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Rezensionen von peedee:

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Ein gelungener Ausgang (und ein amüsanter Epilog)

Bächle, Gässle, Katzenjammer von Ute Wehrle

Katharina Müller & Jürgen Weber, Band 6: Eine grosse Jubiläumsfeier für die Grosskonditorei Waldvogel, die die „Kalten Herzen“, eine berühmte Schwarzwälder Spezialität, herstellt. Doch die Feier verläuft nicht wie geplant, denn der Firmenchef beginnt mitten in seiner Rede zu halluzinieren! Und am nächsten Tag wird seine Nichte Carina, die als Psychotherapeutin arbeitet, ermordet aufgefunden.

Hauptkommissar Jürgen Weber und sein Team ermitteln; selbstverständlich beginnt auch Journalistin Katharina Müller zu recherchieren…

Erster Eindruck: Das Cover passt sehr gut zum Titel und zur Reihe – gefällt mir.

Dies ist Band 6 einer bisher 7-teiligen Reihe, kann aber unabhängig von den Vorgängerbänden gelesen werden (überraschenderweise ist Band 6 bei einem anderen Verlag erschienen als die anderen Bände). Ich freue mich immer, zumindest lesetechnisch nach Freiburg zu kommen, wenn es ansonsten zeitlich nicht gerade drin liegt.

Katharina ist ein bisschen neben der Spur. Sie langweilt sich, denn nur über Firmenfeiern zu schreiben, ist zum Gähnen. Aber sie hat auch Bammel vor ihrem 50. Geburtstag, obwohl sie das niemals-nie-unter-keinen-Umständen zugeben würde. Glücklicherweise hat ihr bester Freund Jürgen einen neuen Fall – und er bittet sie sogar um Hilfe! Natürlich nur inoffiziell, das versteht sich von selbst.
Interessante Puzzleteile: „Kalte Herzen“; ein halluzinierender Firmenchef; eine tote Nichte, die nichts mit dem Familienunternehmen zu tun hatte. Was haben diese Dinge miteinander zu tun? Hat der Firmenchef gesundheitliche Probleme? Zu tief ins Glas geguckt? Wieso tritt seine Tochter immer so resolut in der Öffentlichkeit auf? Die ersten Recherchen bei der Psychotherapeutin ergeben, dass einige ihrer Klienten erpresst wurden. Wenn sie nicht einen bestimmten Betrag abliefern würden, würde ihr Leiden, weswegen sie in Therapie waren, publik gemacht. Oha!

Da es bei mir seit dem letzten Band der Reihe schon über drei Jahre her ist, habe ich nicht mehr an den tierischen Protagonisten Romeo, den Kater, gedacht, der seinerzeit zum ersten Mal in Erscheinung trat. Den hätte ich schon damals nicht gebraucht, aber nun gab es sogar noch Unterstützung von Seiten eines Polizeihundes – ist nicht ganz so meins. Für mich hat sich die Geschichte leider etwas gezogen, insbesondere in der ersten Hälfte. Aber den Ausgang der Geschichte, insbesondere den Epilog, fand ich sehr gelungen, daher 4 Sterne.
Ach ja, ich habe übrigens ein neues Wort gelernt: „Coulrophobiker“. Wisst Ihr, was das ist? Nein, dann hurtig das Buch lesen (oder googeln hilft natürlich auch)!

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Ein gelungener Ausgang (und ein amüsanter Epilog)
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Zu wenige Seiten für eine runde Geschichte

Naughty Little Christmas von Lili Valente

Jingle Bells Kiss, Band 1: Macy kommt nicht freiwillig nach Lover’s Leap zurück. Vor zehn Jahren hat sie es verlassen müssen, da sie und ihre jüngere Schwester aufgrund eines Verrats zu ihrer Tante ziehen mussten. Dean, ihre grosse Liebe, hat verraten, dass ihr Vater die Familie schon längst im Stich gelassen hat.

Das kann sie ihm nicht verzeihen. Ein Wiedersehen lässt sich nicht vermeiden – die Stadt ist zu klein. Dean will Macy unbedingt zurückgewinnen…

Erster Eindruck: Ein auffälliges Cover mit süssen weihnächtlichen Motiven – gefällt mir. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht.

Dies ist Band 1 der Reihe und für mich zugleich das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten.

Macy ist 25 Jahre alt und somit erwachsen, hat aber die damalige Trennung als Teenager nicht verarbeitet. Sie hat in allem Dean die Schuld gegeben, nie hinterfragt, was vor zehn Jahren seine Beweggründe waren. Warum hat sie nicht versucht, Kontakt zu ihm aufzunehmen? Sie ist zudem ein Mensch, der in Turbogeschwindigkeit voreilige Schlüsse zieht und Lover’s Leap in ebensolchem Tempo wieder verlassen will.
Dean ist heimatverbunden, hat ein eigenes Unternehmen und unterstützt auch seine Mutter. Dafür hat er einen Zweitjob: Er strippt in den umliegenden Kleinstädten, um die Hypothek seiner Mutter abzahlen zu können. Dabei ist er überzeugt, dass „seine“ Leute in Lover’s Leap nichts davon wissen. Na klar. So etwas bleibt auf jeden Fall geheim!

Ich bin in der Bewertung dieses Buches zwiegespalten: Es gab durchaus schöne Momente, aber dann wiederum hatte es Passagen, bei denen ich den Kopf schüttelte. Zehn Jahre Funkstille, dann ein Wiedersehen aufgrund eines Unfalls, und – tataa – spicy Szenen! Okay, das war für mich sehr schräg. Ein kleines Missverständnis bzw. das obenerwähnte Ziehen von voreiligen Schlüssen hätte bald das Happy End vereitelt. Doch dann… Ende; Epilog 3,5 Jahre später.
Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, aber die Geschichte wurde auf zu wenigen Seiten erzählt. Mindestens 100 Seiten mehr wären für mich nötig gewesen, damit es rund geworden wäre. Von mir gibt es knappe 3 Sterne, aber nur weil ich Kleinstadtromane mag und ein klein-bisschen-kaum-spürbar reihenanfällig bin.

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Zu wenige Seiten für eine runde Geschichte
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Knappe 4 Sterne

Asterix - Asterix und der Greif von Jean-Yves Ferri; Didier Conrad

Asterix, Band 39: Wer unsere Freunde Asterix, Obelix und Idefix kennt, weiss, dass sie häufig auf Reisen gehen. Dieses Mal nahmen sie Kurs auf Barbaricum, weit im wilden Osten. Mit von der Partie ist der erkältete Druide Miraculix – sein Freund, der Schamane Terrine, hat ihn um Hilfe gebeten, da die Römer den sagenumwobenen Greif fangen wollen.

In Barbaricum ist es bitterkalt, was die Gallier nicht gewohnt sind. Dies ergibt ein Riesenproblem: Der Zaubertrank ist gefroren!

Erster Eindruck: Asterix sitzt auf dem Cover hoch zu Ross – noch höher sitzt Idefix, nämlich auf einer Greif-Statue, mit der Nase hoch im Wind und sein Herrchen Obelix ignorierend; gefällt mir sehr gut.

Obelix (der ja mein heimlicher Liebling ist, schon allein aus figürlichen Gründen) bringt mich immer zum Schmunzeln: Er merkt nicht, wenn er etwas ausplaudert, das eigentlich nicht für andere Ohren gedacht war. Und dann ist er schnell mal beleidigt, wenn Asterix ihn darauf hinweist. Oder wenn er auf dem Pferd reiten soll, das unter seinem Gewicht schier zusammenkracht, nimmt er das Pferd kurzerhand auf die Arme und läuft so – einfacher für ihn, und noch viel besser für das Pferd (wenn auch eine grosse Überraschung). Nun zu ihrem Auftrag: Wer oder was ist der Greif? Und wo ist er zu finden? Schaffen sie dies auch ohne Zaubertrank?

Die Geschichte war unterhaltsam, insbesondere da sich für einmal die Männer hauptsächlich um Kinder und Haushalt kümmern und die Frauen die Ernährerinnen, bzw. in diesem Fall die Kriegerinnen, sind. Schwierig empfand ich das Lesen des „Akzents“ der Sarmaten: Da wird der Buchstabe „E“ immer verkehrt geschrieben (nach links gespiegelt) – im Zusammenhang mit der durchgehenden Grossschreibung nicht einfach. Vielleicht hätte man für diesen „Dialekt“ eine andere Schriftfarbe verwenden können und so den Unterschied aufzeigen? Zudem hatten die Piraten hier so gut wie keine Rolle – ihren Part hätte man ersatzlos streichen können. Von mir gibt es knappe 4 Sterne.

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Knappe 4 Sterne
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Bewertung für die deutsche Version „Die Spur der Engel“

Angels in the Snow von Melody Carlson

=== Die deutsche Version ist im Katalog nicht verfügbar ===

Spuren der Hoffnung zu Weihnachten

Claire hat vor anderthalb Jahren ihren Mann und Sohn bei einem Unfall verloren. Seither versucht sie, ins Leben zurückzufinden. Der Verlust hat ihre Kreativität als Künstlerin verstummen lassen – es war ihr bisher nicht möglich, wieder zu malen.

Sie zieht sich auf eine einsame Berghütte zurück und hofft, endlich den Durchbruch zu erlangen, sowohl in ihrer Trauerbewältigung als auch in ihrem beruflichem Schaffen. Als sie bei Spaziergängen Spuren im Schnee entdeckt, verspürt sie plötzlich das Verlangen, Bilder zu malen, die von den Spuren der Engel durchzogen sind. Engel? Wird sie nun verrückt? Sie will herausfinden, wohin die Spuren führen und lernt so Garret und Anna kennen…

Erster Eindruck: Auf dem Cover ist eine unberührte Schneelandschaft – gefällt mir.

An mehreren Tagen versucht Claire, den zwei Spuren – einmal grosse Füsse, einmal kleinere Füsse – zu folgen. Sind dies die Spuren ihres Mannes und ihres Sohnes? Als Engel? Nein, sie weiss, dass das nicht sein kann. Aber was hat das alles zu bedeuten? Auf Anraten ihrer Freundin versucht sie, das Ende der Spuren zu finden, was sie jedoch in eine lebensbedrohliche Situation aufgrund des Schneesturms bringt. Wie durch ein Wunder haben Garret und seine Tochter Anna sie gefunden und ins Warme gebracht. Claire fühlt sich gleich zu Garret hingezogen. Aber das darf doch nicht sein, oder? Sind das die Folgen der Unterkühlung?

Dies war für mich das zweite Buch der Autorin nach „Ein Junggeselle zum Verlieben“, was mir sehr gut gefallen hat. Das vorliegende Buch ist jedoch weitaus älter, nämlich aus dem Jahr 2002 (Englisch) bzw. 2006 (Deutsch). Es passiert in der Geschichte nicht viel, aber trotzdem wird ganz viel erzählt – klingt merkwürdig, aber das ist mein Empfinden. Claire hat mir sehr gefallen und ich habe ihren Verlust sehr bedauert. Der Verlust von geliebten Menschen ist für mich ein schwieriges Thema; mir ist durchaus bewusst, dass dies auch zum Leben dazugehört, aber das macht es nicht einfacher. Obwohl es im Buch um Trauer bzw. Trauerbewältigung geht, ist das Buch nicht nur traurig. Nein, es zeigt auch sehr viel Hoffnung auf, gerade zu Weihnachten. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Bewertung für die deutsche Version „Die Spur der Engel“
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Positives Denken für alle

Asterix - Die weiße Iris von Fabcaro

Asterix, Band 40: Cäsars Soldaten sind träge geworden. Das gefällt ihm natürlich überhaupt nicht. Aber Visusversus hat die Lösung: Er ist ein Weltverbesserer und überzeugt, dass „Positives Denken“ – gepaart mit weniger Wildschwein, aber mehr Gemüse – die Lösung ist. Mit seiner manipulativen Methode verändert er nicht nur die Soldaten, sondern auch das Dorf von Asterix und Obelix…

Erster Eindruck: Asterix mit einem Fremden im Zentrum des Covers – gefällt mir.

Im Jahre 50 v Chr. ist Visusversus ein wahrer Vordenker: positives Denken, gesunde Ernährung, mehr Bewegung! Wow! Seine Worte ergeben zwar nicht viel Sinn, aber stetige Wiederholung höhlt bekanntlich auch den grössten Hinkelstein. Was bei den Soldaten Wirkung zeigt, soll nun auch bei den Galliern Früchte tragen. Bei seinem ersten Besuch im Dorf hat er eines sehr gut drauf: Er weiss, Komplimente zu verteilen (auch wenn sie inhaltlich schwer nachvollziehbar sind). Und mit seiner Masche kriegt er alle. Alle? Nein, zum Glück doch nicht. Miraculix und Asterix sehen die Problematik und wollen etwas dagegen unternehmen.

Üblicherweise begeben sich jeweils nur die drei Freunde Asterix, Obelix und Idefix auf eine Reise, um ein Problem zu lösen. Dieses Mal werden sie jedoch vom Chef persönlich – Majestix – begleitet. Weshalb? Nun, seine Gutemine hat ihn verlassen und er will sie unbedingt zurückholen! Es hat mich amüsiert, dass der sonst so taff auftretende Majestix ganz kleinlaut wurde, als er meinte, seine Gutemine, sein „Minchen“, hätte ihn verlassen. Die ganze Reise über schwelgt er in Schwermut. Obelix versucht ihn aufzumuntern – ohne Erfolg. Witzig fand ich die Thematik der öffentlichen Verkehrsmittel und der Tretroller. Selbstverständlich endet das Buch mit dem obligaten Festmahl! 4 Sterne.

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Positives Denken für alle
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Wäre ein sehr guter Reihenstart

Holiday Ever After von Hannah Grace

Clara Davenport ist seit Jahren in der väterlichen Spielzeugfirma beschäftigt und hofft, die langersehnte Beförderung zu erhalten. Die Firma hat einen PR-Skandal am Hals: Ihr wird vorgeworfen, das Design einer Holzpuppe aus Fraser Falls gestohlen zu haben. Clara wird dazu verdonnert, das Problem vor Ort zu lösen.

Clara ist sich bewusst, dass sie wohl nicht mit offenen Armen empfangen werden würde, aber dass ausgerechnet Jack Kelly, der Erfinder der Holly-Puppe und Problemlöser der Stadt, so gegen sie ist, spornt sie an. Sie will ihm beweisen, dass sie nicht so wie ihr Vater ist…

Erster Eindruck: Das Cover ist von der Farbgebung für einen Weihnachtsroman eher untypisch, was mir aber gut gefällt. Aktuell scheint es in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich jedoch nicht.

Jack, der Schreiner, ist – wie sein verstorbener Grossvater – einer, der sich kümmert. Es ist keine Überraschung, wenn bei ihm zigfach am Tag das Telefon klingelt, weil z.B. ein Abflussrohr verstopft ist, Nachbars Katze nicht mehr vom Baum kommt oder jemand einen kräftigen Mann zum Verschieben eines Möbelstücks braucht. Er ist immer zur Stelle, wenn seine Hilfe gebraucht wird. Aber selbst Hilfe annehmen? Dazu ist er zu stolz (was ich sehr gut verstehen kann).
Clara ist im steten Konkurrenzkampf mit ihrem Bruder, obwohl er gar nicht in der Spielzeugfirma arbeitet. Aber sie ist sich sicher, dass der Managerposten, der kurzum frei wird, ihrem Bruder angeboten wird. Sie hat in unterschiedlichsten Abteilungen der Firma gearbeitet, aber es scheint für ihren Vater nie genug. Sie scheint nicht zu genügen. Trotz allem hofft sie, mit dem „Holly-Fall“ zu reüssieren und endlich die verdiente Beförderung zu erhalten. Aber Jack scheint eine harte Nuss zu sein, denn sobald er wusste, dass ihr Nachname Davenport ist, hat er dichtgemacht. Das lässt sie sich aber nicht bieten…

Ich bin ein grosser Fan von Kleinstadtgeschichten („Gilmore Girls“ oder „Virgin River“ sei Dank) – ich mag die zuweilen skurrilen Charaktere, die in guten und schlechten Zeiten zusammenhalten, sehr gerne. In Fraser Falls ist das nicht anders. Die Geschichte lief für mich wie ein Film vor meinem inneren Auge ab. Jeder Leserin wird klar gewesen sein, dass sich Jack und Clara schnell näherkommen werden. Ich habe mich in Fraser Falls gleich wohl gefühlt, und ich musste mehrfach schmunzeln, als die Stadtbewohner Jack in die Mangel nehmen und ihm aufzeigen, wo er in Bezug auf Clara Fehler gemacht hat. Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, wobei es in der Mitte ein bisschen einen Durchhänger gab. Von mir gibt es für diese Geschichte, die aus meiner Sicht gerne als Reihe fortgesetzt werden dürfte, 4 Sterne.

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Wie ein sehr schöner Weihnachtsfilm

Wir zwei im Dezember von Catherine Walsh

Mittlerweile sind es fünf Jahre, als Megan ihren Bräutigam Isaac vor dem Altar stehen liess. Seither meidet sie ihr Heimatdorf, denn zu gross ist die Wahrscheinlichkeit, ihm über den Weg zu laufen, oder jemandem, der nur zu gut über ihre Flucht im Hochzeitskleid Bescheid weiss. Dieses Jahr muss sie jedoch nach Hause fahren – sie hat es ihrer Mutter versprochen.

Als sie in Dublin zufällig in Christian hineinläuft, der seinerzeit ihre Flucht ebenfalls mitbekommen hatte, schmieden sie einen Plan: Da sie beide Singles sind, die üblicherweise verkuppelt oder bemitleidet werden, werden sie als glückliches Paar auftreten. Problem gelöst, oder? Eher Problem geschaffen…

Erster Eindruck: Ein sehr schönes, winterliches Cover, das von den Farben her auffällig ist – gefällt mir sehr gut.

Ah, Megan ist also die „Braut, die sich nicht traut“ (oder wie hiess der Film mit Julia Roberts?)! Was muss in ihr vorgegangen sein, dass sie einfach verschwindet und ihren Bräutigam sowie die ganze Hochzeitsgesellschaft ohne Erklärung stehen lässt? Der wahre Grund bleibt lange unklar. Aber jedermann in ihrem Heimatdorf kennt natürlich diesen „Fall“, über den man sich bestens eine Meinung gebildet hat. Doch auch sie kennen die Wahrheit nicht.
Witzig fand ich, dass Megan bei jeder sich bietenden Gelegenheit strickt – es hilft ihr, Stress abzubauen. Sie strickt sogar im Auto, als sie mit Christian unterwegs nach Hause ist.
Christian ist erfolgreich in seinem Job: Er vermittelt Luxus-Ferienimmobilien. Er mag das Geld und die Annehmlichkeiten, die ihm seine Arbeit bietet. Doch ist er glücklich? Wohl eher nicht. Diesen Gedanken verdrängt er nur zu gern. Aber sein Vater, mit dem er eine komplizierte Beziehung hat, sagt es ihm auf den Kopf zu. Das wiederum gibt ihm zu denken.
Ich mochte Megan und Christian gleich sehr gerne. Der Plan, über die Feiertage ein glückliches Pärchen zu mimen, bedingt einiges an Vorbereitung und Abstimmung. Ebenso müssen die Bedingungen klar definiert werden (Christian notiert sie gleich auf einer Serviette und beide unterschreiben diesen „Vertrag“). Der Leserin ist selbstverständlich schon im Voraus klar, dass nicht alles wie geplant ablaufen wird.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und war trotz seiner 480 Seiten im Nu zu Ende. Leider! Weshalb? Hach, es war sooo schön – wie ein toller Weihnachtsfilm, seufz! 5 Sterne.

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Wie ein sehr schöner Weihnachtsfilm
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Zäher Start

Die Apfelstrudelmisere von Beate Ferchländer

Helene ist seit drei Jahren Witwe, aber es geht ihr und der kleinen Tochter gut; ihr verstorbener Ehemann hat ihnen ein beträchtliches Erbe hinterlassen. Aber die fröhlichste Witwe kann nicht in Ruhe leben, wenn ein umtriebiger Polizeiinspektor meint, neue Fakten in Bezug auf den Tod ihres Mannes gefunden zu haben: Es gäbe Beweise gegen sie und ihre Haushälterin Tereza.

Beweise? Helene muss handeln – und Inspektor Moravec heiraten…

Erster Eindruck: Auf dem Cover ist ein Tuch, das für mich für Gemütlichkeit steht. Aber die Gemütlichkeit ist auch schon wieder vergessen, wenn ich das ausgesägte Giftzeichen auf der Holzkelle sehe… sehr gut gemacht!

Dies ist der Nachfolgeband zu „Das Nussstrudelkomplott“, kann aber gut ohne Vorkenntnis gelesen werden. Da für mich Band 1 ein Krimi mit rabenschwarzem Humor war, der mir ausgezeichnet gefallen hat, war ich auf die vorliegende Geschichte sehr gespannt.

Helene ist eine attraktive Frau, die sich ihrer Wirkung sehr wohl bewusst ist. Aufgrund der Witwenpension ihres verstorbenen Diplomatenehemannes kann sie es sich gutgehen lassen und nach wie vor Haushälterin Tereza beschäftigen, die für ihre kleine Tochter quasi eine Bonus-Grossmutter ist. Inspektor Moravec, der mitnichten ein Frauenheld ist, setzt Helene mit seinen Beweisen unter Druck: Wenn sie ihn heiratet, hat es die Beweise nie gegeben! Nun ja, nicht erstaunlich, dass kurz darauf die Hochzeitsglocken läuten, oder? Moravec hat eine sehr überraschende Entwicklung gemacht, denn in meiner Vorstellung war er so ein einsamer, passiver Junggeselle, der aber plötzlich wie verrückt aufdrehte und meinte, er sei der tollste Hengst aller Zeiten!
Haushälterin Tereza hat mir gut gefallen – ich konnte sie mir vor meinem inneren Auge sehr gut vorstellen. Eine Frau, die nicht lange fackelt, sondern anpackt…

Der Einstieg in die Geschichte fiel mir wider Erwarten sehr schwer, denn das erste Drittel des Buches empfand ich als ziemlich zäh, irgendwie passierte so gar nichts. Aber dann begann die Geschichte langsam Fahrt aufzunehmen. Es war eine irre Geschichte, keine Frage, aber das mag ich. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Still, ungewöhnlich, schön

Der Weihnachtssee von Angelika Schwarzhuber

Jana hatte vor, die Weihnachtsfeiertage wie gewohnt bei der Familie in Bodenmais zu verbringen. Aber aufgrund eines Geschenks ihrer Schwester an die Eltern sind sie für eine Kreuzfahrt abgereist. Auf dem Rückweg bleibt sie bei einem Schneesturm mit dem Auto liegen; in einem abgelegen Haus findet sie Zuflucht – sie wusste nicht, dass dort ihr alter Schulfreund Toni und dessen Neffe Finn wohnten.

Im Laufe des Tages stranden noch weitere Leute bei Toni, darunter Stephan, ihr früherer Freund! Eine bunte Truppe Menschen, die zusammen Heiligabend verbringt…

Erster Eindruck: Das Cover ist sehr schön gestaltet und strahlt eine besondere Stimmung aus.

Ein weiterer Weihnachtsroman für mich: Ich bin schon seit August mit den vielen Weihnachtsromanen „beschäftigt“. Ich mag es, wenn es auch mal ein bisschen idyllischer und kitschiger zugeht als während des restlichen Jahres – Weihnachtsgeschichten dürfen das!

Für die Feiertage nach Hause zu kommen, ist ein fixer Punkt in Janas Agenda. Nun hat ihre Schwester Christa ihre Pläne durchkreuzt, indem sie den Eltern dieses Riesengeschenk einer Kreuzfahrt gemacht hat und die nun zusammen mit Christa und deren Tochter abgereist sind. Wieder nach München zurückzufahren, wo sie arbeitet und in einer WG wohnt, stimmt sie traurig, denn sie wird dort auch alleine sein. Aber so weit geht ihre Fahrt bei dem Schneetreiben nicht – sie landet in einem Strassengraben! Dass sie ausgerechnet bei ihrem einstigen Klassenkameraden Toni Unterschlupf findet, ist überraschend. Es ist jedoch nur die erste von vielen weiteren Überraschungen.
Ich mochte Jana gleich sehr gerne. Ebenso die ganze weitere Truppe, die plötzlich zusammen ausharren musste, da die Strassen blockiert waren. Toni und Finn haben mir sehr leidgetan, denn sie haben erst vor kurzem Finns Mama, die Tonis Schwester war, verloren. Als Patenonkel wird Toni sich nun um Finn kümmern, wovor er zurecht grosse Angst hat. Wie soll das alles weitergehen? Er wohnt in Hamburg und hat dort seine Arbeit. Auch die anderen haben einiges zum Nachdenken…

Der titelgebende Weihnachtssee ist eine sehr schöne Vorstellung. Das Buch habe ich mit einem leisen Seufzen abgeschlossen – 5 Sterne.

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Der tiefe Fall

Das nächste Kapitel von Danielle Steel

Seit neunzehn Jahren ist Andy Westfield an der Spitze eines angesehenen Filmstudios – sein Job stand bei ihm immer an erster Stelle, sogar noch vor seiner Ehe, die daran scheiterte. Bei Schulaufführungen oder sonstigen Anlässen seiner Tochter glänzte er stets mit Abwesenheit. Als das Studio verkauft wird, verliert Andy seinen Job, obwohl ihm der Posten zugesichert worden war.

Ein tiefer Fall; sein Ego ist mehr als nur leicht angeknackst. Weit weg von L.A. versucht er, einen neuen Weg für sein Leben zu finden. Im kleinen Küstenort Winchelsea, zwei Stunden von London entfernt, findet er seinen Rückzugsort. Er stellt eine Hilfe für die Büroarbeit ein: Violet. Als sie eines Abends ein Manuskript ihres unvollendeten Romans liegenlässt, liest Andy die Geschichte und fängt Feuer. Könnte das das Wunder sein, auf das beide hofften?

Erster Eindruck: Ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir.

Andy wusste stets, wie es im Filmbusiness läuft, denn bereits seine Eltern waren in diesem Geschäft: An einem Tag bist Du oben und wirst umjubelt, am nächsten Tag ganz unten und vergessen. Aber dass ihm das passiert, hätte er nicht gedacht, schliesslich war er mit Global Studios seit Jahren sehr erfolgreich. Ein bitterer Tag, als er zur Arbeit erscheint und kurz darauf von zwei Sicherheitsmännern hinauseskortiert wird – entlassen! Seine „Beziehung“ mit dem Filmstar Alana war mit diesem Akt gleich beendet, denn sie umgibt sich nur mit Menschen, die ihr dienlich sein können; ein entlassener CEO ist dies bestimmt nicht.
In Winchelsea, weit weg von zu Hause, versucht er, sich neu zu orientieren. Was will er nun machen? Als Erstes stellt er eine Bürohilfe ein, da es doch sehr viel Administratives zu tun gibt, womit er überfordert ist. Violet macht ihren Job sehr gut, ist zurückhaltend, erzählt nie etwas Persönliches von sich. Als sie eines Abends ein Manuskript liegen lässt, kann er seine Neugier nicht zähmen und liest die Geschichte. Sein altes Ich, das vor seinem Job als CEO ein gefeierter Drehbuchautor war, fängt Feuer: Diese Geschichte muss unbedingt verfilmt werden!

Es tat mir richtig weh, zu sehen, als er wie eine heisse Kartoffel fallengelassen wurde. Eben noch hofiert und dann kennt man ihn nicht einmal mehr – sehr arrogant! Es war für mich nur zu verständlich, dass er zuerst eine Runde in Selbstmitleid baden musste. Als er dann Violet und ihre Geschichte kennenlernt, wird sein Weltbild wieder zurechtgerückt. Gegen Violets Schicksal ist sein Fall nur ein kleiner Klacks. Es hat mir gefallen, dass die Protagonisten bereits Ende Dreissig bzw. Mitte Fünfzig waren. Das Buch hat sich flüssig lesen lassen, war sehr ruhig; von mir gibt es 5 Sterne.

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Der tiefe Fall