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Rezensionen von Shilo:

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Wenn plötzlich alles anders wird

Die Millionärsvilla am See: Herzenskuss von Lotte R. Wöss

Nach neun Jahren Beziehung erwartet Jessi eigentlich einen Antrag. Stattdessen trennt sich Alex plötzlich von ihr. Dieser Moment verändert sofort die ganze Stimmung der Geschichte, weil nicht nur die Beziehung endet, sondern auch alles, was beide zusammen geplant hatten.
Der Jobwechsel an den Attersee kommt deshalb genau zum richtigen Zeitpunkt.

Das neue Hotel steckt noch mitten im Aufbau und Jessi muss sich erst in die ungewohnte Umgebung einfinden. Die Szenen rund um den Hotelbetrieb wirken dabei angenehm nah am Alltag und lockern die Geschichte immer wieder auf.
Mit Moritz gerät sie anfangs oft aneinander. Er hält Abstand und begegnet ihr kühl, weil er sich ein falsches Bild von ihr gemacht hat. Dass sich die Beziehung zwischen den beiden langsam verändert, passt gut zur ruhigen Art des Romans. Nichts wirkt übertrieben oder zu schnell erzählt.
Besonders gelungen sind die kleinen Momente zwischendurch. Gespräche am See, unsichere Begegnungen oder Situationen im Hotel sorgen dafür, dass die Geschichte natürlich bleibt. Gleichzeitig bleibt lange offen, warum Moritz so vorsichtig ist, was beim Lesen neugierig macht.
Neben der Liebesgeschichte geht es auch um enttäuschte Erwartungen und darum, nach einem schweren Einschnitt wieder Vertrauen zu finden. Einige Wendungen waren zwar früh zu ahnen, trotzdem blieb die Geschichte angenehm spannend.
Der Schreibstil ist leicht verständlich und lässt sich flüssig lesen. Vor allem die ruhige Atmosphäre am Attersee passt sehr gut zur Handlung und macht viele Szenen besonders stimmungsvoll.
Am Ende bleibt eine gefühlvolle Geschichte mit sympathischen Figuren und einem schönen Setting. Wer ruhige Liebesromane mag, in denen Gefühle langsam wachsen dürfen, wird hier schöne Lesestunden verbringen.
5 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Wenn plötzlich alles anders wird
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Ein Dorf im Wandel der Zeit

Die kleinste größte Welt von Katrin de Vries

Zwischen Wind, weitem Himmel und einem kleinen ostfriesischen Dorf entfaltet sich eine Geschichte, die still beginnt und lange nachwirkt. Das Leben von Greta wächst Seite für Seite mit den Veränderungen einer ganzen Zeit mit. Alte Gewohnheiten verschwinden langsam, Neues kommt dazu. Darin liegt viel von der Stärke dieses Romans.

Beim Lesen entsteht nach und nach das Bild eines Dorflebens, das heute weit entfernt wirkt und trotzdem vertraut erscheint.
Die Geschichte lebt von vielen kleinen Momenten, die im Gedächtnis bleiben. Die Arbeit der Hebammen, das enge Miteinander im Dorf und die Veränderungen im Leben der Frauen wirken greifbar, ohne überladen beschrieben zu werden. Vieles erscheint selbstverständlich und zeigt gerade dadurch, wie anders der Alltag damals war. Während Straßen geteert werden und neue Dinge Einzug halten, verändert sich nach und nach auch der Blick auf Familie, Geburt und Zusammenhalt.
Mit jeder Seite wurde deutlicher, wie schnell Vertrautes verschwinden kann, obwohl Veränderungen oft ganz unscheinbar beginnen. Gerade die stillen Beobachtungen über den Alltag machen diesen Roman lesenswert.
Beeindruckend ist, wie die Kindheit dargestellt wird. Vieles besteht aus kleinen Erlebnissen, aus Menschen im nahen Umfeld und aus Dingen, die damals einfach dazugehört haben. Dadurch wirkt Greta glaubwürdig und ihre Welt wird immer greifbarer. Manche Szenen lesen sich fast wie Erinnerungen aus einer anderen Zeit.
Der Roman lässt sich Zeit. Das allerdings muss man mögen. Gerade dadurch entsteht ein gutes Bild vom Dorfleben und davon, wie sich der Alltag langsam verändert. Am Ende bleibt nicht nur die Geschichte eines Mädchens im Kopf, sondern auch der Eindruck davon, wie viel sich innerhalb weniger Jahre verschieben kann.
Was zusätzlich hängen bleibt, sind die vielen kleinen Veränderungen, die zuerst kaum auffallen und später doch ein ganzes Leben beeinflussen. Das betrifft Familien, das Leben der Frauen und auch den Zusammenhalt im Dorf. Vieles wirkt so, als könnte es genau so gewesen sein.
Am Ende blieb vor allem die Erinnerung an eine Zeit, in der vieles einfacher wirkte und zugleich schwerer war. Der Roman erzählt leise von Wandel, ohne dabei den Menschen aus dem Blick zu verlieren. Dafür gebe ich sehr gern 5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Ein Dorf im Wandel der Zeit
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Mehr als nur eine Familiengeschichte

This Is Going To Hurt von Silvia Maria de Jong

Mitten in der Nacht, auf einer einsamen Straße und genau dann, wenn nichts mehr nach Plan läuft, beginnt diese Geschichte. Allein dieser Einstieg sorgt dafür, dass sofort etwas da ist, das neugierig macht.
Relativ schnell zeigt sich, dass hier vieles von alten Verletzungen bestimmt wird. Menschen tragen Dinge mit sich herum, die nie richtig verschwunden sind.

Das merkt man in Gesprächen, Entscheidungen und daran, wie miteinander umgegangen wird.
Miles bleibt für lange Zeit schwer einzuschätzen. Genau das macht ihn interessant. Er hilft, übernimmt Verantwortung und wirkt trotzdem nicht wie jemand ohne eigene Schatten.
Was hängen bleibt, ist weniger die Liebesgeschichte als dieses ständige Gefühl von Druck. Erwartungen der Familie. Alte Konflikte. Der Versuch, jemanden zu beschützen. Und die Frage, wie weit Menschen gehen, wenn Angst oder Schuld mitentscheiden.
Manche Szenen wirken bedrückend. Dann gibt es wieder Momente, in denen etwas Ruhe entsteht. Diese Mischung passt gut, weil nicht alles nur schwer bleibt.
Nicht jede Figur löst Sympathie aus. Teilweise eher das Gegenteil. Aber genau dadurch fühlen sich viele Reaktionen echt an. Niemand scheint nur eine Rolle zu erfüllen.
Beim Lesen entsteht öfter der Eindruck, dass Vergangenes stärker ist als das, was Menschen eigentlich wollen. Das zieht sich durch viele Situationen.
Am Ende bleibt vor allem eine Geschichte über Familie, Loyalität und Entscheidungen, die Folgen haben. Teilweise schmerzhaft, teilweise hoffnungsvoll und nicht immer so, wie zunächst erwartet.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Mehr als nur eine Familiengeschichte
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Spuren eines Familienlebens

Luise. Die Erprobung des Abschieds von Monica Brandis

Manchmal bleibt nach einer Lektüre nicht eine große Handlung im Kopf, sondern eher ein Geflecht aus Stimmen und Erinnerungen. Genau so wirkt dieses Buch, das sich Schritt für Schritt durch eine Familiengeschichte bewegt und dabei immer wieder zwischen persönlichen Erzählungen und historischen Einschnitten wechselt.

Die Gespräche mit Luise geben dem Ganzen eine besondere Nähe. Es hat etwas Unmittelbares, wenn Erinnerungen nicht nur erzählt, sondern fast wie festgehaltene Gesprächsfetzen wirken. Dadurch entsteht das Gefühl, sehr nah an dieser Lebensgeschichte zu sein, ohne dass alles streng sortiert oder glatt wirkt.
Innerhalb der Familie zeigt sich schnell, dass jeder anders mit den Umständen umgeht. Manche fügen sich, andere brechen innerlich weg oder müssen neu anfangen. Das passiert nicht laut oder dramatisch, sondern eher still, manchmal fast nebenbei erzählt, und genau das macht es schwerer als erwartet.
Die geschichtlichen Hintergründe ziehen sich durch viele Abschnitte. Es ist viel auf einmal, manchmal auch dicht, und genau dadurch spürt man, wie eng persönliche Leben und große Ereignisse miteinander verflochten sind. Es bleibt kein leichter Lesefluss, eher ein Stück Leben, das sich in vielen kleinen Bruchstücken zusammensetzt.
Am Ende bleibt keine klare Schlussnote, sondern eher ein ruhiger Nachklang. Einige Szenen bleiben hängen, andere verschwimmen, und genau das wirkt passend zu der Art, wie hier erzählt wird. Es ist keine Geschichte, die man schnell „wegliest“, sondern eine, die sich eher im Rückblick sortiert.
4 Sterne

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Spuren eines Familienlebens
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Schwere Zeiten für die Familie Hartmann

Ruf der Veränderung von Elisa Rimpach

Dieses Buch zeigt, wie sehr politische Veränderungen in das Leben einer Familie eingreifen können. Die Familie Hartmann steht vor Entscheidungen, bei denen es kaum einen richtigen Weg gibt. Gerade das machte viele Szenen bedrückend.
Im Mittelpunkt stehen nicht nur Krieg und die wachsende Macht der Nationalsozialisten, sondern auch Menschen, die versuchen, ihren eigenen Werten treu zu bleiben.

Hilde zieht sich immer mehr zurück und geht heimlich ihren eigenen Weg. Gleichzeitig wird deutlich, wie unterschiedlich selbst innerhalb einer Familie gedacht und gehandelt wird.
Beim Lesen war ständig eine gewisse Unsicherheit spürbar. Es wirkte, als könnte eine falsche Entscheidung alles verändern. Besonders die Angst entdeckt oder verraten zu werden, zieht sich durch viele Kapitel. Dadurch blieb die Geschichte spannend, auch ohne große dramatische Ereignisse an jeder Stelle.
Gut gefallen hat mir, dass die Figuren nicht nur stark wirken, sondern auch Zweifel zeigen. Manche Entscheidungen waren nachvollziehbar, andere haben eher nachdenklich gemacht. Genau das ließ vieles menschlich erscheinen.
Als neunter Band der München-Saga führt die Geschichte bekannte Figuren weiter durch eine schwere Zeit. Wer die Reihe kennt, wird vieles besser einordnen können. Für den Einstieg wäre es wahrscheinlich sinnvoll, frühere Bände zu lesen.
Nicht jede Entwicklung konnte überraschen und an einigen Stellen zog sich die Handlung etwas. Trotzdem blieb das Interesse daran, wie es mit der Familie weitergeht.
Ein emotionaler historischer Roman über Loyalität, Angst und den Versuch, trotz Gefahr das Richtige zu tun.
4 Sterne und eine Leseempfehlung.

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Schwere Zeiten für die Familie Hartmann
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Zwischen Angst und Neuanfang

My tears will dry von Johanna Kunze

Manchmal gibt es Bücher, die nicht leicht zu lesen sind, weil die Themen schwer auf einem lasten. Hier war schnell klar, dass Lucys Geschichte keine einfache sein würde. Aus einer Beziehung, die anfangs Sicherheit verspricht, entsteht etwas ganz anderes. Gerade dieser Wandel wurde greifbar beschrieben und hat stellenweise betroffen gemacht.

Die Abschnitte auf der Ranch in Montana bringen eine andere Stimmung hinein. Zwischen all den alten Verletzungen entsteht langsam der Gedanke, dass ein anderes Leben vielleicht doch möglich ist. Sehr gut gefallen hat mir, dass nichts überstürzt wirkt. Lucy macht keine schnellen Schritte nach vorn. Vieles dauert, manches wirkt unsicher, und genau das passte für diese Geschichte.
Jess bleibt lange schwer einzuschätzen. Das hat mich neugierig gemacht, auch wenn nicht jede Entwicklung überraschte. Trotzdem mochte ich die ruhigeren Momente zwischen den Figuren oft mehr als die dramatischen.
Nicht alles hat mich vollständig erreicht. Einige Situationen hätten noch ausführlicher sein dürfen und manche Entscheidungen wirkten etwas schwer nachvollziehbar. Das hat die Geschichte für mich aber nicht kaputtgemacht.
Am stärksten blieb am Ende das Gefühl hängen, wie mühsam ein Neuanfang sein kann, wenn alte Erfahrungen immer wieder dazwischenstehen. Das Buch erzählt nicht nur von Liebe, sondern auch davon, wie lange es dauern kann, wieder Vertrauen aufzubauen.
4 Sterne für eine Geschichte mit ernsten Themen, ruhigen Momenten und Figuren, die nicht sofort alle Antworten liefern.

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Ein stimmiger Sommerroman

Orangentraum und Wellenschaum von Astrid Töpfner

Dieses Mal hat sich Astrid Töpfner, die mir aus ihren historischen Romanen bestens bekannt ist, an ein neues Genre gewagt: einen Liebesroman, der den Leser nach Mallorca führt.
Charlotte ist frisch von ihrem Lebenspartner Leon getrennt, der sie nach zehn Jahren für eine Jüngere verlassen hat. Auf einem Flohmarkt fällt ihr ein alter Liebesbrief aus den siebziger Jahren in die Hände.

Ohne lange zu überlegen, reist sie gemeinsam mit ihrer Freundin Ronja auf die Insel, um die Empfängerin zu finden. Und dort begegnet sie einem Mann, der mehr in ihr auslöst, als ihr lieb ist.
Die Geschichte entwickelt sich ruhig und ohne große Dramatik. Charlotte wirkt zu Beginn vorsichtig und etwas zurückgezogen. Die Enttäuschung sitzt zu tief, und genau das macht ihre Figur greifbar.
Der alte Brief bringt eine zweite Ebene in die Handlung. Die Suche nach seiner Geschichte zieht sich leise durch das Buch und sorgt immer wieder für kleine Spannungsmomente. Es sind keine großen Wendungen, sondern eher feine Hinweise, die nach und nach ein Bild ergeben.
Die Insel selbst ist dabei mehr als nur Kulisse. Orangenhaine, kleine Wege und das Meer im Hintergrund werden in einfachen Bildern beschrieben, die sofort wirken. Beim Lesen entsteht schnell das Gefühl, für eine Weile an einem anderen Ort zu sein.
Auch die Begegnung mit Toni bleibt angenehm bodenständig. Die Wette zwischen den beiden lockert die Geschichte auf, ohne übertrieben zu wirken. Die Gespräche sind klar und wirken nah am Alltag. Gerade das passt gut zur gesamten Stimmung.
Im Laufe der Handlung wird deutlich, wie Charlotte langsam wieder Vertrauen fasst. Nicht plötzlich, sondern Schritt für Schritt. Dieser leise Wandel gehört zu den stärkeren Seiten des Buches.
Am Ende bleibt ein ruhiger Eindruck zurück. Es geht um neue Wege, um alte Geschichten und darum, sich selbst nicht aus den Augen zu verlieren.
Eine stimmige, ruhige Geschichte mit viel Atmosphäre, die ohne große Worte auskommt und gerade deshalb lange nachwirkt. 5 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die ruhige Liebesgeschichten mögen, die ohne große Dramatik auskommen, dafür aber mit Gefühl, Atmosphäre und einem glaubwürdigen Neuanfang überzeugen. Besonders geeignet für Leserinnen und Leser, die Geschichten über zweite Chancen, leise Entwicklungen und stimmige Schauplätze schätzen.

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Gefühlvoll und angenehm zu lesen

Heartbound von Josephine Cantrell

Lange Wanderwege, dichte Wälder und viele stille Momente prägen diesen Roman von Anfang an. Die Geschichte nimmt sich Zeit und lebt weniger von großen Überraschungen als von der Stimmung zwischen den Figuren. Gerade dadurch entstand beim Lesen schnell das Gefühl, Kaya auf ihrem Weg ein Stück zu begleiten.

Der Verlust ihrer Schwester sitzt tief und begleitet fast jeden Gedanken. Die Wanderung auf dem Pacific Crest Trail wirkt deshalb nicht wie ein gewöhnlicher Ausflug, sondern eher wie ein Versuch, innerlich wieder etwas Ruhe zu finden. Unterwegs trifft Kaya auf Casper. Auch er trägt seine eigene Last mit sich herum, was man nach und nach immer deutlicher merkt.
Gut gefallen hat mir, dass vieles eher ruhig erzählt wird. Die Gespräche zwischen den beiden wirken oft vorsichtig und manchmal sogar etwas unbeholfen. Genau das machte ihre Verbindung glaubwürdig. Es entsteht keine schnelle Liebesgeschichte, sondern eher ein langsames Vertrauen.
Auch die Natur spielt eine große Rolle. Immer wieder tauchen Bilder von Seen, Bergen und abgelegenen Wegen auf, die gut zur eher melancholischen Stimmung passen. Gleichzeitig zieht die Spannung im Hintergrund langsam an. Vor allem zum Ende hin wird deutlicher, dass Gefahr näher ist, als zuerst gedacht.
Der Roman liest sich leicht weg, ohne oberflächlich zu wirken. Manche Entwicklungen sind zwar recht früh zu erkennen, dennoch bleibt die Geschichte interessant, weil der Schwerpunkt stärker auf den Figuren liegt. Besonders die ruhigeren Szenen sind oft stärker als die dramatischen Momente.
Insgesamt ist dies eine gefühlvolle Geschichte über Trauer, Nähe und einen Neuanfang unter schwierigen Umständen. Die Mischung aus Wildnis, inneren Konflikten und vorsichtiger Hoffnung sorgt für viele ruhige, aber eindringliche Momente.
4 Sterne und eine Leseempfehlung für alle, die gefühlvolle Geschichten mit Naturkulisse, ruhiger Entwicklung und etwas Spannung mögen.

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Gefühlvoll und angenehm zu lesen
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Wer war Nikolas wirklich?

Eine Liebe ohne Sommer von Timothy Paul

Manche Geschichten erzählen von Liebe. Andere zeigen, was bleibt, wenn plötzlich Fragen offen sind. Genau dieses Gefühl begleitet die Geschichte über viele Seiten. Zwischen Trauer, Unsicherheit und der Suche nach einem Menschen, den man vielleicht nie ganz gekannt hat, entwickelt sich ein stiller Roman.

Immer wieder tauchte beim Lesen der Gedanke auf, wie viel man von einem anderen Menschen wirklich wissen kann.
Am Anfang steht eine Begegnung, die leicht wirkt und Hoffnung mitbringt. Die kurze Zeit zwischen Rosa und Nikolas fühlt sich nah an und zeigt dieses vorsichtige Kribbeln, wenn etwas Neues beginnt. Umso härter wirkt alles, was danach passiert. Doch die Geschichte bleibt nicht beim Verlust stehen. Stattdessen macht sich Rosa auf die Suche nach Antworten und stößt auf Menschen, die Nikolas von einer anderen Seite kannten. Mit jeder Begegnung verändert sich das Bild von ihm ein wenig mehr. Dadurch entsteht oft das Gefühl, gemeinsam mit Rosa nach Puzzleteilen zu suchen.
Rosa wirkt dabei meist glaubwürdig. Ihre Unsicherheit und ihr Wunsch zu verstehen, was wirklich hinter manchen Dingen lag, sind nachvollziehbar. Einige Begegnungen berühren eher leise, andere sorgen dafür, dass frühere Eindrücke plötzlich anders wirken. Besonders die ruhigeren Momente haben mir gefallen, weil sie den Figuren Zeit geben.
Der Schreibstil liest sich angenehm und lässt den Gefühlen Raum, ohne zu schwer zu werden. Neben der Liebesgeschichte geht es auch darum, wie Erinnerungen entstehen und wie unterschiedlich Menschen einen anderen sehen können. Diese Gedanken ziehen sich unauffällig durch das Buch.
Nicht jede Entwicklung lässt sich sofort erahnen. Dadurch bleibt die Geschichte interessant. Es ist kein Roman, der auf große Dramatik setzt. Manche Szenen bleiben noch im Kopf, weil sie traurig wirken, ohne übertrieben zu sein.
Wer Bücher mag, die Liebe, Verlust und offene Fragen miteinander verbinden, könnte hier gut aufgehoben sein. Die Geschichte entfaltet sich langsam und nimmt sich Zeit. Dafür gebe ich 4 Sterne, weil die Mischung aus Gefühlen, Geheimnissen und der Suche nach Wahrheit berühren konnte, auch wenn an manchen Stellen etwas mehr Tiefe schön gewesen wäre.

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Wer war Nikolas wirklich?
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Mehr als nur die Geschichte einer alten Geige

Das Geheimnis des Geigenbauers von Evie Woods

Schon nach den ersten Kapiteln entsteht das Gefühl, dass hinter dieser Geschichte mehr steckt als nur das Geheimnis um eine alte Geige. Unterschiedliche Lebenswege treffen aufeinander und langsam wird sichtbar, wie eng alles miteinander verbunden ist.
Die Handlung nimmt sich Zeit. Trotzdem wurde ich schnell neugierig gemacht, welche Rolle die Geige für die einzelnen Menschen spielt und warum ihre Geschichte über so viele Jahre weitergetragen wird.

Nach und nach fügen sich kleine Details zusammen. Vieles ergibt erst später Sinn.
Besonders interessant waren die verschiedenen Figuren. Devlin, Walter und Gabrielle stehen an ganz unterschiedlichen Punkten im Leben. Gerade deshalb funktioniert ihre Verbindung zu der Geige gut. Manche Begegnungen wirken erst unscheinbar und bekommen später mehr Gewicht.
Das Buch lebt eher von Stimmungen und von den Menschen als von großen Überraschungen. Einige Stellen wirken ruhig und nachdenklich. Immer wieder taucht die Frage auf, was Menschen antreibt, woran sie festhalten und wie Vergangenheit in die Gegenwart hineinwirken kann.
Der Schreibstil liest sich angenehm und ohne unnötige Ausschmückungen. Dadurch fiel es leicht, in die Geschichte einzutauchen. Vor allem die geheimnisvolle Atmosphäre rund um die Geige zieht sich durch das ganze Buch.
Nicht jede Wendung kam unerwartet. Das hat aber kaum gestört, weil die eigentliche Stärke woanders liegt. Eher in den Verbindungen zwischen den Figuren und darin, wie ihre Geschichten langsam zusammenfinden.
Am Ende bleibt weniger das Geheimnis selbst im Kopf, sondern eher die Menschen dahinter. Genau das macht dieses Buch besonders.
5 Sterne und eine klare Leseempfehlung.

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Mehr als nur die Geschichte einer alten Geige