Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Harakiri:
Atlantis des Nordens
Ein fiktives Land mitten im hohen Norden, wortkarge Einwohner, ein Mord und eine engagierte Polizistin. Das zusammengemixt gibt einen Krimi, der am Ende mit einer Überraschung punktet.
Karen ist Polizistin und versucht, den Mord an Susanne aufzuklären. Doch ihre Bemühungen sind vergeblich. Es gibt keine Zeugen und die Beteiligten mauern.
Auch ihr Vorgesetzter ist keine große Hilfe und zieht sie sogar von dem Fall ab. Doch dann sticht Karen in ein Wespennest und gerät selbst in tödliche Gefahr.
Nach dem überraschend guten Einstieg fand ich das Buch teilweise recht zäh. Über viele Seiten passiert nicht viel und die Ermittlungen stocken, wiederholen sich und treten auf der Stelle. Sicher: der Schreibstil der Autorin ist stark, sehr anschaulich und hat mir gut gefallen. Aber wie gesagt: es geht nicht so richtig voran und das hat mich mit der Zeit etwas gelangweilt, auch wenn die Autorin mit dem Schicksal Karens zwischendurch die Handlung etwas aufpeppt und durch Andeutungen die Spannung etwas hoch hält. Der Schluss ist dann allerdings sehr überraschend und auf die Idee wäre ich im Leben nicht gekommen.
Die Protagonisten haben mir teilweise recht gut gefallen. Karen, die den Schock verwinden muss, mit ihrem Chef geschlafen zu haben, Sigrid, dessen Tochter und vor allem der Obdachlose Leo.
Da ab 2/3 des Buches noch eine weitere Straftat eingeführt wird, die nicht zu Ende gebracht wird, bietet das Buch Potential für eine Fortsetzung, der ich auch gerne noch eine Chance geben werde.
Fazit: Doggerland ist das Atlantis des Nordens. Hier einen Krimi anzusiedeln hat mir sehr gut gefallen und auch die dort lebenden Menschen fand ich sehr authentisch.
Rezensionen von C. P.:
Sehr unterhaltsamer Spielecomic, auch für Anfänger geeignet
Spiele-Comic Noir: Loup-Garou
Loup-Garou ist ein Fantasy-Rollenspiel in Comicform. Der Spieler schlüpft in die Rolle des Magierlehrlings Eoras, der von einem Werwolf angefallen wird und sich fortan ebenfalls in einen verwandeln kann. Als kurz darauf nicht nur sein Meister, sondern auch weitere Werwölfe spurlos verschwinden, macht Eoras sich auf, das Geheimnis zu lüften.
Stecken etwa die Vampire dahinter?
Das Buch konnte mich als Neuling im Bereich Spielebücher und Spielecomics auf ganzer Linie überzeugen. Das Abenteuer beginnt wie ein regulärer Comic, bevor man die Spiel- und Kampfregeln erklärt bekommt und fortan sein individuelles Abenteuer bestreitet. Wie in einem Videospiel gibt es je Bild ein oder mehrere Optionen, für welche man sich entscheiden muss und die das Spiel völlig unterschiedlich verlaufen lassen können. Dabei können Gegenstände gekauft und gefunden, Wissen erworben und Kämpfe ausgeführt werden, welche dem Charakter Erfahrung und somit Fähigkeiten einbringen. Notwendig für das Spielebuch sind auf jeden Fall ein Bleistift und ein Radierer, um seinen Charakterbogen sowie den Baum der Fähigkeiten auszufüllen. Beides ist im Buch abgedruckt, kann aber auch auf der Verlagseite herunter geladen werden, um das Buch mehrmals zu spielen. Optional kann ein sechsseitiger Würfel im Kampf gegen diverse Gegner eingesetzt werden, wenn man die Kampfscheibe aus dem Buch nicht nutzen möchte. Ich fand zusätzlich ein Notizblatt ganz hilfreich, um mir Besonderheiten und Hinweise zu notieren.
Der Comic ist sehr schön gezeichnet, wobei es immer wieder mal das ein oder andere Detail zu entdecken gibt - manche davon könnten wichtig sein. Die Nummern der Panels sind am unteren Seitenrand nochmal angegeben, um das Suchen zu erleichtern. Zudem hilft das Lesebändchen, wenn man zu einer vorherigen Seite wieder zurückkehren möchte.
Mir hat der Spiele-Comic sehr viel Spaß gemacht und man kann damit sehr gut ein paar spannende Stunden verbringen.
Rezensionen von C. P.:
Ein Teenager wird zur magischen Rebellin
Spiele-Comic Noir: Loup-Garou
Durch einen magischen Sturm gelangt die 16jährige Liv in die Welt Ru'una. Dort hat der böse Hexer Gorloch die Macht an sich gerissen und droht, die Welt zu unterjochen. Alle Hoffnung ruht nun auf Liv: Eine Prophezeiung besagt, dass ein Sturmmädchen kommen wird, um den Rebellen zum Sieg zu verhelfen.
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Auf das Buch aufmerksam geworden bin ich durch das beeindruckende Cover mit dem Drachen. Und obwohl ich zuerst nicht wusste, was mich erwartet, wurde ich nicht enttäuscht. Dabei fängt das Buch relativ harmlos an. Liv ist ein neuseeländisches Mädchen, welches mit ihren Elten in den Urlaub fährt, um den Tod ihrer besten Freundin zu verarbeiten. Sie sucht die Schuld an dem Unglück bei sich, zieht sich in sich selbst zurück. Als sie plötzlich in Ru'una landet, überstürzen sich jedoch die Ereignisse, als sie erst von einem Drachen angegriffen und von einem jungen Mann auf einem fliegenden Pferd gerettet wird. Von da an ist Liv gezwungen, aus sich heraus zu kommen und sich ihrer neuen Aufgabe zu stellen. Dabei wird gut beschrieben, wie aus dem trauernden Teenager eine selbstbewusste junge Frau wird, die plötzlich magische Kräfte in sich erweckt - nicht umsonst ist Liv das "Sturmmädchen". Hilfreich dabei ist ihr Tristan, der junge Rebell, der ihr Herz ebenfalls schneller schlagen lässt.
Mit Ru'una hat Lilyan C. Wood eine wunderschöne Welt voller Magie und aussergewöhnlicher Wesen erschaffen, von denen die Dra'oga und die geflügelten Pferde nur einige sind. Erstaunt stellte ich fest, wie der Roman sich von Seite zu Seite zu immer mehr zu einem kämpferischen Abenteuer entwickelte, in welchem leider auch viele Opfer gebracht werden mussten. Ebenso gefiel mir, dass die kleine Liebesgeschichte zwischen Liv und Tristan sehr im Hintergrund blieb und der Schwerpunkt hauptsächlich auf der Befreiung Ru'unas lag.
Ein spannendes Fantasyabenteuer mit Kampf und Magie, welches ich gern weiter empfehle.
Rezensionen von Harakiri:
Solveig
Die Frauen vom Löwenhof - Solveigs Versprechen von Corina Bomann
Nach dem Krieg werden kaum noch Pferde gebraucht und so schliddert der Löwenhof immer weiter in die roten Zahlen. Ein Verkauf scheint unumgänglich, doch Agneta hat Solveig das Versprechen abgenommen, den Hof zu behalten. So muss Solveig sich etwas einfallen lassen, und schafft es mit Hilfe des Marketingkaufmanns Jonas, dem Hof neuen Schwung zu geben.
Ich habe mich sehr über den finalen Band der Löwenhofsaga gefreut und wurde wieder einmal nicht enttäuscht. Die Handlung ist wieder so spannend geschrieben, dass man förmlich durch die Seiten rast. Ich hatte das Buch in zwei Tagen durch. Solveig war mir – wie Agneta und Mathilda vorher auch – gleich sympathisch. Ihr schlimmes Schicksal hat mich tief berührt, aber auch die Art, wie sie dem Löwenhof wieder zu neuem Glanz verhilft.
Corinna Bomann lässt eine Zeit aufleben, in der es den Protagonisten nicht leicht gemacht wird. Persönliche Schicksale und Intrigen geben der Handlung zusätzlich Würze und so mag man wieder einmal gar nicht aufhören, das Buch zu lesen.
Fazit: 3 starke Frauen, 3 individuelle Schicksale, aber ein gemeinsames Ziel: den Leser bestmöglich zu unterhalten. Das ist Frau Bomann mit ihrer Trilogie wunderbar gelungen.
Rezensionen von Harakiri:
Freunde kann man sich aussuchen, Familie nicht
Der Verrat von Ellen Sandberg
Nane wird nach 20 Jahren aus dem Gefängnis entlassen. Ein Neubeginn fällt schwer, zumal sie sich vom Leben stark benachteiligt fühlt und unbedingt die Antwort auf eine wichtige Frage benötigt. Doch diese wird ihr – aus gutem Grund – verweigert. Denn Pia, ihre Schwester, hat ein Geheimnis…
Ein Weingut an der Saar ist der Hauptschauplatz dieses neuen Romans von Ellen Sandberg.
Der Fall ist toll aufgezogen, allerdings nach einer Weile doch auch vorhersehbar. Macht aber nichts, weil man vorher schon genug gerätselt hat. Sandberg lässt den Leser lange zappeln, lockt ihn immer wieder mit einem Wurstzipfel und dreht dann die Handlung doch noch. Das ist aber auch ein winziger Kritikpunkt: das entscheidende Telefongespräch nahm mir mit der Zeit zu überhand, hier fühlte ich mich irgendwann nur noch hingehalten.
Die Erzählung ist in zwei Stränge unterteilt: die Gegenwart und die Vergangenheit. Der Leser erfährt durch die Handlung in der Vergangenheit, was damals geschah und weiß somit mehr als die Protagonistin, die sich die Aufklärung mühsam selber zusammenreimen muss.
Sandberg flicht in ihrem neuen Krimi Liebe, Verrat, Angst, Schuld und Geschwisterrivalität zu einem dichten Netz, aus dem es so leicht kein Entkommen zu geben scheint.
Die Charaktere haben mir überwiegend gut gefallen, vor allem die jüngere Generation, die versucht, die Fehler der älteren auszumerzen. Mit Pia wurde ich nicht recht warm und Birgit fand ich fast überflüssig, aber vor allem Sonja und ihren Freund David habe ich gleich ins Herz geschlossen.
Fazit: Freunde kann man sich aussuchen – Familie nicht. Der neue Roman von Ellen Sandberg legt den Fokus auf eine spannende Familiengeschichte, die einen kleinen Fehler in der Vergangenheit zu etwas Großem werden lässt.
Rezensionen von ikatzhorse2005:
Grandiose Bilder rund um einen pelzigen Freund
Zarah & Zottel - Die Sache mit der gestohlenen Zeit von Jan Birck
Zarah & Zottel Die Sache mit der gestohlenen Zeit geschrieben und fantastisch illustriert von Jan Birck
Zarah und ihr besonderes Zottelpony auf vier Pfoten gehen auf Mission nach der gestohlenen Zeit von Hausmeister Holzköppel. Der hat nämlich Huberts Ball konfisziert. Angeblich haben Martin, Ossi, Beule und Co.
seine wertvolle Zeit gestohlen. Eine Behauptung, der auf den Grund gegangen werden muss! Wie Kinder mit solchen Floskeln umgehen und ob Zarah und Zottel hinter das Geheimnis mit der gestohlenen Zeit kommen, erzählt Jan Birck in diesem neuen, tollen Abenteuer. Die bunten, detailreichen, eingestreuten, oft ganzseitigen Illustrationen lassen die kleinen Leser in eine Fantasiewelt eintauchen, die am Ende mit so viel Wahrheit und Realität vollgepackt ist. Gerade diese moderne, kindgerechte Erzählweise machen die Lektüre auch für weniger routinierte Leser leicht. Die ausdrucksstarken Charaktere, eine stimmungsvolle Farbigkeit und witzige Kleinigkeiten machen Spaß beim Vorlesen und Entdecken.
Eine kleine Superheldin und deren pelziger Freund, farbenfroh zu Papier gebracht, machen Mut zum Handeln und Spaß beim Kennenlernen. Bei so viel freundschaftlichem Zusammenhalt und fantasiereicher Action wollen meine Kinder und ich unbedingt noch weitere Alltagsabenteuer von Zarah und Zottel – Zack Zack lesen.
Fazit: Jan Birck erzählt mit voller Kreativität und Fantasie eine wunderbare Geschichte. Eine Geschichte zum Erkunden, Verstehen, Innehalten und Nachdenken. Erfrischend offen, gerade für große Vorleser. Ein kleines Schatzbuch mit Bezug zur Realität..., das sind die Besten!
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Emotionaler Roman über Trauerbewältigung und Neuanfänge
Zarah & Zottel - Die Sache mit der gestohlenen Zeit von Jan Birck
Liv und Adam, Adam und Liv…so war es seit ihrer Jugend gewesen und so hätte es ein Leben lang bleiben sollen. Doch dann wird Adam, aufgrund seiner Arbeit als Archäologe tausende Kilometer von Liv entfernt, durch einen Unfall grausam aus dem Leben gerissen. Wie durch einen düsteren Schleier erlebt Liv die Beerdigung ihrer großen Liebe und fühlt sich – trotz des einfühlsamen Zuspruchs ihrer Mutter und ihrer Freunde – so verloren wie noch nie.
Wie soll sie ihr Leben nur weiterleben in der Gewissheit, dass Adam nie wieder nach Hause kommen wird, sie nie wieder anlächeln und küssen wird? Die gemeinsame Wohnung und Adams immer noch allgegenwärtige Präsenz bringen Liv an ihre Grenzen, die Trauer übermannt sie mit voller Wucht. Unerwartet stößt sie auf ein kleines Büchlein: Adams geheimes Reisetagebuch! Während seiner Arbeitseinsätze, die ihn (oft für mehrere Monate am Stück) rund um den Globus geführt hatten, hatte Adam alle Reiseziele dokumentiert, die er in der Zukunft gemeinsam mit Liv, die er liebevoll „Zwerg“ nannte, bereisen wollte. Dazu würde es nun nie mehr kommen… Für Liv kristallisiert sich schnell heraus, dass sie ihrem neuen Alltag – einem Leben ohne Adam – zunächst einmal für eine Weile entfliehen muss, um nicht an jeder Ecke an gemeinsame Erlebnisse erinnert zu werden. Ihren schockierten Freundinnen Lauren, Susan und Jules gegenüber erwähnt sie zwar ihre Reisepläne, verschweigt ihnen jedoch, dass sie dabei der Reiseroute, die Adam in seinem Büchlein notiert hatte, folgen will. Eine Art letzte gemeinsame Reise, auf der Adams Worte sie begleiten würden. Kann das tatsächlich gutgehen? Noch an der ersten Station, Panama City, erleidet Liv einen Zusammenbruch. Zu frisch ist die Trauer, zu übermächtig die Sehnsucht nach Adam. Nur das beherzte Eingreifen eines anderen Touristen, Jayden, rettet Liv aus ihrer Panikattacke.
Auch der gutaussehende Jayden befindet sich gerade auf einer Weltreise der besonderen Art… Bald schließen er und Liv sich zusammen, um gemeinsam weiterzureisen. Doch Jayden weigert sich beharrlich, über seine Vergangenheit zu sprechen. Was verbirgt er? Kann Liv ihm wirklich trauen? Und vor allem: Wird Liv auf dieser emotionalen Reise Frieden mit ihrer neuen Lebenssituation schließen können?
Obwohl es der zweite Band einer Reihe ist (Charleston Love Story), habe ich ohne Vorkenntnisse problemlos der Handlung folgen können. Dank dem lockeren, flüssigen Schreibstil konnte ich mich voll und ganz auf die Story konzentrieren, die Hauptfiguren Liv und Jayden kennenlernen und ein Gefühl für die leisen Zwischentöne entwickeln. Liv ist sehr sympathisch, authentisch und nachvollziehbar beschrieben worden, ihre Gefühle wurden teilweise so gelungen transportiert, dass ich richtig mit ihr mitgelitten habe. Besonders bei der Beerdigung von Adam habe ich ein paar Tränen verdrückt. Obwohl die Themen Verlust und Trauerbewältigung einen großen Teil des Werkes einnehmen, würde ich es dennoch als eine positive Geschichte einstufen, da für mich der Gedanke eines Neuanfangs überwogen hat.
Die Handlung ist – wie auch die verschiedenen Reiseziele selbst – kunterbunt und abwechslungsreich. Vor allem die detaillierten Impressionen der jeweiligen Reisestationen haben mich angesprochen. Die Leser erleben immer wieder kleine Rückblenden, wenn Liv sich an ihre gemeinsame Zeit mit Adam erinnert. Auch ihr Kennenlernen – das noch während ihrer beider Schulzeit erfolgte – wird geschildert.
Das Cover finde ich traumhaft schön - die Abbildung des Picknick-Tisches am Meer weckt regelrecht das Fernweh und die leichten Pastelltöne verstärken diesen verträumten Eindruck.
Einen winzigen Abzug gab es für mich für die – meines Erachtens – verfrühte Fokussierung auf Jaydens gutes Aussehen sowie auf flirtähnliche Momente zwischen ihm und Liv. Adams Beerdigung lag erst sehr kurze Zeit zurück und die Begeisterung für die ansehnliche Erscheinung eines anderen Mannes erschien mir etwas unrealistisch. Gegen Ende war ich etwas versöhnt mit dieser Entwicklung, als vermerkt wurde, dass Liv und Adam sich vor seinem Tod immerhin schon viele Monate nicht mehr gesehen hatten. Ich hätte mir diesen Hinweis deutlich früher gewünscht, bevor die neue Bekanntschaft unverschuldet einen etwas schalen Beigeschmack erhalten hatte.
Fazit: Ein emotionales Werk mit viel Weltenbummler-Flair; perfekt für alle Fans von Frauenromanen und Wohlfühlliteratur.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Einfach nur perfekt! Unbedingte Leseempfehlung!!
Karma im Kaffee von Liz Sonntag
Leben ist das, was passiert, während du eifrig dabei bist, andere Pläne zu machen. (John Lennon)
Nie hätte Mona damit gerechnet, sich eines Tages als angehende Yoga-Lehrerin auf Bali wiederzufinden – doch dann verliert sie ihren Job und findet obendrein heraus, dass ihr Freund Tom sie seit geraumer Zeit betrügt.
Als Monas beste Freundin Ina aufgrund einer Verletzung nicht wie geplant ihre Yoga-Ausbildung antreten kann, sitzt Mona stellvertretend wenige Tage später selbst im Flieger nach Bali. Ihr schwant Übles – denn mit Yoga verbindet sie eher körperliche Schmerzen und ulkige Hippie-Klamotten im Batik-Look als Selbstdisziplin und Tiefenentspannung. Ihre Befürchtungen scheinen sich zu bestätigen: nicht nur, dass ihr untrainierter Körper unter den tropischen Temperaturen im Dschungel-Resort Höllenqualen leidet und sie von fiesen exotischen Stechmücken gepiesackt wird – ihre Yoga-Fertigkeiten erinnern vielmehr an eine Kombination aus 'Sterbender Schwan' und 'Hyperventilierender Mops' statt anmutigem Sonnengruß, was von den knallharten Coaches nicht unbemerkt bleibt. Gott sei Dank befinden sich neben einer Schar selbstverliebter Schönheiten auch ein, zwei nette Personen in Monas Gruppe, die sie nicht für ihr "unyogisches" Verhalten verurteilen. Und während Mona unter Kaffee-Entzug, Herzschmerz und Hitzewallungen immer weiter über sich hinauswächst, entwickeln sich nicht nur wunderbare Freundschaften zwischen ihr und den anderen Teilnehmern…auch der ein oder andere Flirt versüßt ihr den Bali-Aufenthalt. Am Ende der vier Wochen ist Mona ein neuer Mensch – endlich im Einklang mit sich selbst. Doch wie soll es nun mit Tom weitergehen? Soll sie ihm verzeihen? Die Affäre ausforschen? Mit dem sexy Surfer Morten die Wellen unsicher machen oder mit dem umwerfenden Peter ein neues Leben in Neuseeland beginnen?
Die liebenswerten Charaktere, allen voran Hauptfigur Mona sowie die Nebenfiguren Ingo und Evi, sind so warmherzig, sympathisch und authentisch beschrieben, dass man von Anfang an mit ihnen mitfiebert, ihnen ein Happy End wünscht und am liebsten im echten Leben mit ihnen befreundet wäre. Die Dialoge, insbesondere die Wortgefechte zwischen Mona und Instagram-Influencer Ingo, sprühen nur so vor Witz und Wortspielen; ich habe mehrfach laut auflachen müssen und habe mich immer wieder königlich amüsiert. Besonders die schwäbelnde Evi habe ich gleich ins Herz geschlossen, da sie – ich kann es nicht anders sagen – einfach eine gute Seele ist. Jeder Mensch sollte eine Evi zur Freundin haben...und einen Ingo, der einen zum Lachen bringt. Und eine Mona, die einem zeigt, dass man auch unter den widrigsten Umständen, wenn man meint, die ganze Welt hätte sich gegen einen verschworen, noch den Zauber eines Neuanfangs erleben kann.
Liz Sonntag hat ein Werk geschaffen, dass mich gerührt und inspiriert, zum Lachen und zum Weinen, zum Mitfiebern und Mitträumen gebracht hat. Ist es ein Wunder, dass ich nun gerne auch nach Bali reisen möchte?! Man merkt sofort, dass die Autorin mit der Insel vertraut ist. Spielerisch lässt sie kulturelle Besonderheiten, landschaftliche Beschreibungen, aber auch alltägliche Probleme in die Handlung miteinfließen und zeichnet so ein realistisches Bild von Bali, ohne sich in glorifizierenden Illusionen hinsichtlich des Ortes zu verlieren.
Der immer flüssige, locker-beschwingte Schreibstil trifft gekonnt den Ton und wirkt nie aufgesetzt oder gezwungen lustig; das Buch lässt den Leser aber dennoch erheitert und versonnen zurück. …als hätte man gerade selbst einen Urlaub unter Palmen erlebt. Alle Handlungselemente, inklusive überraschender Wendungen, sind logisch strukturiert; nie sah ich mich mit offenen Fragen oder Verständnisschwierigkeiten konfrontiert – um es in Yoga-Sprache auszudrücken: der Flow war perfekt…wie generell alles an dieser Geschichte, die mich rundum begeistert hat.
Auch bei der Covergestaltung wird deutlich, dass bewusst eine Anlehnung an Handlungsdetails geschaffen wurde – vom Mandala in der bedeutungsschwangeren Kaffeetasse bis hin zu dem Muster der tropischen Pflanzen, aus denen der Buchtitel besteht, welcher im Hinblick auf den Wortlaut nicht treffender hätte gewählt werden können.
Fazit: Am liebsten hätte ich noch ewig weitergelesen! Ein absoluter Wohlfühlroman, der sich nicht nur für alle Fans von Frauenliteratur eignet, sondern auch für Reiselustige, Yogainteressierte und generell alle Menschen, die Bücher mit Herz mögen. Definitiv eines der absoluten Lesehighlights meines Jahres und ab sofort ein fester Bestandteil meiner "Lieblingsbücher"-Regalreihe daheim! Ich freue mich jetzt schon auf die zukünftigen Werke der Autorin und hätte, wenn ich könnte, gerne mehr Sterne vergeben. Unbedingt lesen!
Rezensionen von Gaby 2707:
Etwas mehr Spannung wäre gut
Karma im Kaffee von Liz Sonntag
Chefarztgattin Lorie Pfeffer wollte unbedingt raus aus der Stadt. Nun sitzt sie mit Mann nd Tochter in ihrer noblen Vorstadtvilla und langweilt sich. Dann wird im Moor eine Leiche gefunden und die passionierte Krimileserin und nebenberufliche Journalistin stürtzt sich ins Getümmel.
Cecily von Hundt hat mich mit dem bayerisch anmutenden Cover auf das Buch aufmerksam gemacht.
Als Münchnerin lese ich Krimis, die in Bayern beheimatet sind sowieso sehr gerne.
Hier werde ich in die Idylle einer Vorortsiedlung eingeführt, in der es von Vorurteilen nur so wimmelt. Es macht Spaß zu lesen, wie es bei Nachbars zugeht und wer wann was (nicht) macht. Die Vorstadtweiber lassen grüßen.
Die Protagonisten werden farbig und in aller Feinheit mit Ecken und Kanten vorgestellt. Ich fühle mich in deren Gesellschaft als Lauscherin an der Wand bald schon richtig wohl.
Das einzige, das mir hier fehlt ist die Spannung. Sie blitzt hier und da immer mal hervor, fällt aber dann leider immer wieder ab. Gelangweilt habe ich mich zwar nicht, aber hier ist noch viel Luft nach oben.
Ein netter Krimi aus dem Münchner Speckgürtel, der mich gut unterhalten hat. Der aber gerne noch einen Schss Spannng vertragen kann. Trotz dieses kleinen Kritikpunktes freue ich mich schon af Lorie Pfeffers 2. Fall.
Rezensionen von jiskett:
Eine weitgehend interessante Geschichte, der zwischendurch die Spannung fehlt
Karma im Kaffee von Liz Sonntag
Ich war sehr auf "Outrun the Wind" gespannt. Da ich gerne Neuinterpretationen der alten Mythen lese, hatte ich großes Interesse an dieser Version der Geschichte um die Königstochter Atalanta, doch mich reizte auch, dass es eine Liebesgeschichte zwischen zwei Frauen geben sollte. Die Erzählung um Atalanta, die nicht heiraten möchte und verkündet, dass sie nur einen Mann erwählen wird, der sie in einem Wettlauf besiegen kann, ist sehr bekannt, ebenso wie die Jägerinnen der Artemis, denen Kahina angehört, weshalb ich neugierig darauf war, wie die Elemente der griechischen Mythologie genutzt werden würden.
Zunächst einmal ist anzumerken, dass die Romanze nicht der Mittelpunkt der Handlung ist. Die Beziehung der zwei Frauen - die zunächst nicht gerade gut ist, um es zurückhaltend zu formulieren - ist zwar von großer Bedeutung und die Verbindung zwischen ihnen ist definitiv stark, aber dennoch lag meiner Meinung nach ein größerer Fokus auf der individuellen Entwicklung beider Charaktere. Sie verändern sich im Lauf des Buches weiter und müssen herausfinden, was sie wirklich wollen und brauchen - insbesondere, da sie die Erwartungen, die von der Gesellschaft an sie gestellt werden, herausfordern und in Frage stellen, was ihr Leben erschwert. Hinzu kommt, dass sie beide in der Vergangenheit in Not geraten sind und verletzt wurden, weshalb es ihnen nicht leicht fällt, anderen Menschen oder sogar sich selbst zu vertrauen. Mir hat sehr gefallen, dass diese Wunden nach und nach verheilt sind und sie ineinander Trost und Zusammenhalt gefunden haben; dadurch war ihre Freundschaft realistisch und überzeugend. Der Wandel ihrer Gefühle füreinander wurde ebenfalls schön geschildert und obwohl die Darstellung manchmal fast zu subtil war, mochte ich die Momente in denen sie offensichtlich waren sehr.
Ich fand ebenfalls gelungen, wie die Autorin Elemente aus dem Mythos um Atalanta mit ihrer Erzählung verknüpft hat. Es gibt ein Nachwort, in dem sie erklärt, wie historisch akkurat ihr Buch ist und auch wenn deutlich wird, dass sie sich ein paar Freiheiten genommen hat, wirkte die antike Welt doch sehr lebendig und interessant. Die Geschichte selbst war weitgehend fesselnd, aber ich hatte ein paar Probleme mit der Vorstellung, dass Atalanta der Göttin Artemis so problemlos davonlaufen könnte wie sie es zu Beginn getan hat, wodurch die Szene für mich an Spannung verlor. Zudem gab es ein paar Kapitel, bei denen ich den Eindruck hatte, dass nur sehr wenig von Bedeutung und viel auch nur im Hintergrund passierte. Letzteres hat mich vor allem deshalb gestört, weil die große Wichtigkeit dieser Geschehnisse zuvor betont worden war. Ein Beispiel wäre, dass Kahina sich beweisen und im Zuge dessen eine Aufgabe erfüllen muss, die Lösung hierfür aber beinahe zufällig entdeckt wird und der Leser im Folgenden nicht sieht, wie sie daran arbeitet, wodurch für mich einiges an Potential nicht ausgeschöpft wurde. Der finale Konflikt wurde ebenfalls zu schnell aufgelöst und deshalb war es schwer, die emotionale Auswirkung der Ereignisse zu spüren. Der Kampf an sich war allerdings gut geschrieben und die offenen Fragen wurden alle geklärt.
Von diesen Punkten abgesehen hat das Buch mir gefallen. Ein größerer Fokus auf der Romanze wäre schön gewesen, aber in Anbetracht des Settings war die Darstellung gelungen und sowohl die Freundschaft als auch die tieferen Gefühle der Protagonistinnen waren gut beschrieben. Es war interessant, eine komplett neue Interpretation von Atalantas Geschichte zu sehen und es ist eine weitgehend fesselnde Lektüre, selbst wenn es ein paar Kapitel gab, in denen die Handlung nicht wirklich voranging.
3,5/5 Sternen






