Icon Kontrast wechseln
Logo Bücher Stierle Kelten

Kunden em pfehlungen

Rezensionen von verhei:

voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Im Strudel des Lebens - berührend, traurig, schön

Die Ballade von Ronan McCoy von Colin Morgan

Brendan wartet nach den Sommerferien auf seinen besten Freund Ronan. Die beiden verbindet seit dem ersten Tag in der weiterführenden Schule eine Freundschaft, die sich aber auf die Schule beschränkt. Ronan, der begabte in Sport und Englisch, ist für den stillen Außenseiter Brendan ein Anker. Er erfährt das Ronan im Sommer einen Unfall erlitten hat und nun auf den Rollstuhl angewiesen ist und nicht in der Lage ist zu sprechen.

Im letzten Schuljahr ist die Welt nun aus den Fugen und Brendan navigiert zwischen schulischer Realität, seinem Job, dem Vorbereiten auf das Leben danach und einem Freund, den er nun anders unterstützen möchte.

Der Schreibstil war für mich ruhig und passend, aber auch emotional, ohne übertrieben zu sein. Wie auch Brendan schwangt der Leser zwischen humorvollen Szenen und Trauer, Verzweiflung und Verwirrung. Eine emotionale Achterbahnfahrt, die den Leser wirklich mitreißt und authentisch erscheint, eben passend für die Geschichte aus der Sicht des Jugendlichen Ronan. Außerdem bleibt Zeit für die ruhigen Momente, die fast schon philosophisch wirken.

Neben der Gefühlswelt von Ronan, streift man natürlich auch die von den McCoys und auch die von Ronans Eltern. Man erkennt zu Beginn recht rasch, wie unsicher auch Erwachsene im Umgang mit solchen Situationen sind. Bekommt doch Brendan an einem Schultag mit Ronan wenig Rückhalt von Lehrern. Es zeigt sich eben welche Auswirkung diese Extremsituation auch auf Erwachsene hat. Ronans Familie, die nach dem Tod der Großmutter etwas hilflos, sprachlos und separiert wirkt, scheint durch den Schicksalsschlag wieder mehr zusammenrücken. Die McCoys, vor dem Unfall eine eng verbundene Familie, kämpfen nun einen schmerzvollen, aber realistischen Kampf mit der neuen Realität. Sie erkennen wie wichtig Ronan als Bezugsperson ist und nehmen ihn wie einen Ersatzsohn in die Familie auf.

Das Große Thema des Romans ist universal: Wie kommt man mit großen Umbrüchen zurecht? Und worüber darf ich mich freuen, wenn das Leben nun anders verläuft für meine Umgebung. Denn: Für Brendan läuft das letzte Schuljahr doch regulär für ihn ab – Nebenjob, Prüfungen, die Gedanken an den Schulabschluss, das andere Geschlecht, Schulball, Führerschein. Man merkt die Hilflosigkeit und Zerrissenheit von Brendan. Worüber darf man sich freuen, wenn der beste Freund dies nicht mehr tun kann? Berechtigte Fragen. Hilflosigkeit und Wut zu Beginn trifft auf den Wunsch zu unterstützen.

Ein berührender und wirklich gelungener Roman, der weit mehr als ein Coming-of-Age Roman ist. Ich würde mich wirklich auf weitere Bücher des Autors freuen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
Im Strudel des Lebens - berührend, traurig, schön
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

historischer, britischer Weihnachtskrimi - großartig!

Der Tote im Kutter von Denzil Meyrick

Kurz vor Weihnachten im Jahr 1953: Im Norden Englands in einem Fischerdorf Uthley Bay rücken Inspector Frank Grasby und sein Vorgesetzter Superintendent Arthur Juggers zu einem Einsatz aus. Ein alter Fischer wurde erdrosselt – mit einem Weihnachtsstrumpf. Und auch eine weitere Leiche wird gefunden – ebenfalls mit einem Weihnachtsstrumpf ermordet.

Das Dorf scheint Geheimnisse zu haben und die Ermittlungen werden damit nicht einfach.

Dies ist nun schon der zweite Band um Inspektor Frank Grasby und wie der Vorgänger „Der Tote im Kamin“ spielt auch dieser wieder in der Zeit vor Weihnachten. Doch keine Sorge, er lässt sich auch sehr gut ohne Vorkenntnisse lesen.

Und das Buch liefert auch was man sich durch Cover und Klappentext erwartet: ein britischer Krimi im historischen Setting der 1950er Jahre, der auch etwas Weihnachtsatmosphäre mitnimmt. Kein brutaler Kriminalroman, sondern eine klassische Suche nach dem Täter mit der Möglichkeit zu Rätseln. Das Setting im Fischerdorf der 1950er wird durch passendes Vokabular und gut erzeugte Atmosphäre gut transportiert.

Ein Highlight sind die eigenwilligen Figuren und typisch britische Humor.

Erzählt wird die Geschichte aus dem Blickwinkel von Inspektor Grasby und dieser spart nicht mit humorvollen, sarkastischen Bemerkungen auch über sich selbst. Er erscheint etwas als Tollpatsch und dürfte laut seinem Vorgesetzten nur auf Grund von glücklichen Fügungen erfolgreich Fälle abschließen. Die Reibung zwischen den beiden ist konstant zu spüren. Ein schöner Nebenschauplatz ist auch das eigenwillige Leben von Grasbys Vater, dem rebellischen Reverend.

Ein sehr gelungener historischer Krimi im britischen Stil, der alles bringt was man erwartet: britischen Humor, exzentrische Charaktere und einen Kriminalfall in Weihnachtsatmosphäre.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
historischer, britischer Weihnachtskrimi - großartig!
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

Gnade? Erlösung? oder schlichtweg Mord?

Gnadenopfer von Viveca Sten

Im schwedischen Bergdorf Åre häufen sich die Todesfälle von älteren Personen in häuslicher Pflege. Es erscheint eigenartig, dass so viele sterben, auch wenn sie alt und gebrechlich sind. Keines der Opfer zeigt Zeichen von äußerlicher Gewalt, aber alle sind auf tägliche Hilfe durch Pfleger angewiesen.

Das Buch Gnadenmorde ist nun schon der fünfte Band der Åre-Mord-Reihe rund um die Ermittlerin Hanna Ahlander. Auch wenn es natürlich Bezüge zu den Vorgängerbänden gibt, lässt er sich aber gut auch allein lesen.
Man findet den typischen Schreibstil von Vivcea Sten wieder: Flüssig, schnörkellos und kurze Kapitel. Die Perspektive wechselt von den Ermittlern zu Opfern und zu der des Täters, hier in kursiver Schrift. Und wie für Scandi-Krimis ja schon typisch, wird die Atmosphäre in diesem Bergdorf wirklich gut eingefangen. Düstere Stimmung durch die eisige unberechenbare Natur.

Die Ermittlungen in diesem Buch werden zu Beginn vor allem Hannah Ahlander vorangetrieben, denn sie vermutet in den vielen Todesfällen einen größeren Zusammenhang. Ein großes Hindernis ist, dass das Verhältnis zu ihrem Kollege Daniel Lindskog nach einem tiefgehenden Streit gestört ist. Zusammenarbeit scheint nicht möglich, da sich dieser abweisend, ja schon fast unterirdisch verhält. Erst mit der Zeit entschuldigt er sich, und man kehrt wieder zur typischen Zusammenarbeit zurück.
Diese Tatsache erschwert die Ermittlungen im Vergleich zu Vorgängerbänden sehr. Und meiner Meinung nach, wird hier auch mehr auf das Privatleben der Ermittler eingegangen als in den ersten Bänden der Reihe. Ein raumgreifender Streit, der in frostiger Atmosphäre mündet und viel erschwert. Daniel der versucht sich mit einer anderen Frau zu trösten, Hannah die mit ihrem Millionär Henry eine Beziehung führt und sich nicht über deren Zukunft sicher ist.

Das große Thema des Romans – Pflegebedürftigkeit - fand ich gelungen. Denn es könnte wohl nicht aktueller sein: der Mangel an Pflegekräften, eine alternde Gesellschaft, Zeitmangel und Stress. Die Frage nach dem Umgang mit Alten ist eine gesellschaftlich relevante.

Für mich war es ein Krimi mit einem starken Einstieg und einem wichtigen Thema. Im Mittelteil hatte er für mich durch die privaten Momente jedoch ihre Längen und ist daher etwas schwächer als die früheren Bände der Reihe.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
Gnade? Erlösung? oder schlichtweg Mord?
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Ab ins Uhrenland

Juli im Land der Zeitgeister von Wieland Freund

Um 14:30 bleibt plötzlich die Zeit stehen in Julis zu Hause. Ihre Großmutter ist erstarrt während dem Backen und auch alle Uhren stehen still. Mit dem Zeitgeist Trim steigt sie durch eine Standuhr ins Land der Großen Uhr. Eine ganz eigene Welt, mit eigenen Charakteren und ja sogar Städten. Das Ziel ist das Herz des Uhrwerks, denn hier hat der Zauberer Allrich der hinter dem Stopp der Zeit steht.

Ziel ist natürlich ihn aufzuhalten und die Uhr zum Laufen zu bringen, denn wenn dieses funktioniert, sollte auch zu Hause die Zeit weiterlaufen.

Dieses Fantasy-Buch richtet sich an Leser ab neun Jahren. Entsprechend ist auch das Abenteuer gestaltet und die Welt, in der sich alles abspielt. Überall ist es 14:30 eine ungewöhnliche Idee, die man in jedem Alter gut fassen kann.

Und schnell stolpert man auch durch diese turbulente Geschichte mit so manchen skurrilen Charakteren. Juli, die fast 11 ist, und sich sehr mutig ins Abenteuer stürzt. Über ihren sonstigen Hintergrund erfährt man nicht viel. Sie trifft im Zuge der Reise auf so manchen skurrilen, aber auch liebenswürdigen Charakter -alle bunt. Neben dem Zeitgeist Trim, der einer Katze ähnelt, auch auf die in Reimen sprechende Hexe Unruh, einer Reporterin, einen Uhrmacher und einer Fledermaus.

Ein bunter Haufen wie man rasch feststellt, die sich gut ergänzen. Ein bisschen fühlten wir uns an Alice im Wunderland und den Zauberer von Oz erinnert. Realistischerweise sind alle Charaktere nicht rein schwarz und weiß, auch der Widersacher der Zauberer.

Erwähnen sollte man auch die Gestaltung des Buches. Viel Mühe hat man sich bei der Gestaltung der jeweiligen Kapitelüberschriften gemacht. Eine passende Zeichnung wird von einem Text zum Kapitel begleitet, der etwa angibt, was in diesem Kapitel passieren wird. Außerdem ist auch eine entsprechende Karte enthalten. Ein sehr nettes Detail wie ich finde.

Mein großer Sohn hat das Buch sehr genossen und angesteckt von all der Freude habe auch ich es dann auch dem kleinen vorgelesen. Definitiv empfehlenswert!

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
Ab ins Uhrenland
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

ruhig mit viel detaillierter Betrachtung - typisch japanische Literatur

Akikos kleines Café von Yoko Mure

Akikos Mutter Kayo stirbt unerwartet und hinterlässt ihr ein Haus mit traditioneller Kneipe und Wohnung darüber. Doch Akiko hat ihren eigenen Beruf. Sie arbeitet als Lektorin bei einem Verlag und betreut vor allem Kochbücher. Doch Akiko entscheidet sich ihr Leben umzukrempeln und ein minimalistisches Cafe zu betreiben.

Angeregt und unterstützt durch eine bekannte Köchin, die sie im Zuge ihrer Arbeit beim Verlag getroffen hat. Sie findet eine wundervolle Küchenhilfe, mit der sie perfekt harmoniert. Privat liefert der ehemalige Streunerkater Taro Ausgleich.

Als Leser folgt man Akiko bei ihrem neuen Alltag im Cafe und im Privaten. Durch Kapitel in Rückblende erfährt man wie die Eröffnung des Cafes ablief. Doch neben den Schilderungen über die Arbeit im Cafe und der Essenszubereitung, nimmt die Gefühlswelt, bzw. zwischenmenschliche Beziehungen viel Raum ein. Dies geschieht vor allem im Fortlauf des Buches, wodurch das Cafe immer mehr in den Hintergrund gerät.

Wie bei anderen japanischen Büchern liegt hier viel Fokus auf der Schilderung eines Momentes und dem Einfangen einer Atmosphäre. Detailliert wird über die Zubereitung von Mahlzeiten geschrieben, dem Reinigen einer Wohnung, und einem Spaziergang durch ein Stadtviertel. Auch Trauer und der Umgang damit wird genau beschrieben. Dies lässt einen doch sehr zur Ruhe kommen und ist fast meditativ. Man darf sich allerdings keine großen Themenwechsel, Spannungswechsel und packende Handlung erwarten.

Man bekommt dafür aber einen entspannenden Einblick in den japanischen Alltag und den etwas anderen Umgang bzw. Wertigkeit von Essen und Trauer. Alles sehr ruhig, entschleunigt, ja fast schon meditativ. Geschickt werden Emotionen der Charaktere eingefangen. Der Fokus liegt auf den kleinen Momenten, an manchen Stellen fast wie das detaillierte Betrachten eines Gemäldes.

Definitiv ein etwas anders Leseerlebnis, vor allem wenn man noch keine japanische Literatur gelesen hat.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
ruhig mit viel detaillierter Betrachtung - typisch japanische Literatur
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternnicht ausgefüllter Stern mit grünen Randnicht ausgefüllter Stern mit grünen Rand

die perfekte Familie: Geheimnisse, Manipulation und Selbstzweifel

Aprikosenkind von Judith Merchant

Nathalie zieht mit ihrem Mann Gabriel und der Tochter Ruby in ein Haus auf das Land um eher zurückgezogen zu leben. Ruby, lang ersehntes Wunschkind, ist sechs Jahre alt, ruhig, klein, zierlich, manchmal schon fast apathisch und scheint etwas entwicklungsverzögert zu sein. Bei Gesprächen im Kindergarten gibt es mahnende Worte, die Eltern denken jedoch dies selbst in den Griff zu bekommen.

Doch immer eigenartiger und ja angsteinflößender wird die Situation – eigenartige Dinge passieren im Haus, andere Eltern verhalten sich nun anders, auch Ruby verhält sich anders und produziert, obwohl sie eigentlich nicht malt, ein verstörendes Bild.

Der Schreibstil ist gewohnt und typisch für die Autorin Judith Merchant: ruhig und unaufgeregt. Langsam baut sich immer mehr Spannung und Atmosphäre auf. Unterstützt wird dies durch eher kurze Kapitel und Zeitsprünge. Gemeinsam mit der (hauptsächlichen) Erzählerin, hier der Mutter Nathalie, beginnt man an allem zu zweifeln. Doch man beginnt eben auch an ihr zu zweifeln unterstützt auch durch die Kapitel aus der Sicht ihres Mannes.

Generell fokussiert sich viel auf Nathalie und ihre Wahrnehmungen. Sie versucht für ihr Wunschkind alles perfekt zu halten und gibt daher viel auf, inklusive ihres Berufes. Konstant beobachtet sie ihr Kind, ja überwacht es schon fast. Man versucht es zu fördern – aber bitte nicht professionell, wie durch die Pädagogen vorgeschlagen. Sie erscheint naiv, übervorsichtig und behütend zu sein. Einiges davon, dürfte in ihrer Vergangenheit begründet sein, wie man im Laufe des Lesens feststellt. Und man erkennt, dass die Familie als gesamtes eben ihre Geheimnisse hat, aber auch die Partner voreinander.

Rein auf Grund der Leseprobe und ja auch etwas des Klappentextes hatte ich fast schon eine etwas überirdische Komponente erwartet. Nun ja, die gab es nicht. Dafür einen psychologischen Thriller, der zeigt welche Selbstzweifel ein unerfüllter Kinderwunsch auslösen kann. Und man streift auch noch etwas das Thema toxische Ehe und Selbstaufopferung.

Die Spannung baut sich sukzessive auf und das Kartenhaus des perfekten Lebens beginnt Risse zu bekommen. Scheinbarer Auslöser für noch mehr Panik sind die Zeichnungen von Ruby, die dafür sorgen, dass alles hinterfragt wird. So wie auch der Leser jeden Nebensatz analysiert und so manche Wendung präsentiert bekommt. Alles gipfelt in einem doch sehr rasant erzählten Ende.

Für mich ein solider psychologischer Thriller, der den typischen Stil von Judith Merchant trägt.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
die perfekte Familie: Geheimnisse, Manipulation und Selbstzweifel
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

es wird wieder international mit Richard Osman

Wir jagen Schatten von Richard Osman

Alles beginnt mit dem Mord an einem Bodyguard – hier der Bodyguard von Vern Blackwood auf den Stufen seiner toskanischen Villa. Hat dies mit seinem Geschäft mit in Wirklichkeit unwirksamen Vitaminen und Supplements zu tun? Denn immerhin findet sich in der Tasche des Bodyguards ein Zettel mit dem Namen seines größten Rivalen.

Eigentlich gibt es eine Abmachung, dass sie einander in Ruhe lassen. Könnte man dies jetzt nicht als Drohung verstehen? Er engagiert die Detektei „Wir finden Mörder“ rund um den Ex-Cop Steeve Wheeler, der Personenschützerin Amy und der Thrillerautorin Rosie D’Antonio.

Wie schon im Vorgängerband „Wir finden Mörder“ ist auch dieser Band eher international ausgerichtet – Palm Springs, Barcelona und eben die Toskana. Man jagt durch die Weltgeschichte, ein großer Unterschied zur Donnerstagsmordclub- Reihe. Und keine Sorge, er lässt sich auch gut ohne Kenntnis des Vorgängerbandes lesen.

Ein großes Highlight der Reihe sind wie ich finde die außergewöhnlichen Charaktere. Alle sind etwas skurril, ja fast schon überzeichnet. Sie unterhalten aber gerade deswegen umso mehr, wenn sie aufeinandertreffen. Steeve ist der ruhige und ausgleichende Part. Amy, Steeve Wheelers Schweigertochter, ist die Personenschützerin und ein Adrenalinjunkie und mitten im Geschehen. In diesem Band erfährt man etwas mehr über ihre Vergangenheit, die sie in nicht so freundlichen Pflegefamilien verbracht hat. Rosie lebt ihr Promileben und die Überholspur mit ihren Alkohol- und Liebesgeschichten, die immer wieder unterhalten. Doch auch der Kriminelle Vern Blackwood, der gar kein so böser Krimineller ist, wie er selbst mein, ist unterhaltsam getroffen.

Auch in diesem Buch findet man Richard Osmans typischen Schreibstil wieder. Ein flüssiger, leichtfüßiger Schreibstil mit viel trockenem, britischem Humor. Man findet viele spritzige und humorvolle Dialoge. Die Charaktere bekommen Tiefgang und Charme, auch wenn sie etwas überzeichnet sind.
Für einen Krimi dürfen natürlich nicht die Wendungen und unerwarteten Ereignisse fehlen. Viele frische Spuren werden präsentiert, so dass eine gewisse Spannung konstant aufrecht bleibt. Manchmal nur nehmen Nebenstränge etwas mehr Raum ein, als dem Tempo gut tut.

Wieder ein gelungener Krimi von Richard Osman, der im Gegensatz zur Donnerstagsmordsclub-Reihe internationaler und etwas skurriler ist. Ich hoffe auf weitere in diesem Setting.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
es wird wieder international mit Richard Osman
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

wie ein Trauerredner wieder einmal in einen Kriminalfall stolpert

Niemals geht man so ganz von Andreas Izquierdo

Trauerredner Mads Madsen trifft bei einem abendlichen Spaziergang am Meer mit seinem Hund auf eine Frau, die in die Fluten springt. Besonders betroffen da er die Frau nicht aufhalten konnte und verwundert da die Frau ihre Bestattung vorab bei Mads Freund Fietes geplant hat, macht er sich auf die Suche nach der Tilly, der Tochter der Frau.

Tilly bittet Mads herauszufinden, was ihre Mutter ihr noch mitteilen wollte. Bald schon findet sich Mads gemeinsam mit Tilly in einem unendlichen Rätsel wieder, bei der auch andere Personen versuchen, das Geheimnis zu lösen.

Auch wenn dies nun schon der zweite Band um den Trauerermittler Mads Madsen ist, lässt er sich ohne Probleme auch ohne Vorkenntnisse lesen. Jedoch profitiert man vielleicht etwas, wenn man die Vorgeschichte kennt.

Die Charaktere sind nach wie vor eine tragende Säule dieses Kriminalfalls. Alle etwas eigen, mit speziellen Macken. Mad Madsen, immer schick gekleideter Trauerredner, der vom letzten Abenteuer etwas gezeichnet ist und daher rascher Kontakt mit Ermittlerin Mills aufnimmt. Nichtsdestotrotz schätzt er Rätsel und versucht alles um es Tilly leichter zu machen mit dem Verlust umzugehen. Fridtjof Madsen, Mads skurriller Vater, der jeden Tag neue Pläne schmiedet, meint dieses Mal drei rüstige Seniorinnen Musikunterricht erteilen zu können. Dabei ist er selbst unmusikalisch. Es gibt jedoch eine Seite, die ihm durchwegs zusagt, nämlich die Koch- und Putzdienste der drei. Und schließlich Polizistin Luise Mills, die im ersten Band fast an Mad verzweifelt wäre und nun ein Antiaggressionstraining hinter sich gebracht hat.

Die Geschichte wird von Humor, skurrilen Szenen und den Charakteren getragen. Parallel entwickelt sich das Rätsel um die Tote Anna und ihre Tochter Tilly. Je mehr man erfährt, desto verwirrter ist man, auch auf Grund der Tatsache, dass Mads beschattet wird. All dies gipfelt schließlich doch in einem echt brisanten Kriminalfall und Showdown. Es gibt eine solide Auflösung und doch bleibt noch Raum für Spekulationen.

Für mich eine gelungene Mischung aus Humor und Kriminalfall, mit einem besonderen Ermittler wieder willen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
wie ein Trauerredner wieder einmal in einen Kriminalfall stolpert
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

So viele Fahrzeuge!

Wieso? Weshalb? Warum? Sonderband - Mein ABC der Fahrzeuge von Patricia Mennen

Ein Sonderband der Wieso-Weshalb-Warum-Reihe, der sich gleichzeitig mit dem Alphabet und Fahrzeugen beschäftigt. Dafür werden für jeden Buchstaben teilweise auch mehrere Fahrzeuge genannt, womit insgesamt 150 vorgestellt werden.

Der Aufbau ist typisch für die Serie – ein robustes Ringbuch mit liebevoller graphischer Gestaltung.

Jedes Fahrzeug wird auch noch in einem Text vorgestellt, durchwegs auch hilfreich für die Erwachsenen. Wie es schon charakteristisch für die Buchreihe ist, gibt es dabei auch immer wieder Klappen die man öffnen kann und weitere Details zeigen.
Ergänzend gibt es bei diesem Sonderband noch etwas Besonderes, nämlich ein Poster das Buchstaben mit einem jeweiligen Fahrzeug darstellt.

Das Buch richtet sich an Kinder ab vier Jahren, allerdings werden auch ältere ja auch Erwachsene vielleicht noch das ein oder andere neue über Fahrzeuge erfahren.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
So viele Fahrzeuge!
voll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Sternvoll ausgefüllter grüner Stern

Wissen kombiniert mit Unterhaltung - ein ideales Geschenk

Wieso? Weshalb? Warum? - Meine große Tiere-Box von Susanne Gernhäuser

Eine Box mit verschiedenen Büchern und Spielen um das Thema Tiere: Entsprechend der Namensgebung – Wieso-Weshalb-Warum-Tierebox ist ein Wieso-Weshalb-Warum-Buch zum Thema Tiere und eine Bestimmungsbuch für Insekten. Für mehr Unterhaltung weiters ein Aktivbuch zum Malen, Basteln, ein Puzzle, ein Memory zu Tierspuren und ein Poster zum Ausmalen.

Das Hauptbuch entspricht im Aufbau weitgehend der typischen Wieso-Weshalb-Warum Gestaltung. Fester Karton, Spiralbindung. Im inneren immer wieder Klappen die weitere Information geben und einfach interaktiv sind. Rein die Reihenfolge oder der Grund welche Tiere aufgenommen wurden ist mir ein Rätsel. Es ist schlichtweg eine bunte Mischung, aber immer mit einer Frage kombiniert z.B. warum hat das Zebra Streifen und der Oktopus einen großen Kopf.

Das Buch über Insekten ist kleinformatiger, und damit auch ideal zum Mitnehmen bei Spaziergängen. Seite für Seite werden andere Insekten besprochen – wie üblich mit schöner Illustration und Klappen zum Öffnen.

Im Aktivitätenbuch wechseln sich wie schon zu vermuten ist die Aktivitäten ab – einmal einen balancierenden Affen basteln, dann Fehlersuche im Bild, ein paar Sticker und etwas zu malen.

Das Memory ist darauf ausgelegt das Bild von einem Tier mit der jeweiligen Spur zu kombinieren. Ausscheidungen, Tierspuren im Boden, Federn.
Das Puzzle und das Poster bilden jeweils eine bunte Szene mit mehreren Tieren ab. Im Puzzle Meerestiere und am Poster Dschungeltiere.

Die Zusammenstellung fand ich vor allem für ein Geschenk sehr gelungen. Man hat ein schön verpacktes und kombiniertes Geschenk, das einerseits etwas Wissen vermittelt, aber eben auch Unterhaltung liefert. Eine ideale Kombination, auch wenn man nicht ganz sicher ist, wo die Präferenzen eines Kindes liegen.

im Shop ansehen weitere Rezensionen von verhei
Wissen kombiniert mit Unterhaltung - ein ideales Geschenk