Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von verhei:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

kurzweilige, humorvolle Sommerlektüre mit Agenten und Politikbezug

00-Laschet von David Safier

Armin Laschet, gescheiterter Kanzlerkanditat, ist im Begriff seinen neuen Job als Bundespräsidenten anzutreten. Dafür verlässt er sein geliebtes Reihenhaus in Aachen und zieht nach Bellevue um standesgemäß Empfänge abhalten zu können. Doch nichts ist so wie es scheint, gibt es doch unter dem Dienstsitz eine versteckte Geheimdienstzentrale des MI.

Überrumpelt weiß Laschet nicht, ob er nicht den Geheimdienst, der auch dem Parlament unbekannt ist, auffliegen zu lassen. Doch es geht einfach rund überlebt er doch in den ersten vierundzwanzig Stunden einen Anschlag. Und rasch fügt er sich in seinen Auftrag. Er fungiert als Türöffner für die Agenten an seiner Seite, allem voran der jungen Topagentin 12, die die Welt vor der Auslöschung bewahren soll.

Wie man anhand der Gestaltung des Covers leicht feststellen kann, handelt es sich um ein Buch von David Safier, der schon eine Reihe um Angela Merkel als Ermittlerin verfasst hat.

Die Romanfigur Armin Laschet erscheint gemütliche Frohnatur, die teilweise etwas tollpatschig durch die Geschichte gleitet. Wie kommt man sonst fast zu einer Affäre mit dem Popstar Madonna. Umgeben von Agenten des geheimsten Geheimdienstes, bildet er also etwas den Gegensatz. Er ermittelt nicht im James Bond Manier sondern gemessen seiner Art – ruhig und gemütlich.

Der Stil ist humorvoll und leicht, typisch für Safier. Es gibt diverse Spitzen gegen Politiker der ganzen Welt und auch etwas gegen den Typus eines Geheimagenten. Es ist eben ein humorvoller Agentenroman, der aber auch bewusst überzeichnet bzw. abstrus ist.

Eine ideale leichte, humorvolle Sommerlektüre mit etwas Politikbezug.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
kurzweilige, humorvolle Sommerlektüre mit Agenten und Politikbezug
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Mord und Beklemmung am Aussteigerhof

Home Story von Cleo Konrad

Am Steingruberhof versucht eine abgeschottete und eingeschworene Gemeinschaft den Hof möglichst als Selbstversorgerhof zu betreiben. An einem heißen Tag im Sommer wird die Leiche einer Journalistin gefunden, die die Bewohner des Hofes am Vortag bedrängt hat. Rasch fällt der Verdacht auf die abgeschottet lebenden Bewohner.

Eva, eine junge Anwältin aus München kommt zur Hilfe. Das Besondere: sie ist die Tochter von Wilma, der Inhaberin des Steingruberhofs und sie hat diesen vor dreizehn Jahren verlassen und den Kontakt abgebrochen. Doch auch für sie ist es nicht einfach in diese Gemeinschaft einzutauchen. Die Skepsis ihr gegenüber ist groß und sie stößt auf viel Schweigen und auf viele Geheimnisse.

Den Einstieg in das Buch fand ich nicht einfach, ist man doch mit einer großen Anzahl an Personen konfrontiert. Verschiedene Namen, Verwandtschaftsverhältnisse und Vergangenheiten. Ohne das Personenregister und dem Plan vom Hof hätte ich wohl rasch aufgegeben.

Man verfolgt die Geschichte aus wechselnden Perspektiven der Bewohner und auch der Anwältin Eva. Teilweise kommen auch Kapitel in kursiver Schrift hinzu, wobei die Einordnung für den Leser zu Beginn unklar ist – zu welchem Zeitpunkt und welche Person gibt sie wieder. Der Vorteil des Perspektivenwechsels als Erzählinstrument ist definitiv, dass man unterschiedliche Blickwinkel und Gedankenwelten einfangen kann. Teilweise streckte die Form die Erzählung jedoch einfach, wodurch es vor allem in der ersten Hälfte zu einigen Längen kam.

Eva fand ich als Ermittlerin durchwegs passend, kommt sie doch von außen in die Gemeinschaft und hat aber dennoch durch ihre Vergangenheit Bezug zu ihr. Rasch ist sie nicht nur Anwältin, sondern ermittelt auch wirklich, auch wenn sie sich damit so manche Anordnung ihrer Chefin sowie manches Gesetz außer Acht lässt. Man merkt konstant den Konflikt zwischen ihr und ihrer Mutter und ihren eigenen Zwiespalt – ist sie nun Teil der Gemeinschaft oder nicht.

Die Spannung des Romanes ergibt sich vor allem aus der Tatsache, dass sich alles an einem recht abgeschlossenen Ort passiert und man grundsätzlich neben dem Mörder wohnt. Die bedrückende Stimmung der Enge war für mich omnipräsent. Die Dynamik innerhalb der Gruppe trägt die Spannung des Romans und Düsternis des Romans. Vor allem die Spannung und Wendungen in der zweiten Hälfte haben mich gepackt.

Ein durchwegs düsterer und spannungsgeladener Roman durch die psychologische Komponente. Jedoch bleibt Tödlicher Podcast mein Favorit dieser Autorin.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
Mord und Beklemmung am Aussteigerhof
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Cozy-Crime in der Miniaturstadt

Klein aber tot von Jo Fischler

Johannes Jojo Wunder ist Kriminaloberkommissar in der doch beschaulichen Kleinstadt Knuffingen. Doch irgendwie läuft es gerade etwas unrund. Seine Mutter, Restaurantbesitzerin, erhält eine doch eher vernichtende Kritik vom Journalisten Friedrich Frank. Die meisten Kollegen der Dienststelle sind auf Urlaub oder Fortbildung und den neuen Chef hat er noch nicht kennengelernt.

Und gerade jetzt wird der große Kritiker Friedrich Frank ermordet aufgefunden – zu allem Überfluss werden am Auffinde Ort verschiedene Dinge gefunden, die auf seine vernichtenden Kritiken hindeuten. Unter anderem eben auch auf Johannes Mutter und Liora Märklin, Blumenhändlerin und Jojos Schwarm.

Die Idee des Romans fand ich faszinierend, denn der Roman spielt in der fiktiven Stadt Knuffingen die sich in der Miniatur Wunderwelt, einer Touristenattraktion befindet. Schon die Covergestaltung macht dies klar – sind doch Miniaturszenen hier festgehalten. Über weite Teile wird die Geschichte hier, wie ein normaler Krimi erzählt, doch als Leser ist man sich des besonderen Settings natürlich bewusst und ab und an haben auch die Figuren so ihre Momente, in denen sie denken überwacht zu werden.

Die Charaktere sind teilweise doch etwas kauzig und greifen so manche Stereotypen einer Kleinstadt auf. Jedoch wachsen sie einen sehr ans Herz. Man darf sich auf eine Portion Humor und viel Situationskomik freuen – und ich denke so manche Eigenart, wie der immer abwesende Chef könnten vielleicht auch noch bei den Folgebänden auftreten.

Der Schreibstil ist flüssig und grundsätzlich kommt man ohne Längen durch den Roman. So manche Wendung war für mich allerdings absehbar. Dennoch würde ich das Buch als soliden Cozy-Crime bezeichnen. Vor allem Kenner der Miniaturwelt haben sicher besondere Freude damit Knuffingen hier literarisch verarbeitet zu sehen.

Ein sympathisches Cozy-Crime für zwischendurch. Ich freue mich schon auf Fortsetzungen und nehme mir definitiv auch vor das echte Knuffingen zu besuchen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
Cozy-Crime in der Miniaturstadt
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

spannende Kunst, Mord, Hochzeit und der Abschluss einer Serie

Lavendel-Jagd von Carine Bernard

In Carpentras in der Provence herrscht der übliche Trubel auf dem Wochenmarkt. Einem Touristen und gleichzeitig Teilnehmer des aktuellen Street-Art-Festivals wird das Portemonnaie gestohlen. Zum Erstaunen aller wird dieses Portemonnaie schließlich bei einer Leiche im Park gefunden – doch dieser starb laut Gerichtsmedizin, bevor die Geldbörse überhaupt gestohlen wurde.

Die weiter Besonderheit – auch der Tote war Teilnehmer der Kunstveranstaltung. Die junge Kommissarin Lilou Braque taucht in die Kunstwelt ein und ist gleichzeitig sehr gefordert, findet doch ihre Hochzeit in wenigen Tagen statt.

Eines vorneweg: Auch wenn dies nun schon der achte Band und leider auch der Serie ist, ist der Einstieg definitiv auch ohne Vorkenntnisse gut möglich. Man bekommt zwar doch eine gewisse Anzahl an Personen präsentiert – etliche aus dem Polizei- und Ermittlungsreihen, jedoch werden sie mit ausreichend Hintergrund präsentiert.

Der Fall gestaltet sich etwas kurios, wird jedoch durch die Polizei gründlich aufgearbeitet. Man darf mit mehr als einer Wendung rechnen, darunter einige rasante. Lilou erscheint als gewissenhafte Ermittlerin, lässt sie sich doch nicht einmal von ihrer bevorstehenden Hochzeit von ausgefüllten Arbeitstagen abbringen. Für mich als Einsteigerin in die Serie, war es etwas wunderlich, wie wenig Lilou sich von ihrer Hochzeit stressen lässt. Allerdings ist es wohl einfach schwierig zwei wichtige Sachen unter einen Hut zu bringen, denn ein Tag hat nur vierundzwanzig Stunden und Lilou eine gewissenhafte Ermittlerin.

Der Schreibstil der Autorin ist flüssig und leicht, und ebenso leicht verliert man sich im Geiste auf dem Wochenmarkt des Ortes. Nicht zu kurz kommen auch die Beschreibungen lukullischer Genüsse.

Ich habe den Fall und den Abstecher in die Provence definitiv genossen und werde sicher die Vorgängerbände auch noch nachholen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
spannende Kunst, Mord, Hochzeit und der Abschluss einer Serie
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Hören und Suchen- eine gute Einstimmung auf den Urlaub

Hör mal (Soundbuch): Wimmelbuch: Wir machen Urlaub von Enni Bollin

Wer die Serie Hör Mal Wimmelbücher schon kennt, kann sich sicher vorstellen, was einem im Thema wir machen Urlaub erwartet., reiht es sich doch vom Prinzip nahtlos in Reihe der anderen Themen wie Zoo, in der Stadt, Bauernhof ein.

In bekannter Manier werden auf den vierzehn Seiten sechs verschiedene Urlaubsszenen präsentiert.

Pro Doppelseite hat man so eine buntgestaltete Wimmelbuchseite wie z.B. ein Tag am Strand. Ein Teil der Seite enthält einen kurzen Text zum Vorlesen und der auch Hinweise gibt, was denn gesucht wird. Weiters werden auch noch Bildausschnitte gezeigt, die man sucht. Außerdem gibt es zu jeder Szene auch eine Tonausgabe, die einen weiter Dinge suchen lässt.

Die Gestaltung ist altersgerecht – bunt, aber nicht zu überladen, wobei dies sicher auch auf das Kind ankommt und den Entwicklungsschritt. Aber man entdeckt leicht immer wieder neues, verirrt sich dennoch nicht zu sehr im Bild.

Das Buch selbst kann man mit einem USB-C Stecker laden, und es ist auch mit einem Schalter ausgestattet – auch um vielleicht mal nur zu schauen.
Die Tonwiedergabe funktioniert problemlos und die Tondateien sind passend- Möwenkreischen, eine Unterhaltung, Kuhglocken – und immer wird der Verursacher gesucht. Pro Seite wird dabei die ganze Sounddatei wiedergegeben, also eine kleine Reihe von Geräuschen passend zur Szenerie.
Auch das Format ist für Kinderhände praktisch gewählt und stabil.

Für uns war es eine schöne Einstimmung auf den Urlaub und erlaubt auch etwas Selbstbeschäftigung.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
Hören und Suchen- eine gute Einstimmung auf den Urlaub
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Licht und Schatten - und das Flirren eines Sommers

The Artist von Lucy Steeds

In der Provence im Sommer 1920: Joseph Adelaide, Journalist bei einem kleinen Kunstmagazin, erhält die Chance seines Lebens. Edouard Tartuffe, legendärer Maler, lädt ihn zu sich auf den Bauernhof ein, auf den er sich zurückgezogen hat, ein. Doch es sollte nicht einfach werden, ein Interview zu bekommen.

Joseph wird vom Maler als Model engagiert und lebt fortan zusammen mit dem exzentrischen Künstler und seiner ruhigen Nichte Ettie. Ettie scheint ein Rätsel für sich zu sein, hält sie sich doch ruhig im Hintergrund und ist als Haushälterin und Assistentin wichtig für die Entstehung all der Kunstwerke. Schrittweise erlangt Joseph immer mehr Zutritt zur Gedankenwelt von Ettie.

Der Roman beginnt, indem man Joseph auf seiner Reise zur abgelegenen Künstlerunterkunft folgt und schon in den ersten Seiten merkt man eine gewisse Grundstimmung des Romans – lange heiße, ja eher brütende Tage des Sommers in der Provence, ein Gefühl, das für mich allgegenwertig war.

Die Erzählperspektive wechselt kapitelweise zwischen Joseph und Ettie und umfasst neben dem Alltagsleben und den Malsessions auch Gedanken und Rückblicke der jeweiligen Personen. Beide tragen ihr eigenes Päckchen und man erlebt als Leser so manchen herzzerreißenden Rückblick. Schrittweise setzen sich so die Biografien der Figuren zusammen, wie auch die Bewohner des Hauses sich immer mehr aneinander gewöhnen.

Der Roman transportiert gut das Gefühl des Sommers in der Provence und die Exzentrik der Künstler, da die Beschreibung einfach bildhaft, atmosphärisch und ausdrucksstark ist. Doch es geht nicht nur darum, wie der Leser bald merkt. Taucht man doch vor allem in Rückblicken in verstörende und herzzerreißende Szenen ein, die das Leben aller Beteiligten bis zur Erzählebene prägen. Es waren damals andere Zeiten, der erste Weltkrieg gerade erst vorbei und die Wahrnehmung speziell von Frauen eine andere. Und bald erkennt man die weitere Botschaft des Buches – es ist möglich sich aus der Dunkelheit zu befreien und ins Licht zu treten, egal wie unwahrscheinlich es einem erscheinen mag.

Ein Roman der auf Grund der Aufmachung gerne als Sommerroman für Kunstinteressierte gesehen werden kann, aber eben auch eine viel tiefere Botschaft vermittelt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
Licht und Schatten - und das Flirren eines Sommers
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

moderner Cyberterrorismus - man vertraut auf KI

Code Null. Dieses Spiel kennt keine Regeln von Florian Schwiecker

Berlin, an einem Sonntag um 16:05 und für einen kurzen Moment fallen flächendeckend die Navigationssysteme aus. Der Hintergrund – Cyberterroristen aus der Gruppe Time Out haben Kontrolle über die Galileo-Satelliten übernommen und erpressen die EU – natürlich mit möglichen drastischen Folgen.

Der Angriff ist massiv, so dass er auf bisher klassischem Weg wohl nicht abgewehrt werden kann – man möchte die KI bemühen. Dafür engagiert man die junge Hackerin Charlie mit ihrer selbst programmierten KI KIM. Doch welche Risiken tun sich damit auf für Charlie selbst und durch ihre KI KIM.

Ein definitiv spannender und moderner Ansatz, den ich so noch nicht kannte. Verknüpft werden die neuen technischen Möglichkeiten durch KI mit Elementen eines Politthrillers. Definitiv spannend und neu, und wahrscheinlich nicht so futuristisch wie man als Laie vielleicht denkt.
Der Schreibstil des Autors ist leicht und man kommt flüssig durch das Buch. Man spürt die beklemmende Stimmung der Situation. Unterstützt werden der Lesefluss und die Spannung durch kurze Kapitel aus Sicht der Behörden und der Erpresser – man ist mitten im Strudel der Erpressung und der Jagd.

Die technischen Hintergründe erscheinen mir als Laien, so weit ich das beurteilen kann, als schlüssig und gut recherchiert. Das ergibt sich natürlich aus dem beruflichen Hintergrund des Autors. Trotz der vielen Begriffe war es für mich verständlich und mir wurde umso klarer wie sehr man sowohl Nutzen als auch Gefahren bzw. generell Einsatzmöglichkeiten der KI unterschätzt. Jedoch lassen sich kleine Längen im Text durch die technischen Erklärungen auf Kosten der Spannung nicht wegdiskutieren – in meinen Augen jedoch in einem vertretbaren Maß.

Besonders ins Herz geschlossen habe ich Charlie, die neurodivergente Hackerin, die sich in der eher Männer dominierten Techbranche gut durchsetzen kann. Mutig und dennoch ruhig schreckt sie nicht davor zurück, sich auch selbst in Gefahr zu bringen und ab und an die Regeln zu brechen, selbst wenn sie neu in ihrem Job bei der Spezialeinheit für Cybersecurity ist.
Gespannt bin ich wie es mit der Serie weiter geht, denn rein aus dem Titel darf man nur mit Charlie und KIM fix rechnen. Wie wird es mit den Charakteren drum herum weitergehen. Nachdem sich Charlie und der Ermittler Lukas Philips einem Ermittler der CSA5 nach anfänglichen Schwierigkeiten gut zusammenarbeiten, würde ich hoffen auch ihm wieder zu begegnen.

Alles in allem kann ich den Thriller definitiv empfehlen, speziell wenn man gerne etwas mit einem modernen technischen Ansatz lesen möchte und dabei bietet sich die KI derzeit einfach an.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
moderner Cyberterrorismus - man vertraut auf KI
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

toskanischer Cozy-Crime mit einer ganzen Schar an Verdächtigen

Vino, Mord und Bella Italia! Folge 9: Der letzte Ausritt von Christian Homma; Elisabeth Frank

Der Reiterhof von Fontenaia wird endlich von der Spanierin Carmen Casals neu übernommen. Die Pläne sind groß, doch das Vorhaben ist teuer und damit die Herausforderung groß. Eines Tages kommt das Pferd Maestro allein zum Stall zurück, seinen Besitzer Lorenzo Riverto findet man schließlich tot auf einem Reitweg im Wald.

Doch es ist mehr als ein tragischer Unfall – der Geschäftsmann wurde ermordet. Die einzige Spur eine Schnur die gespannt wurde. Der Kreis der Verdächtigen ist groß, und Anna schlägt vor ihren Freund Malte als Undercover Ermittler auf den Hof einzuschleusen.

Ein Roman der sich perfekt in die Reihe Vino, Mord und Bella Italia einreiht. Für Kenner der Reihe sei gesagt, dass man bekannte Gesichter wieder trifft, und es fühlt sich auch wieder an wie nach Hause zu kommen, zu alten Bekannten. Doch auch so manche Charaktere, die man bisher eher aus Anekdoten kennt, lernt man näher kennen wie Annas besten Freund Malte und Tameos Onkel Cristiano.

Für Neulinge: Wie man durch das Cover ja schon vermuten kann, handelt es sich um eine Cozy-Crime Reihe die in einem fiktiven Ort in der Toskana spielt. Man begegnet einer illustren Schar an Dorfbewohnern und Polizeikollegen, die man rasch ins Herz schließt. Die Kriminalermittlungen, bei denen Polizeireporterin Anna gerne mitmischt, wechseln sich mit Anekdoten aus dem Privatleben der Charaktere ab. Zum Drüberstreuen gibt es dann noch atmosphärische Landschaftsbeschreibungen, kulinarische Köstlichkeiten und etwas Fernweh. Und keine Sorge, auch ein Einstieg bei diesem Band ist möglich.


Ich freue mich jetzt schon sehr auf den nächsten Band, um mehr vom illustren Ort Fontenaia zu erfahren und eine kleine Auszeit vom Alltag zu genießen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
toskanischer Cozy-Crime mit einer ganzen Schar an Verdächtigen
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Ein typischer Marc Raabe

Im Morgengrauen (Art Mayer-Serie 4) von Marc Raabe

Spannung um den deutschen Kanzler Henrik Westphal. Eine junge Frau – KessyX und Mitarbeiterin in einem Burgerladen- veröffentlicht im Netz Videos, in denen sie von ihrer Affäre mit dem Bundeskanzler spricht. Über mehrere Wochen erscheinen Videos zu dem Thema – KessyX immer unkenntlich nur durch ein Tattoo am Unterarm identifizierbar.

Was steckt dahinter. Schließlich verschwindet der Bundeskanzler spurlos. Rasch beginnt die Suche nach ihm durch mehrere Dienststellen. Die Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski werden zu einer entstellten Leiche tief im U-Bahn-Tunnel gerufen. Es stellt sich die Frage, ob es die junge Frau aus den Videos ist. Welche Rolle spielen andere Bekannte des Kanzlers und wie geht Art Mayer damit um, dass auch die Rolle Julis, der Frau des Kanzlers und seine Jugendliebe, fraglich ist.

Eines vorneweg, dies ist der vierte Band um den Ermittler Art Mayer und man trifft viele Personen aus den vorherigen Bänden wieder. Ich kannte die Vorgängerbände, wodurch der Einstieg leicht viel und der Hintergrund und Beziehungen so mancher Figuren leicht nachvollziehbar war.

Man folgt der Erzählung auf zwei Ebenen und aus verschiedenen Perspektiven. Einer regulären Zeitebene in der Gegenwart und wo man vor allem den Ermittlern folgt. Regelmäßig sind Rückblicke eingestreut, in der Kapitelüberschrift passenderweise mit einer Zeitangabe versehen, um die zeitliche Einordnung zu erleichtern. Man liest so quasi wie bei einem Countdown mit – der Beginn 42 Tage vor Tag Null. Scheibchenweise bekommt der Leser dabei die wahre Geschichte präsentiert.

Der Schreibstil ist typisch Marc Raabe – flüssig, modern, umgangssprachlich, mitreißend. Man kann der Geschichte leicht folgen und bekommt jede Szene sehr bildlich präsentiert, das Kopfkino läuft auf Hochtouren. Man bekommt eine Mischung aus Politik- und Spionagethriller präsentiert – in sehr modernem Setting und dennoch kommt die private Komponente um die Ermittler nicht zu kurz. Charaktere aus den vergangenen Bänden werden wieder präsentiert, offene Fragen geklärt. Für Ermittler Art Mayer ist vor allem die Geschichte mit Juli, der Frau des Kanzlers fordernd. Definitiv ein zu der Serie passender Band, den ich nicht missen möchte, klärt er doch so manches offenen Fragen aus den Vorgängerbänden auf.

Für Neulinge der Serie – die Bücher sind wirklich lesenswert, die Geschichte gut aufgebaut, Schilderungen erzeugen sofort ein entsprechendes Bild im Kopf. Jedoch würde ich zum besseren Verständnis raten, mit Band eins zu beginnen – es zahlt sich aus!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
Ein typischer Marc Raabe
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Ermittlungen in der Grenzregion - mit Herausforderungen

Strandopfer von Frank Goldammer

Am Strand an der polnischen Ostseeküste bei8 Swinemünde wird ein deutscher Tourist tot aufgefunden – das besondere in seinem Rachen steckt ein großer Bernstein. Ermittlerin Lena Schuldt aus Berlin wird nach Polen geschickt um dort gemeinsam mit ihrem polnischen Kollegen Adam Krawczyk zu ermitteln, auch da nicht gänzlich klar ist, ob es nicht auch politische Verstrickungen gibt – ist doch ein Mitreisender in einem Ministerium angestellt.

Doch rasch bekommt der Fall noch größere Züge, ist doch die zehnjährige Luise verschwunden, seit sie vermutlich mit dem Toten zum Schwimmen aufbrach. Fieberhaft sucht die gesamte Region nach dem Kind und es taucht auch eine zweite Leiche auf, die ebenfalls einen Bernstein im Mund trägt.

Dieser Band ist der Auftakt einer neuen Krimireihe, die im deutsch-polnischen Grenzgebiet spielt, etwas das ich so noch nicht kannte. Rasch merkt man auch, dass die Ermittlungen nicht einfach sind. Einerseits scheinen die deutsche und polnische Polizei, etwas anders zu arbeiten, was Befehlsstrukturen betrifft. Auch spielen immer wieder Vorurteile in die Teamarbeit hinein.

Beide Ermittler sind jeweils doch eher getriebene Charaktere. Lena, die bei ihrem alkoholkranken Vater und danach bei dessen Eltern aufwuchs auf der deutschen Seite der Region, trägt die Erinnerungen an ein schreckliches Ereignis in ihrer Vergangenheit mit sich. Auch tiefer liegende Erinnerungen, die sie dachte mit ihrer Flucht nach Berlin hinter sich gelassen zu haben, brechen wieder auf, als sie sich in der polnisch-deutschen Grenzregion aufhält. Reaktionen und Gefühle, die für mich sehr nachvollziehbar sind und schrittweise im Zuge der Ermittlungen aufpoppen. Auch Adam scheint sein Päckchen zu tragen, bleibt während dem Großteil der Geschichte allerdings eher verschlossen, für Lena und den Leser – seine Geschichte erfährt man hauptsächlich durch Kollegen.

Der Fall selbst weist viele Wendungen und Höhepunkte auf, die Ermittlung selbst ziehen sich teilweise etwas. Wohl durchwegs so wie es bei echter Ermittlungsarbeit ist. Erzähltechnisch ist es wohl einerseits der Tatsache geschuldet, dass stückweise die Biografie der Ermittler eingebaut wird, andererseits ergibt sich das wahrscheinlich auch aus der Tatsache, dass man bei den Ermittlungen vor allem Lena folgt und diese kein polnisch spricht und in Polen auch nicht selbst agieren kann. Sie ist auf Adam angewiesen und er erhält Anordnungen von weiter oben, ist also weniger frei in der Handlung. Persönliche und kulturelle Konflikte werden thematisiert und verlangsamen damit die Geschichte etwas.

Der Ansatz ist spannend, eben weil neben einem Kriminalfall so viel an Konflikten und Klischees aufgegriffen wird, etwas das anscheinend noch immer ein präsentes Thema in der Region ist. Spannend ist auch zu sehen, wie die Biografien zweier Personen an unterschiedlichen Seiten der Grenze verlaufen sind und welche Schicksalsschläge sie geprägt haben.

Ich werde damit definitiv auch den nächsten Band der Reihe lesen, schon allein um herauszufinden, wie sich die Dynamik des Ermittlerduos entwickelt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
Ermittlungen in der Grenzregion - mit Herausforderungen