschen finde ich zwar interessant und ein bisserl geheimnisumwoben, möchte aber mit keinem von ihnen befreundet sein.

Allein das Cover ist eine Schau, hat mich magisch angezogen, und webt sich gekonnt in die Geschichte ein.

Die Geschichte selbst liest sich wie immer leicht und flüssig und strotzt nur so vor Situationskomik. Ich lerne die allesamt neuen Protagonisten recht ausführlich kennen. Beim Lesen habe ich gemerkt, dass ich die Geschichte immer noch mit denen von Loretta Luchs vergleiche. Aber ich denke, das wird bald aufhören.
Die Spannung ist allein durch den plötzlichen Tod der alten Dame von Anfang an da und hält sich bis zum Schluss bzw. steigt sogar noch weiter an. Ansonsten empfinde ich die Krimödie bis auf den Schluss eigentlich als eher ruhig. Es macht richtig Spaß, Stella, Ben und Arno zuzuhören, wie sie fachsimpeln und versuchen aus den neuen Erkenntnissen etwas herauszulesen.

Ich bekomme kleine Einblicke in die Astrologie und in eine ganz besondere Sternenkonstellation, was mir sehr gefällt und was ich für ein spannendes Thema halte, wenn es jemand so wie Stella angeht.

Eine wie immer amüsante Geschichte, die etwas mehr Ruhrgebietsromantik und Sprache gebrauchen könnte, die mich gut unterhalten hat. Ich freue mich auf weitere astrologische Ermittlungen von Stella, ihrer Oma, Ben und Arno.

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Rezensionen von yellowdog:

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Literatur voller Kraft

Schon lange wollte ich einmal etwas von Patrick White lesen, dem bisher einzigen Literaturnobelpreisträger aus Australien. Das aber anfangs so verhalten und zurückhaltend erzählt wird, hatte ich nicht erwartet. Dazu mit Dialogen, die sich aber aus der Gesellschaftsschicht im neunzehnten Jahrhundert ergeben, aus denen die Protagonisten stammen.

Es wird der Zustand zwischen Konventionen, Zurückhaltung und versteckter Leidenschaft deutlich.

Patrick White hat mit seiner Romanhauptfigur Ellen Roxburgh eine interessante Person. Zusammen mit ihrem Mann macht sie eine Schiffsreise.
Lange Zeit ist der Roman undramatisch. Das ändert sich als das Schiff auf eine Riff läuft und vor der Küste von Queensland kentert. Sogar sprachlich gewinnt der Roman an Lebhaftigkeit. Patrick White überzeugt hier mit einer bildstarken, detailreichen Sprache, die neben seinen Themen der Grund für seinen Ruhm ist.
Kraftvoll wird die Handlung weiter erzählt.
Der Autor zeigt, wie schnell der schmale Grad zwischen Zivilisation und archaischer Welt erfolgen kann und er zeugt vom Überlebenswillen einer Frau.

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Rezensionen von Sheena01:

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Was geschah mit Tom?

Totengrab von Keith Nixon

Inhalt:
Der sechsjährige Sohn Tom von Detective Sergeant Solomon Gray verschwindet spurlos im Zuge eines Jahrmarktbesuches mit seinem Vater. Die Ehe Grays zerbricht daran, seine Frau nimmt sich das Leben, die ältere Tochter Grays bricht den Kontakt zum Vater ab. Verbissen versucht dieser, etwas über den Verbleib seines Sohnes herauszufinden.

Als er 10 Jahre nach dem Verschwinden Toms zu einem angeblichen Selbstmord eines 16jährigen gerufen wird, glaubt Gray daher anfangs, dass es sich dabei um seinen vermissten Sohn handeln könnte. Je mehr er über diesen Fall herausfindet, desto tiefer wird er in einen Sumpf von Lügen, Pädophilie und kriminelle Machenschaften hineingezogen. Wem kann er noch trauen?

Handlung:
Das glückliche Familienleben Detective Sergeant Solomon Grays scheint den Bach hinunter zu gehen, als er am sechsten Geburtstag seines Sohnes Tom mit diesem den Jahrmarkt besucht und dieser während einer Geisterbahnfahrt verschwindet und trotz jahrelanger Suche nicht mehr auftaucht. Die Mutter Toms verkraftet den Verlust nicht und nimmt sich nach fünf Jahren das Leben. Für das zweite Kind, die ältere Schwester Toms übernehmen die Großeltern die Obsorge. Solomon bleibt allein zurück und arbeitet verbissen an der Suche nach Tom. Als 10 Jahre später ein 16 jähriger Bursche Selbstmord begeht, denkt der zum Tatort gerufene Solomon Gray dabei gleich an seinen Sohn, was sich jedoch als Trugschluss erweist. Die Umstände des Todes sind so mysteriös, dass Solomon Nachforschungen stellt und dabei immer tiefer in ein Netz von Lügen, und dubiosen Machenschaften gerät.

Schreibstil:
Die Geschichte wird in zwei Ebenen erzählt: auf der einen Seite werden die aktuellen Geschehnisse berichtet, und auf der anderen in Rückblicken die Ereignisse rund um Toms sechsten Geburtstag geschildert. Das Ganze wird dem Leser in Bruchstücken häppchenweise hingeworfen, was in gewisser Weise auch Solomon Grays Zerrissenheit widerspiegelt.

Charaktere:
Dabei wird besonderes Augenmerk auf die Gefühlslage des Vaters Solomon gelegt, der einen Verlust nach dem anderen erlebt und dabei jegliche Hilfe von außen verweigert. So ist auch sein beruflicher Absturz nur eine Frage der Zeit, da sein Privatleben untrennbar mit seinen beruflichen Ermittlungen verbunden ist. Seine Gedanken kreisen fast ausschließlich um das Schicksal seines Kindes und um einen etwaigen Zusammenhang mit dem Tod des anderen Jungen. Wenn der Schmerz über sein zerstörtes Familienglück zu groß wird, versucht Gray diesen im Alkohol zu ertränken.
Die anderen Charaktere rund um Gray sind eher Randfiguren, die sich ihm mehr oder wenige in den Weg stellen, oder ihn bei seiner Suche unterstützen wollen. Nur wer dabei Freund oder Feind ist, das ist für Solomon oft nicht einfach zu durchblicken.

Cover:
Das Coverbild mit dem sich rasant drehenden Karussel spiegelt das Leben des ermittelnden Detectives wider, der in seinem eigenen Leben oft nichts anderes ist als ein Passagier in einem Ringelspiel. Es wirkt irgendwie sehr düster und drohend.

Autor:
Keith Nixon ist gelernter Apotheker, der jedoch mittlerweile in den Vertrieb einer High-Tech-Firma gewechselt hat. Heute lebt er zusammen mit seiner Familie im Nortwesten Englands, wo er Romane und Kurzgeschichten schreibt.

Meinung:
Die Geschichte wird in Bruchstücken erzählt, sodass man anfangs Mühe hat, in die Geschichte hineinzufinden. Man kann die verzweifelte Zerrissenheit des Vaters förmlich spüren, die Geschichte wirkt phasenweise etwas holprig. Der Verbleib Toms bleibt bis zum Schluss offen, was auf weitere Ermittlungsfälle Solomon Grays hindeutet, bei denen die Suche nach Tom im Hintergrund weiterläuft. Man darf also gespannt sein, ob Solomon Gray je etwas über das Schicksal seines Kindes herausfinden wird, zu wünschen ist es ihm auf alle Fälle!

Fazit:
Ein Buch mit sehr tristem Inhalt, das aber auch über weite Strecken sehr spannend geschrieben ist.

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Was geschah mit Tom?

Rezensionen von begine:

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Schiller und Goethe als Ermittler

Die Affäre Carambol (Goethe und Schiller ermitteln) von Stefan Lehnberg


Stefan Lehnberg ist mit diesem Roman ein gutes skurriles Werk gelungen. Aus der Vita des Autors habe ich gesehen, das es schon einen kriminalistischen Teil mit Goethe und Schiller gibt. Was für eine Idee, die Beiden zu einem Ermittlerteam werden zu lassen.
Der Autor lässt Friedrich Schiller als Erzähler brillieren.

Die Altdeutsche Schreibweise sind eine gute Einlage und beeinträchtigt den Lesefluss nicht.
Schon die Reise der Beiden mit der Postkutsche nach Frankfurt am Main ist witzig erzählt und der Besuch bei Goethes Mutter zum Tee, famos.
Dann sollen sie Ermitteln, wer hat die zwei Stadträte ermordet. Die Todesfälle nehmen zu und auch unser Ermittler sind in Gefahr. Manche Szenen sind humorvoll dargestellt.
Dubiose Mehllieferungen werden in die Stadt gebracht. Da will sich wohl jemand bereichern, falls Frankfurth von Napoleon belagert wird. Die Ermittler suchen das Versteck. Man erfährt dann noch von einigen Intrigen und Verbrechen.
Der Roman ist ein historischer Krimi, mit guten humorvollen Stil, der sich ganz ordentlich lesen lässt.

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Schiller und Goethe als Ermittler

Rezensionen von manu63:

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Auch Folge 9 überzeugt

Die Affäre Carambol (Goethe und Schiller ermitteln) von Stefan Lehnberg

Mit dem neunten Hörspiel der Reihe Heliosphere 2265 Entscheidung bei NOVA bringt der Autor Andreas Suchanek die Geschichte ein ganzes Stück weiter. Entscheidungen werden getroffen und einige Handlungsstränge enden in Folge neun, dafür werden neue Pfade geöffnet.

Da ich die Reihe bereits als ebook gelesen habe fiel es mir nicht schwer die Zusammenhänge zu verstehen, wer nur die Hörspielreihe kennt, sollte sich erst wieder auf den neusten Stand bringen und noch mal in die Vorgänger hineinhören um sofort wieder ins geschehen zu kommen.

Stimmlich wurde alles gut umgesetzt, die gewählten Stimmlagen passen zu den Charakteren wobei die Frauenstimmen sich nicht so markant unterscheiden wie die der Männern. Daher wäre es gut wenn sich in weiteren Folgen die Protagonisten während der Dialoge immer mal wieder mit Namen anreden würden. So kann man als Hörer besser folgen und muss nicht überlegen wer da gerade spricht.

Beim ersten mal habe ich das Hörspiel über Kopfhörer angehört, da waren mir die Kampfgeräusche im Gegensatz zu den Dialogen zu laut, ohne Kopfhörer war es besser.

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Schiller und Goethe als Ermittler

Rezensionen von heinoko:

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Vom Schildweinbraten zur modrigen Else

Wir Buddenbergs - Der Schatz, der mit der Post kam von Antje Herden

Mia ist ein ganz besonderes Mädchen. Sie lebt in einer kunterbunten, etwas chaotischen, übersprudelnd lebendigen Familie, die aus Opipi, Mama und drei Geschwistern besteht. Mia ist besonders, denn erstens hat sie einen ganz eigenen Papa, den sie gelegentlich auf dem Friedhof besucht, und zweitens hat sie eine großartige Methode gefunden, den Trubel um sie herum zu „ordnen“, indem sie sehr ordentliche Landkarten in ein Skizzenbuch zeichnet, das sie ihren Lebensatlas nennt.

(Meine persönliche Vorliebe gilt übrigens der Karte „Herkunft unserer Teller“…) Als eines Tages ein uralter Brief aus London ankommt, der ungefähr 140 Jahre unterwegs gewesen war, beginnt eine spannende Suche nach einem Geheimversteck in der alten Villa.
Mia und ihre Familie sind so liebenswert, so verrückt, so trubelig, dass man beim Lesen aus dem Schmunzeln nicht mehr herauskommt. Schon lange habe ich kein Kinderbuch mehr gelesen, das mir beim Lesen so viel Spaß bereitete. Der Ideenreichtum der Autorin scheint unbegrenzt. Sie mischt überaus geschickt Spannung und Spaß, auch ein klein wenig Ernst zu einer Geschichte, die uns viel erzählt über Individualität, Toleranz und liebevolle Familienzusammengehörigkeit. Die detaillierten Zeichnungen von Florentine Prechtel unterstreichen die Geschichte auf perfekte Weise.
Fazit: Ein Kinderbuch wie es sein soll: Spannung, Spaß und Ernst fröhlich-liebevoll erzählt.

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Vom Schildweinbraten zur modrigen Else

Rezensionen von Laszlo Zoltan:

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Fehlende Spannung

Alles über Heather von Antje Herden

Ein Kennzeichen der Novelle ist die Kürze. Diese Art der Erzählform hat Matthew Weiner wohl gewählt, denn für einen Roman wäre der Stoff wohl zu dünn gewesen. Auf knapp 130 Seiten schildert er gesellschaftskritisch und ironisch das konfuse Eheleben einer amerikanischen Familie, deren Tochter Heather alles ins Wanken bringt.

So lange, bis es zu einem Mord kommt. Der Leser fühlt sich wie ein Besucher in einem Aquarium vor dem Haifischbecken. Er beobachtet die Fische und den Hai und fragt sich, wann er zuschlägt und wer daran glauben muss. In dieser Geschichte ist es vorhersehbar und ohne Reiz.

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Fehlende Spannung

Rezensionen von AngiF:

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Der rechte Platz im Leben

Alles über Heather von Antje Herden

Mr. Porritt hat es nicht leicht mit seiner Nichte, ständig muss er sie aus misslichen Situationen retten. Wieso benimmt sie sich so abnormal, denn das ist es doch: nicht normal! Wie kann sie allein zum Teetrinken ins Ritz gehen? Wer bleibt schon einen ganzen Tag im Bett liegen, Orangen verzehrend, um den Kopf freu zu bekommen, nur weil es so in einem Artikel stand? Nun Cluny tut es.

Als sie sich wieder einmal eine Eskapade leistet, die Mr. Porritt nicht gutheißen kann, reißt ihm der Geduldsfaden. Er schickt sie aufs Land, um eine Stellung anzutreten. Da konnte Cluny noch so wütend sein, verletzt sogar, alle Diskussionen nützen ihr nichts. Sie wird nach Friars Carmel geschickt. Dort ist man froh, als man das neue Hausmädchen sieht, keine umwerfende Schönheit wie das vorherige, dieses Mal bleiben Komplikationen wohl erspart. Doch die Hausdame und die Lady von Friars Carmel können nicht wissen, dass Clunys unkonventionelle Art schon ausreicht, um zu betören. Wird Cluny nun den richtigen Platz in ihrem eigenen Leben finden?

In exklusiver, hoch anspruchsvoller Sprache hat die Autorin Margery Sharp ihren Roman verfasst. Ein Riesenlob auch an die Übersetzerin Wibke Kuhn, die perfekt den Ton des Buches getroffen hat. Margery Sharps Schreibstil ist unvergleichlich und ganz wunderbar. Die Geschichte sprüht nur so vor amüsanten Szenen und mit ihrer Detailliebe zeichnet sie sie so hervorragend, dass ich sie bildlich vor mir sehe. Die Charaktere sind einmalig und voller Seele.

Kleines Extra-Wissen: Die Autorin dürfte uns allen bekannt sein, hat sie doch das Buch „Bernhard und Bianca“ geschrieben, dass ich als Kind gelesen habe und natürlich dessen Verfilmung ich gesehen habe.

Von Herzen gerne vergebe ich diesem Buch fünf von fünf möglichen Sternen und empfehle es natürlich weiter. Leser, die Coming of Age Romane lieben, werden von diesem begeistert sein, der zeigt, wie es einer jungen Frau, die ich als Freigeist bezeichnen möchte, Ende der 30er Jahre in Großbritannien erging.

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Fehlende Spannung

Rezensionen von KimVi:

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Fesselnder Roman, der zum Nachdenken anregt

Die Vergessenen von Ellen Sandberg

Manolis Lefteris führt in München ein angesehenes Autohaus. Keiner weiß, dass er außerdem der Mann ist, der ganz besondere Aufträge erledigt. Dieses Mal soll er Unterlagen besorgen, die auf keinen Fall in die falschen Hände geraten dürfen. Manolis hält diesen Auftrag für reine Routine, doch dann entwickelt er sich anders als gedacht.

Manolis kommt einem unglaublichen Verbrechen auf die Spur, das seit Jahrzehnten ungesühnt ist und muss eine Entscheidung treffen.

Ellen Sandberg, die Krimifans eher unter dem Namen Inge Löhnig kennen dürften, erzählt diesen interessanten und zum Nachdenken anregenden Roman, auf verschiedenen Zeitebenen. Im Jahr 1944 verfolgt man die erschütternden Beobachtungen, die die Krankenschwester Kathrin in einer sogenannten Heil- und Pflegeanstalt macht. Dieser Handlungsstrang wechselt sich mit dem aktuellen Geschehen, in dem sich Manolis Lefteris auf die Suche nach den geheimnisvollen Dokumenten macht und dabei auf die Journalistin Vera Mändler, eine Nichte Kathrins, trifft.

Der Einstieg in diesen Roman verläuft zunächst eher gemächlich, da man sich erstmal mit den unterschiedlichen Strängen und den jeweiligen Akteuren vertraut machen muss. Beide Perspektiven sind aber von Anfang an interessant, da man erfahren möchte, wie sich das alles verbinden wird. Im weiteren Verlauf nimmt die Handlung dann auch deutlich an Fahrt auf. Denn im aktuellen Strang spitzen sich die Ereignisse zu und in der Perspektive, die sich in der Vergangenheit zuträgt, mag man kaum glauben, was man dort erfährt.

Der Schreibstil ist sehr flüssig und angenehm lesbar. Es gelingt der Autorin hervorragend, Protagonisten und Handlungsorte so zu beschreiben, dass man sie vor Augen hat. Deshalb kann man mühelos in die Geschichte eintauchen. In beiden Handlungssträngen fiebert man mit den Protagonisten mit und macht sich Gedanken, wie das alles enden wird. Auch wenn man glaubt, das Ende vorherzusehen, wird man durch unvorhersehbare Wendungen überrascht, sodass man förmlich in den Sog der Ereignisse gerät.

Ich habe mich beim Lesen dieses Romans ausgesprochen gut unterhalten, da ich mühelos in die Geschichte eintauchen konnte und früh in den Sog der Handlung geriet. Dadurch mochte ich das Buch nur ungern aus der Hand legen und habe es deshalb beinahe in einem Rutsch gelesen. Ich habe dabei mit den Protagonisten mitgefiebert und mochte manchmal kaum glauben, was dort geschrieben stand. Vor allen Dingen deshalb, da ich mir immer vor Augen hielt, dass die Ereignisse in der fiktiven Heilanstalt, ja tatsächlich an anderer Stelle geschehen sind. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala bekommt das Buch alle fünf Bewertungssterne, da es mich berührt und zum Nachdenken angeregt hat.

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Fesselnder Roman, der zum Nachdenken anregt