Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Shilo:
Eine Familiengeschichte zwischen Vergangenheit und Gegenwart
Die Sturmtochter von Florence Winter
Isla lässt das Verschwinden ihrer Tante Shelly einfach nicht los. Immer wieder stößt sie auf Hinweise, die neue Fragen aufwerfen. Alte Tagebücher und Aufzeichnungen bringen Stück für Stück Dinge ans Licht, mit denen am Anfang noch nicht zu rechnen war. Gerade das hat dafür gesorgt, dass die Neugier nicht nachgelassen hat.
Besonders gespannt war ich auf die Abschnitte aus der Vergangenheit. Anfangs wirkten sie wie einzelne Erinnerungen. Erst später wurde klar, warum sie überhaupt erzählt werden. Dadurch hat sich vieles erst nach und nach zusammengefügt, ohne dass schon zu früh alles verraten wurde.
Auf der Insel verändert sich die Suche nach Antworten noch einmal. Das alte Herrenhaus, das Meer und das oft raue Wetter passen einfach dorthin. Beim Lesen entstand schnell das Bild eines Ortes, an dem vieles verborgen geblieben ist. Dort gab es einige Momente, mit denen so nicht zu rechnen war.
Auch Ben blieb lange ein Fragezeichen. Mal sprach vieles für ihn, dann kamen wieder Zweifel auf. Deshalb war nie sicher, ob Isla ihm wirklich vertrauen konnte. Genau diese Unsicherheit hat mir gefallen, weil sie bis weit in das Buch hinein erhalten blieb.
Die Figuren machen Fehler, treffen nicht immer die richtige Entscheidung und wirken gerade deshalb glaubwürdig. Niemand ist nur gut oder nur schlecht. Das hat die Menschen in diesem Roman für mich greifbar gemacht.
Die Liebesgeschichte läuft eher nebenher. Für mich stand die Suche nach den Antworten deutlich stärker im Mittelpunkt. Beides hat gut zusammengepasst, ohne dass eines das andere verdrängt hat.
Als die letzte Seite gelesen war, waren die wichtigsten Fragen beantwortet. Trotzdem blieb die Lust, noch einmal in diese schottische Inselwelt zurückzukehren. Schön finde ich außerdem, dass jeder Band seine eigene Geschichte erzählt und trotzdem dieselbe besondere Welt verbindet.
5 Sterne.
Wenn plötzlich nichts mehr so ist, wie es scheint
Falls jemand fragt, wer wir waren von Eva Kranenburg
Eigentlich dachte ich zuerst, dass es bei der Suche nach Rena vor allem darum geht herauszufinden, wo sie geblieben ist. Mit jeder Seite wurde aber deutlicher, dass hinter ihrem Verschwinden viel mehr steckt. Manche Kleinigkeiten, die am Anfang kaum aufgefallen sind, bekamen später plötzlich eine ganz andere Bedeutung.
Tilla lässt der Gedanke an ihre verschwundene Freundin keine Ruhe. Sie sucht weiter, obwohl viele Hinweise im Nichts enden. Je länger sie nach Rena sucht, desto mehr merkt sie, dass vieles anders ist, als sie bisher geglaubt hat. Ab diesem Moment wollte ich einfach wissen, wie alles zusammenhängt.
Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, zusammen mit Tilla nach den fehlenden Antworten zu suchen. Nicht jede Spur führt sofort weiter und manches bleibt zunächst offen.
Während Tilla unterwegs ist, verändert sich auch der Blick auf Rena. Anfangs entsteht ein bestimmtes Bild von ihr, doch nach und nach kommen neue Seiten zum Vorschein. Einige Szenen bekommen dadurch später noch einmal eine andere Bedeutung.
Die junge DDR ist dabei immer präsent. Es sind nicht die großen Erklärungen, die diese Zeit zeigen, sondern viele kleine Situationen. Menschen überlegen genau, was sie sagen können und wem sie vertrauen. Dadurch entsteht ein Eindruck davon, wie vorsichtig viele im Alltag geworden waren.
Auch die ruhigeren Abschnitte gehören für mich dazu. Sie geben den Figuren Zeit und machen verständlich, warum Tilla nicht einfach aufgibt. Sie macht Fehler, zweifelt und sucht trotzdem weiter. Gerade das macht sie zu einer Figur, der man gerne folgt.
Es gab unterwegs immer wieder Momente, in denen ich dachte, jetzt ist die Lösung ganz nah. Wenige Seiten später sah vieles schon wieder anders aus. Einzelne Hinweise fügen sich erst nach und nach zusammen und halten die Aufmerksamkeit bis zum Schluss.
Einzelne Szenen sind mir noch lange im Kopf geblieben. Vor allem die Suche nach Rena, die vielen offenen Fragen und die Menschen in dieser besonderen Zeit haben die Geschichte für mich getragen.
Nach dem letzten Kapitel hatte ich nicht das Gefühl, einfach nur eine spannende Geschichte gelesen zu haben. Es waren eher die kleinen Begegnungen, die Entscheidungen und die Frage, wie gut man einen Menschen wirklich kennt, die geblieben sind.
5 Sterne
Was ein kleiner Gasthof alles erzählen kann
Querfeldein von Alex Capus
Der Gasthof von Arnold ist schnell mehr als nur ein Ort zum Einkehren. Dort kommen die Menschen aus dem Dorf zusammen, dort werden Neuigkeiten weitererzählt und dort kreuzen sich die unterschiedlichsten Lebenswege. Mit jeder Seite wurde das Dorf ein Stück vertrauter.
Als Betty auf ihrem Pferd durch den Schnee ins Dorf kommt, verändert sich vieles.
Aus einer Begegnung entsteht eine Familie, deren Leben über viele Jahre begleitet wird. Später rückt mit Clara eine neue Generation in den Mittelpunkt. Ihre Liebe zu Hermann bringt Unruhe in ein Leben, das bisher von festen Regeln und Gewohnheiten geprägt war. Beim Lesen hatte ich oft das Gefühl, den Menschen einfach ein Stück ihres Lebens zu folgen.
Besonders interessant fand ich, wie selbstverständlich die Grenze zum Alltag der Menschen gehört. Der Gasthof wird zum Treffpunkt für ganz unterschiedliche Personen. Schmuggler, Reisende und die Bewohner des Dorfes begegnen sich dort. Dabei zeigt sich, dass hinter jeder Begegnung eine eigene Geschichte steckt.
Nach und nach verändert sich die Stimmung. Die politischen Entwicklungen bleiben nicht irgendwo weit entfernt, sondern erreichen auch diesen kleinen Ort. Gerade dieser Gegensatz zwischen dem vertrauten Dorfleben und den schwierigen Zeiten, die auf die Menschen zukommen, macht die Geschichte besonders.
Der Schreibstil ist ruhig und unkompliziert. Die Seiten lassen sich leicht lesen und trotzdem bleibt genug Raum für die Figuren in der Geschichte. Beim Lesen bekommt man ein gutes Gefühl für die Menschen im Buch. Ihre Gedanken, ihre Entscheidungen und auch ihre Eigenheiten machen sie sehr nahbar.
Schön fand ich auch, dass nicht nur die historischen Ereignisse im Mittelpunkt stehen, sondern vor allem die Menschen mit ihren Hoffnungen, Sorgen und Entscheidungen. Dadurch entsteht das Bild einer Familie und eines Dorfes, deren Wege eng miteinander verbunden sind.
Als die letzte Seite erreicht war, hatte es sich angefühlt, als würde man Leute zurücklassen, die einen eine ganze Weile begleitet haben. Die Verbindung aus Familiengeschichte, Dorfleben und geschichtlichem Hintergrund wirkt stimmig und glaubhaft.
Für mich sind das verdiente fünf Sterne.
Zwischen Nordsee, Geheimnissen und einem neuen Anfang
Sturmland von Miriam Georg
Manchmal reicht eine einzige Entscheidung aus, damit ein ganzes Leben eine andere Richtung nimmt. Genau so beginnt Coras Geschichte. Sie muss ihr bisheriges Leben hinter sich lassen und unter einem anderen Namen neu anfangen. Dabei wird schnell deutlich, wie schwierig diese Situation für sie ist. Sie kann niemandem wirklich vertrauen und muss ständig darauf achten, dass ihr Geheimnis nicht entdeckt wird.
Diese Unsicherheit begleitet Cora durch viele Momente der Geschichte. Immer wieder stellt sich die Frage, ob ihre Vergangenheit sie einholen wird und ob ihr neues Leben überhaupt eine Chance hat.
Mit Onnen kommt eine weitere wichtige Figur hinzu. Er führt ein ganz anderes Leben als Cora und trägt vieles mit sich herum, worüber er nicht spricht. Anfangs bleibt er eher verschlossen, doch nach und nach erfährt man mehr über ihn. Mit der Zeit und durch das, was sie gemeinsam erleben, kommen sich beide näher.
Die Küste und das Leben am Meer werden sehr passend beschrieben. Die Nordsee ist ständig präsent und man spürt, wie sehr die Menschen damals vom Wetter und den Bedingungen dort abhängig waren. Das Leben an der Küste war nicht einfach und genau das kommt in vielen Szenen gut zum Ausdruck.
Besonders die Momente, in denen Menschen aus Seenot gerettet werden müssen, gehören zu den spannenden Teilen des Buches. Man bekommt ein Gefühl dafür, wie gefährlich diese Einsätze damals waren und wie viel Erfahrung und Mut dafür nötig waren. Auch die Anfänge der Seenotrettung sind gut in die Handlung eingebaut.
Neben der Geschichte von Cora und Onnen erfährt man auch viel über die unterschiedlichen Lebensumstände der Menschen dieser Zeit. Cora stammt aus einer wohlhabenden Familie, darf aber trotzdem nicht frei über ihr eigenes Leben entscheiden. Onnen kennt dagegen die Sorgen und Schwierigkeiten des einfachen Lebens. Dieser Gegensatz macht ihre Begegnungen interessant.
Durch die Zeit mit Emmi zeigt sich eine andere Seite von Cora. Hinter ihrer Flucht und ihrer Vorsicht steckt auch jemand, der sich um andere Menschen kümmert.
Cora und Onnen haben beide Erlebnisse hinter sich, die sie verändert haben. Dadurch lassen sich ihre Entscheidungen gut nachvollziehen. Sie wirken nicht perfekt, sondern wie Menschen mit eigenen Sorgen, Fehlern und Geheimnissen.
Bis zum Schluss bleibt die Frage offen, ob Cora ihr Geheimnis bewahren kann. Einige Situationen lassen vermuten, dass sich ihr Leben bald wieder verändern könnte.
Der erste Band der Sturmland Saga hat mir sehr gut gefallen. Die Zeit an der Nordsee, die Entwicklung von Cora und Onnen und die Einblicke in die Anfänge der Seenotrettung haben die Geschichte für mich ganz besonders gemacht. Nach dem Ende möchte man wissen, wie es mit den beiden weitergeht.
Ein schöner Beginn der Saga mit interessanten Figuren und einer Geschichte, die neugierig auf die Fortsetzung macht.
5 Sterne
Ein Wiedersehen mit Alenja und der faszinierenden Welt der Kelten
Die Druidin der Kelten von Heidrun Hurst
Wer den ersten Band kennt, findet sich schnell wieder in der Welt der Kelten zurecht. Alenja steht inzwischen vor neuen Aufgaben und muss nicht nur für sich selbst, sondern auch für viele andere Verantwortung übernehmen. Mit jeder Entscheidung verändert sie sich ein wenig. Dabei wird deutlich, wie viel auf ihren Schultern liegt.
Neben den Aufgaben als Rigani spielt auch das private Glück von Alenja eine wichtige Rolle. Umso mehr fällt auf, wie schnell sich alles verändern kann. Die Freundschaft zu Muria bringt zwischendurch schöne Momente, doch im Hintergrund wächst die Gefahr immer weiter. Als Airell wieder auftaucht, wird schnell klar, dass für Alenja und ihr Volk keine einfache Zeit bevorsteht.
Die Geschichte hielt von Anfang bis Ende mein Interesse wach. Es gibt ruhigere Abschnitte, aber auch viele Momente, in denen ich wissen musste, wie es für Alenja weitergeht. Besonders gut gefallen hat mir auch, dass nicht nur die großen Ereignisse im Mittelpunkt stehen, sondern auch die kleinen Augenblicke dazwischen. Dadurch bekommen viele Szenen eine besondere Nähe.
Die Menschen in der Siedlung bekommen ebenfalls ihren Platz. Dadurch beschränkt sich die Geschichte nicht nur auf die großen Ereignisse. Manche Entscheidungen überraschen, andere regen zum Nachdenken an. Vor allem Alenja zeigt immer wieder, wie schwer es sein kann, Verantwortung zu tragen und dabei den eigenen Weg nicht aus den Augen zu verlieren.
Die Zeit der Kelten wird anschaulich beschrieben und fügt sich ganz selbstverständlich in die Geschichte ein. Bräuche, das Leben in der Siedlung und die Arbeit der Druiden passen gut zu dieser Zeit und lassen die Welt der Kelten vorstellbar werden.
Die Geschichte verbindet das Leben der Kelten mit den Schicksalen ihrer Figuren auf eine besondere Art. Mit jeder Seite wird deutlicher, wie alles zusammenhängt. Bis zum Ende bleibt die Neugier, wie sich Alenjas Weg entwickeln wird. Am Ende schließt sich der Kreis um Alenja auf eine Weise, die gut zur ganzen Geschichte passt.
5 Sterne.
Was von einer Freundschaft bleibt
Der Betrachter von Judith Fanto
Ein Brief bringt Manno viele Jahre nach dem Ende des Krieges wieder zu den Erinnerungen zurück, die ihn nie ganz losgelassen haben. Dabei geht es nicht nur um seine eigene Geschichte, sondern auch um sechs junge Menschen, die viele Sommer miteinander verbringen und fest zusammenhalten. Doch die Jahre bringen Veränderungen mit sich, auf die keiner der Freunde vorbereitet ist.
Alle sechs Figuren bekommen ihren eigenen Platz in der Geschichte. Mit jeder Seite wird klarer, was sie bewegt und was ihnen wichtig ist. Die gemeinsamen Tage in Altaussee zeigen, wie viel ihnen diese Freundschaft bedeutet. Umso schwerer sind die Entwicklungen, die später folgen.
Die Geschichte verbindet Mannos Erinnerungen mit den Ereignissen seiner Zeit. Dabei wird spürbar, wie sich das Leben der Freunde langsam in verschiedene Richtungen entwickelt. Was früher nebensächlich war, bekommt plötzlich eine ganz andere Bedeutung und verändert den Umgang miteinander.
Die Zeit in Wien wirkt dabei glaubwürdig beschrieben. Vieles verändert sich zunächst kaum sichtbar und wird erst mit der Zeit immer deutlicher. Dadurch bekam ich ein Gefühl dafür, wie schwierig es gewesen sein muss, in dieser Zeit Entscheidungen zu treffen.
Die Sprache bleibt angenehm und passt gut zu den Protagonisten. Besonders die Gespräche zwischen den Freunden wirken natürlich und zeigen, wie sie miteinander verbunden sind. So lässt sich die Entwicklung der einzelnen Personen über viele Jahre hinweg gut verfolgen.
Zum Ende hin werden viele Zusammenhänge klar. Einige Gedanken aus der Geschichte begleiten den Leser noch nach Beendigung der Lektüre. Der Roman zeigt nicht nur eine besondere Freundschaft, sondern auch, wie politische und gesellschaftliche Veränderungen das Leben einzelner Menschen beeinflussen können.
Eine Geschichte über Freundschaft, die Herausforderungen einer schweren Zeit und Menschen, die ihren Weg finden müssen.
5 Sterne.
Was eine Familie über Generationen verbindet
Dattelpalmen vor tiefblauem Himmel von Laila El Omari
Mitten im Alltag einer Mutter verändert sich plötzlich der Blick auf das eigene Leben. Amelie kämpft mit den Problemen rund um ihre Tochter und ahnt zunächst nicht, dass die Antworten in der Geschichte ihrer eigenen Familie liegen. Genau dieser Gedanke zieht sich durch den ganzen Roman.
Besonders gut gefallen haben mir die Kapitel, die viele Jahre früher in Tripolis spielen.
Dort begleitet man Zayn und seine Familie nach ihrer Flucht aus Jaffa. Nach und nach wird klar, was sie erlebt haben und warum manches noch viele Jahre später eine Rolle spielt. So greifen Vergangenheit und Gegenwart immer besser ineinander.
Keine der Figuren wirkt vollkommen. Sie machen Fehler, zweifeln und treffen Entscheidungen, die nicht immer einfach sind. Und gerade das macht sie glaubwürdig. Vor allem Zayn ist eine Figur, deren Weg gut in Erinnerung bleibt.
Die Geschichte nimmt sich Zeit für ihre Menschen. Dadurch entsteht schnell das Gefühl, sie ein Stück ihres Weges zu begleiten. Die Wechsel zwischen den beiden Zeitebenen haben mir dabei besonders gut gefallen, weil sie immer wieder neue Zusammenhänge zeigen.
Neben Flucht und Verlust geht es auch um Familie, Vertrauen und die Frage, wo Heimat eigentlich beginnt. Das nimmt viel Raum ein, ohne zu schwer zu wirken. Immer wieder gibt es kleine Momente, die zeigen, wie wichtig Zusammenhalt sein kann.
Die Sprache ist gut verständlich und lässt sich angenehm lesen. Auch die Beschreibungen der Orte fügen sich ganz selbstverständlich in die Geschichte ein und machen es leicht, sich alles vorstellen zu können.
Zum Ende fügt sich vieles zusammen. Manche Entscheidungen werden erst dann richtig verständlich und einige Fragen beantworten sich fast von selbst.
Zurück bleibt eine Familiengeschichte, die zeigt, wie lange Erlebnisse Menschen begleiten können. Sie erzählt von Herkunft, von Neuanfängen und davon, wie wichtig es manchmal ist, den eigenen Wurzeln nachzugehen. Ein bewegender Roman mit glaubwürdigen Figuren, der mich von Anfang bis Ende überzeugt hat. Sehr gerne vergebe ich für dieses Buch fünf Sterne.
Mitreißend
Vor uns ein heller Morgen von Margit Steinborn
Die Geschichte wirkt ruhig erzählt und nimmt sich Zeit für ihre Figuren. Nach und nach wird deutlich, dass ein Ereignis aus der Vergangenheit die beiden Familien auch neun Jahre später noch prägt. Auf Gut Traubnitz liegt vieles unter der Oberfläche, auch wenn nach außen hin der Alltag weitergeht.
Helena lebt in einer Situation, in der vieles schon festgelegt scheint. Die geplante Verbindung mit Albin Westphal gehört zu ihrem Weg, ohne dass sie ihn wirklich hinterfragt. Als Edgar auf dem Gut auftaucht, verändert sich die Atmosphäre spürbar. Seine Anwesenheit bringt Dinge ins Rollen, die lange nicht ausgesprochen wurden. Mit der Zeit fügen sich einzelne Hinweise zusammen und zeigen ein anderes Bild der Vergangenheit.
Auch Benedikt bleibt eng mit dieser Geschichte verbunden. Der Kontakt zwischen den Familien ist längst abgebrochen, trotzdem sind die alten Erinnerungen nicht verschwunden. Gerade in kleinen Begegnungen oder kurzen Momenten wird sichtbar, wie stark das Früher noch nachwirkt.
Gut Traubnitz steht im Mittelpunkt des Geschehens. Der Alltag dort, die klaren Regeln innerhalb der Familie und die Spannungen zwischen den Figuren ergeben ein lebendiges Bild der Zeit vor dem Ersten Weltkrieg. Vieles wird einfach aus der Situation heraus verstanden.
Die Figuren sind unterschiedlich angelegt und handeln nicht immer eindeutig. Jede bringt eigene Erfahrungen und Gedanken mit. Dadurch entstehen viele Szenen, in denen Entscheidungen manchmal erst später verständlich werden. Genau das gibt der Geschichte ihre besondere Stimmung.
Am Ende bleiben noch einige Fragen offen. Die Geschichte wirkt nicht abgeschlossen, sondern wie ein Anfang. Der Blick richtet sich automatisch darauf, wie es weitergeht und was aus den Figuren noch wird.
5 Sterne.
Zwischen Krieg, Angst und Hoffnung
Stunden des Umbruchs von Elisa Rimpach
Nach vielen gemeinsamen Jahren mit der Familie Hartmann fällt der Abschied nicht leicht. Die Figuren sind längst vertraut geworden, deshalb fühlt sich dieser letzte Band noch einmal besonders an.
Die letzten Kriegsmonate stellen die Familie vor schwere Entscheidungen. Paul versucht den Weg nach Hause zu finden und muss sich gleichzeitig mit dem auseinandersetzen, was der Krieg aus ihm gemacht hat.
Erika lebt mit der Angst, entdeckt zu werden. Während sie heimlich Informationen an den Widerstand weitergibt, bringt ihre Liebe zu einem französischen Kriegsgefangenen sie immer wieder in schwierige Situationen. Als dann auch noch die Familienfabrik zerstört wird, scheint kaum noch Hoffnung zu bleiben.
Pauls Entwicklung gehört zu den stärksten Teilen der Geschichte. Seine Gedanken und Entscheidungen verändern sich Schritt für Schritt und genau das wirkt überzeugend.
Auch Erika steht immer wieder vor Entscheidungen, die nicht leicht sind. Sie lebt mit der Angst, entdeckt zu werden, und versucht trotzdem, ihren eigenen Weg zu gehen. Dadurch lassen sich ihre Entscheidungen gut nachvollziehen.
Auch in schweren Zeiten verlieren die Figuren den Blick nach vorn nicht ganz. Das macht die Geschichte abwechslungsreich und sorgt dafür, dass die Hoffnung nie völlig verloren geht. Viele Situationen wirken nachvollziehbar und passen gut zu den Menschen, um die es hier geht.
Die Geschichte spielt in den letzten Monaten des Krieges. Im Mittelpunkt stehen dabei immer die Menschen mit ihren Sorgen, ihren Verlusten und der Frage, wie es für sie weitergehen kann. Genau das macht das Buch für mich so lesenswert.
Für die Familie Hartmann endet der gemeinsame Weg auf eine passende Weise. Nicht jede Wunde kann heilen, doch viele offene Fragen finden ihren Abschluss. Ein gelungener Abschluss, der die Geschichte der Familie Hartmann passend zu Ende bringt.
5 Sterne.
Zwischen Inselträumen, Familiengeheimnissen und neuen Wegen
Das Strandhotel auf Borkum – Zeit der Hoffnung von Ocke Aukes
Auf Borkum geht das Leben im Hotel Bakker weiter, doch diesmal liegt von Anfang an eine spürbare Unruhe über der Geschichte. Im Hotel gibt es viele Veränderungen und für Hermine wird der Alltag nicht leichter. Mit jeder Seite kommen neue Herausforderungen dazu.
Hermine rückt dieses Mal noch mehr in den Mittelpunkt.
Ihr Wunsch, sich im Hotel zu beweisen, wirkt glaubwürdig. Ihre Entscheidungen wirken deshalb nachvollziehbar. In der Familie Bakker spitzen sich die Konflikte nach und nach zu. Oft ist nicht klar, wem sie wirklich vertrauen kann.
Mit dem Bau des neuen Strandhotels kommen weitere Probleme dazu. Immer wieder tauchen neue Fragen auf. Dadurch bleibt die Neugier bis zum Schluss erhalten.
Besonders Hermine bleibt in Erinnerung. Sie wirkt fleißig und mutig und gibt auch dann nicht auf, wenn ihr Steine in den Weg gelegt werden. Auch die anderen Figuren überraschen mehr als einmal. Manche verhalten sich ganz anders, als es am Anfang den Anschein hat.
Borkum mit seinem Hotel gehört einfach zur Geschichte dazu. Das Leben auf der Insel wirkt glaubhaft und macht die Zeit von damals gut vorstellbar. Rund um das Hotel verändert sich vieles. Dabei wird deutlich, dass neue Pläne nicht ohne Schwierigkeiten gelingen.
Nicht jede Figur zeigt von Anfang an ihr wahres Gesicht. Manche überraschen im Laufe der Geschichte, andere bleiben lange schwer einzuschätzen. Das sorgt bis zum Ende immer wieder für neue Fragen.
Der zweite Band erzählt die Geschichte rund um das Hotel Bakker stimmig weiter. Viele Fragen werden beantwortet, gleichzeitig entstehen neue. Dadurch macht das Ende neugierig auf die Fortsetzung.
4 wohlverdiente Sterne.











