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Rezensionen von peedee:

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Bewertung für die deutsche Version „Nur für DICH“

Give It All to Him von Max Lucado

=== Die deutsche Version ist im Katalog nicht verfügbar ===
Wie man so schön sagt, hat jeder Mensch sein Päckchen zu tragen. Max Lucado, geb. 1955, langjähriger Pastor der Oak Hills Church in San Antonio (Texas/USA) und Bestsellerautor, zeigt dies hier ganz plastisch auf, indem er die Menschen mit Müllsäcken belädt und diese herumtragen lässt.

Was ist da drin? Scham, Reue, Schuld, Schmerz, Verbitterung, Rachsucht und vieles mehr…

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover, ein kurzer, plakativer Titel – gefällt mir sehr gut.

Mir haben die Bilder, die der Autor gezeichnet hat, sehr gefallen: Die eigenen Sorgen oder Gefühle mal in Müllsäcke zu verpacken und einfach der Kehrichtabfuhr mitzugeben. Ist das nicht ein befreiendes Gefühl? Und ob! Jede/r weiss, dass sich im Alltag immer wieder neuer Müll anhäuft und so ist es auch im Innern, daher ist jede/r angehalten, sein Inneres immer wieder auf „Müll“ zu untersuchen und dann raschestmöglich zu entrümpeln.

„Kommt alle her zu mir, die ihr müde seid und schwere Lasten tragt, ich will euch Ruhe schenken.“ (Matthäus 11,28)

Ein kleines Büchlein – gerettet aus einem öffentlichen Bücherschrank – mit nur 62 Seiten ist schnell ausgelesen, keine Frage. Aber um im Inneren etwas anzustossen, braucht es nicht immer Hunderte von Seiten; manchmal reicht schon ein einzelner Satz aus. Von mir gibt es 4 Sterne.

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Bewertung für die deutsche Version „Nur für DICH“
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Das Buch hat etwas, aber…

Sophie L. von Matthew Blake

Dr. Olivia Finn ist eine renommierte Gedächtnisstörungsexpertin im Charing Cross Hospital, London. Welch‘ eine Ironie, dass ausgerechnet ihre 96-jährige Grossmutter Josephine an Demenz leidet. Ein Anruf aus dem Hotel Lutetia in Paris erwischt Olivia kalt: Ihre in Paris wohnende Grossmutter sei im Hotel aufgetaucht und habe gestanden, vor Jahrzehnten ein Mord begangen zu haben! Und sie heisse Sophie, nicht Josephine.

Olivia reist sofort nach Paris. Ist ihre Grossmutter nun vollends verwirrt? Oder ist etwas Wahres dran? Kurz darauf ist ihre Grossmutter tot…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir sehr gut: wenige Elemente, aber trotzdem sehr ausdrucksstark.

Das Buch wird aus der Sicht von mehreren Personen und auf verschiedenen Zeitebenen erzählt. Der Wechsel ist jeweils gut angegeben. Ein interessanter Prolog, der den Leser ins Paris des Jahres 1945 zurückversetzt, gefolgt von der Erzählung in der Gegenwart.

Das Hotel Lutetia ist Olivia nicht unbekannt, denn dort hängt das berühmte Bild „Memory“, das ihre Grossmutter – eine berühmte Porträtmalerin – nach dem Zweiten Weltkrieg erschaffen hatte: Es zeigt eine Frau in Anstaltskleidung, ohne Haare, im Hotel Lutetia. Sehr interessant, dass das Hotel (auch in der Realität) als Anlaufstelle für aus Konzentrationslagern zurückgekehrte Menschen diente. Ausgerechnet vor diesem Bild sitzt nun ihre Grossmutter achtzig Jahre später und behauptet Ungeheuerliches. Da sie dement ist, ist fragwürdig, wie viel von dem, was sie sagt, der Wahrheit entspricht. Aber die Polizei kann nicht einfach darüber hinwegsehen.
Ein interessanter Einstieg in die Geschichte, der bei mir schon ziemlich viele Fragen ausgelöst hat. Es gibt etliche Handlungsstränge und Protagonisten, die zu Beginn natürlich noch lose Puzzlesteine sind. Ob und wie sich diese ins grosse Ganze fügen, ist noch unklar.

Mein Fazit? Das Buch hatte etwas, das mich fortlaufend weiterlesen liess. Aber es war trotzdem irgendwie flach; Olivia blieb unnahbar, kühl, am Ende blieben einige Fragen offen. Leider hat mich die Story nicht so begeistert wie erhofft. Für mich war es das erste Buch des Autors; aufgrund der Lobeshymnen auf sein vorheriges Werk „Anna O.“ habe ich offenbar zu viel erwartet, schade. Und ein Thriller war es für mich leider auch nicht. 3 Sterne.

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Das Buch hat etwas, aber…
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Grossartig!

Do legst di nieda! von Stephan Maria Alof

Stephan Maria Alof engagiert sich seit Jahrzehnten für die katholische Kirche. Der Glaube ist ihm seit jeher wichtig, doch sein Wunsch, katholischer Priester zu werden, war aufgrund seiner offen gelebten Homosexualität nicht möglich. Alof interessiert sich für viele Dinge und sorgt dafür, immer wieder Neues – auch oder gerade in Bezug auf die Kirche – zu wagen.

Die verlogene Doppelmoral von vielen katholischen Amtsträgern ist ihm zuwider; da er darüber nicht den Mantel des Schweigens legt, eckt er bei einigen an. Hier erzählt er aus seinem (Glaubens)Leben.

Erster Eindruck: Ein sympathischer Mann lächelt einem auf dem Cover entgegen; Buch- und Untertitel gefallen mir sehr gut.

Vorneweg (ja, immer gleich mit der Tür ins Haus stolpern): Ein grossartiges Buch! Mir ist der Glaube wichtig, aber ich bin keine grosse Kirchgängerin. Ich kenne Stephan Maria Alof nicht persönlich, aber ich konnte ihm bei so vielen Dingen einfach nur beipflichten. Was Alof aus seinem Engagement rund um die Kirche St. Maximilian in München erzählt, begeistert mich. Und aus der Zusammenarbeit mit Pfarrer Rainer Maria Schiessler (von ihm warten bereits zwei Bücher bei mir darauf, gelesen zu werden) entstehen offensichtlich wunderbare, aussergewöhnliche Dinge. Kirche darf auch Spass machen!

Der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche – ein dunkelschwarzes Kapitel! Einerseits wollen die fehlbaren Personen ihren Glauben repräsentieren und die Gläubigen auf den rechten Weg führen, aber andererseits tun sie selbst schlimme Dinge, die das Leben von anderen dauerhaft verändern! Genau: Wasser predigen, Wein trinken! Das Schlimmste ist, wenn publik wird, wie viele höhere Instanzen über diese Fälle Bescheid wussten, aber alles vertuscht haben! Puh, ich sehe gerade meinen inflationären Gebrauch von Ausrufezeichen, aber dies zeigt eben auch meine Empörung. Und dann das: Frauen dürfen keine hohen Ämter in der katholischen Kirche bekleiden – weshalb nicht?
Der berufliche Weg von Alof ist nicht geradlinig, muss er aber auch nicht: Zuerst Krankenpfleger mit Wunsch, katholischer Priester zu werden, dann Gastronom (er eröffnet u.a. „Maria“, „Josef“ und „Jessas“), zurück in die Pflege und dann kümmert er sich um Bestattungen. Und dazu: ehrenamtlicher Kirchenpfleger. Hut ab!

„Und wenn die Theologen und Glaubenspräfekte der Kirche sagen: ‚Du darfst die Oblate keinem Nicht-Katholiken geben‘, ist mir das so was von wurscht. Ich halte mich an Christus und sein Vorbild. Punkt. Amen.“

Das Buch hat sich flüssig lesen lassen und mir hat der Schreibstil sehr gefallen. Von mir gibt es wohlverdiente 5 Sterne.

PS: Ich habe für dieses Jahr eine Reise nach München geplant und da werde ich der Kirche St. Maximilian doch auch einen Besuch abstatten (seit Ostern 25 ist sie jedoch aus Bausicherungsmassnahmen vorübergehend geschlossen). Vielleicht schaffe ich es ja auch, einen Gottesdienst mit Pfarrer Schiessler zu besuchen – wer weiss?

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Harter Tobak!

Do legst di nieda! von Stephan Maria Alof

Ein Mordanschlag auf einen Staranwalt erschüttert Bern. Wer war die irre Frau, die auf Ferdinand Bouillé losgegangen ist? Primrose, Ferdinands Tochter, erhält kurz nach der Attacke mysteriöse Drohungen: „Atme, so lang du noch kannst!“. Ein Unbekannter beginnt ein grausames Spiel: es kommt zum ersten Todesfall.

Dann zum Zweiten. Als ehemalige Polizistin will Primrose den Killer stoppen, bevor es zu weiteren Verlusten kommt…

Erster Eindruck: Ein schlichtes Cover mit einem Maschendrahtzaun, das nichts von dem Grauen erahnen lässt.

Das Verhältnis von Primrose – welch‘ ein Name! – und ihrem Vater Ferdinand ist nicht immer einfach, besonders seit er eine neue Frau an seiner Seite hat. Der Streit vom Vorabend steckt ihr noch in den Knochen, doch sie weiss, dass sich die Wogen immer wieder glätten. Bestimmt auch dieses Mal. Denn er ist ihr Fels – Primrose hat nur noch ihn. Der Mordanschlag ändert alles. Wird er durchkommen? Wer steckt dahinter? Die Arbeit in der Kanzlei Bouillé muss weitergehen, was durch die Geschwister und Geschäftspartner Helen und Joseph Strauss auch gelingt. Vorübergehend.
Wie kann man sich und sein Umfeld schützen, wenn man überhaupt keine Ahnung hat, gegen wen man sich wehren soll? Und wann er weshalb wieder zuschlagen wird? Der Hoffnungsballon, dass es sich um eine schreckliche, aber einmalige Zufallstat handelt, platzt, als wüste Drohungen erfolgen.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Die Autorin hat es (leider) geschafft, sehr bildhaft zu beschreiben, was zuweilen grausame Szenen vor meinem inneren Auge hat entstehen lassen. Die Todesfälle oder Foltermassnahmen waren brutal, für mich hart an der lesetechnischen Belastungsgrenze. Aber die Autorin hat es – trotz allem – ebenfalls geschafft, dass ich dranbleiben und unbedingt wissen musste, was denn noch alles passieren würde.

Fazit: Für mich ein brutaler Thriller (auch wenn Krimi vorne auf dem Buch steht) mit überraschender Auflösung. Die administrative Versorgung, ein sehr dunkles Kapitel der Schweiz, wird sehr plastisch thematisiert. Eine Tragödie sondergleichen! Von mir gibt es 5 Sterne und nun benötige ich dringend etwas leichte Kost zum Lesen. Puh, das war heftig!

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Ein grosser Seufzer…

Ein Job für Neill Archer von Karen Witemeyer

The Archer Brothers, Band 3: Sommer 1893, Panhandle, Texas. Neill Archer, der jüngste der Archer-Brüder, will auf eigenen Füssen stehen. In Dry Gulch sucht er eine Arbeit, um mehr Geld für eigenes Ackerland auf die Seite legen zu können. Als ein Dachdecker benötigt wird, um das Heim einer Witwe zu reparieren, zögert er nicht und sucht die angegebene Adresse auf.

Der Empfang ist schwierig, denn die Witwe ist sehr misstrauisch, hochschwanger und scheint in grosser Gefahr zu sein…

Erster Eindruck: Ein schön gestaltetes Cover der Edition „Kleine Auszeit“ – gefällt mir sehr gut.

Dies ist Band 3 einer Reihe, kann aber ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden. Wie ich soeben festgestellt habe, lese ich in der umgekehrten Reihenfolge, denn ich habe zuerst Band 4 und nun Band 3 gelesen.

Schon nach den ersten paar Zeilen war ich ganz in der Szenerie von vor 130 Jahren drin. Ich konnte mir gut vorstellen, wie Neill Archer in die Kleinstadt reitet und dort um Arbeit fragt. Er erhält auch ein Arbeitsangebot, aber er weiss nicht von wem, denn ihm wurde während des Gottesdienstes nur ein Zettel zugesteckt mit Angaben, wann und wo er sich einzufinden habe, wenn er die Arbeit wolle. Als er beim Haus der Witwe ankommt, erwartet ihn nicht eine vermeintlich alte Frau, sondern ein sehr junge, attraktive und zugleich hochschwangere Frau: Clara Danvers. Er spürt gleich die Anziehung zu Clara – es ist ihm sein grösster Wunsch, ihr zu helfen, sie zu beschützen. So etwas hat er noch nie verspürt. Gott möge ihm helfen, Clara beizustehen.

Die Autorin schreibt über sich, dass sie historische Romane mit Happy-End-Garantie liebt. Dies ist hier sehr gut spürbar. Obwohl die „kleine Auszeit“ nur 142 Seiten lang dauerte, und alles in einem wunderbar glücklichen Ende gipfelte, wirkte die Kurzgeschichte nicht gehetzt. Ich fühlte mich wunderbar unterhalten, bin ein Fan der Archer-Brüder und freue mich, noch die anderen zwei Bände zu lesen. Von mir gibt es 5 Sterne.

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Gut. Punkt.

Träume sind wie Segel, Erinnerungen wie Ruder von Tomas Sjödin

Ruhe und Achtsamkeit, Band 6: Beim Navigieren durchs Leben benötigt man Segel und Ruder. Segel und Ruder stehen hier für Träume und Erinnerungen. Tomas Sjödin, schwedischer Pastor und Schriftsteller, erzählt in 40 Kolumnen, dass Erinnerungen nicht melancholisch oder Träume realitätsfern sein müssen.

Er lädt dazu ein, aus diesen Dingen Kraft zu ziehen.

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir, es ist jedoch überraschend, dass es von der Gestaltung so von den Vorgängerbänden abweicht. Buchtitel und -untertitel finde ich sehr gut.

Für mich war es das vierte Buch aus der Reihe „Ruhe und Achtsamkeit“. Die vorliegenden Texte sind zwischen Herbst 2019 und Frühjahr 2024 als Kolumnen in einer Göteborger Zeitung erschienen. Es überrascht daher nicht, dass u.a. die Corona-Pandemie oder der Krieg in der Ukraine mehrfach thematisiert wurden. Der Autor schreibt aber auch über Alltägliches oder Banales, wie z.B. das Wetter, Anglerglück oder Meinungsverschiedenheiten.

„Träume sind etwas, wonach man sich ausstreckt, und Erinnerungen kümmern sich um das Leben, das hinter einem liegt.“

Tomas Sjödin erwähnt, dass er Probleme mit Geduld habe: „Geduld zu haben ist für mich genauso schwer wie langsam zu gehen oder mich zu erinnern, wo ich die Kassenzettel aufbewahre.“ Das hat mich amüsiert, denn mir geht es vielfach genauso. Wie schnell kann man sich im Alltag über andere – aber auch über sich selbst – aufregen? Aber ist die Aufregung wirklich die Energie wert? Ich denke, nicht. Mich immer wieder in Geduld zu üben, ist ein Dauerprojekt. Aber auch, mir immer wieder zu verzeihen, wenn die Ungeduld sich durchgesetzt hat.
Sehr interessant fand ich, dass Sjödin sich als Grübler bezeichnet und „dem nichtexistierenden Klub der Grübler“ angehört. In der sogenannten Wolfsstunde werden seine Probleme riesengross und das Gedankenkarussell dreht und dreht. Tja, DAS kenne ich nur zu gut. Irgendwie beruhigend, dass es anderen zuweilen genauso geht.

Ich habe viel länger für dieses Buch gebraucht als gewöhnlich. Bei der Inhaltsbeschreibung steht „Ein warmherziges Buch für alle, die nach Sinn, Orientierung und der spürbaren Nähe Gottes suchen.“ Gerade Letzteres habe ich bei diesem Buch leider nicht verspürt. Nichtsdestotrotz hat mir das Buch gefallen – 3 Sterne.

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Es auts Bärndütsch

Dür ds Jahr von Rosmarie Stucki

Die Autorin hat für jeden Monat des Jahres lustige oder denkwürdige Erlebnisse auf Berndeutsch zusammengestellt: Sie thematisiert im Februar das Treibhaus des Vaters („Vatters Trybhüsli“), im März den Anstand („Aastang“), im Mai den Erdbeerkuchen („Äbbeerichueche“) oder im August die Sprachkenntnisse („Sprache sött me chönne“).

Erster Eindruck: Ein schlichter Titel auf dem kleinformatigen Büchlein mit 96 Seiten – gefällt mir.

Ich mag Geschichten auf Berndeutsch („Bärndütsch“) sehr gerne, denn dies ist meine eigentliche Muttersprache, nicht etwa die Schriftsprache. Das Berndeutsche hat, wie andere Dialekte auch, diverse Ausprägungen: Jemand, der aus dem Seeland kommt, spricht ein anderes Berndeutsch als jemand, der zum Beispiel aus dem Berner Oberland kommt. Und ältere Leute verwenden oft noch „alte“ Ausdrücke, die die Jungen heute zum Teil gar nicht mehr kennen.
Wie einleitend erwähnt, werden Geschichten durchs Jahr erzählt. Nun war bereits die Aufzählung der Monate für mich überraschend, denn es hat etliche Monate, deren Namen mir nicht gebräuchlich waren, zum Beispiel: April = „Aberelle“, Juni = „Braachet“, gefolgt vom Juli = „Höimonet“. Die letzten drei Monate des Jahres heissen hier „Wymonet“, „Wintermonet“ und „Christmonet“.

Die Lektüre war unterhaltsam und ich fühlte mich wie einem Volkstheater: „Aber Brichte u Lache höhle irgendwie der Mage uus, u drum bringt d Bärewirti, wül si’s afe weiss, no gly eis der Magefahrplan. Itz wird gspanyflet, was eim ächt guet tät oder wurd gluschte.“ Herrlich. Viel zu schnell war das Büchlein ausgelesen; von mir gibt es 5 Sterne.

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Gut, aber nicht mehr

Herzenszauber in Thunder Point von Robyn Carr

Thunder Point, Band 3: Devon McAllister hat es geschafft! Sie konnte mit ihrer 3-jährigen Tochter Mercy aus der Kommune „The Fellowship“ fliehen. Hoffentlich kann sie endlich ein „normales“ Leben führen. Rawley Goode hat sie unterwegs aufgelesen und ihnen vorübergehend einen Unterschlupf gewährt.

In Thunder Point wird sie mit offenen Armen aufgenommen, insbesondere von Spencer Lawson, einem frisch verwitweten Mann und alleinerziehenden Vater. Kann sie ihm ihr Herz öffnen?

Erster Eindruck: Wie immer ein stimmungsvolles Cover – gefällt mir.

Dies ist Band 3 der Reihe, kann jedoch ohne Kenntnis der Vorgängerbände gelesen werden (die Anzahl Protagonisten könnte dabei aber eventuell etwas verwirrend sein).

Die Flucht aus der Kommune, die Devon einst als ihr Zuhause ansah, ist dank einer „Schwester“ geglückt. Aber in Sicherheit fühlt sich Devon dennoch nicht. Jederzeit könnte der Gründer der Kommune, der zugleich Vater ihrer kleinen Tochter Mercy ist, sie zurückholen. Selbstverständlich nicht er selbst, dafür hat er seine Männer. Aber Devon musste einfach weg, sie fürchtete um die Sicherheit von Mercy. Der Hilfe von Rawley steht sie skeptisch gegenüber: Warum hilft er ihr, obwohl er sie gar nicht kennt?
Spencer, der unlängst den Job als Trainer an der High School angenommen hat, fühlt gleich eine gewisse Anziehung zu Devon. Aber das darf nicht sein, denn es ist noch nicht lange her, dass seine Frau verstorben ist. Und es würde auch seinen Sohn Austin verwirren. Doch Gefühle tun nicht zwingend das, was der Kopf sagt…
Rawley, der von Cooper – einer der Hauptfiguren der Reihe – eine „alte Auster“ genannt wurde, die von Devon aus seinem Versteck geholt wurde, hat mir gut gefallen. Schön, wie er sich für Devon einsetzte.

Was mir an Kleinstadtromanen immer so gefällt, ist der Zusammenhalt. Selbstverständlich mischen sich die Bewohner auch mal ein, aber wenn es hart auf hart kommt, halten sie zusammen. Der vorliegende Band hatte für mich ein paar Längen, war aber dennoch gut. Am Ende kam kurz etwas Spannung auf und dann stand auch schon „Ende“. Interessant war der Schluss, wo sich ankündigt, wer zu den neusten Bewohner in Thunder Point gehören wird. Von mir gibt es 3 Sterne.

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Viel zu viel Erotik

Book Boyfriend von Claire Kingsley

Book Boyfriends, Band 1: Mia liebt Bücher, und dabei vor allem Romance. Im wahren Leben sieht es in Sachen Liebe bei ihr eher dunkelgrau als rosarot aus, gar nicht so wie in den Liebesromanen. Bis sie Alex kennenlernt: charmant, zuvorkommend, humorvoll. Sie weiss jedoch noch nicht, dass er seit kurzem Bestsellerautor ist: Als Lexi Logan schreibt er Liebesromane.

Und er chattet mit „Book Babe“, kurz „BB“, die einen Bücherblog betreibt. Als Alex herausfindet, dass sich hinter „BB“ ausgerechnet Mia verbirgt, ist das Dilemma gross, denn er will nicht, dass sein eigenes Pseudonym auffliegt, aber andererseits will er Mia nicht verlieren…

Erster Eindruck: Das Cover gefällt mir; aktuell scheint es jedoch in zu sein, deutsche Bücher mit englischen Titeln zu versehen – das mag ich nicht.

Mir fällt die Bewertung dieses Buches etwas schwer: Es gab einige Punkte, die mir sehr gut gefallen haben, aber andere, die meinen Leseeindruck sehr getrübt haben.
Mia ist ein Riesentollpatsch – sie stolpert förmlich von einem Missgeschick zum nächsten. Zudem ist sie sehr unsicher, entschuldigt sich fortlaufend. Das fand ich übertrieben. Sie chattet mit ihrer „besten Freundin“ Lexi, nichtahnend, dass diese „Freundin“ in Wahrheit ein Mann ist. Wie kann sie jemanden, den sie noch nie gesehen oder persönlich gesprochen haben, als beste Freundin bezeichnen? Und warum schimpft sie immer über ihren Kater?
Alex verbringt Jahre damit, an einem Science-Fiction-Roman zu basteln, ohne ihn zu Ende zu bringen, vollbringt aber dann in Turbogeschwindigkeit einen Liebesroman, der so erfolgreich ist, dass er zum Bestsellerautor wird. Nun ja, vielleicht ist das eben das richtige Genre für ihn. Mir hat sehr gefallen, dass er sich so um seinen Vater kümmert – auch finanziell.

Wie Mia und Alex sich im richtigen Leben kennengelernt haben, fand ich süss (tja, eben wie in einem Liebesroman *laut-lach*). Dann folgen in Nullkommanichts zu viele und zu ausführliche „heisse“ Szenen – für einen Liebesroman zu explizit. Und man könnte meinen, dass es sich um ganz andere Menschen als die vorher beschriebenen beiden handelt. Das Buch hat sich wohl flüssig lesen lassen, aber ich kann leider nur 2 Sterne vergeben, schade.

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Überraschend

Das Resort von Sarah Goodwin

Mila und ihr Mann Ethan reisen zur Hochzeit ihrer Schwester in einem Luxus-Resort in Deutschland an. Vom Flughafen nehmen sie einen Mietwagen, der unterwegs plötzlich im Nirgendwo und mitten in einem Schneesturm stehen bleibt. Kein Handy-Empfang, also keine Möglichkeit, Hilfe zu rufen. Sie versuchen, zu Fuss in die Zivilisation zu kommen, finden aber nur verlassene Hütten, wo sie immerhin unterschlüpfen können.

Am nächsten Morgen werden sie bestimmt Hilfe finden. Als Mila aufwacht, ist sie jedoch ganz alleine – Ethan ist spurlos verschwunden…

Erster Eindruck: Das Titelbild auf dem Cover spiegelt sich im See – wirkt etwas unheimlich.

Das Verhältnis von Mila und ihrer Schwester Jess ist seit der Beerdigung ihrer Eltern gestört – es gab einen grossen Streit, über den Mila nicht einmal mit ihrem Mann gesprochen hat. Umso wichtiger war es Mila, dass sie pünktlich bei der Hochzeit erscheinen, da es um den schönsten Tag im Leben von Jess und deren Bräutigam Pete gehen sollte. Und nun das: In der Pampa gestrandet; keine Möglichkeit, im Sturm Hilfe zu holen; der Mann ist spurlos verschwunden; fast nichts zu essen; sie fühlt sich beobachtet… Jess wird ihr nie verzeihen, dass sie die Hochzeit verpasst!
Ich konnte mir die Szene in Witwerberg, der verlassenen Häusersiedlung mitten im Schneesturm sehr gut vorstellen. Die Angst, die Mila ausstehen musste, plötzlich verlassen im Nirgendwo zu sein. Die Angst um Ethan, die Sorge um ihre Schwester, die Kälte, Hunger und Durst. Was ich jedoch nicht verstanden habe, dass sie nicht trotz allem versucht hat, andere Menschen zu finden. Natürlich war sie nicht für Spaziergänge im Sturm eingekleidet, aber die Hütte bot eh nur unzureichend Schutz, so dass ihr durchgehend kalt war und die Kleidung klamm.

Für mich war es das erste Buch der Autorin, insofern habe ich keine Vergleichsmöglichkeiten. Rückblickend muss ich sagen, dass es doch eine grosse Kunst ist, 2/3 eines Buches fast ausschliesslich von einer einzigen Protagonistin bestreiten zu lassen und dabei die Leserschaft bei der Stange bleibt. Es gab zwar ein paar kleinere Durchhänger, aber ich wollte unbedingt wissen, wie das Ganze endet. Der Ausgang der Geschichte war für mich überraschend, denn ich hatte etwas anderes erwartet. Apropos Erwartung: Wer denkt, dass das Buch vorwiegend in dem erwähnten Luxus-Resort spielt, wird enttäuscht sein, denn dies ist wohl das Ziel der Reise, aber hier nur ein Nebenschauplatz. Von mir gibt es 4 Sterne und ich freue mich auf das nächste Buch von Sarah Goodwin.

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