Kunden em pfehlungen
Rezensionen von C. P.:
Ab durch die Hölle!
Liv versteht die Welt nicht mehr: Erst hat sie einen Unfall mit Leif, einem arroganten Schüler ihrer Schule. Dann benehmen sich die Leute um sie herum zunehmend merkwürdig. Und als Dinge geschehen, die Liv an ihrem Verstand zweifeln lassen, scheint ausgerechnet Nervensäge Leif des Rätsels Lösung zu sein?
Wer auf Nordischer Mythologie basierende Fantasy mag liegt mit diesem Buch goldrichtig.
Okay, zu Beginn muss man sich erstmal durch Leifs Beschreibung von Ragnarök lesen - er ist von der nordischen Mythologie einfach fasziniert. Und das ist für das Abenteuer von Liv und Leif gar nicht mal so schlecht, als plötzlich Odin vor ihnen steht und sie auf eine Reise durch die neun Kreise der Unterwelt schickt. Die beiden Jugendlichen, die sich zunächst überhaupt nicht mögen, müssen sich nach und nach zusammenraufen, um die gefährliche Reise zu überstehen. Sind sie wirklich die beiden in der Prophezeiung erwähnten Auserwählten? Oder spielt da jemand etwa nur einen bösen Streich mit ihnen?
Das Abenteuer von Liv & Leif ist eine Reise durch die von Hel regierte, nordische Unterwelt. Man lernt die verschiedenen Kreise ebenso kennen wie die Weltenfeinde Fenriswolf und Midgardschlange, verfolgt den Lauf der Seelen der Verstorbenen und trifft zudem noch auf einige weitere Sagengestalten der Edda. Das Ganze ist so unterhaltsam verpackt, dass es auch Spaß macht es zu lesen, wenn man sich in der Nordischen Mythologie nicht so auskennt. Schließlich hat Leif genug Wissen, welches er einbringen kann. Zudem befindet sich am Ende des Romans ein Glossar mit all den Namen und Begriffen zum Nachschlagen.
Ein Roman voller Abenteuer, Mythologie, Spannung und einer wohldosierten Portion Humor, der mir gefallen hat und von dem ich gern eine Fortsetzung lesen würde.
Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:
Nahe gehend
Die Unsterblichen von Benjamin Chloe
Sich durch eine Wahrsagerin einen Blick in die eigene Zukunft zu gestatten, gar wenn es um das Lebensende geht, das ist schon sehr verlockend. Dem können auch die Kinder Varya, Daniel, Klara und Simon Gold nicht widerstehen. Sie behalten aber für sich, was jedes von ihnen erfährt. Doch diese zweifelhafte Kenntnis MUSS ja eine grosse Unruhe mit sich bringen und so manche Entscheidung abändern, welche die Geschwister sonst ganz anders getroffen hätte.
Der Leser wird in jedem der vier Abschnitte (samt Vorgeschichte) mit dem Denken, Empfinden und Umgehen mit dem neuen Wissen der sympathischen Geschwister bekannt gemacht. Auch wenn man sich der blossen Fiktion bewusst ist, geht der Inhalt dieses Buches nahe und bleibt über das Ende des Werkes hinweg haften: Wie würde ICH handeln, entscheiden, mein Leben ändern, wenn ich wüsste, wann und wie es mit mir selbst zu Ende geht? Welche Richtung hätte ich in meiner Jugend eingeschlagen, und welche jetzt im vorgerückten Alter?
Der Schreibstil ist über weite Strecken süffig und locker, wenn der Text teils auch seine Längen aufweist und sich manchmal wie Teig zieht. Auch wirkt auf mich unglaubwürdig, dass die Kinder das immerhin doch sehr belastende Wissen für sich behalten und sich untereinander nicht austauschen.
Das Cover ist unaufdringlich und mit den dargestellten Zweigen eines Baumes eine Metapher für den gemeinsamen Familienursprung und die unterschiedlich eingeschlagenen Lebenswege der vier Geschwister.
Rezensionen von Pink Anemone:
Primitives und anspruchsloses Irgendwas auf Grundschul-Niveau
Winterkartoffelknödel von Rita Falk
❆❆❆❆❆
"Sie ist ziemlich verdattert, dass die Polizei, die wo sie gerufen hat, jetzt ich war.
Weil: sie hat mich wahrscheinlich für einen Bauernlackel gehalten oder einen Gas-Wasser-Heizungs-Pfuscher,
oder was weiß ich."
(S. 17)
Franz ist ein Dorfpolizist im beschaulichen Niederkaltenkirchen.
Hier kennt jeder jeden und daher ist es um seine polizeilichen Dienste eher ruhig bestellt. Hier stirbt man höchstens an Altersschwäche, durch einen Traktor- oder Jagd-Unfall, aber sicherlich nicht durch Mord....haben's alle gedacht, bis dieser Fall doch eintritt und dann hat der Franz gleich mal mit einem Vierfachmord zu tun.
Mehr kann und will ich zum Inhalt überhaupt nicht sagen, denn die Enttäuschung springt mir regelrecht aus dem G'sicht.
Ich erwartete einen locker-flockigen und amüsanten Regionalkrimi, bekommen habe ich ein seichtes Irgendwas in einem Schreibstil auf Grundschul-Niveau.
Vor allem der Schreib- und Erzählstil zerrten an meinen Nerven und das nicht zu knapp.
Erzählt wird aus der Sicht von Franz in der Ich-Form und dies auf sehr ... wie soll ich sagen ... primitive Art und Weise. Man hat das Gefühl es wurde einem äußerst einfach gestrickten Mannsbild ein Stift in die Hand gedrückt und dieser erzählt nun seine Geschichte wie sie ihm gerade in den Sinn kommt - teils im Dialekt, in knapp bemessenen Sätzen und mit vielen Und's und noch mehr Weil's. Als hätte diesen Krimi ein Bub geschrieben, welcher die Grundschule gerade noch so geschafft hat und das auch nur weil die Deutschlehrerin dabei beide Augen und all ihre Hühneraugen zugedrückt hat. Kurz gesagt: sehr einfacher, bzw. primitiver Schreib- und Erzählstil, der eine gewisse Intelligenz vermissen lässt.
Dies als Lokalkolorit zu verkaufen ist meiner Meinung nach etwas dreist, da dadurch die ländliche Bevölkerung in gewisser Weise herabwürdigend dargestellt wird. Hier erhält man das Gefühl, dass alle aus der Provinz einfach gestrickte Vollhonks wären, welche sich nicht klar artikulieren und schon gar nicht denken könnten.
Hinzu kommt dieser ständig präsente "Humor". Anfangs war es noch durchaus amüsant, doch da dieser "Schmäh" wirklich permanent vorhanden ist, fühlt man sich spätestens nach 20 Seiten davon erschlagen. Zudem wirkt dieser Humor erzwungen und schreit regelrecht "I wü, aber i kann net!".
Diese Art von "Humor" (die Gänsefüßchen sollte man sich hier jedes Mal fett und doppelt unterstrichen vorstellen) kann ich absolut nichts abgewinnen. Es ist aber natürlich auch möglich, dass ich diesen Schmäh nicht verstehe. Was weiß' ich schon, bin ich doch nur ein gebürtiges Landmädl, welches sowieso von nix eine Ahnung hat und als Frau prinzipiell dumm wie drei Meter Feldweg bin (mehr dazu weiter unten).
"Unten steht der ältere der Neuhoferbrüder und - platsch -, weg war er.
Flach wie ein Pfannkuchen. Oder Palatschinken, wie die Tschechen sagen.
Palatschinken mit Eis und Sahne, obendrauf ein Spritzer Himbeersoße, besser geht's nicht.
Da lass ich schon mal einen Schweinshaxen stehe, für einen Palatschinken!."
(S. 28 / Hier ein hervorragendes Bsp. für diesen speziellen Humor, die ständigen Abschweifungen und das die Autorin ohne Hirneinsatz schreibt.
Palatschinke = Österreichisch; Palačinka = Tschechisch; weiters heißt es "Die Palatschinke und nicht "Der Palatschinke".
Die Autorin und das Lektorat scheinen das wohl mit Schinken verwechselt zu haben.
Wenn man schon witzig sein will, dann sollte dies zumindest Hand und Fuß haben, ansonsten macht man sich selbst zum Depp.)
Doch es hapert nicht nur am Schreib- und Erzählstil, sondern auch an der Story selbst. Diese kommt nämlich so gar nicht in die Gänge und dümpelt lange Zeit vor sich hin. Wenn man denkt es ginge endlich los, kommt z.B. die Oma mit einer Schwammerlsuppe daher und schon befindet man sich in einer Erklärung, weshalb es im Winter eine Schwammerlsuppe gibt, wann die Oma wie Schwammerl sammelt und was sie mit diesen macht. Oder die Oma will neue Schuhe, weil es beim Deichmann 3 Paar zum Preis von 2 gibt, etc. Dies nur mal als kleine Beispiele für die ständig vorhandenen Abschweifungen.
Vorhanden sind dann natürlich auch noch Klischees und dabei wird wirklich jedes bedient, welches der ländlichen Bevölkerung, in den Augen der Autorin, nachgesagt wird, ergo "typisch ländlicher" Sexismus, Rassismus, Diskriminierung von Menschen mit Depressionen, von Menschen aus der Stadt oder prinzipiell von Personen, die nicht aus dem selben Dorf stammen. Abwertung gegenüber Homosexuellen kommt natürlich auch vor, immerhin will man ja wirklich nichts auslassen.
Aber auch hier ist es natürlich möglich, dass ich es falsch verstanden habe. Ich quasi den Schuß nicht gehört habe, weil, eh schon wissen - Landmädel und daher gehörte ich ja automatisch zu den unterbelichteten Dorfdeppen wie sie ihm Buche stehen... in DIESEM Buch sogar wortwörtlich und schwarz auf weiß.
"Jetzt muss ich wahrscheinlich noch erwähnen, dass der Gashi ausschaut wie hundert Jahre Zuchthaus und meine Erfahrungswerte,
was den Wahrheitsgehalt einer albanischen Aussage betrifft, sind nicht grad rosig."
(S. 50)
Der Kriminalfall selbst ist schnell erzählt, würde ohne die Möchtegern-Witze und Abschweifungen insgesamt nur 50 Seiten füllen und trotzdem wusste ich schon ab der Hälfte was gespielt wird und worauf es hinausläuft. Die Aufklärung, bzw. Auflösung, ist ebenso unspektakulär wie auch langweilig und am Ende fragte ich mich einfach nur: "WTF?!"
Ich habe mich also wahrlich tapfer durch diesen Schund gekämpft und dann dachte ich mir - "Eh schon wurscht, jetzt lese ich das Nachwort der Autorin auch noch." Und wirklich, manches erklärt sich dann von selbst und bei manchen Äußerungen jedoch wieder dieser "WTF"-Gedanke.
❆❆❆
An dieser Stelle sehe ich von einem Fazit ab, denn besser als mein bisher Geschriebenes wird es nicht. Stattdessen möchte ich nun aus dem Nachwort der Autorin zitieren und richte gleichzeitig auch das Wort an die Selbige:
"Nach Bergen von Büchern, die ich gelesen und für schlecht befunden habe, hatte ich den Eindruck: schlechte Bücher schreiben kann ich auch...."
Mit Verlaub, liebe Frau Falk, aber dies bedeutet nicht, dass Sie aufgrund dessen auch gleich welche von dieser Sorte schreiben müssen!
"Warum ich aus der Sicht eines Mannes schreibe, ist, weil ich Frauenromane nicht mag. Weil ich denke, dass ein Leben z wischen Cellulite-Creme und Kindergeburtstag nicht unbedingt schriftlich festgehalten und der Nachwelt vermittelt werden muss..."
Werte Frau Falk, hier ist mir wahrlich der Kaiserschmarrn im Halse stecken geblieben.
Haben Sie wirklich so eine geringe Meinung vom weiblichen und somit Ihrem eigene Geschlecht? Sind Sie wirklich der Meinung, dass das Leben eines Mannes interessanter ist?
Entschuldigen's bitte, aber Sie scheinen wohl den Schuß des modernen Zeitalters und somit der Gleichberechtigung nicht gehört zu haben. Wenn Sie also der Meinung sind, dass eine Frau außer Cellulite und Kindergeburtstage nichts im Hirn hat und daher zu Recht nichts anständiges zu erzählen hat, dann frage ich mich, wieso gerade SIE Bücher schreiben. Immerhin wäre, nach Ihrer Auffassung nach, der Platz einer Frau hinter dem Herd.
Pfuiteifel sag' ich da nur!
Und somit gelangt diese Autorin auf meine schwarze Liste für Autoren und damit sei auch schon genug gesagt.
© Pink Anemone
Rezensionen von Gaby 2707:
Vom Käfer Kalle, der Abenteurer werden will
Flucht aus dem Eichenwald von Arno Dronzella; Ina Nord
Dem kleinen Käfer Kalle ist es einfach nur langweilig. Er will doch Abenteurer werden, in die Welt hinaus gehen. Er dagegen hängt mit seinen Freunden Tim und Joe zuhause rum, muss auf seine kleine quengelige Schwester Heidi aufpassen und in die Schule möchte er auch nicht mehr gehen. Da kommt ihm ein kleines Paddelboot ganz recht, in das er von seinem Ausguck auf einem Baum hinein stürzt.
Nun hat er seine Abenteuer, eins nach dem anderen, und merkt sehr schnell, wie sehr ihm seine Eltern, seine kleine Schwester Heidi und seine Freunde fehlen. Und sogar seine Schule beginnt er zu vermissen.
Mich hat das bunte Cover mit dem kleinen wandernden Käfer sofort angesprochen. Und ich wusste sofort, mit wem ich diese Geschichte lesen würde. Sie lässt sich gut vorlesen, aber auch von Zweitklässlern selbst gut lesen.
Dass dieses Buch in 15 Kapitel unterteilt ist, kam dem Leseverhalten meines kleinen Nachbarn sehr gelegen. So haben wir jeden Tag zusammen gesetzt und eine Geschichte gelesen, uns über den Abschnitt unterhalten und ich musste immer wieder Fragen beantworten. Aber auch ich habe Fragen gestellt, die wir dann diskutiert haben.
Die wundervollen Zeichnungen von Ina Nord wurden angeschaut und kommentiert. Wir haben uns sogar überlegt, wie die Geschichte jeweils weiter gehen könnte und waren dann überrascht, was am nächsten Tag wirklich geschah.
Mir hat es großen Spaß gemacht, diese Geschichte zu lesen bzw. vorgelesen zu bekommen und darüber zu sprechen. Sie hat sogar einen lehrreichen Aspekt, denn immer wieder haben wir uns Sachen im Lexikon angeschaut, die hier angesprochen wurden.
Ein wunderbares Buch für Leseanfänger, aber auch für Erwachsene.
Rezensionen von Gaby 2707:
Ein ganz besonderes Weihnachtsfest
Der Gesang des Nordlichts von Heike Fröhling
Gerhard Schlüter hat seine drei Töchter, Claudia, Alexandra und Simone, mit Familie zu seinem 79. Geburtstag zwei Tage vor Weihnachten in sein Haus nach Smaland in Schweden eingeladen. Hier haben sie gemeinsam viele Sommer- und Winterferien verbracht. Und es gibt ein Geheimnis, dass er unbedingt lüften will.
Doch wie schon früher gibt es immer wieder Streit, Missverständnisse, Meinungsverschiedenheiten und Ärger. Auch das vorgeschlagene Weihnachtswichteln, das Gerhard vorschlägt, trifft nicht bei allen auf Zustimmung. Dann beginnt Gerhard aus seiner Vergangenheit ab 1945 zu erzählen und allen wird bewusst, wie wenig sie eigentlich übereinander wissen.
Mit diesem Buch hat Heike Fröhling einen sehr emotionalen, aber auch unterhaltsamen Roman geschrieben. Er liest sich leicht und locker, aber gerade die melancholischen Momente haben mich immer etwas innehalten und nachdenken lassen.
Ich genieße es mit den Kindern auf dem zugefrorenen See direkt vor der Haustüre Schlittschuh zu laufen, gehe mit Holger joggen und genieße die Naturbeschreibungen von Gerhard aus den Nachkriegsjahren.
Ich lerne die einzelnen Familienmitglieder mehr oder weniger gut kennen. Die Charaktere sind gut ausgearbeitet, zeigen ihre wunden Punkte genau so wie ihre Stärken, sind gut vorstellbar und wirken lebensecht. Auffallend finde ich, wie wenig die einzelnen Personen miteinander reden. Bis auf die Kinder, die ihren Gedanken freien Lauf lassen, reden sie eher über- als miteinander, was immer wieder auch zur Verwicklungen führt.
Die Geschichte führt mich durch die Rückblenden von Gerhard auch immer wieder zurück zu seiner ersten Zeit in Schweden. Hier wird er von einer Familie aufgenommen und verliebt sich in die älteste Tochter Sessa. Ich bin berührt von den Erzählungen und den Gedanken an seine Vergangenheit, die Gerhard an seine Kinder und seine Enkel nun weitergibt. Gerade Niklas hängt an den Lippen seines Opas. Und ich meine zu erahnen, wie gut es ihm tut, sich das alles von der Seele reden zu können. Außerdem erfahren Gerhards Töchter nun auch, wie die Familie zu diesem Haus gekommen ist. Diese Rückblicke sind so interessant und spannend, dass ich einfach immer weiterlesen musste. Und sie passen sich sehr gut in die vorweihnachtlichen Vorbereitungen ein.
Auch diesmal hat mich Heike Fröhling mit ihrem emotionsgeladenen, einfühlsamen, berührenden und spannenden Familienroman sehr gut unterhalten.
Rezensionen von manu63:
Sturmluft
Izara 3: Sturmluft von Julia Dippel
Der dritte Band der Izara Reihe der Autorin Julia Dippel trägt den Titel Sturmluft und es wird in diesem Band noch heftiger als in den Vorbänden. Ari glaubt, das ihre große Liebe Lucian tot ist und versucht ihr Leben in den Griff zu bekommen indem sie Jagd auf seine Mörder macht. Dabei gerät sie auch an Lucians Vater und der setzt daraufhin einen tödlichen Dämon auf Aris Fährte und sie muss erkennen das sie diesen Bracion kennt.
Die Autorin fängt Aris verzweifelte Stimmung sehr gut ein und auch die Nebencharaktere bilden eine gute Ergänzung zu Ari. Die verschiedenen Akteure der Vorbände laufen hier wieder zur Höchstform auf und trotz aller Trauer lassen die Dialoge eine bittere Heiterkeit erkennen. Der weitere Verlauf der Geschichte ist überraschend und stimmig aufgebaut und führt zu einem weiteren Ende das nach einer schnellen Fortsetzung ruft, denn der Cliffhanger ist hier in meinen Augen noch heftiger als im vorherigen Band. Einzig Aris Mutter war für mich ein eher nerviger Charakter der gar nicht zuhören möchte und eine vorgefasste Meinung hat die sie nicht ändern will. Da hätte ich mir von dieser Seite mehr Unterstützung für Ari gewünscht.
Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und das Buch habe ich in einem Rutsch gelesen weil ich immer wieder wissen wollte wie es weiter geht.
Rezensionen von manu63:
Tödliche Zeilen
Izara 3: Sturmluft von Julia Dippel
Ein Fall für Agnes Munroe Tödliche Zeilen ist eine Cosy Crime Geschichte der Autorin Dorothea Stiller. In dieser Geschichte kehrt die pensionierte Lehrerin Agnes Munroe in das kleine schottische Städtchen Tobermory zurück um ihrer Freundin Effy beizustehen. Deren Sohn Neil ist tödlich verunglückt und als es einen zweiten Todesfall gibt kommen Zweifel auf, ob sich um Unglücke handelt.
Agnes beginnt mit Hilfe des Inselpolizisten und des örtlichen Geistlichen auf eigene Faust zu ermitteln.
Die Autorin hat die Geschichte rund um Agnes gut aufgebaut und die einzelnen Charaktere sind gut gezeichnet. Viele leise zwischenmenschliche Töne tragen zur Geschichte bei und die Entwicklungen sind stimmig und bauen aufeinander auf. Das Gefühlsleben der Charaktere wird gut eingefangen und die Schicksalsschläge die eintreten werden nicht heruntergespielt oder verharmlost. Das Ende überraschte mich dann doch und die kleinen Spuren auf vermeintliche Verdächtige wurden gut gelegt. Der Schreibstil ist flüssig und gut lesbar und die Geschichte hat genügende Spannungsbögen um den Leser zu fesseln.
Rezensionen von dorli:
Jahre aus Seide
Jahre aus Seide von Ulrike Renk
Krefeld, Oktober 1926. Die fünfjährige Ruth Meyer wächst wohlbehütet und unbeschwert auf. Ihr Vater Karl ist ein selbstständiger Handlungsreisender, der sich beruflich wie gesellschaftlich etabliert hat und seiner Familie ein sorgloses Leben ermöglicht. Ihre Mutter Martha kümmert sich liebevoll um sie und ihre kleine Schwester Ilse.
Anfang der 1930er Jahre wird die wirtschaftliche Lage immer schlechter, die Regierung instabiler. Während Karl die politische Entwicklung noch als ein Unwetter ansieht, dass hoffentlich schnell vorüberzieht, nehmen Angst und Unsicherheit in der Bevölkerung zu. Die Meyers machen sich jedoch wenig Sorgen, sie sind zwar Juden, aber vor allem sind sie ja Deutsche. Was soll ihnen im eigenen Land schon passieren?
Als Hitler Reichskanzler wird, werden die Veränderungen jedoch immer gravierender. Die Einschränkungen für Juden weiten sich aus, das Leben wird für die Meyers und ihre Freunde kontinuierlich problematischer. Schließlich gerät die ehemals heile Welt der Meyers vollends ins Wanken und plötzlich scheint es zu spät, sich in Sicherheit zu bringen…
Ulrike Renk ist dafür bekannt, dass ihre Romane auf wahren Begebenheiten beruhen. Auch ihre Seidenstadt-Trilogie basiert auf Tatsachen – Ruths Tagebuch sowie von den Nachfahren der Meyers zur Verfügung gestellte Dokumente und Interviews sind Grundlage für diese eindringlich erzählte Familiengeschichte.
Ulrike Renk lässt den Leser sehr intensiv an dem Schicksal der Meyers teilhaben. In diesem ersten Band der Trilogie erzählt die Autorin von den Ereignissen zwischen Oktober 1926 und dem 10. November 1938. Die glückliche Kindheit und Jugend Ruths stehen hier im Mittelpunkt. Die Handlung verläuft ruhig und man kann nicht nur am Alltag der Familie teilhaben, sondern bekommt auch viel Wissenswertes über die jüdischen Traditionen und Bräuche geboten.
Besonders gut gefallen hat mir, wie mitreißend Ulrike Renk das Verhalten der Meyers inmitten der immer aggressiver werdenden Stimmung im Land schildert. Man kann sehr gut nachvollziehen, warum sich die Familie trotz der drohenden Anzeichen relativ sicher fühlte und wieso Karl so lange gezögert hat, bevor er einen Ausreiseantrag gestellt hat.
„Jahre aus Seide“ hat mich durchweg begeistert – eine gelungene Mischung aus wahrer Familiengeschichte und fiktiver Handlung, die den Leser miterleben lässt, wie aus einer gut situierten, fröhlichen Familie nach und nach von Angst und Kummer geplagte Menschen werden. Absolute Leseempfehlung!
Rezensionen von begine:
Gute Unterhaltung
Das Geheimnis der schwedischen Briefe von Tanja Bern
Tanja Bern schreibt schöne unterhaltsame Liebesromane.
Der neueste Roman „Das Geheimnis der schwedischen Briefe“ spielt 2018 und 1945.
Emilia ist die Ansprechpartnerin ihrer 91jährigen Urgroßmutter Johanna. Die alte Dame erzählt ihre Herkunft und Geheimnisse ihrer Urenkelin, weil sie das vor ihrem Tod noch ins Reine bringen will.
So erfährt Emilia von Johannas Flucht 1945 aus Pommern.
Wir erleben die junge Johanna, ihre Ängste und Verluste auf der Flucht vor den Russen.
Diese Zeit wird oft beschrieben und ich kenne sie von Erzählungen meiner Mutter und Großmutter. Die Autorin erzählt zwar von den Getöteten, aber ohne genau ins Detail zu gehen.
Die Liebesgeschichte zeigt, wie es typisch in den Wirren war.
Dann gibt es noch ein Happy End für Emilia.
Dieses Buch ist ein schöner lockerer interessanter Unterhaltungsroman
Der Stil ist stimmungsvoll und gut zu lesen.
Rezensionen von KimVi:
Spannende Fortsetzung
Der Verfolger von Katzenbach John
Fünf Jahre ist es her, dass es Dr. Frederick Starks gelungen ist, den von Hass getriebenen Killer, der es sich gemeinsam mit seinen Geschwistern zum Ziel gesetzt hatte, ihn zu jagen und schlussendlich zu töten, bei einem Schusswechsel auszuschalten. Nach all den Jahren beginnt Starks, sich in Sicherheit zu wiegen.
Er gibt die schützende Identität, die er vorsichtshalber angenommen hatte, auf und praktiziert wieder unter eigenem Namen. Doch plötzlich kehrt die Vergangenheit mit enormer Wucht zurück, denn der vermeintlich tote Killer, sitzt eines Abends seelenruhig in Starks Praxis und stellt klar, dass sein damaliger Rachedurst keinesfalls gestillt ist. Um einem sofortigen Tod zu entgehen, bietet der Killer Starks einen Deal an. Denn die Geschwister des Killers werden anonym bedroht und Starks soll dabei helfen, den Unbekannten aufzuspüren.....
"Der Verfolger" ist die Fortsetzung zu "Der Patient". Da John Katzenbach wichtige Hintergrundinformationen aus dem ersten Band in die Handlung einstreut, kann man dem aktuellen Geschehen auch dann mühelos folgen, wenn man "Der Patient" nicht gelesen hat. Um alle Feinheiten des perfiden Spiels wahrzunehmen und auszukosten, empfiehlt sich allerdings die Einhaltung der Reihenfolge.
Der Einstieg in den Psychothriller verläuft eher gemächlich, denn John Katzenbach sorgt zunächst dafür, dass die Erinnerungen an die damaligen Ereignisse aufgefrischt werden. So werden Leser, die den ersten Teil nicht kennen, bzw. bei denen es Jahre her ist, dass sie "Der Patient" gelesen haben, mit nötigen Hintergrundinformationen versorgt. Das ist zwar hilfreich, geht allerdings am Anfang zu Lasten der Spannung. Denn diese baut sich dadurch nur langsam auf.
Doch dann gelingt es dem Autor mühelos, an das spannende Katz- und Mausspiel aus dem ersten Teil anzuknüpfen. Man ist hin- und hergerissen und weiß nicht, was man glauben soll und wem hier eigentlich noch vertraut werden kann. Es kommt zu einigen spannenden Szenen, die dazu führen, dass man das Buch nicht mehr aus der Hand legen mag. Der Schreibstil ist gewohnt flüssig und sehr angenehm lesbar. Man kann sich die beschriebenen Szenen problemlos vorstellen, die Spannung genießen und ganz in die Handlung eintauchen. Zum Ende hin verknüpfen sich alle Handlungsfäden, sodass man das Buch mit einem guten Gefühl zusammenklappen kann.
Ich habe vor einigen Jahren bereits "Der Patient" gelesen. Da ich im Jahr unzählige Thriller verschlinge, waren meine Erinnerungen an die damaligen Ereignisse nicht mehr ganz so gut, doch durch die eingestreuten Hintergrundinformationen wurden diese aufgefrischt, sodass ich der Handlung problemlos folgen konnte. Am Anfang fehlte mir ein wenig die Spannung, doch das hat sich dann zum Glück schnell geändert, sodass ich das Katz- und Mausspiel wieder genießen konnte.









