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Rezensionen von verhei:
Humorvolles Herbstfeeling mit unserem Lieblingshasen
Hase Hibiskus und die Herbstsause von Andreas König
Und wieder wird es turbulent für Hase Hibiskus und seine Freunde Tom Bär und Maxi Maus. Jetzt im Herbst steht in Waldhausen ein Fest an, dafür wird ein Laternenumzug, ein Lagerfeuer und natürlich das Essen vorbereitet. Da es viel Arbeit ist, soll diese unter allen Besuchern aufgeteilt werden – jeder trägt etwas bei.
Doch es läuft nicht glatt – Maxi Maus sucht die Mundharmonika zum Musizieren. Ein Baum stürzt um und blockiert den Weg. Und noch so manches mehr. Die Waldbewohner müssen zusammenhalten.
Das Buch reiht sich perfekt in die Reihe von Hase Hibiskus ein. Man trifft den Hasen mit der Bunten Mütze und seine liebenswerten und unterschiedlichen Freunde wieder und folgt in neue Abenteuer. Aber auch hier trifft man neue Charaktere – wie bunt doch die Welt von Hase Hibiskus ist.
Die Gestaltung des Buches ist wunderbar – wunderschöne herbstliche Töne auf jeder Seite und dennoch der Text ist dennoch gut lesbar. Die Illustrationen sind liebevoll gestaltet und greifen die Textpassagen gut auf. Immer wieder entdeckt man neue Details und man merkt richtig, wie die einzelnen Charaktere zum Leben erwachen.
Die Zielgruppe für dieses Buch sind Kinder ab drei Jahren. Passend wie ich finde, aber ich denke auch ältere können es genießen. Vor allem manche Wortspiele mögen da vielleicht besser verstanden werden.
Und auch die Botschaft, die das Buch transportiert – Zusammenhalt, Hilfsbereitschaft und Gemeinschaft, ist etwas das immer relevant ist. Denn auch wenn es vielleicht andere Hindernisse sind, überwindet man diese gemeinsam viel leichter. Und die Gruppe um Hase Hibiskus ist ebenfalls ein Highlight, so herzig verschieden.
Eine passende Ergänzung der Hase Hibiskus Reihe, eben weil es so schöne herbstliche Stimmung und Gemütlichkeit verbreitet.
hier wird es geliebt
Mein erstes Sachen suchen Wimmelbuch: Fahrzeuge von Maria Höck
Wer die Serie mein erstes Sachen Suchen Wimmelbuch von Ravensburger kennt, wird hier den bekannten Aufbau wieder finden.
Ein durchwegs stabiler Aufbau durch Pappseiten. Es hält etwas aus, wichtig in diesem Alter.
Es gibt eine Doppelseite pro Situation: Die Bilder sind bunt und ansprechend, aber altersgerecht detailliert – also nicht zu überladen, aber eben auch nicht leer.
Jede Seite trägt eine weiße Spalte, in der einerseits etwas Text zum Vorlesen ist, andererseits auch die Suchaufgaben. Der Text ist kurz und verständlich eben auch altersgerecht. Das Kind verliert nicht den Faden. Jedes Bild eines Suchgegenstandes enthält den Namen samt Artikel. Dies ist praktisch, weil man diesen eben gleich mit präsentiert.
Die Szenen, die dargestellt werden, sind vielfältig, modern und tauchen auch im Alltag der Kinder auf. Man sieht z.B. den alltäglichen Straßenverkehr, einen Verkehrsunfall, eine Baustelle und eine Aufräumsituation. Alles auch inklusiv: Rollstühle, Menschen verschiedener Herkunft. Und generell modern, denn wer hätte schon ein Lastenrad in einem Bilderbuch vor zehn bis fünfzehn Jahren gefunden?
Nachdem wir schon mit dem Band Meine Welt zufrieden waren, eine schöne Ergänzung der Wimmelbuchbibilothek.
Es gibt so viel zu entdecken
Mein erstes Sachen suchen Wimmelbuch: Meine Welt von Maria Höck
Was funktioniert als Thema bei den kleinsten am besten? Etwas das mit der eigenen Lebensrealität also dem Alltag zu tun hat und genau dies wird hier auch transportiert.
Die im Buch abgebildeten Szenen kennen die Kinder aus dem Alltag: Das Fertigmachen in der Früh, den Kindergarten, Einkaufen, Spielplatz, Schlafen gehen.
Der grundsätzliche Aufbau: Eine Doppelseite pro Situation. In der linken Spalte ist ein einleitender, kurzer Text, der mit einer Suchaufgabe endet. Und weitere Gegenstände sollen gesucht werden.
Die Bilder sind dabei durchwegs detailliert und bunt, aber altersgerecht, also nicht zu überladen gestaltet. Die abgebildeten Figuren sind auch verschieden wie in der Realität und auch Inklusion wird betrieben.
Das Buch ist auch durchwegs stabil gebaut und in angenehmer Größe – gut für diese Altersklasse.
Ich finde das Buch ideal, da es für die Kinder immer etwas zu entdecken gibt. Es erfordert Konzentration, ohne zu sehr zu fordern. Liefert Erfolgsergebnisse durch das Finden der Dinge. Außerdem hilft es beim Spracherwerb.
Geräusche aus dem Wald
Play+ Mein allererstes Soundbuch Tiere im Wald - ab 12 Monate von Maria Höck
Dieses Soundbuch richtet sich an die Kleinsten, beworben ab einem Jahr. Auf fünf Doppelseiten folgt man verschiedenen Tieren im Wald bzw. allgemein in der Natur -eine Szene am Bachrand, eine in der Nacht ,..
Jede Seite ist ähnlich aufgebaut – ein kurzer einleitender Text. Der Knopf, der die Tierstimmen wiedergibt und noch weitere Tiere in der linken Spalte, die man suchen soll.
(Zur Sicherheit auch noch mit Namen und Geschlecht versehen). All dies in einer farbenfrohen, aber dennoch nicht überladenen Szene.
Den Aufbau des Buches empfand ich als altersgerecht – stabile Kartonseiten, die auch etwas aushalten. Auch der Knopf für die Tonausgabe ist leicht zu bedienen. Man kann die Knopfbatterie auch leicht austauschen, sollte sie zu Ende gehen.
Ein Nachteil ist, dass die Lautstärke sich nicht einstellen lässt und der Ton doch etwas markanter ist. Es gibt allerdings auch einen merklichen Unterschied, wenn man das Buch auflegt, und die Tonspur ist nicht lange.
Etwas länger hätte das Buch durchwegs auch sein können, allerdings ist dies wohl auch der Altersklasse geschuldet.
Ein Bilderbuch mit Reimen und Pflastern
Play+ Mein lustiges Spielbuch Pflaster her, sagt Doktor Bär - ab 2 Jahre von Bernd Penners
Wie man schon am Titel erkennt, handelt es sich um ein Pappbilderbuch bei dem Krankheiten und Verletzungen thematisiert werden. Als kleiner Zusatz gibt es in diesem Buch nun fünf verschiedenfarbige Pflaster, mit denen man die verletzten Tiere verarzten kann.
Die Pflaster sind beschichtet, wieder verwendbar und eher dick und robust.
Leicht können kleine Kinderhände sie damit selbst aufkleben. Sollte die Klebekraft einmal geringer werden, haben wir sie einfach auf der einen Seite etwas abgespült. Die Pflaster werden auf einem eigenen Bogen mitgeliefert, um sie aufzuheben und alles zu transportieren haben wir sie bisher einfach auf den Tieren belassen.
Jede Doppelseite widmet sich einer anderen kleinen Krankheit bzw. Verletzung. Alle müssen durch Dr. Bär - mit Hilfe der Kinder- verarztet werden. Was dem jeweiligen Tier passiert ist, sieht man einerseits durch die Illustration, wodurch sich Kinder auch selbst beschäftigen können. Die Zeichnungen sind sehr farbenfroh, detailliert, aber auch nicht zu überladen. Und natürlich gibt es auch einen Text zum Vorlesen - gereimten in diesem Fall. Man braucht als Vorleser schon Konzentration um diesen schön melodisch hinzubekommen.
Nebenbei kann man mit den Kindern auch etwas die Zahlen üben, da jedes Tier unterschiedlich viele Pflaster benötigt und natürlich auch die Farben.
Mein einziger Kritikpunkt ist, dass manche der genannten Krankheiten wie Bauchschmerzen oder auch Ohrenschmerzen nicht unbedingt mit einem oder mehreren Pflastern versorgt werden.
traumatischer Verlust und Rache
Blut für Blut von Anna Schneider
Sophie Roth flüchtet sich vor ihrem gewalttätigen Partner in einen Bauwagen am Waldrand. Das Ziel: sich endlich zu befreien und mit ihrer Leidenschaft Fotografie endlich Geld zu verdienen. Und tatsächlich es kommt zu einem Fotoauftrag bei einer angesehenen Familie der Gegend, der ordentlich bezahlt wird.
Doch beim Entwickeln der Fotos entdeckt sie ein Gesicht auf den Aufnahmen, dass sie an eine schreckliche Nacht in ihrer Vergangenheit erinnert.
Schon die Einstiegskapitel vermitteln dem Leser ein beklemmendes Gefühl: Sophie schleicht sich aus dem Haus, um ihren gewalttätigen Mann zu verlassen. Und dieses beklemmende Gefühl blieb mit leichtem Abklingen an manchen Stellen für mich dauerhaft präsent. Wenn auch aus unterschiedlichen Gründen: Sophie fühlt sich verfolgt, erkennt sie doch Spuren im Gras und auch die Familie, die sie fotografieren soll, scheint reserviert.
Die Autorin präsentiert die Geschichte in recht kurzen Kapiteln. Gegenwartsschilderungen wechseln sich mit Kapiteln aus der Vergangenheit ab – gut unterscheidbar durch die jeweiligen Kapitelüberschriften. Ab und an wird auch noch ein Kapitel in kursiver Schrift eingeworfen, welches die Gedanken einer unbekannten Person wiedergibt. Diese Kapitel sind nicht gerade positiv und tragen weiter zur beklemmenden Atmosphäre, aber auch zum Rätseln bei.
Sophie erscheint zu Beginn etwas naiv, scheint doch die Flucht von ihrem gewalttätigen Partner etwas ungeplant im Gesamten. Sie hat zwar diesen Bauwagen entdeckt, ist aber bis auf etwas Geschirr nicht ausgerüstet. Natürlich mag aber so manche Flucht spontan sein, und es mag schwer sein Hilfe anzunehmen. Hier denke ich, dass es vor allem mit ihrer Geschichte erklärbar ist: ein Mann der dauernd sagt, dass sie nichts zu Ende denkt. Panikattacken dadurch und durch ihre traumatische Familiengeschichte: Mord und traumatischer Verlust und Rache Verschwinden vor zwanzig Jahren.
Als Leser rätselt man konstant mit und bekommt so manche falsche Fährte präsentiert. Man stellt Theorien auf und verwirft sie wieder. Gegen Ende ist das Tempo hoch, fast etwas überstürzt, aber lesenswert. Ein paar kleine Fragen blieben bei mir offen.
Trotz der kleinen Schwächen kann ich das Buch wirklich empfehlen. Auch weil es zeigt, was Anna Schneider außerhalb der Grenzfallreihe auch gute Einzelwerke zu Stande bringt.
Gefühl im Bauch und eine neue Variante eines Bilderbuches
Play+ Mein lustiges Spielbuch Wut im Bauch - ab 2 Jahre von Maria Höck
Entgegen dem Titel Wut im Bauch wird in diesem schönen Pappbilderbuch neben dem Thema Wut, auch auf andere Gefühle eingegangen. Wut, Freude, Ekel, Angst, Trauer alles Gefühle, die einem im Alltag begegnen, die Kinder auch fühlen, aber vielleicht noch nicht so gut benennen können. Dabei soll eben dieses Bilderbuch helfen unterstützt durch Gefühlschips – also kleine Pappplättchen mit Gesichtern zu dem jeweiligen Gefühl.
Eingebettet in eine Geschichte um eine Feier erleben verschiedenen Tiere diese Gefühle.
Jedem Gefühl ist nun eine Doppelseite gewidmet: Zu Beginn etwas einleitender Text, der die Situation schildert (natürlich auf einem passenden Bild der Feier). Der zweiten Seite steht jetzt das Gefühl im Vordergrund: Das Kind wird durch den Text animiert das Gefühl zu benennen und den entsprechenden Chip zu suchen, um diesen im Bauch des Tieres zu platzieren.
Ergänzt wird all das auch noch durch einen kleinen Tipp, der sich an den Erwachsenen richtet: wie begleitet man ein Kind durch die jeweiligen Gefühle.
Etwas unsicher bin ich mir bei der altersmäßigen Einteilung: Manche Illustrationen der Gefühle sind doch etwas schwieriger zu erkennen. Dies ist aber wahrscheinlich auch sehr individuell und abhängig vom Kind.
Schön war die Idee, das Gefühl so quasi im Bauch zu platzieren durchs oben einwerfen (spürt man nicht so manches einfach im Bauch?).
Die Sinne erforschen in typischer Wieso?Weshalb?Warum? Manier
Wieso? Weshalb? Warum? junior, Band 36 - Sehen, riechen, hören von Wieso?Weshalb?Warum
Das Buch Sehen, Hören, Riechen ist nun schon das 36. Buch aus der Wieso? Weshalb? Warum? Serie und es reiht sich auch nahtlos in diese ein.
Altersgerecht – vorgeschlagen für das Alter 2 bis 4 Jahre- werden in diesem Band die Sinnesorgane erklärt: Hören, Sehen, Riechen, Schmecken, Fühlen.
Die Gestaltung ist auch hier typisch für die Reihe: Ein kurzer Text, in leicht verständlichen Sätzen.
Einerseits zum Vorlesen oder später vielleicht auch zum Selbstlesen. Nach einer Einleitung wird großzügig auf die einzelnen Sinne eingegangen, etwa eine Doppelseite pro Sinn, wobei Sehen und Hören etwas detaillierter erzählt werden.
Dabei ist die Gestaltung typisch bunt – man begleitet Kinder in verschiedene Situationen ihrer Lebensrealitäten. Klappen erlauben ein weiteres Entdecken, ebenso wie die Erhebungen auf der Seite zum Thema fühlen. All dies im gewohnt soliden Aufbau mit dickem Karton und Spiralbindung.
Gelungen fand ich den Einwurf, dass es auch Personen gibt die Einschränkungen haben – also nicht gut sehen oder hören können. Auf Grund des Buchumfanges und der Altersklasse, die man anpeilt, wird dies eher kurz abgehandelt, liefert aber meiner Meinung nach ausreichend Anknüpfungspunkte, um dies später auch mal zu besprechen.
Für mich ein solider Band der Reihe, der altersgerecht den eigenen Körper etwas erklärt.
mehr True Crime: noch ein Serienkiller in Whitechapel?
Four Heads Missing von Thorsten Schleif
London im Jahr Oktober 1888: Auf der Baustelle des neuen Scottland Yard Hauptgebäudes wird im Keller ein verschnürtes Paket gefunden. Es enthält den Torso einer Frau. Im Juni 1889 ziehen drei Jungen ein verschnürtes Paket aus der Themse. Auch hier ein Körper ohne Kopf. Ist dies das Werk von Jack the Ripper oder ist ein neuer Mörder unterwegs.
In diesem Buch begegnen dem Leser echte historischer True-Crime-Fälle aus der Zeit um die legendären Jack the Ripper-Morde. Alle dies wird kunstvoll ergänzt mit einer fiktiven Rahmenhandlung rund um die „Hobby“-Ermittler, die der legendäre Inspector Edmund Reid (den es wirklich gab) zu Rate zieht. Die Ermittler: Irene Adams, Begleitdame, und William Berger den derzeitigen Leibwächter von Sir Patrick, ehemals preußischer Soldat und Landgendarm. Ein sympathisches, wenn auch etwas unkonventionelles Ermittlergespann, das auch privat spannend ist. Über weite Strecken ist hier allerdings Will Berger der treibende Ermittler. Erstaunlich ist allerdings, wie weit die wirkliche Polizei hier in den Hintergrund gerät.
Gut gelungen und doch sehr praktisch sind die Hilfen, die dem Leser vom Autor mitgegeben wurden: eine Karte im Bucheinband und ein Personenverzeichnis. Angenehm ist auch die Kapitelgestaltung – Tag, Ort und Uhrzeit sind klar ersichtlich, die Orientierung ist damit vereinfacht.
Der Schreibstil ist angenehm flüssig und fängt gut die Atmosphäre der damaligen Zeit ein. Die Kapitel sind relativ kurz und es gibt auch Perspektivenwechsel zur Tätersicht. All diese Dinge erhöhen den Lesefluss und die Spannung. Generell fokussiert sich die Erzählung auf klassische polizeiliche Ermittlungen – Befragungen und Spuren zu verfolgen. Psychologische Profile waren in der damaligen Zeit schlichtweg noch nicht so modern.
Aus meiner Sicht lässt sich der Roman auch gut ohne Vorkenntnisse aus Band 1 lesen, jedoch versteht man damit vielleicht die Ermittler besser. Und wer möchte den nicht auch etwas über den legendären Red Jack erfahren?
Alles in allem für mich eine gelungene Aufarbeitung von Kriminalfällen, die sich in der Zeit von Jack-the-Ripper ereignet haben.
Pokerface trifft auf Mikroexpressionsexpertin
Die Lüge in ihrem Gesicht von Anne Keßel
Nach einem Angriff auf einen Mann sitzt eine Frau schweigend seit Stunden auf der Polizeiwache. Kaum eine Regung kommt von ihr und man vermutet auf Grund von Videoaufnahmen Notwehr. Hauptkommissar Deniz Kurt braucht Unterstützung und wendet sich damit an Marlene Nielsen, seine Expartnerin aber vor allem Expertin auf dem Gebiet der Mikroexpression.
Marlene meint zu erkennen, dass die Täterin wohl speziell trainiert ist und als Mörderin zu sehen ist. Doch Beweise fehlen, die Täterin scheint damit durchzukommen und Marlene begibt sich selbst auf die Suche nach der Wahrheit.
Marlenes Charakter fand ich spannend. Man schließt sich nicht unbedingt ins Herz mit ihrer harten, unnahbaren und teilweise obsessiven Art, versteht sie und ihre Motivation im Zuge der Geschichte immer besser. Denn welch bessere Schule gibt es als bei einer manipulierenden Mutter aufzuwachsen. Und auch für den Charakter der Unbekannten konnte ich mich am Ende der Geschichte erwärmen.
Motiviert für diesen Thriller hat mich vor allem das Thema Mikroexpressionen. Etwas das allgemein wirklich unterschätzt ist und vor allem in einem kriminalistischen Setting zusätzliche Möglichkeiten eröffnet. Erlebt man doch so das klassische Katz-und-Maus-Spiel bei Ermittlungen und der Jagd nach dem Täter neu. Doch im Zuge der Erzählung und Auflösung wurden noch so manch andere spannende Fragen aufgeworfen wie Selbstjustiz, Schuldumkehr und ob es gute und schlechte Lügen gibt.
Der Einstieg in das Buch war für mich einfach. Flüssig, leicht verständlich ist der Schreibstil. Durchwegs detailreich werden die Situationen beschrieben, so dass man gut in die Atmosphäre eintauchen kann. Erzählt wird aus wechselnder Perspektive wie der der Unbekannten, des Ermittlers Deniz und der Expertin Marlene. Viel Raum nimmt vor allem letztere ein. Durch den Wechsel der Perspektiven bekommt man guten Einblick in die Gedankenwelt der Figuren, man erkennt wie viel Täuschung hinter mancher Expression liegt. Das Buch lebt sehr von der Atmosphäre, dem Schweigen und versuchen zu verbergen. Es ist kein Thriller, der mit viel Tempo und Action aufwartet.
Trotz so mancher unvorhergesehenen Wendung, fand ich die schließlich Auflösung um den Täter etwas vorhersehbar. Etwas gestört hat mich auch, dass sich manche Passagen etwas gedehnt angefühlt haben.
Insgesamt für mich allerdings ein durchwegs solider Thriller über das Thema Mikroexpressionen. Etwas das ich so noch nicht gelesen habe.











