Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Tara:
Traurig & emotional
„Bestimmt schön im Sommer“ ist der Debütroman der Autorin Marlene Fleißig.
Maria ist nach dem Tod ihrer Schwester Adela aus Galicien nach Deutschland geflüchtet. Dort beginnt sie unter der Identität von Adela zu studieren und kehrt nachdem dies auffällt nach Galicien zurück.
Sehr einfühlsam beschreibt die Autorin hier den Schicksalsschlag, den Marias Familie durch Adelas Tod verarbeiten muss.
Dabei verwendet sie einen sehr ungewöhnlichen Schreibstil – teilweise poetisch und bildhaft, dann wieder melancholisch, zynisch und ein wenig derb in der Ausdrucksweise.
Die Kapitel sind kurz, teilweise aber etwas zusammenhangslos und wirken ein wenig wie Tagebucheinträge. Dadurch kommt Marias inneres Chaos gut zum Ausdruck. Überhaupt werden ihre Gefühle sehr nachvollziehbar beschrieben und auch die schwierige Situation, die sich für eine Familie ergibt, wenn eine Tochter stirbt. Über Adela erfährt man aber insgesamt nur recht wenig.
Leider bin ich durch das fröhliche Cover und den Klappentext, der eine humorvolle und berührende Geschichte verspricht, mit vollkommen falschen Erwartungen an das Buch herangegangen.
Es gab humorvolle Stellen, aber das war eher ein sarkastischer als ein fröhlicher Humor. Es gab auch viele tiefsinnige Stellen, poetische Sätze, die mich zum Nachdenken gebracht haben aber insgesamt war die Grundstimmung des Buches eher bedrückend und keineswegs „leichtfüßig“ wie es der Werbetext verspricht.
Mit einem anderen Cover und ohne die Erwartungen, die zuvor in mir geweckt wurden, hätte ich den Roman als stimmiger empfunden.
So kann ich leider nur 3,5 Sterne vergeben, denke aber, dass die Autorin Potential für mehr gehabt hätte.
Rezensionen von liesmal:
Ruf der Wölfe
Ruf der Wölfe (Band 1) von Robert Habeck; Andrea Paluch
Das Kinderbuch „Ruf der Wölfe“ aus dem Verlag Edel Kids Books, Autoren Robert Habeck und Andrea Paluch, macht sensibel für die Situation der Wölfe und erklärt, dass es möglich sein kann, dass Wolf und Mensch nebeneinander leben können.
In der Geschichte sind es Jan und seine Mitschülerin Clara, die versuchen, den Wolf zu retten.
Jan, der im Wald eine Begegnung mit einem Wolf hat, ist zunächst der Meinung, dass der Wolf gefährlich ist, und schildert ihn als Bestie. Doch Clara kann ihn davon überzeugen, dass Wölfe auf jeden Fall geschützt werden müssen. Das wird kein leichtes Spiel, sind doch die meisten Dorfbewohner davon überzeugt, dass man den Wolf abschießen sollte. Aber Jan und Clara nehmen die Herausforderung an und haben gute Ideen, wen sie bei ihrem Vorhaben mit ins Boot nehmen. Damit beginnt ein aufregendes und spannendes Abenteuer. Als Jan sich im Alleingang versucht, wird es richtig gefährlich!
Ein kindgerechter Schreibstil, der aber auch Erwachsene anspricht, lässt mir keine Möglichkeit, das Buch aus der Hand zu legen.
Am Ende des Buches findet sich ein Sachteil, der eine gute Ergänzung zu der Geschichte ist. Es gibt Antworten auf die Fragen wo und wie Wölfe leben, Infomationen über die Verfolgung durch den Menschen und die Ausrottung sowie die Rückkehr des Wolfes. Der letzte Abschnitt befasst sich mit dem Menschen und dem Wolf heute.
Ein tolles Buch zum Thema „Rettet den Wolf“, das ich gerne als sehr lesenswert empfehle.
Rezensionen von Caroline :
Immer noch meine Lieblingsreihe
Black Dagger - Der Spion von J. R. Ward
In Florida erlebt Sola sehr eintönige Tage. Aber die Sicherheit ihrer Großmutter steht für sie im Vordergrund und somit erinnert sie sich an Assail und vermisst ihr schmerzlich. Selbst als Assails Cousins auf der Bilderfläche erscheinen und sie um Hilfe bitten, um Assail wieder ins Reich der Lebenden zu ziehen, weigert sie sich standhaft, bis Vovo sie überzeugt, dass sie unbedingt helfen muss.
So machen sie sich gemeinsam auf die lange Reise von Florida in den Norden. Dort angekommen erkennt sie Assail kaum wieder, denn einer Leiche gleich, liegt er auf dem Krankenbett.
Unterdessen kämpfen die Brüder weiter, um die Rasse vor Angriffen zu schützen und sehen sich mit einer völlig neuen Dimension an Gegnern konfrontiert. Vor allem Vishous sucht verzweifelt nach einer Lösung dieses Problems. Gleichzeitig stehen er und Jane an einem Scheideweg in ihrer Beziehung.
Wie hat es mir gefallen?
Ein Jahr lang gewartet, darauf gefreut, ausgelesen und nun heißt es wieder warten bis April 2019. „The Savior“ wird Band 17 heißen.
Dieses Buch habe ich sehnlichst erwartet, denn schließlich sollte es endlich zur Klärung von Assails „Problem“ kommen und zusätzlich gab es Erklärungsbedarf bei Vishous und Jane. Mit meinen Freundinnen, die ebenfalls BD lieben, habe ich diskutiert und Gedanken gewälzt, Möglichkeiten abgewogen.
Beiden Themen wird natürlich viel Platz eingeräumt. Neben Sola hat auch ihre wundervolle Großmutter humorvolle und witzige Auftritte. Vor allem ihre Sorge, um das leibliche Wohl sowohl Assails als auch seinen Cousins bleiben mir in Erinnerung. Nicht nur einmal fordert sie alle auf bei den Mahlzeiten richtig zuzugreifen, mit den Worten: „Essen – alle zu dünn“ und das bei gut gebauten Vampiren.
Solas Figur erschien mir zu Beginn dieser Geschichte ein wenig blass und gar nicht so, wie ich sie in Erinnerung hatte, aber mit Fortlauf der Handlung trat sie in den Vordergrund. Sie stand für ihre Überzeugungen ein, lies sich nicht beirren und handelte. Assails Part war auf Grund seiner Krankheit eindeutig ruhiger.
Mein Augenmerk lag auf V und Jane. Ihre Beziehung finde ich einfach spannend und sehr speziell. Ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass ihre Eigenständigkeit und Unabhängigkeit unweigerlich auf eine Katastrophe zu steuerten. Jane arbeitet bis zum Umfallen und Vs Loyalität der Bruderschaft und dem König gegenüber kosten ihn ebenfalls unglaublich viel Zeit und Energie. Schon in „The Chosen“ fingen die Konflikte zwischen ihnen an und erreichen nun ihren Höhepunkt.
Meine größte Sorge galt Jane, den ihr Status als Geist empfinde ich als angreifbar. V hat mich dieses Mal sehr überrascht. Dies lasse ich so stehen, um nicht zu viel zu verraten.
Insgesamt hat mir „The Thief“ besser gefallen, als „The Chosen“ (auf Grund des abrupten Endes). Es klären sich einige Fragen auf und ein paar bleiben auch dieses Mal auf der Strecke und noch ein paar weitere werden gar nicht erwähnt und harren damit weiterhin auf ihre Lösung.
www.mariessalondulivre.at
Rezensionen von Gluecksklee:
Blieb leider deutlich hinter meinen Erwartungen zurück
Die Mauer von John Lanchester
Zum Inhalt
Großbritannien in der Zukunft. Nach Entwicklungen, die in diesem Buch nur mit dem Begriff „Wandel“ umschrieben werden, hat sich das Land mit Hilfe einer Mauer, die die gesamte Küste entlang verläuft, abgeschottet. In einer Form von Wehrdienst müssen junge Menschen zwei Jahre ihres Lebens auf dieser Mauer zubringen und tragen dabei die Verantwortung dafür, dass die „Anderen“ nicht über die Mauer ins Landesinnere kommen.
In dieser Welt begleiten wir als Leser den „Verteidiger“ Jospeh Kavanagh, als dieser seinen Dienst auf der Mauer antritt.
Meine Meinung
Die Leseprobe zu „Die Mauer“ und der Klappentext hatten mich vor dem Hintergrund der aktuellen politischen Diskussionen zum Thema „Flucht und Zuwanderung“ sehr neugierig auf das vom Autor beschriebene düstere Zukunftsszenario gemacht. Denn John Lanchester zeichnet ein wirklich grauenhaftes Zukunftsbild, in der tatsächlich eine physische Mauer aus Beton hochgezogen wird, um Menschen, die aus verschiedenen Gründen auf der Flucht sind, daran zu hindern, Großbritannien zu betreten. Jeder aus der jüngeren Generation ist dazu verpflichtet, eine Art Verteidigungsdienst auf dieser Mauer zu absolvieren. Dabei soll die „Motivation“ zur Verteidigung der Landesgrenze mit Waffengewalt dadurch gesteigert werden, dass bei Versagen quasi eine Verbannung für die jeweils verantwortlichen Verteidiger ausgesprochen wird, die dann dem Meer überlassen werden – was defacto in der Regel den sicheren Tod bedeutet. Das grundsätzliche Setting der Geschichte hatte also meinen Erwartungen nach einiges an Spannung und Dramatik zu bieten.
Allerdings muss ich nach der Lektüre von „Die Mauer“ sagen, dass der beste Teil des Buches meiner Meinung nach bereits in der Leseprobe enthalten war. Zum einen bin ich mit dem Protagonisten der Geschichte, Joseph Kavanagh, nicht wirklich warm geworden. In großen Teilen der Geschichte war er mir einfach unsympathisch. Die kurzen Momente der Nachdenklichkeit, in denen er darüber reflektiert, was es eigentlich bedeutet, dass sich sein Land so abgeschottet hat und wie unmenschlich mit Flüchtenden umgegangen wird, sind sehr selten und dann meist auch sehr oberflächlich abgehandelt.
Zum anderen wiederholt sich der Autor in seinen Ausführungen meiner Meinung nach zu oft. Wie oft der Beton, der Himmel, der Wind und die Kälte erwähnt werden, kann ich schon gar nicht mehr zählen. Eine gewisse Anzahl an Wiederholungen lasse ich mir als Stilmittel zur Verdeutlichung oder Betonung von bestimmten Sachverhalten ja gefallen, aber die Anzahl in „Die Mauer“ hat einfach für mich dazu geführt, dass sich die Geschichte gezogen hat und Längen hatte, die unnötig waren.
Andere Themen, zum Beispiel, was genau den „Wandel“ umfasste, werden sehr oberflächlich behandelt und die Wendungen der Geschichte, die für Spannung sorgen könnten, kündigt Kavanagh in seiner rückschauenden Erzählung aus der Ich-Perspektive immer bereits an, sodass man als Leser dann nur noch darauf wartet, dass die dann sehr vorhersehbare Wendung eintritt.
Das Buch ist in drei Abschnitte unterteilt – und gerade der Sinn des letzten Abschnitts hat sich mir nur bedingt erschlossen. Es bleiben wiederum Fragen offen und die offensichtlichen ethischen Fragenstellungen, die wohl damit behandelt werden sollten, werden wiederum vom Kavanagh nur oberflächlich betrachtet. Kurzum, irgendwie hat mich das Ende mit einem schalen Nachgeschmack zurückgelassen.
Von mir erhält „Die Mauer“ daher auch nur zwei von fünf Sternen. Das Buch blieb leider deutlich hinter meinen Erwartungen zurück. Zu dem Thema „Flucht“ gibt es da deutlich bessere aktuelle Veröffentlichungen, wie z.B. „Davor und Danach“ von Nicky Singer.
Rezensionen von yellowdog:
Leben nach dem Anschlag
Der Fetzen von Philippe Lançon
Dieses Buch berichtet von den Ereignissen vor, während und nach dem Attentat bei Charlie Hebdo, erzählt von einem Überlebenden. Philippe Lancon war Kolumnist bei Charlie Hebdo, dem Satire-Magazin. Er musste mit ansehen, wie seine Kollegen getötet wurden, er selbst wurde auch schwer verletzt. 12 Menschen wurden getötet.
Man liest selten von solchen Ereignisse auf unmittelbare, detaillierte Art, dazu von einem Zeugen und Betroffenen, der wirklich schreiben kann. So wird der Bericht tatsächlich zu einem autobiografischen Roman.
Lange Passagen handeln von den Gesundheitsprozess. Die Gesichtsverletzungen waren schwer, lange Krankenhausaufenthalte und Operationen erforderlich.
Hilfreich waren kulturellen Themen, Musik und Literatur, wie Kafka, Proust, Thomas Manns Zauberberg und Bach sowie Jazz.
Mich hat die Haltung von Philippe Lancon beeindruckt und die Genauigkeit der Details seiner Schilderungen. Ein starkes Buch!
Rezensionen von dorli:
Gut Greifenau - Morgenröte
Gut Greifenau - Morgenröte von Hanna Caspian
„Gut Greifenau - Morgenröte“ ist der dritte Band der großen Familiensaga über die fiktive Grafenfamilie von Auwitz-Aarhayn aus der Feder von Hanna Caspian.
Da „Morgenröte“ nahtlos an den vorhergehenden Band anknüpft und Hanna Caspian weitestgehend auf Wiederholungen und Rückblenden verzichtet, halte ich es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den Lesegenuss dieser wundervoll erzählten Fortsetzung noch erhöht.
Die Handlung dieses Bandes beginnt am 28. Dezember 1917. Das letzte Kriegsjahr steht bevor und hält für die Menschen dieser Zeit mit dem Sturz der Monarchie im Deutschen Reich und dessen Umwandlung in eine parlamentarische Demokratie einschneidende Veränderungen bereit. Auch auf dem hinterpommerschen Gut geht es nach wie vor turbulent zu. Neben den politischen Entwicklungen in Deutschland und Europa halten zahlreiche tiefgreifende Ereignisse die Greifenauer in Atem. Hanna Caspian schildert diese Zeit des Umbruchs mit ihren ganzen Höhen und Tiefen für ihre Figuren sehr intensiv. Man kann durchweg prima mit den Akteuren mitfiebern und erlebt die Neuerungen, unerwarteten Wendungen und brenzligen Situationen hautnah mit.
Besonders gut gefallen hat mir, dass alle Akteure im Verlauf der Handlung eine tolle Entwicklung durchgemacht haben und an ihren vielfältigen Erlebnissen gewachsen sind, jeder Einzelne aber dennoch seine Eigenarten behalten hat, die er von Beginn an hatte.
„Gut Greifenau - Morgenröte“ hat mir, wie auch schon die vorhergehenden Bände, spannende, unterhaltsame Lesestunden beschert - es war interessant und mitreißend, die Greifenauer kennenzulernen, sie auf ihren Wegen durch eine ereignisreiche, aufwühlende Zeit zu begleiten und Angst und Schrecken, aber auch Glück und Freude mit ihnen zu teilen.
Rezensionen von Bibliomarie:
Neustart
Orangenblütenjahr von Ulrike Sosnitza
Nellys Mann stirbt eines Nachts plötzlich an einem Aneurysma. Doch es war nicht ihr gemeinsames Bett, sondern es geschah bei seiner Zweitfamilie. So wird Nelly nicht nur mit dem Tod konfrontiert, sondern auch damit, dass ihr Mann und ihre beste Freundin seit Jahren ein Verhältnis und sogar einen gemeinsamen Sohn hatten.
Matteo den Nelly von klein auf kannte, seine Babysitterin war und immer auch eine Stütze für seine Mutter, ohne etwas zu ahnen.
Nelly bricht ihre Brücken ab, sie verkauft die gemeinsame Apotheke – ihr Erbe – und zieht nach München um wieder in ihrem Beruf zu arbeiten. Sie will neu anfangen und das gelingt ihr anfangs mit Leichtigkeit und Freude. Allerdings sind ihre Kinder nicht ihrer Meinung und vor allem ihre 23jährige Tochter empfindet ihre Haltung als Verrat am Vater und an der Familie. Als sie dann noch bemerkt, dass es ihre Mutter auch gleich von drei Männern umschwärmt wird, wird es schwierig.
Trotz des traurigen Beginns ist der neue Roman von Ulrike Sosnitza ein richtiger Wohlfühlroman. Da will eine Frau in den besten Jahren - mit 52 – noch einmal neu anfangen. Sie leugnet nicht ihre Erfahrungen, ihre Fehler und ihre Enttäuschungen, aber sie weiß, dass das nicht alles im Leben gewesen sein kann. Auch wenn sie damit die Erwartungen enttäuscht, die ihre Kinder und ihre Schwiegermutter an sie stellen. Dass sie bei ihrem Neustart in kürzester Zeit von Verehrern umschwärmt wird, mag zwar nicht realistisch sein, aber für den Roman bietet seine Fülle von Verwicklungen, Herzklopfen und Stoff für Freundinnengespräche.
Der Titel bezieht sich auf ein Orangenbäumchen, eines der wenigen Dinge die Nelly in ihr neues Leben mitgenommen hat. Zusammen mit ihrem Sohn aus einem Kern gezogen, blüht der Topf zum ersten Mal in der neuen Wohnung. Und so wie aus den Blüten langsam Knospen werden, dann kleine Früchte, von denen viele abfallen und einige reifen, so gestaltet sich auch ihr erstes Jahr allein. Träume und Pläne entstehen wie die Blüten, manches geht schief und entwickelt sie anders, wie die abgefallenen Knospen, aber es gibt immer noch Früchte, die reifen werden. Das ist eigentlich eine schöne Zukunftsaussicht und ein schönes Bild für Nellys Leben.
Ein gelungener Unterhaltungsroman, dessen Leserinnen wahrscheinlich im ähnlichen Alter wie Nelly sind und sich deshalb sicher sehr gut mit der Hauptfigur identifizieren können. Der Sprachstil ist angenehm leicht und flüssig zu lesen. Ihre Figuren sind lebendig, man meint einige Charaktere aus dem eigenen Freundeskreis zu kennen. Die Geschichte spielt in München, warum da aber jedes Restaurant, jeder Club, jedes Szenecafé, das Nelly besucht mit Namen und kleinen Beschreibungen einfließen müssen, hat sich mir nicht ganz erschlossen
Rezensionen von Gaby 2707:
Spannend und sehr verzwickt
Orangenblütenjahr von Ulrike Sosnitza
Leider kann KHK Kuno Knudsen sein Wochenende nicht genießen, weil sein Bruder Okko im Dünenhaus beim Wriakhörnsee eine Leiche gesehen haben will. Wie sich herausstellt eine weibliche Leiche. Und schon hat die Kripo Wattenmeer wieder genug zu tun.
Wie von Ulrike Busch gewöhnt, werde ich gleich auf den ersten Seiten in den neuen Fall hinein katapultiert.
Und ich freue mich, dass ich dort gleich auf zwei meiner Lieblingsermittler treffe: Kuno Knudsen und Arne Zander.
Dies ist nun schon der sechste Fall für die Kripo Wattenmeer. Alle Bücher sind in sich abgeschlossen und einzeln lesbar. Doch es macht mir zumindest viel mehr Spaß, die Ermittler von Beginn an zu begleiten und ihre Entwicklung zu verfolgen.
Dieser Fall scheint ziemlich verzwickt zu sein. Es gibt jede Menge Verdächtige, Motiv lässt sich allerdings keines finden. Ich habe zusammen mit den Ermittlern Spuren gesichert, Verhöre geführt, war mir ein paar mal sicher, den Mörder gefunden zu haben – dem war dann wieder nicht so. Erst ganz zum Schluss wird der Fall schlüssig und nachvollziehbar gelöst. Als mir klar wurde, wer der Mörder ist, war ich doch ein kleines bisserl geschockt.
Das Schöne an den Büchern der Autorin finde ich, dass es neben dem Kriminalfall immer auch die kleinen Alltagsgeschichten gibt, die die Geschichte auflockern. Hier habe ich z.B. mit Knuts Bruder Okko gebangt, dass Professor Dionisius Bubendey nichts mit dem Mordfall zu tun hat. Die Beiden haben gerade ein interessantes Projekt in Angriff genommen. Und Inselreporter Friedrich Fliegenfischer hätte ich eine neue Liebe gegönnt.
Auch diesmal kam der Schluss viel zu schnell. Aber ich kann mich schon heute darauf freuen, die Menschen auf Amrum, die mir so ans Herz gewachsen sind, bald wiederzulesen.
Rezensionen von Meli:
Ein durchaus ungewöhnlicher Roman!
Ein wirklich erstaunliches Ding von Hank Green
Ich war mir eine Weile nicht sicher, was ich von diesem Buch halte, denn an manchen Stellen ist es wirr und die sogenannten Carls sind ein sehr ungewöhnliches Mysterium, und ich war oft unentschlossen, ob ich das gut oder schlecht finde.
Aber dann fand ich die ungewohnte Art doch erfrischend.
April wendet sich regelmäßig direkt an den Leser und das von einem Standpunkt aus, der in der Zukunft der geschilderten Ereignisse liegt.
So gibt es immer wieder sehr bedeutungsschwangere Aussagen über aktuelle oder kommende Geschehnisse, die zwar nicht wirklich zum Verständnis beitragen, dafür aber die Neugier und Spannung erhöhen.
April May ist schon nicht die typische Protagonistin, aber das haben Hank Green und sein Bruder wohl gemeinsam. Sie hat Bindungsängste und wird nach anfänglicher Skepsis wird sie schnell süchtig nach dem Ruhm, den die Carls ihr einbringen. Für sie ist es nicht mehr als ein glücklicher Zufall gewesen und eigentlich ist sie auch nicht gerade eine Insiderin, aber bei der ganzen Aufregung nimmt man sie als eine Schlüsselfigur in diesem Mysterium wahr.
Die "Carls", wie sie nach Aprils spontaner Idee genannt wurden, sind eigentlich eher die Kulisse um ein Medienspektakel darzustellen. Mir hat es wirklich gefallen, wie die verschiedenen Facetten von Ruhm beleuchtet und die unterschiedlichen Aspekte des Internet. Was man tun muss, um aktuell zu bleiben, Agenten, Fans und Hater. Das schien mir auch alles sehr realistisch ausgeführt, auch wenn das natürlich auch meine subjektive Meinung ist. Man kann jedenfalls über das Buch sagen, dass es die Dinge nicht verschönigt.
Es ist durch Aprils Art und den Schreibstil schon ungewohnt, aber auf eine positive Art.
Und dieses Mysterium um diese riesigen Roboter? Man bekommt eigentlich eher Hinweise, was sie nicht sind und erfährt nicht wirklich viel, was einleuchtend wäre. Natürlich habe ich auf eine logische Erklärung gehofft (auch Aliens wären für mich "logisch"), aber da es sich hier nur um den ersten Teil einer Dilogie handelt, bekommt man nur auf wenige Fragen eine Antwort und die meisten Geheimnisse bleiben im Dunkeln.
Fazit
"Ein wirklich erstaunliches Ding" ist ein durchaus ungewöhnlicher Roman! Mysterien, Geheimnisse und Ruhm in der Zeit des Internets interessant verpackt.
Rezensionen von liesmal:
Die Liebe siegt
Das Haus hinter den Magnolienblüten von Pam Hillman
Die Autorin Pam Hillman erzählt die Geschichte der Irin Kiera, die gegen Ende des 18. Jahrhunderts mit ihren beiden jüngeren Schwestern von ihrem Bruder nach Amerika geschickt wird, angeblich um dort ihren zukünftigen Ehemann zu treffen. Auf der Überfahrt lernt sie Quinn O’Shea kennen, der mit seinen zwei Brüdern, die in demselben Alter sind wie Kieras Schwestern, unterwegs ist.
Es sind kleine Streitigkeiten zwischen Kiera und Quinn, über die Quinn eher lächeln kann und die er nicht ganz ernst nimmt. Kiera allerdings findet es nicht komisch, weil sie die Sorge um ihre Schwestern sehr ernst nimmt. Fast scheint sie etwas hochnäsig zu sein.
Nach der Ankunft stellt sich heraus, was der Bruder seinen Schwestern angetan hat. Für seine eigenen Fehler lässt er sie leiden. Es ist nämlich nicht der Ehemann, der Kiera erwartet, sondern der Besitzer eines Freudenhauses, der die Mädchen mitnimmt ins Bordell.
Quinn ist sofort dabei, als es darum geht, die Mädchen aus dem Bordell herauszuholen – und unter großen Schwierigkeiten gelingt die Rettung. Quinn nimmt Kiera und ihre Schwestern mit auf die Plantage seines Bruders.
Der Schreibstil ist klar und anschaulich, wodurch Bilder im Kopf entstehen, die mich mitnehmen mitten hinein ins Geschehen. Doch ständig schwebt die Angst mit, dass der Bordellbesitzer erfahren könnte, wo Kiera und ihre Schwestern sich aufhalten.
Besonders, nachdem Kiera vorbeikommenden Reisenden Unterkunft und Verpflegung anbietet, erscheint die Gefahr doch sehr groß, dass sie entdeckt wird. Doch es macht auch Spaß zu erleben, wie zwischen Kiera und Quinn ganz vorsichtig und langsam eine Liebe entsteht, wie sie sich gegenseitig mit kleinen Dingen überraschen und aufeinander Acht geben. Das ist auch wichtig, denn es lauern immer und überall Gefahren, die es zu bewältigen gilt.
Bei diesem Buch aus dem Brunnen Verlag handelt es sich um einen christlichen Liebesroman, was mir besonders gut gefällt, denn alle Schrecken und Ängste sind leichter zu ertragen, wenn man einen starken Glauben hat und Hilfe im Gebet findet. Das kann man bei Kiera sehr stark spüren.









