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Rezensionen von mamaofhannah07:

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Fernweh und ein Auf und Ab der Liebe

Zeilen ans Meer von Sarah Fischer erschienen im Bastei Lübbe Verlag
Das Buch beginnt mit einem Brief an den Ozean, verpackt in einer Flaschenpost, abgegeben an das Meer in Perth am 18. August 1999. Zeilen der 19jährigen Lena, die in Australien zu sich selbst gefunden hat. Zeilen, die von Liebe und Träumen zu diesem Kontinent zeugen, voller Hoffnung und Glück.

Zeilen, die nach Verrücktheit und Lebensmut klingen. 15 Jahre lang wartet diese Nachricht auf Sam, der sie 2015 am Strand von Sydney findet und Lena mit einem Brief antwortet. Träume und was davon übrig geblieben ist, wandern per Post um die halbe Welt. Von Deutschland nach Australien, von Australien nach Deutschland. Was kann passieren, wenn das Schicksal seine Finger im Spiel hat? Kann aus einer Brieffreundschaft Verliebtheit, ja sogar Liebe werden? Kann eine Begegnung mit einem Fremden dem Leben eine neue Richtung geben? Vertrautheit über eine solch große Distanz, unfassbar! Doch die beiden sind etwas besonderes, sie sind Lena und Sam...
Oh mein Gott! Dieses Buch, Sams und Lenas Briefe und Botschaften sind mit Abstand das Romantischste, was ich je gelesen habe. Die Intensität der Charktere und des Gesagten steigern sich mit jedem Schriftstück. Höhen und Tiefen des Lebens und eine mögliche Freundschaft oder gar Beziehung werden ausgelotet. Über Turbulenzen hinweg wird das Leben der beiden Weggefährten heftig dureinander gewirbelt. Dabei kann Lena die Spuren, die diese vergangenen 15 Jahre hinterlassen haben, nicht einfach fortwischen. Die Hauptfigur, Lena gibt dem Leser die Möglichkeit, sich selbst zu erkennen und ihr dabei ganz nah zu sein. Im Alltag verloren, von Pflichten überrollt, alle Träume tief vergraben, aufgegeben für die Ansprüche der anderen. Da tritt unerwartet Sam in ihr Leben. Selbst er, der sonnenverwöhnte Surfer, versucht die Schattenseiten der Vergangenheit auszublenden. Gemeinsam geben sie sich Halt und Mut, kleine Fluchten sowie Hoffnung auf eine glückliche Zukunft. Es entstehen wunderbar, fast poetische Zeilen, die Sarah Fischer in einen einfühlsamen, gegenwärtigen Roman verewigt hat. Die Autorin erzählt in klarer, warmherziger Weise und lässt auch die schweren Momente nicht außen vor. Die Autorin bindet Glück und Trauer, Verlust und Zuversicht fest zusammen, dass es beinnahe wehtut. Dabei kommt eine Prise Fernweh auf. Die Bilder Australiens, Münchens und Frankreichs ziehen so eindeutig vor dem inneren Auge vorbei, als wäre man mit Sam am Strand oder mit Lena am Eisbach. Sarah Fischer spart nicht mit detailreichen, ausschmückenden Beschreibungen der sehnsuchtsvollen Örtlichkeiten.
Das i-Tüpfelchen dieser romantischen Geschichte sind die Buchempfehlungen, die im Briefwechsel ausgetauscht werden. Danke für die Anregungen und Erinnerungen, die hier als Appetithäppchen dienen.
Fazit: Der Aufbau in Briefform funktioniert hier sehr gut. Die Dynamik steigert sich mit jedem Brief. Ich konnte das Buch nicht mehr aus der Hand legen und hätte gern noch weitere Episoden mit Sam und Lena erlebt. Ich vergebe eine unbedingte Leseemmpfehlung für diesen Balanceakt zwischen Vergangenheit, Gegenwart und Zukunft, diesen einfühlsamen, lebendigen Roman, diese einmalige, bezaubernde und zeitgenössische Liebesgeschichte, die lange nachklingt und eine unspezifische Sehnsucht zurücklässt. Übrig bleibt ein Gedanke über die eigenen verpassten Chancen und die Möglichkeiten, die da vielleicht noch lauern...

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Rezensionen von Lesestern:

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Ein Atemzug - und die Welt gerät aus den Fugen

" Im Schatten der Vergangenheit" von Elisabeth Büchle ist ein hochbrisantes und spannendes Lesevergnügen mit Tiefgang.
Im Mittelpunkt der Handlung steht die Leistungssportlerin und Protagonistin Hanna Jameson, die nach einem kurzen Erholungstrip vor einem verlassenen Zuhause steht.
Was ist passiert und wo ist ihre Familie?
Ein Albtraum beginnt und Hanna steckt mittendrin in einem
gefährlichen Roadtrip auf Leben und Tod.

Ihr bisheriges Leben wird erschüttert und die Frage nach ihrer wahren Identität wird aufgeworfen.

Elisabeth Büchle spannt einen großen Bogen in die Vergangenheit der Familie Jameson.
Die Handlung des Romans spielt parallel sowohl in Deutschland wie in Amerika.
Man begibt sich zusammen mit Hanna auf Spurensuche, durchlebt gefährliche Situationen und gibt sich Verdachtsmomenten hin.
Dabei erfährt man nach und nach wie alles zusammenhängt und wird doch immer wieder überrascht.
Nichts ist vorhersehbar, immer wieder gibt es neue Spuren. Man ist mittendrin in der Geschichte, lernt auch die anderen vielschichtigen Charaktere, deren Umfeld und Vergangenheit kennen und fiebert mit bis zum Ende.

Probleme wie Rassendiskriminierung werden uns erschreckend nahe gebracht und konfrontieren uns mit der Tatsache wie totgeglaubte Ideologien und deren Ausläufer auch heute noch in unsere Gegenwart hineinwirken.
Trotz brisanter Thematik gibt es jede Menge Emotionen in dieser spannungsgeladenen Familiengeschichte.
Und bei alldem stellt sich immer wieder die Frage: wem kann man noch trauen?

Der Schreibstil ist flüssig und zieht einem geradezu ins Geschehen. Die genauen und wunderbaren Natur- und Ortsbeschreibungen sorgen für eine ganz besondere Atmosphäre, erhöhen die Spannung und visualisieren die beschriebene Situation beim Lesen.

Fazit: Ein spannendes unterhaltsames und zugleich aktuelles Lesevergnügen mit vielschichtigen faszinierenden Charakteren getragen von Glaube, Liebe, Mut und Vertrauen.
Unbedingte Leseempfehlung!

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Rezensionen von dorli:

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Die Blutchronik

Die Blutchronik von Liliana Le Hingrat

Edirne, Osmanisches Reich im Mai 1448. Vlad Draculea – seit mehreren Jahren gemeinsam mit seinem jüngeren Bruder Radu in osmanischer Geiselhaft – wird von Sultan Murad entlassen und zum Fürsten der Walachei ernannt. Der 18-jährige Vlad fiebert der Rückeroberung des walachischen Throns entgegen, endlich kann er den Tod seines Vaters rächen.

Und damit beginnt sich das Karussell aus grausamen und blutigen Machtkämpfen zu drehen…

In ihrem historischen Roman „Die Blutchronik“ entführt Liliana Le Hingrat den Leser in das 15. Jahrhundert nach Südosteuropa und erzählt die Geschichte des walachischen Fürsten Vlad III. Draculea.

„Die Blutchronik“ ist die Fortsetzung von Liliana Le Hingrats Debütroman „Das dunkle Herz der Welt“ – obwohl die Kenntnis des ersten Bandes nicht unbedingt vonnöten ist, halte ich es für ratsam, die Bücher in der richtigen Reihenfolge zu lesen, da das Wissen über die vorherigen Ereignisse den weiteren Lebensweg Vlads verständlicher und nachvollziehbarer macht.

Liliana Le Hingrat erzählt in diesem Roman nicht nur die Lebensgeschichte des Vlad Draculeas, sondern nimmt den Leser mit auf eine Reise durch die südosteuropäische Historie. Die Autorin hat dafür die historischen Ereignisse in der Region zwischen Mai 1448 und Dezember 1476 mit einer spannenden fiktiven Geschichte verknüpft und so ein vielschichtiges und glaubwürdiges Bild von Ort und Zeit gezeichnet.

Schnell ist man mittendrin im Geschehen und wird mit einer Welt aus Machtgier, Intrigen, Verrat und Mord konfrontiert. Man merkt dem Roman auf jeder Seite an, dass Liliana Le Hingrat sehr intensiv recherchiert hat. Viele Fakten, die - wie die Autorin in ihrem Nachwort erläutert - durch eigene Interpretationen ergänzt wurden, lassen die politische Situation und das Gerangel um den Thron der Walachei, mit all der Brutalität und Grausamkeit, wie sie in der damaligen Zeit üblich war, vor den Augen des Lesers lebendig werden. Neben den ganzen kriegerischen Handlungen beleuchtet Liliana Le Hingrat aber auch das persönliche Umfeld Vlad Draculeas und zeigt den Fürsten als Ehemann und Vater.

„Die Blutchronik“ hat mir sehr gut gefallen – auch wenn das Ringen um die Macht und die ganzen Kriegswirren nicht immer leicht zu durchschauen waren, war es sehr interessant, das vielfältige Miteinander und Gegeneinander der Akteure zu beobachten und damit einen Einblick in die Geschichte Südosteuropas zu bekommen.

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Die Blutchronik

Rezensionen von Maria:

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Wunderbar respektlos

Ramadan ist nebenan von Wolfgang Paul

Unbedingte Leseempfehlung, wenn man mit Scheinheiligen und Helden nichts am Hut hat. Flüssige Scheibe.

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Wunderbar respektlos

Rezensionen von Laszlo Zoltan:

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Da fehlt was

Großmutters Haus von Thomas Sautner

Eine orientierungslose Enkelin bekommt von ihrer schrägen Großmutter Weisheiten fürs Glücklichsein, für die Erfüllung des Lebens, für die wahre Liebe. Alles basiert auf den Genuss von speziellen Joints mit phantasievollen Namen. Das soll alles sein? Am Ende des Buches verbleibt ein glücklicher, weil am Ende des Buches (!), aber ratloser Leser.

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Da fehlt was

Rezensionen von begine:

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Lanzarote kann gefährlich sein

Tödliche Fremde von Wolfgang Borsich


Der Autor Wolfgang Borsich hat mit seinem ersten Kriminalroman „Tödliche Fremde: Ein Lanzarote Krimi (Salas erster Fall““ den ersten Teil einer Serienroman geschrieben.

Der Münchner Ambrosius Salas ist überarbeitet. Zum Entspannen fährt er nach Lanzarote, weil seine Eltern vor 49 Jahren auf der Insel waren.

Was ihm dann nach kurzer Zeit da geschieht, ist ein Alptraum. Er wird verhaftet, er soll einen Mann ermordet haben. Zeugen haben ihn dabei gesehen.

Der Autor lässt den Lanzarote Flair in diese Geschichte einfliessen. Der Roman ist äußerst spannend mit dramatischen Geschehnissen. Die Verwicklungen sind interessant.
Es ist ein Krimi zum Eintauchen mit aktuellen Themen.

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Lanzarote kann gefährlich sein

Rezensionen von dorli:

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Unsterblich

Unsterblich von Wolfgang Borsich

In seinem Thriller „Unsterblich“ wartet Thomas Franke mit einer mitreißenden Geschichte über den Wunsch nach Unsterblichkeit und den Gefahren und Abgründen moderner Hirnforschung auf.

Berlin im Mai 2024. Raven Adam und sein Bruder Julian gehörten zu den besten Freerunnern der Stadt, bis ein schrecklicher Unfall im vergangenen September alles verändert hat - die Brüder wollten Julians Sprung von einem Parkdeck auf ein Nachbargebäude filmen, doch Julian rutschte ab und stürzte in den Tod.

Obwohl Raven mit Erinnerungslücken zu kämpfen hat, zweifelt er an der Unfalltheorie und beginnt, Nachforschungen anzustellen. Während seiner Suche nach Hinweisen stößt er unter anderem auf einen Hilferuf von Mirja Roth, den Julian eine Woche vor seinem Tod erhalten hat…

In einem zweiten, zeitversetzt beginnenden Handlungsstrang lernt der Leser Mirja kennen. Mirja ist eine Bekannte von Raven und Julian, die im Mai 2023 nach Pará in Brasilien geflogen ist, um dort in einer Dschungelklinik ein Praktikum zu absolvieren. Mirjas Aufenthalt gestaltet sich von Anfang an als mysteriös. Doch bis der Studentin klar wird, dass in der Klinik der renommierten Morgenthau-Stiftung nicht alles so ehrenwert ist, wie es auf den ersten Blick scheint, ist es für eine Rettung schon fast zu spät…

Thomas Franke versteht es ausgezeichnet, die Spannung schon nach wenigen Seiten auf ein enorm hohes Level zu katapultieren. Der Thriller wird anschaulich erzählt und besticht neben einer dramatischen Handlung und ausdrucksstarken Figuren vor allen Dingen durch die gekonnte Verknüpfung von Fiktion und Realität - es gelingt dem Autor ganz hervorragend, die Grenze zwischen den tatsächlichen Möglichkeiten der modernen Hirnforschung und Science-Fiction verschwimmen zu lassen, so dass man als Leser ständig grübelt, was heutzutage wirklich möglich ist.

Nicht nur Spannung, rasante Action und aufregende Verfolgungsjagden lassen diesen Thriller zu einem Highlight werden, Thomas Franke liefert auch interessanten Stoff zum Nachdenken: Wie weit dürfen Wissenschaft und Medizin mit ihren Forschungen gehen? Wann ist die Grenze des moralisch und ethisch Vertretbaren erreicht? Und was passiert, wenn diese Grenze durch die Gier skrupelloser Menschen überschritten wird?

Trotz häufiger Perspektivwechsel, unterschiedlicher Schauplätze und zahlreicher Handlungsfäden konnte ich dem Geschehen durchweg bestens folgen. Unvorhersehbare Ereignisse und Wendungen halten die Handlung lebendig und sorgen dafür, dass die Spannung bis zur letzten Seite nicht abreißt.

„Unsterblich“ hat mich durchweg begeistert – ein abwechslungsreicher, gut durchdachter Thriller, der mir ein paar äußerst spannende Lesestunden beschert hat. Absolute Leseempfehlung für alle, die mitreißende Geschichten mit Tiefgang mögen.

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Unsterblich

Rezensionen von yellowdog:

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romantische Liebeskomödie

My Dearest Enemy von R.S. Grey

Daisy und Lucas sind junge Ärzte, die mehr unfreiwillig in einer Praxis zusammenarbeiten. Es ist eine Praxis in ihrer Heimatstadt in Texas.
Sie kennen sich seit ihrer Kindheit, so lange geht auch schon ihre latente Feindschaft.
Es gibt viele Kabbeleien, mitunter ist das amüsant zu lesen, teilweise wirkt es auch übertrieben.

Daisy führt sich ziemlich unreif auf. Oft ist sie ein Tollpatsch. Schlecht gemacht ist das von der Autorin nicht und das Setting ist originell.
Wenn der Verlag bei R.S.Greys Romanen von romantischen Liebeskomödien spricht, ist das sicher zutreffend. Einige Passagen könnten glatt aus einem Screwball-Movie mit Gary Grant und Katherine Hepburn stammen. Diesen Vergleich kann der Roman jedoch nicht die ganze Zeit standhalten. In der zweiten Hälfte gibt es nur noch wenige Überraschungen.

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romantische Liebeskomödie

Rezensionen von Bücher in meiner Hand:

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Man muss Raben und Geschichte mögen

My Dearest Enemy von R.S. Grey

Die Legende um die Raben im Tower kenne ich schon länger. Aber erst seit ich die Beefeater-Krimis mit Ermittler John Mackenzie von Emma Goodwyn gelesen habe, weiss ich, dass es auch einen Ravenmaster gibt, der sich um die Tiere kümmert. Das faszinierte mich und deshalb ging ich bei meinem nächsten Besuch im Tower von London nicht direkt zu den Kronjuwelen, sondern zuerst zu den Raben.

Seit etwa zwei Jahren folge ich dem Ravenmaster auf seinem Social Media Kanal.

Als ich 2018 von dem Buch über den "Herr der Raben" erfuhr, kam es gleich auf meine Wunschliste. Nun liegt es in der deutschen Übersetzung vor. Christopfer Skaife erzählt über seinen Werdegang und seinen Alltag mit den Raben.

Chris Skaife stellt sich zuerst selbst vor, schreibt über seine Kindheit, seine Zeit in der britischen Armee und die Geschichte, wie er zu einem Yeoman Warder und später zum Ravenmaster wurde. Leser dieses Buches müssen Geschichte mögen, denn der Autor erzählt sehr viel über die Historie des Towers. Dazu liefert er wissenswerte biologische Fakten über die beschriebenen Vögel wie auch einige Anekdoten über seine Erlebnisse mit "seinen" Raben.

Meistens schweift er in seiner Erzählung über den Rabenalltag aber ab und erzählt mehr über sich und seine Zeit als Soldat. Dass die für ihn wichtig war und ihn lehrte diszipliniert zu sein, kommt ihm im Umgang mit den Raben zugute - nimmt jedoch einen zu grossen Teil im Buch ein. Die sieben gegenwärtigen Raben des Towers werden einzeln kurz in Steckbriefform vorgestellt. Über Merlina (der heimliche Star und am zutraulichsten) und Munin wird mehr erzählt, ich vermisste jedoch Einzelheiten über die anderen fünf Raben. Ich hätte durchaus mehr über diese gefiedrigen Tower-Bewohner erfahren wollen und dafür weniger über die British Army.

Trotzdem war das Buch interessant und äusserst humorvoll. Wer sich beim Besuch des Towers je mit den Yeoman Wards unterhalten konnte, weiss was ich meine. In "Der Herr der Raben" gibt es diesen typisch britischen Humor frei Haus auf 256 Seiten.

Fazit: Faszinierender und unterhaltender Bericht über die Geschichte des Towers, dessen Raben und ihren Rabenmeister.
4 Punkte.

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Rezensionen von leserin3@bluewin.ch:

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Gefährlicher Baum der Erkenntnis

My Dearest Enemy von R.S. Grey

Der junge Mediziner Norton Perina reist mit seinem Mentor Paul Tallent zur mikronesischen Insel Ivu'ivu, wo die beiden einem Menschenstamm begegnen, der körperlich nicht älter zu werden scheint. Offensichtlich liegt es daran, dass die Leute sich von einer bestimmten Schildkrötenart ernähren. Diese Erkenntnis behält Perina aber nicht für sich, sondern veröffentlicht sie und heimst damit jede Menge Ruhm und Anerkennung ein, bis hin zum Nobelpreis.

Aber der Baum der Erkenntnis trägt giftige Früchte: Kurz danach wird die Insel regelrecht gestürmt, die Ruhe der Inselbewohner wird zerstört, Kommerz, Ausbeutung und Gier halten Einzug in das ehemalige Paradies.
Doch Forschungserfolg will Beifall, will mehr als nur Ruhm. Will mehr als nur die übliche Form der Liebe. Und so ist es nicht weit bis zum Verdacht der Pädophilie. Sein ganzes Genie nützt Perina nichts mehr, er wird des Kindesmissbrauchs bezichtigt und zu einer Haftstrafe verurteilt.
Schon zu Beginn liegen alle Karten auf dem Tisch. Deshalb geniesst der geniale Wissenschaftler auch à priori keine Lesersympathien. Doch führt Yanagihara uns immer tiefer in seine Person. Sie lässt Perina in einer Sprache erzählen, deren Sog man sich kaum entziehen kann und der einem trotz allem eine widerwillige Anerkennung abringt. Denn nach und nach lernt man den Menschen verstehen und begreift, wie eng Genie, Hochmut, Perversion und Verbrechen beisammen sein können. Immer wieder wird man gebeutelt zwischen Abscheu, Mitleid und Anerkennung. Doch man darf nie vergessen, wem man da zuhört, wenn die tiefe Stimme Perinas ertönt: doch nur einem gewissenlosen Scheusal, das sich mit allen Mitteln zu verteidigen versucht.
Wer sich beim Lesen gern in Komfortzonen bewegt, dem ist von diesem Buch abzuraten. Man muss den Stoff ertragen können, wie schon beim Erstlingswerk "Ein wenig Leben". Die Autorin spielt auf sämtlichen Klaviaturen menschlicher Stärken und noch mehr der Schwächen, bringt eine verwirrende Menge von Informationen und wissenschaftlichen Einzelheiten hinein. Vielleicht hätte ich mich in der Druckversion leichter zurechtgefunden, wo man immer wieder zurückblättern kann.
In diesem Hörbuch führen zwei sehr unterschiedliche Stimmen (die tiefe, ernste des genialen Wissenschaftlers Perina und helle, behutsam erzählende seines Mitarbeiters Dr. Ronald Kubodera) im Wechsel durch das umfangreiche, in reichhaltiger, farbig-plastischer Sprache erzählte Werk.

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