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Rezensionen von verhei:

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Ein typischer Marc Raabe

Im Morgengrauen von Marc Raabe

Spannung um den deutschen Kanzler Henrik Westphal. Eine junge Frau – KessyX und Mitarbeiterin in einem Burgerladen- veröffentlicht im Netz Videos, in denen sie von ihrer Affäre mit dem Bundeskanzler spricht. Über mehrere Wochen erscheinen Videos zu dem Thema – KessyX immer unkenntlich nur durch ein Tattoo am Unterarm identifizierbar.

Was steckt dahinter. Schließlich verschwindet der Bundeskanzler spurlos. Rasch beginnt die Suche nach ihm durch mehrere Dienststellen. Die Ermittler Art Mayer und Nele Tschaikowski werden zu einer entstellten Leiche tief im U-Bahn-Tunnel gerufen. Es stellt sich die Frage, ob es die junge Frau aus den Videos ist. Welche Rolle spielen andere Bekannte des Kanzlers und wie geht Art Mayer damit um, dass auch die Rolle Julis, der Frau des Kanzlers und seine Jugendliebe, fraglich ist.

Eines vorneweg, dies ist der vierte Band um den Ermittler Art Mayer und man trifft viele Personen aus den vorherigen Bänden wieder. Ich kannte die Vorgängerbände, wodurch der Einstieg leicht viel und der Hintergrund und Beziehungen so mancher Figuren leicht nachvollziehbar war.

Man folgt der Erzählung auf zwei Ebenen und aus verschiedenen Perspektiven. Einer regulären Zeitebene in der Gegenwart und wo man vor allem den Ermittlern folgt. Regelmäßig sind Rückblicke eingestreut, in der Kapitelüberschrift passenderweise mit einer Zeitangabe versehen, um die zeitliche Einordnung zu erleichtern. Man liest so quasi wie bei einem Countdown mit – der Beginn 42 Tage vor Tag Null. Scheibchenweise bekommt der Leser dabei die wahre Geschichte präsentiert.

Der Schreibstil ist typisch Marc Raabe – flüssig, modern, umgangssprachlich, mitreißend. Man kann der Geschichte leicht folgen und bekommt jede Szene sehr bildlich präsentiert, das Kopfkino läuft auf Hochtouren. Man bekommt eine Mischung aus Politik- und Spionagethriller präsentiert – in sehr modernem Setting und dennoch kommt die private Komponente um die Ermittler nicht zu kurz. Charaktere aus den vergangenen Bänden werden wieder präsentiert, offene Fragen geklärt. Für Ermittler Art Mayer ist vor allem die Geschichte mit Juli, der Frau des Kanzlers fordernd. Definitiv ein zu der Serie passender Band, den ich nicht missen möchte, klärt er doch so manches offenen Fragen aus den Vorgängerbänden auf.

Für Neulinge der Serie – die Bücher sind wirklich lesenswert, die Geschichte gut aufgebaut, Schilderungen erzeugen sofort ein entsprechendes Bild im Kopf. Jedoch würde ich zum besseren Verständnis raten, mit Band eins zu beginnen – es zahlt sich aus!

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Ein typischer Marc Raabe
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Ermittlungen in der Grenzregion - mit Herausforderungen

Strandopfer von Frank Goldammer

Am Strand an der polnischen Ostseeküste bei8 Swinemünde wird ein deutscher Tourist tot aufgefunden – das besondere in seinem Rachen steckt ein großer Bernstein. Ermittlerin Lena Schuldt aus Berlin wird nach Polen geschickt um dort gemeinsam mit ihrem polnischen Kollegen Adam Krawczyk zu ermitteln, auch da nicht gänzlich klar ist, ob es nicht auch politische Verstrickungen gibt – ist doch ein Mitreisender in einem Ministerium angestellt.

Doch rasch bekommt der Fall noch größere Züge, ist doch die zehnjährige Luise verschwunden, seit sie vermutlich mit dem Toten zum Schwimmen aufbrach. Fieberhaft sucht die gesamte Region nach dem Kind und es taucht auch eine zweite Leiche auf, die ebenfalls einen Bernstein im Mund trägt.

Dieser Band ist der Auftakt einer neuen Krimireihe, die im deutsch-polnischen Grenzgebiet spielt, etwas das ich so noch nicht kannte. Rasch merkt man auch, dass die Ermittlungen nicht einfach sind. Einerseits scheinen die deutsche und polnische Polizei, etwas anders zu arbeiten, was Befehlsstrukturen betrifft. Auch spielen immer wieder Vorurteile in die Teamarbeit hinein.

Beide Ermittler sind jeweils doch eher getriebene Charaktere. Lena, die bei ihrem alkoholkranken Vater und danach bei dessen Eltern aufwuchs auf der deutschen Seite der Region, trägt die Erinnerungen an ein schreckliches Ereignis in ihrer Vergangenheit mit sich. Auch tiefer liegende Erinnerungen, die sie dachte mit ihrer Flucht nach Berlin hinter sich gelassen zu haben, brechen wieder auf, als sie sich in der polnisch-deutschen Grenzregion aufhält. Reaktionen und Gefühle, die für mich sehr nachvollziehbar sind und schrittweise im Zuge der Ermittlungen aufpoppen. Auch Adam scheint sein Päckchen zu tragen, bleibt während dem Großteil der Geschichte allerdings eher verschlossen, für Lena und den Leser – seine Geschichte erfährt man hauptsächlich durch Kollegen.

Der Fall selbst weist viele Wendungen und Höhepunkte auf, die Ermittlung selbst ziehen sich teilweise etwas. Wohl durchwegs so wie es bei echter Ermittlungsarbeit ist. Erzähltechnisch ist es wohl einerseits der Tatsache geschuldet, dass stückweise die Biografie der Ermittler eingebaut wird, andererseits ergibt sich das wahrscheinlich auch aus der Tatsache, dass man bei den Ermittlungen vor allem Lena folgt und diese kein polnisch spricht und in Polen auch nicht selbst agieren kann. Sie ist auf Adam angewiesen und er erhält Anordnungen von weiter oben, ist also weniger frei in der Handlung. Persönliche und kulturelle Konflikte werden thematisiert und verlangsamen damit die Geschichte etwas.

Der Ansatz ist spannend, eben weil neben einem Kriminalfall so viel an Konflikten und Klischees aufgegriffen wird, etwas das anscheinend noch immer ein präsentes Thema in der Region ist. Spannend ist auch zu sehen, wie die Biografien zweier Personen an unterschiedlichen Seiten der Grenze verlaufen sind und welche Schicksalsschläge sie geprägt haben.

Ich werde damit definitiv auch den nächsten Band der Reihe lesen, schon allein um herauszufinden, wie sich die Dynamik des Ermittlerduos entwickelt.

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Ermittlungen in der Grenzregion - mit Herausforderungen
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Gaunereien in der Regency-Zeit

Die Queen von Mayfair von Alex Hay

Im London des Jahres 1898 feiert Quinn Le Blanc, bekannt als Queen of Mayfair in der Halbwelt, auf den wichtigsten Bällen der Saison. Sie ist schön, jung, charmant und hat ein Ziel. Sie möchte sich innerhalb von fünf Tagen den begehrtesten Junggesellen Londons Duke of Kendal angeln und mit ihm das gesamte Vermögen.

Ähnliches hat Quinn schon mit anderen Männern durchgezogen – Männer innerhalb von fünf Tagen, um den Finger zu wickeln, ihnen das Vermögen abzunehmen und anschließend zu verschwinden. Doch dieses Mal ist das Ziel eben ein sehr großes und alles nicht so einfach.

Ein Roman der historischen Fiktion mit Elementen eines Kriminalromans vereint und damit ein spannendes Setting aufwirft.

Durch den bildhaften, detailreichen Schreibstil des Autors fühlt man sich schnell in den Bann der Zeit gezogen. Im Kopfkino laufen die Szenen der Bälle ab, die wundervollen Kleider und prunkvollen Räumlichkeiten. Generell folgt man dem Text sehr leicht, auch wenn er, um authentisch zu bleiben, diverse eher altertümliche Begriffe und Stile einfließen lässt. Ja der Vergleich mit der Serie Bridgerton ist nicht von der Hand zu weisen.

Jedoch fand ich auch die Andeutungen in anderen Rezensionen auf Oceans Eleven nicht verkehrt, denn man taucht tief ins Gaunermilieu ab. Ja die Unterwelt der damaligen Zeit plant ihre Untaten nach ihrem eigenen Regelwerk, wie schon im Prolog sichtbar wird. Denn man wählt nicht irgendein Opfer, sondern ein verdientes, das schon schlechtes auf sich geladen hat. Ein spannender Ansatz, der auch gut aufgegriffen wird, wie auch die Tatsache, dass trotz aller Vorkenntnisse nicht immer alles glatt läuft, und eben auch andere Akteure andere Interessen haben können.

Alles ist recht humorvoll, etwas verworren, auch auf Grund des ständigen Katz und Mausspiels und rasch kommt die nächste Wendung. Unterhaltung ist damit garantiert, jedoch muss man sich auch auf die Prämisse der Erzählung einlassen. So wie auch auf den etwas eigenwilligen Charakter von Quinn, die mit Intelligenz, Gerissenheit und vor allem Loyalität zu sich selbst glänzt.

Bei der Rezension dieses Buches, darf man etwas nicht unerwähnt lassen: das Buch ist ein gestalterisches Highlight und ein wahrliches Schmuckstück im Regal. Durch die dunkelblaue Gestaltung inklusive goldene Prägungen und goldenem Farbschnitt (zumindest in der ersten Auflage), ganz ohne Schutzumschlag erscheint das Buch sehr wertig, und passend zum Thema.

Ein Roman mit einer spannenden Idee - verknüpft er doch die schillernde Regency-Zeit mit einer Gaunergeschichte.

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Gaunereien in der Regency-Zeit
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Unruhe in der Berliner Unterwelt - man sieht sich immer zweimal

Die Toten von morgen - Thriller (Berliner Schattenwelt 2) von Kim Koplin

In Berlin wird im Österreichpark die Leiche eines jungen Mannes gefunden – getötet durch einen Kopfschuss. Zeugen lassen sich keine auftreiben und auch Papiere gibt es nicht. Ermittelt wird durch Kommissarsanwärterin Nihal Khigarian, die nun nach einem Abstecher nach Hamburg wieder in Berlin ist und mit ihren eigenen Dämonen zu kämpfen hat: einem Vater im Sterben, einen Bruder, den sie selbst in das Gefängnis gebracht hat.

Außerdem denkt sie immer wieder an Saad und dessen Tochter Leila, mit denen sie ursprünglich nach Hamburg geflüchtet war. Nun tauchen auch die beiden wieder auf und auch beruflich wird es turbulent. Denn es scheint einen Kampf um den Absatzmarkt Berlin zu geben – zwei Drogenbosse kämpfen um die Vorherrschaft. Und rasch ist auch Saad involviert.

Auch wenn dies nun schon Band zwei der Serie Berliner Schattenwelten ist und die Geschichte um Nihal, Saad und Leila weitererzählt, ist der Einstieg auch ohne Vorkenntnisse problemlos möglich. Fragen, die sich vielleicht zur Vorgeschichte der Charaktere auftun, werden im Band erklärt und somit findet man leicht in die Geschichte.

Der Schreibstil ist flüssig, aber doch etwas gewöhnungsbedürftig, greift er doch viele umgangssprachliche Begriffe und leicht unvollständige Satzbildungen auf. Eben ein klares Abbild so mancher schnellen Konversation zwischen Figuren, ohne schön literarisch aufgearbeitet zu werden. Etwas das man mögen muss, aber dem Buch so wie ich finde auch durchwegs Charme verleiht.

Gut gefallen hat mir die Tatsache, dass aus verschiedenen Blickwinkeln erzählt wird und die Kapitel eher kurzgehalten sind. Das Tempo bleibt damit hoch und man fängt gut ein Gefühl für die Stadt Berlin und deren Bewohner ein.

Die Charaktere sind spannend gewählt, nicht nur die vermeintlich Guten auch die vermeintlich Bösen. King Charles so wie sein Widersacher sind Clement sind schon Unikate, die etliche Klischees über Unterweltbosse aufgreifen. Aber auch auf Ermittlerseite wird es unterhaltsam: ein etwas dümmlicher Polizist aus der Einheit Organisiertes Verbrechen, Nihals Vorgesetzter, der oft sehr wortkarg ist. Und schließlich Nihal selbst, sarkastisch und mit Beziehungsängsten. Die immer mit ihrer Familie kämpft, hart im Nehmen ist und gerne auch auf eigene Faust agiert.

Für mich ein solider Roman über die Berliner Unterwelt – vielleicht allerdings nicht so sehr ein Thriller, als ein normaler Kriminalroman.

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Unruhe in der Berliner Unterwelt - man sieht sich immer zweimal
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Ein Buch wie eine Großstadt - bunt und manchmal unerwartet

Hope Joanna von Horst Evers

Die junge Kommissarin Hope Joanna Marlow wird zu einem Tatort in einer Berliner Villa gerufen. Das Opfer ist Indiana Jens, wie sein Namensvorbild ein Händler von Relikten und Antiquitäten fasziniert. Besonders ist, dass er auch selbst noch die Polizei gerufen hat, um einen Einbruch bei ihm zu melden.

Weiters ist auch die Tatsache, dass man Schlangenbissspuren an ihm findet, eigenartig. Und bald schon findet sich auch eine weitere Leiche mit diesen Spuren. Zusätzlich zu dieser eigenartigen Serie, kämpft die Kommissarin, und ehemalige Olympiateilnehmerin im Taekwondo, noch mit einem Video, dass auf den Sozialen Medien von ihr kursiert: Hat sie doch vier gewalttätige Räuber vor einem Späti mit ihren Kenntnissen in die Flucht geschlagen.

Eines vorneweg, es ist ein Roman, der sich nicht einfach rezensieren lässt und auch generell nicht einfach in eine Sparte einordnen lässt. Ja natürlich hat man da die Mordfälle und die Rätsel, die sich daraus ergeben und erfüllt damit das genannte Genre Kriminalroman, jedoch ist da auch viel mehr. Nämlich so viel Humor und abstruse Situationen wie in so mancher Slapstickkomödie und auch viel Gesellschaftskritik. Und weil das noch nicht reicht – Elemente aus Actionfilmen und Fantasyromanen.

Hope Joanna ist eine sehr clevere und nahbare Figur und machte es mir leicht das Team zu lieben. Wie verständlich ist es, dass sie den Ruhm hasst und auch eine Abneigung gegen den Namen hat. Ich bewundere, wie sie die Situation erträgt – Kollegen so liebevoll sie auch sein mögen und auch die Prominenz und Erwartungshaltungen. Gut ergänzt wird sie durch ihren ehrgeizigen Kollegen, der für so manchen Lacher sorgt.

Die Handlung als solches ist, humorvoll wechselhaft, abgedreht und definitiv nicht erwartbar – dennoch irgendwie auch wieder logisch trotz aller Überdrehtheit. Es gibt definitiv eine Krimikomponente, allerdings darf man sich keinen blutigen und super verschachtelten Kriminalfall erwarten. So manche Idee mutet schon wie Satire an, allerdings bezweifle ich nicht, dass so manche Personengruppen so manche Ideen auch teilen.

Der Schreibstil ist schwer mit anderen zu vergleichen. Man findet rasch ins Buch und ist bald mit der „Berliner Schnauze“ konfrontiert – allerdings in einer für alle verständlichen Form. Mitgerissen vom Humor stolpert man durch das Buch – mit einem konstanten Schmunzeln im Gesicht.

Ein Buch, das bunt und unerwartet ist, so wie eine Großstadt eben ist und um genauer zu verstehen, was ich meine, sollte man es lesen.

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Ein Buch wie eine Großstadt - bunt und manchmal unerwartet
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Spannende Jagd

Schlafende Vulkane von Michael Hjorth; Bjarni Thorsson

Helga Jónsdóttir junge Ermittlerin im Dezernat für Gewaltverbrechen wird zu ihrem ersten Fall gerufen - eine Frau wurde nackt und tot in der Box eines Pferdestalls in der Nähe von Reykjavik gerufen. Als sie zum Haus der Toten fährt, um nach ihrem Sohn zu sehen, ist dieser nicht auffindbar und Verteidigungs- bzw.

Fluchtspuren werden gefunden. Der gewalttätige Vater gerät unter Verdacht und man muss den Jungen in der kalten Vulkanlandschaft rasch finden. Barjki, ein Verkehrspolizist und Mitglied einer Rettungsorganistation, soll bei der Suche helfen. Bald taucht eine weitere Leiche auf, und bald wird klar, dass der Täter sehr akribisch vorgeht.

Neben dem eindrucksvollen Coverbild hat mich bei diesem Buch vor allem die Tatsache angesprochen, dass ich die Reihe von Hjorth & Rosenfeldt sehr genossen habe.

Man taucht hier sehr rasch in die Geschichte ein, lernt nur mit kurzem Vorgeplänkel das Ermittlerduo samt umstehenden Polizeiapparat kennen. Das Tempo ist hoch, natürlich auch weil die Suche nach dem Jungen drängt. Aber auch die kurzen Kapitel mit wechselndem Blickwinkel tragen gut dazu bei.

Man merkt Helga an, dass sie der schwedische Neuling im Ermittlerteam ist und teilweise noch etwas unsicher wirkt. Nichtsdestotrotz ist sie sehr engagiert und hängt sich voll in die Ermittlungen. Wer tauscht schon einfach so Kleidung mit einem Streifenpolizisten, um gleich einsatzbereit zu sein. Barijki ist dagegen schon ein alter Hase in seinem Milieu, der beruflich etwas hinter seinem Können eingesetzt ist und vor allem Islands Landschaft kennt und liebt. Jeder der beiden trägt sein so genanntes Päckchen und irgendwie schafft sich das Duo trotz Skepsis zusammenzuraufen – methodisches Arbeiten trifft Bauchgefühl.

Man erkennt auch wie schwer es Neulinge manchmal im Team haben und es auch ab und an Personen gibt, die sich etwas querstellen. So unsympathisch das manchmal ist, ist es dennoch sehr realistisch. Genauso auch die im Hintergrund ablaufenden Themen wie Kompetenzen, Hierarchie, Budget und Befehlsketten.

Island und die Besonderheiten in Landschaft und in der Struktur der Abläufe in diesem Land finden Eingang in das Buch. Vulkanlandschaft, Natur und Wildnis werden gut und atmosphärisch geschildert. Für mich trägt all das zur düsteren Stimmung im Buch bei, wobei ich zugeben muss, dass das bei jedem Krimi bzw. Thriller der Fall ist, der im Norden spielt.

Für mich ein solider Auftakt zu einer neuen Thriller-Reihe. Ich freue mich definitiv schon auf die Fortsetzung.

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eine Gesellschaftskritik transportiert durch eine spannenden Idee

Mit anderen Augen von Jane Tara

Eines Morgens bemerkt Tilda Finch, 52 Jahre alt, dass sie ihren kleinen Finger nicht mehr sehen kann, aber ihn noch spürt. Nach einigen Untersuchungen bei Ärzten steht fest, sie leidet unter Unsichtbarkeit. Eine Krankheit, die vor allem Frauen ab einem bestimmten Alter betrifft und in verschiedenen Stadien auftritt – man wird übersehen, Körperteile verschwinden und schließlich verschwindet man selbst.

Eine wirkliche Heilung ist nicht bekannt, allerdings scheint die Krankheit auch kaum erforscht zu sein. Tilda erkennt, wie sie über die Jahre ihre eignen Wünsche und Emotionen zurückgestellt hat und wie auch ihre eigene Kindheit sie beeinflusst. Auf Anregung ihrer Freundin, beginnt sei bei Selma, einer Vorreiterin in diesem Bereich, eine Therapie.

Ein Buch, das ein Thema aufgreift, dass auch in der Realität wirklich auftritt, jedoch hier mit etwas mehr künstlerischer Freiheit. Man erkennt, dass Frauen oft sehr strikt mit sich selbst sind, was Aussehen und Erwartungen betrifft. Oft auch übersehen werden, und um des Friedens willen so manches hinnehmen.

Hier begleitet man Tilda auf einer Reise in ihre eigene Vergangenheit und generell zu sich selbst. Man merkt, wie schwer ihr der Einstieg fällt und wie mutlos sie auf Grund der Erkrankung auch teilweise ist. Selma hält ihr einen Spiegel vor und regt sie zu einer Reise zu sich selbst an, die auch unangenehm und schwierig für Tilda ist. So z.B. der Weg in die Meditation, etwas das Tilda bisher belächelt hat.

Generell ist der Schreibstil leicht, humorvoll und flüssig, so dass man sich leicht in Tilda und ihre Lieben hineinfühlen kann. Die Charaktere, auch die Nebencharaktere starten sehr stark, leider verliert man so manche im Laufe der Geschichte. Leider wird auch das Konstrukt der Unsichtbarkeit nicht immer konsistent geschildert, oder war zumindest von mir ab der zweiten Hälfte nicht mehr vollumfänglich zu verstehen.

Ein Roman, der den Fokus auf ein wichtiges Thema richtet, jedoch für mich nicht vollkommen logisch war in seiner Erzählwelt.

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Fesselnd, wer ist Jäger wer ist Gejagter

Nebelbeute von Benjamin Cors

Mila Weiss, eigentlich Teil der Gruppe 4, einer Spezialeinheit, die sich mit Serientätern befasst, ist in alleiniger Mission unterwegs. Sie möchte ein Phantom aus ihrer Vergangenheit stellen, ihren Widersacher Johannes Toblach. Dafür verschlägt es sie in ein abgelegenes Bergdorf, doch hier ist es nicht sehr ruhig und beschaulich.

Bald wird ein Wanderer am Waldrand ermordet und speziell inszeniert. Die Dorfgemeinschaft ist verschlossen, doch rasch kommt es zu weiterer Unruhe und auch Mila verschwindet schließlich. Die Kollegen der Gruppe 4 machen sich auf die Suche nach ihr, doch Mila scheint wirklich spurlos verschwunden zu sein.

Das Buch ist der dritte Band von Benjamin Cors um die Ermittler der Gruppe 4, und greift den Widersacher Johann Toblach aus dem Vorgängerband Aschesommer wieder auf. Grundsätzlich lässt sich aber dieser Band auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen, da man vom Autor schrittweise gut ins Bild gesetzt wird. Man versteht auch so rasch Motivation und Beweggründe und was die Ermittler antreibt.

Für mich flogen die Seiten nur so dahin, da ich wirklich in den Bann des Buches gezogen wurde. Der Einstieg erfolgt durch einen kurzen Epilog, der schon ahnen lässt, dass es für eine Frau – wie man ab Mitte des Buches weiß Mia - sehr haarig werden könnte. Doch rasch verfolgt man der Geschichte chronologischer, als Mila sich auf den Weg in die Berge macht. Ein abgelegenes Dorf, deren Bewohner doch eher verschlossen sind und Mila in ihren Fragen wenig entgegenkommen. So manch ein verschrobener Charakter taucht auf. Damit ist man schon schnell am Grübeln und in der düsteren Atmosphäre gefangen. Auch wenn so manche Ermittlung langwierig erscheint, wird dies durch die vielen unvorhersehbaren Wendungen aufgewogen.

Für mich ein sehr empfehlenswerter Thriller, beklemmend und fesselnd, wie er sein soll. Ich werde definitiv noch die zwei Vorgängerbände der Reihe lesen und hoffe auf eine Fortsetzung der Reihe um die Gruppe 4.

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Cozy Crime an der schottischen Küste

Mord & Breakfast von Anne Gordon

Melody Moss Leben verändert sich schlagartig. Sie erfährt, dass sie ein Bed and Breakfast von ihrer Tante Mable geerbt hat und verliert zur selben Zeit ihren Job als Journalistin in London. Im malerischen schottischen Küstenort Seagull Bay erkundet sie ihr Erbe und erkennt rasch, dass ihre Tante Mable mit der sie lange keinen Kontakt hatte, wohl nicht sehr beliebt war.

Weiters erscheint Melody der Tod ihrer Tante seltsam – ein Sturz von der Steilklippe vor ihrem Bed and Breakfast. Rasch erwacht ihr kriminalistischer Spürsinn.

Der Schreibstil ist flüssig und man ist überrascht welche Wendungen ein Fall in einem so beschaulichen Ort alles nehmen kann. Man rätselt mit, wirft Theorien über den Haufen und ist schlussendlich mit einer schlüssigen Aufklärung konfrontiert. Großes Gruseln darf man sich nicht erwarten, es ist eben ein solider Cozy-Crime, aber es ist ein solider Fall.

Melody Moss, die zu Beginn alles andere als begeistert von der Idee ist eine Unterkunft zu leiten, und am liebsten sofort verkaufen möchte, macht im Laufe der Geschichte eine bravouröse Verwandlung durch. Sie erkennt welche Chance sich hier auftut und legt den typischen Londonblickwinkel ab, denn immerhin kommt man mit dem nicht dauerhaft gegen die schottische Ruhe an. Ich habe Melody im Laufe der Geschichte immer mehr ins Herz geschlossen, wie auch die gefräßige Bulldogge Cheddar. Und auch in Liebesdingen knistert es etwas – trifft Melody doch den frechen Spielgefährten aus ihrer Kindheit wieder – nun als attraktiven Gärtner Dean.

Auch die treffende Gestaltung des Covers möchte ich nicht unerwähnt lassen, erlaubt das Bild es einen doch sich den Ort gut vorstellen zu können. Als Schottlandliebhaberin fand ich schön wie detailreich es eben auf den Ort der Handlung abgestimmt ist.

Ein Cozy-Crime in einer wundervollen Landschaft an der schottischen Küste, sodass man auch gleich dort einchecken möchte. Ich freue mich schon auf die Fortsetzung.

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Cozy Crime an der schottischen Küste
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Ratgeber mit Bildbandpotential

Blütenpracht und Ernteglück - Dein Weg zum Traumgarten von Svenja Breuer

Blütenpracht und Ernteglück ist ein sehr schön gestalteter Ratgeber mit Illustrationen, Fotographien und informativen Texten. Neben der Möglichkeit schlicht im Buch zu Schmökern wie in einem Bildband, vermittelt das Buch allerdings auch natürlich Wissen zu gartenrelevanten Themen. Der Umfang der Themen der angeschnitten wird ist doch sehr umfangreich – Grundlagen der Gartenarbeit, Pläne zur Gartengestaltung, Hinweise zum Aussaatzeitpunkt, eine Auswahl an Pflanzenporträts und Tipps zur Pflege von Pflanzen.

Ein ambitioniertes Werk, das jedoch einen schönen Überblick bietet und damit Neulingen sicher den Einstieg ins Gärtnern erleichtert. Die Texte sind leicht verständlich und man hat definitiv einen schönen Leitfaden in der Hand. Auch das Glossar für die Verwendung als Nachschlagewerk hilfreich. Im Prinzip ist es eine schöne Anleitung für verschiedene Themen, so als würde einen die Autorin an die Hand nehmen. Es zeigt, wie einfach es sein kann einen Nutzgarten mit einem Blütenmeer zu kombinieren, etwas dass doch sehr nachhaltig ist.

Auch erfahrene Gärtnern kann das Buch natürlich als Inspirationsquelle dienen – die Pflanzpläne und den Aussaatkalender mit entsprechenden Partnerangaben fand ich hier gelungen – jedoch werden sie wahrscheinlich eher auf spezialisierte Bücher für ihre Probleme zurückgreifen.

Man mag die geringe Anzahl an vorgestellten Pflanzen kritisieren, doch ich finde es von der Autorin sehr ehrlich nur diese Pflanzen vorzustellen, mit denen sie auch selbst Erfahrung hat.

Fazit: ein schön gestaltetes Buch, dass ich vor allem den Garteneinsteigern ans Herz legen würde

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Ratgeber mit Bildbandpotential