Kunden em pfehlungen
Rezensionen von heinoko:
Gefühlstiefe ohne Kitsch
Dein Bild für immer von Julia Hanel
Für die Lektüre dieses Buches habe ich außerordentlich viel Zeit benötigt. Was nicht daran lag, dass das Buch schlecht ist. Im Gegenteil, es lag daran, dass mich die erzählte Geschichte vollkommen verführte. Sie verführte mich dazu, zeitintensiv in meinen eigenen Bali-Erinnerungen zu schwelgen.
Und sie verführte mich dazu, mehrere Filme, die im Buch von Filmfreak Niklas angesprochen werden, auch noch einmal mit „Niklas“-Augen anzuschauen.
Worum geht es? Sophie‘s Verlobter Maximilian stirbt durch einen Unfall, und Sophie verliert sich nun in unendlicher Trauer, aus der sie nicht herausfindet. Eine von Maximilian gebuchte Bali-Reise tritt sie nach einigem Zögern allein an und begegnet dabei Niklas, einem jungen, begabten Fotografen, dessen Leben nach einem Trauma ebenfalls aus den Fugen geraten ist. Schließlich verlässt Sophie ihr Luxushotel und reist mit Niklas auf einer Fototour über die Insel. Zwei vom Schicksal verletzte Menschen, die sich mit einer Schutzmauer umgeben haben…
Man könnte sicher sagen, dass die Geschichte vorhersehbar ist. Stimmt. Man könnte auch sagen, dass die ziemlich schlichte Geschichte lebt durch die perfekt gelungenen, lebendigen, bildhaften Schilderungen der unglaublich schönen Naturkulisse auf Bali. Auch das stimmt. Was aber den Schreibstil der Autorin auszeichnet und sie damit die Grenzwanderung zum Kitsch ohne Absturz erfolgreich bestehen lässt, ist der Humor, sind die witzigen Dialoge, die genau an den richtigen Stellen dem Buch eine gewisse Würze geben. Kurzum: Eine leicht lesbare Geschichte mit Gefühlstiefe und Humor.
Schön wäre es allerdings, wenn die Autorin nicht regelmäßig scheinbar und anscheinend verwechseln würde.
Rezensionen von Furbaby_Mom:
Berührend, lebensnah und außergewöhnlich spannend
Die Frauen vom Schlehenhof von Judith Nicolai
Nachdem die langjährige Beziehung zu ihrer Jugendliebe gescheitert ist, kehrt Hanka aus dem hektischen Berlin zurück in ihren idyllischen Heimatort Rothenbach, um sich dort in die tröstenden Arme ihrer Mutter zu flüchten, über Exfreund Tobi hinwegzukommen und sich eine neue Existenz aufzubauen. Sie träumt von einer eigenen kleinen Goldschmiedewerkstatt und genießt das wohlige Gefühl, endlich wieder an dem Ort zu sein, der für sie den Begriff "Heimat" verkörpert.
Schneller als gedacht schließt sie neue Bekanntschaften, trifft auf alte Freunde und steht sogar ihrem einstigen Schulschwarm gegenüber: Roman, dem Bruder ihrer Freundin Ellen, welcher inzwischen den alten Schlehenhof übernommen hat und mit den Renovierungsarbeiten vollends überfordert ist. Leider hat Roman sich wenig verändert – er ist immer noch genauso stur und unnahbar wir früher. Doch als Hanka die Gelegenheit erhält, ausgerechnet auf dem Schlehenhof, wo sie als Kind so viele glückliche Stunden mit Ellen und deren Oma verbracht hat, ihre eigene Werkstatt einzurichten, ist die Chance einfach zu verlockend – selbst, wenn sie dafür mehr Zeit mit Roman verbringen muss als ihr lieb ist.
Der Schlehenhof hat seinen Zauber nicht verloren und bald entführen Hankas Träume sie zurück in das Jahr 1945, als die zwei Flüchtlingsmädchen Greta und Johanna in Rothenbach ankamen. Willkommen waren sie nicht, nur zwangsgeduldet – dementsprechend hart war ihr Alltag. Aber alles schien zunächst besser als die Gräuel des Krieges. Hanka ist verwirrt: Warum sind ihre Träume so realistisch? Wieso hält sie immer öfter Gegenstände in den Händen, von denen sie geträumt hat? Haben Greta und Johanna etwa tatsächlich hier gelebt und wenn ja, was ist aus ihnen geworden? Weshalb träumt gerade Hanka, gerade jetzt von ihnen?
Judith Nicolai hat einen außergewöhnlichen Roman geschrieben, der sich nicht so einfach in die üblichen literarischen Genres einordnen lässt; vielmehr wurden die besten, interessantesten, mitreißendsten Elemente aus mehreren Genres (historischer Roman, Frauenroman, Liebesroman, Familiensaga, Fantasy/Mystery) herausgefiltert und hier zu einem grandiosen Werk über Liebe und Freundschaft, Familienbande und Heimat, Traditionen und Neuanfänge zusammengefügt. Man kommt nicht umher, sofort in die Geschichte einzutauchen – und das, obwohl in zwei abwechselnden Zeitebenen erzählt wird. Diese sind allerdings so fließend miteinander verknüpft worden, dass sie die Handlung stetig vorantreiben ohne zu Verwirrungen zu führen. Mit Begeisterung habe ich die detaillierten, bildreichen Beschreibungen über das Städtchen Rothenbach aufgesogen! Nicht nur, dass man sich als Leser den Ort des Geschehens mühelos vorstellen kann - dank der ausführlichen und zugleich ungezwungenen, spielerisch in die Handlung eingebundenen Schilderungen fühlt sich das Lesen eher an wie ein Nachhausekommen, wie eine Rückkehr an einen vertrauten Ort. Der Schreibstil ist schlichtweg sensationell und ich habe mir noch beim Lesen vorgenommen, weitere Werke der Autorin auf meine Bücher-Wunschliste zu setzen.
Hanka ist eine sehr sympathische, aufgeschlossene junge Frau, die nicht nur weiß, was sie will, sondern auch das Herz am rechten Fleck hat. Sehr gefallen hat mir die liebevolle Beziehung zu ihrer Mutter sowie ihre Neugier, ihre Faszination mit der Vergangenheit. Die Dialoge, insbesondere jene zwischen Hanka und Roman, sind herrlich authentisch, oftmals amüsant; ebenso wurde bei den Dialogen in der vergangenen Zeitebene stets der richtige Ton getroffen. Mundart wurde in Maßen inkludiert und verleiht den Gesprächen zusätzlich Glaubwürdigkeit und Tiefe. Neben dem außerordentlich spannenden Thema Psychometrie wurden auch tragische Elemente in die Story eingeflochten; Freud und Leid liegen nah beieinander, so wie im echten Leben.
Bereits das Cover hatte mich neugierig gemacht, es gefällt mir unheimlich gut! Für mich erzeugt es eine schon fast melancholische, nostalgische Stimmung. Die Frisur der jungen Frau, das Haus selbst...alles wirkt so zeitentrückt und fernab von unserer Moderne - einfach aus einer früheren Generation, aber auf eine schöne, wohlige Art; ländliches Idyll, mit dem man ganz individuell bestimmte Werte verbindet. Man fragt sich, welcher Zusammenhang wohl zwischen der Frau im Sommerkleid und dem abgelegenen Bauernhaus besteht; was dort geschehen ist. Auch von der Farbwahl her ist das Cover sehr gelungen und erinnert an einen lauen Sommerabend. Der geschwungene Schriftzug wirkt klassisch schön und rundet den angenehmen Eindruck ab.
Fazit: Dieser Roman ist eine Geschichte, die man geradezu verschlingen und einfach ungestört in einem Rutsch durchlesen möchte – so spannend, so mitreißend! Viel mehr als "nur" ein weiterer Liebes-/ Frauen-/ Geschichtsroman! Unbedingt lesen!
Rezensionen von C. P.:
Ein liebevoll illustriertes Sprachmärchen
Der Wortschatz von Vorpahl Elias
Mit dem Buch "Der Wortschatz" hielt ich zum Ende des Jahres noch einen literarischen, kleinen Schatz in Händen. In diesem bibliophilen Werk spielt der Autor auf bezaubernde Weise mit den Feinheiten der Wortwahl, jongliert mit Wortspielen und setzt Zweideutigkeiten der Sprache geschickt ein.
"Inzwischen geschieht es selten, dass sich Menschen in Sprachen verlieren." (Zitat S. 123)
Eine wundervolle Hommage an das Wort und dessen Vielfältigkeit. Man begleitet ein Wort auf der Suche nach dessen wahrer Bedeutung durch die Welt der Worte und Sprachen, trifft auf unnütze Wörter sowie auf Sterbenswörtchen, gerät wegen Umlautarbeiten in einen Stau und nimmt an den großen Wortspielen teil. Ein bezauberndes, liebevoll illustriertes Sprachmärchen für Bibliophile und Wortjongleure.
Rezensionen von mamaofhannah07:
Pferdeduft und Pfefferkuchen
Der Wortschatz von Vorpahl Elias
Das Fest der kleinen Wunder eine winterliche Erzählung von Ulrike Renk, erschienen im Rütten & Loening (Aufbau) Verlag
...Fredericke war ein weiteres Mal in den Stall gegangen. Die winterliche Sonne hatte den Nebel aufgelöst, aber ihre Kraft reichte nicht mehr, um die vereisten Pfützen aufzutauen.
Bald würde es schneien, der kalte Wind kam aus dem Osten. ...
Ulrike Renk nimmt den Leser mit nach Ostpreußen auf Gut Fennhusen im Winter 1925. Die Charaktere sind durchweg liebenswürdig und glaubhaft dargestellt. Der wundervolle Schreibstil lässt das alte Land in Bildern auferstehen. Die Familie, die Bediensteten und die Leute leben im Einklang mit der Natur und den Jahreszeiten. Die Autorin gibt einen wunderbaren Einblick in das Alltagsleben und die Rituale in der Provinz. Dazu gehören der strenge Tagesablauf, der durch zeitiges Aufstehen, Andachten und Hauslehrer gekennzeichnet ist. Auch die typischen, leckeren Köstlichkeiten, die die Köchin Schneider mit Hingabe zubereitet werden liebevoll beschrieben. Am Ende des Buches befindet sich ein Rezept für Pfefferkuchen nach Art der Köchin Schneider, welches der Herstellung sicher lohnt.
So erleben Frederike und ihre Geschwister im Rahmen der damaligen, konvetionellen Regeln eine unbeschwerte Zeit. Zusammen mit ihren Pferden verbringen sie sorglose Stunden und nehmen an der großen Jagd teil. Lustige Elemente lassen der spitzbübische Fritz und dessen Freund durch ihre Lausbubenideen einfließen. Für mich war es eine heitere, unbeschwerte Geschichte mit sprachlich typischen Slang. Majellchen, Marjellchen, dat wird jestimmt een dolles Fest!
Daher hat mir hat diese leichte, positive, weinachtliche Geschichte aus Ostpreußen unheimlich gut gefallen. "Frühling auf Gut Fennhusen", welches im März 2019 erscheint, ist schon vorbestellt. Und auch die drei bereits erschienen Romane der Ostpreußen-Saga werde ich mit Genuß lesen.
Rezensionen von C. P.:
Spannendes Abenteuer rund um Prophezeiungen und alte Geheimbünde
Die Sternen-Saga 1. Taurus von Michael Templar
Spannend, mysteriös, actiongeladen - so steht es auf der Rückseite des Buches. Tja, dem ist in der Tat nichts mehr hinzuzufügen. Aber worum geht es?
Die 13jährige Natalie Hardaker lebt zusammen mit ihrem Großvater Avery, einem anerkannten Professor der Astrophysik und Archäologie. Durch seinen Job ist sie bereits viel in der Welt herum gekommen, hat viele Menschen und Sprachen kennen gelernt.
Als er in London einen Vortrag über das Orakulum halten will, eine Maschine, mit welcher bereits Nostradamus die Zukunft voraussehen konnte, stürmen mehrere Personen mit gruseligen Tiermasken den Saal und entführen den Professor. Gemeinsam mit dem reichen Waisenjungen Giles und dessen Bodyguard macht sich Natalie auf die Suche nach dem mysteriösen Orakulum, um ihren Großvater aus den Klauen dieser Sekte zu befreien. Und begibt sich dabei schnell in große Gefahr...
Bereits die Aufmachung des Buches ist gelungen: Jedes Kapitel wird von einem Sternbild sowie dessen Bedeutung eingeleitet. Natalie ist ein cleveres und mutiges Mädchen, mit welchem man sich als Leserin gerne identifizieren mag. Gemeinsam mit Giles löst sie Rätsel, findet Spuren in verschiedenen Ländern und entdeckt ein großes Mysterium. Dabei nimmt der Roman schnell an Fahrt auf, ist zwischen ihren spannenden Abenteuern gespickt mit interessantem Wissen und bleibt bis zum Schluss spannend. Die Handlung fühlt sich am Ende des Buches angenehm abgeschlossen an, eröffnet durch das Lösen des Mysteriums jedoch weitere Rätsel und Aufgaben, die neugierig auf die Fortsetzung machen.
Ein spannendes und empfehlenswertes Abenteuer rund um alte Geheimbünde, Prophezeiungen und die Macht der Sterne.
Rezensionen von Gaby 2707:
Hat das Potential zu mehr
Die Sternen-Saga 1. Taurus von Michael Templar
Emily Hansen ist begeistert von der neuen Freundin ihres Vaters, die sie über eine Datingplattform gefunden hat. Doch bald kommt Vera Fortmann ihr seltsam vor. Schon nach wenigen Wochen will sie einziehen, heiraten, Kinder kriegen. Ihren Vater scheint das in seiner Verliebtheit nicht aufzufallen. Und Vera versucht alles um ihre Ideen von einer perfekten Familie umzusetzen – auch mit Gewalt…
Die Geschichte wird aus Sicht der siebzehnjährigen Emily erzählt.
Daher kommt auch der Schreibstil recht einfach rüber. Die Spannung baut sich langsam auf und hält sich bis zum Schluss, ohne mich aber zu berühren. Mir fehlt der Nervenkitzel, der Überraschungsmoment. Vielleicht wäre es noch spannender geworden, wenn ich auch die Sicht in Veras Gedanken gehabt hätte.
Die Charaktere sind alle recht einfach gestrickt, aber gut vorstellbar. Emily agiert in meinen Augen oft unbedacht und naiv. Ihre Freundin Lena dagegen ist schon sehr abgeklärt. Vera hat mich mit ihrer Maskenhaftigkeit überzeugt. Sie switscht von einer Frau, die mit allen Mitteln überzeugen und perfekt sein will, zurück zu dem kleinen Mädchen, dem Unfassbares wiederfahren ist. Und das innerhalb einer Zeile. Ich fand es sehr interessant zu lesen, wie Vera versucht ihre Fassade aufrecht zu erhaltren, während Emily, die gerade gegen Ende der Geschichte ihre Naivität aufgibt, versucht, sie zu enttarnen.
Viel zu schnell war die Geschichte ausgelesen und hat mich etwas enttäuscht zurück gelassen.
Der für mich seichten, oft vorhersehbaren Geschichte, der es an Intensität, Spannng und Thrill fehlt, die aber das Potential zu einem richtig guten Thriler hätte, gebe ich hier 3,5 von 5 Sternen.
Rezensionen von C. P.:
Rund 100 Inspirationen, über sich hinaus zu wachsen
Stories for Boys Who Dare to be Different - Vom Mut, anders zu sein von Ben Brooks
Das Buch ist eine wunderbare Sammlung über Jungen und Männer, die auf ihre Art zu Helden wurden, weil sie Mut bewiesen, Stärke zeigten oder einfach an sich glaubten. Dabei ist die Mischung der Personen ebenso bunt wie deren Schicksale. Einige mussten z. B. unter Mobbing oder Sklaverei leiden, aus welcher sie sich herauskämpften, während andere einfach einen unkonventionellen Weg einschlugen, über welchen andere vielleicht nur die Köpfe schüttelten.
Möglichkeiten, sein eigener Held zu werden, gibt es unendlich viele - dieses Buch kann dem Leser Mut machen, über sich hinaus zu wachsen, wie es viele andere vor ihm auch bereits taten. Dabei gefällt mir vor allem, dass nicht nur bereits bekannte Personen genannt werden wie z. B. Muhammad Ali und Galileo Galilei, sondern auch viele unbekannte Namen ihren Weg ins Buch fanden.
In dem Buch werden über 100 Jungen und Männer beschrieben, wobei jedem eine Doppelseite zusteht. Eine Seite davon ist jeweils ein Bild, wobei mir die Bilder oftmals weniger gefielen. Die Beschreibungen der Personen beschränken sich meist auf das Wesentliche, die eigentliche Heldenleistung. Tiefergehende Informationen zu den Personen sucht man in dem Buch vergebens, dafür lassen sich die Beispiele recht schnell lesen. An einigen Stellen ist dies sehr schade, andererseits bleibt das Buch so auch für Lesefaule ein Anreiz, mal eben eine Kurzbiographie zu lesen.
Rezensionen von Petra Sch.:
Kann man die Vergangenheit ungeschehen machen bzw. korrigieren?
Bösland von Aichner Bernhard
Kurz zum Inhalt:
Ben wird regelmäßig von seinem Vater mit dem Gürtel verprügelt - auf dem Dachboden, dem sogenannten Bösland.
Als Ben 10 ist, findet er seinen Vater im Bösland, erhängt mit dem Gürtel.
Er hat einen einzigen Freund: Felix Kux, den Sohn des Arztes. Mit ihm verbringt er die meiste Zeit, auch oder gerade im Bösland, die beiden quälen Tiere und vor allem drehen sie Filme über alle Mögliche mit der Kamera, die Felix seinem Vater geklaut hat.
Etwas später kommt Matilda neu in die Klasse, zu Dritt verbringen sie nun Zeit und Ben ist in Matilda verliebt.
Bis Matilda eines Tages tot im Bösland liegt - der Schädel eingeschlagen. Ben hält sie im Arm und wird als Täter in die Psychiatrie eingesperrt. Er kann sich an nichts erinnern. Als Ben 23 ist, wird er wieder freigelassen. Er geht freiwillig zur Therapie. 30 Jahre nach dem schrecklichen Tod von Matilda deckt er das schreckliche Geheimnis von damals auf - und es wird gefährlich für ihn.
Meine Meinung:
An den Schreibstil muss man sich anfangs gewöhnen - aber mir gefällt es sehr gut, dass abwechselnd in ich-Form aus Sicht von Ben und im Dialog-Stil zwischen Ben und jeweils einer weiteren Person erzählt wird.
Das Schicksal von Ben ist traurig, er hatte eine schlimme Kindheit. Vom Vater verprügelt, die Mutter verschließt die Augen - und noch schlimmer, sie gibt dem Sohn die Schuld am Selbstmord des Vaters und meinte, es wäre besser gewesen, wenn der Vater ihn totgeprügelt hätte. Kein Wunder, dass alle in ihm den Mörder sehen.
Auch wenn Ben nicht so wirklich sympathisch ist, fühlt man mit ihm mit und erfährt nach und nach Schreckliches.
Bernhard Aichner hat mit "Bösland" einen Psychothriller der etwas anderen Art geschaffen. Die ganze Geschichte ist düster, mysteriös und morbid, und beim Lesen denkt man immer wieder dran, wie gut es einem selbst geht und man ist froh darüber, dass man keine Freunde wie Kux hat.
Fazit:
Ein außergewöhnlicher Thriller mit einem besonderen Schreibstil, der mich gut unterhalten hat!
Rezensionen von KimVi:
Gelungenes Finale der Löwenhof-Saga!
Die Frauen vom Löwenhof - Solveigs Versprechen von Corina Bomann
Solveigs Glück scheint vollkommen. Sie bekommt nicht nur einen wunderbaren Heiratsantrag von dem Mann ihres Lebens, sondern hat außerdem die Zukunft strahlend vor sich liegen. Um ihrer Familie die großen Neuigkeiten mitzuteilen, macht sie sich mit ihrem Verlobten auf den Weg zum Löwenhof. Doch da schlägt das Schicksal gnadenlos zu, denn es kommt zu einem schrecklichen Unfall.
Danach ist nichts mehr so, wie es vorher war und wie es sich Solveig erträumt hatte. Sie kehrt zu ihrer Mutter und Großmutter zurück auf den Löwenhof. Dort versucht sie nicht nur ihre grenzenlose Trauer zu bewältigen, sondern auch, dem Löwenhof zu neuem Glanz zu verhelfen, der ihn in die neuen Zeiten tragen kann….
Nach „Agnetas Erbe“ und „Mathildas Geheimnis“ ist „Solveigs Versprechen“ der dritte Band der Schweden-Saga von Corina Bomann. In dieser Saga steht die Familie Lejongård, die auf dem Löwenhof, einem prächtigen schwedischen Gestüt, beheimatet ist, im Mittelpunkt. Da die Bände in sich abgeschlossen sind, ist es nicht zwingend erforderlich, die beiden ersten Teile zu kennen. Denn die Autorin streut alle nötigen Hintergrundinformationen in die Erzählung ein. Es lohnt sich aber dennoch, die Bände in der vorgesehenen Reihenfolge zu lesen, da man so auf alte Bekannte aus den vorherigen Teilen trifft, erfährt, wie sich ihr Leben weiterentwickelt hat und über deutlich mehr Hintergrundinformationen über das Gut, seine Bewohner und die Beziehungen untereinander verfügt.
In diesem Teil der Saga steht nicht nur Solveigs Schicksal im Zentrum der Handlung, sondern auch die Zukunft des Löwenhofs. Denn das ehemals hochangesehene Gestüt ist ein wenig in Vergessenheit geraten und braucht deshalb neue Perspektiven, um wieder zu altem Glanz zurückzukehren. Der erneute Einstieg in die Familiensaga gelingt wieder mühelos, da es die Autorin hervorragend versteht, den Leser von der ersten Seite an mitzunehmen. Denn Protagonisten und Handlungsorte werden so lebendig beschrieben, dass man sie unwillkürlich vor Augen hat und ganz in das Geschehen eintauchen kann.
Dieses Mal trägt sich die Handlung von 1967 bis 1972 zu. Man erfährt nicht nur, wie es dem Löwenhof in der Zwischenzeit ergangen ist, sondern auch, wie Agneta und Mathilda, die Hauptprotagonistinnen der ersten beiden Bände, mittlerweile leben. Im Mittelpunkt steht allerdings Solveig, die nicht nur ihr eigenes Schicksal, sondern auch das des Löwenhofs, in die Hand nehmen muss. Dabei gilt es einige Schwierigkeiten zu überwinden. Solveig ist eine sehr sympathische Protagonistin, der man gerne über die Schulter schaut. Corina Bomann gelingt es mühelos, den Löwenhof und seine Bewohner zum Leben zu erwecken, sodass man wieder gefesselt dem Geschehen folgt und das Buch nur ungern aus der Hand legen mag. Der Schreibstil ist flüssig und äußerst angenehm lesbar. Dadurch fliegt man förmlich durch die Seiten und beobachtet fasziniert, mit welchen Schicksalsschlägen sich Solveig auseinandersetzen muss, bevor die Saga um den Löwenhof endet.
Ich habe bereits die ersten beiden Bände mit großer Begeisterung gelesen und auch den Abschluss der Saga geradezu verschlungen. Die Autorin konnte mich durch ihren fesselnden Schreibstil wieder ganz in den Bann des Löwenhofs ziehen, sodass ich viel zu schnell am Ende angekommen war. Nach der letzten Seite habe ich das Buch zwar zufrieden, aber dennoch etwas wehmütig zusammengeklappt, da ich die Frauen vom Löwenhof und das wunderbare Gestüt, nur ungern verlasse. Auf meiner persönlichen Bewertungsskala vergebe ich deshalb auch alle fünf Sternchen und eine ganz klare Leseempfehlung für die gesamte Trilogie.
Rezensionen von Petra Sch.:
Eine historische Figur in einem teilweise fiktiven Roman verwebt
Jahre aus Seide von Ulrike Renk
Kurz zum Inhalt:
Die jüdische Familie Meyer lebt in Krefeld, wo sie in der Nähe des reichen Seidenhändlers Merländer ein Haus baut. Vater Karl hat aufgrund einer Sehschwäche einen katholischen Chauffeur, der ihn im ganzen Land herumführt, wo er Schuhkollektionen verkauft. Der Familie geht es finanziell sehr gut.
Ruth freundet sich mit Rosi, der Tochter von Merländers Chauffeur an, und verbringt viel Zeit in der Villa Merländer. Dort kommt sie auch zum ersten Mal mit teuren Stoffen und Seide in Kontakt und ist sofort begeistert. Ihre Oma bringt ihr das Nähen bei und wie man Schnittmuster entwirft.
Ruth hat eine behütete Kindheit, und in ihrer Jugend verliebt sie sich in Kurt.
Doch die Nationalsozialisten erlangen immer mehr Macht, und die Juden werden in ihrem Leben immer mehr eingeschränkt.
Viele jüdische Familien planen auszuwandern, ebenso die Familie von Kurt, doch Karl ist lange Zeit dagegen und hofft, dass die furchtbare Zeit bald vorbei ist...
Meine Meinung:
"Jahre aus Seide" ist der erste Teil der Trilogie um die jüdische Familie Meyer vor und im Zweiten Weltkrieg, im Vordergrund steht die Tochter Ruth. Dieser erste Teil handelt von Ruths Kindheit in den 1920er und 1930er Jahren vor dem Weltkrieg.
Der Schreibstil ist ruhig und authentisch. Leider suggeriert der Klappentext einen etwas anderen Inhalt, nichts desto trotz war ich von dem Buch begeistert! Es wird die Familiengeschichte der Meyers erzählt, nach einer wahren Begebenheit. Dadurch, dass man als Leser weiß, welches politische Ereignis passieren wird, sieht man alles natürlich durch andere Augen.
Auch wenn jetzt nicht ein spannendes Ereignis dem anderen folgt - es ist eine Familiensaga, und wer Tempo und Spannung will, möge einen Krimi oder Thriller lesen.
Vor allem die Familie Aretz, allen voran Hans Aretz, Karls Chauffeur, hat das Herz am rechten Fleckt und die Meyers sehen die Aretz' nicht nur als Angestellte, sondern als Freunde, mit denen sie auch oft in Urlaub gefahren sind.
Die ersten zwei Drittel 'plätschern so vor sich hin', um es mal salopp zu sagen, und das letzte Drittel nimmt dann an Fahrt auf, denn die Zustände für die Juden werden immer schlimmer.
Das Buch endet leider mit einem fiesen Cliffhänger, bei dem man als Leser unbedingt sofort den nächsten Band zur Hand nehmen will um zu erfahren, wie es mit der Familie Meyer weitergeht!
Das Cover suggeriert sofort einen historischen Roman, und auch die Cover der anderen beiden Bände lassen die Zusammengehörigkeit dieser Trilogie erkennen.
Fazit:
Emotionale und dramatische Familiensaga nach einer wahren Begebenheit, die mich sehr gut unterhalten hat. Ich bin schon sehr neugierig auf die anderen beiden Bände!









