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Rezensionen von peedee:

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Verlorene Jahre

Was ist in meinem Alter sonst noch üblich? von Wencke Mühleisen

Erika und Jan, beide Mitte sechzig, sind im Italienurlaub. Im Restaurant spricht Erika ihn darauf an, weshalb er ihr seit Jahren Intimität verweigert. Gefährliche Frage. Die Antwort bringt sie zu Fall: Er hat seit anderthalb Jahren ein Verhältnis mit einer anderen Frau! Was soll nun aus ihrer Ehe werden? Erika liebt Jan immer noch.

Ist es zu spät, ihre Ehe zu retten?

Erster Eindruck: Ein cooles Cover, das ein bisschen Retro-Feeling und ganz viel Optimismus versprüht – gefällt mir sehr gut.

Oha, der Urlaub nimmt ein bitteres Ende, als Jan verkündet, dass er mit einer anderen Frau zusammen ist. Erika hat damit zu kämpfen, dass die andere Frau, Marie, die sie auch kennt, fünfzehn Jahre jünger und dicker als sie ist. Wie kann Jan Marie bevorzugen? Als sie dann erfährt, dass Marie und er auch in ihrer gemeinsamen Wohnung zusammen waren, ist das Gefühlschaos komplett. Wie konnte er nur? Wie konnte Marie nur? Nach viel Geschrei von Erikas Seite geht’s ab in die Paartherapie. Aber wollen wirklich beide die Beziehung retten?

Leider hat mir diese Geschichte nicht wirklich gefallen. Aufgrund der Inhaltsbeschreibung habe ich gedacht, dass es – auch aufgrund des fröhlichen Covers – optimistisch und fröhlich zugeht. Aber nein. Das Buch hat mich deprimiert. Warum das? Für mich blieb Erika farblos – ihr Mann war eh nur eine Nebenfigur – und ich konnte nicht nachvollziehen, wie sie an einer Beziehung festhalten wollen, die ganz offensichtlich schon seit Jahren nicht mehr die Qualität einer liebevollen Paarbeziehung hat. Sie hat ihn vor zwanzig Jahren betrogen – er hat es ihr nun gleichgetan. Wie heisst es so schön? Auge um Auge, Zahn um Zahn?
Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Es hatte immer wieder sehr lange Sätze, wie z.B. „Das ist die Hölle der retrospektiven Erkenntnis und der fatalen Neukalibrierung der eigenen Erfahrung, es ist, als würde man von einer fremden Macht überfallen, die eine andere Erzählung über die eigene unmittelbare Vergangenheit spinnt – schrecklich, aber wahrer als die, in der man gelebt hat.“ Am Ende des Satzes habe ich vergessen, wie er begonnen hat. Zudem ging sehr viel um Erikas Sexgedanken (und die dabei verwendete derbe Wortwahl entspricht gar nicht meinem Geschmack).
Menschen sind sehr interessant. Und sehr kompliziert. Wenn dann noch eine Beziehung dazukommt, wird es ultrakomplex. Eine Beziehung unbedingt aufrechterhalten zu wollen, nur um nicht alleine zu sein? Dies scheinen mir verlorene Jahre. Von mir gibt es leider nur 2 Sterne, schade.

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Verlorene Jahre
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Philosophieren übers Leben

Regen,1 Audio-CD von Ferdinand von Schirach

Das Buch ist eine Erzählung in Form eines Theatermonologs, mit dem der Autor ab Herbst 2023 auf grosse deutsche Bühnentour ging: Ein Mann, der vom Regen durchnässt wurde, kommt in eine Bar und sinniert über das Leben. Ein Hörbuch von 66 Minuten.

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover, das im gleichen Stil auch seine anderen Werke schmückt – gefällt mir.

Der Untertitel „Eine Liebeserklärung“ macht neugierig.

Das Hörbuch: Der Sprecher ist der Autor selbst. Ich habe bisher nur das Buch „Sie sagt. Er sagt.“ gelesen; für mich ist es eine Premiere, nun auch seine Stimme zu hören. Er spricht bedächtig, ohne Hast.

Die Geschichte: Der Mann, der in die Bar kommt, erzählt einleitend über die verschiedenen Arten von Regen, wie z.B. Regen in Cornwall, Regen in Nigeria – wo es fast nie regnet –, Regen im Regenwald als Klassiker, White Noise oder auch Pink Noise. Nun ja, dabei erhält man schon eine gewisse Ahnung, wie gerne dieser Mann erzählt. Er spricht über die Berufung zum Schöffen, die Ambivalenz der Welt, über seine Tätigkeit als Schriftsteller, der seit 17 Jahren nicht mehr schreibt, das Pareto-Prinzip oder auch den schlechten Charakter einer Wespe.

Schon bevor ich zu diesem Hörbuch gegriffen habe, hat mich der Untertitel „Eine Liebeserklärung“ irritiert. Was hatte es nun damit auf sich? Das kann ich nicht einmal so genau sagen: War es eine Liebeserklärung an das Leben generell? Denn eines ist sicher, wie der Mann bereits früh erwähnt: „Wir werden sterben“. Sein Philosophieren hat im eigenen Kopf viele Bilder und existenzielle Fragen entstehen lassen. Mir hat das Hörbuch gut gefallen; 3 Sterne.

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Philosophieren übers Leben
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Knappe 4 Sterne

Schattenmädchen von Frida Skybäck

Fredrika Storm, Band 3: Die Studentin Isabelle Karlsson verschwindet von einer Party des erfolgreichen Tech-Unternehmens „BubbleBuy“. Erste Recherchen ergeben, dass sie wohl anwesend war, aber scheinbar niemand sie bemerkt hat. Wie kann das sein? Die Polizisten Fredrika Storm und Henry Calment stehen vor einem rätselhaften Geflecht von Beziehungen, Geheimbünden und widersprüchlichen Aussagen.

Sie entdecken Parallelen zum Mord an der Studentin Petra Olsen von vor sieben Jahren. Ein Täter wurde seinerzeit verurteilt, aber es gibt mittlerweile grosse Zweifel, ob alles korrekt abgelaufen ist…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir sehr gut – passt gut zur Reihe.

Dies ist Band 3 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Da mir Band 2 um Fredrika Storm und ihren Kollegen Henry Calment sehr gut gefallen hat, war ich gespannt, wie es weitergeht.

Wenn eine Person vermisst wird, ist dies eine Horror-Vorstellung: Was ist mit dem Menschen passiert? Wo ist er/sie jetzt? Jede Minute ohne Wissen um den Verbleib des geliebten Menschen ist zermürbend. So geht es Isabelles Mutter. Ihr Mann, der Stiefvater von Isabelle, ist beruflich im Ausland und kann ihr nicht beistehen. Warum kommt er nicht umgehend nach Hause, um seiner Frau moralisch beizustehen? Merkwürdig. Aber das ist nicht das einzig Merkwürdige: Denise, dies sich als Freundin von Isabelle bezeichnet, scheint etwas zu verbergen. Und was ist mit diesem Tech-Unternehmen? Hat der CEO, Martin Zenberg, etwas mit Isabelles Verschwinden zu tun oder will ihm jemand etwas anhängen?
Fredrika und Henry sind mittlerweile ein gut eingespieltes Team – trotz aller Unterschiede. Sie ist nach wie vor sehr verschlossen und hat die Tendenz, impulsiv zu handeln. Er ist sehr belesen und teilt sein Wissen gerne mit seinem Umfeld. Beide haben auch dieses Mal im Privatleben einiges zu „sortieren“.

Wenn ein Thriller reine Fiktion gut ist und den Leser:innen unter die Haut geht, ist das das Eine. Aber wenn die Geschichte auf wahren Begebenheiten beruht – so wie die Story hier teilweise auf wahren Verbrechen an der Elite-Universität Lund basiert –, ist es ganz etwas anderes: beängstigend zu sehen, wozu Menschen fähig sind. Der Showdown hat mich überrascht, war unbefriedigend. Dieses Mal nur knappe 4 Sterne.

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Knappe 4 Sterne
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Ein schönes Wiedersehen

Die Liebe wartet im Watt von Susanne Oswald

Küstenzauber, Band 2: Die Pension „Lütte Glück“ läuft unter Bentjes Führung prima, viel besser, als sie es sich vorgestellt hatte. Es stehen einige kostenintensive Renovierungsarbeiten an, aber davor gibt es einwöchiges Stricktreffen, das Bentje ins Leben gerufen hat. Als begeisterte Strickerin hofft sie, dass dieser Event gut angenommen wird und auch fortgesetzt werden kann.

In der Pension wird ein Brief eines ehemaligen Gastes gefunden, der vorerst ein grosses Rätsel darstellt…

Erster Eindruck: Ein sehr schönes Cover, fügt sich gut in die Reihe ein.

Dies ist Band 2 der Reihe, kann aber ohne Kenntnis des Vorgängerbandes gelesen werden. Am Ende des Buches gibt es ein Personenregister, das ich den Neueinsteigern vorgängig empfehlen würde.

Es war für mich ein schönes Wiedersehen mit Bentje und Jasper, und auch mit Bentjes Freundin Imke, die ihre Zelte mittlerweile ebenfalls in Kiekersum aufgeschlagen hat. Die Organisation der Strickwoche ist mit vielen Unsicherheiten verbunden: Werden sich die Teilnehmer wohlfühlen? Kann Bentje ihnen genügend bieten? Rentiert sich das ganze Unterfangen? Schliesslich sind Renovierungsarbeiten notwendig, die ihr Budget gewaltig in Schieflage bringen, daher muss dieses Stricktreffen ein Erfolg werden!
Es gibt verschiedene Handlungsstränge, so z.B. Bentje mit der Pension, der Strickwoche, den Renovierungsarbeiten und dem Fundstück, das auf eine ganz dunkle Zeit in der Vergangenheit zurückgeht. Dann ist da noch eine sich sehr zaghaft anbahnende Liebesgeschichte (die beiden betroffenen Personen erwähne ich hier absichtlich nicht). Und auch noch die quirlige Imke, die mir schon im letzten Band ausserordentlich gefallen hat und auch hier wieder Pepp reinbringt.

Ich war gleich mittendrin in der Geschichte und sah mich auch mit den Frauen – ja, es war dieses Mal kein Mann dabei – in der Runde mitstricken. Die Liebe der Autorin zum Handarbeiten ist bekannt und wird immer sehr gut vermittelt; sie hat mittlerweile sogar eigene Wolle herausgebracht! Ist das Werbung? Natürlich, aber für mich passt das bestens. Wie gewohnt gibt es auch Strickmuster und Backrezepte am Ende des Buches. So können unter anderem die „Pummelchen“, die Socken, die während der Strickwoche erarbeitet wurden, nachgestrickt werden. Mir hat das Buch gut gefallen und ich freue mich auf die Fortsetzung – 3 Sterne.

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Ein schönes Wiedersehen
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Hat mir gut gefallen

Manchmal muss man sitzen, um den Hintern hochzukriegen von Jana Crämer

Jana Crämer hat früher jahrelang unter einer Binge-Eating-Störung und nagenden Selbstzweifeln gelitten. Nachdem sie 100 Kilo abgenommen hatte – Respekt! – wurden zwei unheilbare Diagnosen gestellt: Lipödem und Multiple Sklerose. Jana nimmt die Leser:innen auf eine sehr persönliche Reise mit und zeigt auf, wie sie Krisen durchlebt und auf Veränderungen reagiert.

Sie erzählt vom Moment, in dem alles anders wird.

Erster Eindruck: Eine sympathische Frau auf dem Cover, ein interessanter Buchtitel – gefällt mir.

Ich „kenne“ Jana Crämer aus den Medien, sprich, ich kenne sie selbstverständlich überhaupt nicht. Mir ist sie aber sehr sympathisch und ich bewundere, mit welcher Offenheit sie sämtliche an sie herangetragenen persönlichen Fragen beantwortet. Zudem gefällt mir ihr Humor: wenn sie beginnt zu lachen, hat das eine ansteckende Wirkung – herrlich! Ich war daher sehr auf dieses Buch gespannt.
Jana hat eine Ausbildung zum Mesource®-Resilienz- und -Selbstwertcoach gemacht. Davon habe ich vorher noch nie gehört, aber es klingt sehr interessant (selbstverständlich habe ich mich sodann auf der entsprechenden Website noch etwas weiter informiert). Sie erwähnt die „sechs emotionalen Super-Ressourcen“: Stolz, Entspannung, Dankbarkeit, Ehrfurcht, Mitfreude und Flow. Täglich stellt sie sich zu den genannten Ressourcen eine Frage und geht so nochmals die Erlebnisse des Tages durch.

Es gab viele Absätze, die mir sehr gut gefallen haben. Hier meine Top 3:
- „Es geht im Leben nicht darum, sich noch mehr anzustrengen – sondern darum, den richtigen Moment für Veränderung zu erkennen und zu nutzen.“
- „[…] dass die wichtigste Beziehung die zu mir selbst ist – und das hat mein Leben verändert.“
- „Für mich steht MS nur noch für ‚mutig und stark‘, denn ich habe Frieden geschlossen. Mit meinem Körper. Mit meiner Geschichte. Und mit mir.“

Mir hat das Buch gut gefallen; bei vielen Dingen konnte ich ihr still beipflichten, da ich ähnliches erlebt habe. Aber habe ich grundlegend brandneue Informationen erhalten? Nein, aber das habe ich auch nicht erwartet. Mir hat es gefallen, Einblicke in ihr Leben zu erhalten und zu erfahren, wie sie mit den Herausforderungen, die sich „Leben“ nennen, umgeht. Es war auch hilfreich, bereits bekanntes Wissen über physische und psychische Abläufe wieder einmal aufzufrischen. Wie heisst es so schön? Steter Tropfen höhlt den Stein! Herzlichen Dank und alles Gute!

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Hat mir gut gefallen
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Viel los

Sehnsuchtstage in Thunder Point von Robyn Carr

Thunder Point, Band 4: Laine Carrington wurde im Undercover-Einsatz als FBI-Agentin angeschossen. Nun muss sie sich erholen und kommt nach Thunder Point, unweit des Ortes, wo sie angeschossen wurde. Sie braucht einen Abschluss, aber auch eine neue Perspektive. All das hofft sie in Thunder Point zu finden.

Und Freundschaft. Und vielleicht auch Liebe?

Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir.

Dies ist Band 4 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden.

Es dauert nicht lange und Laine fühlt sich schon in Thunder Point heimisch, was ihr bisher fremd war, da sie aufgrund ihrer Einsätze nirgendwo lange blieb. Nicht zuletzt fühlt sie sich auch dadurch angekommen, da sie Freundschaften geschlossen hat. Und als sie Eric Gentry kennenlernt, scheint es irgendwie gleich zu passen. Obwohl eigentlich überhaupt nichts passt, da sie beide nichts gemeinsam haben. Und doch ist etwas da… Eric ist von Laine und seinen Gefühlen für sie überwältigt. Er hat als junger Erwachsener einige schlechte Entscheidungen getroffen und dafür geradestehen müssen. Soll ihm nun tatsächlich Liebe gegönnt sein?
Laine hat so ihre Probleme mit ihrem Vater, da er sie und ihre beruflichen Entscheidungen nicht akzeptiert. Ihr Zwillingsbruder, der wie ihre Eltern Medizin studiert hat, liegt mehr auf seiner Linie. Beim letzten Treffen ist die Situation zwischen Laine und ihrem Dad eskaliert. Als er plötzlich vor ihrer Tür steht, versteht sie die Welt nicht mehr.
Eric bekommt Besuch: Al Michael, einer seiner früheren Mitarbeiter, steht vor der Tür und ist bereit für Arbeit. Er führt ein Vagabundenleben und ist immer nur ein paar Monate am gleichen Ort. Auch er hat einst falsche Entscheidungen getroffen…

Dieses Mal sind einige schwere, dunkle Themen dabei, darunter Multiple Sklerose, Demenz, aber auch Kindsverlust, Legasthenie oder Pflegefamilien. Glücklicherweise gibt es jedoch auch Helles wie Freundschaft und Liebe. Es war sehr eindrücklich, wie sich Laine mit ihrem Vater auseinandersetzte. Oder wie sie und ihre Schwägerin Genevieve endlich eine gute Beziehung zueinander aufbauten. Das Buch hat sich wie gewohnt flüssig lesen lassen und war bald beendet. Von mir gibt es 4 Sterne und ich bin auf die Fortsetzung gespannt.

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Viel los
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Herrlich!

Oachkatzlkiller von Marion Wagner

Oachkatzlhof, Band 1: Jedes Jahr machen die Freundinnen Doro und Gabi zusammen eine Woche Urlaub. Im Hotel „Oachkatzlhof“, das Gabis Bruder Loisl gehört, wollen sie wellnessen und ihre Sorgen aussen vor lassen. Doro wurde nämlich gerade von ihrem Ehemann verlassen und Gabi leidet unter dem Empty-Nest-Syndrom: ihre Tochter ist ausgezogen.

Doch mit Wellness wird es vorerst nichts, da ein Mord im Hotel ihre Pläne durchkreuzt. Gabi ist die Einzige, die weiss, dass der Hauptverdächtige unschuldig ist. Sie müssen nun „nur“ noch den wahren Täter finden…

Erster Eindruck: Ein süsses Cover mit dem „Oachkatzl“ (das heisst nämlich Eichhörnchen, für alle die, die wie ich des Bayerischen nicht mächtig sind).

Doro ist Modefotografin und kennt somit Heidi Klum und all ihre Kolleg:innen, jawohl, alle! Ihr ist bewusst, dass das Sprichwort „mehr Schein als Sein“ absolut zutreffend ist, denn hinter der Fassade (oder eben ihrer Kamera) sieht alles ein wenig anders aus. Ihre beste Freundin Gabi ist Vollzeit-Mama, die nun nichts mit sich anzufangen weiss, seit die Tochter flügge geworden ist. Im Hotel wollen sie ausspannen. Und die Sorgen vergessen oder mit Eierlikör ertränken, was gerade besser passt.
Die Hotelleiterin wurde ermordet: erschlagen mit einem silbernen Eichhörnchen! Die Polizei, allen voran Lutz Görke, hat die Ermittlungen aufgenommen. Er ist dabei vorübergehend auf sich allein gestellt, da sein Kompagnon magendarmtechnische Probleme hat. Oje. Aber er ist ein Polizist, der im Urin spürt, wer der Täter ist, daher ist dies ein Kinderspiel. Ein Hauptverdächtiger wurde bereits benannt, wie Doro und Gabi erfahren haben, aber dieser kann es nicht gewesen sein, wie Gabi beteuert. Oha!

„What happens in the Oachkatzlhof, stays in the Oachkatzlhof.”

Das war herrlich! Doro und Gabi auf kriminalistischer Mission! Doro hat gar keine dienlichen Erfahrungen in dieser Hinsicht, Gabi „immerhin“ die sonntäglichen „Tatort“-Filme. Somit haben also beide gar keinen Plan. Sie kamen mir vor wie zwei Golden Retriever, denen man ein kleines Häppchen hinwirft, das sie sogleich gierig verschlangen. Wurde das Häppchen dann in die andere Richtung geworfen, haben sie ihre „Ermittlungen“ sogleich neu ausgerichtet. Aus ermittlungstechnischer Sicht ist es sicherlich besser, die Arbeit der Polizei zu überlassen. Aber bitte nicht Lutz – der war ja echt schlimm (aber sehr unterhaltsam!). Von mir gibt es 5 Sterne und ich freue mich auf die Fortsetzung.

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Herrlich!
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Knappe 3 Sterne

Der schwimmende Blumenladen von Amsterdam von Annabel French

Love and the City, Band 1: Rosie hatte bereits viele Jobs. Keiner davon hat ihr wirklich gefallen. Doch nun, nach Abschluss eines Floristik-Kurses, zieht sie kurzerhand von London nach Amsterdam, um dort auf dem „Bloemenmarkt“ als selbstständige Floristin zu arbeiten. Ihr Hausboot-Nachbar, Max, ist griesgrämig und in sich gekehrt.

Aber auch sehr attraktiv, wie Rosie sogleich feststellt…

Erster Eindruck: Ein sehr auffälliges, buntes Cover – nicht ganz so mein Geschmack.

Es war mir von der Leseprobe her bewusst, dass es sich hier nicht um einen tiefgründigen Roman handeln würde, sondern um etwas Leichtes für Zwischendurch. Aber für mich wurden zu viele Dinge als zu lapidar abgehandelt:

Eine junge Frau, die einen Abend-Floristik-Kurs gemacht hat, wandert einfach mal so eben von London nach Amsterdam aus. Sie findet ein bezahlbares Hausboot und bekommt auch gleich einen Stand auf dem schwimmenden Blumenmarkt. Ihre Niederländisch-Kenntnisse sind dabei minimal und sie hat offensichtlich nicht vor, dies zeitnah zu ändern. Ihr war nicht bewusst, dass sie eine Lizenz für den Blumenmarkt haben und dass sie einen Businessplan vorweisen muss. Letzteren erstellt sie mal eben schnell an einem Nachmittag. Das alles ist für mich mehr als naiv. Was ich Rosie aber zugutehalten muss, ist ihr unerschütterlicher Optimismus: Auch wenn‘s mal kurz Tränen gibt, rappelt sie sich wieder auf und macht weiter. Das ist bewundernswert. Max ist eine Künstlerseele – kein Wunder, denn er ist Maler: mürrisch und verschlossen wie eine Auster, dann offen und zugänglich und beim nächsten Satz macht er wieder vollkommen dicht und spricht nicht (mehr). Wie soll man sich da richtig verhalten? Problematisch.
Dass die beiden sich trotzdem näher kommen, ist selbstverständlich wenig überraschend.

Und dann geht es holterdiepolter und alles löst sich in Minne auf. Das war definitiv zu schnell. Was mir am besten gefallen hat, war der Familienzusammenhalt. Für den Reihenstart vergebe ich knappe 3 Sterne.

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Knappe 3 Sterne
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Wiederum eine wahre Freud‘

Prost, auf die Fischer von Friedrich Kalpenstein

Kommissar Tischler, Band 12: Der Betriebsausflug der Brunngrieser Dienststelle endet abrupt, als am Frillensee eine Leiche gefunden wird. Der Tote: Harald Lorenz, ein Fischer. Hauptkommissar Constantin Tischler und Polizeihauptmeister Felix Fink erfahren kurzum, dass der Tote bei den anderen Berufskollegen gar nicht gern gesehen war.

Haben sie etwas mit dem Mordfall zu tun? Denn dass es Mord ist, ist klar, denn der Verblichene hat sich wohl nicht selbst in ein Fischernetz eingewickelt…

Erster Eindruck: Resi auf dem Cover = gutes Cover (das ist die Erfolgsformel)!

Dies ist Band 12 einer Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (es ist jedoch schöner, das Team von Anfang an zu begleiten).

Hach, es war schön, wieder in Brunngries zu sein, und dann erst noch auf einem Betriebsausflug! Ich konnte mir die Truppe unter der Führung von Luise sehr gut vorstellen: Die jammernden Männer mit Riesenrucksäcken beladen, worin sich von Fleischpflanzerl bis zum richtigen Geschirr alles befindet. Kaum unterwegs findet Luise eine Leiche! Wow! Und einer der Truppe meinte schon, dass Luise das alles inszeniert habe. Witziger Gedanke, aber nein, da hört der Spass doch auf. Das Duo Constantin Tischler und Felix Fink geht gemäss bewährter T-U-F-Methode vor (Polizeioberrat Schwenk kennt diese Methode ja nur zu gut).
Wer war Harald Lorenz? Wieso lag er im Frillensee, wo er aber nicht zu Tode kam? Weshalb gibt es Informationslücken zu seiner Vergangenheit? Und wieso sind die anderen Fischer so schlecht auf Lorenz zu sprechen? Ist es nur der Konkurrenzgedanke? Die Anzahl der Verdächtigen nimmt proportional zu den Fragen zu. Die Ermittlungen geben Einblicke in die Fischereibetriebe und einen Reiterhof.

Das Buch hat sich wie immer flüssig lesen lassen, war temporeich, spannend und zugleich witzig (einmal mehr hat sich gezeigt, dass sich das deftige Essen im KRAUSE den Polizisten nicht auf deren Hüften niederschlägt, denn sie sind körperlich prima in Form!). Ich freue mich, ein weiteres Mal die volle Punktzahl zu vergeben und darauf, dass es mit Band 13 („Prost, auf die Sportler“) schon bald weitergeht.

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Wiederum eine wahre Freud‘
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Durchwachsener Einstieg

Morgensonnenglück von Petra Schier

Eine aussergewöhnliche Einladung – wohl eher eine Aufforderung – erreicht die Familienmitglieder von Milton Flower: Aufgrund seiner Krankheit will er gewisse Dinge bei der Flower-Ranch in Lissenborn regeln, aber das geht nur, wenn alle seinem Plan zustimmen. Die Tochter und Grosskinder haben alle völlig verschiedene Leben und es gibt viel Ungesagtes zwischen ihnen.

Holly, eines der Grosskinder, mittlerweile Ärztin, befürchtet, dass ihr Grossvater das Gut verkaufen möchte. Als sie nach Hause kommt, wartet eine Überraschung auf sie: Raik, ihre heimliche Jugendliebe, ist als Anwalt der Rechtsberater ihres Grossvaters. Unerwartet flammen ihre einst heimlichen Gefühle für ihn wieder auf…

Erster Eindruck: Ein ehrwürdiges Herrenhaus auf dem Cover – gefällt mir.

Der Einstieg fiel mir erstaunlich schwer, aber ich kann gar nicht benennen, woran es gelegen hat. Es gab viele Protagonisten (mit Blumennamen) und noch viel mehr Probleme. Überraschend war, dass tatsächlich alle Familienmitglieder „antrabten“ und dem Patriarchen Milton Folge leisteten. Und dies ist wohl auch gerade einer meiner Knackpunkte dieses Buches: Es gibt so viel Ungesagtes, jahrelange Funkstille zwischen Milton und Maria mit ihrer Tochter Violet. Die beiden haben, nachdem ihre Tochter mit 16 Jahren Mutter von Zwillingen geworden ist, die Fürsorge für Holly und Ivy übernommen, damit Violet ihre Schule fertig machen konnte. Wie es dann kam, dass Violet plötzlich in den USA landete und dort arbeitete, kann ich hier selbstverständlich nicht erörtern. Die Beziehung von Holly und Ivy zu ihrer Mutter ist quasi inexistent, wenn man von den obligaten Feiertagsgrüssen und Geschenken absieht. Bei dem jetzigen Treffen lernen sie ihre Halbschwester Lilly kennen.
Den Plan, den Milton über lange Zeit und mit grosser Akribie ausgearbeitet haben muss, ist sehr interessant. Seine Bedingung: Es müssen alle zustimmen. Wow, nur kein Druck, lieber Milton! Das ist wohl auch ein weiterer Knackpunkt für mich: Im wahren Leben würden doch niemals-nie-unter-keinen-Umständen alle auf Anhieb einem solchen Plan zustimmen.

Ich gehe stark davon aus, dass dies der Beginn einer Reihe ist, denn Material (und Probleme!) gibt es wahrlich genug. Für diesen (Reihen)Start vergebe ich 3 Sterne.

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Durchwachsener Einstieg