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Rezensionen von verhei:

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Ein bisschen wie Leute beobachten im Cafe?

FIVE - Das Ticken der Zeit von Ilona Bannister

Ein Bahnsteig in einem Londoner Vorort am Morgen eines Werktages. Mehrere Personen warten auf einen einfahrenden Zug. Emma, Mutter des unbändigbaren Gideon, die mit der Mutterrolle hadert. Geschäftsmann Liam, am Weg zu einem Investorentermin, der mit Emma in Streit gerät. Mrs. Worth auf den Weg zum Begräbnis ihrer verhassten Schwiegertochter.

Der junge Sonny, der Spielschulden hat. Und der Leser weiß nur eines – in fünf Minuten wird jemand sterben.

Der Klappentext lässt eine spannende Idee vermuten und auch die Erzählweise ist anders. Der Erzähler spricht den Leser direkt an, anstatt die Figuren selbst erzählen zu lassen. Wie ein Direktor orchestriert er die Beobachtungen, stellt leichte Ausblicke in die Zukunft und die Verbindungen der Personen an. Der Einstieg in das Buch erfolgt mit der Echtzeitbetrachtung des Bahnsteigs um 7:01, dem folgen weitere. Unterbrochen wird der Rhythmus durch einzelne Kapitel zu den jeweiligen Personen am Bahnsteig – Emma, Liam, Mrs. Worth, Sonny und Gideon. Jeweils mit einem Rückblick, um die Personen besser zu verstehen.

Man wird vom allwissenden Erzähler regelrecht durch das die Geschichte geführt und jede Beobachtung von ihm erklärt. Der Ton etwas spöttisch und ohne Mitleid. Er legt dem Leser eine Interpretation und Vermutung vor und erhöht die Spannung dadurch, dass er ihm gleichzeitig vor Augen führt, wo auf der Zeitachse die Geschichte sich derzeit befindet. Gegen Ende des Buches wird diese Erzählweise allerdings sehr eigen.

Gelungen ist die Sprache: Typischer trockener britischer Humor kommt nicht zu kurz. Die Kapitel über die einzelnen Personen, sind teils aus Sicht dieser geschildert und erlauben im Gegenzug die Person unvoreingenommener zu sehen und besser zu verstehen. Für den Spannungsbogen war dieser konstante Wechsel zwischen Bahnhofsszenen und Personenkapiteln allerdings etwas abträglich.

Zu Beginn kommt einem kaum ein Charakter sympathisch vor, alle tragen etwas unsympathische Züge – Narzissmus, Spielsucht, Hass auf Verwandte. Doch man taucht durch die Rückblenden tiefer in deren Schicksal ein und gewinnt so manch einen auch lieb.

Definitiv eine spannende Idee mit einem interessanten Erzählstil, den ich so noch nicht kannte.

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Ein bisschen wie Leute beobachten im Cafe?
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Freundschaft, Geldprobleme und andere Herausforderungen

Mädchen allein zu zweit von Daniela Dröscher

Issa und Grace sind schon lange Freundinnen und besuchen gemeinsam das Gymnasium eines Internats, das hauptsächlich Rich Kids besuchen. Welten prallen aufeinander, haben es doch beide Familien nicht recht üppig. Issa wächst mit einer Alleinerziehenden Mutter auf, die jeden Euro doppelt umdreht und einer Schwester Livvie, die nicht mehr spricht.

Nun wurde ein Betrag für die Schule nicht beglichen und die Bezahlung durch den Sozialfonds der Schule steht in Frage. Doch auch Grace hat derzeit Probleme – neue, medizinische. Sie kämpft mit Brüsten, die über den Sommer deutlich gewachsen sind und Schmerzen erzeugen. Die Lösung aller Probleme scheint Geld zu sein, doch wie kommt man dazu?

Das Buch greift viele Themen auf, die für Jugendliche relevant sind, aber eben nicht nur für Jugendliche: Freundschaft, Geld, Erwachsenwerden, soziale Unterschiede, Körperbild, Kapitalismus und ja auch etwas Feminismus.

Allen voran Freundschaft, die die beiden doch eher unterschiedlichen Hauptcharaktere Issa und Grace schon lange verbindet. Während Issa eher etwas ruhiger und bodenständiger zu sein scheint, scheint Grace unerschrockener, mutiger zu sein. Man erkennt einmal mehr wie wichtig es ist Freunde allgemein Unterstützung auch im selben Alter zu haben. Mädchen allein zu zweit eben. Egal mit welcher Herausforderung sich die jeweilige gerade konfrontiert sieht.

Ein weiteres großes Thema, wie schnell ersichtlich ist, ist Geld bzw. allgemein Kapitalismuskritik. Das Spannungsfeld zwischen den reichen, privilegierten Internatsschülern und den ärmeren Schülern des Ortes ist klar sichtbar. Und umso markanter wird das Thema, als Geld für die ausstehenden Kosten an der Schule und aber auch für Graces Operation gesucht wird. Schafft man es rein durch Arbeit genug aufzutreiben. Welche Schritte darf man dafür setzen. Was ist vertretbar – gesellschaftlich und moralisch.

Der Erzählstil ist flott, ansprechend und man folgt hauptsächlich Issa. Interessant waren die Einwürfe aus Graces ABC des Geldes und das Tagebuch von Livvie, die den Blickwinkel erweiterten. Beide Hauptcharaktere fand ich nahbar und authentisch mit all ihren Sorgen. Man fühlt sich manchmal ohnmächtig, wenn alles über einen einbricht, selbst als Erwachsener. Wie frustrierend ist es dann erst recht als Jugendlicher mit begrenzten Mittlen. Allein die Herangehensweise an die Brustverkleinerung fand ich etwas eigen, aber welche anderen Möglichkeiten hätte es schon gegeben. Ich hätte mir gegen Ende gerne auch ein paar Seiten mehr zum Ausklang gewünscht, auch wenn die großen Fragen auch so geklärt wurden.

Ich habe sowohl das Hörbuch mit dem Buch ergänzt und kann beides herzlich empfehlen. Der Roman ist eben sprachlich modern, klar und auch einfühlsam. Dennoch fehlt nicht der Witz. Die Stimme der Hörbuchleserin ist angenehm und auch passend jugendlich.

Definitiv empfehlenswert für die Altersgruppe, aber auch abseits davon.

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Freundschaft, Geldprobleme und andere Herausforderungen
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Ein gesamter Ort hat Geheimnisse

Septembermord von Chris Chibnall

Fleetcombe, ein kleiner, ja schon idyllischer Ort nahe der Küste Englands erlebt sein erstes Gewaltverbrechen seit langer Zeit. Eine Leiche wird mitten auf der Bundesstraße gefunden, doch dem nicht genug die Inszenierung ist sonderbar: Nackt und mit einem Plastiksack eingehüllt, auf einem Stuhl sitzend und ein Hirschgeweih am Kopf fixiert.

Wie zu vermuten eine wahre Herausforderung, ist die polizeiliche Ausstattung doch auf ruhiges Landleben ausgerichtet. Nicola Bridge, eine Einheimische, die nach Jahren in Liverpool in die ruhige Heimat zurückkehrt, ist ebenso gefordert wie das neue Team um sie. Die Dorfgemeinschaft scheint ihre eigenen Geheimnisse zu haben, jeder scheint etwas zu verbergen und nur die halbe Wahrheit mit der Polizei zu teilen.

Das Tempo der Geschichte ist zu Beginn doch sehr rasant, denn die Leiche wird rasch gefunden und die Auffindesituation ist durchwegs bizarr. Während man zu Beginn noch denkt, dass die eher knappen Ressourcen und das doch unerfahrene Team – Nicole Bridge ausgenommen- die großen Herausforderungen sein werden, erkennt man als Leser doch bald, dass vor allem die Geheimnisse, die die Dorfgemeinschaft und jeder einzelne zu verbergen versucht, der wahre Hemmschuh sein werden. Das Tempo nimmt damit auch immer wieder ab. Für mich allerdings vertretbar und eben realistisch auf Grund der Hindernisse. Man erfährt dadurch einfach realistischer die teilweise etwas langatmigere Ermittlungsarbeit.

Der Plot und die Charaktere der Geschichte funktioniert für diesen Krimi, aber eben auch als Auftakt einer Reihe. Das Team muss sich erst finden und ist doch etwas gegensätzlich. Nicola Bridge, polizeilich erfahren, die es auch um ihr Privatleben willen in Zukunft gerne etwas ruhiger hätte. DC Harry Ward, Westlife genannt, Quereinsteiger bei der Polizei, der es in Zukunft gerne etwas turbulenter hätte, sehr eifrig ist aber ohne Erfahrung. Dann noch den eher mürrischen DC Mel Hardiman der vor allem an Datenanalyse im Innendienst interessiert ist. Ein spannendes Ermittlungsteam, dass sich finden muss.
Doch auch die Dorfbewohner sind spannende und etwas kauzige Charaktere. Farmer Deakins der mit allem und jedem im Kampf zu sein scheint – Nachbarn, Touristen und auch seiner familiären Geschichte. Ein Mädchen Shannon, dass den Tag lieber am Spielplatz versteckt verbringt, da es sich vor seinem Zuhause fürchtet. Der alternde Paketbote Eddie, der mit seinem Beruf hadert und der nichtbinäre Friseur Frankie, der wie alle anderen auch etwas zu verbergen scheint.

Für mich war es ein gut gelungener Krimi im britischen Setting, eine klassische Polizeiermittlung. An so mancher Stelle fühlte ich mich auch an die Serie Broadchurch des Autors erinnert, vor allem durch das Setting in einem kleinen südenglischen Ort mit allen Geheimnissen.
Definitiv lesenswert – ich freue mich schon auf das nächste Buch der Serie.

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Ein gesamter Ort hat Geheimnisse
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Spannung. Misstrauen. Einbildung oder Realität.

Die Nachbarin. Lass sie nicht in dein Haus. von Nova Winter

Smilla und Jonas sind nach turbulenten Jahren neu in die Gegend am Schwarzwald gezogen. Bei einer Joggingrunde zum nahegelegenen See, rettet sie einen kleinen Jungen namens Moritz knapp vor dem Ertrinken. Die Mutter des Jungens reagiert seltsamerweise eher aggressiv als erleichtert und verschwindet rasch mit ihm.

Und sie hat das eigenartige Gefühl ihrem eigenen Kind begegnet zu sein, dabei war sich doch nie schwanger. Doch bald sieht man sich wieder – sie ist die Nachbarin, Lou. Und während Lou eher kalt und abweisend ist, ist ihr Mann Quentin sehr offen und dankbar. Doch ein gemeinsames Abendessen verläuft seltsam und auch in der neuen Anstellung in Quentins Hotel kommt es zu eigenartigen Situationen. Überall scheinen Geheimnisse zu lauern.

Geschickt schafft es die Autorin durch flüssigen Schreibstil, etliche Perspektivenwechsel und eher kurz gehaltene Kapitel rasch Spannung und Verwirrung zu erzeugen. Man taucht in die Gedankenwelt von Smilla und ihrem Mann Jonas, aber auch in die der Nachbarn Lou und Quentin ein. Glaubt man zu Beginn vor allem Smilla vertrauen zu können und sie zu mögen, ist man sich auch hier im Zuge der Erzählung nicht mehr allzu sicher. Manches scheint Illusion und Täuschung gewesen zu sein. Dadurch ist es als Leser nicht einfach dem Rätsel auf die Spur zu kommen.

Die Geschichte ist gut konstruiert, viel Spannung ergibt sich auf Grund der Vorbehalte und Zweifel, die gehegt werden. Eben eher ein Psychothriller. Gegen Ende geht es dann allerdings auch eher Schlag auf Schlag, was wirkliche Aktion betrifft. Auch ein länger gehütetes Geheimnis wird aufgelöst. Hier hätten wohl ein paar Absetze Text mehr nicht geschadet, das Verständnis war allerdings auch so da.

Die Figuren agieren für ihren Charakter authentisch, vor allem wenn man ihre Vergangenheit im Blick hat. Als Leser ist man sich aber nicht sicher wen man trauen und mögen sollte, gibt es doch auch so manche Manipulation. Scheint zu Beginn vor allem Lou abwesend und eigen, sind es zwischenzeitlich alle. Doch Sympathien können eben auch wechseln und Charaktere über sich hinauswachsen, wie man im Laufe der Geschichte erkennt.

Ein Psychothriller, den ich nicht recht aus der Hand legen konnte, da ich konstant am Rätseln war.

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Spannung. Misstrauen. Einbildung oder Realität.
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Mobbing und toxische Freundschaften im YA-Thriller

Perfect Little Monsters von Cindy R. X. He

Dawn Foster wechselt in der zwölften die Schule, von Kalifornien an eine High School in einer Kleinstadt in Wisconsin. Eigentlich möchte sie unbekannt bleiben, doch schon am ersten Tag begegnet sie einer Clique von Cheerleaderinnen, die perfekt zu sein scheinen aber auch gemein gegenüber ihrem Umfeld.

Um ihrer Mutter eine Freude zu machen, steigt sie dennoch ins Cheerleadingteam ein, um das fortzuführen, das sie auch in Kaliforniern schon betrieben hat. Immer mehr wird sie Teil der Gruppe – oder auch nicht, und schließlich wird nach einer Homeparty, Ella, die Teamleaderin tot aufgefunden. Welche Geheimnisse verbergen alle, inklusive dem charmanten Außenseiter Isaac.

Rasch ist man in der Geschichte drinnen – begleitet man doch Dawn schon am ersten Schultag und erkennt, wie ablehnend und gemein die Clique um Ella ist und wie manipulativ Ella ist.

Die Sprache ist modern, ohne Schnörkel, locker, rasch - eben Jugendsprache. Erzählt wird aus zwei Perspektiven, Dawn und Hannah. Dawn erlebt eben ihren Neuanfang an dieser unbekannten High School und sieht sich bald mit einem Mord konfrontiert. Da sie so einige Geheimnisse aufgeschnappt hat, beginnt sie mit eigenen Ermittlungen. Hannah, die zweite Erzählperspektive, die in die Vergangenheit blickt, bewirbt sich in der neunten parallel mit Ella um einen Platz im Team. Sie leidet sehr unter Mobbing und der hohen Erwartungshaltung ihrer Eltern.

Somit erkennt man schon bald mit welchen Themen man hier konfrontiert ist Mobbing, psychischen Krankheiten, Depression, Selbstmord – und so manches andere wie in der Triggerwarnung ersichtlich ist. Es gibt etliche Verdächtige, falsche Spuren und ich selbst habe lange gebraucht, um auf die Lösung zu kommen.

Charakterlich fand ich Dawn und Isaac sehr gelungen. Mit Hannah hatte ich viel Mitleid. Die Charaktere der Cheerleader fand ich im Gegensatz etwas klischeehaft und flach, doch ist dies wahrscheinlich auch dem Setting geschuldet. Wer die klassischen Highschool Filme der 1990er und 2000er kennt, wird sich hier rasch darin wiederfinden.

Für mich ein gut gelungener YA-Thriller, da er eben auch wichtige Themen nebenbei aufgreift.

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Mobbing und toxische Freundschaften im YA-Thriller
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Katze schreibt Tagebuch

Cats Tagebuch - Lass die Ratte aus dem Sack! von Franziska Höllbacher

Kater Knurbert hat es schon nicht einfach in seinem Katzenleben. Da stört so manches menschliches Verhalten, den ruhigen Katzenalltag. Und dann gibt es auch noch ein Biest, das in der Nachbarschaft sein Unwesen treibt und Mülltonnen, Autos mit Kratzspuren versieht. Bald kommt Knurbert in Verdacht und man droht sogar mit Tierheim.

Da kommt es gerade recht, dass sein Besitzerkind Franz ihn als Superheld gezeichnet hat. So kann man Bestien besiegen.

Das Buch ist schön gestaltet und richtet sich an Kinder ab 9 Jahren oder vielleicht generell Katzenliebhabern mit einer Portion Humor. Passend zum Stil eines Tagebuchs ist die Schrift gewählt und die Illustrationen, ja teilweise Kritzeleien tuen ihr übriges zum Gesamtbild.

Kater Knurbert transportiert schön die gängigen Ansichten über Katzen – sie haben das Sagen und immer Recht. Und eigentlich dulden sie Menschen ja nur als Angestellte. Man ist manchmal tollpatschig und zieht sich dann galant aus der Affäre, denn man hat ja Stolz. Und eigentlich ist eine Katze ja noch immer ein großer Tiger und verhält sich auch so.

Und was sagt das Kind selbst: Die Sprache im Buch war sehr lustig. Kater Knurbert und die Ratte Ratto waren toll. Gut passte aber auch die Schildkröte Ingrid und der Vogel Ralf dazu. Sie verhalten sich teilweise wie Menschen, aber eben mit tierischer Besonderheit. Ein bisschen wie tierisches Gregs Tagebuch.

Ich würde mir wünschen, dass es einen weiteren Band gibt.

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Katze schreibt Tagebuch
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Auszeit, neue Anfänge und ganz viel griechische Insel

Über der Brandung von Franziska Jebens

Eine Autorin verlässt nach Problemen im Privaten und beruflichen Umfeld nun spontan Berlin auf der Suche nach einer Auszeit. Es verschlägt sie auf eine kleine griechische Insel, Kefonisi. Eine wilde, wundervolle kleine Insel der Kykladen, mitten in der blauen Ägais, mit wundervoller Natur und auch netten Menschen.

Speziell Hera, naturverbundene und etwas unkonventionelle Cafebetreiberin, nimmt sich der Autorin an, die sie liebevoll Nea, die Neue, nennt. An ihrer Seite lernt sie so viel neues kennen – anderen Frauen, die sich regelmäßig treffen und vertrauen, das Wissen über Natur und Heilung, alte Traditionen. Langsam löst sich Nea von alten Problemen.

Die Protagonistin lässt alles hinter sich, taucht in ein neues Leben ein, zugegebenermaßen ungewöhnlich einfach und ohne Probleme, wie es für die meisten wohl nicht möglich wäre. Dabei lernt sie spannende Charaktere kennen, viele Frauen, die sich gegenseitig stärken und reflektieren. Die Themen Verbundenheit, speziell Sisterhood, Naturverbundenheit und Freundschaft spielen eine große Rolle. Weiblichkeit wird zelebriert, so manchem „Hexen“ritual wohnt man bei, ja es wird auch etwas esoterisch. Die Charaktere sind durchwegs liebevoll und positiv gestaltet, passend zur Atmosphäre des Buches, sie geben Hoffnung und Reflexion, ohne unter Druck zu setzten.

Der Schreibstil ist wie schon zu vermuten ist sehr bildhaft und atmosphärisch. Neben der Hauptgeschichte die Neas aktueller Zeit folgt, sind immer wieder Rückblicke in die Vergangenheit verschiedener Charaktere eingeworfen. Dadurch hat man gleich ein anderes Verständnis für den Charakter. Alles liest sich sehr flüssig.

Der Roman gibt einige Denkanstöße und Motivation für das eigene Leben, dass eine Änderung immer möglich ist und man eben frei ist so zu wählen. Auch, dass es wichtig ist authentisch zu sein und sich gegenseitig zu unterstützen. Grundsätzlich Dinge, die man wohl schon gehört oder gelesen hat, und damit nichts neues, allerdings doch schön dieses immer wieder vor Augen geführt zu bekommen. Mein einziger Kritikpunkt ist, dass alles etwas sehr glatt verläuft und für mich damit für die meisten Personen nicht realistisch ist. Aber gut es ist ja auch ein Roman zu Unterhaltungszwecken.

Ein Roman, der die Stimmung auf der kleinen Insel wundervoll einfängt. Man hat regelrecht das Gefühl von Meer, Sand und Salz auf der Haut. Spürt die Sonne, hört das Zirpen der Insekten und kann sich die gesamte Natur gut vorstellen. Ein Urlaubsroman, und doch etwas mehr.

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Familien- und Kleinstadtgeheimisse sorgen für Spannung

Tödliches Verderben von Karin Slaughter

Und wieder geht es rund in der amerikanischen Kleinstadt in Georgia. Sheriff Emily Clifton, die derzeit interimsmäßig den Sheriff-Posten ihres ermordeten Vaters ermordet innehat, ist nun mit der Bestattung ihrer demenzkranken Mutter beschäftigt. Sie wird zum Schauplatz eines Mordes gerufen. Die ehemalige Polizistin Allison Vickery wurde in ihrem eigenen Haus ermordet, ihre Tochter Mandy beim Angriff schwer verletzt.

Emily wird bei den Ermittlungen von ihrer Schwester Jude Archer, ehemalige Bundesagentin, unterstützt, auch wenn dies auf Grund des Verhältnisses nicht einfach ist. Bald zeigt sich, dass wichtige Personen des Ortes in eine Verschwörung verstrickt sind.

Optisch reiht sich dieser Band gut in die Gestaltung der anderen deutschsprachigen Werke von Karin Slaughter ein – dunkel, mit minimalistischer Gestaltung. Einfach ansprechend und passend für dieses Genre.

Der zweite Band der North Falls Reihe kann grundsätzlich problemlos unabhängig vom Vorgängerband „Dunkle Sühne“ gelesen werden, da ausreichend auf die bisherigen Ereignisse eingegangen wird. Jedoch ist man über die Familiengeheimnisse durch chronologisches Lesen besser im Bild, man versteht Beziehungen und die Charakterentwicklungen besser.
Der Schreibstil ist auch in diesem Buch typisch für Karin Slaughter- flüssig und mit entsprechendem Tempo und Wendungen. Eine geschickt gestaltete Geschichte mit Wendungen, Verschwörungen, falschen Fährten, vielen Verdächtigen und Erzählung durch Perspektivenwechsel. Spannung liefert auch das Kleinstadtleben, denn auch wenn man sich vordergründig kennt und traut, scheint es hinter den Kulissen ganz anders zuzugehen.

Viel Raum im Buch nimmt das Privatleben der beiden Ermittler – Emily und Jude ein. Beide sind sehr unterschiedliche Charaktere, durch die familiäre Beziehung vereint, und haben keine einfache Beziehung zueinander. Auch leiden sie an den kürzlichen Verlusten in ihrer Familie. Dies ist auch daran sichtbar, dass die Geschichte hauptsächlich aus deren Blickwinkel erzählt wird, und dadurch etliches anders wahrnehmen.

Für mich eine würdige Fortsetzung der Reihe. Ich würde mich über eine Fortsetzung freuen.

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unterschwellige Spannung: Geheimnisse und Lügen kommen langsam ans Licht

Er lügt von Rebecca Taylor McKay

Positano an der Amalfiküste im Jahr 1961 – Clara und Spencer Carmichael reisen an, um ihre Flitterwochen im noblen Hotel zu verbringen. Ihre Tage sind geprägt durch viel Sonnenschein, schöne Aussichten, Meer und Pool – perfekt für Clara um sich nach einer schwierigen Zeit zu erholen. Doch Spencer erscheint seiner jungen Frau doch sehr rätselhaft, spricht er doch Italienisch, scheint angespannt und doch so manche Person dort zu kennen.

Verschweigt er etwas oder liegt es daran, dass sie so schnell geheiratet haben und sie noch wenig über ihn weiß? Und schließlich wird am ersten Tag auch noch ein Zettel unter der Tür durchgeschoben mit dem Text „Er lügt“. Schon am Beginn der Reise treffen die beiden ein anderes englischsprachiges Paar – Vivien und Fred, ebenso wohlhabend und lebenslustig. Clara mag die beiden, kommt vor allem mit Fred gut aus, aber Spencer scheint eine Abneigung gegen beide zu hegen. Doch verbergen nicht auch die beiden etwas?

Der Schreibstil ist leicht, flüssig und fängt gut die Atmosphäre eines langen Urlaubstages ein: Hitze, Auszeit am Meer und Genuss – auch mit durchwegs viel Alkohol. Rasch erkennt man, dass die 1960er Jahre doch eine andere Zeit waren, auch was die Rolle der Frauen betrifft.

Der Beginn verläuft durchwegs gemächlich – nach dem Auffinden des Briefes erfährt man zunächst langsam etwas über Clara und Spencers Vergangenheit, vor allem in Rückblicken in das letzte Jahr in dem Clara bald nach der Hochzeit erkrankt. Alles aus Sicht von Clara. Die erste Hälfte des Buches verläuft durchwegs ruhig, man ahnt durch einzelne Hinweise ab und an, dass wohl etwas im Busch ist, allerdings verlebt man de facto entspannte Urlaubstage. Gegen Ende ziehen Spannung und Tempo dann deutlich an, etwas mehr Zeit dafür wäre wahrscheinlich angenehm gewesen.

Gut getroffen fand ich die Figuren. Gegen Spencer hegt man von Beginn an etwas Unbehagen, nicht zuletzt wegen des Briefes. Aber eben auch, weil er wirklich etwas zu verbergen scheint. Beklemmend fand ich auch, dass er Clara dauernd zu bevormunden scheint und genervt ist, wenn sie nicht entsprechend reagiert. Clara selbst erscheint als das arme Hascherl, das Opfer, die Kranke. All dies erklärt sich natürlich durch ihre Herkunft (ein Waisenkind) und ihre Heirat in die Oberklasse, die ihr mit Skepsis begegnet. Zu Beginn merkt man die Unsicherheit konstant, mit der Zeit gewinnt sie dennoch Selbstvertrauen.

Für mich ein Roman der durch die Konstante Unsicherheit lebt, vor allem auch für den Leser, denn immerhin erfährt man alles nur aus Sicht von Clara, und vielleicht kann man auch ihr nicht trauen?

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unterschwellige Spannung: Geheimnisse und Lügen kommen langsam ans Licht
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Entspannend und Entspannung als Thema

Cozy Coloring - Love Yourself von Hikaru Kotz

Ein klassisches Malbuch zum Thema Selbstliebe und selfcare bzw. allgemein Entspannung.
Man begleitet kleine Figuren durch verschiedene entspannende Szenen. So zum Beispiel Musik hören, Drachen fliegen, Meditation, ein Tag am Pool und noch so vieles mehr.

Die Seiten sind einzeln bedruckt und heraustrennbar.

Die Gestaltung des Covers durch Kartoneinlagen schön stabil, so dass auch das Malen möglich ist, wenn einmal kein stabiler Untergrund zur Verfügung steht. Auch die integrierte Malunterlage, um das Durchdrücken zu verhindern ist eine schöne Idee. Generell ist das Papier aber auch angenehm dick und hochwertig, so dass sich bei mir noch nichts durchgedrückt hat.
Liebevoll gestaltet ist auch die Seite, die erlaubt das Buch mit Namen zu versehen und die um Farben zu testen.

Das Buch richtet sich vor allem an Erwachsene und Teenager. Die Szenen sind aber generell eher großteilig und klar umrandet, so dass sicher auch Jüngere oder nicht so geübte oder einfach Personen, die nicht fitzeln möchten, Spaß haben und ein stimmiges Bild bekommen. Außerdem erlaubt dies natürlich auch einen gewissen größeren kreativen Freiraum, denn Flächen mit Mustern oder speziellen Farbverläufen zu gestalten ist so einfacher.

Nach Disney Coloring Cuties, ist dies nun schon das zweite und gleich hochwertige Buch der Malbuchreihe. Wenn ich wieder Entspannung suche, oder ein kleines Geschenk werde ich definitiv weiter in den Designs schmökern.

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