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Rezensionen von Shilo:

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Wenn die Götter zürnen

Priesterin von Thera von Iny Lorentz

Die junge Priesterin Atala lebt auf Thera, bis ein schweres Erdbeben ihr bisheriges Leben verändert. Ausgerechnet ihre eigene Tante gibt ihr die Schuld an dem Unglück. Atala wird deshalb für drei Jahre in ein weit entferntes Land geschickt. Dort muss sie sich in einer völlig fremden Umgebung zurechtfinden und gerät bald in eine gefährliche Sache hinein.

Beran, der jüngere Sohn des Stammesfürsten, wird dabei immer wichtiger für sie.
Atalas Leben als Priesterin fand ich interessant, weil dadurch auch die Vorstellungen der Menschen dieser Zeit eine große Rolle spielen. Die Götter bestimmen ihren Alltag und viele Entscheidungen werden von den religiösen Regeln beeinflusst. Gleichzeitig ist Atala aber keine Frau, die einfach hinnimmt, was andere für sie bestimmen. Sie denkt mit und versucht, aus schwierigen Situationen wieder herauszukommen.
Auch die fremde Welt, in die Atala durch ihre Verbannung kommt, wird ausführlich beschrieben. Beim Lesen musste ich mich erst einmal auf diese andere Lebensweise einlassen. Die Menschen leben nach ihren eigenen Regeln und auch Beran hat seine Pflichten und Vorstellungen. Zwischen ihm und Atala entwickelt sich die Beziehung nicht plötzlich, sondern wächst nach und nach. Durch die Gefahren, die sie gemeinsam erleben, lernen sie einander besser kennen. Diese Entwicklung konnte ich gut nachvollziehen.
Immer wieder gibt es Situationen, in denen Atala ihr Wissen und ihren Mut braucht. Dadurch bleibt die Handlung abwechslungsreich. Gleichzeitig merkt man, dass sie selbst nicht genau weiß, was ihre Zukunft bringen wird. Besonders dieser Teil ihrer Geschichte hat mich immer wieder beschäftigt.
Über allem liegt von Anfang an das Wissen um den Vulkanausbruch auf Thera. Je näher die Ereignisse diesem Punkt kommen, desto gespannter war ich darauf, wie es weitergeht. Die Katastrophe selbst wird eindringlich geschildert. Beim Lesen war die Vorstellung beklemmend, dass für die Menschen dort innerhalb kurzer Zeit nichts mehr so sein wird wie vorher. Besonders bedrückend fand ich den Gedanken, dass sie kaum eine Möglichkeit haben, dem Geschehen zu entkommen.
Nicht jede Stelle konnte mich gleich stark fesseln. Zwischendurch gab es Abschnitte, bei denen mir die Handlung etwas zu langsam voranging. Das hat den Gesamteindruck aber nicht kaputt gemacht, denn gerade die Ereignisse rund um Atala und Beran haben mich immer wieder zurück in die Geschichte gezogen.
Sehr gut gefallen hat mir auch die Verbindung zwischen dem persönlichen Schicksal der beiden und den großen Ereignissen dieser Zeit. Dadurch geht es nicht nur um eine Liebesgeschichte oder um eine historische Katastrophe. Es wird auch gezeigt, wie einzelne Menschen mit Veränderungen umgehen müssen, auf die sie keinen Einfluss haben.
Insgesamt war es für mich eine interessante Reise in eine sehr weit zurückliegende Zeit. Atala ist eine Hauptfigur, deren Weg nicht immer einfach ist und bei der sich vieles erst nach und nach entwickelt. Dazu kommen die fremde Lebensweise, die Bedeutung der Götter und schließlich der gewaltige Vulkanausbruch. Einige Längen gab es für mich zwar, trotzdem habe ich das Buch gerne gelesen und vergebe dafür 4 Sterne.

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Wenn die Götter zürnen
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Zwischen Hoffnung und Enttäuschung

Good for Nothing Girl von Sefi Atta

Gift ist 17 Jahre alt und möchte ihre Heimatstadt in Nigeria hinter sich lassen. Sie möchte studieren und endlich selbst bestimmen, wie ihr Leben aussehen soll. Deshalb nimmt sie die Möglichkeit an, als Au Pair Mädchen in die USA zu gehen. Sie verbindet damit viele Hoffnungen. Doch schon bald merkt sie, dass ihre Gastfamilie ihre Versprechen nicht so einhält, wie sie es erwartet hat.

Beim Lesen konnte ich verstehen, warum Gift zunächst so hoffnungsvoll ist. Sie glaubt, dass sich durch die Reise vieles für sie ändern wird. Stattdessen kümmert sie sich fast rund um die Uhr um das Baby und muss immer mehr Aufgaben im Haushalt übernehmen. Gleichzeitig wird ihre Einschreibung an der Universität ständig hinausgeschoben. Das hat mich beim Lesen teilweise wütend gemacht, weil Gift immer mehr leisten muss und kaum eine Möglichkeit hat, sich zu wehren.
Gift ist eine interessante Hauptfigur. Sie weiß anfangs selbst nicht genau, wie sie mit ihrer Situation umgehen soll. Einerseits ist sie noch jung und wirkt manchmal etwas naiv. Andererseits hat sie einen starken eigenen Willen. Mit der Zeit wird immer deutlicher, dass sie nicht bereit ist, sich alles gefallen zu lassen. Diese Veränderung habe ich beim Lesen aufmerksam verfolgt.
Auch die Unterschiede zwischen Nigeria und den USA spielen eine wichtige Rolle. Gift lernt eine völlig andere Umgebung kennen und muss dabei feststellen, dass ein Neuanfang nicht automatisch bedeutet, frei zu sein. Sie ist auf andere angewiesen und muss sich mit deren Vorstellungen auseinandersetzen. Der trockene Humor der Autorin hat einige dieser ernsten Situationen etwas aufgelockert.
Ganz überzeugen konnte mich die Geschichte trotzdem nicht. Zwischendurch gab es für mich einige Längen. Manche Situationen zogen sich und wiederholten sich in ähnlicher Form. An diesen Stellen war ich nicht mehr ganz so aufmerksam und habe mich gefragt, wann es für Gift endlich weitergeht.
Insgesamt habe ich Gift auf ihrem schwierigen Weg gerne begleitet. Besonders interessant fand ich, wie sie sich im Laufe der Geschichte verändert und immer mehr für sich selbst einsteht. Die Geschichte spricht wichtige Themen an und zeigt, wie schwer es sein kann, aus einer Situation herauszukommen, in der man auf andere angewiesen ist. Ganz gepackt hat sie mich allerdings nicht, deshalb sind es am Ende drei Sterne geworden.

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Zwischen Hoffnung und Enttäuschung
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Gefühle, Spannung und eine zweite Chance

Wo der Morgen wartet von Jessica Winter

Scarlett hat sich ganz dem Schutz junger Frauen verschrieben und in Brooklyn einen Ort geschaffen, an dem sie Sicherheit und Hilfe finden. Als eines der Mädchen plötzlich verschwindet, begegnet sie ausgerechnet Sam wieder. Die beiden kennen sich noch aus ihrer Schulzeit, und man merkt schnell, dass zwischen ihnen längst nicht alles vergessen ist.

Scarlett und Sam waren mir von Anfang an sympathisch. Beide haben Erfahrungen gemacht, die sie geprägt haben, und beide tun sich schwer damit, anderen wieder zu vertrauen. Sam kommt gerade von einem schwierigen Einsatz beim FBI zurück und ist selbst noch nicht ganz mit dem fertig, was er dort erlebt hat. Scarlett hat ebenfalls ihre Gründe, warum sie andere Menschen auf Abstand hält. Dadurch konnte ich ihre Gedanken und ihr Verhalten gut nachvollziehen.
Die Verbindung von Liebesgeschichte und Spannung hat mir sehr gut gefallen. Es bleibt eine Bedrohung bestehen, während sich zwischen Scarlett und Sam langsam wieder etwas entwickelt. Dabei geht es nicht nur um ihre alten Gefühle. Beide müssen sich auch fragen, ob sie den anderen wieder wirklich an sich heranlassen können. Diese Unsicherheit und die kleinen Schritte aufeinander zu wirkten auf mich glaubwürdig.
Gut fand ich auch die unterschiedlichen Blickwinkel. Dadurch bekam ich einen besseren Eindruck davon, was in Scarlett und Sam vorgeht. Sam hat seinen letzten Undercover Einsatz noch nicht hinter sich gelassen. Man merkt ihm an, dass ihn das Erlebte weiter begleitet. Gleichzeitig wird es rund um das Safe House immer schwieriger, sodass Scarlett und Sam sich mit der Gefahr auseinandersetzen müssen.
Ein paar Situationen sind mir beim Lesen länger im Kopf geblieben. Scarlett setzt sich mit viel Einsatz für die jungen Frauen ein, während Sam alles daransetzt, sie zu schützen. Gerade diese beiden Seiten haben mich beschäftigt. Zwischen den ernsteren Momenten gibt es auch Szenen, in denen die beiden einfach miteinander sein können. Das hat der Geschichte eine gute Mischung gegeben und verhindert, dass alles nur von der Bedrohung bestimmt wird.
Ich mochte es, Scarlett und Sam auf diesem Weg zu begleiten. Ihre gemeinsame Vergangenheit spielt dabei eine wichtige Rolle, ohne dass die Handlung ständig darauf herumreitet. Es fällt ihnen nicht leicht, wieder Nähe zuzulassen. Alte Unsicherheiten sind noch da und beide müssen erst herausfinden, ob sie einander wirklich wieder vertrauen können.
Die Mischung aus Gefühlen und Spannung hat für mich gut funktioniert. Scarlett und Sam sind mir im Laufe des Buches immer näher geworden, und ich habe mitgefiebert, ob sie trotz ihrer gemeinsamen Vergangenheit noch einmal zueinanderfinden. Deshalb vergebe ich gerne 5 Sterne.

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Gefühle, Spannung und eine zweite Chance
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Ein Neuanfang unter der Mitternachtssonne

Im Schein der Mitternachtssonne von Judith B. Carrol

Sophie hatte ihr Leben genau geplant. Doktorarbeit, Hochzeit und Karriere gehörten für sie fest zu ihren Zukunftsplänen. Doch als sie ihren Verlobten mit ihrer besten Freundin erwischt, bricht für sie eine Welt zusammen. Sie braucht Abstand und flieht nach Island. Dort möchte sie endlich das tun, was sie schon lange vorhatte, mit Walen arbeiten.

Ihren Wunsch, ganz neu anzufangen, konnte ich gut verstehen.
In Island begegnet sie Kató, der selbst mit einigen Problemen zu kämpfen hat. Sein Bruder liegt nach einem Unfall im Koma und auch das Familienunternehmen steht vor dem Aus. Deshalb kehrt Kató nach sieben Jahren in New York in seine Heimat zurück. Seine erste Begegnung mit Sophie verläuft allerdings ziemlich schlecht. Dass sie ausgerechnet auf seinem Whale Watching Boot arbeiten muss, macht die Sache nicht einfacher.
Ich fand es interessant zu beobachten, wie die beiden trotz ihrer schwierigen ersten Begegnung immer wieder miteinander zu tun haben. Sophie braucht die Arbeit und Kató kann ihre Kenntnisse gebrauchen. Nach und nach lernen sie sich besser kennen. Dabei merkt man, dass beide einiges mit sich herumtragen und nicht einfach so weitermachen können wie bisher.
Sophie hat mir als Figur gut gefallen. Sie lässt sich durch den Betrug zwar zunächst völlig aus der Bahn werfen, versucht aber trotzdem, ihr Leben wieder selbst in die Hand zu nehmen. In Island verändert sich nach und nach ihre Sicht auf vieles. Sie entdeckt dabei auch Seiten an sich, die in ihrem bisherigen Leben wenig Platz hatten. Diese Entwicklung habe ich gerne verfolgt.
Auch Kató wird im Laufe der Handlung verständlicher. Seine Rückkehr nach Island ist für ihn mit vielen Sorgen verbunden. Er muss sich um seinen Bruder kümmern und gleichzeitig versuchen, das Familienunternehmen zu retten. Dabei kommen auch Dinge aus seiner Vergangenheit zur Sprache, die erklären, weshalb er seine Heimat damals verlassen hat.
Faszinierend fand ich die Beschreibungen von Island. Die raue Landschaft, das Meer und die Mitternachtssonne vermitteln ein ganz besonderes Bild von diesem Land. Besonders eindrucksvoll sind die Fahrten mit dem Whale Watching Boot. Die Begegnungen mit den Walen werden anschaulich beschrieben und man merkt, wie viel Sophie diese Tiere bedeuten. Dadurch bekommt auch ihre Arbeit eine wichtige Bedeutung.
Die Liebesgeschichte zwischen Sophie und Kató entwickelt sich nicht einfach von einem Moment auf den anderen. Ihre unterschiedlichen Vorstellungen und die Probleme, die beide mitbringen, sorgen immer wieder für Unsicherheit. Das hat die Beziehung für mich glaubwürdig gemacht. Ich war gespannt, ob sie trotz aller Schwierigkeiten einen gemeinsamen Weg finden.
Beim Lesen konnte ich mit Sophie mitfühlen und verstehen, warum sie nach dem Erlebten erst einmal Abstand von ihrem bisherigen Leben braucht. Gleichzeitig war es interessant zu sehen, wie sie in Island immer mehr bei sich selbst ankommt. Auch Katós schwierige Situation hat mich beschäftigt, denn hinter seinem Verhalten steckt mehr, als zunächst zu erkennen ist.
Mir hat die Mischung aus Liebesgeschichte, Neuanfang, Familienproblemen und der Welt der Wale sehr gefallen. Dazu kommt Island als besonderer Schauplatz, der der Geschichte ihren eigenen Charakter gibt. Ich habe Sophie und Kató gerne auf ihrem Weg begleitet und war gespannt, wie sich ihr gemeinsames Leben weiterentwickelt.
Für mich war es eine schöne Geschichte über einen Neuanfang und den Mut, das eigene Leben noch einmal neu zu betrachten. Die besondere Landschaft Islands, die Arbeit mit den Walen und die persönliche Entwicklung der beiden Hauptfiguren machen das Buch zu einem abwechslungsreichen Leseerlebnis. Dafür vergebe ich sehr gerne 5 Sterne.

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Ein Neuanfang unter der Mitternachtssonne
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Wenn plötzlich alles verloren ist

Die Tochter vom Einödhof - Claras Geheimnis von Irene Zimmermann

Clara muss innerhalb kurzer Zeit vieles verkraften. Sie verliert ihren Hof und steht plötzlich ohne eigenes Vermögen da. Damit verändert sich ihr ganzes Leben. Trotzdem versucht sie, nicht aufzugeben und ihren Platz an der Seite von Georg zu behalten.
Beim Lesen war gut zu spüren, wie schwierig Claras Lage ist.

Sie kann nur wenig selbst entscheiden und ist oft darauf angewiesen, dass andere über ihre Zukunft bestimmen. Gerade das hat mich beschäftigt, denn Clara versucht trotz allem, ihre Würde zu bewahren und nicht den Mut zu verlieren.
Auch auf dem Gruberhof wird ihr das Leben nicht leichter gemacht. Clara findet dort zunächst eine Unterkunft und hofft darauf, mit Georg eine gemeinsame Zukunft aufbauen zu können. Doch mit Selmas Auftauchen wird diese Hoffnung auf eine harte Probe gestellt. Dadurch kommt immer mehr Unruhe in die Geschichte.
Es war interessant zu verfolgen, wie Clara mit den neuen Schwierigkeiten umgeht. Sie muss sich mit Menschen auseinandersetzen, die ihr nicht wohlgesonnen sind, und gleichzeitig versuchen, für sich selbst einen Weg zu finden. Dabei wird deutlich, dass sie zwar immer wieder unsicher ist, sich aber nicht einfach ihrem Schicksal ergibt.
Clara ist eine Figur, deren Gefühle gut nachvollziehbar sind. Ihre Angst vor dem, was vor ihr liegt, und ihre Sorgen um ihre Zukunft werden verständlich dargestellt. Gleichzeitig zeigt sie immer wieder Stärke, auch wenn sie selbst das vielleicht nicht so empfindet.
Das Leben auf dem Hof, die familiären Probleme und die damaligen Verhältnisse passen gut zusammen. Gerade die Abhängigkeit von Besitz und Familie wird deutlich. Für Frauen gab es nur wenige Möglichkeiten, ihr Leben selbst zu bestimmen. Dieser Teil der Geschichte hat mir ein gutes Bild von Claras schwieriger Situation vermittelt.
Manche Entwicklungen waren für mich schon etwas vorhersehbar. Trotzdem blieb die Geschichte interessant und ließ sich flüssig lesen. Vor allem wollte ich wissen, wie Clara mit allem umgehen wird und ob es ihr gelingt, sich aus ihrer schwierigen Lage zu befreien.
Insgesamt ist es eine gefühlvolle Geschichte über Verlust, Liebe und Zusammenhalt. Clara steht dabei klar im Mittelpunkt und macht mit ihrem Schicksal neugierig auf den weiteren Verlauf. Ihre Art, trotz vieler Rückschläge nicht völlig aufzugeben, hat mir imponiert.
Für mich war es eine unterhaltsame historische Geschichte, bei der vor allem Claras Lebensweg und ihre schwierige Situation im Mittelpunkt stehen. Nicht alles war überraschend, aber die Geschichte konnte mich gut durch die Handlung führen.
4 Sterne und eine Leseempfehlung für Fans historischer Romane.

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Wenn plötzlich alles verloren ist
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Ein dunkles Kapitel kommt ans Licht

Das Lächeln der Kinder von Julia Kröhn

Schon Lori und Milena haben mich beim Lesen sehr beschäftigt. Zwischen ihren Lebensgeschichten liegen viele Jahrzehnte, trotzdem gibt es eine Verbindung zwischen den beiden Frauen, die sich erst nach und nach zeigt. Beide kümmern sich um Kinder, die durch Krieg und Gewalt viel verloren haben und von anderen Menschen vergessen wurden.

Loris Geschichte spielt in der Zeit nach dem Zweiten Weltkrieg. Sie setzt sich für Kinder ein, die von den Nationalsozialisten aus ihrer Heimat im Osten verschleppt wurden. Die Schicksale dieser Kinder haben mich sehr betroffen gemacht. Sie mussten Dinge erleben, die kein Kind erleben sollte. Lori versucht, ihnen zu helfen und ihnen wieder ein Stück Sicherheit zu geben. Dabei wird auch deutlich, wie viel Kraft dieser Einsatz von ihr verlangt.
In der Gegenwart ist es Milena, die sich um einen ukrainischen Jungen kümmert. Er wurde während des Krieges nach Russland verschleppt. Gerade dieser Teil hat mich nicht losgelassen, denn wieder sind es Kinder, die mit den Folgen eines Krieges leben müssen. Beim Lesen wurde mir dadurch sehr deutlich, dass solche Schicksale nicht einfach der Vergangenheit angehören.
Die beiden Zeitebenen haben für mich gut zusammengepasst. Nach und nach ergeben sich neue Zusammenhänge und ich wollte wissen, was Lori und Milena tatsächlich miteinander verbindet. Ich habe deshalb beim Lesen immer genauer auf die Hinweise geachtet. Erst nach und nach wird klar, was hinter der Verbindung der beiden Frauen steckt. Das hat meine Neugier bis zum Ende aufrechterhalten.
Julia Kröhn erzählt hier von einem sehr schwierigen Kapitel der Geschichte und stellt ihm eine Geschichte aus der Gegenwart gegenüber. Dabei begegnen einem Menschen, die trotz allem versuchen, für andere da zu sein. Gerade bei den Kindern hat mich manches sehr traurig gemacht. Es gab aber auch Stellen, bei denen ich das Gefühl hatte, dass sich trotz all des Erlebten noch etwas zum Guten wenden kann.
Ich musste beim Lesen öfter darüber nachdenken, was solche Erlebnisse mit einem Menschen machen und wie sehr sie ein ganzes Leben prägen können. Besonders bei den Kindern war das für mich schwer auszuhalten. Was ihnen genommen wurde, kann man nicht einfach ungeschehen machen. Umso wichtiger war mir, dass die Wahrheit über das Geschehene nicht verborgen bleibt und die Betroffenen nicht vergessen werden.
Am Ende bleibt bei mir vor allem die Geschichte von Lori und Milena und ihr Einsatz für Kinder zurück. Beide Frauen gehen ihren eigenen Weg und trotzdem verbindet sie viel mehr, als zunächst zu erkennen ist. Die Verbindung der beiden Zeitebenen hat mir dabei gut gefallen und auch das Geheimnis dahinter hat mich bis zum Schluss beschäftigt. Die Geschichte hat mich berührt und an einigen Stellen sehr nachdenklich gemacht. Lori, Milena und die Schicksale der Kinder sind mir auch nach dem Lesen noch im Kopf geblieben. Deshalb vergebe ich sehr gerne 5 Sterne.

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Ein dunkles Kapitel kommt ans Licht
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Zwischen Familie und eigenen Wünschen

Hinaus in den Wind von Trude Teige

Das Leben an der norwegischen Küste ist hart. Kristiane hat sich dort trotzdem ihren eigenen Platz erkämpft und übernimmt viel Verantwortung für ihre Familie. Man merkt aber auch, dass sie selbst nicht immer weiß, welcher Weg der richtige ist und dass sie einige Sorgen mit sich trägt.
Die Beziehung zu ihren Kindern hat mich beim Lesen besonders beschäftigt.

Kristiane wünscht sich, dass Anders die Familientradition fortführt und Schiffslotse wird. Doch Anders möchte sein eigenes Leben führen und fühlt sich zur Musik hingezogen. Für Kristiane ist das nicht leicht. Sie muss lernen, dass ihr Sohn andere Wünsche hat als sie. Dieser Teil der Geschichte hat mir gut gefallen, weil solche unterschiedlichen Vorstellungen innerhalb einer Familie sehr menschlich wirken.
Auch die Geschichte um das tote Kind, das Kristiane am Strand findet, bringt viel Unruhe in die kleine Fischergemeinschaft. Natürlich stellt sich die Frage, was passiert ist und wer die Mutter des Kindes ist. Gleichzeitig zeigt die Geschichte, wie streng die Menschen damals über andere urteilten. Schuld und Schande hatten einen großen Stellenwert. Einige Reaktionen konnte man kaum nachvollziehen, aber sie passten zu der Zeit, in der die Geschichte spielt.
Sehr schön fand ich die Beschreibungen der norwegischen Küste. Das Meer, der Wind und die raue Landschaft sind immer wieder Teil der Geschichte. Besonders wenn Kristiane zum Strand geht, bekommt die Handlung für mich eine ganz eigene Stimmung. Dort kann sie für kurze Zeit ihre Gedanken ordnen und Abstand von allem bekommen.
Kristiane ist eine Frau, die sich nicht einfach mit allem abfindet. Sie hat ihre Vorstellungen und versucht, diese auch durchzusetzen. Gleichzeitig kann sie nicht immer so handeln, wie sie es gerne möchte. Ihre Familie und die Erwartungen der Menschen in ihrem Umfeld spielen dabei eine große Rolle. Sie weiß zwar, was sie möchte, muss aber auch mit den Folgen ihrer Entscheidungen leben. Dass sie dabei nicht immer alles richtig macht, hat sie für mich nur menschlicher gemacht.
Trude Teige erzählt die Geschichte ruhig und verständlich. Neben den familiären Problemen gibt es immer wieder Stellen, an denen es spannend wird. Dazu kommen viele Einblicke in das Leben der Fischer und Seeleute. Auch die damalige Zeit wird gut vermittelt, ohne dass die Geschichte dadurch schwer zu lesen ist. An einigen Stellen hat mich die Handlung sehr berührt. Dabei blieb es aber immer angenehm zurückhaltend.
Ein Gedanke ist mir beim Lesen besonders aufgefallen: Es ist nicht einfach, den eigenen Weg zu gehen, wenn die Familie und die Tradition etwas anderes erwarten. Gerade Anders muss sich damit auseinandersetzen, was er selbst möchte und was von ihm erwartet wird. Auch Kristiane muss lernen, mit seinen Entscheidungen umzugehen.
Für mich war es eine schöne und bewegende Geschichte über Familie, Zusammenhalt und den Wunsch, das eigene Leben selbst zu bestimmen. Kristiane ist mir mit ihrer Stärke, aber auch mit ihren Zweifeln, sehr nahegekommen. Die raue norwegische Küste und das Leben der Menschen dort haben gut zu dieser Geschichte gepasst. Dafür gebe ich mit Überzeugung 5 Sterne.

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Zwischen Familie und eigenen Wünschen
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Wie aus einer Niederlage ein Welterfolg wurde

Der Parfümeur aus der Glockengasse, der ein Blumenmädchen liebte - Die Anfänge einer Duftdynastie von Arabella Meran

Im Köln des Jahres 1873 spielt diese Geschichte. Ferdinand Mülhens übernimmt das Dufthaus in der Glockengasse und hat dabei nicht nur mit den Schwierigkeiten seines Geschäfts zu kämpfen. Auf einer Reise nach Wien begegnet er Ottilie, einer Blumenverkäuferin. Ihre offene und mutige Art bleibt ihm nicht gleichgültig.

Aus dieser Begegnung entwickelt sich eine Beziehung, die durch ihre sehr unterschiedliche Herkunft immer wieder auf die Probe gestellt wird.
Die Geschichte von Ferdinand und Ottilie hat mir gut gefallen. Ottilie passt in den Augen von Ferdinands Familie nicht zu ihm, weil sie nicht aus den gleichen Verhältnissen kommt. Für sie ist es deshalb nicht leicht, ihren Platz zu finden. Beim Lesen konnte man gut merken, dass es damals viele Regeln gab, an die sich die Menschen halten mussten. Ottilie lässt sich davon allerdings nicht völlig bestimmen. Sie weiß, was sie möchte, und versucht, ihren eigenen Weg zu gehen. Das machte sie für mich zu einer sympathischen Figur.
Auch Ferdinand hat es nicht einfach. Neben den Problemen in seinem Geschäft muss er sich immer wieder mit seiner Familie und deren Erwartungen beschäftigen. Seine persönliche Geschichte bleibt dadurch eng mit der Entwicklung des Dufthauses verbunden. Das fand ich eine gute Verbindung, weil nicht nur die Liebesgeschichte im Mittelpunkt steht.
Die historischen Hintergründe haben mir ebenfalls gefallen. Man erfährt einiges über das damalige Köln, und auch die Parfümerie spielt eine wichtige Rolle. Die Düfte und das Geschäft von Ferdinand tauchen immer wieder auf und passen dadurch gut zur Handlung. Dazu kommt das Siebengebirge, das sich deutlich vom Leben in Köln unterscheidet und für einige ruhigere Momente sorgt.
Einige Stellen haben mich beim Lesen durchaus berührt. Besonders die Probleme, die Ferdinand und Ottilie wegen ihrer Beziehung haben, konnte ich gut nachvollziehen. Gegen die Familie und gegen das, was von ihnen erwartet wird, anzukommen, ist für beide nicht einfach. Gleichzeitig muss ehrlich gesagt werden, dass sich die Geschichte zwischendurch etwas gezogen hat. Manche Abschnitte waren mir einfach zu lang und ausführlich. Dadurch kam die Handlung an einigen Stellen nur langsam voran.
Trotzdem hat die Geschichte für mich insgesamt gepasst. Die Liebesgeschichte zusammen mit den historischen Ereignissen und Ferdinands Arbeit als Parfümeur fand ich interessant. Vor allem Ottilie ist mir dabei im Gedächtnis geblieben. Auch wenn es für sie nicht einfach ist, lässt sie sich nicht alles gefallen. Sie geht ihren eigenen Weg, so gut es unter den damaligen Umständen möglich ist.
Mir hat die Mischung aus der Liebesgeschichte und dem historischen Hintergrund gefallen. Auch Ferdinands Arbeit mit den Düften gibt der Geschichte ihren eigenen Rahmen. Dadurch geht es nicht nur um die Beziehung der beiden, sondern auch um seinen beruflichen Weg und das Dufthaus.
Die Anfänge des Dufthauses fand ich besonders interessant. Bei einigen Passagen hätte ich mir allerdings gewünscht, dass sie etwas kürzer gehalten wären. Trotzdem habe ich Ferdinand und Ottilie gerne auf ihrem Weg begleitet.
4 Sterne.

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Wie aus einer Niederlage ein Welterfolg wurde
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Eine Liebe über alle Grenzen

Am Fluss der tausend Inseln von Nadine Riedesel Freifrau zu Eisenbach

Friederike ist erst fünfzehn Jahre alt, als sie Friedrich kennenlernt. Die beiden verlieben sich und heiraten. Doch schon bald müssen sie getrennt leben, denn Friedrich wird als Offizier nach Amerika geschickt.
Friederikes Leben hat mich beim Lesen immer wieder beschäftigt. Sie ist noch sehr jung und muss trotzdem mit Situationen zurechtkommen, die ihr viel abverlangen.

Besonders interessant fand ich, wie sie sich im Laufe der Geschichte verändert. Aus dem jungen Mädchen wird eine starke Frau, die ihre Entscheidungen selbst trifft und dabei nicht nur an sich denkt.
Auch die Zeit, in der die Geschichte spielt, fand ich sehr interessant. Der Siebenjährige Krieg und die Ereignisse in den amerikanischen Kolonien bilden den Hintergrund. Dabei wird das historische Geschehen nicht einfach in den Vordergrund gestellt. Vielmehr geht es um die Menschen, die mit diesen Umständen leben mussten.
Die Liebe zwischen Friederike und Friedrich zieht sich durch die ganze Geschichte. Dabei bleibt es nicht bei schönen gemeinsamen Zeiten. Ihre Ehe wird durch die Trennung und die Ereignisse des Krieges immer wieder auf die Probe gestellt.
Friederike muss Entscheidungen treffen, die sicher nicht leicht für sie waren. Dass sie ihrem Mann nach Amerika folgt, fand ich besonders bemerkenswert. Sie lässt dafür ihr bisheriges Leben hinter sich und nimmt vieles auf sich. Gleichzeitig ist sie Mutter und hat damit auch Verantwortung für ihre Kinder. Nicht immer weiß sie, welcher Weg der richtige ist, aber sie stellt sich den Dingen.
Gerade diese persönlichen Seiten haben mir beim Lesen gefallen. Friederikes Gedanken und ihre Sorgen waren gut nachzuvollziehen. An manchen Stellen konnte man sich vorstellen, wie schwer es für sie gewesen sein muss, so weit von ihrem Mann entfernt zu sein.
Interessant fand ich auch, dass die Geschichte auf wahren Ereignissen beruht. Dadurch liest man manche Situationen noch einmal anders. Hinter der Geschichte stehen schließlich Menschen, die wirklich gelebt haben. Friederike und Friedrich mussten diese Jahre tatsächlich erleben und gemeinsam mit ihren Kindern durchstehen.
Friederikes Leben war alles andere als einfach. Trotzdem hat sie sich nicht unterkriegen lassen. Genau das hat mir an ihrer Geschichte besonders gefallen.
Eine Geschichte über Liebe, Familie und eine Frau, die ihren eigenen Weg geht. Friederikes Lebensweg hat mich berührt und wird mir sicher noch länger im Gedächtnis bleiben.
Dafür gibt es von mir fünf Sterne.

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Sehr bewegend

Das Mädchen, das aus Auschwitz floh von Ellie Midwood

Manche Geschichten lassen sich nicht einfach lesen. Sie fordern Aufmerksamkeit und gehen einem auch dann noch nach, wenn das Buch längst geschlossen ist. Genauso war es hier.
Im Mittelpunkt steht Mala, eine junge Frau, die im Lager wegen ihrer Sprachkenntnisse als Lagerläuferin eingesetzt wird. Diese Aufgabe verschafft ihr kleine Freiräume, die sie nicht für sich selbst nutzt.

Sie versucht, anderen zu helfen, bringt Nachrichten weiter, organisiert Lebensmittel oder Medikamente und schenkt Menschen immer wieder ein wenig Hoffnung. Später begegnet sie Edek. Zwischen beiden entwickelt sich eine Verbindung, aus der der Wunsch entsteht, gemeinsam einen Weg in die Freiheit zu finden.
Beeindruckt hat mich vor allem, wie viel Menschlichkeit Mala selbst in einer so grausamen Zeit bewahrt. Es sind oft die kleinen Gesten, die lange im Gedächtnis bleiben. Ein freundliches Wort, eine mutige Entscheidung oder die Bereitschaft, das eigene Leben für andere aufs Spiel zu setzen. Gerade dadurch wirken viele Szenen besonders glaubwürdig und berührend.
Die Geschichte lebt aber nicht nur von den schweren Momenten. Auch die leise Hoffnung bekommt ihren Platz. Die Verbindung zwischen Mala und Edek entwickelt sich langsam und wirkt nie aufgesetzt. Sie gibt der Handlung etwas Helles, ohne das Leid der Menschen in den Hintergrund zu rücken.
Man spürt beim Lesen immer wieder, dass dieser Roman auf den Lebensgeschichten von Menschen beruht, die es wirklich gegeben hat. Gerade das macht viele Szenen noch eindringlicher. Die sorgfältige Recherche ist an vielen Stellen erkennbar und gibt der Geschichte zusätzliche Glaubwürdigkeit.
Dieses Buch erzählt von Mut, Mitgefühl und der Kraft, selbst unter unmenschlichen Bedingungen die Hoffnung nicht ganz zu verlieren. Es ist keine leichte Lektüre, aber eine, die noch lange beschäftigt. Von mir gibt es fünf Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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