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Rezensionen von Shilo:

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Gegen alle Widerstände

Der geheime Apfelgarten: Getrennte Welten von Rebekka Eder

Kea findet nach dem Tod ihrer Mutter Halt in dem alten Apfelgarten. Dort verbringt sie viel Zeit und verfolgt ihren eigenen kleinen Traum. Sie möchte einen besonderen Apfel züchten. Dieser Wunsch verbindet sie mit ihrer Mutter und wird im Laufe der Geschichte immer wichtiger.
Als der junge Sämling auf der anderen Seite der Grenze wächst, beginnen für Kea die Schwierigkeiten.

Denn dort liegt das Land der Rentfelds, mit denen ihre Familie seit Jahren zerstritten ist. Bei einem heimlichen Besuch trifft sie auf Kristen. Was zunächst nur eine zufällige Begegnung ist, entwickelt sich nach und nach zu etwas, das Kea nicht mehr loslässt.
Kea lässt sich nicht einfach sagen, was sie zu tun hat. Ihr Vater hat längst eigene Vorstellungen von ihrer Zukunft und auch die Verbindung zu Tamme Rentfeld ist für sie nicht das, was sie sich selbst wünschen würde. Gerade diese Situationen machen deutlich, wie wenig Platz eine junge Frau damals für eigene Entscheidungen hatte. Kea versucht trotzdem, nicht einfach alles hinzunehmen.
Die Zeit, in der die Geschichte spielt, wird ebenfalls spürbar. Finkenwerder und die Grenze zwischen Hamburg und Preußen gehören fest zur Handlung. Als die Cholera ausbricht, verschärft sich die Lage zusätzlich. Plötzlich wird aus einer ohnehin schwierigen Situation eine echte Bedrohung. Das bringt noch einmal eine ganz andere Spannung in die Geschichte.
Kea und Kristen haben es nicht leicht. Ihre Gefühle füreinander stehen von Anfang an unter keinem guten Stern. Gerade deshalb habe ich ihre Entwicklung gerne verfolgt. Es gibt schöne Momente zwischen den beiden, aber auch Entscheidungen, die nicht einfach sind. Kea muss dabei immer wieder überlegen, was ihr wichtiger ist und welchen Preis sie für ihre eigenen Wünsche zu zahlen bereit ist.
Auch das Ende passt gut zum Auftakt des Zweiteilers. Nicht alle Fragen werden beantwortet und manches bleibt offen. Dadurch war bei mir sofort die Neugier da, wie es mit Kea, Kristen und den beiden Familien weitergeht.
Die Geschichte verbindet Liebe, Familienkonflikte und historische Ereignisse auf eine angenehme Weise. Dazu kommt die norddeutsche Kulisse, die dem Roman seinen eigenen Charakter gibt. Keas Weg hat mich beschäftigt und an einigen Stellen auch berührt. Insgesamt waren es für mich schöne Lesestunden, deshalb vergebe ich fünf Sterne.

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Gegen alle Widerstände
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Ein leiser Auftakt, der neugierig auf mehr macht

Der Seegasthof – Wo der Traum beginnt von Linda Winterberg

Manche Geschichten brauchen etwas Zeit, bis sie ihren eigenen Rhythmus finden. Genau so war es hier. Die ersten Seiten erzählen ganz in Ruhe vom Leben am Chiemsee und geben der Familie Bachinger viel Raum. Der Seegasthof mit seinem Blick auf den See, die berühmten Dampfnudeln und die vielen kleinen Momente im Alltag machen es leicht, sich alles vorzustellen.

Es entsteht das Gefühl, als würde man für eine Weile selbst dort einkehren und die Menschen nach und nach kennenlernen.
Im Mittelpunkt steht Amrei, deren Zukunft eigentlich schon festzustehen scheint. Doch ausgerechnet an ihrem Hochzeitstag nimmt ihr Leben eine völlig unerwartete Wendung. Von diesem Moment an verändert sich vieles. Das Geschehene wirft Fragen auf und gibt der Geschichte eine neue Richtung, auch wenn sie ihren ruhigen Ton dabei nicht verliert.
Amrei war für mich eine Figur, deren Weg ich gern verfolgt habe. Sie wirkt bodenständig und glaubwürdig. Ihre Gedanken und Entscheidungen passen gut zu der Zeit, in der die Geschichte spielt. Auch die anderen Familienmitglieder, besonders die stets grantelnde Großmutter Resi, tragen dazu bei, dass der Seegasthof lebendig wirkt. Niemand drängt sich besonders in den Vordergrund. Stattdessen entsteht nach und nach das Bild einer Familie, die zusammenhält und ihren Platz im Leben sucht.
Gefallen hat mir auch, dass die historische Zeit ganz selbstverständlich Teil der Geschichte ist. Vieles wird eher nebenbei erzählt und genau das hat auf mich natürlich gewirkt. Der Alltag, die Arbeit im Gasthof und das Miteinander stehen oft stärker im Mittelpunkt als große Ereignisse. Dadurch entsteht eine angenehme, ruhige Stimmung, die gut zu diesem Roman passt.
Über weite Strecken lässt sich die Handlung viel Zeit. Wer gleich zu Beginn viele überraschende Wendungen erwartet, braucht etwas Geduld. Ich hatte zwischendurch das Gefühl, dass manches etwas kürzer hätte erzählt werden können. Erst im letzten Viertel entwickelt sich die Geschichte deutlich weiter und sorgt dafür, dass man unbedingt wissen möchte, wie es mit Amrei weitergeht. Ab diesem Zeitpunkt hatte mich der Roman deutlich stärker gepackt.
Am Ende blieb für mich der Eindruck, dass dieser Band vor allem den Grundstein für die Reihe legt. Viele Entwicklungen beginnen erst und nicht jede Frage wird schon beantwortet. Gerade das macht neugierig auf die Fortsetzung. Ich möchte gern erfahren, welchen Weg Amrei weitergehen wird und welche Herausforderungen noch auf sie warten.
Insgesamt ist dies ein ruhiger Auftakt, der sich Zeit für seine Figuren und ihre Welt nimmt. Nicht alles hat mich gleichermaßen gefesselt, doch die glaubwürdigen Charaktere, die stimmige Atmosphäre und das offene Ende haben dafür gesorgt, dass ich die Geschichte gern weiterverfolgen möchte.
4 Sterne.

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Ein leiser Auftakt, der neugierig auf mehr macht
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Wenn die Vergangenheit plötzlich wieder wichtig wird

Die Bernsteinfischerin von Lisa Quentin

Julikas Leben ist zunächst sehr von ihrer Arbeit und der Pflege ihrer kranken Mutter bestimmt. Als Bernsteinforscherin beschäftigt sie sich mit winzigen Spuren aus längst vergangenen Zeiten. Gleichzeitig bleibt für ihr eigenes Leben kaum Raum. Dieser Gegensatz war für mich ein wichtiger Teil der Geschichte.

Interessant fand ich dabei besonders ihre Begeisterung für den Bernstein. Die wissenschaftliche Seite wird verständlich vermittelt und wirkt nicht wie ein Fremdkörper in der Handlung. Ein ungewöhnlicher Fund bringt Julika schließlich an die Ostsee und damit auch zu Ebba.
Ebbas Geschichte hat mir ebenfalls gut gefallen. Ihre Erinnerungen führen zurück in eine andere Zeit und zeigen, wie sehr Familie, Liebe und die eigenen Wünsche miteinander verbunden sein können. Durch die beiden Erzählstränge bekommt man nach und nach ein besseres Bild von den beiden Frauen. Dabei wird erst langsam deutlich, was sie miteinander verbindet.
Die Ostsee hat für mich eine besondere Rolle in der Geschichte. Die Küste, das Meer und die raue Landschaft bilden einen schönen Gegensatz zu Julikas Alltag. Gerade diese ruhigeren Passagen habe ich gerne gelesen. Auch die Begegnungen zwischen Julika und Ebba waren für mich interessant, weil beide Frauen auf ihre eigene Art mit ihrem bisherigen Leben umgehen.
Ganz ohne Längen kam die Geschichte für mich allerdings nicht aus. An einigen Stellen hätte es etwas kürzer sein dürfen. Trotzdem blieb genug dabei, was mich weiterlesen ließ. Besonders Julikas Entwicklung fand ich nachvollziehbar. Sie muss erst wieder herausfinden, was sie selbst eigentlich möchte und ob es möglich ist, neben der Verantwortung für andere auch das eigene Leben nicht aus den Augen zu verlieren.
Gefühlvoll wird es vor allem dort, wo Ebbas Vergangenheit und ihre alte Liebe zur Sprache kommen. Diese Teile waren für mich manchmal traurig, aber nie übertrieben. Es geht um Entscheidungen, Verluste und darum, dass manche Dinge auch nach vielen Jahren noch Bedeutung haben.
Insgesamt war es für mich eine ruhige und gefühlvolle Geschichte mit zwei unterschiedlichen Lebenswegen, die sich auf besondere Weise begegnen. Die Verbindung von Bernsteinforschung, Ostsee und den persönlichen Geschichten von Julika und Ebba hat mir gut gefallen. Nicht alles konnte mich gleichermaßen erreichen, aber die Geschichte hat mir schöne Lesestunden geschenkt.
4 Sterne.

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Wenn die Vergangenheit plötzlich wieder wichtig wird
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Ein gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht

Das erste Haus am Platz von Mina Baites

Manchmal merkt man schon nach den ersten Seiten, dass einen eine Geschichte eine Weile begleiten wird. So ging es mir hier. Marga wagt einen Neuanfang und erfüllt sich einen Traum, der für eine Frau zu Beginn des vergangenen Jahrhunderts alles andere als selbstverständlich war. Gemeinsam mit ihren beiden Töchtern eröffnet sie ein Fremdenheim im Fichtelgebirge.

Schnell wird deutlich, wie viel Mut, Kraft und Ausdauer dafür nötig sind.
Am meisten beschäftigt hat mich das Miteinander von Lotte und Luise. Obwohl sie Schwestern sind, gehen beide ganz unterschiedlich durchs Leben. Gerade das macht viele ihrer Gespräche und Entscheidungen interessant. Mal konnte ich die eine besser verstehen, wenig später die andere. Dieses Hin und Her hat sich für mich sehr echt angefühlt.
Mit der Zeit verändert sich die Stimmung. Aus kleinen Spannungen werden größere Sorgen und nicht jede Hoffnung erfüllt sich so, wie man es sich wünscht. Das passiert ganz ohne laute Szenen. Vieles entwickelt sich langsam und genau das hat mich immer wieder dazu gebracht, noch ein Kapitel weiterzulesen.
Auch die Liebesgeschichte hat ihren Platz, ohne alles andere in den Hintergrund zu rücken. Für mich stand viel stärker die Familie im Mittelpunkt. Es geht um Zusammenhalt, um Enttäuschungen und darum, wie schnell sich Beziehungen verändern können, wenn das Leben andere Pläne hat. Dass die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht, hat mein Interesse zusätzlich geweckt.
Als ich das Buch zugeklappt habe, sind mir vor allem diese drei Frauen im Gedächtnis geblieben. Jede trägt ihre eigene Last, jede hofft auf ein besseres Leben und jede muss ihren eigenen Weg finden. Genau das hat die Geschichte für mich besonders gemacht. Ich freue mich schon darauf, sie im nächsten Band weiter begleiten zu dürfen. Von mir gibt es fünf verdiente Sterne.

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Ein gelungener Auftakt, der Lust auf mehr macht
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Eine Begegnung, die alles verändert

Lift Me up von Bianca Elliott

Holly ist eine junge Frau, die gelernt hat, möglichst unsichtbar zu bleiben. Sie möchte einfach nur irgendwo neu anfangen und ihr bisheriges Leben hinter sich lassen. Ihre Vergangenheit lässt sie dabei aber nicht einfach los.
Die Begegnung zwischen Holly und Lexx im Fahrstuhl fand ich besonders interessant.

Ausgerechnet in diesem engen Raum, in dem Holly eigentlich nur Angst haben kann, entsteht langsam ein Gespräch zwischen den beiden. Die Situation wirkt zunächst fast zufällig und bekommt dann eine ganz andere Bedeutung. Gerade diese ersten Gespräche fand ich interessant, weil beide etwas voreinander verbergen und trotzdem schnell eine gewisse Nähe entsteht.
Holly war für mich eine Figur, bei der man gerne etwas genauer hinschaut. Sie wirkt verletzlich, versucht aber gleichzeitig, sich nichts anmerken zu lassen. Auch Lexx bleibt zunächst schwer einzuschätzen. Als klar wird, wer wirklich hinter dem unbekannten Mann aus dem Fahrstuhl steckt, wird es für Holly plötzlich schwierig.
Es gibt einige schöne Momente in der Geschichte, aber manches ging mir auch etwas zu schnell. Vor allem manche Entwicklungen zwischen Holly und Lexx hätten für meinen Geschmack etwas mehr Zeit gebraucht. Trotzdem wollte ich wissen, wie es mit den beiden weitergeht und was noch alles ans Licht kommt.
Auch der Gegensatz zwischen Hollys Leben im Verborgenen und Lexx' Leben in der Öffentlichkeit hat für mich gut funktioniert. Zwei Menschen, die eigentlich kaum unterschiedlicher sein könnten und die trotzdem etwas miteinander verbindet. Die Liebesgeschichte bleibt dadurch nicht ganz ohne Spannung.
Holly und Lexx haben mich beim Lesen jedenfalls gerne begleitet. Nicht alles war ganz rund und manches hätte für meinen Geschmack etwas mehr Zeit gebraucht. Trotzdem habe ich die beiden und ihre Geschichte gerne verfolgt.
4 Sterne.

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Eine Begegnung, die alles verändert
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Heimat ist mehr als nur ein Ort

Ist doch schön hier von Miriam Burdelski

Liesel begleitet ihre Großmutter Emmi in die frühere Heimat der Familie. Mit dieser Reise beginnt nicht nur die Suche nach alten Spuren, sondern auch ein Blick auf vieles, worüber in der Familie lange nicht gesprochen wurde.
Schnell wird klar, dass nicht nur die Vergangenheit eine Rolle spielt. Viel wichtiger sind die Menschen und das, was sie mit sich tragen.

Alte Erinnerungen kommen zurück und nach und nach wird verständlicher, warum manches verschwiegen wurde.
Die gemeinsame Reise verändert auch das Verhältnis zwischen Liesel und Emmi. Anfangs bleibt vieles unausgesprochen, doch langsam lernen die beiden Frauen einander besser kennen. Gerade diese Entwicklung wirkt natürlich und macht die beiden Figuren nahbar.
Die Gefühle der Figuren werden zurückhaltend beschrieben. Oft sagen kleine Gespräche oder kurze Augenblicke mehr als viele Worte. Dadurch entsteht eine Nähe zu den Menschen in der Geschichte, ohne dass die Handlung übertrieben wirkt.
Die Reise in die ehemalige Provinz Ostpreußen wird mit vielen kleinen Details beschrieben. Alte Gutshäuser, Alleen und die Nähe zur Ostsee geben den Erinnerungen einen Ort und machen die Vergangenheit greifbarer.
Die Frage nach Heimat begleitet die Geschichte immer wieder. Dabei geht es nicht nur um einen bestimmten Platz, sondern auch um Menschen, Erinnerungen und das Gefühl, irgendwo seinen Platz zu haben.
Besonders geblieben ist mir die Verbindung zwischen Vergangenheit und Gegenwart. Manche Erlebnisse begleiten Familien über viele Jahre und beeinflussen auch die nächste Generation. Genau dieser Gedanke machte den Roman für mich interessant.
Die Geschichte von Liesel und Emmi erzählt von Erinnerungen, Familie und dem Umgang mit Dingen, die lange verborgen waren. Die ruhige Erzählweise und die persönlichen Einblicke haben mir sehr gut gefallen. 5 Sterne.

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Heimat ist mehr als nur ein Ort
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Ein schöner Abschluss der Ostsee Trilogie

Spuren des Glücks von Mia Milberg

Nach den schweren Jahren des Krieges scheint für Vroni zunächst ein ruhigeres Leben möglich zu sein. Mit ihrem Mann Karl und den vier Kindern hat sie zwar eine Familie, um die sie sich kümmert, doch für Vroni ist damit nicht alles gesagt. Sie merkt immer mehr, dass in ihrem eigenen Leben noch etwas fehlt.

Sie möchte nicht nur für andere da sein, sondern auch herausfinden, was sie selbst eigentlich möchte.
Vroni war für mich eine Frau, die lange versucht, es allen recht zu machen. Doch innerlich gibt sie sich damit nicht zufrieden. Karl hat seine Arbeit und seine alten Kränkungen, während Vroni immer stärker spürt, dass auch ihre eigenen Wünsche einen Platz haben sollten. Das sorgt zwischen Vroni und Karl immer wieder für Spannungen. Beide gehen mit ihren Vorstellungen vom Leben anders um, und gerade das macht ihr Zusammenleben nicht einfacher.
Dabei mochte ich, dass Vroni nicht als starke Frau dargestellt wird, die von Anfang an genau weiß, was sie will. Sie muss erst selbst herausfinden, was ihr fehlt und welchen Weg sie gehen möchte. Das machte ihren Kampf um ein eigenes Leben für mich glaubwürdig und hat mich an einigen Stellen auch nachdenklich gemacht.
Eine schöne Seite der Geschichte war für mich die Musik. Sie bringt etwas in Vroni zum Vorschein, das lange keinen richtigen Platz in ihrem Leben hatte. Gleichzeitig verändert sich dadurch einiges. Aus einem Wunsch, den sie vielleicht selbst lange nicht ernst genommen hat, wird langsam eine Möglichkeit, etwas Eigenes aufzubauen.
Auch Fritz Becker spielt in Vronis Gedanken noch eine Rolle. Die Erinnerungen an ihn zeigen, dass manches aus ihrer Vergangenheit noch nicht abgeschlossen ist und sie sich deshalb auch mit ihren eigenen Gefühlen auseinandersetzen muss. Dabei geht es nicht nur um eine alte Liebe. Vielmehr wird deutlich, dass Vroni sich fragen muss, was sie eigentlich glücklich macht und ob sie bereit ist, dafür Veränderungen in Kauf zu nehmen. Dadurch wollte ich wissen, wie Vroni sich am Ende entscheiden wird.
Die Zeit nach dem Krieg kommt dabei glaubwürdig herüber. Von einem unbeschwerten Neuanfang kann für Vroni und ihre Familie noch lange keine Rede sein. Vieles muss sich erst wieder einspielen und auch die Menschen tragen ihre Erfahrungen aus den vergangenen Jahren mit sich. Das merkt man besonders im Umgang zwischen Vroni und Karl.
Zwischendurch gibt es für Vroni aber auch kleine Lichtblicke. Sie spürt, dass sich für sie etwas verändern könnte und dass vielleicht noch ein anderer Weg vor ihr liegt. Gerade dieser Wechsel hat mir gut gefallen. Vroni bekommt ihren Weg nicht einfach geschenkt, sondern muss sich vieles selbst erkämpfen.
Vronis Weg war für mich nicht immer leicht zu verfolgen, gerade weil sie sich zwischen ihrer Familie, ihren eigenen Wünschen und den Erwartungen ihrer Zeit entscheiden muss. Trotzdem konnte ich ihre Gedanken und ihr Verhalten gut nachvollziehen. Es gab Stellen, an denen ich mir gewünscht hätte, dass sie etwas mutiger für sich selbst einsteht. Umso schöner war es, ihre Veränderung mitzuerleben.
Mia Milberg erzählt die Geschichte in einer ruhigen und gut verständlichen Art. Die Menschen in der Geschichte haben ihre guten und ihre schwierigen Seiten. Vroni ist keine Frau, die immer alles richtig macht. Sie zweifelt, trifft Entscheidungen, die nicht jedem gefallen, und muss mit den Folgen leben. Dadurch konnte ich sie als Figur gut greifen und ihren Weg gerne mitverfolgen.
Mit „Spuren des Glücks“ endet zugleich die Ostsee Trilogie. Als dritter und letzter Band führt die Geschichte noch einmal zurück zu einer Familie, deren Weg über mehrere Bücher hinweg begleitet wurde. Für mich war es ein passender Abschluss dieser Reihe.
5 Sterne.

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Ein schöner Abschluss der Ostsee Trilogie
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Ein würdiger Abschluss der Familiengeschichte

Das Haus Lorimer - Schicksalsjahre von Anne Melville

Als die Geschichte beginnt, scheint das Leben der Familie Lorimer noch in ruhigen Bahnen zu verlaufen. Doch dieses Gefühl hält nicht lange an. Mit dem Krieg verändert sich nach und nach alles. Beim Lesen war sehr gut zu spüren, wie aus Zuversicht Unsicherheit wird und wie jede Entscheidung plötzlich eine viel größere Bedeutung bekommt.

Besonders interessant fand ich, dass nicht nur die Ereignisse des Krieges im Mittelpunkt stehen. Erzählt wird auch, wie sich das Leben der Menschen verändert, die zu Hause bleiben. Margaret kümmert sich um die Verwundeten im Militärkrankenhaus, Kate geht ihren eigenen Weg als Ärztin. Gerade dadurch bekam die Geschichte für mich viele persönliche Seiten, die glaubhaft wirkten.
Immer wieder gab es Szenen, in denen gar nicht viel passierte und die trotzdem lange im Kopf geblieben sind. Ein Gespräch, ein Blick oder das Warten auf Nachrichten haben oft mehr ausgedrückt als große Worte. Solche Momente haben die Figuren für mich greifbar gemacht.
Gut gefallen hat mir auch, dass die Geschichte niemanden zum Helden macht. Jeder trägt seine Sorgen auf seine eigene Weise. Manche geben nicht auf, andere stoßen an ihre Grenzen. Das wirkte ehrlich und hat gut zu der Zeit gepasst, in der die Handlung spielt.
Die Seiten haben sich ruhig lesen lassen, auch wenn immer wieder schwierige Ereignisse ihren Platz haben. Es gibt traurige Augenblicke, aber auch kleine Hoffnungen, die zeigen, dass das Leben selbst in schweren Zeiten weitergeht. Diese Mischung hat die Lektüre für mich getragen.
Für mich ist dieser dritte Band ein gelungener Abschluss der Reihe. Viele Handlungsfäden finden ihren Platz, ohne dass alles zu glatt oder zu einfach wirkt. Am Ende blieb das Gefühl zurück, die Familie über einen langen Abschnitt ihres Lebens begleitet zu haben. Gerade deshalb fiel der Abschied ein wenig schwer.
5 Sterne.

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Wenn das Leben neue Pläne macht

Ein neuer Morgen im kleinen Haus am Strand von Rachel Hanna

Julie hat sich ihr kleines Haus am Strand nicht einfach ausgesucht. Es ist der Ort, an dem sie nach allem, was hinter ihr liegt, noch einmal neu anfangen möchte. Am Anfang hatte ich das Gefühl, dass endlich etwas Ruhe eingekehrt ist. Umso schneller wird klar, dass das Leben andere Pläne hat. Kaum scheint alles in die richtige Richtung zu gehen, steht das Unerwartete schon wieder vor der Tür.

Besonders gern habe ich die Abschnitte mit Dixie gelesen. Die Rückkehr ihres Sohnes bringt vieles durcheinander und man spürt, dass niemand so recht weiß, wie er mit dieser Situation umgehen soll. Es gibt keine schnellen Antworten und genau das hat für mich gut gepasst.
Julie versucht immer wieder, für ihre Familie da zu sein. Gleichzeitig merkt sie, dass ihre Töchter ihre eigenen Entscheidungen treffen müssen, auch wenn sie manches anders machen würden. Diese Momente kamen ganz ohne großes Drama aus und wirkten gerade deshalb ehrlich.
Auch Dawson spielt wieder eine wichtige Rolle. Zwischen ihm und Julie passiert nichts Hals über Kopf. Beide gehen vorsichtig miteinander um und lassen sich Zeit. Das machte ihre gemeinsame Geschichte angenehm zu lesen.
Die kleine Küstenstadt ist diesmal wieder ein Ort, an den man gern zurückkehrt. Die Menschen kennen sich, reden miteinander und helfen sich, wenn es nötig ist. Das zieht sich durch das ganze Buch und gibt vielen Szenen eine ruhige Stimmung.
Nicht jede Entwicklung hat mich überrascht. Manche Dinge waren schon früh zu erahnen. Das hat mich aber kaum gestört, weil für mich nicht die Spannung im Mittelpunkt stand. Viel wichtiger war zu sehen, wie die Figuren mit dem umgehen, was auf sie zukommt.
Nach den letzten Seiten hatte ich das Gefühl, Julie und die anderen ein gutes Stück begleitet zu haben. Es ist keine Geschichte, die von großen Wendungen lebt. Für mich waren es eher die vielen kleinen Augenblicke, die im Gedächtnis geblieben sind. Wer den ersten Band mochte, wird sich auch hier schnell wieder zurechtfinden und vertraute Gesichter wiedersehen.
4 Sterne.

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Wenn das Leben neue Pläne macht
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Was geschah auf Arancór?

Calling Oceans von Josephine Cantrell

Von Anfang an hatte ich das Gefühl, dass auf Arancór nicht alles so ist, wie es auf den ersten Blick scheint. Nach und nach wurde deutlicher, was in jener Sommernacht passiert sein könnte. Trotzdem blieben immer wieder Fragen offen. Genau das hat meine Neugier bis zum Schluss geweckt.
Nola kann das Verschwinden ihrer besten Freundin Emma auch nach acht Jahren nicht vergessen.

Ihre Rückkehr nach Arancór und der Wunsch, endlich Antworten zu finden, waren für mich gut verständlich. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, gemeinsam mit ihr den Spuren zu folgen und langsam herauszufinden, was damals wirklich passiert ist. Dabei wurde deutlich, dass manche Menschen lieber schweigen, als sich der Wahrheit zu stellen.
Aidan fügt sich sehr gut in die Geschichte ein. Er ist ein ruhiger Mensch, der nicht sofort alles von sich erzählt und selbst einiges mit sich herumträgt. Die Nähe zwischen ihm und Nola entwickelt sich Schritt für Schritt und wirkt dadurch echt. Ihre Beziehung nimmt Raum ein, ohne die eigentliche Suche nach der Wahrheit zu verdrängen.
Die irische Küste, das Meer und das Anwesen Arancór haben mich beim Lesen begleitet. Ich konnte mir die Umgebung gut vorstellen und hatte oft das Gefühl, dass dieser Ort seine eigenen Geheimnisse bewahrt. Die Landschaft passt sehr gut zu der Geschichte und verstärkt die Spannung, ohne sich in den Vordergrund zu stellen.
Je weiter Nola kommt, desto mehr verändert sich der Blick auf einzelne Ereignisse und Personen. Manche meiner Vermutungen haben sich bestätigt, andere wurden durch neue Hinweise wieder infrage gestellt. Gerade dieses Wechselspiel hat dafür gesorgt, dass ich immer wissen wollte, wie alles zusammenhängt.
Was mir besonders aufgefallen ist, sind die Figuren mit ihren eigenen Geschichten. Niemand wirkt einfach nur wie ein Teil der Handlung. Jede Person hat ihre Sorgen, Wünsche und Gründe für ihr Verhalten. Dadurch konnte ich viele Entscheidungen besser verstehen und die Charaktere wirkten lebendig.
Am Ende haben sich die offenen Fragen nach und nach geklärt. Für mich hat sich alles zu einem passenden Gesamtbild verbunden. Die Mischung aus Geheimnissen, Spannung und Gefühlen hat mir schöne Lesestunden geschenkt. Ich habe das Buch sehr gern gelesen und vergebe dafür fünf Sterne.

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Was geschah auf Arancór?