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Rezensionen von leopol:

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Katze schreibt Tagebuch

Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack! von Franziska Höllbacher

Kater Knurbert hat es schon nicht einfach in seinem Katzenleben. Da stört so manches menschliches Verhalten, den ruhigen Katzenalltag. Und dann gibt es auch noch ein Biest, das in der Nachbarschaft sein Unwesen treibt und Mülltonnen, Autos mit Kratzspuren versieht. Bald kommt Knurbert in Verdacht und man droht sogar mit Tierheim.

Da kommt es gerade recht, dass sein Besitzerkind Franz ihn als Superheld gezeichnet hat. So kann man Bestien besiegen.

Das Buch ist schön gestaltet und richtet sich an Kinder ab 9 Jahren oder vielleicht generell Katzenliebhabern mit einer Portion Humor. Passend zum Stil eines Tagebuchs ist die Schrift gewählt und die Illustrationen, ja teilweise Kritzeleien tuen ihr übriges zum Gesamtbild.

Kater Knurbert transportiert schön die gängigen Ansichten über Katzen – sie haben das Sagen und immer Recht. Und eigentlich dulden sie Menschen ja nur als Angestellte. Man ist manchmal tollpatschig und zieht sich dann galant aus der Affäre, denn man hat ja Stolz. Und eigentlich ist eine Katze ja noch immer ein großer Tiger und verhält sich auch so.

Und was sagt das Kind selbst: Die Sprache im Buch war sehr lustig. Kater Knurbert und die Ratte Ratto waren toll. Gut passte aber auch die Schildkröte Ingrid und der Vogel Ralf dazu. Sie verhalten sich teilweise wie Menschen, aber eben mit tierischer Besonderheit. Ein bisschen wie tierisches Gregs Tagebuch.

Ich würde mir wünschen, dass es einen weiteren Band gibt.

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Auszeit, neue Anfänge und ganz viel griechische Insel

Über der Brandung von Franziska Jebens

Eine Autorin verlässt nach Problemen im Privaten und beruflichen Umfeld nun spontan Berlin auf der Suche nach einer Auszeit. Es verschlägt sie auf eine kleine griechische Insel, Kefonisi. Eine wilde, wundervolle kleine Insel der Kykladen, mitten in der blauen Ägais, mit wundervoller Natur und auch netten Menschen.

Speziell Hera, naturverbundene und etwas unkonventionelle Cafebetreiberin, nimmt sich der Autorin an, die sie liebevoll Nea, die Neue, nennt. An ihrer Seite lernt sie so viel neues kennen – anderen Frauen, die sich regelmäßig treffen und vertrauen, das Wissen über Natur und Heilung, alte Traditionen. Langsam löst sich Nea von alten Problemen.

Die Protagonistin lässt alles hinter sich, taucht in ein neues Leben ein, zugegebenermaßen ungewöhnlich einfach und ohne Probleme, wie es für die meisten wohl nicht möglich wäre. Dabei lernt sie spannende Charaktere kennen, viele Frauen, die sich gegenseitig stärken und reflektieren. Die Themen Verbundenheit, speziell Sisterhood, Naturverbundenheit und Freundschaft spielen eine große Rolle. Weiblichkeit wird zelebriert, so manchem „Hexen“ritual wohnt man bei, ja es wird auch etwas esoterisch. Die Charaktere sind durchwegs liebevoll und positiv gestaltet, passend zur Atmosphäre des Buches, sie geben Hoffnung und Reflexion, ohne unter Druck zu setzten.

Der Schreibstil ist wie schon zu vermuten ist sehr bildhaft und atmosphärisch. Neben der Hauptgeschichte die Neas aktueller Zeit folgt, sind immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit verschiedener Charaktere eingeworfen. Dadurch hat man gleich ein anderes Verständnis für den Charakter. Alles liest sich sehr flüssig.

Der Roman gibt einige Denkanstöße und Motivation für das eigene Leben, dass eine Änderung immer möglich ist und man eben frei ist so zu wählen. Auch, dass es wichtig ist authentisch zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen. Grundsätzlich Dinge, die man wohl schon gehört oder gelesen hat, und damit nichts neues, allerdings doch schön dieses immer wieder vor Augen geführt zu bekommen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass alles etwas sehr glatt verläuft und für mich damit für die meisten Personen nicht realistisch ist. Aber gut es ist ja auch ein Roman zu Unterhaltungszwecken.

Ein Roman, der die Stimmung auf der kleinen Insel wundervoll einfängt. Man hat regelrecht das Gefühl von Meer, Sand und Salz auf der Haut. Spürt die Sonne, hört das Zirpen der Insekten und kann sich die gesamte Natur gut vorstellen. Ein Urlaubsroman, und doch etwas mehr.

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Familien- und Kleinstadtgeheimisse sorgen für Spannung

Tödliches Verderben von Karin Slaughter

Und wieder geht es rund in der amerikanischen Kleinstadt in Georgia. Sheriff Emily Clifton, die derzeit interimsmäßig den Sheriff-Posten ihres ermordeten Vaters ermordet innehat, ist nun mit der Bestattung ihrer demenzkranken Mutter beschäftigt. Sie wird zum Schauplatz eines Mordes gerufen. Die ehemalige Polizistin Allison Vickery wurde in ihrem eigenen Haus ermordet, ihre Tochter Mandy beim Angriff schwer verletzt.

Emily wird bei den Ermittlungen von ihrer Schwester Jude Archer, ehemalige Bundesagentin, unterstützt, auch wenn dies auf Grund des Verhältnisses nicht einfach ist. Bald zeigt sich, dass wichtige Personen des Ortes in eine Verschwörung verstrickt sind.

Optisch reiht sich dieser Band gut in die Gestaltung der anderen deutschsprachigen Werke von Karin Slaughter ein – dunkel, mit minimalistischer Gestaltung. Einfach ansprechend und passend für dieses Genre.

Der zweite Band der North Falls Reihe kann grundsätzlich problemlos unabhängig vom Vorgängerband „Dunkle Sühne“ gelesen werden, da ausreichend auf die bisherigen Ereignisse eingegangen wird. Jedoch ist man über die Familiengeheimnisse durch chronologisches Lesen besser im Bild, man versteht Beziehungen und die Charakterentwicklungen besser.
Der Schreibstil ist auch in diesem Buch typisch für Karin Slaughter- flüssig und mit entsprechendem Tempo und Wendungen. Eine geschickt gestaltete Geschichte mit Wendungen, Verschwörungen, falschen Fährten, vielen Verdächtigen und Erzählung durch Perspektivenwechsel. Spannung liefert auch das Kleinstadtleben, denn auch wenn man sich vordergründig kennt und traut, scheint es hinter den Kulissen ganz anders zuzugehen.

Viel Raum im Buch nimmt das Privatleben der beiden Ermittler – Emily und Jude ein. Beide sind sehr unterschiedliche Charaktere, durch die familiäre Beziehung vereint, und haben keine einfache Beziehung zueinander. Auch leiden sie an den kürzlichen Verlusten in ihrer Familie. Dies ist auch daran sichtbar, dass die Geschichte hauptsächlich aus deren Blickwinkel erzählt wird, und dadurch etliches anders wahrnehmen.

Für mich eine würdige Fortsetzung der Reihe. Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen.

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Familien- und Kleinstadtgeheimisse sorgen für Spannung
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unterschwellige Spannung: Geheimnisse und Lügen kommen langsam ans Licht

Er lügt von Rebecca Taylor McKay

Positano an der Amalfiküste im Jahr 1961 – Clara und Spencer Carmichael reisen an, um ihre Flitterwochen im noblen Hotel zu verbringen. Ihre Tage sind geprägt durch viel Sonnenschein, schöne Aussichten, Meer und Pool – perfekt für Clara um sich nach einer schwierigen Zeit zu erholen. Doch Spencer erscheint seiner jungen Frau doch sehr rätselhaft, spricht er doch Italienisch, scheint angespannt und doch so manche Person dort zu kennen.

Verschweigt er etwas oder liegt es daran, dass sie so schnell geheiratet haben und sie noch wenig über ihn weiß? Und schließlich wird am ersten Tag auch noch ein Zettel unter der Tür durchgeschoben mit dem Text „Er lügt“. Schon am Beginn der Reise treffen die beiden ein anderes englischsprachiges Paar – Vivien und Fred, ebenso wohlhabend und lebenslustig. Clara mag die beiden, kommt vor allem mit Fred gut aus, aber Spencer scheint eine Abneigung gegen beide zu hegen. Doch verbergen nicht auch die beiden etwas?

Der Schreibstil ist leicht, flüssig und fängt gut die Atmosphäre eines langen Urlaubstages ein: Hitze, Auszeit am Meer und Genuss – auch mit durchwegs viel Alkohol. Rasch erkennt man, dass die 1960er Jahre doch eine andere Zeit waren, auch was die Rolle der Frauen betrifft.

Der Beginn verläuft durchwegs gemächlich – nach dem Auffinden des Briefes erfährt man zunächst langsam etwas über Clara und Spencers Vergangenheit, vor allem in Rückblicken in das letzte Jahr in dem Clara bald nach der Hochzeit erkrankt. Alles aus Sicht von Clara. Die erste Hälfte des Buches verläuft durchwegs ruhig, man ahnt durch einzelne Hinweise ab und an, dass wohl etwas im Busch ist, allerdings verlebt man de facto entspannte Urlaubstage. Gegen Ende ziehen Spannung und Tempo dann deutlich an, etwas mehr Zeit dafür wäre wahrscheinlich angenehm gewesen.

Gut getroffen fand ich die Figuren. Gegen Spencer hegt man von Beginn an etwas Unbehagen, nicht zuletzt wegen des Briefes. Aber eben auch, weil er wirklich etwas zu verbergen scheint. Beklemmend fand ich auch, dass er Clara dauernd zu bevormunden scheint und genervt ist, wenn sie nicht entsprechend reagiert. Clara selbst erscheint als das arme Hascherl, das Opfer, die Kranke. All dies erklärt sich natürlich durch ihre Herkunft (ein Waisenkind) und ihre Heirat in die Oberklasse, die ihr mit Skepsis begegnet. Zu Beginn merkt man die Unsicherheit konstant, mit der Zeit gewinnt sie dennoch Selbstvertrauen.

Für mich ein Roman der durch die Konstante Unsicherheit lebt, vor allem auch für den Leser, denn immerhin erfährt man alles nur aus Sicht von Clara, und vielleicht kann man auch ihr nicht trauen?

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unterschwellige Spannung: Geheimnisse und Lügen kommen langsam ans Licht
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Entspannend und Entspannung als Thema

Cozy Coloring - Love Yourself von

Ein klassisches Malbuch zum Thema Selbstliebe und selfcare bzw. allgemein Entspannung.
Man begleitet kleine Figuren durch verschiedene entspannende Szenen. So zum Beispiel Musik hören, Drachen fliegen, Meditation, ein Tag am Pool und noch so vieles mehr.

Die Seiten sind einzeln bedruckt und heraustrennbar.

Die Gestaltung des Covers durch Kartoneinlagen schön stabil, so dass auch das Malen möglich ist, wenn einmal kein stabiler Untergrund zur Verfügung steht. Auch die integrierte Malunterlage, um das Durchdrücken zu verhindern ist eine schöne Idee. Generell ist das Papier aber auch angenehm dick und hochwertig, so dass sich bei mir noch nichts durchgedrückt hat.
Liebevoll gestaltet ist auch die Seite, die erlaubt das Buch mit Namen zu versehen und die um Farben zu testen.

Das Buch richtet sich vor allem an Erwachsene und Teenager. Die Szenen sind aber generell eher großteilig und klar umrandet, so dass sicher auch Jüngere oder nicht so geübte oder einfach Personen, die nicht fitzeln möchten, Spaß haben und ein stimmiges Bild bekommen. Außerdem erlaubt dies natürlich auch einen gewissen größeren kreativen Freiraum, denn Flächen mit Mustern oder speziellen Farbverläufen zu gestalten ist so einfacher.

Nach Disney Coloring Cuties, ist dies nun schon das zweite und gleich hochwertige Buch der Malbuchreihe. Wenn ich wieder Entspannung suche, oder ein kleines Geschenk werde ich definitiv weiter in den Designs schmökern.

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Entspannend und Entspannung als Thema
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melancholische Gesellschaftsbetrachtung mit etwas Kriminalfall

Die Auster von Yael Inokai

Leonora Bloch, Reinigungskraft, bei Dr. Bronstett dem Geschäftsführer eines bekannten Kaufhauses. Eines morgens findet sie ihn ermordet und mit zwei fehlenden Händen auf. In ihrem Schock putzt sie die Spuren weg und verständigt erst dann die Polizei. Leonora wird an ihre eigene Vergangenheit und ihre eigenen Verluste erinnert und es treiben sie wieder Geldsorgen um.

Die Ermittlungen der Polizei führen in das legendäre Kaufhaus und so ist auch Leonora mit alten bekannten dort konfrontiert.

Dieser Roman ist schwer einzuordnen, verbindet er doch im Wesentlichen zwei Geschichten, die irgendwie verwoben sind. Einerseits die Lebensgeschichte von Leonora Bloch, die zuletzt als Putzfrau bei Dr. Bronstett gearbeitet hat. Andererseits allerdings den Mordfall Dr. Bronstett, der die Polizei und begeisterte Krimiseherin Leonora zu Ermittlungen bringt.

Doch neben diesen zwei Erzählungen kommen so einige gesellschaftsrelevante Botschaften nebenbei durch. Es wird das Luxuriöse Kaufhaus und das luxuriöse Heim von Dr. Bronstett beschrieben, etwas das Leonora Bloch fremd ist, kämpft sie doch Zeit ihres Lebens um ihr Auslangen. Nach dem Tod von Dr. Bronstett steht sie wieder vor der Altersarmut und muss mit über siebzig schauen, dass sie wieder im Kaufhaus angestellt wird. Doch auch Einsamkeit ist ein wichtiges Thema, da Leonora Bloch ihren Sohn schon länger verloren hat und andere Menschen doch gerne auf Abstand hält. Leonora kämpft mit der Dynamik zwischenmenschlicher Beziehungen speziell zwischen Erwachsenen und auch mit Veränderungen im Gesamten.

Die Erzählung entwickelt sich ruhig und detailliert in der Sprache, jedoch ist man immer wieder mit Zeitsprüngen konfrontiert die erst Einordnung bedürfen. Erst langsam beginnt man die Personen zu verstehen, oft durch Rückblenden. Für die Auflösung des Kriminalfalls hätte ich gerne mehr Zeit gehabt, es erschien etwas gehetzt, wenn auch logisch.

Eine interessante Mischung aus verschiedenen Genres mit einem angenehm ruhigen Schreibstil. Auf Grund der Beobachtungen der Kaufhausangestellten kam ich mir etwas vor wie in Alltagsgeschichten von E.T.Spira, die früher im österreichischen Fernsehen ausgestrahlt wurden. Auch die melancholische Stimmung war ähnlich.

Für mich eine etwas skurrile Geschichte, die man gar nicht so leicht erklären und empfehlen kann, man muss es selbst lesen.

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Klassische, britische, unaufgeregte Polizeiermittlungen

Ein unglücklicher Tod von Peter Grainger

DC Smith ist wahrlich ein Polizeiveteran, immerhin arbeitet er nun schon dreißig Jahre bei der Polizei in Norfolk. Nach einem internen Ermittlungsverfahren zu seinem letzten Fall, soll er nun aber in den Ruhestand geschickt werden. Doch der Wittwer, der für seinen Beruf lebt, möchte weiter seinen Dienst versehen und bekommt nun einen Routinefall zugeteilt.

Ein Siebzehnjähriger – Wayne Flatcher wurde im Fluss ertrunken gefunden, nach einer Partynacht mit Freunden. Smith soll den Fall prüfen und zur Unterstützung wird ihm dabei ein Neuling namens Waters zur Seite gestellt. War es nun wirklich ein Unfall oder steckt mehr dahinter.

Der Klappentext redet von einem Kriminalroman, wohin gegen das Cover allein nur einen Roman ausweist. Ich würde das Buch in die Kategorie Polizeiroman bzw. Detektivroman einordnen. Im Gegensatz zu manchen anderen Krimis der jetzigen Zeit, liegt hier der Fokus auf ruhige und klare Ermittlungen und gekonnte Kombinationsgabe. Große Action und spannungsgeladene Verfolgungen wird man hier nicht finden. Man lernt Polizeiarbeit kennen, und sieht, wie schwierig es ist aus vielen Informationen die wichtigsten herauszufiltern.

Das Ermittlungsgespann Smith und Waters funktioniert in meinen Augen gut. Ein älterer, erfahrene Polizist, der auch etwas kauzig ist und sich nicht immer streng an Vorschriften hält, trifft auf einen Jungspund. Doch jener ist ebenso mit scharfem Verstand gesegnet und scheut auch nicht so manche Idee von Smith zu kritisieren. Gleichzeitig sorgt Waters dafür, dass sich der Dinosaurier Smith sich besser in der modernen Polizeiarbeit zurechtfindet.

Der Schreibstil ist klar, unaufgeregt und flüssig und sorgt dafür, dass man dem Roman gut folgen kann. Der typische britische Humor wird gekonnt eingeworfen, und so habe ich die Dialoge umso mehr genossen. Abgerundet wird das ganze noch von einer schönen Beschreibung des Lake Distrikts.

Ich freue mich definitiv schon auf die nächsten Bände auch da beide Ermittler noch viel Potenzial haben und so manche Frage zum persönlichen Hintergrund noch offenblieb.

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Klassische, britische, unaufgeregte Polizeiermittlungen
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manches Geheimnis liegt tief - ein Cozy-Crime im britischen Setting

Wenn stille Wasser tödlich sind von Karen Finch

Der letzte Earl of Welbeck stirbt kinderlos und sein gesamtes Anwesen um Ruthland Waters– ein Rosengarten, ein Herrenhaus und wenig Bargeld geht an seine Nichte. Ein Gerücht zieht bald durch die umliegenden Orte, nämlich dass ein Schatz im gefluteten ehemaligen Herrenhaus am Grund des Stausees versteckt sein soll.

Und zu allem Überfluss wird auch bald eine Leiche am Ufer des Sees gefunden – ein Taucher. Helen Franklin, Dorfpolizistin und ehemalige Scottland Yard Ermittlerin, ist an den Ermittlungen beteiligt und kämpft rasch mit der eigenen Vergangenheit, deutet doch vieles auf ihren ehemaligen Schulkameraden Charlie Hobbs hin. Zu allem Überfluss taucht auch noch ihr ehemaliger Kollege und Ex-Freund Ben Baxter auf, als die Ermittlungen größere Kreise ziehen.

Karen Finch leitet den Leser sehr angenehm durch das Buch – nach einem sanften Einstieg bei einem Begräbnis, lernt man bald das gesamte Dorf und die Umgebung besser kennen. Ein sympathischer kleiner, ja fast verschlafener Ort mit markanten und durchwegs neugierigen Charakteren. Typisches Dorfleben in malerischer Umgebung – man kann es sich lebhaft vorstellen.

Doch auch die Ermittlungen sind plausibel und glaubhaft geschildert. Für mich entwickelte sich die Suche nach Charlie im Zuge der Ermittlungen schon fast zu einem kleinen Running Gag – aber am besten man überzeugt sich hier selbst. Man merkt die Spannungen im Ermittlungsgespann Helen und Ben – hier spielt schlichtweg die Vergangenheit und nicht ausgesprochene Konflikte hinein. Beide sind sehr gegensätzlich in ihrer Arbeitsweise und ihrer aktuellen Situation - und doch funktioniert die Ermittlung.

Der Fall selbst blieb mir lange rätselhaft, konnte ich doch einfach keinen wirklichen Zusammenhang feststellen. Dennoch war die endgültige Auflösung schlüssig und nachvollziehbar und irgendwie dann doch klar.

Für mich ein gelungener Cozy -Crime über eine Region Englands die ich noch nicht kannte. Ich freue mich schon Band 1 nachzuholen und hoffe auf weitere Bände.

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Liebe, Familiengeheimnisse und etwas Mode

Les Bouttiers – Wir sind alles von Antonia Wesseling

Les Bouttiers – Wir sind alles ist der zweite Band einer Dilogie um zwei Familien bekannter Modehäuser in Paris, einerseits Bouttiers Couture und andererseits die Konkurrenz von Le Blanc. Elodie aus dem Modehaus Bouttiers und Adam Le Blanc geben vor ein perfektes Paar zu sein, nachdem die Presse sich über Fotos der beiden bei einem intimen Moment überschlägt.

Doch auch für Gabriel, Adoptivcousin von Elodie und in Wirklichkeit Halbbruder von Adam Le Blanc, hat Elodie Gefühle. Gabriel wird im Atelier beurlaubt, und auch finanzielle Unterstützung durch seine Familie fehlt. Er wendet sich nun an seinen leiblichen Vater Henri Le Blanc, der ihn nun mehr fördert als Adam. Doch es bleibt nicht einfach, denn es gibt Intrigen, Skandale und alte Geheimnisse, die nun ans Licht kommen sollen.


Für mich war dies der erste Band der Reihe und der Einstieg gelang durch die Zusammenfassung der Ereignisse aus dem Vorgängerband ohne Probleme.
Leicht und rasch taucht man in den Schreibstil ein, er ist einfach flüssig und modern. Jedes Kapitel ist aus einer anderen Perspektive geschildert – Elodie, Adam und Gabriel und später noch eine weitere Person.
Die Gestaltung passt perfekt zum Vorgängerband und zum Modesetting – ein schöner Buchschnitt mit Couture Logo und Schuhe nach jeder Kapitelübersicht.

Man darf sich Familiendramen, Dreiecksbeziehungen, Geheimnisse und Romantik erwarten und bleibt dadurch auch beim Weiterlesen. Denn wer hat sich nicht schon immer gefragt welche Geheimnisse es bei den erfolgreichen Firmen so gibt.

Der Fokus liegt rasch auf der Romanze zwischen den Hauptprotagonisten. Man fühlt sich an Romeo und Julia erinnert, und hat dennoch im Hinterkopf, dass Adam wohl doch etwas mehr für Elodie empfinden dürfte als umgekehrt. Doch das Love Triangle muss eben bespielt werden und irgendwann muss Elodie sich eben auch entscheiden. Die Auflösung des Familiengeheimnisses war grundsätzlich verständlich, war jedoch dann doch etwas rasch umgesetzt und etwas unspektakulär.

Etwas enttäuscht hat mich die Tatsache, dass man im Prinzip doch recht wenig Einblick in die Welt der Haute Couture bekommt. Ein tieferer Einblick in die Arbeit der Häuser wäre bei mir sehr willkommen gewesen. Generell hat sich für mich auch etwas das Paris Feeling verloren, wären nicht ab und an französische Begriffe aufgetaucht, hätte ich fast vergessen, wo der Roman spielt.

Grundsätzlich ein solider Young- Adult-Roman, der mit Familiendramen aufwartet und auch die Modewelt streift. Ein schöner Urlaubsroman, vielleicht fängt man allerdings doch bei Band 1 an um die Figuren besser zu verstehen.

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eine Auszeit im Wald - die Magie der Geschichte und der Natur

Der vergessene Wald von Sharon Gosling

Saskia Tilbury-Martin hat eine Vision: das verfallene Schloss Gair im Norden Englands wieder aufzubauen. Doch derzeit ist es nur eine Ruine, mit einem markanten Baum in der Mitte und einem sehr dichten Wald, um den sich so manche Sage rankt. Der Weg zum Baubeginn war nicht einfach, waren doch viele Hindernisse zu überwinden und auch die Suche nach einem Bauleiter gestaltete sich schwierig, bis endlich Owen Elliot in das von vielen als verrückt bezeichnete Projekt einwilligt.

Doch die Arbeitsbeziehung ist nicht einfach, da Owen Saskias Projekt als schwer durchführbar findet, an der Finanzierung zweifelt und Saskia überheblich findet. Beide schleppen jedoch ihren eigenen Ballast mit und kommen sich im Zuge der Schwierigkeiten um die Baustelle doch näher als gedacht.

Ich muss gestehen, dass ich vom Buch doch sehr überrascht war: rein vom Klappentext habe ich eine Geschichte über eine schwierige Baustelle erwartet, da es wahrscheinlich teurer, komplizierter und von Denkmalkommissionen mit Argus Augen bewacht wird. Auch eine gewisse Spannung im Verhältnis von Saskia und Owen habe ich erwartet, vielleicht auch ein bisschen romantisches Filtern. Überrascht hat mich die große Hintergrundgeschichte von Saskia und die große Überraschung, die sich auf dem Grundstück offenbart, die ich hier allerdings nicht spoilern möchte.

Schnell bin ich in den Schreibstil und die atmosphärische Schilderung der Orte gekippt. Man findet sich in dem klaren Stil leicht zurecht, der Einstieg ist einfach und man folgt der Erzählung gerne, auch wenn sie grundsätzlich sehr ruhig verläuft. Die Charaktere sind schön gezeichnet und glaubhaft samt ihren Hintergrundgeschichten. Man merkt, wie sich die Beziehung der beiden Hauptcharaktere schrittweise ändert und nimmt ihnen die Entwicklung ab.

Man lernt, dass sich Pläne durchwegs auch mal ändern dürfen und dass man in der Natur wunderbar zu Ruhe kommen kann um sich neu zu sortieren.

Ein Wohlfühlroman mit einer tieferen Message, der sofort Lust macht in ein Tiny-House am Waldrand zu ziehen.

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eine Auszeit im Wald - die Magie der Geschichte und der Natur