Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Gaby 2707:
Tragik, Satire und Humor toll vereint
Guten Morgen, Genosse Elefant von Wilson Christopher
"Es gibt Schlimmeres im Leben"
1953 ist Juri Zipit zwölfeinhalb Jahre alt, hat aber in seinem Leben schon viel mitgemacht, was ihn auch geprägt hat. Er wurde vor sechs Jahren von einem Milchlaster angefahren und anschließend von einer Straßenbahn überfahren. Er hat einen, wie er es beschreibt, beschädigten Körper und geschädigten Verstand, aber eine starke ungebrochene Seele.
Vor allem sagt er immer, was er gerade denkt. Er wird immer anders sein. Aber gerade diese Andersartigkeit, der Ausdruck, der auf seinem Gesicht liegt, macht ihn zu etwas ganz Besonderem. Die Menschen lieben ihn und dieses Gesicht und vertrauen ihm ihre geheimsten Gedanken an. Obwohl sie dies oft nicht wollen. Und Juri hat gelernt, damit umzugehen.
Zusammen mit seinem Vater Doktor Roman Alexandrowitsch Zipit, einem weltberühmten, allseits respektierten Veterinärarzt lebt er in einer Personalwohnung des Zoos in Moskau gegenüber dem Elefantengehege. Als sein Vater eines Tages zu einer geheimen Behandlung eines geheimen Kranken abgeholt wird und Juri mitnimmt, gerät der Junge als Stalins Vorkoster bald mitten hinein in die Machtkämpfe und politischen Intrigen auf Stalins Datscha.
Christopher Wilson lässt Juri in seiner altersmäßig einfachen, kindlich naiven und langsamen Sprache erzählen. Sich selbst beschreibt Juri sehr intensiv und richtet auch immer mal wieder das Wort an uns, den Leser. "Das was ich erzähle, ist alles wahr. Absolut, komplett, total wahr. Bis auf ein paar Kleinigkeite, die ich ändern musste. Aber nur, was Zeiten, Orte, Namen und Ereignisse angeht." Kennt man die Geschehnisse um Stalins letzte Wochen herum, so kann man diese Änderungen aber schnell zuordnen.
Obwohl immer wieder auch von Greuel und Schrecklichem erzählt wird – durch die Erzählung von Juri nimmt es an Schrecken ab und wirkt wie leicht daher erzählt. Diese Leichtigkeit durchzieht die ganze Geschichte. Trotzdem empfand ich es beim Lesen schon hier und da als schwere Kost, eingewickelt in einen Mantel aus Humor, Satire und Tragik, die nachwirkt und genügend Spielraum für eigene Gedanken lässt.
Ich habe hier und da schmunzeln müssen, einige Male auch laut gelacht, an anderen Stellen nicht glauben wollen, was dort steht. Aber durch die vielen Dialoge, die sich manchmal über Seiten hinziehen, war ich auch mal etwas gelangweilt.
Ein tolles Buch voller Tragik, Satire und Humor, aber auch mit einem tiefen Ernst. Ich habe es sehr gerne gelesen und das Buch bekommt von mir 4,5 Sterne..
Rezensionen von Nepomurks:
Überraschend einfache, aber sehr effektive Übungen!
Guten Morgen, Genosse Elefant von Wilson Christopher
Günther Bisges hat auf seiner CD „Feldenkrais - Mund und Kiefer ganz entspannt“ eine MP3-Folge zusammengestellt, mit der man sich im Grunde die Kopfpartie in ihrer gesamten Anatomie bewusst machen kann und gut umzusetzende Übungs-Anleitungen zur Entspannung der Mund-, Kiefer- und Nackenmuskulatur erhält.
Ich fand zunächst einmal die Stimme des Sprechers sehr angenehm und eingängig. Es wird sehr ruhig und gut verständlich gesprochen, zwischen den einzelnen Übungen gibt es dazu immer wieder nützliche Pausen. Der inhaltliche Aufbau der Übungen zum Verständnis der betreffenden Muskulatur-Bereiche des Kopfes war für mich persönlich sehr gut gestaltet und sogar ziemlich interessant. Die Abläufe der Übungen bauen zwar im Grunde aufeinander auf, können aber auch im Einzelnen zur Anwendung kommen. Die jeweiligen Kapitel (Gesamtdauer mit Einführung ca. 60 Minuten) waren alle sehr leicht nachzuvollziehen, bzw. mitzumachen. Ich hatte zuvor noch keinerlei Kontakt mit der „Feldenkrais-Methode“, war aber positiv überrascht von den merkbaren Auswirkungen. Die Übungen sind sicherlich kein „Allheilmittel“, aber bei mir als typischer „Zähne-Knirscher“ ist es im Kiefer-Bereich und auch im Nackenbereich tatsächlich wesentlich besser geworden. Schön finde ich zudem, dass man die Übungen überall anwenden kann und sie in der Gestaltung und in der Art der Durchführung einfach gehalten sind. Das Einzige, was man benötigt, ist wohl etwas Ruhe.
Ich kann die CD aus meiner Sicht jedenfalls absolut uneingeschränkt weiterempfehlen, deshalb 5 Sterne.
Rezensionen von rewareni:
Die Macht der Liebe
Guten Morgen, Genosse Elefant von Wilson Christopher
Im 13. Jahrhundert, in dem Hexenverbrennung und Aberglaube eine große Rolle spielen, begegnen sich zwei Menschen, die beide eine tragische Lebensgeschichte hinter sich haben. Der Herzogssohn Alexander, der bei einem furchtbaren Brand, nicht nur Freunde bei seiner Rettungsaktion verliert, sondern auch schreckliche Brandnarben davon trägt, wird von diesem Moment an nur mehr der Kapuzenmann genannt.
Da kommt es seiner verhassten Stiefmutter Otilia recht, dass man ihn für die furchtbare Tragödie verantwortlich macht und ein jahrelanger Fluch wird von nun an Alexander begleiten. Sein Zufluchtsort ist eine verlassene Burgfeste, wo er ein einsames und zurück gezogenes Leben führt. Bis zu dem Tag als er im Wald Flötentöne hört, die sein Herz berühren. Die Flötenspielerin Leah ist selbst eine Vertriebene, der man als Kind, nachdem eine Frau bei der Geburt ihren Sohn verloren hat, den bösen Blick zugeschrieben hat und sie der Hexerei angeklagt werden sollte. Nach ihrer Flucht in dem Dorf gelandet, ist für sie das Flötenspiel ein Ausdruck für all ihre Empfindungen, egal ob fröhlich oder traurig. Zwei Menschen, die beide eine schwere Last tragen, finden langsam, aber sicher zusammen. Viele Ängste und Hürden müssen sie überwinden, wo die Schatten der Vergangenheit immer wieder drohen sie zu umhüllen. Kämpfe um Leben und Tod werden immer wieder ihr Begleiter sein, wo sich zeigen wird, dass die Kraft der Liebe ein starkes Schwert ist, das nie aufhört zu kämpfen.
Die Autorin Hilga Höfkens hat mit ,, Die Flötenspielerin´´ einen historischen Roman geschrieben wo man als Leser eintauchen kann in Turnierkämpfe, edle Ritter und Aberglaube. Es ist eine romantische Liebesgeschichte, wo man zwar schon Beginn weg weiß, dass sich die zwei Liebenden finden werden, aber es ist trotzdem schön zu lesen, welche Hindernisse sich ihnen in den Weg stellen. Fast schon märchenähnlich wird die Geschichte erzählt, wo man als Leser eintauchen kann in Empfindungen, die das Flötenspiel auslösen, wo es schöne Beschreibungen des Zusammentreffens der beiden gibt und wo man auch eine Einführung in die Kräuerkunde bekommt. Leah kennt sprichwörtlich für jede Krankheit und für alle Beschwerden ,,ein Kraut´´ , wo man selbst einen spannenden Einblick bekommt. Die Geschichte ist locker geschrieben und man kann für ein paar Stunden eintauchen in eine Zeit wo tapfere Ritter um die Gunst ihrer Dame buhlen, wo das Aderlassen eine gängige, aber kaum hilfreiche Methode war einen Kranken zu heilen und wo zum Glück das Gute über das Böse siegt.
Rezensionen von heinoko:
Explodierendes Oma-Glück
Guten Morgen, Genosse Elefant von Wilson Christopher
Was für eine wunderbare Beschreibung: Oma-Glück, das in der Achterbahn geradezu explodiert… Ein Autor, der so ein intensives Gefühl beschreiben kann, dem konnte nur ein richtig, richtig gutes Kinderbuch gelingen!
Leni und Jonas sind viel allein, denn die Mutter muss immerzu arbeiten, manchmal auch am Wochenende.
Die beiden Kinder sind sehr selbstständig, Mama kann sich auf sie immer verlassen. Der Vater ist weit weggezogen. Großeltern gibt es nicht, wie die Mutter ihnen erzählt hatte. Traurig und etwas ratlos wird Leni, als sie in der Schule einen Aufsatz schreiben soll über einen Tag mit Oma oder Opa. Wie sollte sie das schaffen, ohne je einen solchen Tag erlebt zu haben? Eine seltsame Begegnung am Spielplatz wirft plötzlich viele Fragen auf. Wer ist diese alte Frau, die mit ihrem Shetlandpony auf der Wiese sitzt? Warum hat sie einen so seltsamen Akzent? Warum versteckt sie sich im Gebüsch, mit einem Fernglas vor den Augen? Nach und nach kommt Leni und Jonas ein Verdacht. Könnte es sein, dass diese alte Frau mit Pony, die ihnen so viele Fragen stellt, tatsächlich ihre Oma ist? Wenn das so ist, darf Oma keinesfalls wieder entwischen, notfalls muss man sie entführen! Und so beginnt ein großartiges Abenteuer, denn Oma lässt sich tatsächlich von Leni und Jonas kidnappen, und die drei erleben mit Campingbus, Pony und gemeinsamer Zeit das beste Wochenende ihres Lebens, denn Oma fährt mit in der Achterbahn, spielt endlos Mensch-ärgere-dich-nicht und beim Schwimmen im Badesee. Als sie allerdings bemerken, dass sie von der Polizei gesucht werden, wird aus dem Spiel schnell Ernst…
Für 8- bis 10-jährige Leseratten bietet das Buch allerbestes Lesefutter. Es ist ausgesprochen spannend und mit ganz großem Humor erzählt. Kurzweilig und mit viel, viel Herz wird das Leben von zwei Kindern erzählt, wie es inzwischen so viele Kinder aus ihrem eigenen Umfeld kennen: Vater oder Mutter alleinerziehend mit Beruf, sodass die Ansprüche der Kinder auf der Strecke bleiben müssen. Es wird auch thematisiert, wie alte Streitigkeiten unausgesprochen auf der Familie, besonders auf den Kindern lasten. Und wie feinfühlig Kinder spüren, wenn sie belogen werden. Die vielen überraschenden Ereignisse und Wendungen im Buch machen das Lesen oder Vorlesen zu einem wahren Vergnügen, insbesondere das wohltuend warmherzige Ende lässt alle vorherigen Spannungen und Entbehrungen vergessen. Miteinander reden hilft. Versprechen muss man halten. Es braucht nicht viel, um zufrieden zu sein. Alles Botschaften, die in der fröhlichen Handlung so ganz nebenbei verpackt sind. Und die wichtigste aller Botschaften natürlich: Habt Zeit für einander. Es gibt nichts Wichtigeres, als gemeinsame Zeit mit der Familie zu verbringen. Und allein schon wegen dieser Botschaft sollten auch Erwachsene dieses zauberhafte Kinderbuch lesen! Die karikaturhaften Illustrationen von Marloes de Vries passen meiner Meinung nach sehr gut zum humorvollen, vergnüglichen Schreibstil des Buches.
Rezensionen von Petra Sch.:
Aufregende Zelt-Ferien und ein Dieb am Blümchenhof
Die Haferhorde - Teil 11: Eins, zwei, Ponyzei!,2 Audio-CDs von Suza Kolb
Kurz zum Inhalt:
Am Blümchenhof gibt es Reiterferien mit Zeltcamp! Klar, dass die Ponys Schoko und Keks erstmal nicht begeistert sind. Und auch nicht alle der 8 teilnehmenden Kinder wollen Reiterferien machen.
Die Chefin ist zur gleichen Zeit mit Fohlenstute Fienchen in Frankfurt bei einer Pferdeschau.
Also hat sie eine Dose mit Geld dagelassen, um für die Kids Eis und sonstigen Spaß zu kaufen.
Nachdem erstmal die 4 bunten Zelte stehen und mit Federn wie Indianer-Zelte geschmückt werden, erleben Kinder und Ponys viele Abenteuer, unter anderem eine Schatz-Suche, einen Nacht-Ritt, und dann verschwindet auch noch die Dose mit dem Geld.
Doch wer ist der Dieb? Klar, dass sich die Ponys Schoko und Keks, Haflinger Toni und Hengst Ole mit Hilfe der Katze Amalie, den Hühnerdamen Frau Rot, Frau Blau und Frau Grün und dem Hund Bruno auf die Lauer legen, um den Dieb zu überführen...
Meine Meinung:
"Eins, zwei Ponyzei" ist der 11. Band der Reihe um die Haferhorde. Die Geschichten sind kindgerecht und total witzig erzählt.
In diesem Abenteuer lösen die Vierbeiner um Superpony Schoko ihren ersten Kriminalfall und die Kids lernen auf spielerische Weise, dass man nicht stehlen darf; sich nicht von anderen zu etwas überreden zu lassen, was man nicht will; und dass man zusammenhalten soll. Natürlich wird der Dieb gefunden und es gibt ein Happy End!
Die Geschichte wird von Bürger Lars Dietrich gesprochen, der den einzelnen Charakteren mit unterschiedlichen Stimmen Leben einhaucht. Man erkennt an seiner Stimmlage sofort, welches Tier gerade spricht.
Das Cover entspricht jenem der Printausgabe und darauf zu sehen sind die tierischen Ermittler Schoko, Keks, Toni und eine der Hühner-Damen in Polizei-Uniform.
Fazit:
Unterhaltsame und humorvolle Geschichte über ein aufregendes Reit-Zeltlager und die Überführung eines Diebs durch vierbeinige Ermittler, die nicht nur Klein, sondern auch Groß begeistert!
Wieder ein Muss für alle Fans von witzigen Ponygeschichten und natürlich für alle Fans der Haferhorde!
Eindeutige Hör-Empfehlung!!
Rezensionen von Vicky:
Misstrauen ist etwas Heimtückisches
Die Haferhorde - Teil 11: Eins, zwei, Ponyzei!,2 Audio-CDs von Suza Kolb
Das Cover ist irgendwie unheimlich, oder wohl eher beunruhigend, aber zugleich auch sehr einprägsam und schön gestaltet. Die Farbgestaltung von Motiv und Texten finde ich auch gut. Alles in allem gefällt es mir gut.
'A STRANGER IN THE HOUSE - Das Böse ist näher, als du denkst' ist der zweite Thriller der kanadischen Autorin Shari Lapena und ich finde sie hat sich, obwohl ich nicht dachte es wäre möglich, gesteigert!
In 'Über dieses Buch' kann man sich bereits einen kurzen aber recht guten Vorgeschmack auf den Thriller rund um Karen und ihren Mann holen.
Die Geschichte umfasst einen Prolog und neunundvierzig Kapitel.
Durch die relativ kurzen Kapitel fliegen die Seiten nur so dahin und man kommt schnell voran. Die kurzen Abschnitte fand ich sehr angenehm zum Lesen. Außerdem ist der Schreibstil der Autorin flüssig und obwohl pro Kapitel nicht viel Zeit verstreicht fliegen die Zeilen nur so dahin und man kann gar nicht mir mit dem Lesen aufhören. Es entwickelt sich eine unglaublich gute Dynamik und Atmosphäre - das Buch ist super, spannend und angenehm zu lesen. Ich kann definitiv sagen dass ich es liebe! Die letzten Kapitel habe ich regelrecht verschlungen da ich unbedingt die Wahrheit erfahren wollte – aber mir fehlen nach wie vor die Worte, ich bin absolut platt!
Fazit: Sehr leicht zu lesen und sehr fesselnd. Absolute genialer Thriller!
Rezensionen von TheUjulala:
Herrlich sarkastisch und aus dem wahren Leben
Die Elternsprecherin von Gelman Laurie
Nach langer Zeit habe ich mich auf NetGalley wieder umgesehen und dort tatsächlich einen Titel gefunden, der mich gleich interessiert hat. Und tatsächlich hat mir der Mira Taschebuchverlag von HarperCollins ein Exemplar zugesprochen. Dafür möchte ich mich sehr bedanken.
Coverbild
Vier verschiedene Schuhpaare reihen sich im Kreis um den auf Asphalt mit Kreide geschriebenen Buchtitel und Autorenname.
Die unterschiedlichen Schuhe zeigen schon sehr gut auch die unterschiedlichen auftauchenden Charaktere, auch die, mit denen sich die Elternsprecherin rumschlagen muss. Das Cover ist gut gesetzt und passt zu dem humoristischen Inhalt.
Handlung
Jennifer Dixon, die 3-fache Mutter von 2 fast erwachsenen jungen Frauen und dem 5-jährigen Nesthäkchen Max, muss mal wieder als Elternsprecherin herhalten. Denn es wollte ja sonst kein anderer diesen Job übernehmen. Aber ihre ironische Einstands-Email sorgt unter der Elternschaft für einigen Wirbel, denn nicht jeder scheint Jennifers Humor zu verstehen. Außerdem trifft sie schon auf dem ersten Elternabend auf einen alten Jugendschwarm und muss neben einem Chatflirt nicht nur einen Putschversuch abwiegeln, sondern auch noch das Mysterium um Sasha Lewicki aufklären.
Buchlayout / eBook
Die ca. 384 Seiten sind in 24 angenehme Kapitel eingeteilt. Jede E-Mail ist mit den typischen Empfänger- und Absender-Daten versehen, und in kursiver Schrift gesetzt.
Idee / Plot
Endlich schreibt mal jemand über die Erfahrungen eines Elternsprechers. Hätte ich das vor 10 Jahren gelesen, ich hätte meine Amtszeiten aller meiner Elternvorsitze in sämtlichen Kinderaufbewahrungsstätten meiner Kinder genauso angefangen: mit einer fetten Portion Ironie - denn anders ist das manchmal nicht zu ertragen! Großartig, mit welchem Sarkasmus die Autorin die Realität der Schulkinder-Eltern begegnet. Das geht soweit, dass die Intrigen und das Getratsche nicht minder schlimmer als das Kindergartengeplänkel der Kinder sind.
Emotionen / Protagonisten
Ich kann Jennifer so gut verstehen. Meine Güte, was habe ich für Typen unterschiedlichster Charakterzüge kennengelernt. Sie ist mir von direkt sympathisch. Ich habe mit Jen mitgelacht und konnte mich wirklich gut in ihre Lage versetzen. Es hat mir richtig gehend Spaß gemacht, sie als Elternsprecherin zu begleiten und die anderen Eltern mit ihrer saloppen und sarkastischen Art und Weise auch ein Stück weit aufzuziehen.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Wir steigen direkt in den ersten sarkastischen Brief an die Eltern ein und werden gleich mit der sarkastisch-flapsigen Art von Jen vertraut gemacht. Natürlich sind die unterschiedlichen Reaktionen der Elternschaft nachvollziehbar. Die Handlung baut sich über das Buch stetig auf, bis zum Einen das Unverständnis mancher Eltern in einem Putsch eskaliert und zum Anderen Jens Ehe durch das Prickelabenteuer stark ins Wanken gerät. Aber selbstverständlich erhalten wir am Ende ein - für mich schlüssiges und zufriedenstellendes - Happy-End.
Szenerie / Setting
Ob Amerika oder hier in Deutschland. Diese Geschichte hätte überall passieren können. Deswegen hatte ich mit dem Setting auch überhaupt keine Probleme, es ist ja überall gleich. Eine typisch bürgerliche Umgebung mit unterschiedlichen Menschen aller Couleur und Einkommensklassen.
Sprache / Schreibstil
Knackig und sarkastisch, ohne große Umschreibungen. Die Autorin hat hier einen zeitgemäßen und herrlich komischen Sprachstil. Mir gefällt das unheimlich gut, zumal es aber auch nicht übertrieben wirkt, sondern aus dem echten Leben gegriffen - wie eine gute Stand-up-comedian.
FAZIT
Herrlich sarkastisch und aus dem wahren Leben. Ein Leitfaden für alle werdenden Elternsprecher. Ich habe mich köstlich amüsiert.
Rezensionen von TheUjulala:
Überzeichnet mit unauthentischen Figuren in langatmiger Handlung - enttäuschend
Tschick von Wolfgang Herrndorf
Dieses Büchlein habe ich von einer Freundin aus Berlin zum Lesen bekommen. Dass es verfilmt wurde, wusste ich bereits. Den Film kenne ich aber nicht.
Coverbild
Auf dem Cover ist eine am Fenster vorbeiziehende Landschaft in verwischten horizontalen Farbbalken zu sehen. Unten der Asphalt, oben der blaue Himmel und in der Mitte irgendwas zwischen Bäume und Leitblanke.
Die Schriftsetzung gefällt mir gut. Das Cover kommt gut ohne Schnickschnack aus und lässt das Roadmovie schon ganz gut erkennen.
Handlung
Der 14 jähriger Maik, unter Einfluss der beginnenden Pubertät, lässt sich durch seinen Klassenkamerad tschick zu einer Dummheit überreden. Aus Langeweile in den Sommerferien klauen Sie ein Auto und wollen erst mal weg, Richtung Rumänien. Sie fahren mit dem geklauten Lada einfach drauf los und erleben einen Roadmovie quer durch das Berliner Umland. Immer die Gefahr im Nacken erwischt zu werden, erleben Sie einige Abenteuer und treffen auch auf skurrile Gestalten.
Buchlayout / Haptik
Ein typisches kleines rororo Taschenbuch, ohne Firlefanz oder sonstiges Gimmick. Das schmale Büchlein mit seinen 254 Seiten ist in 49 sehr kleine Kapitel eingeteilt, die nur die Kapitelnummer schmückt.
Idee / Plot
Roadmovies versprechen schon alleine durch die vielen und schnellen Ortswechsel mit Begegnungen von Menschen unterschiedlicher Couleur immer sehr spannend, aufregend und auch komisch werden zu können. Die Idee dazu ist an sich aber nicht neu. Kinder mit dem Auto durch die Landschaft, so einen ähnlichen Titel habe ich mit Arno Franks „So, und jetzt kommst Du“ gelesen. Wobei man betonen muss, dass es sich bei diesem Buch hier um eine fiktive Geschichte handelt.
Emotionen / Protagonisten
Maik Klingenberg ist in der Klasse der Buhmann, der typische Außenseiter. Die Mutter eine Alkoholikerin und der Vater mit seiner Geliebten ständig auf Reisen, hat er in der Schule seinen Ruf als Psycho weg. Aber Maik kommt mir als 14 Jähriger viel zu schwach rüber. Sein Verhalten ist dem Alter nicht entsprechend und ich empfinde ihn als ziemlich dumm. Dabei habe ich nicht das Gefühl, dass der Autor mir das Gefühl vermitteln wollte, Maik wäre in irgendeiner Art zurückgeblieben, hätte also Defizite seinen Mitschülern gegenüber. Ich habe eher den Eindruck, Wolfgang Herrndorf hat seinen Protagonisten so überspitzt „dämlich“ dargestellt, dass es für mich einfach unglaubwürdig ist.
Sein Freund tschick, Andrej Tschichatschow, wird zudem auch ziemlich stereotypisch als typischer Bruder eines russischen Kriminellen dargestellt. Diese Figur bleibt mir ebenfalls verschlossen und kann ich nicht greifen.
Alles in allem wurden ziemlich alle Figuren in diesem Buch sehr stereotypisch gezeichnet und zeigen sich mir ohne Konturen, sondern sind voller Klischees und deswegen auch recht langweilig und im Verhalten absehbar.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Die Handlung plätschert so über das ganze Buch hinweg ohne wirklich erkennbaren Steigungen oder Dramatik. Trotz direktem Einstieg, bei dem man erst etwas rätseln muss und auf die Auflösung gespannt ist, geht die Geschichte aber recht monoton ohne Höhepunkt weiter und bleibt ziemlich flach und langatmig. Das Ende kommt dann auch ohne finalen Showdown oder überraschender Wendungen.
Szenerie / Setting
Sozialer Brennpunkt Berlin als Schmelztiegel aller vorstellbaren Klischees passt wohl für diese unsinnige Aktion am besten. Klar, dass es hier viele Außenseiter gibt, die sich durch einen Ausflug ins Ungewisse ein unvergessliches Abenteuer versprechen. Wolfgang Herrndorf bedient sich hier aber auch allen verfügbaren Stereotypen und Vorurteilen.
Sprache / Schreibstil
Der Autor lässt die Geschichte in der Ich-Perspektive aus der Sicht von Maik im Präteritum erzählen. Es wirkt wie im Tagebuchstil, als hätte Maik seine Geschichte auf Kassette gesprochen. Sprachlich fand ich es am Anfang noch recht witzig. Aber im weiteren Verlauf des Buches wurde es immer überzeichneter und unauthentischer. Teilweise richtig platt und nervig. Es gab ein paar nette, lustige Szenen, aber in Gesamtheit hat mich das eher enttäuscht.
FAZIT
Enttäuschend weil viel zu überzeichnet und einfach unauthentisch. Eine fiktive Geschichte die vor lauter Klischees nur trieft und auch die flache Handlung es nicht mehr retten kann. Leider.
Rezensionen von TheUjulala:
Durchwachsen, wesentliche Steigerung aber trotzdem einige Mängel.
A Court of Mist and Fury von Sarah J. Maas
Obwohl mich der 1. Band „Dornen und Rosen“ dieser Trilogie irgendwie gar nicht überzeugen konnte, mussten mich meine Mädels nicht sehr überreden, gemeinsam mit ihnen noch den 2. Band zu lesen. Gesagt - getan, und so haben wir wieder in hitzigen und abwechslungsreichen Diskussionen dieses Buch miteinander erlebt.
Coverbild
Diesmal in gelb ist dieses Cover analog zum 1. Band gestaltet. Aber anstatt roten Blüten sehen wir hier gelbe Schmetterlinge in den stilisierten Ästen umherflattern. Die Frauenfigur trägt diesmal ein gelbes Gewandt. Auch dieses Cover stammt von Carolin Liepins.
Handlung
Feyre und Tamlin kehren nach der Befreiung aus Amaranthas Schreckensherrschaft im Hofe unter dem Berg zurück an den Frühlingshof. Aber anstatt dort gemeinsam mit seiner Verlobten die wiedererlangte Freiheit zu erleben und zu genießen, beginnt Tamlin Feyre im Schloß einzusperren und komplett aus seinem Leben und Walten am Hofe auszuschließen.
Gebeutelt von Albträumen rutscht Feyre immer mehr in traumatische Zustände und Phobien, ausgelöst allein schon an Erinnerungen an ihre Erlebnisse unter dem Berg. Doch der Handel, den sie mit Rhys eingegangen ist, zwingt sie an den Hof der Nacht und in die Hände des mächtigsten High-Fae, des größten Feindes des Frühlingshofes. Aber der Hof der Nacht birgt nicht nur einige Geheimnisse sondern auch Wunder. Und Rhys scheint nicht nicht der zu sein, den er ganz Prythian vorgibt zu sein und Feyres Leben wendet sich um 180 Grad.
Dem nicht genug, war Amarantha nur ein Vorbote der Gefahr, die aus Hybern droht. Denn der übermächtige König von Hybern plant einen Krieg und möchte ganz Prythian unterwerfen.
Buchlayout / Haptik
Auch diese über stattliche 720 Seiten sind zunächst in 3 Teile und insgesamt in 69 angenehm lange Kapitel eingeteilt. Wie im ersten Buch findet sich hier am Anfang eine kleine Karte, die Großbritannien als Prythian und Hybern darstellen. Leider finde ich das etwas einfallslos. Hier hätte sich die Autorin auch ruhig eine ganz eigene Welt einfallen lassen können.
Idee / Plot
Besonders interessant finde ich, dass nicht die im ersten Band eingeleitete Liebesgeschichte zwischen Tamlin und Feyre weiter breit getreten wird, sondern der ganze Plot insgesamt eine ganz andere Wendung bekommt. Der anfängliche größte Feind Rhysand zeigt sich plötzlich in einem ganz anderen Licht und wird zum kompletten Gegenteil von Tamlin.
Feyre kämpft vor allem um ihre eigene Freiheit und ihren eigenen Willen. Sie will nicht mehr ausgegrenzt werden, dafür die Welt der Fae verstehen lernen. Sie muss ihre eigene Macht kennen lernen und lernen sie auch zu benutzen. Denn sie ist ein Teil von allen High-Lords und trägt von jedem einen Funken Magie in sich.
Und hier merkt man nun die geschickt im ersten Band eingeleiteten Zusammenhänge, die erst später in diesem Buch aufgeklärt werden. Warum sich Tamlin und Rhys so sehr hassen. Und bei Tamlin bleibt immer mehr ein bitterer Nachgeschmack. Hat er im ersten Band aus wirklicher Liebe gehandelt, oder war alles von Anfang an nur Berechnung? Hat er Feyre nur benutzt und weiß er von ihrer möglichen Macht? Aber auch diese Fragen muss man sich bei Rhys stellen, denn auch er muss sich den Vorwurf gefallen lassen, dass er Feyre nur für seine Zwecke benutzt hat.
Emotionen / Protagonisten
Feyre macht in diesem Band für mich eine komplette Wandlung durch. Ihre anfängliche Panik und Wut kommt bei mir sehr gut und authentisch an. Womit ich immer noch nicht so zurecht komme, sind die immer wieder sich wiederholenden, mantraartigen Gedankengänge mit Vorwürfen und der inneren Zerrissenheit, dass sie als Verlobte Tamlin eigentlich hintergeht und eine Verräterin ist. Ich finde es okay, dass sie eine Weile braucht, um sich von Tamlin abzunabeln, aber der Punkt kommt mir zu spät und der Weg dahin war, mir zu sehr „Mimimi“. Ansonsten gefällt sie mir hier sehr viel besser als im 1. Band. Sie wirkt auch wesentlich reflektierter und mutiger.
Tamlin erscheint nur recht kurz und kommt nicht sehr sympathisch rüber. So blass er mir am Ende des 1. Bandes war, so farblos geht es mit ihm auch weiter. Ich kann ihn einfach nicht fassen und nicht einschätzen, welche Absichten er wirklich hat. Aber ich schätze, dies ist von der Autorin auch so gewollt.
Tja, Rhysand. Was soll ich dazu jetzt sagen. Ich denke, es ist verdammt schwer, ihn jetzt wirklich zu zeichnen. Da soll sich eigentlich jeder Leser sein eigenes Bild machen.
Aber es ist bestimmt allen klar, dass sich zwischen Feyre und Rhys was anbahnt. Denn Rhys ist nicht wirklich der, den er der ganzen Welt außerhalb vom Hofe der Nacht weiß machen möchte zu sein. Und ganz ehrlich, ich finde ihn hier tatsächlich auch etwas zu überzeichnet „nett“ - also zu sehr lieb und zu sehr uneigennützig, das ist dann auch nicht so glaubwürdig. Ja, nach außen muss er eine Farce spielen, aber mir hat trotzdem eine Demonstration, die ständige Präsenz seiner unbändigen Macht gefehlt. Er ist mir fast schon zu weichgespült, da fehlt mir ein bisschen der bad-boy.
Handlungsaufbau / Spannungsbogen
Über das gesamte Buch gibt es immer wieder Längen und hineingeflochtene Geschichten, die mir zu ausführlich beschrieben waren. Die Handlung kommt eigentlich im gesamten Buch nicht wirklich in Schwung. Wären da nicht die ständigen prickelnden Momente zwischen Feyre und Rhys, die sich wie zwei Magnete anziehen und dann wie am Gummiband zurückschnalzen. Dieses Beziehungsdrama ist über das gesamte Buch hinweg eines der wenigen Treibmittel, um die Lesespannung anzuheizen. Die eigentliche Handlung, den Krieg zu verhindern, wird dadurch zu einem Nebenschauplatz mit vielen kleinen Geschichten und Scharmützeln, die den Spannungsbogen erst am Schluß in einem fulminanten Showdown in die Höhe schnellen lassen.
Szenerie / Setting
Diesmal dürfen wir nun auch den Hof der Nacht kennenlernen. Sarah J. Maas schildert hier eine wundervolle und facettenreiche Umgebung, von traumhaft schön bis mystisch gefährlich ist hier alles dabei. Die Ausschmückungen der Landschaft gefallen mir sehr gut, sind gekonnt dosiert eingesetzt. Was man aber von den Beschreibungen der Bekleidung nicht beheaupten kann. Das ist mir dann doch des öfteren zu viel. Es wirkt dann eher wie ein Kostümball und ich will eigenlicht nicht immer so genau wissen, wass die Figuren am Set gerade alles tragen.
Die erotischen Szenen sind dafür wahnsinnig gut beschrieben. Zum Schluß hin war es mir dann aber einen Ticken zu ausführlich - und noch einmal - und noch einmal - ja schon fast animalisch. Die Autorin hat uns hier aber auch lange warten lassen und dann in einem alles rausgehauen, was möglich war. Definitiv kein Jugendbuch.
Sprache / Schreibstil
Sprachlich erfährt dieser Band gegenüber dem ersten eine enorme Steigerung. Die vielen ... sind immer noch vertreten, haben mich aber nicht mehr so sehr gestört. Aufgefallen sind sie mir trotzdem. Auch ein paar kleinere Logikfehler sind immer noch dabei. Manchmal passt der Dirty-Talk irgendwie nicht zu dem doch eher High-Fantasy Setting, der etwas altertümlichen Sprachfarbe.
FAZIT
Eigentlich braucht man den 1. Band gar nicht lesen. Meine Empfehlung, lasst Euch die Handlung erzählen und beginnt gleich mit dem 2. Band.
Insgesamt gefällt mir das Buch eigentlich ganz gut, hat leider ein paar Längen und zu viele ausführlich beschriebene Geschichten gleichzeitig. Die erotischen Szenen ist anfangs sehr gut, wird mir dann aber zu viel, bzw. nicht mehr Jugendbuch-tauglich und der Dirty-Talk passt da einfach nicht so rein.
Rezensionen von begine:
Ich war ein Mensch
Unruhe von Zülfü Livaneli
Unruhe ist ein beeindruckender Roman des bedeutenden türkischen Autors Zülfü Livaneli mit aktuellem Thema. Übersetzt wurde der Roman von Gerhard Meier. Der Autor versteht es kulturelle und politische Szenen der Türkei dem Leser nahe zu bringen.
Vor 5 Jahren habe ich den Roman Glückseligkeit gelesen und freue mich, das ich den neuen Roman Unruhe bei Klett-Cotta entdeckt habe.
Der junge Journalist Ibrahim erfährt in Istanbul vom Mord an seinem Jugendfreund Hüseyin in der USA. Seine Zeitung schickt ihn in seine Heimatstadt Mardin um mehr über die Hintergründe zu erfahren. Mardin liegt an der türkisch-syrischen Grenze.
Hüseyin hat Jesidinnen, einer Glaubensgruppe aus Syrien, die von der IS gefangen waren und fliehen konnten, geholfen. So macht er sich die zu Feinden.
Ibrahim erfährt auf den Spuren seines Freundes von einer geheimnisvollen Verlobten und macht sich auf die Suche nach ihr.
Der Autor beschreibt den unglaublichen Leidensweg der jesedischen Frauen.
Zülfü Livaneli lässt seinen Protagonisten diese Geschichte emotional erzählen und sie ist brandaktuell. Genial.







