Kunden em pfehlungen
Rezensionen von Lies_ein_Buch:
Zuckersüß
Heartbreak Hotel von Micol Arianna Beltramini
Diese Graphic Novel ist einfach super schön, nicht nur der Zeichenstil und die Farbwahl sind super ansprechend und sorgen für eine schöne Stimmung innerhalb der Geschichte, auch die Themen selbst sind toll gewählt und dadurch sehr nahbar und ansprechend.
Das Buch richtet sich eindeutig an Jugendliche und greift relevante Themen auf, die bereits in meiner Jugend für mich wichtig waren.
Es geht um Freundschaft, Liebe, Verrat und Verlust. Eben das, was jeder potentiell als Päckchen mit sich rumträgt, worüber man aber nur schwer sprechen kann oder möchte und sich dadurch entsprechend auch mal allein und verlassen fühlt.
Die Themen sind emotional sehr aufgeladen, was die Geschichten authentisch macht. Und gleichzeitig hat die Geschichte einen sehr schönen, positiven Unterton. Die Figuren connecten auf Basis ihrer negativen Erlebnisse, sehen also quasi das schlechteste aneinander. Und stellen dabei fest, dass sie mit ihren hässlichen Seiten nicht allein sind.
Die Geschichte ist schon auf süß gemacht, erinnert vom Stil so ein bisschen an Kawaii. Mir gefällt das und es nimmt den tragischen Erlebnissen so ein bisschen die scharfen Kanten. Da eine Graphic Novel eh nur begrenzt in die Tiefe gehen kann, hat mir das Gesamtbild gut gefallen.
Wie im Wahn
Half His Age von Jennette McCurdy
Ganz ehrlich, dieses Buch liest sich wie ein Fiebertraum und gleichzeitig konnte ich es nicht aus der Hand legen. Age Gap ist ja so ein Ding, mich persönlich triggert das irgendwie total, aber es muss ganz klar gesagt sein, dass Waldo hier der initiierende Part ist, also nicht in eine Beziehung gedrängt wird.
Das hier ist also durchaus eine Geschichte über Konsens, über Begehren und die Schwierigkeiten, die sich aus einer Beziehung zu einem älteren, verheirateten Mann ergeben,
Waldo bestätigt jedes Klischee einet toxischen Beziehung, obwohl sie die Muster selbst erkennt, Verhalten reflektiert und emotional hinterfragt. Missbräuchliche Beziehungsmuster wurden ihr von ihrer Mutter vorgelebt, die sie dafür auch entsprechend verachtet. Und gleichzeitig eifert sie derselben Form von Bestätigung hinterher und zieht keine Schlussfolgerungen für sich selbst. Ich hätte sie am liebsten zwischendurch immer wieder geschüttelt oder in den Arm genommen, denn es kristallisiert sich sehr klar heraus, dass Waldo vor allem eine vertrauensvolle Bezugsperson fehlt. Imm wieder wirkt sie gleichzeitig zu reif für ihr alter und dann wieder fast schon kindlich verloren.
Allein, dass sie den Mann, mit dem sie eine Affäre hat, ihre gesamte Beziehung über weiterhin Mr Korgy nennt, bildet das vorliegende Machtgefälle sehr deutlich ab. Er bestimmt die Rahmenbedingungen, gibt den Takt vor, hält sie verfügbar. Und Waldo versucht dem Bild der perfekten, einfachen, unkomplizierten Geliebten zu entsprechend, während es sie innerlich zerreißt und sie sich in ungesunde Verhaltensmuster wie extremes Onlineshopping flüchtet. Dazu kommt Waltons sozial schwacher Hintergrund, der sie noch mehr in eine benachteiligte Position bringt.
Die Geschichte liest sich wie im Wahn, steuert unweigerlich auf die absolute Eskalation zu- nämlich Waldos Desillusionierung und die Verschiebung des Machtgefüges. Das fand ich wirklich gut und interessant dargestellt. Waldo am Scheitelpunkt- alles was sie vermeintlich wollte zum Greifen nah, nur um festzustellen, dass es nicht so ist, wie sie es in ihrer Fantasie idealisiert hat.
Das Buch hat eine schräge Sogwirkung. Ich hab immer wirklich zwischen Fassungslosigkeit, bis hin zu Ekel geschwankt und trotzdem konnte ich das Buch nicht aus der Hand legen, so gefesselt war ich von den Chors, das sich da entfaltet. Absolut voyeuristisch, skandalträchtig und mitreißend. Klasse geschrieben, kann nicht anders sagen. Ich war hooked bis zum Schluss.
Nicht einfach nur ein Krimi
Minnesota von Jo Nesbø
Jo Nesbo hat es ja mit getriebenen, vom Schicksal geplagten Ermittlern und so reiht sich auch Bob Oz in dieses Schemata ein. Das Buch ist nicht einfach ein Krimi mach Schema X, die Story ist super dicht und wendungsreich, übt auch Kritik am Polizeiapparat an sich und auch ein stückweit am American Way of Life.
Die Erzählung schreitet anfangs eher ruhig voran, durchzogen von alten Erinnerungen, Nostalgie-Feeling und Verfall. Die Beschreibungen sind teilweise fast schon ausschweifend in ihrem Detailreichtum. Einerseits sorgt das dafür, dass man ein ziemlich konkretes Bild vor Augen hat, andererseits zieht sich dadurch vor allem der Start in die Handlung für mich in die Länge.
Bob ist irgendwie unsympathisch, gerade im Umgang mit Frauen hat er was von einem Ekelpaket. Und gleichzeitig ist er auf traurige Art bemitleidenswert, Typ armes Würstchen. Seine gewitzte Teufelskerl-Aura und schonungslose Offenheit sind aber durchaus unterhaltsam. Habe sehr ambivalente Gefühle ihm gegenüber.
Das Buch lebt in meinen Augen von den detaillierten Beschreibungen rund um Bobs Ermittlungsarbeit. Hier wird viel nach links und rechts geblickt, was die Geschichte authentisch und atmosphärisch macht und ihr einen aktuellen, Gesellschaftskritischen Bezug gibt.
Das Spannungslevel schwankt ein bisschen und teilweise wird scheinbar gezielt Tempo rausgenommen. Aber Bobs Verbissenheit macht hier wirklich was her.
Fands gut.
wow, total episch
Tale of Sun and Night 1: Tale of Sun and Night von Magdalena Gammel
Ich hatte quasi keine Erwartungen an dieses Buch, bin aber förmlich aus den Socken gehauen worden. Das ist genau die Art von Fantasy, die ich lesen will: magisch, vielschichtig, trotzdem nah und absolut mitreißend. Dieses Buch war einfach umwerfend
Die Geschichte wählt einen sehr gnadenlosen Einstieg, wirft den Leser mitten in die Handlung und in Lio unwürdiges Leben als Sklavin.
Ihr Schicksal ist einfach herzzerreißend und ich hab so richtig mit ihr mitgefiebert und gehofft, dass sie sich irgendwie befreien kann.
Es gibt generell viele Figuren und Interessengruppen, aber da sie nach und nach eingeführt und vorgestellt werden, konnte ich erstaunlich gut den Überblick behalten. Das Worldbuilding ist so mäßig komplex. Ich glaube die Karte selbst wäre vermutlich recht groß, aber viele der Ort sind eher allgemein gehalten, sodass auch das übersichtlich war.
Das Magiekonzept fand ich total toll, bisschen gruslig angehaucht, aber vor allem beeindruckend. Die Geschichte selbst hat schon auch einen düsteren und brutalen Touch. Aber sie ist auch abenteuerlich, spannungsgeladen, voller Rätsel, Intrigen und Machenschaften. Es gibt Kämpfe und Momente der Einkehr. Freundschaft und Verlust.
Die Lovestory fand ich toll eingebunden, nicht übertrieben, aber trotzdem emotional nahbar und voller Chemie. Was ich noch nie irgendwo anders gesehen habe und super gelöst fand: es gibt im Buch Spice, der ist aber in Form von zusätzlichen Seiten hinter einem QR-Code platziert und losgelöst genug sind, dass man es skippen kann, wenn man da keinen Bock drauf hat.
Das Ende hat mich gekillt. Wirklich. Das kann man doch nicht stehen lassen. Dieses Buch und vor allem das Ende hat mich in ein absolutes Gefühlschaos gestürzt
So cool
The Ordeals von Rachel Greenlaw
Nichts schreit beeindruckender Dark Academia als eine magische Schule voller tödlicher Aufnahmeprüfungen und einem Mörder, der die Konkurrenz ausschaltet. Der Vibe ear ja einfach mal ultra genial.
Die Prüfungen sind vielfältig und die vier Magiegebiete ausgelegt. Die Settings, die dafür gewählt wurden, sind einfach richtig cool.
Eine Mischung aus düster unheimlich und elitär. Und auch außerhalb der Prüfungen scheint es Geheimnisse und Intrigen zu geben, sodass auch nie Nebenhandlung interessant und kurzweilig ist.
Sophies trockene Art, ihr schierer Überlebenswille und Freiheitsdrang machen sie zu einer coolen, umkomplizierten Protagonistin. Sie ist echt, direkt und unverblümt. Und bildet damit einen schönen Kontrast zu Alden. Der zwar auch ehrgeizig, aber auch eindeutig privilegiert ist.
Ich mochte aber auch die vielfältigen Nebenfiguren, die teilweise komplexer und nahbarer sind, als man zuerst vermutet. Freundschaft, Loyalität und Ehre spielen hier eine große Rolle.
Die Geschichte ist temporeich und mitreißend. Nicht nur die Prüfungen sind absolut nervenaufreibend, auch das Finale, auf das die Geschichte zusteuert ist absolut schockierend und packend.
möderische Familienzusammenkunft
Eisnebel von Kate Alice Marshall
Ich habe das Buch als Hörbuch gehört und mochte die ruhige, ausgeglichene Erzählstimme der Sprecherin, die für mein Empfinden gut zur Protagonistin Theo gepasst hat.
Die Spannung ist vor allem anfangs eher subtil, getrieben davon, dass Theo in Connors Familie nicht willkommen zu sein scheint und eigentlich auch nicht wirklich dazugehören will.
Es blitzt immer wieder durch, dass sie Connor braucht, er ihr gleichzeitig aber nicht egaler sein könnte. Sie ist einfach stets bemüht ihn zufrieden zu stellen.
Es scheint in der Familie viele Geheimnisse zu geben, aber auch Theo hütet einige und nicht zuletzt stellt ihre eigene Herkunft eine zentrale Frage in dieser Geschichte dar. Das erzeugt durchweg eine Atmosphäre des Misstrauen und unterschwelliger Feindseligkeit, die ist sehr gelungen fand. Vor allem weil auch innerhalb der Familie selbst nicht alles eitel Sonnenschein ist und unterschwellige Konflikte schwelen.
Gegen Ende überschlagen sich die Ereignisse ja dann völlig und da war es mir dann auch etwas zu viel des Zufalls/Schicksals. Das wirkte dann doch recht an den Haaren herbeigezogen. Bis dahin wirklich gut, aber das war dann ein Schuss über das Ziel hinaus.
Insgesamt war das Buch sehr kurzweilig und unterhaltsam. Es gibt viele Überraschungen und Wendungen, sodass ich für einen Thriller übermäßig viele Emotionen durchlebt habe- von Mitleid für Theos Kindheit, über Entsetzen bezüglich des extravagant privilegierten Lebens von Connors Familie, bis zu schierer Wut über all die Lügen. Kann man machen, hat was.
Eindrücklich
Wenn die Kraniche nach Süden ziehen von Lisa Ridzén
Das Buch erzählt die ergreifende Geschichte vom Älterwerden. Davon, wie einem alles zu entgleiten scheint, man jegliche Autonomie und Selbstbestimmung verliert und schlimmer noch, die Menschen, die man liebt.
Die Geschichte switcht zwischen den Alltagsmomenten, denen sich Bo stellen muss, den großen und kleinen Sorgen, die seine Gegenwart bestimmen und seinen Erinnerungen an seine eigene Jugend, sein Vater-Sein und seine Ehe.
Dazwischen gibt es kleine Notizen, von seinem Sohn und dem Pflegepersonal, die einen sehr ehrlichen Einblick in Bos eher trostlosen Alltag bieten.
Das erste Mal Tränen in den Augen hatte ich schon nach wenigen Seiten. Die Grundstimmung ist schon eher melancholisch, Bos Hilflosigkeit und Einsamkeit werden auf direkte Art thematisiert. Generell ist es zwar eine feinfühlige Erzählung, beschönt aber auch nicht, dass uns das Leben am Ende einholt.
Es ist mir leicht gefallen, mit Bo mitzufühlen und mich in seine Lage hereinzuversetzen. Die Sprache ist leicht, der Erzählstil nahbar. Ein Buch, das bewegt und nachhallt
Hyggelig
Drei Tage im Schnee von Ina Bhatter
Das Buch liest sich so, wie ein Tag im Schnee sein sollte: erst vorsichtig herantastend, dann zunehmend unbeschwert, losgelöst von den Verpflichtungen und Erwartungen des Alltags.
So ein bisschen Hannah steckt doch in uns allen: ausgelaugt vom Alltag, gefangen im ewigen Hamsterrad nach schneller, weiter, mehr und immer mehr.
Statt uns auf Ruhe und Einkehr zu besinnen und Glück in den kleinen Dingen zu finden, sind wir pausenlos gestresst und unzufrieden. Dabei braucht es so wenig, um zufrieden zu sein und im Moment aufzugehen.
Die Geschichte hat so einen kleinen Vibe von „Geist der Vergangenheit“. Ich fands schön, wie die Begegnung mit Sophie in Hannah spürbare Spuren hinterlässt. Und diese zu einer Reise ins Innere, zu Selbstreflexion und mehr Selbstverständnis führen. Hannah beginnt sich zu erinnern, was die Schlüsselmomente ihres Lebens waren, fernab von Arbeit, Erwartungsdruck und Selbstoptimierung. Und diese Botschaft ist nicht nur super wichtig, sondern hier auch einfach wunderschön verpackt
Ich hab mich beim Lesen auch immer mal wieder ertappt gefühlt, wenn Sophie mit ihrer offenen, direkten Art Hannah einen kleinen Denkanstoß gibt.
Eine Geschichte, die heimelig anmutet und trotzdem nachklingt.
Traue niemandem
The Woman in Suite 11 von Ruth Ware
Ich liebe die Thriller von Ruth Ware und hier zeigt sie sich mal wieder in absoluter Bestform. Das ist genau die Art von Geschichte, die ich von ihr so unheimlich gerne lese- spannend, ein bisschen mysteriös und mit einem interessanten Twist. Dieses Buch ist die indirekte Fortsetzung von „Woman in Cabin 10“ von der ich nicht wusste, dass ich sie brauche.
Aber jetzt wo ich das Buch vor mir hatte, waren eigentlich ein echter Geniestreich an die Ereignisse des Buches anzuknüpfen und den Figuren ein Leben nach dem glorreichen Finale anzudichten.
Das Setting ist toll gewählt und ich mochte das Wiedersehen mit bekannten Figuren. Dadurch bin ich leicht in die Handlung reingekommen und hatte auch direkt einen Draht dazu. Dass auch hier wieder eine Art doppelte Lottchen Geschichte gesponnen wird, schafft eine gelungene Verbindung zum Thriller an den es anknüpft. Für den Fall selbst spielt das zwar nicht unmittelbar eine Rolle, aber ich finde schon, dass man "The Woman in Cabin 10" gelesen haben sollte, um das ganze Ausmaß der Geschichte zu erfassen.
Ich fand den Fall selbst unfassbar packend, vor allem weil Lo selbst ins Visier der Ermittlungen gerät und das Ganze sehr undurchsichtig und vielschichtig aufgebaut ist. Die Perfidität des Falls ist einfach grandios und super spannend zu verfolgen. Vor allem gegen Ende hin wird es komplex und wendungsreich, sodass ich wirklich mitgefiebert habe.
Für mich ein sehr gelungener Thriller.
Anatomie trifft Magie
Verlorenes Herz von Vanessa Le
Ich liebe die Aufmachung des Buches. Es ist ein echter Eyecatcher und hat mich allein damit schon neugierig gemacht. Ich dachte erst es handelt sich vllt um eine Fantasy-Dystopie, aber zeitlich ist die Geschichte circa 1000 Jahre in der Vergangenheit angesiedelt. Das Setting hat aber einen eher düsteren Touch.
Die Geschichte der Bloodcarver fand ich toll in den Kontext der Geschichte eingebettet und Nhika ist eine sehr authentische Protagonistin. Ihr Streben nach einem besseren Leben, der Möglichkeit ihr Erbe zu erhalten und etwas Gutes zu bewirken, aber auch der Drang zu Verstehen, zu Lernen und Anerkennung zu finden machen sie sehr nahbar, aber auch sehr verletzlich.
Die Vermischung von Anatomie, Medizin, Pholosophie und Magie hat mir richtig gut gefallen. Es gibt der Geschichte nicht nur eine Verankerung in der Realität medizinischer Forschung, sondern umhüllt die Geschichte mit Mystik und Spiritualität.
Dass es zusätzlich noch einen Kriminalfall zu lösen gab, hat eine interessante Nebenhandlung geschaffen.
Das Ende fand ich etwas holprig, habe die Geschichte aber ansonsten mit Faszination und Spannung verfolgt.











