Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Manfred Fürst:
Brutaler Politthriller macht nachdenklich
Alexander Oetker hat einen zeitgeschichtlich aktuellen Thriller geschrieben. Die kriminellen Machenschaften von Politik, Polizei, Rechtsnationalismus, arabischer Terroristen und italienischer Mafia.
Europol, das Europäische Polizeiamt mit Sitz in Den Haag schickt seine besten Agenten, ZARA, Deutsch-Französin und Isaakson, Schwede, an die französische Südküste, um den Tod des syrischen Mädchens Aïicha aufzuklären und das kriminelle Netzwerk aufzudecken.
ZARA, eine Autistin, unnahbar und mit unglaublicher Analyse- und Erkenntnisfähigkeit ausgestattet stößt an ihre Grenzen. Sie kann auf ihre Art nicht weiterermitteln. Sie bittet ZOË um Hilfe. Zoë ist die rechte Hand von Mafiaboss Bolatelli, das absolute Ass in seiner Organisation. ZARA und ZOË sind Zwillingsschwestern, aufgewachsen in Nizza. Die Familie ist durch den kriminellen Vater zerbrochen, ZARA und ZOË sind sich spinnefeind. ZARA kann ZOË überreden, die Ermittlungen „auf ihre Weise“ an ihrer Stelle zu übernehmen. Isaakson bekommt dadurch eine etwas „andere“ Partnerin.
In turbulenter Abfolge mit brutalen und tödlichen Aktionen von allen Seiten wird schlussendlich ein Teil des Netzwerkes zerschlagen. ZARA und ZOË trennen sich in schwesterlicher Übereinkunft.
Der Schreibstil ist angenehm, förderlich für das Lesen ist zudem die Spannung. Trotz der erschreckenden Realität, der beschriebenen brutalen Szenen, der teilweisen Übertreibung und der plakativen politischen Ansichten, trifft Alexander Oetker mit diesem Plot den Kern der aktuellen Situation in Europa, im Speziellen an der Mittelmeerküste zwischen Nizza und Marseille. Es bleibt aber die außerordentliche Zusammengehörigkeit von ZARA und ZOË das Hauptthema dieses Thrillers.
Rezensionen von Bücher in meiner Hand:
Uferlose Ausschweifungen
Die Glocke von Whitechapel von Ben Aaronovitch
Es gibt Serien, die sind vom ersten bis zum letzten Teil durchwegs spannend. Dann gibt es solche, die man spätestens nach dem dritten Teil nicht mehr weiterliest oder andere die gut beginnen, aber nach dem fünften Band immer schlechter werden.
Die Peter-Grant-Serie gehört in eine andere Kategorie.
Da gibt es Bände, die super sind, und solche, die sterbenslangweilig sind. Nach der tollen Kurzgeschichte "Geister auf der Metropolitan Line" freute ich mich auf "Die Glocke von Whitechapel", doch leider erwies sich dieser Band als der langweiligste von allen sieben Bänden.
Das Folly sucht nach Martin Chorley und nach Lesley. Bald schon merken Peter Grant, Sarah Guleed und Nightingale, dass Chorley etwas im Schilde führt. Etwas, was vielleicht mit der Artus-Sage zu tun hat oder mit den Römern - dies herauszufinden ist Peters Aufgabe. Daneben wird Chorley gesucht und gejagt, doch jedesmal erwischt er der Polizei.
Die Handlung wird immer wieder durch uferlose Ausschweifungen und Wiederholungen unterbrochen. Peter - der übrigens zum Constable Inspector befördert wurde - spult beständig römische Geschichte und anderes Historisches runter, dies so, dass selbst mir, die Geschichte mag, langweilig wird dabei. Auch verliert er sich öfters seitenweise in Erinnerungen, nur um auf etwas zu kommen, das man auch in einem Satz erzählen könnte und ausserdem nichts zu der aktuellen Szene beiträgt. Wenn diese Dinge wenigstens etwas mit der Situation zu tun hätten, okay, aber das hatten sie nur sehr selten.
"Die Glocke von Whitechapel" war so ermüdend zu lesen, langatmig sondergleichen, so dass ich anstatt in ein bis zwei Tagen wie sonst, tagelang an diesem Band festhing und nicht vorwärts kam. Da war sogar die Navi CSI Folge im TV, die ich bereits dreimal sah, noch spannender.
Der Fall selbst überzeugte mich auch nicht, ebensowenig wie der Schluss - Spoiler: ich frage mich noch immer, was mit der Glück passierte. Ohne die ewigen Erklärungen und nur auf den tatsächlichen Fall bezogen wäre das Buch locker mit 200 Seiten oder weniger durchgekommen.
Deshalb freue ich mich auf die Kurzgeschichte "Der Oktoberman", die im September erscheint, da muss sich Ben Aaronovitch wieder aufs Wichtige konzentrieren - es könnte also wieder ein Highlight werden.
Trotz der Enttäuschung über diesen Band gibt es doch noch Positives zu berichten: zum einen wird die Zusammenarbeit mit den verschiedenen Polizeiabteilungen immer besser, die Vorurteile gegen das Folly schwinden langsam. Zum anderen gefiel mir die Geschichte um Fingerhut sehr gut. Die Szenen, in denen Peter Fingerhut kennen lernte, waren weitaus die spannendsten im ganzen Buch.
Fazit: Nichtsdestotrotz ist der Band mit dem schönsten Cover, "Die Glocke von Whitechapel", leider der langweiligste Teil bisher.
2 Punkte.
Rezensionen von zenzi:
Die Glocke von Whitechapel von Ben Aaronovitch
"Die stille Tochter" - der Titel - wer war diese? Und fängt die Verwirrung schon an, die mich das ganze Buch beim Lesen begleitet und gestört hat. Am Anfang musste ich mir sogar eine kleine Zeittabelle aufschreiben, wann, welche Personen die Hauptrolle spielen.
Christl fand ich zu Beginn mit der Flucht sehr mutig, aber dann war sie doch sehr hilflos und hat sich an die Männer gehalten, weil sie ihre Famlie verloren hat.
Tommy Bergmann als Aufklärer war sehr mutig und hat viel Licht in die verworrenen Verhältnisse geworfen. Die zeitweiligen Zusammenfassungen von ihm waren gut für ein bisserl mehr Überblick, den ich eigentlich im ganzen Roman nie hatte - Vielleicht nur bei der ersten überraschenden Szene, die mir noch am besten von diesem Thriller gefallen habt.
Der Stil war sehr nüchtern, ernst, der Text voller Fakten, ohne Gefühle, ohne Schilderungen. Ein Buch, das volle Konzentration fordert, keine angenehme Unterhaltung und keine erholsame Entspannung. Nein, dieser Autor hat mich wieder enttäuscht!
Rezensionen von rewareni:
Sieben Leben sind zu wenig
Französisch von unten von Wolfgang A. Gogolin
Nicht nur die Bewohner in dem kleinen französischen Fischerdorf Arnaud sind in Aufruhr, sondern auch der Kater Merlin, der stets auf der Suche nach Futter ist und nie gedacht hätte, dass er in den nächsten 5 Tagen, dank der Göttin Isis, seine sprichwörtlichen 7 Leben verbrauchen würde. Völlig aus den Fugen gerät auch das Leben des langweiligen Buchhalters Juste Simon, der nach einem Autounfall plötzlich blaue Zahlen auf der Stirn von Menschen sehen kann und er bald feststellt, was diese bedeuten.
Immer noch traurig darüber, dass er von seiner Frau Marguerite geschieden ist und er es auch furchtbar findet, dass der skrupellose Bürgermeister Laval den Kindergarten, in dem seine Ex Frau arbeitet, schließen will und ebenso die marode Kirche zu Gunsten eines Bordelles weichen soll, beschließt er dank seiner ungewöhnlichen Fähigkeit etwas gegen diese Ungerechtigkeit zu unternehmen. Dass es nach 5 ereignisreichen Tagen, in denen die Bewohner von Arnaud viele ungewöhnliche Dinge erleben werden, es einige menschliche und tierische Todesopfer gibt, hätte wohl niemand gedacht.
,, Französisch von unten - Leben mal sieben´´ ist der erste Band der Trilogie vom Autor Wolfgang A. Gogolin. Der Roman erzählt die nicht ganz ernst zu nehmende Geschichte des Katers Merlin und den skurrilen Bewohnern von Arnaud. Gleich zur Erklärung bezüglich der 7 Leben des Katers ist zu erwähnen, dass es sich um verschiedene Wiedergeburten handelt. Da der Klappentext etwas anderes vermuten lässt , könnten dabei Leser eine andere Erwartung haben und dadurch enttäuscht sein, wenn es sechs Mal zu Sterbeszenen kommt. Mir hat die gemütliche Art und Weise gefallen, wie das Leben in dem kleinen Fischerdorf abläuft. Die Beschreibungen wie sich die Bekannten im Bistro treffen, wie sich die Menschen auf den Straßen begegen haben ein gemütliches Flair entstehen lassen. Manche der Protagonisten kann man durchaus als etwas seltsam und schrullig bezeichnen und man muss viele Szenen mit einem großen Augenzwinkern betrachten.Aber nicht nur humorvoll, sondern manchmal auch ein wenig philosophisch werden dabei die Geschichten erzählt. Da es ein Roman ist der von Wiedergeburt, unheimlichen Erscheinungen und Stimmen im Kopf erzählt, sollte man sich als Leser darauf einlassen können. Die Geschichte ist mit Humor, herrlichen Dialogen und Slapstick Einlagen garniert. Es gibt sowohl tote Menschen als auch tote Tiere und manche Szenen, sind durchaus auch blutig, wer damit nicht klar kommt, sollte den Roman nicht lesen. Ich bin auch gegen Gewalt und tote Tiere mag ich auch nicht, aber hier habe ich den gesamten Kontext hergenommen, wie der Roman geschrieben ist und wovon er handelt. Jeder der Bewohner hat seine Eigenheit, seine Probleme, Sorgen und Wünsche. Deshalb sollte man auch hinter die Geschichte blicken, wo die scheinbar heile Welt oft hinter verborgenen Türen ganz anders aussieht. Der erste Band ist zwar abgeschlossen, aber man wird sicher von neuen Abenteuern von Merlin und den Bewohnern von Arnaud in den beiden anderen Bänden erfahren.
Rezensionen von niknak:
Stress mit Kräutern bekämpfen
Französisch von unten von Wolfgang A. Gogolin
Inhalt:
Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt. Zuerst wird allgemein über Kräuter gesprochen und erklärt, was sie sind und was nicht. Anschließend wird der Stress etwas genauer unter die Lupe genommen und im nächsten Teil werden verschiedene Kräuter vorgestellt, bei denen man eine gute Wirkung erzielen kann.
Echter Lavendel, Zitronenmelisse, Baldrianwurzel, Hopfen, Passionsblume und Rosenwurz werden sehr detailliert und ausführlich beschrieben und ihre verschiedenen Wirkungsweisen und Anwendungsmöglichkeiten bei Stress erklärt.
Mein Kommentar:
Ich finde, dass dies ein sehr interessantes und übersichtlich gestaltetes Buch ist. Ich befasse mich selbst auch immer wieder mit Kräutern und verwende sie unterstützend bei allen möglichen Erkrankungen oder Verletzungen. Dennoch habe ich auch hier viel neues und interessantes erfahren und konnte mein Wissen erweitern.
Die Autorinnen Dr. Anja Schemionek und Katharina Hinze haben eine sehr einfache und verständliche Sprache gewählt, sodass sie leicht verständlich ist und jeder die Rezepte selbst nachmachen kann. Auch fand ich es sehr hilfreich, dass bei schwierigeren oder aufwendigeren Prozessen auch immer der Hinweis dabei war, dass man sich vieles auch fertig in der Apotheke besorgen kann. So ist es wirklich für jeden Möglich mit den Kräutern zu arbeiten.
Auch den Hinweis, dass diese Kräuter auf keinen Fall eine ärztliche Beratung ersetzen, sondern nur unterstützen, fand ich sehr gut. Denn alles ist auch nicht durch Kräuter heilbar und manchmal braucht man einfach Schulmedizinische Hilfe.
Mir gefällt die Einfachheit der vorgestellten Kräuter und auch, dass man sie zum Teil schon vorbeugend anwenden kann. Ich werde auf alle Fälle einige der erklärten Rezepte ausprobieren und mir merken. Und ansonsten weiß ich ja jetzt, wo ich nachschauen kann.
Es wäre sicher auch noch möglich gewesen, mehrere Kräuter vorzustellen, da bei 130 Seiten noch Potential gewesen wäre. Aber so haben sich die beiden Autorinnen auf ein paare wenige beschränkt und diese dafür sehr ausführlich beschrieben. Man erfährt, wo man die Pflanze sammeln kann, welcher Zeitpunkt der beste dafür ist, wie man sie selbst halten kann und wie sie angewendet wird. So hat man eine sehr genaue und einfache Übersicht, die für alle verständlich ist. Ich stimme da den Autorinnen zu, weniger ist mehr. Sonst würde wahrscheinlich jede Pflanze nur kurz angeschnitten werden und man hätte nie so viel über sie erfahren.
Außerdem bleibt noch Potential für weitere Bücher, da es ja noch viele andere Erkrankungen gibt, bei denen Kräuter helfen können. Ich hoffe also, dass wir noch mehrere solcher Bücher bekommen.
Etwas schade, finde ich es, dass nicht alles heimische Pflanzen vorgestellt werden und ich mir manche sicher über die Apotheke besorgen muss, da ich sie nicht in der Natur finde. Für mich ist es immer sehr interessant, was die Natur bei uns alles zu bieten hat. Daher hätte ich mir gewünscht, dass mehr heimische Kräuter verwendet werden, aber vielleicht gibt es da nicht mehr viele, welche auf Stress oder auch einen gesunden Schlaf eine gute Wirkung haben. Dennoch gefällt mir dieses Buch sehr gut und ich werde es sicher noch öfter zur Hand nehmen.
Mein Fazit:
Ein meiner Meinung nach sehr gut gegliedertes Buch, welches sieben verschiedene Kräuter vorstellt, um Stress zu bekämpfen. Ich finde jeder der manchmal darunter leidet, sollte vielleicht das eine oder andere Kraut ausprobieren, um sich manchen Stress zu ersparen, oder einfach um schneller wieder zur Ruhe zu kommen.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von niknak:
Gegen alles ist ein Kraut gewachsen!
Französisch von unten von Wolfgang A. Gogolin
Inhalt:
Das Buch ist in mehrere Teile aufgeteilt. Zuerst wird der Kopfschmerz und seine Arten ganz allgemein beschrieben und im zweiten Teil werden verschiedene Kräuter vorgestellt, bei denen man eine gute Wirkung erzielen konnte. Pfefferminze, echtes Mädesüß, Mutterkraut, echtes Johanniskraut und die gewöhnliche Pestwurz werden sehr detailliert und ausführlich beschrieben und ihre verschiedenen Wirkungsweisen und Anwendungsmöglichkeiten bei Kopfschmerzen erklärt.
im dritten Teil werden noch ein paar andere Kräuter kurz vorgestellt, welche man zur Unterstützung verwenden kann.
Mein Kommentar:
Ich finde, dass dies ein sehr interessantes und übersichtlich gestaltetes Buch ist. Ich befasse mich selbst auch immer wieder mit Kräutern und verwende sie unterstützend bei allen möglichen Erkrankungen oder Verletzungen. Dennoch habe ich auch hier viel Neues und Interessantes erfahren und konnte mein Wissen erweitern.
Die Autorinnen Dr. Anja Schemionek und Katharina Hinze haben eine sehr einfache und verständliche Sprache gewählt, sodass sie leicht verständlich ist und jeder die Rezepte selbst nachmachen kann. Auch fand ich es sehr hilfreich, dass bei schwierigeren oder aufwendigeren Prozessen auch immer der Hinweis dabei war, dass man sich vieles auch fertig in der Apotheke besorgen kann. So ist es wirklich für jeden Möglich mit den Kräutern zu arbeiten.
Auch den Hinweis, dass diese Kräuter auf keinen Fall eine ärztliche Beratung ersetzen, sondern nur unterstützen, fand ich sehr gut. Denn alles ist auch nicht durch Kräuter heilbar und manchmal braucht man einfach Schulmedizinische Hilfe.
Mir gefällt die Einfachheit der vorgestellten Kräuter und auch, dass man sie zum Teil schon vorbeugend anwenden kann. Ich werde auf alle Fälle einige der erklärten Rezepte ausprobieren und mir merken. Und ansonsten weiß ich ja jetzt, wo ich nachschauen kann.
Es wäre sicher auch noch möglich gewesen, mehrere Kräuter vorzustellen, da bei 130 Seiten noch Potential gewesen wäre. Aber so haben sich die beiden Autorinnen auf ein paare wenige beschränkt und diese dafür sehr ausführlich beschrieben. Man erfährt, wo man die Pflanze sammeln kann, welcher Zeitpunkt der beste dafür ist, wie man sie selbst halten kann und wie sie angewendet wird. So hat man eine sehr genaue und einfache Übersicht, die für alle verständlich ist. Ich stimme da den Autorinnen zu, weniger ist mehr. Sonst würde wahrscheinlich jede Pflanze nur kurz angeschnitten werden und man hätte nie so viel über sie erfahren.
Außerdem bleibt noch Potential für weitere Bücher, da es ja noch viele andere Erkrankungen gibt, bei denen Kräuter helfen können. Ich hoffe also, dass wir noch mehrere solcher Bücher bekommen.
Mein Fazit:
Ein meiner Meinung nach sehr gut gegliedertes Buch, welches fünf verschiedene Kräuter vorstellt, um Kopfschmerzen zu bekämpfen. Ich finde jeder der manchmal darunter leidet, sollte vielleicht das eine oder andere Kraut ausprobieren, um sich manch eine Tablette zu ersparen.
Ganz liebe Grüße,
Niknak
Rezensionen von Bellis-Perennis:
"Edel sei der Mensch, hilfreich und gut" - oder?
Die Wiederentdeckung des Menschen von Andreas von Westphalen
Andreas von Westphalen, Literaturwissenschaftler und Philosoph, nimmt in seinem neuen Buch das Fehlen von Empathie und Kooperation zwischen den Menschen (und Staaten) unter die Lupe.
Wenn man sich in seinem Umfeld umsieht, hat man den Eindruck, dass heute alles Streben dem Konkurrenzkampf untergeordnet wird.
Sei es um den besten Preis im Supermarkt, sei es um das schönste Spielzeug im Kindergarten, das neueste Mobiltelefon, die meisten Klicks in den sozialen Medien oder den besten Job. Wettbewerb an sich ist ja nicht verwerflich. Es kommt, wie schon Paracelsus sagte, auf die Dosis an. Wenn wirklich alles nur mehr der Gier nach „mehr“ untergeordnet wird, bleiben andere menschliche Eigenschaften wie Nächstenliebe oder Rücksichtnahme auf der Strecke.
Das Buch regt zum Nachdenken über sich selbst und die Umgebung an. Viele Kapitel sind mit spannenden Zitaten überschrieben. Der Autor zeigt Wege und Denkansätze auf. Man muss nicht allen folgen. Den einen oder anderen näher zu betrachten, lohnt sich auf jeden Fall.
Fazit:
Ein durchaus angenehm zu lesendes Buch zu einem eher philosophischen Thema. Gerne gebe ich hier 4 Sterne.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Einblick in das Wien des Mittelalters
Halbseidenes mittelalterliches Wien von Günther Zäuner
In seinem 4. Band „Kriminalgeschichten aus Wien“ entführt uns Günther Zäuner in das Wien zwischen 500 - 1500.
16 Kriminalgeschichten sind in einen penibel recherchierten historischen Kontext eingebettet. Dieses Buch tanzt ein wenig aus der Reihe seiner Vorgänger. Autor Günther Zäuner legt fast (?) mehr Wert auf Jahreszahlen als auf die eigentliche Kriminalgeschichte.
Einiges davon kenne ich aus anderen Zusammenhängen.
Er beschreibt zuallererst die Anfänge Wien von der unbedeutenden Siedlung bis hin zur pulsierenden Stadt der Habsburger. Überhaupt treten die unterschiedlichen Herrschergeschlechter auf und auch wieder ab.
Günther Zäuner geht in der Einleitung der Frage nach, warum sich Mittelalterfeste einer solchen Beliebheit erfreuen. Liegt es daran, dass wenig Authentisches übermittelt ist und damit genügend Raum für Fantasie und Spekulation vorhanden sind? Oder, dass biedere Menschen des 21. Jahrhunderts in der Verkleidung von Ritter, Mönch oder Burgfräulein einfach „die Sau rauslassen“ können?
Mir hat dieses Buch sehr gut gefallen, liebe ich doch Jahreszahlen und Querverbindungen. STaufer, Ottonen, Welfen, Ungarn, Babenberger und Habsburger - alle haben ihre Spuren hinterlassen.
Wir erhalten Einblicke in den Alltag der Menschen, der von Armut und Verschwendung, von Schmutz, Krankheit und Tod sowie von reger Bautätigkeit und Neugier geprägt ist.
Jeder Kurzkrimi beginnt mit einer Redewendung wie z.B. "den Löffel abgeben" deren Erklärung und wie sie in der heutigen Zeit verwendet wird. Anschließend folgt die, für den aktuellen Kriminalfall notwendige Einordnung in die Historie.
Fazit:
Wer gerne in eine mittelalterliche Stadt eintaucht, ist hier richtig. Die Kriminalfälle erscheinen quasi als „Nebensache“, was mich ob der Fülle der Informationen nicht stört. Gerne gebe ich 5 Sterne.
Rezensionen von Streiflicht:
Witzig und unterhaltsam
Nur Uschi kochte schärfer von Dany R. Wood
Witzig und unterhaltsam
Auf dieses Buch hatte ich mich sehr gefreut, denn es klang nicht nur spannend, sondern auch wit-zig und unterhaltsam. Und das war es auch, leider gingen mir die Figuren aber irgendwann dann auf die Nerven. Jupp ist ziemlich selbstgefällig und so mancher Leser hat daran seine Freude, mich hat es aber bald gestört.
Auch seine Frau fand ich nicht sonderlich sympathisch. Die Oma ist ein Original, die fand ich witzig. Die Figuren sind gut beschrieben und auch authentisch, leider mochte ich Jupp und seine Frau dennoch nicht.
Der Fall ist spannend und gut komponiert, sodass das Mitraten und Rätseln Spaß gemacht hat. Auch die Auflösung fand ich gelungen und logisch, das hat mir gefallen.
Insgesamt ein nettes Buch, das mich gut unterhalten hat. Etwas weniger Klamauk und mehr Spannung hätten mir besser gefallen, aber vielleicht ist das Genre auch einfach nicht richtig geeignet für mich.
Rezensionen von Bellis-Perennis:
Einblick in Österreichs Architektur
Bunt, sozial, brutal. Architektur der 1970er Jahre in Österreich von Stefan Oláh; Martina Griesser-Stermscheg; Sebastian Hackenschmidt
In diesem Buch stellt Fotograf Stefan Olàh eine Auswahl an Gebäuden der Jahre 1970 bis 1980 vor. Der Titel des Buches „Bunt, sozial, brutal“ entspricht den ersten Gedanken, wenn man die Bilder ansieht.
„Bunt“, weil mit Farben und Formen experimentiert wird.
„Sozial“, weil es die Zeit der Regierung von Bruno Kreisky ist und der soziale Wohnbau (um den uns Städte wie Berlin beneiden) boomt.
„Brutal“, weil sehr viel Stahlbeton in roher Form verbaut und wenig Rücksicht auf die Umgebung genommen wird.
Manche Gebäude wirken martialisch, so wie zum einen die Wotruba-Kirche, die aus lauter Betonblöcken zusammengesetzt. Zu dieser Kirche gibt es eine Geschichte, die beinahe in Vergessenheit geraten ist: Margarethe Ottlinger hat den Bau großzügig unterstützt, als sie, die tiefgläubige Katholikin, 1955 nach sieben Jahren sowjetischer Lagerhaft wieder nach Wien zurückgekehrt ist.
Anderen haben ihre Architekten wie Günter Domenig einen sehr persönlichen Stempel aufgedruckt.
Es werden Wohnbauten (Wohnpark Alterlaa, Wien oder Terrassenhaussiedlung, Graz), Verkehrsbauten wie der Franz-Josefs-Bahnhof, Schulen, Bürohäuser, Universitätsgebäude (Iuridicum) oder Industriebauten wie die Köllnbreinsperre wunderbar in Szene gesetzt. Auch Zwentendorf, das sicherste Kernkraftwerk der Welt, weil nie in Betrieb gegangen, ist abgebildet.
Friedrich Achleitner (1930-2019), ein bedeutender österr. Architekt und Architekturkritiker kommt zu Wort.
Fazit:
Ein großartiger Einblick in die österreichische Architektur zwischen 1970 und 1980. Gerne gebe ich hier 5 Sterne.







